Autor Thema: [HeroQuest Glorantha] Die elf Lichter  (Gelesen 1726 mal)

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Offline Chiarina

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1618, Abenteuer 5: Frieden weben (Sitzung 13)
« Antwort #25 am: 11.06.2020 | 23:35 »


Es ist der Feuertag der Fruchtbarkeitswoche in der Feuerzeit 1618. Zwei Tage später bricht die insgesamt elfköpfige Gruppe in Richtung der Smaragdschwerter auf. Vor ihrer Abreise tritt Kangharl Schwarzstirn auf Jhorn zu. Er erzählt ihm von seinem Schmerz, der Schmerz aufgrund des Verlustes seiner Frau Yerestia beim Massaker von Tormakts Farm vor drei Jahren. „Mein Herz ist zerbrochen. Gold und Rinder können mein Leid nicht lindern, mit bleibt nur die Blutrache gegen die Smaragdschwerter. Zu lange schon haben die Dinacoli unsere Brüder und Schwestern ermordet. Wir können ihnen kein Friedensangebot unterbreiten!“ Jhorn blickt den Mann ernst an und äußert sein Verständnis. Er sagt Kangharl aber auch, dass er auf einer Friedensmission schlecht das Gastrecht missbrauchen könne. Kangharl erwidert daraufhin, dass er das auch gar nicht erwarte. Es gehe aber ja um Friedensverhandlungen, deren Zustandekommen alles andere als sicher ist. Jeder einzelne in der Gesandtschaft des Clans der roten Kuh hat die Möglichkeit zu verhindern, dass es zu einem Frieden kommt. Ich werde für ein solches Geschenk in dessen Schuld stehen.“ Jhorn nimmt Kangharl bei den Schultern, wendet sich dann aber wortlos ab und geht davon.

Mersyn bemerkt bei ihrem Aufbruch, dass es auch zwischen Darna Mantel und Salissa Dreigatten Spannungen gibt. Sie sieht, wie Darna Salissa energisch am Arm festhält und scharfe Worte zwischen den beiden gewechselt werden. Um was es dabei genau geht, bekommt aber niemand zu Ohren.

Endlich geht es los. Die Gesandtschaft überquert bei Hasardfurt den Bach und folgt ihm dann nach Norden in Richtung des Arokasees. An der Spitze der Gruppe reitet Kernalda Umgekehrt und bläst immer wieder in ihr Horn um die Smaragdschwerter von ihrer Gegenwart und ihren friedlichen Absichten zu informieren. Diesmal umgehen die Reisenden das Dorf Bachwende. Ein paar Meilen danach werden aber trotzdem Reiter am Horizont sichtbar, die auf die Gruppe vom Clan der roten Kuh zusteuert. Schließlich wird deutlich, dass es sich um eine Patrouille handelt: 6 Krieger der Smaragdschwerter, angeführt von Rostakus Doppelbandit. Die Männer sind gut ausgerüstet und kampfbereit. Sie tragen Bronzerüstungen, Helme und schwere Schilde. Neben den üblichen Speeren haben sie auch Schwerter dabei.

Kaum sind die Smaragdschwerter in Rufreichweite, beginnt Rostakus bereits damit, seinen Aggressionen freien Lauf zu lassen. Er zieht die Gesandten vom Clan der roten Kuh auf und fragt, ob sie sich inzwischen die Hörner abgestoßen hätten, weil sie offenkundig zu einer Friedensmission hier angekommen sind. Auf das Schweigen der Gesandten hin verkündet er für ein Duell zur Verfügung zu stehen, wenn auch nur einer der Krieger vom Clan der roten Kuh Mumm in seinen Adern hätte. Einen Momet lang reagieren Barmast, Mroakhar und Jhorn unsicher. Salissa Dreigatten zischt ihnen von hinten zu: „Wollt ihr euch einfach so untätig in die Hände unserer Feinde begeben? Das sind Männer, die dem Clan der roten Kuh viel Leid angetan haben! Wenn ihr euch von diesem Spross Dinacol Hartherrs einschüchtern lasst, entehrt ihr die Ahnen und bringt Schande über den gesamten Stamm der Cinsina! Ihr müsst uns aus unserer Opferrolle herausführen!“ Die Freunde verharren unschlüssig, aber da tritt Griselda Graulocken auf die Patrouille der Smaragdschwerter zu und sagt: „Wir sind hier um Frieden zu weben, nicht um das Blutvergießen fortzusetzen. Es gibt immer einen anderen Weg.“ Rostakus setzt seinen Spott fort und behauptet, der Clan der roten Kuh scheine sich neuerdings unter den Röcken ihrer Frauen zu verstecken. Dann erkennt er unter den Gesandten Mirani, die ja aus seinem Clan stammt. Er spricht: „Ich bin erstaunt dieses Weib hier zu sehen. Der Häuptling hat verkündet, dass sie durch ihre Hurerei die Erinnerung an die Ahnen verhöhnt hat. Sie soll zu ihrem Hund vom Clan der roten Kuh zurückkehren! Bei uns hat sie nichts weiter zu erwarten, als einen geschorenen Schädel.“

Den Freunden ist nicht wohl in ihrer Haut, aber sie bezähmen ihre Wut. So bleibt Rostakus und seinen Männern nichts anderes übrig, als die Fremden nach Blaudrache, der Siedlung ihres Häuptlings, zu geleiten.

Etwas später gelangen die Reiter an ein kleines Wäldchen. Der Bach ist nicht weit. Durch die Bäume sind Rufe und Schreie zu hören. Die Reisenden schauen sich fragend an, da treibt auch schon Rostakus seine Männer zur Eile an. Er will sehen, was sich jenseits des Waldes ereignet. Wieder zögern die Männer und Frauen vom Clan der roten Kuh, etwas später aber fordert Kernalda Umgekehrt Jhorn, Broakhar und Mersyn auf, sich ebenfalls in Richtung der Geräusche zu bewegen. Kernalda selbst hält sich währenddessen mit Barmast und Orldes zusammen an der Seite Griseldas, Salissas und Darnas, die nervös in die Richtung der Geräusche schauen und Ärger befürchten.

