Autor Thema: [Tutorial] Modulare Festungsanlagen – Bauabschnitt I, Teil 1  (Gelesen 699 mal)

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Offline CK

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Vor einiger Zeit stolperte ich im Sweetwater über diese geniale, modulare Festungsanlage. Zwar ist ACW überhaupt nicht so mein Ding, aber eine mittelalterliche Variante – ja, das wäre schon was. Gedacht, getan…

Vorab:
Dies ist der erste Bauabschnitt. Der beginnt zwar bei A und endet bei Z, allerdings reicht das hier gezeigte Material noch lange nicht aus. Da fehlen noch weitere Mauersegmente, Ecktürme, eine Burgfried usw. Das kommt dann erst in weiteren Bauabschnitten, doch nachdem ich jetzt ein paar Wochen wie ein Vollhonk Steinchen geklebt hatte, wollte ich etwas Platz schaffen und zumindest die erste Ladung schon mal einfärben. Also nicht wundern, wenn das gezeigte Material noch etwas wenig anmutet.



1. Planung

Zunächst ging es an die Planung. Da Styordur nicht das schwerste Material ist, ich aber auch auf geflocktem Untergrund eine stabile Standfestigkeit auf gleicher Ebene wollte, entschied ich mich, alle Elemente auf MDF-Basen zu setzen. Außerdem habe ich so jedesmal das gleiche, solide Fundament und einheitliche Größen – schließlich soll später ja auch alles lückenlos kombinierbar sein.


Also wurden die Grundformen zurecht geheißdrahtschnitten und auf Bases geklebt, dann musste erstmal Baustoff ran: Zig Ziegel (10mm x 5mm x5mm) habe ich in dieser Zeit immer wieder geschnitten – eine Fuhre hat dabei in der Regel gut für ein Segment gereicht.


Absolut unspannend, aber gehört nun mal dazu.


2. Stein auf Stein

Hauptelemente sind die 15cm langen Mauersegmente. Diese habe ich stur mit Steinchen beklebt – allerdings nicht nach dem Motto: „So, jetzt wieder 2h Steine kleben“, sondern eher nebenbei. Hier mal ’ne Reihe, dann irgend n Kram gemacht, dann irgendwann „Ach, der Leim müsste ja schon halbwegs trocken sein“ gedacht und eine Reihe nachgeschoben.


Das zog sich über viele Tage bzw. Wochen…


Das Prinzip sollte klar sein.


3. Das Tor

Parallel begann ich auch ein Tor zu ziegeln – schließlich hat jede Burg eines und auch für Stadtmauern ist ein Eingang nötig.


Für den Torbogen diente eine Becherunterseite als Schablone, die dann mit dem Heißdrahtschneider Freihand ausgeschnitten wurde.


Die dadurch etwas holprige Bogenform wurde mit Ziegeln verkleidet, wodurch alles weitaus „sauberer“ wirkte. Der Stein-Rahmen auf beiden Seiten besteht jeweils aus einem einzigen, hufeisenförmigen Styrodurstück, das mit Cuttermesser und Alufolie nachbearbeitet wurde.


Der Rest war wieder reine Ziegelfleissarbeit, genau wie bei den Mauern.


4. Bruchstellen

Um später Ruinen darstellen zu können (und um etwas mehr Abwechslung beim Basteln zu haben) fertigte ich auch eine erste Mauerbruchstelle.


Genau halb so lang wie ein Mauersegment zog ich diese nur an einer Seite hoch auf Mauerhöhe, danach kamen zwei Außenrahmen für den geborstenen Bereich.


Mit etwas Leim, einem Taschentuch und ein paar Wassertropfen wurden diese Rahmen dann miteinander verbunden.


Nach dem Trocknen hatte ich eine hohle, trotzdem aber feste Trägerschicht.


Dann kamen an den Außenseiten wieder Ziegel…


…und schließlich wurde das Innere mit Bruchstücken und Sand in Mauerschuttfüllung verwandelt.


Ein letzter Test – passt.



5. Die Tortürme

Von Anfang an war klar, dass ich Ecktürme brauchen würde, um eine Burganlage darzustellen, allerdings hatte ich mir diese Klopper für „später“ auf die ToDo-Liste geschrieben. Doch zumindest für das Torsegment wollte ich schon mal zwei Türme haben, zumindest ließe sich so schon relativ früh ein Stadttor darstellen.

