Autor Thema: Elementar-Theorien  (Gelesen 403 mal)

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Offline Bulgador

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Elementar-Theorien
« am: 8.03.2019 | 20:41 »
Ich finde Elemente-Lehren sehr interessant, umsomehr, wenn sie in der Spielwelt "wahr" sind.
Daher wüsste ich gerne, welche Theorien und Modell bezüglich Elementarismus ihr kennt, gleich ob historisch oder fiktiv, selbsterdacht oder aus veröffentlichten Welten.

Ich mache selbst den Anfang:


4-Elemente-Lehre
Europäischer Standard für Jahrtausende, von den alten Griechen.
Alle Stoffe bestehen aus den vier Elementen
  • Erde
  • Feuer
  • Wasser
  • Luft
Die Elemente wurden atomar oder auch teilbar gedacht, in Verbindung mit geometrischen Körpern gebracht, Göttern und Eigenschaften zugeordnet, und fanden Einzug in Alchemie wie Medizin.
Teils wurden sie um ein fünftes, nicht-irdisches Element - die Quintessenz oder Äther - ergänzt.
Peinlicherweis ist mir erst vor kurzem aufgegangen, dass man sie mit den drei Aggregatzuständen (fest, flüssig, gasförmig) und (Wärme-)Energie (Feuer) identifizieren kann.

Für Elementarismus in Fantasy-Rollenspielen scheint mir Erde immer übermächtig zu sein, sofern man hierunter alles vom fruchtbaren Boden über Stein bis zu Metallen und Edelsteinen zählt.


5-Elemente-Lehre
Aus China.
  • Wasser
  • Holz
  • Feuer
  • Erde
  • Metall
Üblich ist eine Anordnung im Kreis:

Dabei gibt es verschiedene Leserichtungen bzw. Abhängigkeiten, die auf Wikipedia erklärt sind:

Nährungs-Zyklus
    Holz lässt Feuer brennen.
    Asche (durch Feuer) reichert die Erde mit Nährstoffen an.
    Erde bringt Erze (Metall) hervor.
    Spurenelemente (Metall) beleben Wasser.
    Wasser nährt Bäume und Pflanzen (Holz).

Schwächungs-Zyklus
    Feuer verbrennt Holz,
    Holz saugt Wasser auf,
    Wasser korrodiert Metall,
    Metall zieht Mineralien aus der Erde, und
    Erde erstickt Feuer.

Kontroll-Zyklus
    Wasser löscht Feuer.
    Feuer schmilzt Metalle.
    Eine Axt (Metall) spaltet Holz.
    Bäume und Pflanzen (Holz) entziehen der Erde Nährstoffe. Wurzeln halten die Erde zusammen.
    Staudämme (Erde) halten Wasser auf. Erde verschmutzt Wasser.

Schädigungs-Zyklus
    Wasser weicht Erde auf (Erosion)
    Erde erstickt Holz,
    Holz macht Metall stumpf,
    Metall nimmt Hitze (Feuer) auf,
    Feuer verdampft Wasser.

Auch hier gab es zahlreiche Übertragungen auf Umwelt (Tiere, Jahreszeiten, Planeten) und Körper/Medizin.

Interessant für Spiele könnten die Schere - Stein - Papier -artigen Abhängigkeiten sein.
Auch gefällt mir, dass Metalle nicht zum Element Erde gehören (s. oben).
Holz könnte Natur-Magie (von Druiden, Elfen, ...), die es oft als eigene Kategorie gibt, in die Elementarmagie integrieren.


6-Elemente (Aventurien, Das Schwarze Auge)
In Aventurien kennt man sechs Elemente, mit entsprechenden Elementarwesen/Dschinnen und Zaubern. Dabei sind jeweils zwei ein Paar von Gegenelementen. Es gibt Spekulationen, Magie (Astralenergie) als siebtes Element zu zählen.
  • Feuer - Wasser
  • Humus - Eis
  • Luft - Erz
Humus ist fruchtbare Erde und steht für Leben und Wachstum. Dem entgegengesetzt ist Eis, das neben Kälte auch Ordnung und Lebensfeindlichkeit bedeutet.
Erz ist fest und beharrlich, und umfasst Stein, Metall und Edelsteine als reinste Form, Luft hingegen ist maximal unbeständig und formlos.
Feuer und Wasser sind selbsterklärend.

Sehr cool fand ich hier immer, dass (soweit ich weiß) nicht einfach eine irdische Vorlage übernommen wurde, sowie die Trennung von lebendem Humus und totem Erz.
Andere Punkte sind für mich jedoch bis heute unintuitiv bis problematisch:
  • Jedes Element ist stark gegen sein Gegenelement. Wasser ist effektiv gegen Feuer - aber auch umgekehrt Feuer effektiv gegen Wasser. Kann das gleichzeitig sein!?
  • Eis als eigenes Element.
    Wie passt das damit zusammen, dass Eis gefrorenes Wasser ist? Ist Wasser Eis mit mehr Wärme (Feuer)? Dann wäre Wasser nicht elementar.
    Ist Eis das Gegenstück zu Feuer (Wärme - Kälte)? Nein, denn dann müssten sie Gegenelemente sein.
    Auch unintuitiv: Eis-Wesen greift man besser mit einem Holz-Schwert (Humus, Gegenelement) an, als sie mit Feuer zu schmelzen.

Ein für mich sinnvoller Zyklus wäre:
Feuer -schmilzt-> Eis -gefriert-> Wasser -löscht-> Feuer.
Nur die verbleibenden drei Elemente bekomme ich leider nicht in ähnlichen Zusammenhang.


