Autor Thema: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!  (Gelesen 2226 mal)

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Offline Huhn

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #25 am: 19.12.2018 | 11:13 »
Naja ich sag mal, dass die Kämpfe jetzt für mich sicher nicht der Höhepunkt der Runde sind, sie sind aber auch nicht total fürchterlich. Der SL ist sehr erfahren und die Kämpfe dadurch abwechslungsreich und ausgewogen. Und ich hab, wenn ich nicht die Regeln verbocke, auch einen Charakter der zur Abwechslung mal was kann. Ich spiele in der Runde aber hauptsächlich mit, weil ich mich darüber freue, mit den Leuten zusammenzusitzen und Rollenspiel zu spielen. Deswegen möchte ich sie auch weiterführen. Und ich find ja auch das System, unsere Charaktere und die Story, die wir bespielen schnuckelig. Ich bin halt nur gerade ein bisschen überfordert. Und dass da emotionaler Druck aufgebaut wird - keine Ahnung... im Grunde haben sie mir am Ende der letzten Spielrunde dieselbe Frage gestellt wie ihr hier - ob es mir denn überhaupt Spaß machen würde, mitzuspielen, und was wir tun könnten, damit ich mehr Spaß habe.

Die Frage nach der Zeit ist auch sone Sache. Wenn ich meine Zeit sinnvoll strukturieren und den Zeitplan durchziehen würde, wären alle Verpflichtungen wie Hobbys gut machbar und ich hätte auch noch Freizeit übrig. Dass das nicht klappt und ich dadurch im Dauerstress bin, steht auf einem ganz anderen Blatt. Das Problem lässt sich aber gesichert auch nicht dadurch lösen, dass ich meine Hobbys auf Eis lege. (Und ist im Übrigen auch nichts, was ich glaube mit einer Diskussion in einem Rollenspielforum lösen zu können). Insofern: Ich hätte theoretisch die Zeit, hab aber meistens nicht den Nerv mich außerhalb der Spielrunde großartig mit dem Rollenspiel zu befassen. Ich fänds aber schade, wenn die Runde daran scheitert. Da läuft es am Ende darauf hinaus, dass ich versuchen muss, die Arschbacken zusammenzukneifen und mir die Zeit zu nehmen.

Zu meiner Idee, auch kurzfristig absagen zu können: Es geht mir nicht darum, dass ich jeden Abend neu entscheide, ob ich Bock auf die Runde habe oder nicht. Normalerweise bin ich, wenn ich mich zu einer solchen Runde verpflichtet habe, eine zuverlässige Mitspielerin und möchte auch immer anwesend sein. Aber es gibt so Tage wie neulich Montag eben, an denen ich mir und allen anderen mit meiner Abwesenheit einen Gefallen getan hätte. Bin vor der Runde schon aufm Sofa eingepennt und wurde auch vom SL gefragt, ob ich mich in der Lage fühle zu spielen. Dass ich da nicht "nein" gesagt und nach Hause gegangen bin, lag daran, dass sowieso nur wegen mir der Termin verschoben worden war und wenn ich jetzt kurzfristig wieder abgesagt hätte, der Ersatztermin ja auch wieder ausgefallen wäre. Weil an dem Abend dringend alle Charaktere anwesend sein sollten. Nachdem im Übrigen vorher auch bei Krankheit anderer Spieler trotzdem weitergespielt wurde - es also normalerweise kein Beinbruch ist, wenn mal wer kurzfristig fehlt. Ich habe in der Vergangenheit äußerst schlechte Erfahrungen damit gemacht, mich in Zuständen zum Rollenspiel zu quälen, in denen ichs besser gelassen hätte. Der Abend neulich hats nochmal bestätigt. Und deswegen möchte ich mir das Recht herausnehmen, abwesend zu sein, wenn es mir schlecht geht. Wenn einer die Magen-Darm-Grippe hat, wird auch nicht erwartet, dass der mitm Eimer am Wohnzimmertisch sitzt.
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Offline Luxferre

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #26 am: 19.12.2018 | 11:16 »
Ich kann mir keine Regeln merken ... weil ... ich seit einer Weile unter Dauerstress stehe, leidet mein Gedächtnis enorm ...

Sagt doch (leider!) alles. Ich drücke Dir die Daumen, dass es besser wird  :d
Denn wenn Du an diesem Status Quo nichts ändern kannst, können die vielen lieben Tipps hier noch so gut sein ... es wird bleiben, wie es ist.
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Offline Der Läuterer

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #27 am: 19.12.2018 | 11:40 »
Leg doch Deinem SL mal nahe, diesen Thread hier zu lesen.

