Autor Thema: Reading Challenge 2021  (Gelesen 6286 mal)

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Offline Swafnir

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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #100 am: 7.04.2021 | 19:23 »
Zählen drei Romane in einem Band als ein Buch oder als drei?

Hab grad einen schönen Cormac McCarthy-Schinken (Die Border-Trologie) bekommen. Wenn die aber nur als ein Buch zählen, dann warte ich bis ich mein Ziel erreicht habe, bevor ich da drangehe. Knapp 1200 Seiten sind schon ein ganz schönes Pfund  ~;D
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Offline Huhn

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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #101 am: 7.04.2021 | 20:32 »
Ich zähl Sammelbände immer bloß als ein Buch. Das gleicht sich bei mir aus mit irgendwelchen lächerlich dünnen Kinderbüchern. :D
Wer gackert, muss auch ein Ei legen.

Offline Swafnir

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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #102 am: 7.04.2021 | 21:04 »
Ich zähl Sammelbände immer bloß als ein Buch. Das gleicht sich bei mir aus mit irgendwelchen lächerlich dünnen Kinderbüchern. :D

Wenn ich nicht schon so viele dicke Bücher hätte. Warum müssen denn Cervantes, Goethe, Grass, Melville und Simone de Beauvoir so viel schreiben? 


Aber Spaß beiseite: Ich hab die Blechtrommel jetzt zu 3/4 durch und sehne mich nach dem Ende.
« Letzte Änderung: 7.04.2021 | 21:13 von Swafnir »
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Offline Sindaja

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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #103 am: 7.04.2021 | 22:09 »
#19 Tamora Pierce: Emelan: Im Tal der tausend Feuer
Da es in diesem Band verstärkt um die Wirkung der Magie der Kinder geht, fand ich es tatsächlich ein wenig interessanter zu lesen. Wahrscheinlich macht es das aber für Kinder eher langweiliger, weil die dramatischen Aktionen erst sehr gegen Ende kommen. Die Kinder sind nun zusammen auf einer Reise. Gut auch die Darstellung eines normaleren Magiers  - nicht stereotyp schwarz-weiß.
#20 Tamora Pierce: Briar's Tale
Der letzte Teil der (ersten) Emelan Tetralogie. Wer so genug von Pandemien hat, dass dieses Thema ein rotes Tuch darstellt sollte diese Geschichte, in der es um eine Epidemie geht, nicht lesen. Ansonsten ist es für mich das Stärkste der vier Bücher. Mag daran liegen, dass es das einzige war, das es zu einem vernünftigen Preis im Original gab und die Übersetzungen vielleicht doch etwas unbeholfener sind. Oder daran, daß das Thema doch wieder etwas aktuell ist. Während es ja im SF erschiedene Arten von Seuchen als zentrales Thema gibt (vor allem natürlich im Zombie-Apokalypsen-Bereich so man ihn dazu zähl, The Twelve, Newsfeed Triologie, The Stand,  I amLegend, aber auch klassischer wie Blood Music oder Zeitreise: Doomsday Book), fällt mir im (Science)Fantasy gerade nur Nerilka/Moreta auf Pern spontan ein. Ach, und Temeraire-Novik. Vielleicht scheint das aber auch nur wegen meiner Lesepräferenzen so.
#21 Harrow: The Ten Thousand Doors of January
Ein schönes Buch über Türen in andere Welten – zumindest ist das eines der Themen. Die Protagonistin wächst beim wohlhabenden Arbeitgeber ihres Vaters auf. Ihr Leben ist einsam und sie verhält sich sehr angepasst, findet nach und nach mehr über ihre Geschichte heraus und in dem Zuge kommt sie auch mehr und mehr aus ihrem Käfig heraus. Erzählt wird auch die Geschichte der Eltern. Ein bißchen naiv vielleicht, aber auch sehr schön.
#22 Pamela Dean: Tam Lin
Ein Buch vor allem über 3 junge Frauen an einem College auf dem Weg zu ihrem Bachelor. Viel englische Literatur, die Lust macht, mal wieder etwas mehr in die Richtung zu lesen. Eingewoben in den College-Alltag sind Mythen des Colleges und die Geschichte von Tam Lin. Vielleicht schaue ich mal, welche ungelesenen Penguin Classics Goodies noch in meinem Regal stehen. Wahrscheinlich ist da Buch stellenweise etwas anstrengend, wenn man sich nicht für Literatur und Poesie interessiert.

Offline Swafnir

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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #104 am: 9.04.2021 | 18:58 »
Ich möchte mindestens ein wissenschaftliches Buch oder einen Klassiker pro Monat lesen (Lesen fürs Hirn), neben meinem normalen Lesefluss (Lesen fürs Herz).
Ich muss mal wieder ein bisschen mehr für mein Lesehirn tun. Ich möchte am Ende auf 25 Bücher kommen, davon zwölf fürs Hirn plus jeweils ein Werk aus den unten aufgeführten Epochen:

Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga - Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn
6. Günter Grass - Die Blechtrommel
7. Alexander Solschenizyn - Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch



Lesen fürs Herz:
1. R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
2. R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter



Epochen:

Aufklärung:
Sturm und Drang:
Weimarer Klassik:
Frühromantik: Ludwig Tiek - Der gestiefelte Kater
Hoch/Spätromantik:
Vormärz:
Realismus: Theodor Storm - Der Schimmelreiter


Edit: Schimmelreiter dazu gemacht
« Letzte Änderung: 14.04.2021 | 13:44 von Swafnir »
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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #105 am: 18.04.2021 | 22:44 »
Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga - Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn
6. Günter Grass - Die Blechtrommel
7. Alexander Solschenizyn - Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch
8. Anton Szandor LaVey - Die Satanische Bibel
9. Max Frisch - Homo faber
10. Erich Maria Remarque - Im Westen nichts neues
11. -
12. -