Warum aber nicht die Tortürme auch als Ecktürme verwenden? Na, wegen der Türen, die auf die Wehrgänge führen. Entweder führen diese gerade durch den Turm (=Torturm) oder im 90°-Winkel (=Eckturm) – daher:
Es würden verschiedene Türme werden (dennoch habe ich eine Notlösung gebastelt – die ich später noch vorstellen werde – , mit der gerade Durchganstürme auch um die Ecke führen können, doch am Ende werde ich wegen der Erdgeschosstür eh gesonderte Ecktürme brauchen).


Vor einiger Zeit hatte ich mir mal einen Satz Türen geleistet und davon Abgüsse hergestellt – diese kamen jetzt zum Einsatz.


Eine Tür für den ebenerdigen Zugang, zwei weitere, die auf die Wehrgänge führen würden.


Fensterlöcher wurden geschnitten, dann wurde wieder geziegelt.


Zwecks Modularität entspricht die Kantenlänge der Türme genau einem halben Mauersegment, damit später – „im Bogen“ – keine Lücke entsteht, sondern der Platz von 2 Türmen mit einem Mauersegmant auch wieder ausgeglichen werden kann.


Schließlich gab es noch einen Zwischenboden aus Kaffeerührstäbchen (ich hätte auch einfach n Stück Styrodur nehmen können, aber wenn man eh schon das ganze Bastelmaterial rumliegen hat).


So würden später Miniaturen im Inneren platziert werden können, um aus den Fenstern zu feuern grüßen.



Die Fenster bekamen noch ein paar andersförmige Styrodursteine…


…fertig war das Hauptsegment.


Dann schnappte ich mir ein Styrodurstück als „Deckel“ und klebte an die Unterseite einen weiteren Styrodurblock, damit das Ganze später nicht verrutschen würde.


Auf der anderen Seite gab es per Kugelschreiber und Drahtbürste eine Holzmaserung.


Passt.


Schließlich kamen auch hier wieder Steine drauf…


…und fertig war die abnehmbare Aussichtsplattform.


Achaj – Lukenattrappen gab es auch noch, schließlich müssen die Minis ja irgendwie auf das Dach kommen.


Fertig war die erste Ausbeute.


Nicht viel, aber ich wollte endlich wissen, wie das Ganze eingefärbt rüberkommen würde.

TO BE CONTINUED…

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Offline Samael

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 Chapeau!!! Wird angemalt bestimmt großartig aussehen.
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Echt cool!
Wie lang hat das bis zu diesem Punkt gedauert und wie viel hats bis hier her gekostet?

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Offline CK

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Danke Euch.

Wie lang hat das bis zu diesem Punkt gedauert und wie viel hats bis hier her gekostet?

Gedauert ist nicht so leicht zu beantworten. Auf dem Kalender sind 3 Wochen vergangen, ich habe die Ziegelkleberei aber stets nur nebenbei betrieben. Hätte ich mich hingesetzt, gesagt, so ich mache jetzt 1 Mio Ziegel auf Vorrat und klebe ununterbrochen drauf los, wäre ich nach 2 Tagen vielleicht schon fertig gewesen. Hab aber immer nur nebenbei geklebt, nicht als Hauptaufgabe - hier mal ne Reihe, dann später "Ach, könntest ja mal wieder ne Reihe kleben, Leim sollte trocken sein" usw.

Gekostet hat's nicht wirklich was, da ich Styrodur auf Vorrat habe, reiner Materialwert vielleicht 10 Euro. Da war das MDF der Basen teurer (~ 5-6 Euro?) im Vergleich.

Offline CK

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Nachdem ich mich im ersten Teil dem Zusammenbau der Festungsanlagenelemente gewidmet hatte, geht es jetzt mit der Bemalung weiter. Vor dieser wurden noch die schmalen Ränder zwischen Mauer und Basekanten mit Leim bestrichen und anschließend besandet, dann war alles bereit für die Farbe.

Styrodur ist und bleibt ein empfindlicher Werkstoff, weshalb ich für die Grundierung einen Mix aus schwarzer Farbe, einen Schuss Spüli und ModPodge verwendet habe. Leim wäre auch gegangen, doch ModPodge macht durch seinen Resinanteil die ganze Beschichtung imho immer noch n bissel härter.


Das alles ließ ich dann über Nacht erstmal gut durchtrocknen, bevor es am nächsten Tag mit grauer Farbe weiterging.



Wieder einen Tag später wurde gewasht. Im Vorfeld hatte ich mir eigenes Wash angemixt, da ich wusste, was dieser Bau alles verschlingen würde, und dass das ziemlich teuer werden würde sonst.


Insgesamt habe ich etwa über 100ml an Wash hier verballert.

Wieder verstrich ein Tag, dann ging es ans Trockenbürsten.



Dafür verwendete ich erst das ursprüngliche Grau, dann eine aufgehellte Variante und schließlich – für die letzten Ecken- und Kantenakzente – ein fast weißes Grau.