Du hast Dir wirklich vieles von der Seele geschrieben, Dich offenbart und uns Einblicke gewährt, die Deine Mitspieler sicherlich nicht so von Dir kennen.

Ich glaube, dass Dein SL Dich und Deine Situation dann besser verstehen wird.
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Offline JS

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #28 am: 19.12.2018 | 12:01 »
Ich stimme einigen hier zu, daß es auch mMn eine Sache der Gruppenharmonie ist, Spieler mit wenig Regelkenntnissen zu akzeptieren und einzubinden. Daß es problemlos geht, weiß ich aus eigener Erfahrung, denn wir spielten und spielen schon seit Jahrzehnten mit solchen Spielern, ohne daß es nennenswerte Schwierigkeiten gibt. Solange minimale Grundkenntnisse der Proben vorliegen, können wir Regelkundigen alle weiteren Details immer schnell klären und ausgleichen.
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Offline Pyromancer

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #29 am: 19.12.2018 | 12:15 »
Ich stimme einigen hier zu, daß es auch mMn eine Sache der Gruppenharmonie ist, Spieler mit wenig Regelkenntnissen zu akzeptieren und einzubinden. Daß es problemlos geht, weiß ich aus eigener Erfahrung, denn wir spielten und spielen schon seit Jahrzehnten mit solchen Spielern, ohne daß es nennenswerte Schwierigkeiten gibt. Solange minimale Grundkenntnisse der Proben vorliegen, können wir Regelkundigen alle weiteren Details immer schnell klären und ausgleichen.
Es gibt Leute, die Fragen nach 50 Sitzungen Savage Worlds immer noch: "Was muss ich jetzt nochmal würfeln?"
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Offline JS

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #30 am: 19.12.2018 | 12:22 »
Ja, das sehe ich auch so, weshalb ich ja von minimalen Probenkenntnissen sprach. Ich denke, mit komplett regelfernen Spielern (also NULL Kenntnisse) kämen wir auf Dauer auch nicht gut zurecht, vor allem nicht, weil man selbst in einer "Memento-Situation" mit Notizen arbeiten könnte.
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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #31 am: 19.12.2018 | 13:17 »
Also ich gehöre ja zu den Leuten, die generell nicht sehr regelaffin sind. Ich kann das seit Jahren zum Glück gut lösen, sowohl als Spieler, als auch als SL, dadurch, dass wir regelarm spielen, meine Mitspieler dafür Verständnis haben und ich mir ggf. einen Regelassistenten nehme. Bei Earthdawn damals hatte ich mir zusätzlich mit PostIts auf meinem selbstgestalteten Charakterbogen entsprechende Vermerke gemacht und zusätzlich eine Zusammenfassung der wichtigsten Sachen. Das war auch nicht starr, sondern wurde ggf. erweitert. Beim Leveln und bei Sonderaktionen hat mir trotzdem jahrelang immer jemand geholfen und es war halt ein Runninggag, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass ich jemanden allzu sehr nerve.

Du solltest dich hinsetzen und mehrere Dinge tun/für dich klären:

1. Wie wichtig ist dir die Runde im Vergleich mit anderen Dingen, die du machst. Nimm dir die Zeit und überlege dir (z.B. unter der Dusche, oder wenn du irgendwohin fährst), welche Sachen für dich gerade wirklich wichtig sind. Wenn das deine Runde ist, dann nimm dir die Zeit und schreibe einen Spickzettel. Dafür musst du an anderer Stelle Abstriche machen. So ist das halt - man hat leider nicht für alles Zeit. Vielleicht sind diese Abstriche aber auch gar nicht so schlimm, wie es dir im ersten Augenblick erscheint. Sorry, dass das jetzt so schulmeisterlich klingt. Ich selber habe in den letzten Jahren gelernt, dass es okay ist, wenn man nicht in jedem Bereich und überall seine Vorstellungen perfekt umsetzt. Für manches gibt es eine schnellere, einfachere Lösung, die trotzdem funktioniert (auch wenn man es gerne anders gemacht hätte, aber man selber ist auch der einzige, den das stört). Für manches ist es halt jetzt gerade nicht die richtige Zeit.

2. Ich glaube, niemand in deiner Runde erwartet, dass du von heute auf morgen plötzlich alle Regeln kannst. Fang halt mit den Basics an - die kann man ja hoffentlich relativ züügig zusammentragen. Ergänze deine Spicker auch während der Spielrunde durch konkrete Situationen. Damit sparst du Zeit. Nach und nach wird sich eine schöne Zusammenfassung aufbauen. Und das wichtigste: die anderen bekommen mit, dass du es ernst meinst und mitmachen willst. Das ändert auch die Haltung (hoffentlich) und man ist vielleicht eher gewillt, Hilfestellung zu leisten, wenn nötig.