Wenig später reiten Jhorn, Broakhar und Mersyn um das Wäldchen herum und erblicken das Ufer des Baches. Vier Männer und Frauen kämpfen dort gegen einen Flussdrachen. Die Kreatur ist ein fast sieben Meter langes Monster, hat einen ihrer Gegner im Maul und schleudert ihn hin und her. Die anderen setzen ihr mit ihren Speeren zu und versuchen sie dazu zu bringen, ihren Kameraden wieder frei zu geben, bevor sie sich in den Fluss zurückzieht. Rostakus Doppelbandit und die sechs Krieger der Smaragdschwerter eilen herbei, um sich an dem Kampf gegen den Flussdrachen zu beteiligen. Etwas später schließen sich auch Jhorn, Broakhar und Mersyn dem Kampfgeschehen an.

Broakhar lenkt mit seinem glänzenden Schild die Strahlen der Sonne in Richtung des Gegners und irritiert ihn. Jhorn und Mersyn nutzen die Gelegenheit, um ihm mit ihren Speeren zuzusetzen. Auch die anderen Mitstreiter sind nicht untätig, sodass sich das Untier schon bald überwinden lässt.  Es gibt den in seinen Fängen befindlichen Krieger frei und zieht sich in die Tiefen des Flusses zurück.

Nach der Auseinandersetzung stehen sich die unterschiedlichen Parteien gegenüber. Dabei fällt Rostakus Doppelbandit auf, wer ihm und seinen Kriegern da in die Arme gelaufen ist. Er identifiziert die vier Kriegerinnen und Krieger vom Flussufer als Mitglieder von Mikis Schlammhühnern, einer berüchtigten Rebellengruppe, die unter der Leitung Orstalor Speerherrs aus dem Verborgenen heraus den Widerstandskampf gegen die lunaren Besatzer des Landes führen. Im Gegensatz zu ihnen haben sich die Smaragdschwerter weitgehend mit ihren imperialen Oberherren arrangiert. Rostakus reagiert daher energisch und befiehlt seinen Männern, die Rebellen zu fesseln und nach Blaudrache mitzunehmen. Häuptling Duruvan der Fette soll entscheiden, was mit ihnen geschieht. Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist anzunehmen, dass er sie den Soldaten des lunaren Imperiums ausliefern wird. Dann droht den Rebellen der Tod.

Mersyn erkennt einen der Rebellen als ehemaliges Mitglied des Clans der roten Kuh und muss sich auf die Lippen beißen, um sich nicht zu verraten. Einer der Gefangenen ist Eotip, der schon ein Jahr nicht mehr im Fort wohnt, sondern sich in den Untergrund begeben hat. Es fällt Mersyn nicht leicht, untätig mit anzusehen, wie er von Rostakus als Gefangener nach Blaudrache gebracht wird. Sie und Orldes versuchen mit den Gefangenen ins Gespräch zu kommen, was aber nicht funktioniert. Rostakus passt auf wie ein Aluchs und lässt die Gefangenen keinen Moment aus den Augen. Immer wieder werfen sich die Freunde fragende Blicke zu, denn die Situation bietet möglicherweise auch Potential für ein ganz anderes Vorgehen. Wenn die Freunde gemeinsam mit den Widerstandskämpfern Orstalors jetzt Rostakus´ kleine Patrouille angriffen, wären die Smaragdschwerter in der Unterzahl und die Rebellen könnten wahrscheinlich gerettet werden. Natürlich wäre die Friedensmission dann mehr oder weniger gescheitert. Rostakus scheint sich im Moment allein darauf zu verlassen, dass Griseldas Wunsch, mit den Frauen der Smaragdschwerter Frieden weben zu wollen, ausreicht, ihre Leute zur Zurückhaltung zu bewegen. Nach einem Angriff wäre die Friedensmission wohl auch tatsächlich gescheitert. Mersyn und Orldes, aber auch Kernalda Umgekehrt knirschen daher mit den Zähnen, versuchen einen unbeteiligten Eindruck zu machen und warten auf eine wie auch immer geartete Gelegenheit zur Handlung. Nur Kullina die Fette kann nicht völlig auf einen Kommentar verzichten. Am Ende der Reisegruppe schimpft sie leise darüber, in was für unmögliche Situationen die Beschwichtigungspolitik von Häuptling Broddi den Clan der roten Kuh bringt. Ein eisiger Blick von Griselda Graulocken bringt sie aber schnell zum Schweigen.

Schließlich kommt Blaudrache, die wichtigste Siedlung der Smaragdschwerter, in Sicht. Das Dorf liegt am Bach, in den in der Nähe einige Wasserläufe vom Arokasee münden. Der Ort macht einen idyllischen und friedlichen Eindruck und ist von endlosen Gerstenfeldern umgeben. Schon von weitem ist die gut 25 Meter lange Halle des Häuptlings der Smaragdschwerter sichtbar. Ihr Dach aus Bronzezinn kündet vom Reichtum der Dinacoli. Im Dorf stellt sich aber ein anderer Eindruck ein. Es wird offensichtlich, wie sehr die Abordnung vom Clan der roten Kuh verachtet wird. Die Bewohner halten in ihren Tätigkeiten inne um der Gruppe auf ihrem Weg durch das Dorf zur Halle des Häuptlings hinterher zu starren. Mütter rufen ihre Kinder herbei, die Aluchse zischen, die Männer spucken aus und machen Gesten, die sie vor dem Bösen bewahren sollen. Ein junger Mann ruft der Gesandtschaft zu: „Ich bin Jarlar, der Sohn von Garath. Hört ihr mich, ihr Leute vom Clan der roten Kuh? Ihr habt meinen Vater umgebracht! Diese Schuld kann kein Wergeld tilgen! Ich werde mich blutig an euch rächen!“

