Autor Thema: Casting the Runes: Occult Investigation in the World of M.R. James  (Gelesen 1982 mal)

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Offline AndreJarosch

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Wurde soeben bekanntgegeben und ich lasse es mal unkommentiert so hier:



Press Release: Casting the Runes
Occult Investigation in the World of M.R. James

The Design Mechanism & Quills Media Team Up. Casting the Runes brings classic supernatural stories to roleplaying games: RPG recreates the ghostly Edwardian world of M.R. James

Toronto and London, July 26th, 2019.

The Design Mechanism Inc, publishers of acclaimed roleplaying game Mythras, and Quills Media Ltd. are delighted to announce that The Design Mechanism will be acting as publisher for Casting the Runes: Occult Investigation in the World of M.R. James, a roleplaying game written and developed by Quills Media, based on the classic tales of the supernatural by British scholar and author, M.R James.

Using the GUMSHOE investigative roleplaying system developed by Robin D. Laws and Kenneth Hite, and published by Pelgrane Press, players in Casting the Runes take on the roles of investigators at the turn of the 20th century, researching antiquarian mysteries and occult practices, and unearthing (as M.R James himself describes it): “malevolence and terror, the glare of evil faces, ‘the stony grin of unearthly malice,’ pursuing forms in darkness, and ‘long-drawn, distant screams’.”

Paul StJohn Mackintosh, the game’s author, said: “M.R. James wrote some of the most powerful, enduring, horror stories in the English language. These tales have been crying out for a game to embody them and recreate the kind of horror that M.R. James excelled at; the chill, atmospheric, measured, often quiet escalation towards something genuinely horrifying.”

“As huge fans of M.R. James’s work, the opportunity to publish a game based on these outstanding tales was one we couldn’t resist,” said Lawrence Whitaker, Director of The Design Mechanism. “Paul and the Quills Media team have done a wonderful job of representing James’s stories, both in terms of interpretation and presentation. We are thrilled to be able to help bring Casting the Runes to publication.”

A Kickstarter campaign to launch Casting the Runes will be forthcoming, and will focus on funding artwork and print options for the rulebook. “All the work, including the layout, is complete,” Whitaker said. “But we want to run a crowdfunding campaign to source the kind of art that truly conveys the unique atmosphere of M.R. James's stories, and produce a print version that will look quite at home on the bookshelves of antiquarians, James aficionados, and discerning gamers alike.”

Updates on the progress of Casting the Runes: Occult Investigation in the World of M.R. James will be made via The Design Mechanism’s website, forums, newsletter, and facebook page.

Offline rillenmanni

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Heißt denn das, dass bei Scheitern des Kickstarters die Sachen als PDF und als "normaler" Druck erscheinen? Dann muss ich ja nicht mitmachen. :)

Liest sich wie das Auf-die-Beine-Stellen eines Parallelmythos zum Cthulhu-Mythos.
Während die Opfer sich umkrempeln und der Professor nicht zu erreichen ist, reißt Rillen-Manni voller Wut eine Waffe an sich ...

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Offline AndreJarosch

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Heißt denn das, dass bei Scheitern des Kickstarters die Sachen als PDF und als "normaler" Druck erscheinen? Dann muss ich ja nicht mitmachen. :)

So wie sich das liest wird das Buch als Softcover mit ein paar Illus erscheinen, wenn durch den Kickstarter daraus nicht ein Hardcover mit tollen Illus wird.
Da du es sowieso kaufen willst wird es nicht schaden das Buch dann im Kickstarter zu unterstützen. Dann bekommst du dein Buch als einer der Ersten UND besser Illustriert als eigentlich gedacht.


Zitat
Liest sich wie das Auf-die-Beine-Stellen eines Parallelmythos zum Cthulhu-Mythos.

Lese dir mal M.R. James in der Wikipedia durch. Das sind eher klassische Spuk- und Geistergeschichten.
Wenn du unbedingt willst, dann wird es "Trail of Cthulhu" ohne Mythosbezug, in den 1900/1910ern.
Kann man mit Cthulhu bestimmt gut mischen /Trail of Cthulhu in "Casting the Runes" einbauen, oder Casting the Runes Geisterabenteuer für "Trail of Cthulhu" verwenden.
Insofern: Klasse!

Offline rillenmanni

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So wie sich das liest wird das Buch als Softcover mit ein paar Illus erscheinen, wenn durch den Kickstarter daraus nicht ein Hardcover mit tollen Illus wird.
Da du es sowieso kaufen willst wird es nicht schaden das Buch dann im Kickstarter zu unterstützen. Dann bekommst du dein Buch als einer der Ersten UND besser Illustriert als eigentlich gedacht.