3. Mach deine Schwächen durch deine Stärken wett. Wenn die Runde von deinen Stärken profitieren kann und du diese voll ausfährst, dann nimmt man die Regelschwächen auch nicht mehr so übel. Ob coole Performance, gute Szenenideen, starke Dialoge, originelle Stunts, Fluff, Kuchen, weiß der Geier - du kennst dich selbst da am besten und weißt, was möglich ist.
« Letzte Änderung: 19.12.2018 | 14:01 von Megan »
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Offline tanolov

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #32 am: 21.12.2018 | 10:59 »
Ohne jetzt zusehr in die Küchenpsychologie reinzurutschen klingt das für mich nach einem Problem das nichts mit Rollenspiel zu tun hat. Nach kurzem Screening deiner Posthistorie spielst du verschiedene Systeme, d.h. das lernen von neuen Systemen fällt dir wahrscheinlich grundsätzlich nicht schwer. Das es momentan anders ist, liegt an einer stressigen Lebensphase. Das ist verständlich und kann jeden treffen, aber ich halte es für bedenklich dir jetzt noch mehr Stress zu machen weil du etwas schaffen willst, was du früher immer geschafft hast, heute aber aufgrund externen Faktoren vorerst unnatürlich schwer ist.
Ich kann verstehen das du die Gruppe nicht verlassen willst, aber das du erstmal pausierst und stattdessen andere Dinge mit den Leuten machst (Brettspiele, was Trinken gehen, was euch sonst so Spaß macht) halte ich für die deutlich gesündere Variante. Wenn du die stressige Lebensphase überwunden hast kannst du wieder voll ins Rollenspiel einsteigen. Man darf hier einfach nicht übersehen, das zuviel Stress schnell mit Depressionen und / oder Burnout einhergeht, da muss man vorsichtig sein, grade wenn es Dinge betrifft die einem eigentlich Spaß machen.
Sollte der Stress ein Dauerzustand sein würde ich direkt zum Psychologen gehen, wenn das tägliche Leben soviel Stress verursacht das man seine Hobbys nicht mehr genießen kann, ist wahrscheinlich schon irgendwas kaputt was wieder hergerichtet werden muss.

Offline Nria

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #33 am: 21.12.2018 | 12:30 »
Ich kenne das. Bei mir liegt es leider nicht am Stress, sondern ich habe einfach von Natur aus ein verdammt schlechtes Gedächtnis (irgendwer muss ja am unteren Ende der Normalverteilung hängen :embarassed: ). Das ist schon mein ganzes Leben lang so und betrifft alles, nicht nur Regeln, sondern auch die bisherigen Geschehnisse, meinen Charakterhintergrund, Dinge, die ich vor ner Stunde mit dem SL besprochen habe ...
Ist scheiße, aber ich kanns nicht ändern. Ist vermutlich schwer verständlich für andere, die das als Faulheit oder Desinteresse deuten und es tut mir auch leid, wenn meine Mitspieler mir mal wieder irgendwas Selbstverständliches erklären müssen, aber was soll ich machen?

Was mir hilft:
1. Notizen machen und Spickzettel. Ja, das ist Arbeit und kostet Zeit. Man kann es nach und nach machen, aber dass man es macht, ist unumgänglich, wenn man sich die Regeln nicht merken kann.
Ich lese mir das immer mal wieder durch. Dabei ist es sinnvoll, Prioritäten zu setzen - am wichtigsten sind erstmal die Regeln, die am häufigsten verwendet werden. Wenn du irgendwelche total tollen, aber selten gebrauchten Spezialfertigkeiten dann erstmal hintenüberfallen lässt, so what! Niemand ist zur maximalen Effizienz verpflichtet.
Außerdem arrangiere ich meine Spickzettel immer mal wieder neu, schreibe Dinge um, optimiere die Sachen - dabei bleibt auch immer ein bisschen mehr in meinem Gedächtnis hängen.

2. Zu Hause üben. Muss nicht lange sein - einfach ein paar Minuten hinsetzen und einen kleinen Kampf simulieren oder eine Probe würfeln. "Drei Minuten, aber jeden Tag" ist besser als "einmal im Monat eine Stunde am Stück".