Wenig später stehen die Frauen und Männer vom Clan der roten Kuh in der Halle Duruvans des Fetten. In dem ruhigen und sauberen Raum ist von dem kreischenden Mob draußen vor der Tür wenig zu bemerken. Duruvan ist höflich, heißt seine Gäste willkommen und schützt sie vor einem Großteil der Galle, mit der sein Clan die Gäste wollen. Er hört sich an, warum sie gekommen sind, und erwidert, dass er sich einem Frieden nicht entgegenstellen wird, wenn die Frauen eine Lösung finden sollten. Nach kurzer Überlegung schickt er nach ein paar Frauen seines Stammes und stellt den Gesandten die Priesterinnen des Rates der Smaragdschwerter vor: Kallesra Morgensicht, Tamara Kleinmaus und Olinara Rabenhaupt. Die Anwesenden nehmen zusammen eine Abendmahlzeit ein. Danach wünscht Häuptling Duruvan der Fette den Frauen beider Clans von ganzem Herzen Erfolg bei ihren morgigen Verhandlungen.

Während des abendlichen Zusammenseins begrüßt Broakhar Kallesra Morgensicht. Er kennt die Frau nicht persönlich, weiß aber, dass sie sich insgeheim mit seiner eigenen Frau Ustarna Tatenreich trifft, da sich die beiden Frauen gegenseitig in der Heilkunst unterrichten. Als Broakhar sich Kallesra als Ustarnas Mann vorstellt, beginnt Kallesra zu lächeln, und flüstert ihm zu, dass der Clan der roten Kuh offenbar die richtigen Botschafter ausgesandt hat.

Auf dem Boden von Duruvans Halle bereiten sich die Gäste der Smaragdschwerter Schlaflager. An der Seite des Raumes lagern auch die Gefangenen, von zwei Wachen beaufsichtigt. Mersyn nimmt beim Anblick der freundlich scheinenden Kallesra ihren Mut zusammen und macht sie auf den Rebellen aufmerksam, der in den Fängen des Flussdrachen schwere Verletzungen erlitten hat. Mersyn bittet Kallesra darum, dem Mann mit ihrer Heilkunst zu helfen. Kallesra aber schaut sie ernst an und erwidert: „Du weißt, dass er als Rebellen sein Leben verwirkt hat!“ Mersyn aber bittet sie darum, sich seine Wunden trotzdem anzuschauen. Der Mann müsse ja nicht unbedingt länger leiden, als es notwendig sei! Kallesra tut ihr den Gefallen. Während sie sich um den Verwundeten kümmert, gelingt es Mersyn, wenigstens einige wenige Worte an den Eotip, den Rebellen aus dem Clan der roten Kuh, zu richten. Als er antworten will, bekommt er einen Stoß von einer der Wachen in die Rippen. Er kann Mersyn nur auf die Schnelle drei Worte zuflüstern: „Am stillen See!“

Mersyn legt sich zum Schlafen nieder und erzählt leise Orldes von dieser Information. Zu ihrer Überraschung weiß Orldes vom Schmied der Smaragdschwerter, dessen Werkstatt von einigen der Rebellen als eine Art toter Briefkasten genutzt wird. Mersyn und Orldes überlegen, ob sie die Information Eotips irgendwie zur Rettung der Rebellen nutzen können. Gern würden sie ihren Anführer Orstalor Speerherr darüber informieren, dass seine Männer Gefangene in Blaudrache sind und der nächsten Patrouille des lunaren Imperiums als Gesetzesbrecher übergeben werden sollen. Sie wissen nur nicht genau,  wie sie das anstellen sollen. Orldes beschreibt einen Zettel, der eventuell beim Schmied vorbeikommenden Rebellen übergeben werden soll. Es ist allerdings nicht zu erwarten, dass die Rebellen lesen können. Daher malt er – quasi als Adresse – einen See und einen geschlossenen Mund auf einen gefalteten Umschlag. Auf den innen befindlichen Zettel malt er einen blauen Drachen. Ob der Wink verstanden wird?

Es ist der Wildtag der Fruchtbarkeitswoche in der Feuerzeit 1618. Am nächsten Morgen ziehen sich die Frauen für ihre Friedensverhandlungen ins Webhaus zurück. Zu Mersyns Überraschung fragt Darna Mantel, ob sie nicht mitkommen möchte. Mersyn will wissen, was sich Darna davon verspricht. Darna erzählt ihr, dass sie Mersyn für eine Frau hält, die aufgrund ihrer Unvoreingenommenheit bei den anstehenden Verhandlungen nützlich sein kann. Etwas zögerlich willigt Mersyn ein. Darna Mantel informiert die anderen Frauen über Mersyns Teilnahme an den Verhandlungen. Die übrigen Frauen sind etwas überrascht, zucken aber mit den Schultern und scheinen keine Einwände zu haben.

Die Männer brechen derweil zum Arokasee auf. Duruvan der Fette veranstaltet zu Ehren seiner Gäste ein paar freundschaftliche Wettkämpfe. Es findet ein Wettrennen zum See, ein Wettschwimmen im See, ein Galopp ins Dorf zurück und einige Vergnügungen mehr statt. Die Männer vom Clan der roten Kuh erringen einige Achtungserfolge, ganz besonders tut sich Jhorn bei einem am Seeufer veranstalteten Wettschießen mit dem Bogen hervor, bei dem er ein paar Münzen gewinnt. Rostakus hält sich den Tag über mit seinen Feindseligkeiten etwas zurück. Bei der Rückkehr ins Dorf drückt Orldes dem Schmied seinen Brief in die Hand. Wann die nächsten Rebellen vorbeikommen weiß der Schmied aber auch nicht.

