Autor Thema: Wie werden deutsche Kaufabenteuer getestet?  (Gelesen 824 mal)

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Offline Tegres

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Wie werden deutsche Kaufabenteuer getestet?
« am: 22.02.2019 | 16:27 »
Hallo zusammen,

mich interessiert, wie deutsche Kaufabenteuer getestet werden. Ich möchte dabei nur wissen, wie die tatsächliche Situation ist. Die Diskussion darüber, wie ihr euch allgemein Test von Abenteuern wünscht, gehören NICHT hier hin, sondern in dieses Thema. Dieses Thema hier richtet sich also an Autoren und Verlagsmitarbeiter.

Wie werden deutsche Kaufabenteuer getestet?
Testen Autoren eigenständig oder bekommen sie dabei Unterstützung vom Verlag?
Verlangen Verlage Spieltests von Kaufabenteuern?
Wie sehen die Spieltests konkret aus?
Werden explizit Dritte, also andere Personen als die Autoren und Verlagsmitarbeiter, ins Boot geholt?
Werden Einzelszenarien anders getestet als Kampagnen?

Vielen Dank für die Infos im Voraus!

Schöne Grüße
Tegres

Anmerkung: Dasselbe Thema habe ich auch im Pegasus-Cthulhu-Forum gestartet.
Außerdem gibt es auch ein Thema im Pegasus-Cthulhu-Forum dazu, wie Kaufabenteuer tatsächlich getestet werden.
« Letzte Änderung: 22.02.2019 | 17:05 von Tegres »
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Für mich ist Cthulhu eher Ghostbusters meets Akte X in den 1920ern  ;D

Hier nur fast nur noch sonntags unterwegs. PNs lese ich auch an anderen Tagen.

Offline Pyromancer

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Re: Wie werden deutsche Kaufabenteuer getestet?
« Antwort #1 am: 22.02.2019 | 16:43 »
Was ich selbst veröffentliche habe ich idR 2-3 Mal für verschiedenen Gruppen geleitet. Ich leite das "ganz normal", wie alle anderen Abenteuer auch. Während dessen fällt mir dann meistens schon jede Menge auf, Informationen, die fehlen, Dinge, die nicht ganz klar sind, Seitenstränge und NSCs, die die Spieler interessieren, die ich selbst gar nicht auf dem Schirm hatte etc. Und hinterher im lockeren Gespräch mit den Spielern kommen dann nochmal Rückmeldungen. Das alles fließt dann in die Überarbeitung ein.
Da ich selbst verlege gibt's da keine weiteren Personen, die in die Tests involviert sind. Manchmal liest aber hinterher noch jemand drüber ("Lektorat").
Ihr findet mich im Traveller-Kanal: https://www.tanelorn.net/index.php/board,380.0.html

Offline Der Tod

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Re: Wie werden deutsche Kaufabenteuer getestet?
« Antwort #2 am: 22.02.2019 | 17:04 »
Meine Erfahrungen als Autor sind begrenzt, d.h. nicht zwangsläufig übertragbar.

- Abenteuer werden getestet, indem sie von vorne bis hinten durchgespielt werden, so wie es der Kunde ja auch tun würde. Wenn es noch eine akademischere Variante gibt, dann kenne ich sie nicht. Optimistisch geschätzt würde ich sagen, dass ein durchschnittliches Abenteuer 2x vor Veröffentlichung getestet wird (1. Entwurf des Autors, dann Verbesserungen, dann noch ein 2. Test vom Autor oder vom Redakteur, danach nur noch kleinere Verbesserungen).
- Unterstützung vom Verlag gibt es keine, vielleicht mal von schon fertigen Karten oder Charakterbögen abgesehen.
- Verlage verlangen manchmal einen Spieltest (evtl. durch einen Spielbericht belegt), nicht immer. Dazu muss aber gesagt werden, dass ein einigermaßen erfahrener Redakteur schon beim Durchlesen eines Abenteuers merkt, wenn etwas Probleme machen wird.
- Spieltests sehen so aus, dass der Autor (s)eine Gruppe zusammentrommelt und das Abenteuer so gut er kann leitet. Oft wird im Vorfeld auf die Testsituation hingewiesen. Idealerweise wird beim Leten darauf geachtet, dass man sich ans "Skript" hält, und nicht durch Improvisation die Probleme geschickt umschifft (und wenn doch, diese Probleme zumindest direkt notiert). Feedback der Spieler wird natürlich noch stärker eingeholt als sonst.
- Dritte werden wenn nur zufällig dazugeholt. Man spielt mit den Leuten, derer man habhaft werden kann (oft die eigene Hausrunde).
- Zwischen Abenteuern und Kampagnen gibt es meines Wissens nach keinen nennenswerten Unterschied.

Wie gesagt, alles super grob und geschätzt. Tatsächlich sind Rollenspielabenteuer ein sonderbares Medium, weil sie immernoch, egal wie oft getestet, bei irgendwem anders laufen können, zum Guten oder zum Schlechten. Dafür spielen einfach zu viele kreative Köpfe dran mit.