Autor Thema: Bindungen in One-Shots  (Gelesen 988 mal)

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Offline Case

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Bindungen in One-Shots
« am: 2.11.2019 | 08:17 »
Die Mechanik, STA-Verluste mittels 1W4 WP auf eine Bindung zu projizieren ist, ein fester Bestandteil der Stabilitätsregeln. Grundsätzlich verliert man auch etwas mehr STA, als man von anderen Systemen vielleicht gewohnt ist. Siehe bspw.
https://fhtagn-rpg.de/regelwerk#bedrohungen-fuer-die-geistige-stabilitaet

Vielfach wird dies in One-Shots als schwierig empfunden, da Spielende keine echte Zwischenzene mehr nach dem Szenario spielen können oder man davon ausgeht, dass die Bindung einem nicht so wichtig ist, da es sich ja nur um ein Szenario handelt.

Dafür gibt es die optionale Regel: Beständige Bindungen
https://fhtagn-rpg.de/regelwerk#optionale-regelbestaendige-bindungen

Hierbei verfügen Bindungen über keinen Wert und können einmal pro Szenario eingesetzt werden. Die damit verbundene 1W4 WP Mechanik bleibt aber im Spiel. Dies mag sich auch gut eignen, wenn man von anderen Systemen konvertiert.

Online Kreggen

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Re: Bindungen in One-Shots
« Antwort #1 am: 2.11.2019 | 12:25 »
Der Eintrag von Case kommt ja nicht von ungefähr.

Ich bastel gerade OneShot-Charakterbögen in einem Mix aus CThulhu Ed. 7, Pulp Cthulhu und FHTAGN.
Case hat meinen Entwurf gesichtet und da kam dann halt die Frage nach Bindungen in OneShots auf. An sich finde ich die Regel gut, aaaber ...

Ich projiziere STA Verluste auf die Bindungen, wenn ich keine WP mehr habe, oder? Dazu müsste ich aber erst die WP aufbrauchen. Das halte ich mit 1W4 bei einem OneShot für fraglich, dass es dazu kommt. Macht die Regel denn dann überhaupt Sinn?
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Offline KhornedBeef

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Re: Bindungen in One-Shots
« Antwort #2 am: 2.11.2019 | 12:35 »
Projezieren kann man , soweit ich weiß, immer freiwillig. Um sich das Polster zu erhalten :)
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Offline Panta Rhei

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Re: Bindungen in One-Shots
« Antwort #3 am: 2.11.2019 | 13:02 »
Ich projiziere STA Verluste auf die Bindungen, wenn ich keine WP mehr habe, oder? Dazu müsste ich aber erst die WP aufbrauchen. Das halte ich mit 1W4 bei einem OneShot für fraglich, dass es dazu kommt. Macht die Regel denn dann überhaupt Sinn?

Ich kann STA-Verluste nur auf Bindungen projizieren, solange ich noch mindestens 1 WP habe - und zwar nachdem ich die 1W4 WP für den Versuch schon aufgebracht habe. Darum ist die Regel für One-Shots durchaus sinnvoll. Außer der Limitierung durch die Anzahl WP habe ich noch die Limitierung durch die Anzahl der Bindungen.

Offline Case

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Re: Bindungen in One-Shots
« Antwort #4 am: 2.11.2019 | 14:01 »
Genau.
- Projizieren ist freiwillig
- Geht nur, wenn man noch WP hat
- Dient als Puffer, wenn man seine STA schützen möchte, weil man bspw. eine Störung hat und dem STA-Verlust sowie dem daraus resultierenden Trigger unbedingt entgehen möchte

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Re: Bindungen in One-Shots
« Antwort #5 am: 2.11.2019 | 14:05 »
Das ist halt etwas, das ich nicht verstehe.

Zum einen heißt es:
"Wenn die Willenskraftpunkte ausgehen: Ein Charakter, dessen WP auf 0 fallen, bricht zusammen und ist handlungsunfähig und vielleicht bewusstlos."

zum anderen:
Verliert dein Charakter STA, kannst du Willenskraftpunkte ausgeben, um den Verlust zu reduzieren. Die Anzahl an Punkten, um die reduziert werden kann, ist immer 1W4: Wirf den Würfel und reduziere deine WP um so viele Punkte.
Sollte dein Charakter jetzt noch mindestens 1 WP besitzen, reduziere den STA-Verlust um die Anzahl der ausgegebenen - d. h. ausgewürfelten - WP und zwar bis zu einem Minimum von 0."

Das beißt sich doch. Ich kann erst auf eine Bindung projizieren, wenn ich keine WP mehr habe. Wenn ich aber keine WP mehr habe, bin ich aber aus dem Spiel und die SPielleiterin übernimmt den Charakter. Macht bei OneShots gar keinen Sinn für mich. Aber ich habe vermutlich ein anderes Verständnis von OneShots  >;D

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Re: Bindungen in One-Shots
« Antwort #6 am: 2.11.2019 | 14:53 »
Vielleicht hast du da einen gedanklichen Knoten: Du kannst immer auf WP/Bindung projizieren. Sofern du 0 WP haben solltest, bist du so wieso weg und bekommst nichts mit.

Ergo: Du hast vielleicht noch 2 WP und verlierst 2 STA. Du projizierst, wirfst

1W4 = 1 --> Du hast noch 1 WP übrig und verlierst nur 1 STA.
1W4 = 2 --> Du hast 0 WP übrig und wirst ohnmächtig. Und es hat nicht gereicht und du verlierst die vollen STA.

Du hast aktuell 6 WP und verlierst 3 STA.