3. Vorausschauend spielen und während des Spiels immer schon mal auf den Spickzettel schauen, wenn man argwöhnt, dass man sie noch brauchen könnte. Ob das möglich ist, hängt natürlich von der Spielweise ab, aber in allen Runden, bei denen ich gespielt habe, war es ab und an möglich, mal kurz in die Regeln zu schauen, ohne allzuviel zu verpassen.

4. Wenn alles nichts hilft: Einen Charakter spielen, der weniger Regelkenntnisse braucht. Ist schade, wenn man dann seinen Lieblingscharakter nicht spielen kann, aber einen Tod muss man sterben.

Ich muss dazu sagen, dass meine Runde nur alle 4-8 Wochen einmal spielt - da haben die Regeln bei mir keine Chance, sich durch Wiederholung im Spiel zu setzen; der Abstand ist einfach zu lang. Dementsprechend hatte ich bei meinem Einstieg erst nach 5 oder 6 Terminen die Grundregeln - und das auch nur so halbwegs - drauf (in unserem System gibt es aber auch mehrere Arten von Proben und es ist einfach komplexer als "würfle einen W20 und addiere deinen Wert"; DAS hätte ich mir schon merken können :D).

Offline Der Läuterer

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #34 am: 21.12.2018 | 17:07 »
Ich habe das Thema hier in meiner Gruppe mal angesprochen.

Das wichtigste war für alle, dass ihnen das Spiel etwas bedeutet und Spass macht.
Danach kam, wie sich jemand einbringt und wie die Chemie in der Gruppe stimmt.
Alles Weitere kam weiter hinten, also auch das Regel Wissen.
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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #35 am: 22.12.2018 | 09:34 »
Mir persönlich ist wichtig das allgemein die Tendenz bei mehreren Sessions ein es wird besser ist.
Jeder hat das Recht auf meine Meinung.

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #36 am: 22.12.2018 | 12:20 »
Mir stach das hier zwischen so vielem anderen ins Auge (mit dem Risiko einer Überbewertung):
Zitat
alle Verpflichtungen wie Hobbys
Natürlich sind gemeinsame Hobbys mit Freunden ein Stück weit eine Verpflichtung, aber zusammen mit dem was du sonst hier so schreibst liest es sich für mich mit viel Fettdruck auf Verpflichtungen. Wie schon diverse andere hier ja angesprochen haben liegt das Problem auch meiner Ansicht nach weniger in der Spielrunde und im Merkvermögen allgemein, sondern in der Tatsache, dass man halt nicht alles kann. Das ist doch verzeihlich.

Und falls es hilft: Ich bin mit Sicherheit nicht die Ausgeburt an Regelfestigkeit in Feenlicht – und ich leite das Ding nicht nur, ich habe es geschrieben! Und beim Schreiben war sicherlich ein Grund, dass ich mir eben nicht alles merken kann, weder die komplette Welt, noch die Spielregeln mit allen Details. Das schlage ich nach.

Mit dem Wunsch, dass sich ein Weg für dich finden möge.

Offline Huhn

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #37 am: 14.01.2019 | 18:09 »
Danke nochmal für eure vielen hilfreichen Hinweise. Nachdem mein Spielstil jetzt mit ner Tagestour aufm Damenfahrrad (im Vergleich zur Bergabfahrt mitm Carbonbike) verglichen wurde, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es einfach nichts wird mit uns und bin aus der Runde ausgetreten. Wenn ich mich fühle, als würde ich zur unangekündigten Physik-LK an die Tafel gerufen, jedesmal, wenn es um diese Spielrunde geht, dann läuft was falsch. Mit den freigewordenen Abenden kann ich einfach Schöneres anfangen. :-\
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Offline felixs

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #38 am: 14.01.2019 | 18:15 »
Nachdem mein Spielstil jetzt mit ner Tagestour aufm Damenfahrrad (im Vergleich zur Bergabfahrt mitm Carbonbike) verglichen wurde (...)
Wenn ich mich fühle, als würde ich zur unangekündigten Physik-LK an die Tafel gerufen, jedesmal, wenn es um diese Spielrunde geht, dann läuft was falsch.

Autsch. Das ist aber echt nicht nett.
Da würde ich auch flüchten und hätte auch kein schlechtes Gewissen gegenüber irgendjemandem, auch wenn durch mein Gehen was zu Bruch gehen sollte.
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Offline LushWoods

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #39 am: 14.01.2019 | 18:21 »
Schade das es schon so weit is.
Ein paar von meinen Spielern können sich auch nix merken, deswegen mach ich vor jeder Kampagne eine Regelzusammenfassung für alle.
Hilft mir selber auch arg.

