Autor Thema: Dungeon World - kritische Analyse meiner ersten Runde als SL  (Gelesen 4292 mal)

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Offline 10aufmW30

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Re: Dungeon World - kritische Analyse meiner ersten Runde als SL
« Antwort #75 am: 28.10.2019 | 14:33 »
Ich denke mal, das man natürlich die Spieler fragen kann und auch soll. Und Sid meint ja auch nicht, dass man das ständig tut.
Aber ich würde das schon so selten wie möglich halten, um das nicht überzustrapazieren.

Macht es Sinn sich einfach mal eine Art Panik-Liste zu erstellen?
Also das man einfach mal die Spielzüge durchgeht und sich zu jedem Punkt 10 Möglichkeiten aufschreibt, was das bedeuten könnten. Natürlich passen dann nicht immer alles in jedes Setting und jede Situation, aber wenn nur eine oder zwei ungewöhnliche Ideen aufzugreifen sind ist die "Und nun schon wieder?"-Krise abgewendet und man die Geschichte kommt wieder in Fahrt.

Also "Verbrauche Ihre Resourcen" ist ja nun mehr als
- Dein Rationen fallen aus dem Rucksack
- Dein Seil zerreißt
oder
- Dein Schwert bleibt zwischen den Rippen des Gegners hängen.

Oder gibt es sowas schon?

Offline Agaton

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Re: Dungeon World - kritische Analyse meiner ersten Runde als SL
« Antwort #76 am: 28.10.2019 | 15:01 »
Ich habe vor kurzem zum ersten mal the Sprawl geleitet (sehr cool übrigens).
Der allererste Wurf (Auftrag annehmen) wurde versemmelt und ich stand total auf dem schlauch was passieren könnte.

Hab ich den Spielern gesagt und promt kam "Ohh wehh, ist doch klar was passiert..."
War ne super idee und ab da lief es wie geschnitten Brot.

Wen es interessiert: Der Auftraggeber spielt den Runnern ein Video von einem Verbrechen vor. Die Helden sollen einen Täter finden und abliefern.
-> Der Chefredakteur des Reporters bekommt das viedeo zugespielt und als die Runner noch auf dem Weg zum Tatort sind sehen sie auf den Allgegenwärtigen WerbeLCD's: Unser Reporter ermittelt Live vegen des Verbrechens... Mit ausschnitten aus dem Video...

Das war dann ein Schattenlauf im Scheinwerferlicht. Habe ich vorher auch noch nie gemacht  >;D


Spieler: Ups, Kriegsschiffe sind ja richtig gefährlich
GM: Das ist eine wichtige Erkenntnis. Notier sie dir am besten auf etwas dauerhaftem. Ein Stein zum Beispiel. Und schreib deinen Namen dazu.

Offline hassran

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Re: Dungeon World - kritische Analyse meiner ersten Runde als SL
« Antwort #77 am: 28.10.2019 | 15:17 »
Zum Schluß noch eine Frage:
Wenn du deine fünf liebsten Geschichten aufzählst, können sich da die meisten Menschen an die denkwürdigen Fallen oder die denkwürdigen Figuren erinnern?

Die Frage ist insofern schräg, als dass für mich im Rollenspiel wenn dann die Personagen im Vordergrund stehen. Nicht-Spieler Personagen sind für mich nur insofern interessant als dass die Figuren der Spieler mit ihnen interagieren können.
Das heißt, die "denkwürdigen Figuren" sollen die anderen Spieler haben, nicht ich als Spielleitung z.B.

Grüße

Hasran
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Offline Ninkasi

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Re: Dungeon World - kritische Analyse meiner ersten Runde als SL
« Antwort #78 am: 28.10.2019 | 18:06 »
Früher gab es bei uns oft nur die Ergebnisse Ja oder Nein bei Fertigkeitsproben, da war der Job des SLs etwas leichter  / anders.
Wenn ich  nun mehr Auswahl habe mit einem Ja, aber / Nein, und etc. oder PbtA mit seinem -6 / 7-9 /  10+, dann steht dort mehr Arbeit für den SL an. Ich finde es gut, wenn der Vorschlag kommt, diese Arbeit mit den Spielern zu teilen.

