Autor Thema: Reading Challenge 2021  (Gelesen 7480 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Menthir

  • Experienced
  • ***
  • Urbild der kognitiven Insuffizienz
  • Beiträge: 454
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Menthir
    • Darkenfalls
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #125 am: 12.05.2021 | 12:00 »
#20

Hans Kelsen - Vom Wesen und Wert der Demokratie

Hans Kelsen ist ein Rechtswissenschaftler und Theoretiker, dessen Name wahrscheinlich nicht jedem bekannt ist, obwohl er u.a. an der österreichischen Verfassung mitgeschrieben hat und einer der Vordenker der Verfassungsgerichtsbarkeit ist.

Obwohl ich mich mit Demokratietheorie befasst habe in meinem Studium, wenngleich eher aus philosophischer Sicht, bin ich vorher nie wirklich über Kelsen gestolpert, was sicher eher mir als Herrn Kelsen anzulasten ist.
So war es eher Zufall, der mich damit in Kontakt brachte, als ich es eher willkürlich und nach dem Titel kaufend erwarb.

Das kleine Büchlein ist 1929 in der vorliegenden Fassung erschienen und wurde 2018 vom Reclamverlag nochmal aufgelegt. Es hat 164 kurze Seiten und dementsprechend ein eher kurzes, monographisches Werk.
Allerdings liegt darin auch der Zauber des Ganzen.

Kelsens Werk zeichnet sich durch eine prägnante, wissenschaftliche Nüchternheit aus, die hilft, seine Vorstellung von Demokratie herauszuschälen. Keine blumigen Phrasen, keine ideologischen Zuschreibungen, sondern eine umfassende, durchaus kritische Betrachtung der Demokratie, die er lediglich als Rahmen der sozialen Ordnung kennzeichnet, und absichtsvoll so darstellt, dass sie nicht den Inhalt vorgibt.
Hans Kelsen verzichtet dabei mitnichten darauf, auch die Schattenseiten, die Verwirrungen und Irrungen zu kennzeichnen und hangelt sich vielfach an einem Vergleich zwischen Autokratie und Demokratie entlang, und bekennt, dass Demokratie als Herrschaftsart auch seine bewussten Grenzen hat, die hier und da autokratisch zu untermauern sind oder zu untermauern sein könnten, vor allem in Hinblick auf die "Vollziehung" - für Kelsen also das Umsetzen demokratischer Beschlüsse und die Akte der Verwaltung der Demokratie, die in ihrer Effizienz gehindert wären, wenn jede Ebene demokratisch bestimmt wäre und zur Meinung finden müsste.

Letztendlich beschreibt Kelsen ein Stückweit in den 20er Jahren bereits das repräsentative, gewaltengeteilte Modell, was wir dieser Tage weitestgehend noch nutzen, und mit dieser Rückschau liest sich Kelsens Werk freilich mit einigem Gewinn, denn der gegenwärtige Zustand ist nicht zwangsläufig, gleichwohl auch nicht zufällig.

Ohne auf die einzelnen Buchkapitel in dieser Kurzbewertung einzugehen, fasst Kelsen zusammen, dass die Demokratie letztlich vom Wesen des Widerspruches, vom Aushandeln von These und Antithese, und letztlich vom Kompromiss zwischen Majorität und Minorität lebt. Dass Demokratie besonders dort lebt, wo Wertevorstellungen relativistisch sind, also Wissen auch von Generation von Generation neu verhandelt wird, wo Moral von Generation von Generation neu verhandelt wird, wo Gesellschaft von Generation von Generation neu verhandelt wird. Hier verbindet Kelsen verblüffend einfach und nachvollziehbar positivistische Wissenschaft mit einem demokratischen Weltbild.

Insgesamt eine sehr empfehlenswerte, in diesem Fall wunderbar nüchterne Lektüre.

8,5 von 10 Punkte
„Zutrauen veredelt den Menschen, ewige Vormundschaft hemmt sein Reifen“ - Johann Gottfried Frey

Offline Huhn

  • Herrin der Wichtel
  • Famous Hero
  • ******
  • Federtier
  • Beiträge: 3.453
  • Geschlecht: Weiblich
  • Username: Huhn
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #126 am: 16.05.2021 | 11:45 »
#8
Joanne K. Rowling - Harry Potter und der Feuerkelch

Ich bin mir sicher, dass ich mir bei diesem Buch die Inhaltsangabe sparen kann. Der vierte Harry-Potter-Band eben. ;)

Aktion Wohlfühllektüre läuft weiter! Ich weiß auch nicht, was diese Buchreihe richtig macht, aber zum ersten Mal seit Wochen bin ich wieder ganz in meiner Lektüre versunken. Nachdem jahrelang immer der dritte Band mein Liebling war (der erste läuft eh außer Konkurrenz) muss ich sagen, dass mir der vierte mittlerweile auch außerordentlich gut gefällt. Ich mag die Quidditch-Weltmeisterschaft und das Trimagische Turnier als Settings. "Moody" ist ne coole Socke. Und dieser Band ist der erste, der so richtig in die übergreifende Handlung einführt, wobei aber noch viel Zeit für die kleineren Alltagsprobleme bleibt, wo der fünfte dann schon ganz in Größeres eintaucht und doch eher düster wird. Ach und ich mag einfach den Humor. ;D

Hab jetzt nur ein Problem ... hatte mir von meinen Eltern vor zwei Jahren unsere alten Potter-Bücher gewünscht. Und aus einem mir nicht ersichtlichen Grund haben die mir, statt mir einfach alle Bücher, die sie eh nie lesen, zu überlassen, stattdessen die Bände 1-4 auf Deutsch und die Bände 6 und 7 auf Englisch geschenkt. Band 5 besitze ich jetzt gar nicht. Werde also demnächst wohl mal in die Stadtbibliothek huhnen, um mir den auszuleihen. Mal schauen, ob ich meinen Eltern die restlichen Bände dann zum nächsten Geburtstag aus den Rippen geleiert bekomme. :D "Aber Huhn, du hast die doch alle schon gelesen!"  :o Wtf! Ich hab die sogar alle mehrfach gelesen! Das hindert mich aber an nichts!
Wer gackert, muss auch ein Ei legen.

Offline Swafnir

  • Manowar-Model
  • Mythos
  • ********
  • Beiträge: 8.185
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Swafnir
    • Rollenspielverein Kurpfalz
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #127 am: 19.05.2021 | 08:42 »
Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga - Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn
6. Günter Grass - Die Blechtrommel
7. Alexander Solschenizyn - Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch
8. Anton Szandor LaVey - Die Satanische Bibel
9. Max Frisch - Homo faber
10. Erich Maria Remarque - Im Westen nichts neues
11. -
12. -



Lesen fürs Herz:
1. R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
2. R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter
3. Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker & Der Verdacht
4. Gustav Wiederkehr - Mannheim in Sage und Geschichte
5. Erich Kästner - Drei Männer im Schnee
6. Bernhard Schlink - Der Vorleser
7. Cormac McCarthy - Die Abendröte im Westen
8. Stanislaw Lem - Sterntagebücher
9. Noah Gordon - Die Erben des Medicus
10. -
11. -
12. -
13. -



Epochen:

Aufklärung:
Sturm und Drang:
Weimarer Klassik:
Frühromantik: Ludwig Tiek - Der gestiefelte Kater
Hoch/Spätromantik:
Vormärz:
Realismus: Theodor Storm - Der Schimmelreiter
Rollenspielverein Kurpfalz - aleam inter seria exercemus

Offline Menthir

  • Experienced
  • ***
  • Urbild der kognitiven Insuffizienz
  • Beiträge: 454
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Menthir
    • Darkenfalls
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #128 am: 21.05.2021 | 14:33 »
#21

Steven Erikson - Der Tag des Sehers - Spiel der Götter 5

Der bisher zugänglichste Band der Serie, und sicher auch in seiner Darstellung der bisher epischste Band. Für die Gesamterzählung weicht Erikson allerdings ein wenig von den unterschiedlichen Sichtweisen der Charaktere ab. Er versucht zwar immer noch diese darzustellen, vor allem durch gedankliche Introspektiven, doch er ist methodisch längst nicht mehr so abwechslungsreich wie in den ersten Bänden.