Lies dir mal M.R. James in der Wikipedia durch. Das sind eher klassische Spuk- und Geistergeschichten.
Wenn du unbedingt willst, dann wird es "Trail of Cthulhu" ohne Mythosbezug, in den 1900/1910ern.
Kann man mit Cthulhu bestimmt gut mischen /Trail of Cthulhu in "Casting the Runes" einbauen, oder Casting the Runes Geisterabenteuer für "Trail of Cthulhu" verwenden.
Insofern: Klasse!

Ich benötige tolle Illus und Edeldruck eben nicht. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kaufe ich nur das PDF.

Meine Annahme zum Parallelmythos war nicht abwertend gemeint. Ich mag Spuk und Geister und bin dem Projekt ggü positiv eingestellt. Bin gespannt, wie es sich im Kickstarter so anfühlt. :)
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Offline D. Athair

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Sehr, sehr cool. Werd ich mir holen. Inbesondere die Abenteuer.
Ob ich die Regeln nutzen will? Werd ich dann sehen.

Mit Maelstrom Gothic hab ich ein sehr schönes, einfaches W100-Spiel, das nicht nur wirklich gut funktioniert, sondern das genau die Nische [M.R. Games & Co.] abdeckt (aber keine Abenteuer hat). Vielleicht bzw. wahrscheinlich kann ich mir aus dem Regelwerk auch noch ein paar Sachen klauen und Tipps zum Abenteuerbau abgreifen.

Das CF fällt für mich wegen der Plattform jedoch aus.
« Letzte Änderung: 30.07.2019 | 04:52 von D. Athair »
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Kann eigentlich jemand mehr zu M.R. James sagen? Der ist bisher immer an mir vorbeigegangen. Ich habe gestern mal die ersten zwei Stories aus seiner "Ghost Stories"-Sammlung gelesen und fand die schon gut erzählt - sie waren allerdings gefühlt an dem Punkt vorbei, an dem ich dachte, dass sie jetzt langsam mal in die Gänge kommen ... motivisch waren da schon ein paar starke Momente drin, letztendlich fand ich aber doch alles sehr betulich und absehbar. Ist das ein Autor, den man in seiner Jugend gelesen und geliebt haben muss (wie ich das auch bei Lovecraft empfinde), damit er einem im Erwachsenenalter noch was gibt? Gibt es herausragende Kurzgeschichten von ihm, mit denen ich es unbedingt mal probieren sollte?
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Offline Scimi

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James war Akademiker in einer Zeit, als sich für viele Dozenten und Forscher ihr komplettes Leben an der Hochschule abspielte. Diese Menschen hatten Wohnungen mit Putzdienst auf dem Campus, aßen in der Mensa, sprachen nur mit Fachkollegen und Studenten und hatten selten ein Familienleben oder generell Kontakt zum normalen Alltag außerhalb der Hochschulwelt. Das war im Prinzip eine große WG von Nerds, die den Spaß ihres Lebens daran hatten, gemeinsam und ungestört ihren Interessen und Hobbies nachzugehen. James hat sich mit mittelalterlicher Literatur und Geschichte befasst und sein Hobby war das Schreiben von Geistergeschichten. Die hat er regelmäßig seinem Bekanntenkreis von Mitakademikern vorgelesen und in Sammelbändchen veröffentlicht.

Das Besondere an den Geschichten ist, dass James Elemente moderner und traditioneller Geistergeschichten verbindet. In der Antike und im Mittelalter sind Geister üblicherweise Boten überirdischer Mächte. Ihr Zweck ist es, den Lebenden etwas zu sagen oder ihr Handeln zu beeinflussen. Der Geist ist dabei nur ein Bild, ein Mittel, um diesen Effekt zu erzielen. Moderne Geister sind dagegen Personen mit Motiven und einer Psychologie. Sie vertreten keine kosmische Macht, sondern ihr Erscheinen hat einen persönlichen inneren Grund. James verbindet beide Elemente, seine Geister sind daher oft mystischer und unmenschlicher als die üblichen Gespenster, haben ihren Grund aber meistens in einer Untat oder einer Tragödie ohne Notwendigkeit von göttlicher oder teuflischer Autorität. Das nimmt viele Elemente vorweg, die wir heute aus Horrorfilmen kennen, die ich vielleicht "dämonisch" nennen würde, sowas wie "A Nightmare on Elm Street" oder "Annabelle" oder "The Ring", wo die Bedrohung in menschlichem Leid ohne wichtige religiöse Komponente seinen Anfang nimmt, aber dann die Gestalt eines monströsen Gegners mit nicht abzuschätzenden Fähigkeiten annimmt, der kein Mensch mehr ist.