Was sich während dieses Tages im Webhaus ereignet hat, wird die nächste Sitzung zeigen.

-

Meine Spieler sind vorsichtig. Ihre Bemühungen um die Rettung der Rebellen waren in meinen Augen recht zögerlich. Ich muss darüber nachdenken, was das für Folgen haben kann. Beim nächsten Mal werde ich ihnen aber auf jeden Fall noch etwas Dampf machen, indem ich Korlmhyor den Flinken in Blaudrache auftauchen lasse. Broakhar hat geschworen, dass er sich an diesem Krieger der Smaragdschwerter rächen will. Mal sehen, ob er das auch auf einer Friedenmission tut. Vielleicht kommt es dann auch mal zu einem Duell.

Trotz vorsichtigem Vorgehen verlief das Abenteuer aber durchaus spannungsvoll. Diese Mission für einen Frieden, den die wenigsten wirklich wollen, ist jedenfalls ganz gut angekommen. Meine Leute haben begriffen, dass es durchaus Kräfte in ihrer eigenen Gesandtschaft gibt, die dem Frieden hinderlich sein könnten. Sie haben auch begriffen, dass der Erfolg der Mission auf Messers Schneide steht. Jhorn selbst würde lieber angreifen, weil er sich aber zu der Mission bereit erklärt hat, unterdrückt er bisher seine Rachegelüste. Die anderen Spielerfiguren sind etwas friedliebender.

Beim nächsten Mal wissen wir, was bei den Verhandlungen herausgekommen ist. Ich bin gespannt.
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1618, Abenteuer 5: Frieden weben (Sitzung 14)
« Antwort #26 am: 28.06.2020 | 18:51 »


Während sich die Männer vom Clan der roten Kuh und der Smaragdschwerter sich am Arokasee mit harmlosen Wettspielen die Zeit vertreiben, ziehen sich die Frauen ins Webhaus zurück, um zusammen einen „anderen Weg“ zu finden, der die Gewalt zwischen den Clans beendet. Während die Frauen Platz nehmen richtet Darna Mantel das Wort an die anderen Frauen aus dem Clan der roten Kuh und schlägt vor, dass Mersyn die Führung der Verhandlung übernimmt. Salissa Dreigantten nickt Mersyn aufmunternd zu, Griselda Graulocken, der diese Aufgabe von Broddi Sippenstark übertragen wurde, und Kullina die Fette zeigen sich aber überrascht. Zögerlich fragt Griselda: „Was soll das, Darna? Warum machst du diesen Vorschlag?“ Darna Mantel behauptet daraufhin: „Mersyn ist eine unvoreingenommene Frau, die noch nicht so tief in den Zyklus von Gewalt und Gegengewalt verstrickt ist. Sie hat auch noch keine Verwandten in der Fehde verloren und ist daher sicherlich gut in der Lage, die Angelegenheit mit nüchterneren Augen zu betrachten. Aufgrund ihrer Verbundenheit zu Odayla kann sie außerdem im Tod noch etwas anderes als Ursache für Trauer und Zorn sehen. Wir sollten es mit ihr versuchen!“ Griselda Graulocken reagiert zuerst ablehnend, dann aber beginnt sie einen Moment nachzudenken und sagt: „Gut, Darna, du hast eine Stellvertreterin bestimmt. Wenn du ihr deinen Platz räumst, kann sie die Verhandlung führen.“ Einen winzigen Moment lang zögert Darna, dann aber gewinnt sie ihre alte Sebstsicherheit zurück und sagt: „So sei es“. Schon will sie sich in die zweite Reihe setzen, da meldet sich Mersyn zu Wort und spricht: „Broddi hat Griselda zur Verhanldungsführerin bestimmt und das sicherlich nicht ohne Grund. Ich bin kein Mitglied im Frauenkreis und die Gepflogenheiten sind mir fremd.“ Demonstrativ setzt sie sich zwischen die weiter hinten sitzenden Kullina und Salissa. Griselda kommt mit einem Lächeln auf sie zu, legt ihr ihre Hand auf die Schulter und sagt: „Vielleicht beim nächsten Mal. Gib gut Acht!“ Mersyn nickt. Darna und Salissa werfen sich einen enttäuschten Blick zu.

Nachdem alle Frauen Platz genommen haben, legen sie, wie es die Sitte will, einen Eid der Keuschheit und Armut für die Dauer der Verhandlungen ab.

Dann beginnen die Frauen zu sprechen und dabei einen Teppich zu weben. Sie verflechten ihren Zorn für die Verbrechen, die auf beiden Seiten begangen worden sind und legen ihre Hoffnungen und Träume für die Zukunft frei.

Zunächst spricht Kallesra Morgensicht schlicht: „Lasst uns derer gedenken, die in der Seidenhosenfehde gefallen sind oder dauerhaften Schaden genommen haben.“ Nach einer kurzen Pause fährt sie fort: „Venkos Andrinson, er starb bei einem bewaffneten Überfall auf Bachwende.“ Daraufhin webt sie einen langen grünen Faden in den Teppich, dessen Ende an einer Seite auf den Boden hinabfällt.

Dann aber spricht Griselda Graulocken: Yerestia Katzenhexe, sie verbrannte in Tormakts Farm. Während sie einen roten Faden in den Teppich webt, ruft Salissa Dreigatten erbost hinein: „Ihr Mörder ist Korlmhyor der Flinke!“ Einige Frauen murmeln leise mit ihren Nachbarinnen. Mersyn beschließt ein Auge auf Salissa zu haben.  Auch der rote Faden reicht weit über den Teppich hinaus und fällt zu Boden.