Allerdings hat es dafür den Vorteil, dass die Handlung sich deutlich verdichtet, es sich im Ganzen flüssiger liest und als gesamtes Buch zusammenhängender ist. Das ist dem epischen Finale angemessen.

Ungewöhnlicherweise verbringt Erikson nach der Auflösung der Plotlinie ungewöhnlich viel Zeit damit, seine Erzählung aufzuräumen, zu ordnen, Fäden aufzulösen und Erzählungen auch mal zu Ende zu bringen, sodass das Buch durchaus einen guten Break darstellt, wenn man sich von der Reihe trennen will oder eine Pause einlegen möchte.
Außerdem hilft das, die Geschehnisse etwas in Perspektive zu setzen.

Mir haben zwar die historisch unterschiedlichen Blickwinkel etwas gefehlt, aber ich fühlte mich nach wie vor gut unterhalten. Ein Stück weit fühlte ich mich aber in der großen Konvergenz und ihrer Aufklärung doch ein wenig an Dragonball bzw. Dragonball Z erinnert, dennoch schmälert es nicht den würdigen Abschluss der Storyline um den pannonischen Seher bis zu diesem Punkt.

9 von 10 Punkte

#22

Malcolm Gladwell - The Tipping Point - How Little Things Can Make a Big Difference

Das war mein zweiter Versuch, dieses Buch zu lesen. Im Jahr 2015 bin ich an diesem Werk gestrandet, weil es mich damals wenig reizte. Diesmal ist es mir gelungen, es zur Gänze zu lesen.

Worum geht es? Der Titel sagt es recht gut aus, und Gladwell versucht seine Punkte in wiederkehrenden und sehr wechselnden Beispielen zu illustrieren, anhand von Rauchern, der Sesamstraße, der amerikanischen Revolution, anhand der Kriminalitätsrate in New York oder dem Erfolg von Hush Puppies (gemeint sind die Schuhe, nicht das Nahrungsmittel oder die Waffe Mk22 von Smith&Wesson).
Dabei versucht er zu illustrieren, dass solche Situationen letztlich eine Spielart sozialer Epidemien sind und entsprechend dieselben Verhaltensweisen wie Krankheiten haben.

Er versucht anhand unterschiedlicher Gesetzmäßigkeiten (Law of the Few - quasi eine Mischung aus Qualitätssicherern, Verkäufern und Netzwerkern, die Ideen entscheidend sozial voranbringen oder eben große Ansteckungsherde sind; Stickiness Factor - quasi die Fähigkeit oder der Zufall, der Dinge durch Repetition oder Wiederkennungswert (meist eine Mischung) in unseren Gedanken hinterlässt; und The Power of Context - also quasi der Nachweis, wie sehr menschliches Verhalten von der Umwelt abhängig ist) diese sozialen Epidemien zu beschreiben und zu kategorisieren.
Dabei versucht er die Erzählungen so zu drehen, dass Word of Mouth-Propaganda und konsequent verfolgte Kleinigkeiten, die anhand der oben genannten Gesetzmäßigkeiten umgesetzt werden, größere Erfolge zeitigen als ein holistischer Ansatz.

Der Vorteil seines breiten Ansatzes ist, dass er die Wirkungsweisen in sehr unterschiedlichen Kontexten andeuten kann. Der Nachteil seines Ansatzes ist, dass er seine Gesetzmäßigkeiten nicht gezielt auf seine Beispiele vergleichend anwenden kann.
Gladwell schreibt sehr gefällig und es macht Spaß, seinen Ideen zu folgen, allerdings bleiben sie sehr deskriptiv und sind nur bedingt analytischer Natur. D.h. Gladwell arbeitet vor allem mit Zuschreibungen, die er nicht immer ausreichend erklärt und herleitet, obwohl er die eine oder andere Studie oder das ein oder andere psychologische Experiment heranzieht. Allerdings dienen sie nur zur Illustration, aber nicht zur kritischen Betrachtung seiner eigenen Schlüsse, sodass die tatsächliche Aussagekraft seiner Schlüsse wage bleibt.

Der Grundgedanke des Buches ist dennoch spannend, und die Erzählungen darin gefällig, sodass ich dieses Werk ein Stück weit als gutes Infotainment-Werk charakterisieren möchte. Er regt zum Denken an, ist aber doch mit einer gewissen, kritischen Haltung zu lesen, und wissenschaftlich mindestens in Teilen fragwürdig.

6 von 10 Punkte
„Zutrauen veredelt den Menschen, ewige Vormundschaft hemmt sein Reifen“ - Johann Gottfried Frey

Offline Swafnir

  • Manowar-Model
  • Mythos
  • ********
  • Beiträge: 8.185
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Swafnir
    • Rollenspielverein Kurpfalz
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #129 am: 22.05.2021 | 17:31 »
Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga - Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn
6. Günter Grass - Die Blechtrommel
7. Alexander Solschenizyn - Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch
8. Anton Szandor LaVey - Die Satanische Bibel
9. Max Frisch - Homo faber
10. Erich Maria Remarque - Im Westen nichts neues
11. Heribert Illig - Das erfundene Mittelalter
12. -



Lesen fürs Herz:
1. R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
2. R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter
3. Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker & Der Verdacht
4. Gustav Wiederkehr - Mannheim in Sage und Geschichte
5. Erich Kästner - Drei Männer im Schnee
6. Bernhard Schlink - Der Vorleser
7. Cormac McCarthy - Die Abendröte im Westen
8. Stanislaw Lem - Sterntagebücher
9. Noah Gordon - Die Erben des Medicus
10. Dean Koontz - Trauma
11. Philip K. Dick - Die drei Stigmata des Palmer Eldritch
12. -
13. -



Epochen:

Aufklärung:
Sturm und Drang:
Weimarer Klassik:
Frühromantik: Ludwig Tiek - Der gestiefelte Kater
Hoch/Spätromantik:
Vormärz:
Realismus: Theodor Storm - Der Schimmelreiter
« Letzte Änderung: 30.05.2021 | 09:52 von Swafnir »
Rollenspielverein Kurpfalz - aleam inter seria exercemus

Offline aingeasil

  • Experienced
  • ***
  • Beiträge: 404
  • Geschlecht: Weiblich
  • Username: aingeasil
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #130 am: 31.05.2021 | 18:51 »
Ich vernachlässige dank Homeoffice das Lesen aufs Schändlichste (bin bekennende Bahn-Leserin).

#7 William Sleator: Das Haus der Treppen
Irgendwann in der Zukunft: Fünf sechzehnjährige Waisenkinder finden sich in an einem nur aus Treppen und kleinen Plattformen bestehenden Ort wieder. Es entwickelt sich eine Gruppendynamik im täglichen Kampf um Essen / Überleben.

Insgesamt fand ich die ersten 2/3 des Buchs sehr stark, auch da in jedem Kapitel immer die Sicht eines Jugendlichem im Zentrum steht. Die Entwicklung ist vorhersehbar, dadurch aber nicht weniger gut. Das Ende bzw. die Auflösung finde ich aus heutiger Sicht - der Roman erschien 1974 - etwas schwach und teilweise auch unbefriedigend.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Beim Lesen habe ich mir mehrfach gesagt, dass ich die ein oder andere Szene oder auch nur die Szenerie gerne mal in einem Film oder einer (Mini-)Serie sehen würde.