Lesen fürs Herz:
1. R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
2. R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter
3. Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker & Der Verdacht
4. Gustav Wiederkehr - Mannheim in Sage und Geschichte
5. Erich Kästner - Drei Männer im Schnee
6. -
7. -
8. -
9. -
10. -
11. -
12. -
13. -



Epochen:

Aufklärung:
Sturm und Drang:
Weimarer Klassik:
Frühromantik: Ludwig Tiek - Der gestiefelte Kater
Hoch/Spätromantik:
Vormärz:
Realismus: Theodor Storm - Der Schimmelreiter

Am Freitag hat ein Bagger unsere Internetleitung gekappt, also hab ich am Wochenende (fast) fünf Bücher gelesen. Meine letzten würde ich gerne kurz bewerten.
Die Blechtrommel halte ich für sehr überbewertet. Immer wieder schreibt Grass sehr feinsinnig und einige Teile sind sehr stark. Aber dann wieder gibt er sich verschiedenen Gedankenflüssen hin und wir schwafelig. Das ist auch ein Grund, warum das Buch viel zu lange ist. Und was Reich-Ranicki auch schon bemerkt hat: "Der Grass kann keine Sexszenen schreiben!". Die sind wirklich furchtbar. Und das weiß Grass auch selbst, denn er stellt immer im nächsten Kapitel klar, dass es sich um Sex gehandelt hat.
Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch ist kein spannendes Buch. Dennoch ist es sehr interessant wie Solschenizyn einen Tag im Leben einen Zwangsarbeiter in einem russischen Gulag schildert. Auf jeden Fall lesenswert.
Den Schimmelreiter hab ich 1997 in der Schule gelesen. Jetzt hab ich ihn mir nochmal vorgenommen. Liest sich gut, allerdings find ich das Ende jedes mal wieder arg unrealistisch. Elkes Motiv für das was sie tut, ergibt einfach keinen Sinn. Das stört mich auch 24 Jahre später noch.
Als verschwendete Zeit würde ich das Lesen Der Satanischen Bibel von Anton Szandor LaVey bezeichnen. Das Buch ist so infantil wie die Texte der Böhsen Onkelz und so geistreich wie eine Abrissbirne. Sie soll ja in einer Walpurgisnacht 1968 geschrieben worden sein. Und genauso liest sie sich auch, als solle sie fundamentalistische Christen der späten 60er trollen. Dabei ist sie allerdings immerhin unfreiwillig komisch. Als Satire würde ich ihr 4/5 Punkten geben. Außerdem hab ich noch nie sonen exzessiven gebrauch von Ausrufezeichen gesehen!
Friedrich Dürrenmatt finde ich ja genial. Der Verdacht hab ich damals auch in der Schule gelesen und fand den Roman klasse. Vor zwei oder drei Jahren hab ich den nochmal gelesen und letzte Woche mitbekommen, dass Der Richter und sein Henker ja die Vorgeschichte ist. Nun hab ich die Doppelausgabe am Freitag bei meiner Tante im Regal gesehen, und das Ding gleich durchgelesen. Die Sprache ist toll und Kommissär Bärlach eine wunderbar bärbeißige Hauptfigur. Demnächst muss ich mir mal "Das Versprechen" schnappen.
Und wenn ich schon gerade bei Schweizer Autoren war, hab ich mir dann den Homo faber von Max Frisch geschnappt. Ich mag seinen minimalistischen Stil, aber den Roman dann doch etwas dünn. Weder die Hauptfigur noch die "Handlung" konnten mich fesseln und die immer beschriebene Wandlung seines Weltbildes konnte mich auch nicht überzeugen.
Gerade bin ich mit Im Westen nichts neues fertig. Das ist ein wirklich starkes und bedrückendes Buch. Es fesselt ungemein und das Lesen ist nicht unbedingt vergnüglich. Ich kann sagen, dass es eines der besten Bücher ist die ich bisher lesen durfte.

 
« Letzte Änderung: 21.04.2021 | 11:47 von Swafnir »
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Offline Menthir

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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #106 am: 19.04.2021 | 15:01 »
#15

Roy F. Baumeister & John Tierney - Willpower - Rediscovering Our Greatest Strength

Ich bin ja normalerweise nicht so der Leser von Büchern, die sich als Ratgeber gerieren oder versuchen Ratgeber und Sachbuch zu vereinigen, aber dieses Werk war verblüffend unaufdringlich.
Das Thema Willenskraft ist zudem bei mir im Freundes- und Bekanntenkreis zuletzt ausführlich diskutiert wurden, sodass die Lektüre letztlich interessant klang.

Baumeister und Tierney unternehmen den Versuch, anhand von psychologischen Experimenten, diverse Sachverhalte zum Thema der Willenskraft plastisch darzustellen, ohne sich zu sehr auf die wissenschaftliche Nüchternheit zu verlassen, sie werden dabei erzählerisch, ohne zu entspannt zu werden; und von mir sehr geschätzt: sie vermeiden es, belehrend zu werden und zu behaupten, dass sie den einzig wahren Weg gefunden hätten.

Letztlich ist das Buch mehr eine Zusammenfassung von vielen, kleinen Versatzstücken zum Thema Willenskraft, die man entweder aus eigener Anschauung oder aus dem common sense kennt, dazu ein paar Zusätze und das Aufräumen mit ein paar Missverständnissen. Beispielsweise zu den Jojo-Phasen von Diäten wird da etwas gesagt, oder es werden Querbezüge zum Getting Things Done von David Allen gezogen. Und es ist gefällig genug geschrieben, um nicht zu langweilen.

