Autor Thema: [100 Bushels of Rye] Besprechung  (Gelesen 236 mal)

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Offline Luxferre

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[100 Bushels of Rye] Besprechung
« am: 10.04.2019 | 18:30 »
Angefixt durch eine Mail von Boni, habe ich mir das Modul nochmal zur Hand genommen und möchte meinen Eindruck zur Diskussion stellen.

Für mich hat das Modul alles, was ein Abenteuer braucht.
Eine Rahmenhandlung ohne allzufesten zeitlichen Ablauf. Einige lose Fäden, an denen man ein Folgeabenteur anschließen kann. Sehr sachliche, menschliche Konflikte/Gegner und auch Übernatürliches. Dazu Wildnis, eine Mine, eine Höhle, eine Festung. Kampf, Diplomatie und einige schöne Rollenspielszenen. Und einen Zwerg, ein kaputtes Artefakt und einige weiße Flecken für freie SL-Arbeit.

Generell also in bester HârnMaster-Tradition.

Das Abenteuer liefert eine kleine Handvoll an Aufhängern an, was sich wie und warum anbieten würde, die Charaktere in diesen Handlungsfaden zu führen.
Namensgebend ist die Abgabe eines niederen Adeligen, der einige vermeintlich kleinere Probleme in seiner Grafschaft hat. Einige Tote - deshalb aufsässige Bauern/Freileute - einen Mörder/Kreatur.
Da gilt es zu ermitteln, es wird ein großes Dorf beschrieben, so hat der SL auch gleich etwas Futter für emotionaleres Rollenspiel und vielleicht sogar persönliche Einbindung der Charaktere in das Geschehen.
Wenn man das Modul etwas erweitern möchte, gibt es hier einige Möglichkeiten, seine eigenen Ideen, Ablenkungen und falsche Fährten zu platzieren.
Dazu eine tragische Geschichte um einen dezimierten, ehedem verfeindeten Nachbarsstamm ...
Der Ort, an den sich der Mörder zurückgezogen hat grenzt an eine seit 14 Jahrhunderten verlassene Zwergenmine mit einigem schicken Brimborium, was man so braucht, um einen kleinen Crawl zu starten und ein schönes Goodie, welches aber zu weiteren Reisen (und somit Abenteuern) führen wird.

Einmal mit alles zum Mitnehmen bitte. Schön verpackt mit Platz für Eigenes.
Spielzeit: 1-3 Spielabende a 6 Stunden. Wobei das Modul für einen Spielabend schon sehr stark komprimiert sein muss.
5 von 5 Punkten
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Offline Boni

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Re: [100 Bushels of Rye] Besprechung
« Antwort #1 am: 10.04.2019 | 19:02 »
Vielen Dank für die Einschätzung  :d
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Offline Luxferre

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Re: [100 Bushels of Rye] Besprechung
« Antwort #2 am: 10.04.2019 | 19:10 »
Gern. Hast Du konkrete Fragen? Vielleicht Spoilerrelevantes? Dann schreibe ich gern mehr, wollte meine Meinung allerdings vorerst recht allgemein halten ...
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Offline Boni

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Re: [100 Bushels of Rye] Besprechung
« Antwort #3 am: 10.04.2019 | 19:20 »
Mir ging es hauptsächlich um eine Einschätzung, wie lange man braucht. Dann leite ich auf dem Treffen lieber was anderes  ;)
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Offline Tharbad

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Re: [100 Bushels of Rye] Besprechung
« Antwort #4 am: 11.04.2019 | 09:39 »
Für einen Con oder ähnliche kurze Spielabende ist Field of Daisies brauchbar, es gibt eine Handvoll von vorgefertigten Charaktere, man macht eine kurze Reise, es gibt etwas Erforschung und einen Kampf, dazu ein paar Einsteigerregeln. Spieldauer nicht mehr als 3h. Und man bekommt ein gutes Gefühl, wie sich HM anfühlt.

Die Beschreibung des Dorfes Falkath ist gut, die NPCs wie Dorfbewohner sind knapp gehalten. Aber wenn man etwas improvisieren kann, ist es kein Problem.

Was fehlt ist ein wenig die Verknüpfung der Charaktere untereinander und etwas für die jeweilige Motivation.

Und der Listenpreis ist mit 16 US$ nicht wirklich günstig (für das pdf, 57 Seiten), aber manchmal gibt es es als Angebot. https://www.drivethrurpg.com/product/56717/Field-of-Daisies-w-Quickstart-Rules

Es gibt auch Dead Weight, aber das habe ich noch nicht geleitet. Für mehrere Spielabende oder für den Anfang einer Kampagne finde ich On the Edge/Guthe Bridge spannender als 100 Bushels of Rye.
« Letzte Änderung: 11.04.2019 | 09:51 von Tharbad »

Offline Feuersänger

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Re: [100 Bushels of Rye] Besprechung
« Antwort #5 am: 11.04.2019 | 12:47 »
Nicht erschrecken, dass der Feuersänger in einem HM-Thread postet. Aber der Titel klang interessant und das Abenteuer an sich soll ja adaptierbar sein. ^^

Frage dazu: wie sieht es mit Action aus? Von der Beschreibung liest es sich ja nicht besonders kampflastig, was auch okay sein kann, aber würde sich da was anbieten, um ein paar zünftige Kloppereien einzubauen?