Erst danach kümmerte ich mich um die Holzteile, also Plattformen und Türen.



Diese bekamen erst einen Mix aus Braun, Schwarz und Grau verpasst, dann wurde unter Zumischung von Ocker und Grau in drei Schritten nochmal aufgehellt.


Abschließend etwas Metallfarbe für Klingen, Scharniere und Beschläge – feddisch.



Am Ende wurde noch der Erdbereich am Base angemalt…


…und es gab noch etwas grünes Wash als Moosbewuchs auf die Mauerunterseiten.


Ganz am Ende durfte auch etwas von meinem selbstgemachten Streu nicht fehlen, wobei ich dieses noch mit Tufts und Foliage aufpimpen werde.


Fertig war ich mit Bauabschnitt I.


Hier erstmal einzelne Teile in der Nahansicht:






Im ersten Teil hatte ich es bereits angedeutet, dass ich wegen der Eckturmproblematik noch eine Alternative entwickelt hatte:


Kleine Eckstücke.


Die können nicht nur der Wehrmauer einen Knick verpassen, sondern auch gleich hinter einer Turmtür um die Ecke führen.

Ist zwar nicht ideal, aber bis ich die richtigen Ecktürme fertig habe hilft das erstmal.


Hier mal alle bisherigen Elemente in der Gesamtübersicht:


Viel ist es wie gesagt noch nicht, aber selbst mit diesen paar Teilen lässt sich schon so einiges anstellen, beispielsweise ein Stadtmauer darstellen…


…Burgruinen…


…einen Exekutierplatz…


…oder eine Sparburg.oO


Es müssen also noch einige Teile her, bislang bin ich aber völlig zufrieden mit dem Ergebnis. Sobald ich nachgelegt habe, werde ich berichten, zum Abschluss gibt es jetzt noch ein paar Bilder mit Minis.







Hinweis: Vergrößerbare Bilder finden sich im Originalartikel.



Offline Mocurion

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Ohne Scheiss: G r a n d i o s...absoluten Respekt, sieht supergeil aus.

Kleine Anmerkung zu Punkt 4, dem Mauerbruchstück: viel zu viel Arbeit in meinen Augen, warum hast du den Mauerabschnitt nicht einfach mit dem Heissdrahtschneider in Form gebracht, sondern bist dem Umweg über die dünnen Mauerbruchstücke und das Taschentuch (was natürlich gut geht) gegangen? Gewicht kann ja kein Argument sein bei Styrodur, ich hab meine Bruchsegmente seinerzeit einfach direkt aus Styrodur geschnitten und dann mit den Ziegeln beklebt und mit Schüttung versehen, ging super...
"Ja, wir könnten jetzt was gegen den Klimawandel tun, aber wenn wir dann in fünfzig Jahren feststellen würden, dass sich alle Wissenschaftler doch vertan haben und es gar keine Klimaerwärmung gibt, dann hätten wir völlig ohne Grund dafür gesorgt, dass man selbst in den Städten die Luft wieder atmen kann, dass die Flüsse nicht mehr giftig sind, dass Autos weder Krach machen noch stinken und dass wir nicht mehr abhängig sind von Diktatoren und deren Ölvorkommen. Da würden wir uns schön ärgern."

Offline CK

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Danke Dir!

Kleine Anmerkung zu Punkt 4, dem Mauerbruchstück: viel zu viel Arbeit in meinen Augen, warum hast du den Mauerabschnitt nicht einfach mit dem Heissdrahtschneider in Form gebracht, sondern bist dem Umweg über die dünnen Mauerbruchstücke und das Taschentuch (was natürlich gut geht) gegangen? Gewicht kann ja kein Argument sein bei Styrodur, ich hab meine Bruchsegmente seinerzeit einfach direkt aus Styrodur geschnitten und dann mit den Ziegeln beklebt und mit Schüttung versehen, ging super...

Gebe ich Dir völlig Recht, aber - ich hätte an der Stelle einen neuen Styrodurblock anschneiden müssen. Das dauert zwar auch nicht lange, aber da das Ding in der Kammer steht und über einen Meter lang ist, ist das immer etwas kniffelig mit dem Heißdrahtschneider (Stichwort Tisch umrücken, damit genug Platzabstand zu Wand). Auch das dauert keine 10 Sekunden, aber angesichts dieser "Hürden" und mangelndem Zeitdruck hab ich die Sachen genommen, die griffbereit lagen. Etwas lame, ich weiss, und vermutlich im Endeffekt mehr Arbeit - aber in dem Moment... ::)

Offline Samael

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Das musste ich jetzt googeln.

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