Es bleibt am Ende vor allem hängen, dass es eigentlich falsch ist, von blanker Willenskraft zu sprechen. Zumindest ist in der Art und Weise wie Baumeister und Tierney es verstehen, vielmehr ist von einer Willensausdauer zu sprechen, die zwar trainiert werden kann, aber allen voran ähnlich des Ausdauersports vor allem eine Mischung aus Training der eigentlichen Willenskraft und aus geschicktem Ressourcenmanagement ist. Und unabhängig davon, welche individuellen Maßnahmen man findet (lediglich vor Prokrastination warnen sie - bis auf in Ausnahmen - ansonsten stellen sie unterschiedliche Möglichkeiten und Ansätze frei), letztlich bleibt alles davon abhängig, wie gut man seine Ressource Willensausdauer verwalten kann.

7 von 10 Punkte

#16

Max Weber - Politik als Beruf

In Webers nachträglich bearbeiteten Vortrag zum Thema der Politik als Berufung ist sicher viel reininterpretiert, viel ausgelegt und viel debattiert wurden. Ich kann und will die Breite gar nicht weitergeben, weshalb ich zuvorderst meinen eigenen Eindruck schildern möchte.

Der Vortrag ist meines Erachtens vor allem als strukturalistischer Beitrag zur Thematik des Berufspolitikers zu lesen, da er dort seine Stärken hat. Zwar debattiert Weber auch die Dimensionen unterschiedlicher ethischer Ansätze (vor allem setzt er sich mit dem Gegensatz von Gesinnungs- und Verantwortungsethik), aber tatsächlich hat er zum ethischen Anspruch oder zur Motivation eher wenig zu sagen.

Die Analyse der Herrschaftstypen und der darin strukturell handelnden Personen hingegen ist das Kernstück dieses Vortrags.
Die Rechtfertigung eigener politischer Ambition und auch eine gewisse Hoffart wird hier und da deutlich, wenn man das Buch liest, und besonders deutlich wird es, wenn man bedenkt, dass Weber ihn nur hielt, damit Kurt Eisner ihn nicht hält, aber das schmälert nicht die strukturelle Leistung des Beitrages.
Diese zeichnet sich durch die konzise Beschreibung von Herrschaftstypen und ihren jeweiligen Bedingungen aus und ist nach wie vor ein hervorragender Einstieg in das Thema. Häufig wird das Werk ja vor allem wegen Webers Beschreibung des charismatischen Führungstypus - des Demagogen - herangezogen und dann wegen des Zeitpunktes des Vortrags (1919) als Prophezeiung des Aufstiegs Hitlers herangezogen, aber damit wird man dem Werk und seiner Aussage wohl kaum gerecht.

Insgesamt kann der Vortrag - der nichts an struktureller Aktualität verloren hat - immer noch mit großem Gewinn gelesen werden.

8 von 10 Punkte

#17

Umberto Eco - Der Name der Rose

Der Ruf dieses Werkes durfte den meisten bekannt sein, aber ich will sein Loblied dennoch auch nochmal singen. Welch ein gutes Werk! Und auf wie vielen Ebenen.
Es ist eine kleine Einführung in die Logik, in die Philosophie, in die Semiotik und in die Mediävistik, es ist ein Detektivroman nach klassischem Stil (Sherlock & Watson = William von Baskerville & Adson), es ist ein Sittengemälde, es ist ein historischer Roman, es ist einfach ein gelungenes Potpourri aus allen möglichen Einflüssen, und natürlich bedeutungsschwanger ohne Ende.

Das Sujet im Bereich der Mönchskopisten zu suchen, dort dann viele Einflüsse zu kopieren (Sherlock = Baskerville, auch in der Beschreibung bspw. oder die Bedeutung Borges verglichen mit dem Autoren Borges), und ihnen doch mit eigenen Zeichen und Wegen eigenes Leben zu geben, ja, all die Logik und das Lesende in dem allgemeinen Chaos abbrennen zu sehen, und damit die Themen des Werkes zu unterstreichen, ist in seiner Konstruktion schon ein ganz besonderes Werk.
Ein Werk, in dem Konstruktion, Beschreibung, Modell und Wirklichkeit Hand in Hand geht und irgendwas zwischen Roman, Mockumentary, philosophisch-theologischer Vorlesung und
Gewölbekunde bildet (für die D&D-Freunde ist es sogar ein gelungener Dungeoncrawler in einigen Szenen), ist außergewöhnlich.
Besonders außergewöhnlich, wie Eco alles in seinem Werk spiegelt; in der Handlung, sei es die kirchenmittelalterliche Architektur, sei es der Diskurs über das Lachen und Komödiantische, etc.

Und jetzt mag es am Anfang so sein, dass die ein oder andere Erklärung zu lang und zu nichtig erscheine, ist dem nicht so, denn Eco begegnet diesem damit, dass jede seiner gelehrten Diskurse - sei es über Brillen, über das Küchenlatein, über Häresie, Architektur, Essenskultur etc. - eine immanente Rolle in seinem Stück spielt und somit nicht einfach der Beschreibung, sondern auch immer der Handlung gilt.

Und so ist es letztlich folgerichtig und befriedigend, dass selbst Sherlocks - verzeiht, Baskervilles - Logik nicht reicht, um alles zu erfassen und zu verhindern. Dass alle künstlich erzeugte oder verstandene Ordnung nur eine unzureichende und doch notwendige Verkürzung, ja beinahe Skizze der Wirklichkeit ist, in der alles wohlgeordnet werden kann und doch stets darüber hinausweist, darüber hinausweisen muss.