Natürlich bezogen auf ein System, in dem man sich nicht vor jedem Kampf in die Hosen scheißen soll.  >;D
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Re: [100 Bushels of Rye] Besprechung
« Antwort #6 am: 11.04.2019 | 13:31 »
Nicht erschrecken, dass der Feuersänger in einem HM-Thread postet. Aber der Titel klang interessant und das Abenteuer an sich soll ja adaptierbar sein. ^^
Frage dazu: wie sieht es mit Action aus? Von der Beschreibung liest es sich ja nicht besonders kampflastig, was auch okay sein kann, aber würde sich da was anbieten, um ein paar zünftige Kloppereien einzubauen?
Natürlich bezogen auf ein System, in dem man sich nicht vor jedem Kampf in die Hosen scheißen soll.  >;D

Ich denke, dass sich 100BoR nicht für eine klassische D&D-Adaption anbietet. Es ist tatsächlich zu wenig Action. Vermutlich zwei Kämpfe, einer davon gegen eine Gruppe und ein kritischer Kampf gegen ein sehr mächtiges Wesen (trollähnlich). Und hier sollte man sich in die Hose scheißen und den Kampf gegen die Gruppe von Leuten versuchen diplomatisch zu lösen.
Den Kampf gegen den mächtigen Einzelgegner schafft man hingegen nur mit ordentlicher Planung und nicht im Sinne von D&D: Buff-reinda-raufda!

Ausbauen lässt sich das Modul hingegen einfach: die Gruppe (dezimierter Clan) ist größer und versprengt, plant vielleicht sogar gerade einen Rachefeldzug. Der Einzelgegner ist vielleicht eine Trollfamilie. Und in der vierzehnhundert Jahre lang verlassenen Zwergenmine (mit Wasserbasin) haben sich Blobs, Gallerte und ein untoter Zwergenschmied eingenistet. Das magische Schwert kann man entsprechend D&Dmäßig aufpowern.
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Offline Feuersänger

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Re: [100 Bushels of Rye] Besprechung
« Antwort #7 am: 11.04.2019 | 14:44 »
Okay, danke für deine Einschätzung. ^^

Ein richtig furchterregendes, gefährliches Monster, dass sich nur durch CAW-Taktiken besiegen lässt, ist aber schon auch ganz cool.

Prinzipiell frage ich überhaupt danach, weil mir für einen Kampagneneinstieg in ein Homebrew-Setting ein etwas ähnliches Szenario vorschwebt: die SCs sollen die Eskorte eines Quästors sein, der seinen jährlichen Trip durch die nördlichen Grenzlande macht, um Steuern festzulegen und Konflikte zu lösen. Klar soll bei mir die Action nicht zu kurz kommen, aber in erster Linie wäre die Absicht, den Spielern ein Gefühl für das Setting zu vermitteln.
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Re: [100 Bushels of Rye] Besprechung
« Antwort #8 am: 12.04.2019 | 06:45 »
Wenn Dir das gruppengerechte Aufbohren einer Rahmenhandlung Spaß macht (bei mir ist das so) und Du nicht AAW (Adventure As Written) spielen muss (wovon ich ausgehe), dann ist 100BoR ein gutes Grundgerüst, um auch in highmagic Settings brauchbar zu werden.

Ideen in Kurzform:
- in dem 800 Seelendorf könnte man noch einen geflüchteten Schwarzmagier/Sträfling/Agitator einbauen, der notfalls Geiseln nimmt und die Geschichte hässlich werden lässt, inklusive Befreiungsaktion und Häuserkampf ...
- die wilden Nachbarn sind ein ehedem friedlich lebender Halbork-Clan (oder dreckige Waldelfen, oder oder), der demletzt angegriffen und dezimiert wurde. Jetzt sinnen die restlichen Überlebenden auf Rache
- der "Troll" ist eine Trollfamilie, vielleicht hat die Matrone sogar einige Witch-Level
- in der Zwergenmine haben sich langlebige Wesen eingenistet, die mit wenig Nahrung Jahrhunderte überleben können: Blobs, Gallerte und Untote. Der letzte Bewohner, ein Zwergen-Artefaktschmied, ist jetzt ein höherer Untoter, der mächtig besch*** Laune hat ... und Hunger.
- das eigentliche Artefaktschwert ist zerbrochen und muss reforged werden -> Abenteueraufhänger für eine anschließende Reise in das Zwergengrenzland ... gibt es doch bestimmt, oder?
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