Oder man spielt pbtA, da hast du 95% der nötigen Regeln auf deinem Charakterblatt aka Playbook und einem Blatt mit den Moves.
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Offline Der Läuterer

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #40 am: 14.01.2019 | 18:32 »
Ehrlich gesagt mache ich lieber ne Tagestour aufm Damenfahrrad, als ne Bergabfahrt aufm Carbonbike, Huhn.

Zum einen hat man mehr Zeit die Umgebung auf sich wirken zu lassen und zu geniessen.
Zwischendrin mal einkehren auf einen Kaffee oder ein Bierchen. Das ist doch was.
Und zum anderen muss man sich keine Fliegen aus dem Gesicht kratzen, wie beim Downhill.

Such Dir ne andere Truppe, Huhn. Eine, die es gemütlicher angeht und Dich zu schätzen weiss.
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Offline Alexandro

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #41 am: 14.01.2019 | 18:39 »
Sehe ich genauso wie die meisten hier. Besser die Runde verlassen, als sich rumzuquälen.

Und: Lass dir nicht dein Hobby vermiesen, nur weil eine Runde einen anderen Spielstil pflegt, als der welcher dir Spaß macht.

Offline Huhn

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #42 am: 14.01.2019 | 18:57 »
D&D5 bei einem anderen Spielleiter habe ich übrigens problemlos mitgespielt. Es kann also nicht nur an den Regeln liegen (auch wenn die natürlich ein Problem sind und ich mich in der Tat nicht so gern damit behänge und durchaus des Öfteren auch in anderen Runden deswegen Rüffel bekam).

Ich vermute das Problem auch in negativen Anreizen, die hier geschaffen wurden. In der D&D-Runde hat sich der SL gefreut, wenn ich mich gut vorbereitet habe und hat mir dabei geholfen. In der SotDl-Runde hat der SL die Anweisung erteilt, dass alle in der Runde sich vorzubereiten haben, nachdem ich zunehmend überfordert war. Er hat mir in den letzten Wochen alle paar Tage Chatnachrichten geschickt, um zu kontrollieren, ob ich mich auch vorbereite und mir dann, als dem - oh Wunder - nicht so war, unterstellt, ich würde das "vor mir herschieben". Was ich nicht tue - kommende Spielrunden haben nur in meinem Alltag keine allzu hohe Priorität und viele andere Dinge sind halt dringender oder wichtiger und werden daher zuerst erledigt. In der Runde selbst wurde mein Charakter schließlich übergangen, wenn ich die Regeln nicht sofort parat hatte (er begründete das mit dem "Spielfluss" - aber letztendlich wars eine Erziehungsmaßnahme, die mir zeigen sollte, dass ich halt nicht mitspiele, wenn ich mich nicht ausreichend vorbereite). Hat meine Motivation nicht gefördert, denn ich lasse mich ungerne wie ein Kleinkind behandeln, das sein Gemüse essen soll.

Daneben wurden einfach falsche Erwartungshaltungen geschaffen. Ursprünglich hieß es, das System sei kinderleicht und wir bräuchten uns gar nicht viel Arbeit machen, wir sollten nur ansagen, was der Charakter tut und der SL würde das dann in Spielterme übersetzen. Irgendwann hieß es dann, wir sollten unsere eigenen Regeln schon beherrschen. Und beim letzten Mal sollten wir dann in Zukunft auch selbstständig hochleveln, was ungefähr einmal im Monat angedacht war (nachdem wir es vorher immer im Anschluss ans Spiel in der Gruppe getan hatten). Am Ende hieß es jetzt, ich brauche mich auch nicht wundern - das sei schließlich ein d20-System und die seien halt alle hochkompliziert und arbeitsintensiv. Was so ziemlich das Gegenteil von dem ist, was er letzten Herbt erzählt hat. Hätte ich gewusst, was das für ein Stress wird, hätte ich gleich abgesagt.