Bei allem theoretischen Salbadere, bei allem Aufguss, bei allem Konstrukt bleibt es zudem noch immer ein lesenswertes und gar nicht mal knöchernes Werk.

Ja, ein wirklich befriedigender Lesegenuss. Ein Werk, welches zurecht zu den Großen der Weltliteratur zählt.

9 von 10 Punkte.
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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #107 am: 20.04.2021 | 00:02 »
Am Freitag hat ein Bagger unsere Internetleitung gekappt, also hab ich am Wochenende (fast) fünf Bücher gelesen.

Oh, so einen Bagger bräuchte ich auch!
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Offline Swafnir

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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #108 am: 20.04.2021 | 10:18 »
Oh, so einen Bagger bräuchte ich auch!

Für mich wars gut, weil ich frei hatte und nichts vor. Meine Frau (und diverse Nachbarn) war aber im homeoffice und die Nachbarskinder im homeschooling. Die dürfen jetzt alles nachholen. Heute hat uns der Bagger übrigens den Hauseingang weggebuddelt. Wir dürfen jetzt durch den Keller und den Hinterausgang gehen. Keine Ahnung wie die Post kommen soll. Wenn ich jetzt aber meine Lieferung vom Roland bei der Post abholen muss, dann platz ich  >:(
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Offline Swafnir

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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #109 am: 25.04.2021 | 12:32 »
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3. Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker & Der Verdacht
4. Gustav Wiederkehr - Mannheim in Sage und Geschichte
5. Erich Kästner - Drei Männer im Schnee
6. Bernhard Schlink - Der Vorleser
7. -
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Drei Männer im Schnee von Erich Kästner fand ich lustig und gut zu lesen, allerdings schon etwas sehr albern. Aber der Schreibstil von Erich Kästner hat einfach irgendwie was heimeliges.
« Letzte Änderung: 27.04.2021 | 16:05 von Swafnir »
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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #110 am: 26.04.2021 | 11:11 »
#6
Kerstin Gier: Silber - Das erste Buch der Träume

Die 15-jährige Liv Silber hatte sich sehr darauf gefreut, demnächst mit ihrer kleinen Schwester Mia, dem Kindermädchen Lotti und ihrer zerstreuten Mutter in einem heimeligen Cottage in England zu leben. Doch als die beiden Schwestern am Flughafen in London ankommen, hat ihre Mutter "Mr. Planänderung" dabei und statt des gemütlichen Cottages wartet das Leben als Patchworkfamilie mit "Mr. Planänderung" Ernest und seinen beiden Kindern, den 17-jährigen Zwillingen Grayson und Florence, im großen London auf sie. Kein Wunder, dass Liv bei all dem Chaos so merkwürdige Träume hat. Dass sich Grayson und seine gutaussehenden Freunde mitten in der Nacht auf dem Friedhof treffen, um einen Dämon zu beschwören, wäre ja auch zu absurd - und dass Liv die vom Dämon auserwählte Jungfrau sein soll, die den Kreis vervollständigt, wohl erst recht. Richtig gruselig wird es aber, als sich die Anzeichen dafür häufen, dass die Jungs denselben Traum hatten und sich daran ebenso gut erinnern können wie Liv. Was hat es mit diesen Klarträumen, den Türen und dem schaurigen Dämon auf sich?

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und hatte es ausgewählt, weil ich die Edelsteintrilogie der Autorin mochte und das hier irgendwie so ähnlich sein soll. Ist es auch - die Geschichte teilt sich wieder auf zwischen einem magisch-mystischen und einem romantischen Subplot. Mir hat dennoch die Edelstein-Trilogie besser gefallen. Irgendwie hat "Silber" so seine Längen, wenn immer und immer wieder beschrieben wird, wie unfaaaassbar gut Henry, der schmucke Bursche, doch aussieht. Und Grayson. Und Arthur. Und Jasper. Und wie hässlich andere Jungs sind (was sie automatisch auch immer zu charakterlich schlechten Personen macht, sodass es dann auch gerechtfertigt und nicht oberflächlich wirkt, wenn die Protagonistin sie beiläufig abkanzelt).

Die Hauptfigur ist mir recht unsympathisch. Irgendwie soll man Mitleid mit ihr haben, weil sie wegen des Jobs ihrer Mutter so oft umziehen müssen. Aber am Ende bleibts dabei, dass sie recht wohlhabend sind und über den neuen Freund ihrer Mutter so richtig in der Londoner Oberschicht ankommen, in einem riesigen Haus mitten in der Stadt leben und auf eine angesehene Schule gehen dürfen - und alles, was ihnen dazu einfällt, ist rumzujammern, wie schlecht es ihnen doch geht. Hat mich nicht so abgeholt. Ich persönlich mag auch Geschichten nicht, in denen Kinder und Jugendliche den neuen Partner eines Elternteils von vorneherein nicht leiden können und sich dann erstmal total daneben benehmen, um den wieder loszuwerden. Das ist so ein Storyelement, das soll wohl voll nachvollziehbar sein - nervt mich aber einfach nur, weil ich sowas albern finde.

Richtig creepy fand ich eine Szene, in der Liv von zwei der Jungs auf ner Party in nen abgelegenen Kinoraum geführt wird, wo sie ihr dann irgendwas von einem "Spiel" erzählen, für das Liv dringend Jungfrau sein müsse und ob sie mitmachen wolle, während ein dritter Junge gerade mit alkoholischen Getränken reinkommt ... und Liv bleibt tatsächlich dort und sagt JA?! WTF. Ich weiß, sie vermutet schon, dass es um diese Traumsachen geht und um den Dämon und weiß nicht was. Aber diese Szene ist, Fantasy außenvorgelassen, einfach nur schaurig. Hätte ich nicht gewusst, dass das ein friedliches Jugendbuch ist und die Jungs alle ganz nett sein sollen - ich hätte schwören können, dass das der Auftakt zu ner grauenhaften Vergewaltigungszene sein soll. Ich mein, da schrillen doch bei jedem denkenden Menschen alle Alarmglocken! o.O Wie kann man das in einem Jugendbuch für junge Mädchen als ne sinnvolle Entscheidung von Liv darstellen?