Offline 10aufmW30

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Re: Dungeon World - kritische Analyse meiner ersten Runde als SL
« Antwort #79 am: 28.10.2019 | 18:19 »
... dann steht dort mehr Arbeit für den SL an. Ich finde es gut, wenn der Vorschlag kommt, diese Arbeit mit den Spielern zu teilen.

Aber wird nicht auch den Spielern, mehr "Arbeit" abverlangt? Schließlich können sie so wenig wie die SL ohne Fiktion "Nein" anworten kann, einfach ohne Fiktion ein Antwort erlangen, in dem sie sagen: "Ich würfel auf Hauen & Stechen".

Offline Sid

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Re: Dungeon World - kritische Analyse meiner ersten Runde als SL
« Antwort #80 am: 29.10.2019 | 00:38 »
Nicht-Spieler Personagen sind für mich nur insofern interessant als dass die Figuren der Spieler mit ihnen interagieren können.
Das heißt, die "denkwürdigen Figuren" sollen die anderen Spieler haben, nicht ich als Spielleitung z.B.
Grüße

Hasran

Hab ich das richtig verstanden? Du willst keine denkwürdigen Figuren spielen, findest sogar ein SL sollte das nicht tun, sondern nur die Spieler?

Ich bin der festen Überzeugung: Ein mit Leben und Tiefe gefüllte NSC, zB. ein auf die Schwächen der Spieler abzielender Antagonist ist hervorragend geeignet die Spielercharaktere in Szene zu setzen und macht auch verdammt viel Spaß gespielt zu werden. :) Ohne geh ich nicht aus dem Haus. :)
Mann stelle sich Batman ohne den Joker, Sherlock ohne Moriaty oder Luke ohne Darth Vader vor. Selbst bei der Matrix haben die Wachowsky Brüder Agent Smith deshalb erfunden, weil ein böses System immer einen Antagonisten mit Gesicht braucht, weil Mensch so ticken, das sie ein Gesicht, eine Persona brauchen und ihre Gefühle darauf zu projezieren. :) (Der Kommentar ist als Bonus auf der Matrix DVD mit drauf)



Macht es Sinn sich einfach mal eine Art Panik-Liste zu erstellen?

Hab gerade gesucht und es nicht gefunden. Gibt s auf jeden Fall, irgendwo auf Reddit verlinkt. :)


Die Feststellung, dass man ja nix Anderes will als gemeinsam coole Geschichten erleben ist ja erstmal trivial. Daraus aber die Erkenntnis ableiten, dass wir die 90er irgendwie "überwunden" hätten und eine lineare, zwingend besser geeignete Form des Spiels entwickelt haben, halte ich für zu kurz gedacht.

Das ist ganz bestimmt nicht meine Ansicht oder Feststellung. Und wie du das aus folgendem Zitat interpretiert hast, lässt mich an meiner Ausdrucksfähigkeit zweifeln.


Liebe Spielleiter eine Bitte:
Euch fällt nix cooles ein? Ihr seid nicht zufrieden? Fragt doch einfach die anderen Leute am Tisch. Seid Fans. Es ist nicht eure Aufgabe alles zu erzählen und zu begründen, man spielt das Spiel zusammen. Man kann das zusammen rausfinden. Oder verliert ihr etwa euer Gefühl für Dramaturgie und coole Momente sobald ihr den SL Posten abgebt? Die anderen am Tisch auch nicht. :) Die Idee, dass ein SL alles leisten können muss ist so 90er.  :P


Das ist ein Plaidoyer für gemeinsames Geschichtenerzählen. Da steht doch: "Die Idee, dass ein SL alles allein leisten können muss ist so 90er."
Wie interpretierst du denn das oben von dir geschriebene daraus?  :think:


Hier meine Formel:
Falls ... ja, genau, Falls ...
einem SL nichts einfällt und/oder du es gut findest, dann frag deine Mitspieler ...