Insgesamt wohl eher 3,5 / 5 Zukunftsvisionen

#8 Rita Mae Brown & Sneaky Pie Brown: Dache, dass du nicht tot bist
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Der erste Band mittlerweile 31 Bände umfassenden Abenteuer von Mrs. Murphy, Tucker und ihrer Menschin Harry. Man merkt diesem Roman noch deutlich das "Erstlingswerk" im Bereich Kriminalromanan, obwohl die Autorin schon weit davor publizierte. Hier findet Rita Mae Brown noch ihren Stil abseits ihrer feministischen, lesbischen und auch gesellschaftskritischen Romane. Der Roman weiß schon, kurzweilig zu sein (etwas anderes will er auch gar nicht), aber es fehlt ihm noch an Finesse.

Nostalgische 2,5 / 5 Leckerli

Offline Swafnir

  • Manowar-Model
  • Mythos
  • ********
  • Beiträge: 8.185
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Swafnir
    • Rollenspielverein Kurpfalz
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #131 am: 1.06.2021 | 11:06 »
Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga - Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn
6. Günter Grass - Die Blechtrommel
7. Alexander Solschenizyn - Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch
8. Anton Szandor LaVey - Die Satanische Bibel
9. Max Frisch - Homo faber
10. Erich Maria Remarque - Im Westen nichts neues
11. Heribert Illig - Das erfundene Mittelalter
12. -



Lesen fürs Herz:
1. R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
2. R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter
3. Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker & Der Verdacht
4. Gustav Wiederkehr - Mannheim in Sage und Geschichte
5. Erich Kästner - Drei Männer im Schnee
6. Bernhard Schlink - Der Vorleser
7. Cormac McCarthy - Die Abendröte im Westen
8. Stanislaw Lem - Sterntagebücher
9. Noah Gordon - Die Erben des Medicus
10. Dean Koontz - Trauma
11. Philip K. Dick - Die drei Stigmata des Palmer Eldritch
12. John Moore - Hauen und Stechen
13. -



Epochen:

Aufklärung:
Sturm und Drang:
Weimarer Klassik:
Frühromantik: Ludwig Tiek - Der gestiefelte Kater
Hoch/Spätromantik:
Vormärz:
Realismus: Theodor Storm - Der Schimmelreiter
Rollenspielverein Kurpfalz - aleam inter seria exercemus

Offline Swafnir

  • Manowar-Model
  • Mythos
  • ********
  • Beiträge: 8.185
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Swafnir
    • Rollenspielverein Kurpfalz
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #132 am: 3.06.2021 | 09:27 »
Da ich mein zu erreichenden Pensum schon fast hatte (und noch nicht mal das halbe Jahr rum ist), hab ich meine Challenge ein bisschen angepasst.
Insgesamt möchte ich jetzt bei 40 Büchern und 7 Werken aus literarischen Epochen lesen. Davon entfallen 15 fürs Hirn, 15 fürs Herz und 10 auf den Anhang N nach Gary Gygax.

Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga - Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn
6. Günter Grass - Die Blechtrommel
7. Alexander Solschenizyn - Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch
8. Anton Szandor LaVey - Die Satanische Bibel
9. Max Frisch - Homo faber
10. Erich Maria Remarque - Im Westen nichts neues
11. Heribert Illig - Das erfundene Mittelalter
12. Margret Bechler - Warten auf Antwort: Ein deutsches Schicksal
13. -
14. -
15. -


Lesen fürs Herz:
1. R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
2. R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter
3. Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker & Der Verdacht
4. Gustav Wiederkehr - Mannheim in Sage und Geschichte
5. Erich Kästner - Drei Männer im Schnee
6. Bernhard Schlink - Der Vorleser
7. Cormac McCarthy - Die Abendröte im Westen
8. Stanislaw Lem - Sterntagebücher
9. Noah Gordon - Die Erben des Medicus
10. Dean Koontz - Trauma
11. Philip K. Dick - Die drei Stigmata des Palmer Eldritch
12. John Moore - Hauen und Stechen
13. -
14. -
15. -



Epochen:

Aufklärung:
Sturm und Drang:
Weimarer Klassik:
Frühromantik: Ludwig Tiek - Der gestiefelte Kater
Hoch/Spätromantik: ETA Hoffmann - Der Sandmann
Vormärz:
Realismus: Theodor Storm - Der Schimmelreiter

Anhang N:

1. J.R.R. Tolkien - Der Herr der Ringe
2. -
3. -
4. -
5. -
6. -
7. -
8. -
9. -
10. -


Edit: Hab gemerkt, dass ich in der Arbeit nicht in HdR-Stimmung komme. Daher lese ich gerade parallel.
« Letzte Änderung: 10.06.2021 | 20:46 von Swafnir »
Rollenspielverein Kurpfalz - aleam inter seria exercemus

Offline Sindaja

  • Survivor
  • **
  • Beiträge: 96
  • Username: Sindaja
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #133 am: 4.06.2021 | 10:57 »
Durch Homeschooling, komische Wechselunterrichtkonzepte, Online-Unterrichten und so fehlende Zeiten am Abend und Morgen ist das Lesen auch bei mir gerade etwas ausgebremst, aber ein paar Bücher sind doch hinzu gekommen:
26. Iain M. Banks: The State of the Art
Einige Kurzgeschichten und eine Novelle in der Welt der „Culture“. Bei den Kurzgeschichten hatte ich etwas Probleme reinzukommen, die Novelle war interessant. Ein Subjektiver Bericht eines Beobachters aus der Culture, der die Erde erkundet – teils philosophische Betrachtungen. Die Romane, die ich im Culture-Setting gelesen habe, waren aber bisher für mich gefühlt stärker.
27. Dave Gross: Prinz der Wölfe
Der Roman war in meinem HeinzCon Paket. Da ich immerhin auf Golarion mal „Wir sein Goblins“ geleitet habe, fand ich es nett einen Pathfinder-Roman zu lesen. Leider setzt bei mir langsam die Altersweitsichtigkeit ein, weshalb die sehr kleine Schrift das Lesen etwas mühsam machte. Für einen Rollenspielroman Ok. Die Hauptcharaktere nett, die Storyline mit ausreichenden Twists. Manche Passagen hatten etwas viel Beschreibungen, die ich in den überfliegenden Karl-May Modus meiner Jugend lesenderweise schickten. Aufhänger ist die Suche nach einer vermissten Kundschafterin. Diese wird aber schnell eher eine Hintergrundhandlung ob der ganzen sonstigen Geschehnisse. So hätte ich das Buch vielleicht nicht gekauft, aber um ein Gefühl für die Pathfinderwelt zu bekommen fand ich es kurzweiliger als Quellenbücher zu wälzen.
28. Victor Lavalle: The Changeling
Ein poetischer Horroroman mit Elementen der Mythologie. Die Geschichte spielt in New York und ich fand sie recht fesselnd. Vieles ist anders als es scheint. Der Titel lenkt aber natürlich schon zu Beginn auch auf das Thema Wechselbalg.
29. Pat Kerr: The Wild Swans
Eigentlich zwei Geschichten. Einerseits das Märchen der wilden Schwäne in einem puritanisch bis märchenhaft fantastischem Setting, andererseits die Geschichte junger Männer in der homosexuellen Szene New Yorks der 80ger in bitterer Realität. Natürlich bestehen auch Verbindungen zwischen den Geschichten, aber die Welten „interagieren“ nicht wirklich, sondern Themen resonieren. Berührendes Buch. Sehr lesenswert.

Offline Menthir

  • Experienced
  • ***
  • Urbild der kognitiven Insuffizienz
  • Beiträge: 454
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Menthir
    • Darkenfalls
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #134 am: 9.06.2021 | 16:30 »
#23

K.J. Parker - How to Rule an Empire and Get Away with it

Ähnlich wie das Vorgängerwerk (Sixteen Ways to Defend A Walled City) offenbart sich ein Buch aus der Egoperspektive, welches von einem notorischen Lügner und Aufschneider erzählt wird, der sich selbst darstellt und die Geschichte, die sich um ihn entwickelt.