Dann spricht Olinara Rabenhaupt: „Andrortar Argrathson, er wurde beim gleichen Überfall schwer verwundet. Sein rechtes Bein wird er nie wieder benutzen können.“ Auch sie webt einen langen grünen Faden in den Teppich.

Griselda Graulocken erwidert: „Salistar Hakennase, auch er starb im Feuer von Tormakts Farm.“ Während sie ihren roten Faden in den Teppich webt, stützt sich Salissa Dreigatten auf und will eine weitere Bemerkung fallen lassen, Mersyn aber greift ihren Arm und gibt ihr zu verstehen, dass sie sich ein wenig beherrschen soll.

Nun spricht Tamara Kleinmaus: „Torath Seidenhose, er hat unsere Weiden bewacht und wollte unseren Clan vor Dieben warnen.“ Olinara Rabenhaupt schließt schlicht an: „Er starb in Friedenszeiten.“ Tamara Kleinmaus webt eine grünen Faden in den Teppich.
Wieder spricht Griselda Graulocken: „Jordarn der Rassler, er unterlag in einem Duell.“ Salissa holt tief Luft, erhält aber von Mersyn einen Puff in die Seite. Sie verkneift sich daraufhin ihren Zwischenruf und beißt sich in die Hand. Mersyn ergreift ihre Hand daraufhin und hält sie bis zum Ende der Gedenkzeremonie. Griselda webt einen roten Faden in den Teppich.

Kallesra Morgensicht fährt fort: „Barntar Garbenvoll, bei einem bewaffneten Überfall auf Bachwende erhielt er einen Schlag auf den Kopf und verlor den Verstand.“ Dann webt sie einen grünen Faden in den Teppich.

Wieder spricht Griselda Graulocken: „Lhankpentos der Blinde, er erstickte beim zweiten Brand von Tormakts Farm.“ Salissa zuckt einmal, aber Mersyn merkt, dass sie die Frau beruhigen kann. Sie wird im weiteren Verlauf der Versammlung keine erbosten Zwischenrufe mehr von sich geben.

Noch einmal spricht Griselda Graulocken: „Aventrik der Schlaue, er erlitt beim selben Brand schwere Verbrennungen und hat sein Augenlicht eingebüßt.“ Wieder webt sie einen roten Faden in den Teppich.

So rufen die Frauen der Smaragdschwerter und des Clans der roten Kuh noch eine ganze Weile die Namen der Gefallenen und Verkrüppelten auf und beklagen deren Schicksal. Hin und wieder wirft eine der Frauen auch den Namen des Mörders ein. Das klingt nicht selten hasserfüllt. Für jeden Gefallenen oder Schwerverletzten weben die Frauen der Smaragdschwerter einen grünen Faden, die vom Clan der roten Kuh einen roten Faden in den Teppich.

Dann schaut Kallesra Morgensicht Griselda Graulocken an. Griselda nickt und Kallesra spricht: „Lasst uns der Gefallenen gemeinsam trauern!“ Sie nimmt einen der am Boden liegenden roten Fäden, webt ihn weiter in den Teppich hinein und spricht: „Dein Tod sei betrauert.“ Die anderen anwesenden Frauen verhalten sich ähnlich. Die meisten erheben sich, nehmen einen Faden der Gegenseite und weben ihn weiter in den Teppich hinein. Dabei sagt irgendwann eine Frau der Smaragdschlangen: „Ich bedaure dein Schicksal.“ Auch dieser Satz wird von den anderen Frauen aufgegriffen.

Schließlich haben die Frauen genug getrauert und setzen sich wieder. Wieder schaut Kallesra Morgensicht mit großen Augen Griselda Graulocken an, die nun spricht: „Wir haben unsere Trauer und Erinnerungen in den Teppich gewoben und abgelegt. Lasst uns nun über die Zukunft sprechen! Wie können alte Vergehen gesühnt werden? Wie können neue Konflikte vermieden werden? Was für ein Abkommen stillt erlittenen Schmerz ohne neue Wunden aufzureißen?“

Die nun folgenden Verhandlungen sind zäh. Es geht es um Wergeld und weitere Ausgleichszahlungen, die das Verhältnis zwischen den Clans möglichst in seinen Ausgangszustand zurückversetzen. Griselda Graulocken ist dabei sichtlich bemüht sich nicht übers Ohr hauen zu lassen. Sie verhandelt eifrig über Wiedergutmachungszahlungen. Nachdem sich grob auf eine Größenordnung geeinigt wurde, wird im Namen Ernaldas nach den Ursachen des Konflikts gesucht.

Griselda spricht: „Vor drei Jahren versuchten die Smaragdschwerter bei Tormakts Farm Vieh zu stehlen. Dabei ließ Korlmhyor der Flinke das Gutshaus abbrennen und blockierte die Türen. Viele Bewohner, darunter auch Frauen und Kinder, starben.“

Kallesra antwortet: „Danach schlossen die Häuptling Broddi Sippenstark und Duruvan der Fette Frieden. Trotzdem versuchte Kangharl Schwarzstirn zwei Jahre später das Vieh der Smaragdschwerter zu stehlen, wobei Torath Seidenhose von Jarstak Bürstenbart erschlagen wurde.“

Griselda fährt fort: „Nach dem Kampf provozierte Rostakus Doppelbandit Jordarn den Rassler so sehr, dass er zu einem Duell auf der Hasardinsel einwilligte. Der alte Mann wurde von Rostakus Doppelbandit erschlagen.“