1W4
= 1 --> 5 WP und nur 2 STA Verlust
= 2 --> 4 WP und nur 1 STA Verlust
= 3 --> 3 WP und nur 0 STA Verlust
= 4 --> 2 WP und nur 0 STA Verlust

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Re: Bindungen in One-Shots
« Antwort #7 am: 2.11.2019 | 16:53 »
Case, verstehe ich immer noch nicht.

Nehmen wir mal meine Test-Krankenschwester Agnes als Beispiel.
Die hat einen Wert in EN von 14, daraus resultieren STA 70 und WP 14.
Die Chance, in einem OneShot so viel STA zu verlieren, dass man überhaupt darüber nachdenken muss, seine WP anzukratzen, geschweige denn zu pojizieren, halte ich für ziemlich gering.
Und selbst wenn man einen "nervösen" Typen mit EN 8 (= STA 40 und WP 8) hat, sind die Chancen immer noch gering, bei STA-Verlusten von 1W3 oder sowas.

Aber nehmen wir mal an, die gute Agnes hat einen STA-Verlust von 3  (um bei deinem Beispiel zu bleiben). Sie projiziert den STA-Verlust auf ihre beste Freundin.
Nach der OneShot-Regel "Bindungen verfügen über keinen Wert und können einmal pro Szenario eingesetzt werden. Die damit verbundene 1W4 WP Mechanik bleibt aber im Spiel." müsste sie jetzt 1W4 würfeln, den STA-Verlust auf die Freundin umleiten und das Würfelergebnis von ihren 14 WP abziehen. Oder habe ich da immer noch einen Denkfehler?

Aber wie gesagt, evtl. habe ich von einem OneShot andere Vorstellungen  8)
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Re: Bindungen in One-Shots
« Antwort #8 am: 2.11.2019 | 17:02 »
Die Chance, in einem OneShot so viel STA zu verlieren, dass man überhaupt darüber nachdenken muss, seine WP anzukratzen, geschweige denn zu pojizieren, halte ich für ziemlich gering.

Ah okay, das ist der Knackpunkt.

Das ganze Zeug dient ja dem Management deiner STA-Punkte. Wenn wir das mit dem Projizieren mal kurz vergessen: Dir passiert etwas aufgrund von Gewalt/Hilflosigkeit/Unnatürlichem, du machst eine STA-Probe und verlierst ggf. STA.

Verlierst du 5 oder mehr in einem Wurf, passiert etwas blödes.
Sinkt deine STA unter deine BG, passiert etwas blödes.
Verlierst du STA und hast zudem eine Störung, passiert etwas blödes.

Also bist du evtl. daran interessiert, deine STA-Verluste zu managen, sprich, zu minimieren.

Das kannst du u.a. über das Projizieren machen. Musst du aber nicht.
Das Projizieren ist immer mit Hilfe von WP und Bindungen.

Das ist die Mechanik, um STA-Verluste, von denen es in FHTAGN etwas mehr gibt, abzuschwächen.

Auch in einem One-Shot kann es sein, dass du deine STA-Verluste managen möchtest. Dann wäre das deine Mechanik. Wenn du dafür keinen Bedarf siehst, dann musst du es nicht machen.

Warum? Es kann sein, dass du in einer Situation einfach keinen einzigen Punkt STA verlieren möchtest. Weil evtl. ansonsten deine Störung triggert und du dich die entscheidende Runde lang nicht bewegen kannst, da die SL deinen Char steuert.

Online Kreggen

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Re: Bindungen in One-Shots
« Antwort #9 am: 2.11.2019 | 17:16 »
Ah ok. So langsam kommt Licht in die Sache.

Ich habe das mit dem STA-Verlust in den letzten OneShots immer wie folgt gehandhabt: ich habe mir die Cartae Cthulhiana zugelegt und einen Satz von 20 "Störungen" zusammengestellt. Vergeigt der Spieler eine STA-Probe darf er wählen, ob er blind eine Karte zieht oder sich lieber 1W6 STA Punkte abzieht. War immer sehr unterhaltsam.

Ich würde dann die Bindungen wie folgt reinbringen: STA-Probe vergeigt, der SC bekommt 3 Möglichkeiten ->
a) blind eine Karte ziehen
b) 1W6 STA Punkte abziehen
c) STA-Verlust auf die Bindung umleiten, 1W4 WP abstreichen und am Ende des Abends eine passende Szene mit der zerstörten Bindung spielen

Ich passe mal die Agnes an und schick sie Dir nochmal :-)
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Offline Panta Rhei

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Re: Bindungen in One-Shots
« Antwort #10 am: 4.11.2019 | 21:55 »
Vielleicht sollten wir aus diesem Missverständnis mitnehmen, dass der Erklärungstext noch nicht so klar ist, wie er sein sollte. Ich stolpere über diesen Satz/Absatz:
Zitat
Sollte dein Charakter jetzt noch mindestens 1 WP besitzen, reduziere den STA-Verlust um die Anzahl der ausgegebenen - d. h. ausgewürfelten - WP und zwar bis zu einem Minimum von 0.
Der letzte Teil "und zwar bis zu einem Minimum von 0" ist für mich auch nicht sofort klar. Besser vor dem "und" einen Punkt machen und dann schreiben: "Der STA-Verlust kann nicht auf unter 0 reduziert werden, auch wenn der WP-Verlust größer ist."
Konsequenterweise muss dann der nächste Satz
Zitat
Jetzt reduziere den Wert einer beliebigen Bindung um ebenso viele Punkte.
geändert werden auf "Jetzt reduziere den Wert einer beliebigen Bindung um die erwürfelte Zahl des WP-Verlusts."
Dann noch ein kleines Beispiel und es wird bestimmt klar.  :D