Autor Thema: Rollenspieler auf der Plot-Flucht  (Gelesen 4852 mal)

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eldaen

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Re: Rollenspieler auf der Plot-Flucht
« Antwort #150 am: 16.05.2019 | 13:19 »
Ich bin halt der Überzeugung, dass vorgefertigter Plot seitens der SL dazu führt, dass die Spieler zumindest weniger - je nach SL gar nicht - in das Spiel eingebunden sind. Das ist ein dem "Erzählonkeln" innewohnendes Problem, dem man m. E. zwar nicht mit "ein anderes Spiel spielen" begegnen sollte, wohl aber mit "spielt das Spiel anders".

Ich halte es für einen Trugschluss, dass vorgedachter Plot das Erzählonkeln mehr begünstigt als andere Spielweisen. Ich habe auch in Fate schon Spielleiter erlebt, die ganz über erzählgeonkelt haben - nur eben halt, weil sie sich so freuten, ihre Version zu improvisieren und kund zu tun...

Bislang habe ich nur "klingt logisch, dass eine Tendenz besteht, vorgedachten Plot auch (gegen den Willen/ohne Beteiligung der Spieler) durchzuziehen" gehört, aber keinerlei stichhaltige Belege.

Offline Evil Batwolf

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Re: Rollenspieler auf der Plot-Flucht
« Antwort #151 am: 16.05.2019 | 13:22 »

Bislang habe ich nur "klingt logisch, dass eine Tendenz besteht, vorgedachten Plot auch (gegen den Willen/ohne Beteiligung der Spieler) durchzuziehen" gehört, aber keinerlei stichhaltige Belege.

Was soll ich jetzt tun? Eine Volksbefragung durchführen?  ~;D

Ich hab halt ein paar persönliche Erfahrungen gemacht, und die gebe ich hier zum besten. Kann man interessant finden, oder eben auch nicht. Vielleicht hilft's dem einen oder der anderen, die Vorgehensweise zu überdenken. Und für die, bei denen das "Storytellern" reibungslos funktioniert, gibt es sowieso keinen Anlass, irgendetwas auf mein Gewäsch zu geben  :).


Offline Teylen

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Re: Rollenspieler auf der Plot-Flucht
« Antwort #152 am: 16.05.2019 | 13:26 »
Ich bin halt der Überzeugung, dass vorgefertigter Plot seitens der SL dazu führt, dass die Spieler zumindest weniger - je nach SL gar nicht - in das Spiel eingebunden sind.
Ich versuche beim Spielleiten maximal auf die Spieler einzugehen, sie können dennoch wenn sie wollen effektiv vor meinem Plot weglaufen.

Das heißt, ich habe für Conventions ein Szenario bei dem es im Kern darum geht sich um eine gefangengenommene Person zu kümmern. Die Hälfte der vorgefertigten Charaktere hat eine explizite Verbindung zu der Person (was als kleine Überraschung gemeint ist, weshalb sie es nicht ganz direkt erfahren).
Die Person ist aus bestimmten Gründen gefangengenommen und die NSCs haben ein darauf aufbauendes Interesse die Person wieder zu kriegen bzw. mehr über die Person zu erfahren.

Jetzt können die Spieler theoretisch durchaus hingehen und sagen:
"Die Gerüchte um die Gefangennahme sind uns egal." sowie in Erweiterung "Der NSC der uns bittet sich dem zu widmen kann uns den Buckel runter rutschten/railroadet ja nur". Wobei gerade letzteres auch in dem Podcast adressiert wurde.

In dem Fall wären sie, trotz der Verwendung einer R-Map in Bezug auf SCs und NSCs erfolgreich vor dem Plot (kümmert euch um den Gefangenen) geflüchtet.

Ohne das ich vorgebe wie sich die SCs um das Problem kümmern.
Hatte da von politisches Billiardspiel über 5 Banden, Shadowrun mit Fängen bis zu Leroy Jankins alles.
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Offline Evil Batwolf

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Re: Rollenspieler auf der Plot-Flucht
« Antwort #153 am: 16.05.2019 | 13:33 »
O.k., bei Conventions kannst Du vermutlich viele Sachen nicht machen, die in "normalen" Runden funktionieren.

Und Plotflucht als Sport, gegen jede Charakterkonzeption, ist m. E. genauso daneben wie railroadende und plot-forcierende SL.

Soweit sind wir uns wahrscheinlich einig  8).

Ist auch nix Dogmatisches, ich hab jahrelang selbst mit von mir selbst vorgefertigten Plots geleitet. Und selbst auch in solchen Runden gespielt. Und festgestellt, das vieles leichter von der Hand geht, wenn ich das nicht mache. Den Gedanken kann man aufnehmen oder es lassen. That's all.
« Letzte Änderung: 16.05.2019 | 13:35 von Evil Batwolf »

Offline Issi

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Re: Rollenspieler auf der Plot-Flucht
« Antwort #154 am: 16.05.2019 | 13:35 »
Ich halte es für einen Trugschluss, dass vorgedachter Plot das Erzählonkeln mehr begünstigt als andere Spielweisen. Ich habe auch in Fate schon Spielleiter erlebt, die ganz über erzählgeonkelt haben - nur eben halt, weil sie sich so freuten, ihre Version zu improvisieren und kund zu tun...

Denke ist auch eine Frage der Einstellung.
(Nur um das vorweg zu nehmen: Ja der SL soll und darf auch Spaß haben)

Leite ich einen Plot für die Spieler?
Oder leite ich den Plot in erster Linie für mich selbst (obwohl ich annehme, ich tue das ja für die Spieler)?

Ein guter SL sollte auch Spaß daran haben Dienstleister für die Spieler zu sein.
SL die das rein für die Ego Bestätigung machen,  sind zumindest mEn. nicht wirklich gut. Spielern fällt das irgendwann auf, auch wenn es noch so gut kaschiert wird.

Offline KhornedBeef

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Re: Rollenspieler auf der Plot-Flucht
« Antwort #155 am: 16.05.2019 | 13:44 »
Gute Fragestellung: ich leite in erster Linie für die Spieler, und da kommt auch der meiste Selbstanspruch her, aber um was es so grob geht geht auf meine subjektive Meinung zu coolen Sachen zurück.
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eldaen

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Re: Rollenspieler auf der Plot-Flucht
« Antwort #156 am: 16.05.2019 | 13:51 »
Was soll ich jetzt tun? Eine Volksbefragung durchführen?  ~;D

Ich hab halt ein paar persönliche Erfahrungen gemacht, und die gebe ich hier zum besten. Kann man interessant finden, oder eben auch nicht. Vielleicht hilft's dem einen oder der anderen, die Vorgehensweise zu überdenken. Und für die, bei denen das "Storytellern" reibungslos funktioniert, gibt es sowieso keinen Anlass, irgendetwas auf mein Gewäsch zu geben  :).



Das war nicht auf dich persönlich bezogen - tut mir leid, wenn das so rüber kam. Ist ja so der generelle Tenor - und da bin ich mir nicht sicher, ob der so große Gültigkeit hat.