Kallesra erwidert: „Anfang des Jahres versuchte Jarstak Bürstenbart das Vieh von Bachwende zu stehlen, griff dann aber stattdessen mit seinen Männern das Dorf an. Zwei Smaragdschwerter starben, einige wurden schwer verletzt.“

Wieder spricht Griselda: „Dann brannte Tormakts Farm ein zweites Mal. Lhankpentos der Blinde und drei weitere Männer starben, einige weitere Männer wurden schwer verletzt.“

Schließlich endet Kallesra mit den Worten: „Es folgte der Rachefeldzug des Clans der roten Kuh. Es kam zu Verlusten auf beiden Seiten.“

Erneut wird über Rinder gesprochen, die ihre Besitzer wechseln sollen. In diese Verhandlungen spricht schließlich Kullina die Fette hinein: „Ein Grund für unseren Zorn auf euch Smaragdschwerter ist euer Verrat an Orlanth. Ihr habt unseren angestammten Göttern den Rücken gekehrt und seid zum roten Mond übergelaufen. Das ist der Glaube unserer Besatzer, der Schergen des lunaren Imperiums, die das Chaos in unser Land bringen. Ihr macht mit den Leuten, die uns erniedrigt haben, uns unsere Häuser abgenommen haben und zu Tributzahlungen zwingen, gemeinsame Sache.“

Kallesra antwortet: „Es ist wahr, die meisten Angehörigen der Smaragdschwerter sind zum Kult der sieben Mütter konvertiert. Ich sehe darin aber keinen Verrat. Wir tun das, weil uns das lunare Imperium Frieden bringt. Wir werden öfter von Händlern aus der Ferne besucht. Sie verkaufen uns Dinge, die wir nirgendwo sonst bekommen können. Unsere Kinder hungern seltener als früher. Ich habe sogar den Eindruck, dass unsere Clanangehörigen länger leben. Seit wir dem lunaren Imperium unsere Arme geöffnet haben, gedeiht das Leben in unseren Siedlungen. Wir würden uns freuen, wenn ihr ähnlich darüber denken würdet. Wichtiger ist im Moment aber zunächst, dass wir Frieden schließen.“

Einige andere Frauen äußern sich in dieser Frage. Erneut liegen Spannungn in der Luft, letztlich wird aber deutlich, dass es zumindest im Moment um einen Friedensschluss und nicht um den Glauben geht. Auch Mersyn äußert sich vorsichtig in dieser Richtung.

Gegen Ende der Verhandlungen sieht Marani ihre Gelegenheit gekommen. Sie ergreft das Wort und verkündet den Frauen der Smaragdschwerter, dass ihr Herz für einen Mann  vom Clan der roten Kuh schlägt und bittet darum, dass ihre Schwestern die Verbindung mit Wohlwollen betrachten. Viele der anwesenden Frauen begreifen, dass eine Hochzeit zwischen ihren Clans eine stabilisierende Wirkung haben kann. Schon bald geben die Frauen der Smaragdschwerter ihr Einverständnis und handeln mit den Frauen vom Clan der roten Kuh einen Brautpreis aus.

Während der Verhandlungen kehren die Männer in die Halle von Duruvan dem Fetten zurück. Die Männer vom Clan der roten Kuh stellen erstaunt fest, dass an einem der Tische ein grimmiger Mann mit einer großen Narbe im Gesicht sitzt: Korlmhyor der Flinke ist gekommen. Broakhar, Jhorn und Barmast können ihr Bedürfnis nach Rache nur mühsam im Zaum halten. Nur der Gedanke an die Friedensmission hält sie davon ab, dem Mordbrenner von Tormakts Farm auf der Stelle niederzuschlagen. Barmast kann es sich nicht verkneifen, schlendert an Korlmhyors Tisch vorbei und fragt wie beiläufig, ob er aufgehört habe Frauen und Kinder zu ermorden. Unter normalen Umständen hätte diese Bemerkung sicherlich zu neuerlicher Gewalt geführt. Korlmhyor spricht aber: „Ich bin hier, um das Ergebnis der Friedensverhandlungen zu erfahren. Wir können danach darüber sprechen.“

Etwas später kommen die Frauen in die Halle und berichten vom Erfolg ihrer Verhandlungen. Duruvan der Fette macht einen gutgelaunten Eindruck. Es wird ein Treffen beider Clans auf der Hasardinsel vereinbart, bei dem Broddi und Duruvan offiziell Frieden schließen sollen.

Jhorn wechselt danach ein paar Worte mit Duruvan. Er will von ihm wissen, wie er zu Kormhyors Mordbrand steht. Duruvan macht ein unglückliches Gesicht. Jhorn erzählt dem Häuptling der Smaragdschwerter, dass viele Männer und Frauen vom Clan der roten Kuh dieses Vergehen nur sehr langsam vergessen werden. Duruvan erwidert, dass die Frauen die Ereignisse bei ihren Verhandlungen sicherlich berücksichtigt haben. Es sei nun an den Männern, ihre Vereinbarungen zu akzeptieren. Jhorn erzähltr Duruva daraufhin, dass er selbst beim zweiten Mordbrand zugegen gewesen sei und den beißenden Rauch noch heute schmecke. Duruvan sagt ihm, wenn er einen persönlichen Groll gegen Korlmhyor habe, stehe es ihm frei, ihn zu einem Duell zu fordern. Er möge nur bedenken, dass ein anderes Duell, nämlich das zwischen Rostakus Doppelbandit und Jordarn dem Rassler, vor nicht mal einem Jahr zu weiteren Gewalttätigkeiten zwischen den Clans geführt habe. Jhorn nickt.