K.J. Parker setzt hierbei wieder auf einen witzigen, teils sarkastischen Erzähler, der eher über Umwegen zu seinem Posten als Kaiser des Reiches kommt. Notker nämlich ist Schauspieler, die sich seine Brötchen mit dem Verkörpern politischer Prominenz verdient und der tatsächliche Kaiser geht tatsächlich zugrunde und so soll Notker ihn ersetzen, als Marionette.

Jetzt entspinnt sich eine Geschichte, in der jeder versucht, den armen Notker als Marionette zu nutzen. Der Senat, die militärischen Usurpatoren, die Straßenkrieger, seine ehemalige Chefin und halbwegs Geliebte, die zu allem Übel noch mit dem BBEG verheiratet ist.

Letztlich ein Werk in münchhausenscher Tradition und mit witzigen Elementen und wenig Tiefgang, wie eben der erste Band. Im ersten Band hat mir jedoch die technisch-strategische Betrachtung gefallen, die der Ingenieursheld des Werkes getätigt hat. Notker versucht auch Dinge zu reflektieren, vor allem das Schauspielhandwerk und die Theorie der Lüge, doch er wirkt noch so überzeugend wie sein Vorgänger.
Das Buch nimmt immerhin direkt Bezug auf Teil 1.

Insgesamt ist es ein ganz angenehm zu lesendes Buch, mit ganz vielen, wenn auch deus ex machina-artigen Änderungen, in dem sich der unfreiwillige Held und notorische Lügner Notker von allen Strippen befreit, auch die seiner Liebe, die ihn ebenso zu manipulieren sucht, und dann mit einer Tatkraft wie die des Helden von Band 1 (Orhan) die Geschichte der Stadt leitet und sie mehr oder weniger rettet. Die meisten Charaktere bleiben jedoch flach oder sehr eindimensional, das Philosophieren ist nur bedingt spannend und die Geschichte selbst ist jetzt nichts, was man noch nicht gehört hätte. Lediglich die Mineurskämpfe unter der Mauer stechen positiv heraus. Man kann es gut weglesen, man vermisst aber auch nichts, wenn man es nicht tut.

5,5 von 10 Punkte.

#24

J.R.R. Tolkien - Die Kinder Húrins

Ich bin angetan. Ich bin selten wirklich überrascht und noch seltener Feuer und Flamme für eine Sache, aber die Kinder Húrins haben mich tief beeindruckt. In der erzählerischen Konsequenz der Geschichte, in den wunderschönen Beschreibungen, in der der Verbindung elbischer Sprache und allgemeiner Geschichte. Das enzyklopädische Wesen von Tolkiens Werk ist hier nicht beliebig angewendet und ausgespien, sondern die Namensbedeutungen, die sich im Werk auftun, tragen zur Stimmung und zur Geschichte bei.

Und das Werk ist wundervoll traurig.

Zurecht haben Kritiker angemerkt, dass die Kinder Húrins dem Grunde nach nichts Neues aus Mittelerde bringen. Aber wie so häufig, ist nicht das Neue das Spannende. Nicht immer ist es daran, das Rad neu zu erfinden. Das ist nämlich etwas, was Tolkien definitiv nicht getan hat, weder der Alte, noch der Junge. Aber es ist die formschöne Aufarbeitung bekannter Bilder (ich habe zumindest die Völsunga und Kalevala identifizieren können), die hier wirklich zieht. Es ist die vertiefende Beschäftigung mit dem Stoff, die dem ganzen Reiz verleiht. Und es ist - ich betone es nochmal - die erzählerische Konsequenz, mit der die Tolkiens die Geschichte begleiten und beenden, die dem ganzen Tragweite gibt.

Ein Fluch, der seine Wirkung entfaltet. Die wirklich niederträchtigen Entwicklungen, die sich in Turins Geschichte ergeben, mit dem Mord am besten Freund, das Verraten von ganzen Völkerschaften und Freunden, das Leid, dass er über die eigene Familie bringt und am Ende das Inzest-Motiv erzeugt doch eine deutlich dunklere Atmosphäre, als man mithin trotz Mordor gewohnt ist. Denn das Böse wirkt hier subtil und gut verwoben in den Menschen und Elben.
Die Andeutung, das Anschwellen, das Bewähren gegen das Böse, und dann doch das letztendliche Scheitern ist gut eingefangen. Glaurung als Drache ist im Übrigen sehr überzeugend für mich.

Insgesamt war ich also schwer angetan. Die Sprache ist nichts für das schnelle Überfliegen, doch wer sich darauf einlässt, wird in bewährter Weise in eine abenteuerliche, sprachlich schöne Tragödie geführt.
Ein beeindruckendes Werk!

9 von 10 Punkte

#25

Kai O'Connal - Shadowrun - Fire & Frost

Und da ist es geschehen. Ich habe meinen ersten Shadowrun-Roman gelesen. Trotz jahrelanger Erfahrung mit dem Rollenspielsystem und obwohl ich in den 90ern als Jake Armitage auf dem SNES unterwegs gewesen bin, und obwohl ich die Neuauflage der PC-Spiele mit Shadowrun Returns, Shadowrun: Dragonfall und Shadowrun: Hong Kong sogar mit einiger Freude gespielt habe, habe ich mich von den Romanen ferngehalten. So wie ich mich eigentlich immer von Romanen zu Spielserien, TV-Serien, Filmen oder PC-Spielen fernhalte. Aus gutem Grund meist, auch wenn es Ausnahmen gibt.

Dieses Buch ist keine.

Die Geschichte von Fire & Frost ist die eines relativ gewöhnlichen Runs, in dem es um magische Artefakte, die Einmischung von Großkonzernen und die Intrigenspiele von Elfen und Drachen geht. Wirklich bemerkenswert ist lediglich, dass O'Connal einen Gutteil der Handlung in die Wildnis (Amazonien und Antarktis) verlegt, und dass er die Verstrickungen und die für Shadowrun typischen Verratsszenen eher auf persönlicher Ebene abhandelt. Wirklich überzeugt hat mich das nicht, weil er seine Charaktere zu wenig beschreibt. Er nutzt viel Dialog und zwischen den Zeilen ergibt sich sowas wie eine Charakterisierung, die ist aber nicht stark genug, um wirklich zu bewegen. Das Foreshadowing auf diese Verratsszenen ist sehr deutlich und der Prozess auf dem Weg zum Verrat nicht spannend genug, dass es überraschend oder bewegend wäre.
Das ist schade. Denn tatsächlich hat das Werk seine Stärken, wenn es zu sozialen Interaktionen kommt. Die Actionszenen waren eher einfach beschrieben, aber eben sehr häufig. Die Beschreibungen der Matrix waren wieder recht gut, während die Beschreibungen des Astralraums wieder vereinfacht waren. Das Runner-Team mit u.a. einem Troll, einer Elfin und einer Goblin-Riggerin ist sehr bunt.

Hervorheben möchte ich noch, dass die Rolle des Trollstraßensamurais "Pineapple" außergewöhnlich ist. Denn dieser erweist sich an vielen Stellen als das Herz und als der Metamenschenkenner in dem Runnerteam, und bleibt trotz seiner typischen Gewaltbereitschaft und seiner archetypischen Pantherkanone noch der sympathischste und tiefste Charakter des Buches. Gerade der eigentlich Protagonist - Elijah - ist fast eindimensional. Seine Gewissensbisse, dass er seine Missionen über das Wohl der anderen Runner stellt, und sich in diesem Punkt der Verrat spiegeln soll, ist ein vielversprechender Ansatz, aber spielt einfach keine so große Rolle, dass es den stumpfen Aufhänger des eigentlichen Verrats überspielt.