Dazu kommt der besondere Blickpunkt der James-Geschichten, der der Lebenserfahrung des Autors geschuldet ist. Alle handelnden Charaktere sind entweder Bildungsmenschen oder Hauspersonal, als gäbe es keine anderen Leute auf der Welt. Dabei sind die Personen nicht einmal unbedingt besonders intelligent oder gebildet, aber sie gehören zu einer geekigen, verschrobenen Kultur, die man damals an Universitäten gezüchtet hat. Das sind Protagonisten, die stundenlang durch die Pampa wandern, um sich an irgendwelchen Kirchen zu erfreuen, während sie alle anderen Menschen um sich ignorieren — um dann plötzlich ein ellenlanges Gespräch mit irgendeinem wildfremden Pfarrer oder Küster zu führen, die sie automatisch als gültige Gesprächspartner und Stammesmitglieder akzeptieren. Ich denke, das zeigt viel von der Weltsicht von James und seinen Kollegen und ich finde es immer wieder faszinierend. Und weil James was Leute angeht über etwas schreibt, was ihm gut bekannt ist, wirken die Charaktere und Interaktionen auch ziemlich authentisch.

Ich persönlich mag die Geschichten sehr gern und habe da auch mit jedem neuen Lesen mehr Spaß dran. Aber James' Stil ist nicht besonders mitreißend und spektakulär. Auch mit Konflikten und Bedrohungen ist er teilweise sehr sparsam, manchmal besteht die Haupt"gefahr" des Spuks darin, das geordnete Leben von weltfremden Professoren zu stören. Und bei James' vielen Geschichten gibt natürlich auch einige halbgelungene, obskure, einfallslose Exemplare, die man nicht unbedingt gelesen haben muss. Andererseits ist James extrem gut darin, die Spannung einer Geschichte mit immer neuen kleinen Details und Ereignissen zu halten, wenn man sich auf das Tempo einlassen kann. In Sachen Stimmung und Atmosphäre kann man sich da durchaus eine Scheibe von abschneiden.

Klassische Geschichten von James sind z.B. "Casting the Runes", "Count Magnus", "Oh, Whistle, and I'll Come to You, My Lad", "The Mezzotint". Die verschaffen auf jeden Fall einen guten Eindruck und wer mit denen nicht klarkommt, braucht gar nicht weiter zu lesen, groß etwas anderes kommt da nicht mehr.

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Danke, Scimi!
Ich habe wie gesagt erst die ersten beiden Stories au dem "Ghost Stories"-Sammelband (Canon Alberic's Scrap-Book und Lost Hearts) gelesen und fand bei beiden, dass sie jeweils eine sehr effektive unheimliche Sequenz enthielten, dass aber die diversen Vorzeichen sehr dick aufgetragen waren. Und letztendlich waren für mich beide Geschichten vom Gefühl her vorbei, bevor sie richtig angefangen hatten ...
Allerdings leuchtet es mir ein, dass James ein sehr wichtiger Einfluss auf den modernen Horror ist, gerade, wenn ich mir ansehe, was du zu seinem Geister-Konzept schreibst. Mir ist aufgefallen, dass John Langan, einer meiner modernen Lieblings-Horrorautoren oft mit James verglichen wird.
ich werde mir deine Empfehlungen auf jeden Fall noch ansehen, "Mezzotint" ist sowieso die nächste Story im Band.
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Offline Scimi

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Wenn du dazu kommst, würde mich dein Feedback zum Mezzotint interessieren. Ich sage vorher mal nichts dazu…  ^-^

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Wenn du dazu kommst, würde mich dein Feedback zum Mezzotint interessieren. Ich sage vorher mal nichts dazu…  ^-^

"Mezzotint" hat sich für mein Gefühl jetzt nicht großartig von den beiden anderen Geschichten, die ich davor gelesen habe, abgehoben.