Unabhängig davon macht aber auch viel an dem Buch Spaß. Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt routiniert, die Sprecherin des Hörbuchs hat eine angenehme Stimme und die Geheimnisse um die Traumwelten und ihre Funktionen machen Laune. Zugegebenermaßen - die Idee, wie Träume sich zusammensetzen, find ich doch recht oberflächlich (meist sind sie durchschaubare Zusammensetzungen von Elementen aus den Tagen davor und ganz einfach zu deuten), aber hey - es ist eben auch keine Abhandlung über Träume, sondern eine nette Fantasystory für, wie ich schätze, 13-15-jährige Mädchen. Um es nebenher beim Puzzeln zu hören, wars unterhaltsam genug und ich werd mir auch den zweiten Band mal noch anhören, auch weil die wirklich spannenden Rätsel noch nicht gelöst wurden (Wer ist denn nun Secrecy, die/der den Lästerblog der Schule betreibt und scheinbar ALLES weiß? Hab Vermutungen ...)  ;D
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Offline Menthir

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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #111 am: 27.04.2021 | 16:03 »
#18

Sten Nadolny - Die Entdeckung der Langsamkeit

Dieser Roman über den Polarforscher John Franklin, der bekannterweise auf der Fahrt der Schiffe Erebus und Terror in der Arktis auf der Suche nach der Nordwestpassage sein Ende fand, folgt der Lebenslinie dieses Mannes im halb faktischen, halb fiktiven Gewand. Eigentlich folgt es der Langsamkeit der Figur.

Nadolnys Franklin ist dabei ein angenehmerweise etwas anderer Held, der die Welt anders und langsamer versteht, sich dafür aber mit Beobachtungsgabe und Beharrlichkeit der Welt nähert, seine Nachteile und seine gesellschaftliche Ächtung in Achtung verwandelt. So lässt sich der Roman sicher positiv beschrieben.

Man könnte aber auch sagen, dass er in seinem Tempo, nach seinen Stärken lebt und mit seiner störrischen Art seinen Weg ein Stück erzwingt und vielen Menschen Tod und Verderben bringt, in einer spannenden, langsamen Form des Egoismus, denn obwohl viele John Franklin, seinen Ideen und seiner Art Tür und Tor öffnen, scheint er es nur in wenigen Ausnahmesituationen, ja, eigentlich gar nicht zurückzugeben und nur indirekt zu fordern.

Es wird die Lust am Entdecken beschrieben, aber auch, dass die Welt für John Franklin um John Franklin kreist. Das Schnelle wird abgelehnt, das Langsame wird emporgehoben, und Nadolny verarbeitet seine Erfahrungen als Lehrer und als Literatenkind ausreichend in diesem Buch.

Leider kann Nadolny zudem die "graziöse Schwere" bezeichnete Langsamkeit nicht halten, und je weiter das Buch fortschreitet, desto mehr eilt er durch die Lebensstationen Franklins, bemüht alle Winkelzüge dieses wuchtigen, einflussreichen Lebens zu betrachten und die Bewunderung dafür auszudrücken. Dadurch ist das Ende etwas leidlich eilig im großen dritten Part des Buches.

Dennoch bleibt, dass es ein spannendes Unternehmen ist, die Langsamkeit des Protagonisten und die Andersartigkeit in den Fokus zu setzen, leider bleiben die Nebenschausteller dadurch etwas binär zurück und wir entdecken deren Motivation immer nur oberflächlich. Der Schreibstil ist einfach und gefällig. Wirkliche Spannung entwickelt das Buch allerdings nicht, sodass es tatsächlich eher etwas für eine lauere Lesestimmung ist, wenn man sich selbst etwas der Langsamkeit hingeben will.

Die letzte Darstellung von Franklin, die ich fiktiver Art las, war die in Terror von Dan Simmons, in der als egoistischer, pseudopompöser Snob und Hanswurst dargestellt wurde, der nochmal Glorie erreichen wollte, nachdem seine vorherigen Expeditionen scheiterten und er als Gouverneur des Van Diemen's-Landes (Tasmanien) abkommandiert wurde. Insofern war der Vergleich in der Charakterisierung spannend.

Insgesamt ein brauchbares, aber trotz des Bestsellerstatus für mich nur durchschnittliches Buch. 

5 von 10 Punkte.
« Letzte Änderung: 27.04.2021 | 16:06 von Menthir »
„Zutrauen veredelt den Menschen, ewige Vormundschaft hemmt sein Reifen“ - Johann Gottfried Frey

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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #112 am: 28.04.2021 | 14:36 »
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1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #113 am: 2.05.2021 | 23:54 »
Meldung April:

#17 Wolfgang Hohlbein - Schattenchronik Band 3 - Die Kinder der fünften Sonne von Marc Alastor E.-E.
Dilara erzählt ihrem Gefährten Calvin von ihrer Reise im ausgehenden 19. Jahrhundert, in der sie weltweit Informationen
für Antediluvian sammelt. Längst weiss sie, daß der Ur-Nosferatu mehr über die mysteriöse Herkunft der Vampire weiß,
und um seine Macht zu sichert, diese Kenntnisse für sich behält und Beweise vernichtet.
Als Dilara in Avignon den Auftrag erhält, ein uraltes Dokument aus den geheimen Archiven des Vatikans zu stehlen, und
zugleich erfährt, daß offenbar die Rosenkreuzer ebenfalls an dem Manuskript interessiiert sind, ahnt sie, daß es ein
letzter Schlüssel zu allen Geheimnissen sein könnte.
Nicht ganz freiweiliig steht ihr die bezaubernde Rosenkreuzerin Gelophee Roche zur Seite, und so beginnt eine unweigerliche
Irrfahrt, die Dilara durch Zweifel, Lug und Trug geradewegs zu einer unliebsamen Gewißheit führt...