Insgesamt ist es eher seichte Unterhaltung mit einem an manchen Stellen ungewöhnlichen Setting, in dem es den ein oder anderen Lichtblick gibt. Aber die Oberflächlichkeit und Konstruiertheit ist hier und da so groß, dass auch Pineapples breite Schultern nicht das ganze Werk tragen können.

4 von 10 Punkte
„Zutrauen veredelt den Menschen, ewige Vormundschaft hemmt sein Reifen“ - Johann Gottfried Frey

Offline Huhn

  • Herrin der Wichtel
  • Famous Hero
  • ******
  • Federtier
  • Beiträge: 3.453
  • Geschlecht: Weiblich
  • Username: Huhn
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #135 am: 10.06.2021 | 21:39 »
#9
Die unheimlichsten Gespenster Geschichten (TOSA Verlag 1994)

Hierbei handelt es sich um eine Sammlung von Gespenstergeschichten für Kinder und Jugendliche, darunter bekannte Klassiker wie "Das Gespenst von Canterville" oder "Der Horla" aber auch unbekanntere Geschichten.

Ich habe das Buch vor allem wegen einer Geschichte erneut in die Hand genommen: "Wenn wir gestorben sind" von Frédéric Boutet. Die ist sowas von witzig-spritzig geschrieben! Ein unglücklicher junger Mann bricht bei Nacht auf dem Friedhof ein, um dort gebrochenen Herzens über dem Grab seiner verstorbenen Verlobten zu trauern, als er dort auf eine überaus illustre Gesellschaft von Toten trifft, unter denen er dann die Nacht verbringt. Schnell ist der Weltschmerz vergessen. Glaubt mir, am Ende dieser Geschichte werdet auch ihr die Schönheit eines zarten Schlüsselbeinknochens zu schätzen wissen! Ich habe, als ich mich daran zu erinnern versuchte, wo ich diese Geschichte nur gelesen haben könnte, online mehrere Suchanfragen gefunden, wo Leute genau nach dieser Story suchten und sie alle in genau diesem Buch gelesen hatten. :D Wenn ihr das Buch irgendwie in die Finger bekommen könnt - lest diese eine Geschichte daraus, die ist top!

Da ich bei der Gelegenheit das ganze Buch noch einmal gelesen habe, würde ich sagen, dass zu den stärkeren Geschichten im Band außerdem "Der Mantel" von Dino Buzzati gehört. Recht kurz, hat mich aber damals wie heute sehr mitgenommen. Lesenswert, einfach weil ich die Art der Erzählung mag, fand ich außerdem "Die offene Tür" von Margaret Oliphant. "Das Neujahrsgespenst" von E. von Adlersfeld-Ballestrem hat eine herrlich unkomplizierte Erzählerin, die kein Blatt vor den Mund nimmt und gerade deswegen die Geschichte schön glaubhaft erzählen kann.

Bin jetzt jedenfalls mit Gespenstergeschichten versorgt, das nächste Zeltlager kann kommen! :D
Wer gackert, muss auch ein Ei legen.

Offline Sindaja

  • Survivor
  • **
  • Beiträge: 96
  • Username: Sindaja
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #136 am: 27.06.2021 | 13:22 »
Bei einem reinen Jugendbuchprogramm geht das Lesen auch noch in einem stressigen Monat. Und auch das baut Bücherstapel ab  :D (und auf. Vor allem bei mehrbändigen Sachen, von denen mir der erste Band gefällt...)
30. Lynne Reid Banks: The Mystery of the Cupboard
Ich lese ja als Mama viele Kinderbücher (vor). Dabei merke ich, daß manche auch für mich als Erwachsene spannend sind, manche mich auch  sehr berühren, aber viele doch klar nur Kinder als Zielpublikum haben. Bei den Mythopoetic Award Finalisten fallen viele Kinderbücher in die erste/zweite Kategorie. Dieses für mich nicht. Ein nettes Kinderbuch, die Bände davor muß man als Erwachsener nicht gelesen haben. Es geht um Abenteuer mit Plastikfiguren, die in einem magischen Schrank lebendig werden  und Personen aus anderen Zeiten sind. In diesem Band  wird das Geheimnis dieses Schranks gelüftet. Lesbar und glücklicherweise mit wenig zum Leben erweckten Plastikfiguren. Aber so recht mitgenommen hat mich die Geschichte nicht.
31. Roshani Chockshi:Aru Shah and the End of time
Gerade ist bei mir nicht die rechte Zeit für zu tiefgründige Literatur. Aber ich hatte wieder etwas Lust auf „Kinder von Göttern“. Und da ich mich in der indischen Mythologie wenig auskenne war diese Reihe für mich besonders attraktiv. Die Hauptprotagonistin ist ausreichend facettenreich. Bisher gibt es nur Heldinnen, was auch wieder ein schöner Twist ist – vor allem in diesem kulturellen Zusammenhang. Ich würde sagen Humor und Action stehen im Vordergrund, auch wenn es nachdenkliche Momente gibt. Gewalt ist in diesem Buch selten eine Lösung, sonder eher Köpfchen. Hätte Potential für einen Disney-Film.
32. Roshani Chockshi: Aru Shah and the song of death
Wie der erste Band eine unterhaltsame Lektüre. Indische Mythologie meets Popkultur. Die Gruppe der Pandavas wird um zwei Mitstreiter erweitert und die Protagonistinnen müssen beweisen, daß sie keine Diebe sind, indem sie das Diebesgut zurückerlangen. Während ich selbst ein paar Bücher indischer Autoren gelesen habe, die sehr gut waren (z.B.The God of small things, The White Tiger, Between Assasination und The Inheritance of loss), habe ich viele mir völlig unbekannte Mythen in diesem Buch kennengelernt, die mir bestimmt auch für literarischere Werke  ein gutes Hintergrundwissen bieten.
33. Rebecca Roanhoarse: Race to the Sun
Ein weiteres Buch aus der Rick Riordan presents Reihe. Hier geht es um Legenden und Götterwelten der Diné bekannter unter dem Begriff Navajo und auch hier steht wieder ein Mädchen im Mittelpunkt. Es scheint mir, als versuche die Reihe hier ein ausgeglicheneres Verhältnis zu präsentieren – ca. halb/halb Protagonistin/Protagonist. Schön, weil das Abenteuergenre mit Lösen verzwickter Aufgaben und Kämpfen gegen Monster etc. leider noch sehr männlich dominiert ist. Aber auch beim Mythopoetic Award finden sich inzwischen viele Bücher mit starken Protagonistinnen. Und gleich nehme ich mal meine Sammlung „indianischer“ Märchen in die Hand und schaue, was ich da finde...

Offline Huhn

  • Herrin der Wichtel
  • Famous Hero
  • ******
  • Federtier
  • Beiträge: 3.453
  • Geschlecht: Weiblich
  • Username: Huhn
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #137 am: 5.07.2021 | 19:48 »
Hmpf, irgendwie ist das mit diesen ellenlangen Sammelbänden ein bisschen unbefriedigend. Schon durch drei der Dying-Earth-Romane durch, aber im Sammelband ist noch ein vierter drin. Und am Ende zählts dann nur als ein Buch. Hab ich mir nicht gut überlegt. Lese schon seit Wochen da dran rum.
Wer gackert, muss auch ein Ei legen.

Offline Swafnir

  • Manowar-Model
  • Mythos
  • ********
  • Beiträge: 8.185
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Swafnir
    • Rollenspielverein Kurpfalz
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #138 am: 6.07.2021 | 13:48 »
Hmpf, irgendwie ist das mit diesen ellenlangen Sammelbänden ein bisschen unbefriedigend. Schon durch drei der Dying-Earth-Romane durch, aber im Sammelband ist noch ein vierter drin. Und am Ende zählts dann nur als ein Buch. Hab ich mir nicht gut überlegt. Lese schon seit Wochen da dran rum.