And diesem beknackten Fahrradvergleich stört mich vor allem, dass ich meinen Spielstil (ich bin halt mehr Storyteller als Regelfurzer) total abgewertet sehe. Wohingegen der SL sich selbst dann doch etwas hoch lobt. Denn von der Story her spielten wir da völlig mittelmäßige Fantasyrunden mit einem Fokus auf Bodenplankämpfen, die dadurch, dass der SL alle Regeln auswendig gelernt hat, auch nicht fantasievoller wurden. Schon ok - aber unter dem Carbonrad unter den Rollenspielrunden stelle ich mir doch was anderes vor.  ::)
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Offline Issi

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #43 am: 14.01.2019 | 18:58 »
Zitat
Und falls es hilft: Ich bin mit Sicherheit nicht die Ausgeburt an Regelfestigkeit in Feenlicht – und ich leite das Ding nicht nur, ich habe es geschrieben! Und beim Schreiben war sicherlich ein Grund, dass ich mir eben nicht alles merken kann, weder die komplette Welt, noch die Spielregeln mit allen Details. Das schlage ich nach.
:d  ;D

So ging es mir auch neulich.
Jmd fragt mich nach einer Regel. -Und ich hab keine Ahnung mehr, obwohl ich es geschrieben habe.
Sch*** doch drauf!
srry

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Das klingt ja nach einer längst überfälligen Entscheidung!
Gratulation! :D

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #44 am: 14.01.2019 | 19:05 »
...
An diesem beknackten Fahrradvergleich stört mich vor allem, dass ich meinen Spielstil (ich bin halt mehr Storyteller als Regelfurzer) total abgewertet sehe. Wohingegen der SL sich selbst dann doch etwas hoch lobt. Denn von der Story her spielten wir da völlig mittelmäßige Fantasyrunden mit einem Fokus auf Bodenplankämpfen, die dadurch, dass der SL alle Regeln auswendig gelernt hat, auch nicht fantasievoller wurden. Schon ok - aber unter dem Carbonrad unter den Rollenspielrunden stelle ich mir doch was anderes vor.  ::)

Was mich in diesem Kontext häufiger mal irritiert: es ist ja vollkommen in Ordnung, wenn man gerne regel- und kampflastig spielt, aber das kann man dann doch einfach klar kommunizieren - muss ja nicht jeder Spaß am Rollen-/Charakterspiel haben.
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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #45 am: 14.01.2019 | 19:22 »
Daneben wurden einfach falsche Erwartungshaltungen geschaffen. Ursprünglich hieß es, das System sei kinderleicht und wir bräuchten uns gar nicht viel Arbeit machen, wir sollten nur ansagen, was der Charakter tut und der SL würde das dann in Spielterme übersetzen. Irgendwann hieß es dann, wir sollten unsere eigenen Regeln schon beherrschen. Und beim letzten Mal sollten wir dann in Zukunft auch selbstständig hochleveln, was ungefähr einmal im Monat angedacht war (nachdem wir es vorher immer im Anschluss ans Spiel in der Gruppe getan hatten). Am Ende hieß es jetzt, ich brauche mich auch nicht wundern - das sei schließlich ein d20-System und die seien halt alle hochkompliziert und arbeitsintensiv. Was so ziemlich das Gegenteil von dem ist, was er letzten Herbt erzählt hat. Hätte ich gewusst, was das für ein Stress wird, hätte ich gleich abgesagt.
Klingt für mich so, als hätte der Spielleiter das System unnötig komplizierter gemacht, als es eigentlich ist. "Der Schatten des Dämonenfürsten" ist zwar nicht total regelleicht, aber auch sicherlich kein Regelbrocken (auch wenn es ein dickes Buch ist).

Gib dem System also ruhig mal ne Chance, wenn du in einer anderen Gruppe die Gelegenheit bekommst.

Offline Luxferre

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #46 am: 15.01.2019 | 06:38 »
In der SotDl-Runde hat der SL die Anweisung erteilt, dass alle in der Runde sich vorzubereiten haben, nachdem ich zunehmend überfordert war. Er hat mir in den letzten Wochen alle paar Tage Chatnachrichten geschickt, um zu kontrollieren, ob ich mich auch vorbereite und mir dann, als dem - oh Wunder - nicht so war, unterstellt, ich würde das "vor mir herschieben".
...
In der Runde selbst wurde mein Charakter schließlich übergangen, wenn ich die Regeln nicht sofort parat hatte (er begründete das mit dem "Spielfluss" - aber letztendlich wars eine Erziehungsmaßnahme, die mir zeigen sollte, dass ich halt nicht mitspiele, wenn ich mich nicht ausreichend vorbereite).

Puh, harter Tobak.