Das ist ne Option. Kann man machen, muss man nicht. Die schlag ich vor, weil oben oft vom Improvisationsdruck gesprochen wurde.
Das ist eine Bürde, die man nicht allein tragen muss. Ich als SL/Spieler mag die vermeintliche Bürde sogar so gern, dass ich deswegen Rollenspiel spiele, mir coole Dinge auf die Wieso, Weshalb, Warum fragen auszudenken.
Hab ich dabei manchmal Hirnfürze, Yep. (zB: was wichtiges vergessen) Dann red ich drüber. :) Und dann haben andere oft ne Lösung. Das find ich super. :)

Ich kann den Podcast nicht genug empfehlen (english)
https://www.youtube.com/watch?v=OZ9PwrcUzN8&list=PL26DVDSsqVz4EXs1wzaJ67lxTEzu-FCoZ&t=603s

TLTR:
In Dungeon Worlds ist Fragen stellen Teil der Spielmechanik und zwar in alle Richtungen, auch SL an Spieler.

ZB: (Standardmove)
Wissen kundtun
Wenn du dein gesammeltes Wissen über eine Sache heranziehen möchtest,
würfle+IN.
Bei einer 10+ wird der SL dir etwas zu diesem Thema erzählen, das in
deiner Situation interessant und hilfreich ist.
Bei 7–9 sind die Informationen des SL nur interessant – es liegt an dir,
sie hilfreich werden zu lassen.
Der SL kann dich fragen: „Woher weißt du das?“ Antworte sofort
wahrheitsgemäß.


Aus den 20 Dungeon starters:
Why was your grandfather afraid of the faerie?
When did you realize you were lost?
What were the fair folk known for in your village?
What, if anything, do you have that is made of iron?
What did the fae do to you when you fell asleep, drunk, out on the moor?
What has been promised you for finding the child?

"System matters". Für SL die das Erzählrecht ungern teilen, sind PbtA-Spiele, Fate und co. nicht der richtige Werkzeug. :)


(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)


Edit:
Ich bin dann erstmal wieder weg.  Vielen Dank für eure Gedanken!
« Letzte Änderung: 29.10.2019 | 00:44 von Sid »
Ich putz hier nur.
Freunde des Sandmanns

Offline hassran

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Re: Dungeon World - kritische Analyse meiner ersten Runde als SL
« Antwort #81 am: 29.10.2019 | 07:56 »
Hab ich das richtig verstanden? Du willst keine denkwürdigen Figuren spielen, findest sogar ein SL sollte das nicht tun, sondern nur die Spieler?]

Nicht ganz . Zum einen wollte ich betonen, dass Rollenspiel weit mehr ist als nur "denkwürdige Figuren" sein kann und ich eine als Ratschlag getarnte Verabsolutierung ablehne. Zum anderen ist es auch schlicht eine Frage der Zeit. Jede Minute meiner "genialen Darstellung" ist eine Minute, die eine Personage nichts machen konnte. Was nicht heißt, dass es in meinen Spielen keine "tiefen" NSCs gäbe. Aber im Zweifel bereite ich lieber eine spannende Falle als einen Monolog vor. :)

Grüße

Hasran
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Re: Dungeon World - kritische Analyse meiner ersten Runde als SL
« Antwort #82 am: 29.10.2019 | 08:18 »
Edit: Ich bin dann erstmal wieder weg.

Ich hoffe mal du gehst jetzt nicht, ob der tanelornischen Diskussionskultur. Willkommen im dritten Kreis der dantischen Hölle. :D

Hab gerade gesucht und es nicht gefunden. Gibt s auf jeden Fall, irgendwo auf Reddit verlinkt. :)

Ich hab mal etwas rumgesucht. Leider hab ich eine solche Liste noch nicht gefunden, aber dafür sehr viele andere Listen und Ideen. Reddit ist wirklich eine Fundgrube, aber könnte vermutlich auch schnell zu Überinformation führen.
Die Idee des Five-Room-Dungeons finde ich aber ganz gelungen, um sich nicht zu sehr in Abzweigungen, Möglichkeiten und Optionen zu verstricken.