Fazit: Wie bereits in meiner Meldung von März geschrieben: Band 1 habe ich vor einigen Jahren gelesen. Fand die Geschichte gut;
aber nicht soo fesselnd wie die Folgebände 2 & 3... Jetzt muss ich mich erstmal wieder in Geduld üben, bis weitere Bände den Weg
in meinen Besitz finden.


#18 James O'Barr - The Crow - Ultimate Edition
Als James O'Barr den Schmerz und die Qual einer persönlichen Tragödie in die Zeichnungen von The Crow einfließen ließ, fand
seine äußerst kathartische Geschichte von Eric - der von den Toten aufersteht, um den brutalen Mord an sich und seiner Verlobten zu
rächen - bei Lesern auf der ganzen Welt Anklang. Mit The Crow: Ultimate Edition liegt die illustrierte Erzählung, die die Grundlage
für den "überwältigenden" (Roger Ebert) Kinoerfolg voller "unauslöschlicher Bilder" (Rolling Stone) bildete, nun erstmals nach über
25 Jahren wieder auf Deutsch vor.

Fazit: Ein sehr beeindruckendes Buch. Bis ich die Werbung aus dem Rollenspielladen meines Vertrauens gesehen habe, wusste ich
nichtmal das einer meiner Lieblingsfilme auf einem Comic basiert.


#19 Die Wahrheit über Katzen
Die Wahrheit über Katzen - was Sie schon immer über die flauschigen Mitbewohner wissen wollten!
Zitate, Sprüche und Witziges über all die positiven und negativen Eigenschaften, die eine Katze so ausmachen.

Fazit: Eigentlich ist mit dem Einband schon alles wichtige gesagt. Für mich als Forenkatze defintiv ein Must-Have


#20 Cherry Gilchrist - So werde ich Alchimist
Alchemie ist nicht nur eine mittelalterliche "Wissenschaft", mit deren Hilfe man angeblich Blei in Gold verwandeln konnte. Alchemie
war darüber hinaus schon immer eine magische Lehre, die vor allem die Spiritualität und Sinneserfahrungen der Menschen anregte.
Cherry Gilchrist beschreibt und lehrt, auf welche Art und Weise jeder seine verborgenen Fähigkeiten ans Licht holen und zur Entfaltung
bringen kann.
Die beschriebenen Übungen bilden die Schlüssel zu Kräften, die jeder von uns auf den Gebieten der Kunst, der Musik, der Heilkunde,
der Psychologie und der Spiritualität, aber auch für die Problemlösung im Alltag in sich zu wecken vermag.

Fazit: Ein interessantes Buch. In den Kapiteln sind Aufgaben aufgeführt, die man (wenn man möchte) abarbeiten kann. Darauf habe ich
aktuell verzichtet.

Offline Samael

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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #114 am: 3.05.2021 | 08:12 »
#8
Zelazny, Guns of Avalon.

#9
Zelazny, Sign of the Unicorn.

Band 2+3 des ersten Amber-Zyklus. Wenn ich mit Band 5 durch bin, schreibe ich noch ein paar Takte mehr zur Buchreihe, habe ich mir vorgenommen.

#10 Roger Zelazny, The Hand of Oberon
Das wäre Band 4/5 des ersten Amber-Zyklus. In Band 5 bin ich vor Wochen stecken geblieben. Ärgerlich!

#11 Simenon, Maigret und das Verbrechen in Holland
Ganz ordentlich. Das alte Simenon-Thema katholische vs protestantische Lebensart wird mal wieder aufgegriffen.

#12 Bruno Bleckmann, Die Germanen
Lesenswerter Überblick über die Geschichte der germanischen Völker von den ersten Erwähnungen in antiken Quellen bis zu den Wikingern. Wobei letztere nur sehr weit ausgegriffen behandelt werden und der Fokus, getreu des akademischen Hintergrundes des Autors, auf der Antike und Spätantike liegt.
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Offline Raiden

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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #115 am: 3.05.2021 | 12:56 »
#8 Grave Peril, der dritte Band der Dresden Files
Die ersten beiden Bände waren nicht so gut, aber der dritte hat mich echt Überzeugt und ich bin gespannt wie es weiter geht.

#9 Der Drachenkönig, ein DSA Roman von Uschi Zietsch
Ganz lose Fortsetzung von Túan der Wanderer aber deutlich besser, nicht wirklich einer der besten DSA Romane die ich gelesen hab aber doch besser als ihr erste.
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Offline Huhn

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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #116 am: 3.05.2021 | 17:15 »
#7
Kerstin Gier: Silber - Das zweite Buch der Träume

Ich zitiere mal faul die Inhaltsangabe von der Verlagsseite.
Zitat
Liv ist erschüttert: Secrecy kennt ihre intimsten Geheimnisse. Woher nur? Und was verbirgt Henry vor ihr? Welche düstere Gestalt treibt nachts in den endlosen Korridoren der Traumwelt ihr Unwesen? Und warum fängt ihre Schwester Mia plötzlich mit dem Schlafwandeln an?