Das war mein Beitrag. Jetzt hoffe ich, coole, kreative, inspirierende weitere Modelle kennenzulernen.

Online nobody@home

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Re: Elementar-Theorien
« Antwort #1 am: 8.03.2019 | 20:55 »
Eine Möglichkeit ist natürlich immer das gängige Periodensystem der Elemente, wie wir's auch schon aus der Realität kennen. Das mag auf den ersten Blick wenig fantastisch klingen, hat aber den Vorteil, daß man sich nicht erst umständlich herbeierklären muß, wie sich alle die in der Spielwelt vorkommenden doch recht "altbekannten" Substanzen aus komplett alternativen "Urelementen" herleiten sollen -- die meisten Fantasywelten funktionieren ja sowieso doch nur nach dem Prinzip "genau wie im richtigen Leben auch plus Magie als mehr oder weniger gut sitzendes Extra obendrauf".

Hat auch gelegentlich andere praktische Vorzüge, wie Redcloak hier demonstriert: >;D


Offline 1of3

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Re: Elementar-Theorien
« Antwort #2 am: 8.03.2019 | 21:05 »
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Offline Bulgador

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Re: Elementar-Theorien
« Antwort #3 am: 8.03.2019 | 21:14 »
Eine Möglichkeit ist natürlich immer das gängige Periodensystem der Elemente, wie wir's auch schon aus der Realität kennen. Das mag auf den ersten Blick wenig fantastisch klingen, hat aber den Vorteil, daß man sich nicht erst umständlich herbeierklären muß, wie sich alle die in der Spielwelt vorkommenden doch recht "altbekannten" Substanzen aus komplett alternativen "Urelementen" herleiten sollen

Das schließt sich ja nicht aus.
Es kann ja auch sein, dass die Chemie der irdischen Realität entspricht, aber die Philosophen der Spielwelt dennoch andere, einfachere Theorien haben, die teilweise zutreffend und teilweise falsch sind.

Offline KhornedBeef

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Re: Elementar-Theorien
« Antwort #4 am: 8.03.2019 | 21:33 »
4+1+2, Dresden Files RPG

Das Dresden Files RPG hat die Feuer, Wasser, Luft, Erde und "Spirit" als Standard-Elemente, und Vorschläge für Hellfire und Soulfire, wenn ich mich recht erinnere. Spirit deckt dabei auch reine kinetische Effekte ab, wie Kraftfelder. Hellfire ist die höllisch gute Variante von Feuer, Soulfire macht magische Evokationen"realer", schwerer abzuschütteln (glaube ich). Groß metaphysisch wird das glaube ich nicht erklärt. Müsste nachschauen.
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Offline ArneBab

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Re: Elementar-Theorien
« Antwort #5 am: 8.03.2019 | 21:48 »
Ich hoffe, das folgende geht dir nicht zu weit von den klassischen Elementen weg.

Selbsterdacht: Es geht nur darum, eine Onthologie der Realität zu finden, egal ob Feuer-Wasser-Erde-Luft, Warrior-Maiden-Mother-Crown oder Kahn-Ronaldo-Boateng-Klopp (habe ich grade zusammengegoogled).

Runen: Bewegung, Krieger, Frieden, Selbst, …

Bäume: Eibe, Eiche, Weide, …

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Offline KhornedBeef

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Re: Elementar-Theorien
« Antwort #6 am: 8.03.2019 | 22:34 »
Friede, Freude, Eierkuchen? Bitte elaborieren Sie. .
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Offline Tudor the Traveller

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Re: Elementar-Theorien
« Antwort #7 am: 8.03.2019 | 22:59 »
Harnmaster hat ein sehr cooles 6-Elemente System:

Luft (Lyahvi)
Feuer (Peleahn)
Metall (Jmorvi)
Erde (Fyvria)
Wasser (Odivshe)
Geist (Savorya)

Was ich an dem System cool finde, ist, dass die Elemente für Prinzipien stehen, die über das eigentliche Element hinaus gehen. So steht Odivshe für Dunkelheit, Kälte und Langsamkeit, also die Abwesenheit von Energie, während Peleahn das Gegenteil ist: Energie, Hitze, Bewegung. Während Fyvria für Erde, Natur, Leben und Tod steht, ist das Gegenteil Lyahvi nicht nur Luft, sondern substanzlos, steril, unsichtbar, illusionär, aber auch hell und bunt. Savorya ist Geist, Wissen, Bedeutung, Savorya steht zwischen Lyahvi und Odivshe und ist daher in gewisser Weise auch substanzlos bzw. kühl; Jmorvi ist Körper, Festigkeit, und das Element der Dinge und Gegenstände, als Gegenteil zum Gedanken und der Idee (Savorya); es steht zwischen Fyvria und Peleahn und hat die Körperlichkeit Fyvrias und die "Trockenheit" Peleahns (man denke z.B. an glühendes Metall).
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Offline ArneBab

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Re: Elementar-Theorien
« Antwort #8 am: 8.03.2019 | 23:23 »
Friede, Freude, Eierkuchen? Bitte elaborieren Sie. .
Ein System über die Welt muss diese Welt und alle möglichen Handlungen darin in Teilbereiche aufteilen. Am Besten so, dass jeder Teilbereich etwa gleich groß ist. Welche Teilbereiche das sind, ist dann weniger wichtig, solange sie mit für Menschen greifbarer Bedeutung gefüllt werden.

Es gäbe auch Osten, Westen, Süden, Norden.

Friede, Freude, Eierkuchen wäre allerdings nicht so geeignet, weil Eierkuchen viel zu mächtig wäre :)
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