Ich werde mich mal an den Trollstone Caverns von Mark Tygart versuchen. Das scheint gut auf die Struktur zu passen und bedient ausreichend Klischees, um auch für die Spieler eine sichere Umgebung zu schaffen.

Ich kann den Podcast nicht genug empfehlen (english)
https://www.youtube.com/watch?v=OZ9PwrcUzN8&list=PL26DVDSsqVz4EXs1wzaJ67lxTEzu-FCoZ&t=603s

Die Discern Realities Reihe ist wirklich gut und vorallem in sauber verständlichem Englisch. Ich vermute sogar in Teilen eine Blaupause für die DW-Reihe von SM. Leider gibt es den Podcast nicht auf Spotify. Die Beispiele finde ich sehr praktisch, denn bspw. habe ich auch beim Ghul seinen Spielzug gesehen und dachte, nein, das können die doch nicht so gemeint haben. Doch, doch, haben sie. Aber es liegt halt - wie immer - in der Härte oder Weichheit der SL.

Offline Bildpunktlanze

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Re: Dungeon World - kritische Analyse meiner ersten Runde als SL
« Antwort #83 am: 29.10.2019 | 08:23 »
Die Frage ist insofern schräg, als dass für mich im Rollenspiel wenn dann die Personagen im Vordergrund stehen. Nicht-Spieler Personagen sind für mich nur insofern interessant als dass die Figuren der Spieler mit ihnen interagieren können.
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Offline First Orko

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Re: Dungeon World - kritische Analyse meiner ersten Runde als SL
« Antwort #84 am: 29.10.2019 | 08:43 »
Zum anderen ist es auch schlicht eine Frage der Zeit. Jede Minute meiner "genialen Darstellung" ist eine Minute, die eine Personage nichts machen konnte. Was nicht heißt, dass es in meinen Spielen keine "tiefen" NSCs gäbe. Aber im Zweifel bereite ich lieber eine spannende Falle als einen Monolog vor. :)

Was das angeht kann ich das - als Dauermitspieler bei Sid - einmal deutlich entkräften: Es geht nicht um die Darstellung der NSC sonder um ihre Handlungen als Antagonisten! Die Ausarbeitung (Hintergrund, Motivation, Ziele, Stärken, Schwächen - dazu reicht u.U. pro Punkt auch nur ein Wort) dient nur zur Ableitung dessen, was sie tun und wie sie reagieren. Sollte ein Spieler wider Erwarten mit dem "bösen" NSC paktieren wollen habe ich dann als SL etwas in der Hand um darauf reagieren zu können, anstelle - im worst case- einfach nur zu sagen "Öhhm.. das ist im egal, er greift dich jetzt an"

Um nix Anderes geht es hier. Dass die Spielcharaktere im Mittelpunkt stehen steht für unsere Gruppe völlig außer Frage. Und die von Sid erwähnet Art der Ausarbeitung steht auch diametral ggü. der feuchten NSC-Fantasien diverser DSA-Autoren und deren berüchtigter Textkästen  ;D
It's repetitive.
And redundant.

Discord: maniacator#1270
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Offline hassran

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Re: Dungeon World - kritische Analyse meiner ersten Runde als SL
« Antwort #85 am: 29.10.2019 | 08:56 »
Die Dosis macht das Gift. Markante NPCs , die den SC noch lange in Erinnerung bleiben, gehören für mich zum Inventar einer Weltbescheschreibung genauso wie die 0815 Stadtwache

Klar. Sehe ich auch so.

Was das angeht kann ich das - als Dauermitspieler bei Sid - einmal deutlich entkräften

Alles gut und richtig und nichts, das du "entkräften" müsstest, weil ich Sid gar nichts unterstellt hatte, außer eine falsche Dichotomie aufzubauen (Fallen vs NSCs). :)

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