So gehts mir grad beim Herr der Ringe. Ich hab ihn als einbändige und als dreibändige Ausgabe. Also hab ich es als einen gewertet.
Wobei ich mittlerweile beim letzten Band bin.
Rollenspielverein Kurpfalz - aleam inter seria exercemus

Offline Blanchett

  • Forenkatze
  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 5.079
  • Geschlecht: Weiblich
  • Username: Blanchett
    • Eine meiner 7te-See Runden
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #139 am: 8.07.2021 | 14:03 »
Meldung Mai & Juni:

#21 Andrea Sawatzki - Ein allzu braves Mädchen
Ihre roten Haare leuchten zwischen dem Grün der Bäume. Man findet die junge Frau verstört
und frierend in einem Waldstück. Was Sie der Psychiaterin zu erzählen hat, lässt niemanden
kalt. Aber entspricht das, was Sie erlebt zu haben glaubt, auch der Wahrheit?

Fazit: absolut fesselnd und fast in einem Atemzug durchgelesen. Durch die relativ kurzen
Kapitel habe ich auch mehr den Drang verspürt immer weiter zu lesen (mag vielleicht daran
liegen, das ich normalerweise bei nem neuen Kapitel nen Cut mit lesen mache, wenn ich
merke ich kann mich nicht mehr auf den Inhalt konzentrieren oder das ich müde werde)


#22 Ken Follett - Der Schlüssel zu Rebecca
Monatelang brauchte Rommels Armee die Engländer in Nordafrika in größte Bedrängnis. In
dieser für die Alliierten bedrohlichen Situation war Kairo eines der wichtigsten
Spionagezentren.
Rebecca, Daphne du Mauriers berühmter Roman, dient dem deutschen Agenten Wolff als
Code. Die Briten kommen ihm jedoch auf die Schliche und setzen einen Lockvogel auf ihn
an. Aber Wolff wittert die Gefahr. Eine tödliche Verfolgungsjagd beginnt...

Fazit: Ein toller Roman der einem den 2ten Weltkrieg recht eindrucksvoll vor Augen führt.
Wieder ein sehr gut recherchierter Follett.


#23 John Katzenbach - Der Psychiater
Die Spur des Bösen
Timothy Warner, Spitzname "Moth", 24 Jahre alt, studiert Geschichte an der University of
Miami - und hat ein massives Alkoholproblem. Seit hundert Tagen ist er nun clean, doch das
hat er nur mit Hilfe seines Onkels Ed geschafft, eines prominenten Psychiaters. Als Ed tot in
seiner Praxis aufgefunden wird, stürzt Moth ins Bodenlose. Doch eines ist ihm klar: Dies war
kein Selbstmord, auch wenn die Polizei noch so sehr davon überzeugt ist. Die Jagd nach
dem Mörder gibt Moth neuen Halt im Leben.

Fazit: Ein typischer Katzenbach. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite


#24 Ken Follett - Nacht über den Wassern
September 1939 +++ Der Pan-American-Flying-Clipper hebt vom Wasser ab +++
Transatlantikflug, Kurs: Westnordwest +++ 40 Menschen auf der Flucht +++ Vor dem Krieg
und vor sich selbst +++ Nur einer kennt die tödliche Gefahr, die auf Sie wartet +++ wenn es
Nacht wird über den Wassern, wird sich Ihr Schicksal entscheiden +++

Fazit: Auch hier wieder ein toller Follett. Absolut spannend geschrieben. Mich hat dieses Buch
mit den Charakteren mitfühlen lassen

Offline Raiden

  • Experienced
  • ***
  • Beiträge: 246
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Raiden
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #140 am: 12.07.2021 | 14:48 »
#10 Ice Station von Matthew Reilly
Ein solider Thriller, hab schon ein paar Kurzgeschichten von dem Autor gelesen und fand die ganz cool, dies war jetzt der erste richtige Roman von ihm den ich gelesen hab, ein Actionfilm in Buchform.

#11 Der Nordirlandkonflikt von Fran Otto
Ein bisschen politische Bildung, ganz Interessant, wenn man sich für das Thema interessiert.

#12 Todeswanderer ein DSA Roman von Yvonne Gees
War ganz gut, aber ich fand den Twist sehr vorhersehbar, trotzdem hat es Spaß gemacht das Buch zu lesen.

#13 Marlene lebt ein Shadowrun Roman von David Grade
Reiht sich bei mir in die Kategorie von SR Roman ein "Wurde nur gelesen weil ich alle SR Romane lese" Unnütze Handlungsstränge die nicht zur Story beitragen und das "spannende" Ende wurde auf 10 Seiten hingeklatscht.
For he today that sheds his blood with me shall be my brother, be he ne´er so vile, this day shall gentle his condtion.

Offline Swafnir

  • Manowar-Model
  • Mythos
  • ********
  • Beiträge: 8.185
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Swafnir
    • Rollenspielverein Kurpfalz
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #141 am: 16.07.2021 | 10:27 »
Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga - Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn
6. Günter Grass - Die Blechtrommel
7. Alexander Solschenizyn - Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch
8. Anton Szandor LaVey - Die Satanische Bibel
9. Max Frisch - Homo faber
10. Erich Maria Remarque - Im Westen nichts neues
11. Heribert Illig - Das erfundene Mittelalter
12. Margret Bechler - Warten auf Antwort: Ein deutsches Schicksal
13. -
14. -
15. -


Lesen fürs Herz:
1. R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
2. R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter
3. Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker & Der Verdacht
4. Gustav Wiederkehr - Mannheim in Sage und Geschichte
5. Erich Kästner - Drei Männer im Schnee
6. Bernhard Schlink - Der Vorleser
7. Cormac McCarthy - Die Abendröte im Westen
8. Stanislaw Lem - Sterntagebücher
9. Noah Gordon - Die Erben des Medicus
10. Dean Koontz - Trauma
11. Philip K. Dick - Die drei Stigmata des Palmer Eldritch
12. John Moore - Hauen und Stechen
13. -
14. -
15. -



Epochen:

Aufklärung: Gotthold Ephraim Lessing - Emilia Galotti
Sturm und Drang:
Weimarer Klassik:
Frühromantik: Ludwig Tiek - Der gestiefelte Kater
Hoch/Spätromantik: ETA Hoffmann - Der Sandmann
Vormärz:
Realismus: Theodor Storm - Der Schimmelreiter

Anhang N:

1. J.R.R. Tolkien - Der Herr der Ringe (komplett)
2. H.P. Lovecraft - The Best of H.P. Lovecraft
3. Jack Vance - Herrscher von Lyonesse
4. -
5. -
6. -
7. -
8. -
9. -
10. -
« Letzte Änderung: 20.07.2021 | 14:51 von Swafnir »
Rollenspielverein Kurpfalz - aleam inter seria exercemus

Offline Sindaja

  • Survivor
  • **
  • Beiträge: 96
  • Username: Sindaja
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #142 am: 30.07.2021 | 08:49 »
Das Lesetempo wurde zu Schuljahresende stark ausgebremst. Konzerte, Jugend musiziert etc. alles was vorher nicht in Präsenz ging wurde leider noch irgendwie reingequetscht... Hoffe, daß ich in den Ferien lesen kann - am besten parallel mit meiner Tochter, die sich auch zur Leseratte mausert. Aberein paar Bücher sind doch hinzu gekommen....