Albträume, mysteriöse Begegnungen und wilde Verfolgungsjagden tragen nicht gerade zu einem erholsamen Schlaf bei, dabei muss Liv sich doch auch schon tagsüber mit der geballten Problematik einer frischgebackenen Patchwork-Familie samt intriganter Großmutter herumschlagen. Und der Tatsache, dass es einige Menschen gibt, die noch eine Rechnung mit ihr offen haben – sowohl tagsüber als auch nachts …

Joar, lohnt sich meiner Meinung nach nicht. Alles was am ersten Band noch cool war, fällt im zweiten weg. Die Traumwelt ist bekannt und wird zwar ausgebaut, aber dabei irgendwie um keine neuen Elemente erweitert. Alles wird ins Endlose wiederholt und so wirklich kreativ wirds in Bezug auf die Traumwelt leider nur selten. Von der recht platten Vorstellung dessen, wie Träume sich so zusammensetzen und wovon Leute träumen, mal ganz abgesehen. Nicht jeder Traum ist ein plattes Abbild diverser, klar erkennbarer Elemente aus dem Alltag. Und nicht jedes Kleinkind träumt von Zuckerwatte und Disney-Gesang, nur weil es ein Kleinkind ist - als hätten kleine Kinder keine für aus ihrer Sicht realen Probleme und Belange. Die Beziehung mit Henry wird so ein elendes "Wir reden nicht miteinander und wundern uns dann über Missverständnisse"-Geleier. Der Bösewicht ergeht sich in endlosen Monologen über seine Fiesigkeit. Und die Protagonistin ist eine nutzlose Heulsuse, die zwar nicht müde wird zu betonen, wie stronk und intepentent sie ist, sich aber in eigentlich jeder Situation von irgendwelchen Kerlen retten lässt, weil sie nix auf die Reihe kriegt. Die schlafwandelnde Schwester könnte problemlos so an ihr Bett gebunden werden, dass sie sich selbst nicht befreien kann, Problem gelöst ... aber es ist natürlich viel spannender, das nicht zu tun ... AAAHHHHH!!! SIND DIE EIGENTLICH ALLE MITM KLAMMERBEUTEL GEPUDERT WORDEN?!

Hab mich nur aufgeregt, das Hörbuch taugte daher nicht mal, um es lockerflockig nebenher nudeln zu lassen. Den dritten Band spare ich mir.
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Offline Sindaja

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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #117 am: 6.05.2021 | 22:39 »
Der April war lesetechnisch etwas langsamer:
#23: Robin McKinley: A Knot in the Grain
Eine Kurzgeschichtensammlung. Am besten haben mir die ersten beiden gefallen - wahrscheinlich, weil sie in der Welt des „Blue Sword“ spielen. Die ersten vier sind in Fantasy-Welten angesiedelt, die letzte gefühlt irgendwo in Nordamerika. Generell ist McKinleys Erzählstil eher ruhig und innengewandt. 
#24: Patricia McKillip: Alphabet of Thorns
Alte Mythen werden durch eine Übersetzungsaufgabe  lebendig und vor allem zwei junge Frauen finden einiges über sich selbst heraus. Ein stimmungsvoller Roman, der auch zeigt, daß Mythen sich mit der Zeit verändern und mit dem eigentlich Geschehenen oft nur noch grob etwas zu tun haben.Vielleicht bisher mein Lieblings-McKillip.
#25: Colin McPhee: Ein Haus in Bali (#5 „Nicht SF/Fantasy“)
Das Buch wollte ich schon lange lesen. Der Komponist Colin McPhee lebte in den 30ger Jahren längere Zeit auf Bali und schriebt darüber. Im Zentrum steht das Kulturleben. Da ich sein aus dieser Erfahrung entstandenes Werk Tabuh-Tabuhan schon lange sehr schätze und auch durch mein Studium ein Interesse an der dortigen Musik entwickelt habe, fand ich das Buch auch in seinen längeren Ausführungen zu unterschiedlichen Aufführungen und Inhalten der Schattenspiele interessant. Und manches erinnerte mich an die spannende Begegnung 2005 mit indonesischen Musikern im Haus der Kulturen der Welt. Wir waren in die Begegnung als Studenten direkt eingespannt, da unser Professor die Begegnung zusammengestellt und mitorganisiert hatte  und die große Virtuosität der einfachen Reisbauern auf Bali und deren live aufgeführter Kecak als Zugabe sind eine bleibende Erinnerung . In gewisser Weise wird dem in McPhees Buch noch zusätzlicher Hintergrund gegeben, da wir  mehr die instrumental-musikalische,weniger die theatrale und tänzerische Seite kennenlernten. Für Leser, die mit der dortigen Musik-Kultur wenig anfangen können, kann es sein, daß das Buch doch zu musikalisch ist, auch wenn zwischendurch  immer wieder ein Fokus auf Menschen gelegt wird.

Offline Swafnir

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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #118 am: 10.05.2021 | 09:21 »
Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga - Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn
6. Günter Grass - Die Blechtrommel
7. Alexander Solschenizyn - Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch
8. Anton Szandor LaVey - Die Satanische Bibel
9. Max Frisch - Homo faber
10. Erich Maria Remarque - Im Westen nichts neues
11. -
12. -



Lesen fürs Herz:
1. R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
2. R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter
3. Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker & Der Verdacht
4. Gustav Wiederkehr - Mannheim in Sage und Geschichte
5. Erich Kästner - Drei Männer im Schnee
6. Bernhard Schlink - Der Vorleser
7. Cormac McCarthy - Die Abendröte im Westen
8. Stanislaw Lem - Sterntagebücher
9. -
10. -
11. -
12. -
13. -



Epochen:

Aufklärung:
Sturm und Drang:
Weimarer Klassik:
Frühromantik: Ludwig Tiek - Der gestiefelte Kater
Hoch/Spätromantik:
Vormärz:
Realismus: Theodor Storm - Der Schimmelreiter
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Offline Samael

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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #119 am: 10.05.2021 | 09:37 »
Zählen drei Romane in einem Band als ein Buch oder als drei?