Dann geht Jhorn auf Korlmhyor zu und spricht zu ihm: „Heute ist keine verbarrikadierte Tür zwischen uns, hinter der sich die Feiglinge verstecken!“ Korlmhyor schaut ihm ins Gesicht und sagt: „Du willst dich schlagen, das ist mir Recht. Ich erkläre aber allen Anwesenden, dass ich bereit bin, den Friedensschluss der Frauen zu akzeptieren. Einige Männer vom Clan der roten Kuh scheinen aber größere Probleme damit zu haben!“ Jhorn sagt zu ihm: „Ich will den Frieden nicht gefährden. Das Duell soll mit dem ersten Blut enden.“ Korlmhyor antwortet: „Ich stehe dir nach dem Friedensschluss auf der Hasardinsel zur Verfügung.“

Der weitere Verlauf des Abends vergeht ohne größere Vorkommnisse. Die Friedenmission vom Clan der roten Kuh stößt mit den Smaragdschwertern auf den neu gefundenen Frieden an. Am nächsten Tag mache sie sich auf den Heimweg. Mersyn und Orldes werfen den gefangenen Rebellen, die sie nicht befreien konnten, einen bedauernden Blick zu.
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« Antwort #27 am: 28.06.2020 | 18:55 »


Es ist der Frosttag der Stillstandswoche in der Feuerzeit 1618. In der Halle von Broddi Sippenstark berichten die Heimkehrer vom erfolgreichen Friedensschluss mit den Smaragdschwertern. Broddi sieht glücklich aus, gibt sein Einverständnis und verkündet: „Das ist ein Tag der Hoffnung! Auf den Clan und auf die Zukunft!“ Die Bescher schlagen aneinander, es wird gefeiert. Broddi verkündet, dass er die beteiligten Frauen und anderen Gesandten mit zur Hasardinsel nehmen möchte.stimmt jedem Ergebnis zu, egal was die Frauen konkret ausgehandelt haben. Wenn die Spielerfiguren dazu beigetragen haben, die Friedensverhandlungen zu einem Erfolg zu führen, schöpft er neue Hoffnung – auch in sie.

Es ist der Windtag der Stillstandswoche in der Feuerzeit 1618. Broddi reist mit Mitgliedern seines Clans nach Hasardfurt. Auf der Reise fragt ihn Mersyn, ob er einen bestimmten Grund habe, die Frauen mitzunehmen. Broddi sagt ihr, er habe den Eindruck, die Frauen hätten sich auf der Friedensmission sehr gut bewährt. Dann fragt er Mersyn eindringlich, ob sie den gleichen Eindruck habe. Mersyn denkt an Kullina, Darna und Salissa und zögert. Schließlich sagt sie: „Ja, Broddi. Jede hat getan, was sie konnte!“

Schließlich kommen auf der Hasardinsel Angehörige der Cinsina und der Dinacoli. Viele sind anwesend, um den Friedensschluss zwischen den Smaragdschwertern und dem Clan der roten Kuh mitansehen zu können. Während der von Griselda Graulocken und Kallesra Morgensicht geleiteten Zeremonie umarmen sich Duruvan und Broddi wie alte Freunde. Nach Aufforderung der beiden Priesterinnen stimmen die beiden Häuptlinge schließlich dem Friedensschluss zu. Hinterher findet zu diesem Anlass eine Feier statt. „Ein anderer Weg“ wurde gefunden.

Dann aber bilden die Anwesenden einen großen Kreis. Jhorn und Korlmhyor schieben sich vor, ziehen ihre Waffen und taxieren sich mit finsteren Blicken. Nach ein paar Probeattacken versucht es Jhorn mit einer Folge schneller Hiebe, die Korlmhyor bis an den Rand des Kreises treiben. Korlmhyor blickt überrascht. Er merkt, dass er seinen Gegner unterschätzt hat. Seinen eigenen Angriff pariert Jhorn bravourös. Zwei oder drei Ausfälle später streift Jhorns Speer seine Wange. Ein sehr kleiner Blutstropfen rinnt an Korlmhyors Wange herab. Jhorn wirft seinen Speer zu Boden. Khorlmhyor aber zieht sich beschämt zurück. Er sieht verzweifelt aus, stiehlt sich aus der Runde und versucht schnellstmöglich in der Menschenmenge unterzutauchen. Jhorn wirft ihm einen triumphierenden Blick hinterher. Die Anwesenden raunen ihm anerkennend zu.

Es ist der Gottestag der Stillstandswoche in der Feuerzeit 1618. Ein paar Tage nach dem Friedensschluss von der Hasardinsel erreichen Händler das Fort der roten Kuh und bringen beunruhigende Nachrichten mit. Broakhar hört ihnen zu und erfährt, dass der Stamm der Dundealos, ganz im Südosten Sartars, wiederholt in offene Rebellion verfallen ist, worauf das lunare Imperium ihn auflöste. Die meisten Stammesangehörigen wurden hingerichtet, versklavt oder vertrieben. Die Vertriebenen suchten meist Zuflucht bei ihren Verwandten im benachbarten Stamm der Pol-Joni. Auch Broddi hört von den Neuigkeiten. Er fühlt sich in seiner Beschwichtigungsstrategie bestärkt und spricht davon, dass der Bericht der Händler der „Beweis“ dafür sei, was mit den Heortlingen geschehe, die sich dem Imperium offen widersetzen. Broakhar sieht auch Farandar Orendalsson unter den Anwesenden. Er nimmt den Rebellen beiseite und fragt ihn, ob er Informationen darüber habe, wie es den gefangenen Rebellen bei den Smaragdschwertern ergangen sei. Farandar sieht Broakhar daraufhin traurig an und sagt: „Männer vom lunaren Imperium haben sie hingerichtet. Details sind mir nicht bekannt, ich weiß aber, dass unsere Freunde nicht mehr am Leben sind.“ Broakhar schluckt schwer.