#34: Lois Lowry: Gathering Blue
In der Welt von „The Giver“ angesiedelt, aber in einem recht anderen Setting. Ein körperlich behindertes Mädchen an einem Ort, in dem Kinder wie sie im Normalfall nach der Geburt zum Sterben ausgesetzt werden. Am Ende der Geschichte findet man einen kleinen Hinweis auf den Protagonisten von „The Giver“. Auch eine ruhig erzählte, eher poetische Geschichte, trotz der dystopischen Gesellschaft. Ich mag den Stil der Geschichten. Sie berühren.
#35: Ruthanna Emrys: Winter Tide
Ein Roman in der Welt von Cthulhu. Erzählt wir aus der Sicht eines „Tiefen Wesens“ einige wenige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg. Die Protagonistin kam nach der Zerstörung von Innsmouth in ein Gefangenenlager und wurde von einer kriegsgefangenen japanischen Familie quasi adoptiert. Nun hilft sie in Neuengland dem FBI bei der Recherche, ob gefährliche Geheimnisse ihres Volks von Spionen entwendet wurden und taucht in ihre Vergangenheit ein. Ein bei aller Bedrohlichkeit der Ereignisse doch ruhig erzähltes Buch. Nach einem actionreicheren Buch hätte ich Lust auf mehr.
#36: Roshani Chockshi: Aru Shah and the Tree of Wishes:
Ein typischer Mittelband, der mit einem Cliffhanger aufhört. Wie die Vorgängerbände vor allem auch wegen der indischen Mythologie ein interessantes Buch, aber das Zielpublikum jüngerer Teens ist schon sehr klar angesprochen, weshalb es für deutlich ältere Erwachsene auch hier eher wohldosiert bleiben sollte. Ein paar neue Charaktere treten auf und statt Schwarz-weiß Malerei finden sich immer mehr Grautöne.

Offline Huhn

  • Herrin der Wichtel
  • Famous Hero
  • ******
  • Federtier
  • Beiträge: 3.453
  • Geschlecht: Weiblich
  • Username: Huhn
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #143 am: 31.07.2021 | 18:45 »
So, Startpost wieder aktuell. Swafnir, ich hab mal bei dir die Zählung im Startpost vereinfacht, es ist mir einfach zu umständlich, deine ganzen Unterkategorien mitzutracken und es ist ja auch eigentlich nicht notwendig, da du das in deinen Postings ja eh selbst machst.
Wer gackert, muss auch ein Ei legen.

Offline Huhn

  • Herrin der Wichtel
  • Famous Hero
  • ******
  • Federtier
  • Beiträge: 3.453
  • Geschlecht: Weiblich
  • Username: Huhn
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #144 am: 31.07.2021 | 19:23 »
#10
Tonke Dragt - Der Brief für den König

In der Nacht vorm Ritterschlag des Schildknappen Tiuri muss dieser eine Nachtwache in der Kapelle halten, bei der er sich durch nichts in seiner Andacht stören lassen darf. Doch die verzweifelte Bitte um Hilfe, die ein Fremder an der Pforte überbringt, kann er nicht ausschlagen. Und so willigt Tiuri ein, einen Brief zum schwarzen Ritter mit dem weißen Schild in einem Gasthaus ganz in der Nähe zu überbringen. Doch zu seinem Schrecken findet er den Ritter erschlagen im Wald - mit letzter Kraft gibt ihm dieser den Auftrag, den geheimen Brief persönlich zu König Unauwen ins Nachbarreich zu bringen. So beginnt eine spannende Reise durch zwei Königreiche, die Feinde stets auf Tiuris Fersen.

Ich hatte das Buch vor vielen Jahren zuletzt in der Hand und es war auch beim zweiten Lesen noch genauso spannend, wie ich es in Erinnerung hatte! Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Besonders gut gefällt mir, dass Tiuri so aufrichtig und ehrlich ist, ohne dass es ins Lächerliche abgleiten würde.


#11
Holly Black - Elfenkrone

Mit sieben Jahren muss Jude mit ansehen, wie ihre Eltern von einer eifersüchtigen Rotkappe, dem früheren Mann ihrer Mutter, von dem sie bis zu diesem Tage noch nie etwas gehört hatten, erschlagen werden. Sie und ihre Schwestern werden von ihrem Stiefvater ins Reich der Feen entführt, wo sie fortan aufwachsen. Zehn Jahre später ist es Judes größter Wunsch, einfach dazuzugehören - doch die Feen halten nicht sonderlich viel von Menschen und lassen sie das nur zu gern spüren. Doch Jude ist fest entschlossen, sich mit eisernem Willen bis ganz nach oben zu arbeiten - koste es, was es wolle!

Oh wow, ich liebe Holly Black! Das Buch steigt mal schnittig mit dieser Mordszene ein und lässt auch danach keinen Zweifel daran, wie brutal und andersweltlich es bei den Feen, aller Schönheit und allem Zauber zum Trotz, zugeht. Das Buch wurde mir als Inspiration für Changeling: the Lost empfohlen und es trifft die Grundthemen des Spiels wirklich gut. Man ist das alles fies! Verrat, Drama, Herzschmerz, Kummer, Hass, und jede Menge Lametta! Herrlich! Freu mich auf den zweiten Band! (Sobald der Lesestapel wieder etwas geschrumpft ist ...)


#12
John Howe - Reise durch Mittelerde

Zeichnungen Mittelerdes von John Howe, dazu erläuternde Texte zu den Hintergründen.

Schönes Buch für Zwischendurch. Die Texte sagen Hardcore-Fans vermutlich nichts Neues, aber da ich das Silmarillion immer noch nicht gelesen habe, war für mich die ein oder andere frische Geschichte darunter. Die Bilder sind halt der Hammer, John Howe hat einfach das Gesicht Mittelerdes eingefangen. Dass Tom Bombadil wie ein ehemaliges Mitglied des Leipziger Rollenspielvereins aussieht, ist jedoch mega creepy. :D


#13
Cornelia Funke - Reckless. Steinernes Fleisch

Jacob Reckless hat einen Fehler gemacht und sein Bruder Will konnte ihm in das märchenhafte Reich auf der anderen Seite des Spiegels folgen. Nun versteinert Will allmählich und Jacob ist daran Schuld! Er muss eine Möglichkeit finden, den Zauber aufzuhalten! Seine Begleiterin Fuchs und Wills Freundin Clara wollen ihm helfen und so ziehen die vier los, einen geeigneten Fluchbrecher aufzustöbern.

Mittlerweile gibt es einen vierten Band, aber da ich alles aus den vorherigen drei schon wieder vergessen habe, habe ich das Vergnügen, sie alle nochmal lesen zu können, ehe ich mir den neuesten zulege. Nicht Funkes stärkstes Buch, aber dennoch ein absoluter und sehr märchenhafter Genuss. Nach Holly Black kommt mir Reckless regelrecht zahm vor. Ich erinnere mich aber an einige Szenen mit einem Blaubart in einem der hinteren Bände, die richtig fies wurden ... bin gespannt.


#14
Tamara Ramsay - Wunderbare Fahrten und Abenteuer der kleinen Dott, Band 1

Dorothea, genannt Dott, soll in der Johannisnacht auf ihre kleinen Geschwister aufpassen. Stattdessen schleicht sie sich nach draußen, um das große Johannisfeuer sehen zu können. Doch in dieser Nacht draußen herumzuschleichen, ist keine gute Idee, denn ihr wohnt ein besonderer Zauber inne. So muss Dott schließlich feststellen, dass ihr die Rennefarre in den Schuh fiel und sie nun für Menschen unsichtbar ist. Da sie als vermeintlicher Geist nur Unruhe im Dorf stiftet, beschließt sie, auf Reisen zu gehen, bis der Zauber nachlässt. Es beginnt eine aufregende Reise durch die Prignitz in der Dott verschiedene Tiere kennenlernt und Naturgewalten, Zauberwesen und zahlreiche Geister der Vergangenheit trifft.