Ich würde sie als drei Bücher zählen, solange sie ursprünglich einzeln erschienen sind.
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Offline Huhn

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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #120 am: 10.05.2021 | 11:41 »
Swafnir, ich hab bei dir glaube den Überblick über die Challenge verloren. Im Startpost steht noch was von "insgesamt 25 Bücher" und das haut mit deiner mittlerweile erweiterten Zahl an "Herzbüchern" nicht mehr hin. Sag mal an, was ich am besten notieren soll. :)
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Offline Swafnir

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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #121 am: 10.05.2021 | 13:35 »
Swafnir, ich hab bei dir glaube den Überblick über die Challenge verloren. Im Startpost steht noch was von "insgesamt 25 Bücher" und das haut mit deiner mittlerweile erweiterten Zahl an "Herzbüchern" nicht mehr hin. Sag mal an, was ich am besten notieren soll. :)

25 Bücher (davon mindestens 12 fürs Hirn) plus die sieben Epochen. Ende Juni werde ich aber mal schauen wie es aussieht und nochmal nachjustieren.
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Offline Huhn

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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #122 am: 10.05.2021 | 13:39 »
Ah ok, hatte fälschlich die 7 Epochen mit zu den 25 Büchern gerechnet. Na da bist du ja schon richtig weit mit der Challenge. :o
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Offline Swafnir

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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #123 am: 10.05.2021 | 14:08 »
Ja, ich hab gerade wieder richtig Spaß am Lesen gefunden. Die zwei Bücher von Maryanne Wolf haben mich mal neu über meinen Medienkonsum nachdenken lassen.
Und ich musste viel Recherche für meine Hausarbeit im Fernstudium lesen. Jetzt bin ich wieder im Flow.   ~;D
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Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #124 am: 10.05.2021 | 23:21 »
#19

Bernd Greiner - Henry Kissinger - Wächter des Imperiums

In Kürze ließe sich das Buch vorstellen: Bernd Greiner stellt fest, dass Henry Kissinger seine Karriere zum Großteil auf Hintertreiben und Diffamierung von Konkurrenten und Gefährten, öffentlich wie im Zwiegespräch, aufbaut. Bernd Greiner versucht sich eine Scheibe von Kissinger abzuschneiden, um ein Buch über Kissinger zu schreiben.

Die Wahrheit ist freilich differenzierter, obwohl Greiner sich oft schwer tut, diese Differenzierung zu zeigen. Er versucht, die sicher zurecht umstrittene Person Kissinger zu einfach zu zeigen, ja, zu zeichnen. Geltungsdrang, historische Selbstpositionierung, Wankelmut eines dem Spotlight Hörigen.

Das Problem des Buches ist, dass es die Quellen so nutzt, als sei dies der ultimative Nachweis von Kissingers Charakterisierung durch Greiner. Doch dieses ist nicht durchweg zu halten, die Quellen - selbst an den wenigen Stellen, in denen sie direkt zitiert sind - sind nicht stark genug, um die sehr negative Lesart Greiners zu bestätigen. Die bilden eine Tendenz, ja, aber so wirklich ins Letzte überzeugend sind sie nicht.

Und da ist Greiner wiederum gut, denn er deutet an, dass Kissinger selbst so viele Nebelwände, so viele Ablenkungsmanöver schafft, dass der wahre Kissinger unbegreifbar im Hintergrund bleibt und letztlich ist es so, dass selbst ein renommierter Kopf wie Bernd Greiner nicht in der Lage ist, diesen wahren Kissinger zu identifizieren. Ja, Greiner versucht Kissinger an seinen Worten festzunageln, und gleichzeitig stellt er fest, dass Kissinger nicht an seinen willfährigen, immer wieder wechselnden und den wenigen stabilen Meinungen zu messen ist. Der wahre Kissinger bleibt ein Rätsel. Meines Erachtens schafft der Autor es nicht, dieses aufzulösen, sondern er schreibt vor allem zu und Kissinger ab.

Darin liegt im Übrigen der Unterhaltungswert dieses politisches Buches, denn dieses konsequente Zweifeln an Kissinger in derben Tönen zieht natürlich Aufmerksamkeit auf sich und liest sich interessant.
Aber der unbedarfte Leser hat andererseits keine Chance, sich ein wirkliches Bild zu machen. Denn die Lektüre des Werkes setzt eine enorme Hürde: es erklärt die historischen Zusammenhänge, in denen Kissinger wirkt, nicht. Es setzt sie voraus. Als sei jeder ein Experte des Vietnamkrieges, des Angolakonflikts, der Machtergreifung Pinochets in Chile. Dadurch verliert Greiners Darstellung für den laienhaften Leser sehr an Durchschlagskraft und damit verkommt es zu einem Rant, der nicht immer substanziell wirkt, weil das Werk durch seine Quellen, und nicht durch seine sprachliche Gestaltung zu bestechen versucht, die Quellen aber zeitgleich eher hintergründig arbeiten, außer dort, wo die Überwachungsgeräte liefen und direkt zitiert wurde.

Und so kommt es selbst dem Historiker hier und da als zu banale Abrechnung vor, die einigermaßen zu unterhalten weiß, aber das Mysterium Kissinger, welches durch das Buch aufgeworfen ist, doch nicht lösen zu vermag.

5,5 von 10 Punkte.
„Zutrauen veredelt den Menschen, ewige Vormundschaft hemmt sein Reifen“ - Johann Gottfried Frey