Etwa zur gleichen Zeit bekommt Finfin in Grünweide Besuch von Griselda Graulocken. Sie erkundigt sich nach Mersyn und erzählt Finfin, dass sie gern ein kleines Gespräch mit ihr führen wolle. Finfin zieht los und gibt Mersyn Bescheid. Orldes folgt ihr neugierig. Griselda erzählt Mersyn von einem kürzlich stattgefundenen Zusammenkommen des Frauenkreises, in dem auch über die Friedensverhandlungen noch einmal gesprochen wurde. Dabei war auch Voranga Kummervoll anwesend. Als die Sprache auf Mersyns Beteiligung kam, bekam Voranga einen ihrer seltsamen, abwesenden Gesichtsausdrücke und erzählte den Anwesenden erzählte, Mersyn sei nicht zu unterschätzen. Sie werde noch eine gewichtige Rolle in den Geschicken des Clans spielen und müsse sie unbedingt einmal besuchen kommen. Griselda sei nun gekommen, um Mersyn davon zu berichten.

Es ist der Frosttag der Bewegungswoche in der Feuerzeit 1618. Mersyn macht sich mit Orldes auf den Weg zu Voranga Kummervoll. Sie ist für jede Abwechslung zu ihrem Aufenthalt in der Scheune von Grünweide dankbar. Nach einer freudigen Begrüßung erfährt Mersyn von Voranga ein paar nähere Informationen aus dem Frauenkreis. Voranga erzählt, dass Darna Mantel Druck auf Salissa Dreigatten ausübt. Salissa ist im Rat des Clans nicht viel mehr als eine Marionette Darnas und ein Opfer von deren üblicher Taktik: Erst ist sie Menschen behilflich, dann fordert sie in wichtigen Momenten Gegenleistungen ein. Mersyn glaubt nun einige Verhaltensweisen der beiden Frauen besser zu verstehen.

Ein paar Stunden später erscheint ein Mann vor Vorangas Höhle. Es ist der berühmte Rebellenführer Orstalor Speerherr. Er begrüßt Mersyn und Orldes freundlich als Genossen im Kampf gegen das lunare Imperium. Mersyn will von ihm wissen, wie sie im Falle eines Falles mit den FRebellen Kontakt aufnehmen könne. Orstalor verweist sie an Farandar Orendalsson aus dem Rat des Clans der roten Kuh. Außerdem verrät er Mersyn und Orldes zwei Orten, an denen sich die Rebellen häufiger versammeln: am stillen See und am Wolfssitz in Torkans Tal.

Noch etwas später verabschieden sich Voranga und Orstlor von Mersyn und Orldes und wünschen ihnen eine gute Nacht. Orldes schleicht ihnen neugierig hinterher, sieht, wie die beiden in einem Feld verschwinden und hört Voranga sagen: „Dann lass uns für Regen sorgen, Speerherr!“ Während Orstalor noch leise lacht, zieht sich Orldes diskret zurück.

Am nächsten Morgen betrachtet Voranga aufmerksam ihre Aluchse. Leise summmend kocht sie einen Tee, dessen Dampf immer dicker wird, sich ausbreitet und schließlich die gesamte Gegend vor der Höhle in dichten Nebel hüllt. Dann sagt sie: „Wir bekommen Besuch. Ich vermute, es sind lunare Soldate. Orstalor, Orldes, Mersyn: Sucht euch ein Versteck! Die drei Besucher verlassen die Höhle und verstecken sich hinter Büschen und Felsen. In dem Nebel lässt sich kaum die eigene Hand vor den Augen erkennen. Schließlich sind lunare Soldaten zu hören, die Vorangas Höhle erreichen und ein paar Worte mit der Bewohnerin wechseln. Es ist zu hören, wie die Soldaten vergebens die Höhle durchstöbern und dann weiterziehen. Voranga erzählt hinterher gutgelaunt, dass es ihr zunehmend Freude bereite, diese harmlosen Narren in die Irre zu führen. Nersyn und Orldes erfahren in der weiteren Unterhaltung, dass Orstalor sich öfter verstecken muss, wenn er Voranga besucht. Mersyn warnt ihn vor möglichen Verrätern in den eigenen Reihen, woraufhin der Rebellenführer etwas nachdenklich wird. Schließlich verabschieden sich alle voneinander und Mersyn und Orldes kehren nach Grünweide zurück.

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Neue Sorge: Power Creep. Meine Spieler würfeln inzwischen alles in Grund und Boden. Das Duell auf der Hasardinsel ist nur ein Ausdruck davon. Ich sehe drei Stellschrauben: Base Value, Difficulty Level und Pass/Fail Difficulty. An allen drei Elementen werde ich zukünftig ein wenig drehen - nur so viel, dass es spannend bleibt. Es ist auch mit den Spielern abgesprochen. Die merken selbst, dass Würfeln langsam aber sicher immer sinnloser wird.

Auf der Eternal Con habe ich erlebt, dass HeroQuest Spielleiter oft genug auch weniger als 3 HeroPoints verteilen. Das kann ich jetzt nachträglich allerdings nicht mehr einführen. Der Bruch mit der bisherigen Handhabe wäre ziemlich stark. Wenn ich nochmal anfangen würde, würde ich es aber wahrscheinlich genauso machen.

Tatsache ist: Wenn ich das Spiel so spiele, wie es in den Regeln steht, wird es bei zurückhaltendem Heldenpunkte Einsatz nach 12 bis 15 Sitzungen mit den Herausforderungen langsam schwierig.

Von der Spielhandlung her war´s ´ne schöne, harmonische Sitzung, die wohl gefallen hat. Die Zeit ist reif für die nächsten finsteren Wolken am Horizont.
« Letzte Änderung: 28.06.2020 | 18:57 von Chiarina »
[...] the real world has an ongoing metaplot (Night´s Black Agents, The Edom Files, S. 178)