Ich gehe mal davon aus, dass der SL nicht nachgefragt hat, ob er Dich unterstützen kann, oder Ähnliches, sondern seine Nachrichten informativer Kontrollnatur waren?
Dann ist das Verhalten schon fast pathologisch. So etwas nennt man "übergriffig" und ich kann verstehen, dass dies Abwehrhaltungen bei Dir auslöst. Und es ist gut, wenn es das tut. Meide solche Menschen. Komischerweise habe ich in der Rollenspielergemeinschaft einige dieser (Achtung, überspitzte Abwertung - und keine Analyse Deines SL!) Psycho-Kaliber kennengelernt. Loser, die im RL nen Shit gebacken bekommen und ihre Defizite im Rollenspiel ausleben. Endlich mal die Kontrolle haben ... Naja, ich beende das hier mal lieber ;)

Das Übergehen Deines SC wegen Regelunkundigkeit ist für Dich echt scheiße. Aber für die Gruppe (was sagen die anderen Spieelr dazu?) vielleicht der einzige Weg, den Spielfluss aufrecht zu halten. Vielleicht ist das bei denen so. Umso besser, dass Du dann weg bist. Da Dir scheinbar auch die anderen Spieler nicht unter die Arme gegriffen haben, ist es so doch für alle besser  :d
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Offline Rhylthar

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #47 am: 15.01.2019 | 06:48 »
Klingt für mich so, als hätte der Spielleiter das System unnötig komplizierter gemacht, als es eigentlich ist. "Der Schatten des Dämonenfürsten" ist zwar nicht total regelleicht, aber auch sicherlich kein Regelbrocken (auch wenn es ein dickes Buch ist).

Gib dem System als ruhig mal ne Chance, wenn du in einer anderen Gruppe die Gelegenheit bekommst.
This. Denn wenn man D&D 5E ohne Probleme hinbekommt, ist auch SotDL eigentlich nicht das Thema.
“Never allow someone to be your priority while allowing yourself to be their option.” - Mark Twain

"Naja, ich halte eher alle FATE-Befürworter für verkappte Chemtrailer, die aufgrund der Kiesowschen Regierung in den 80er/90er Jahren eine Rollenspielverschwörung an allen Ecken wittern und deswegen versuchen, möglichst viele noch rechtzeitig auf den rechten Weg zu bringen."

Für alle, die Probleme mit meinem Nickname haben, hier eine Kopiervorlage: Rhylthar.

Offline tanolov

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #48 am: 15.01.2019 | 07:58 »
Was mich in diesem Kontext häufiger mal irritiert: es ist ja vollkommen in Ordnung, wenn man gerne regel- und kampflastig spielt, aber das kann man dann doch einfach klar kommunizieren - muss ja nicht jeder Spaß am Rollen-/Charakterspiel haben.

viele spieler und spielleiter tappen absolut im dunkeln wie ihr spielstil von einem durchschnittlichen rollenspieler aufgenommen werden würde. da wird der hack&slay loot driven dungeon crawl mit floorplans und 95% combat encounter als narrative bezeichnet weil man cutscenes hat und der evil sorcerer im letzten raum seinen grandiosen plan in einem monolog offenlegt. teils ist auch das selbstbild verzerrt weil bestimmte erwartungen zu erfüllen versucht werden, man diesen aber überhaupt nicht entspricht. sandbox spiel wird ja oft als be-all-and-end-all der rpg bezeichnet und jeder spielleiter rühmt sich damit eine absolut offene sandbox zu leiten, während im spiel dann jede richtung außer der plotrichtung wahlweise mit unüberwindbarem widerstand oder purer langeweile gestraft wird.

da fehlt es vielen spielern echt komplett an einem koordinatensystem, was sie da eigentlich fabrizieren.

Offline Huhn

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Re: Hilfe, ich kann mir die Regeln nicht merken!
« Antwort #49 am: 15.01.2019 | 08:31 »
Kurz mal zur Ehrenrettung des SL:

Der ist sich seines regellastigen Spielstils schon bewusst und ich wusste in dieser Hinsicht auch, worauf ich mich einlasse. Was er falsch eingeschätzt (oder vermittelt) hat, war die Regellastigkeit des Spielsystems. Da er meinte, SotDl sei ein regelleichtes und erzählfokussiertes Spiel, ging ich genau davon aus. Was am Ende dabei herauskam, war für den Charakter, den ich spielen wollte (Priesternovice) am Ende aber der gleiche Arbeitsaufwand wie für den Paladin, den ich in D&D5 gespielt habe. Und den habe ich spielen können, weil ich seeeehr viel Zeit in Karteikärtchen mit Zaubern und Kampfaktionen und Regelerläuterungen gesteckt habe. Das ging zwar, war mir aber am Ende zu stressig - weswegen ich ja was anderes als D&D spielen wollte! Vermutlich hätte ich mit demselben Aufwand auch diesen Goblinpriester in SotDl problemlos spielen können - ich hatte nur einfach mit erheblich weniger Mühen gerechnet (sonst hätte ich dem SL gleich sagen können, dass ich in der Weihnachtszeit und im Frühjahr (wo sich, das war absehbar, dieses Jahr bei mir die Arbeit türmt) überhaupt nicht die Zeit haben werde, so einen Aufriss zu betreiben. Kommunikationsproblem. Und unterschiedliches Gefühl dessen, was ein "regelleichtes und erzählfokussiertes" Rollenspiel ist. Der Mensch liest halt Regeln und saugt sie auf wie ein Schwamm. Ich eben nicht (was sicher auch an mangelndem Interesse meinerseits an Rollenspielregeln liegt). Das heißt, dass ich auch erheblich mehr Arbeit damit habe, Regeln zu lernen, als er, was er scheinbar in seiner Zeitplanung gar nicht berücksichtigt.