Auf der Haben-Seite gibt es für mich:
Eine interessante Grundidee.
Gute, atmosphärische Beschreibungen des Mezzotints - insbesondere des Stadiums, in dem die Geistererscheinung sich dem Haus nähert.
Glaubwürdig agierende Protagonisten, die sich für ihre geisterhaften Beobachtungen sofort Zeugen suchen, sie protokollieren und einander schriftlich bestätigen, was sie gesehen haben.
Hier und da schimmert auch ein feiner Humor durch, etwa, wenn in einer Grusel(!)geschichte die Rede davon ist, dass man den das Golf-Fachsimpeln zweier Protagonisten nun wirklich nicht zumuten kann.

Unbefriedigend leider:
Wieder mal ist die Geschichte vorbei, bevor für mein Gefühl wirklich etwas passiert ist. Vielleicht ist das einfach James' Methode, die ich unbefriedigend finde. Besonders die Auflösung des Mysteriums hinter dem Spuk finde ich fast schon lieblos - irgendwer (ich habe nicht mal so richtig kapiert, wer) kommt mit der bestenfalls mäßig unheimlichen Geschichte des Hauses um die Ecke, die in dem Mezzotint reflektiert wird. Und das war's dann.

Letztendlich ist das irgendwie eine nette Kamingeschichte, die gepflegten Grusel andeutet, der die ebenso gepflegte akademische Langeweile für ein halbes Stündchen vertreibt -  aber letztendlich bleibt mir das doch zu dünn ...

Ich bin auch mal gespannt, ob und wie man versucht, diese Art von Geschichten fü's Rollenspiel umzusetzen. Gumshoe passt zwar schon, insofern die Hauptfiguen ermitteln, aber letztendlich folgt aus diesen Ermittlungen bisher nie ein Handeln. Wenn man das mit Lovecraft vergleicht, gibt's bei Letzterem schon ein sehr viel stärkeres Bekenntnis zur Abenteuergeschichte, während ich bei MR James bisher nur Leute sehe, die sich auf keinen Fall jemals in Gefahr begeben würden, um einem Geheimnis auf den Grund zu gehen.
Letztendlich wird man da wohl ein bisschen vom Vorbild wegmüssen und eher für die Art der Schrecken auf es Bezug nehmen als für die Art der Geschichten. Aber das ist bei Lovecraft/Cthulhu ja auch schon ähnlich.
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Offline D. Athair

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Casting the Runes und The Haunted Dolls' House fand ich ziemlich gut.

Was ich an den Geschichten mag ist: Die Erzählweise, in der nicht viel passiert. Dass nicht aufgelöst wird, ob es sich tatsächlich um übernatürliche Phänomene handelt oder Einbildungen (oder beides). Generell haben die Sachen ein bißchen was von Drone. Langsam, gewöhnlich, ... und doch das Gegenteil davon. Reduziert, ausladend und kammerhaft ... wären noch Worte.

Mitreißend ist was anderes. Trifft ähnlich auch auf James' Vorbild Sheridan LeFanu zu, den ich ganz gern mag.

Vielleicht ist das einfach James' Methode, die ich unbefriedigend finde.
Wahrscheinlich spielt das ne Rolle. Ich würd das dewegen aber nicht gleich weglegen. Ich find gerade das ... "unbefriedigende" Element richtig gut. Ähnlich wie Poes "Realismus/Psychologismus" ... ist das ne Abkehr vom Emotional-Fantastischen der früheren Gothic Novels.


Wenn man das mit Lovecraft vergleicht, gibt's bei Letzterem schon ein sehr viel stärkeres Bekenntnis zur Abenteuergeschichte, während ich bei MR James bisher nur Leute sehe, die sich auf keinen Fall jemals in Gefahr begeben würden, um einem Geheimnis auf den Grund zu gehen.
Würd ich so nicht pauschal sagen. In der Puppenhaus-Geschichte z.B. findet man schon Handelnde. 
 
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Offline D. Athair

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Ich bin wohl gerade auf die Ursprünge von Casting the Runes gestoßen:

Das schwedische Fenix-Magazin. Dort schreiben Pete Nash und Kenneth Hite.
Vom Letzteren gibt es einen Artikel zu Gumshoe und M.R.James (Count Magnus) in #1 von 2017.
Bin gerade am Lesen.
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Offline D. Athair

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Wer Lust hat, schonmal in einige der kommenden Publikationen hineinzuschnuppern, der kann dies hier machen.

Zu lesen gibt es jeweils ein Preview von Fioracitta, von Lyonesse und von Take Cover.
Im Runequest-Board unterschlagen: Da ist auch ein Preview zu Casting the Runes drin.

Gefällt mir sehr gut. Insbesondere werden da Unterschiede zu Lovecraft & Co. erklärt und die James'sche Herangehensweise wird vorgestellt.
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