Die anderen Spieler durften mir direkt am Tisch nicht übermäßig helfen, was aber den Hintergrund hat, dass wir einen Mitspieler haben, der dazu neigt, einem seine "Spielhilfe" auzudrücken und dann so nach und nach mein Spiel zu okkupieren.  ;D Das haben wir ihm mühsam abgewöhnt und deswegen sind Spielhilfen ala "Du könntest jetzt DAS machen und das geht so!" bei uns tabu. Das war, auch wenn es jetzt nicht so klingt, auch sehr in meinem Interesse.

Was die Hilfe mit Regelübersichten von Seiten des SL angeht - da gibts leider nicht viel zu helfen. Ich bin kein auditiver Lerntyp. Wenn mir wer so komplexe Dinge wie Regeln erzählt, gehen die zu einem guten Teil zu einem Ohr rein und zum anderen raus. Am besten lerne ich sie tatsächlich, indem ich sie selbst lese und mir Übersichten erstelle und vielleicht den ein oder anderen Probewurf mache (bei Brettspielen die berühmte Proberunde). Insofern läuft es darauf hinaus, dass ich das Regelbuch (oder zumindest die für mich relevanten Abschnitte) halt lesen muss.

Für diese Punkte konnte er also wenig bzw. nichts.

Aber:
Spielfiguren einfach übergehen, solange der/die Spieler_in noch wach am Tisch sitzt, finde ich unmöglich und das war für mich auch der Punkt, an dem ich geistig aus dem Spiel ausgestiegen bin. Ich mache mir die Mühe, durch die halbe Stadt zu fahren und an dieser Runde teilzunehmen, nur um dann den anderen beim Spielen zuschauen zu dürfen und mich zusätzlich zur Tatsache, dass ich mich auch selbst mies fühle, weil ich die Regeln nicht kann, noch vor der ganzen Runde erniedrigen lassen zu dürfen? Als "Strafe", weil der Herr Oberlehrer sauer auf mich ist? Hallo?! Dem Spielfluss, meinen Regelkenntnissen und übrigens auch dem Kampf, in dem meine Figur ja dann fehlte und die anderen dadurch gleich mitabgestraft wurden, hätte es  mehr geholfen, wenn einfach mein Mitspieler mir hätte sagen dürfen, was ich wie tun soll.

Dieses Nachspionieren, ob ich auch meine Hausaufgaben mache, ist unter aller Kanone. War einmal lustig, aber spätestens nach der dritten Nachricht/Anspielung im Gruppenchat, hat es genervt und nicht dafür gesorgt, dass ich mit mehr Freude zum Buch greife.

Und wiederholte große Reden über meine Unzulänglichkeiten verbunden mit dem Eigenlob, wie großartig er selbst hingegen mit Regeln umgehen könne, und das ihm das halt alles zufalle. Blaaaah. Nicht nur ich hatte den Eindruck, dass er mit mir zunehmend sprach, als habe ich eine geistige Behinderung und sei auf leichte Sprache und häufige Wiederholungen angewiesen. Bis hin zu Auf-den-Tisch-Klopfen, wenn ich seiner Meinung nach nicht richtig zuhören würde. Das ging jetzt über Monate und diese Rede mit dem bekloppten Fahrradvergleich war nur ein Beispiel, das dann das Fass zum Überlaufen brachte. Ich hab mühsam lernen müssen, dass ich mich nicht von anderen kleinmachen lassen muss und das ist für mich ein Punkt, wo ich dann lieber gehe.

Es war ein wiederholter Versuch mit einem guten Freund Rollenspiel zu betreiben und ich stelle fest, dass ich das mit ihm einfach lassen muss. Was schade ist, denn außerhalb des Rollenspiels ist er ja ein netter Kerl.
... ich spare ja schon auf ein offizielles One-World-Werewolf-Brusthaar-Toupet