Das Buch verbaut auf wirklich zauberhafte Weise lokale Sagen und dörflichen Aberglauben zu einer spannenden Handlung. Leider merkt man streckenweise, dass Ramsay das Buch eigentlich geschrieben hat, um Kindern etwas Heimatkunde zu vermitteln, denn immer wieder gibt es recht langatmige Szenen, in denen Dott irgendwo in die Vergangenheit blickt und da "sieht, wie es gewesen" im schnarchigsten Sinne. Man, ich will wissen, was mit dem Feuerkobold ist und nicht, wie General Schlagmichtot den Deich errichtete. -.- Ja das nervt manchmal, aber lässt sich gut querlesen und der Rest der Geschichte belohnt fürs Dranbleiben. Der erste Band ist übrigens ursprünglich 1938 erschienen, erinnerte mich ins einer Heimattüdeligkeit aber eher an die Historiographen des 19. Jahrhunderts. Keine überlegene Deutschtümelei, also durchaus auch heute noch, mit entsprechend zugekniffenen Hühneraugen, gut lesbar. Ziemlich grässlich finde ich lediglich die Szenen, in denen die Tiere sich unterhalten und brav feststellen, dass der Mensch ihnen natürlich überlegen sei und es deswegen voll ok sei, dass er sie jage, solange er nur für ihren Schutz sorge. Das zieht sich aus heutiger Sicht recht schnell selbst ins Lächerliche, wenn sich der Elch über die Schutzgebiete in der Prignitz freut, weil der Mensch da so vorbildlich auf ihn Acht gebe. Herrje, diese Szenen hatte ich völlig verdrängt. Sie werden jedoch durchaus auch kritisch beäugt, wenn Fischreiher Gurian erfahren muss, dass "der Mensch" seine Frau und alle seibne Küken erschlagen hat. Die Trauer und Wut des Reihers lässt die hohlen Phrasen von vorher schallen.
« Letzte Änderung: 31.07.2021 | 19:26 von Huhn »
Wer gackert, muss auch ein Ei legen.

Offline Swafnir

  • Manowar-Model
  • Mythos
  • ********
  • Beiträge: 8.185
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Swafnir
    • Rollenspielverein Kurpfalz
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #145 am: 3.08.2021 | 14:49 »
Ich hänge lesetechnisch gerade durch. Nicht weil ich keine Lust auf Lesen habe, sondern weil ich angefrangen habe unsere Bücher mit Zotero zu katalogisieren. Sind jetzt schon bei über 600 Büchern. Aber ich hoffe, dass ich bis Ende der Woche durch bin.
Rollenspielverein Kurpfalz - aleam inter seria exercemus

Offline Raiden

  • Experienced
  • ***
  • Beiträge: 246
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Raiden
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #146 am: 5.08.2021 | 09:10 »
#14 Wolfs Hour: Berserker von Robert McCammon
Zweiter Teil der Wolfs Hour Romane, war nicht schlecht, konnte man gut weglesen. Schöne Action

#15 Toxische Erlösung ein Shadowrun Roman von Sonja Rüther
Einer der besseren SR Romane die ich in letzter Zeit gelesen hab, nette Charaktere, interessante Story.
For he today that sheds his blood with me shall be my brother, be he ne´er so vile, this day shall gentle his condtion.

Offline Sindaja

  • Survivor
  • **
  • Beiträge: 96
  • Username: Sindaja
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #147 am: 14.08.2021 | 22:34 »
Kaum beginnen die Ferien, nimmt auch das Lesen an Fahrt auf...
#3. Yves Meinard: The Book of Knights
Was zunächst als Jugendbuch anmutet, entwickelt sich zu einer doch recht erwachsenen Coming of Age Geschichte. Ein Buch, das den Lebensweg eines Jungen bestimmt, der lernt, daß jede Entscheidung auch ihre Schattenseiten hat. Mir hat die in ihrer Länge recht überschaubare Geschichte, sehr gut gefallen.
#38 Caroline Eden & Eleanor Ford: Samarkand (#6 „Nicht SF/Fantasy“)
Bisher zähle ich zwar keine Kochbücher bei der Challenge mit, aber da diese „Reihe“ von Eden textlastig ist und in den neueren Büchern schon eher Reise-Sachbuch mit ein paar Rezepten als Kochbuch ist, zähle ich diese Art von Büchern, wenn ich sie von vorne bis hinten lese, dann doch auch mit. Samarkand hat noch vergleichsweise viele Rezepte, aber zu jedem steht ein informativer Text. Und das gesamte Buch ist voller Reiseeindrücke in Wort und Bild. Es macht extrem viel Lust auf die Gegenden – Türkei ab Trabzon (einst Trapezunt), den Kaukasus, Turkmenistan, Uzekistan, Tajikistan. Kyrgistan, Kasachstan (mal wieder einen Aitmatov lesen), Kashgar- geradeso China. Neu war mir der koreanische Einfluss in machen Gegenden, Schwarzmeer-Haselnüsse, daß Äpfel in Kasachstan solch eine wichtige Rolle spielen... Das Essen sieht durchgehend extrem lecker aus und ich wünsche mir, daß jemand daraus für mich kocht. Das meiste ist natürlich zu aufwändig für die Alltagsküche, aber gerade im Snack-Kapitel habe ich mir schon einiges ausgeguckt, das ohne großen Stress zuzubereiten ist. Zum Lesen ein tolles Kochbuch. Jetzt muss ich also nur noch schauen, ob alles so lecker schmeckt wie es aussieht...Das Schwarzmeer Kochbuch von Eden ist deutlich mehr Lesebuch und wartet nun schon darauf begonnen zu werden, während Samarkand sozusagen für den Praxis-Test in die Küche wandern darf.
#39 Ruthanna Emrys: Deep Roots
Die Fortsetzung von Winter Tide. Auf der Suche nach entfernter Verwandtschaft begegnet man viel Mythos. Wieder eher ruhig erzählt werden die lovecraftschen Mythen greifbarer. Spannend und stimmungsvoll, aber auch kein Buch für Menschen, die eher „Popcorn-Kino“ suchen.
#40 Nicholas Jubber: Von Monstern und Mythen (#7 „Nicht SF/Fantasy“)
Eine Reise zu einigen europäischen Mythen. Manche für mich sehr bekannt, andere völlig unbekannt. Es beginnt mit der Odyssee, und wandert über den Kosovo-Zyklus, das Rolandslied, die Nibelungensage und Beowulf nach Island zur mir bisher völlig unbekannten Njalls-Saga. Begegnungen, Gedanken auf dem Weg, sonstige Reiseerlebnisse. Zentrale Themen sind Flucht, da der Autor oft Flüchtlingen begegnet und auch in den Epen Flucht ein Thema ist, Politisierung der Mythen mit all ihren Gefahren, lebendige“Barden“-Traditionen bzw. auch ihr Aussterben. Mehr Bilder hätte ich schön gefunden – vor allem von den Orten, die bereist wurde. Ca. 2-4 pro Epos finden sich im Buch, aber ansonsten anregende Lektüre.
#41 Patricia C. Wrede: Dealing with Dragons
Witziger Fantasy-Roman ca. ab dem späten Grundschulalter. Die nicht prinzessinenhafte Prinzessin soll mit einem hübschen, doch einfältigen Prinzen verheiratet werden. Dank eines Frosches lässt sie sich deshalb mit Drachen ein. Das hält die diversen Prinzen nicht davon ab, sie zu retten, denn bei Rettung winkt ja ein halbes Königreich.Viele Klischees werden auf die Schippe genommen. Das dünne Bändchen ist schnell gelesen. Wäre die deutsche Übersetzung nicht nur noch 2nd Hand erhältlich würde ich sie wahrscheinlich auf die „gutes Geburtstagsgeschenk“ Liste für Freundinnen meiner Tochter setzen. Die Männer kommen hier nicht so gut weg... Aber das tun Frauen in Sword and Sorcery (und wir haben hier definitiv beides, auch wenn der Verstand hier schärfer ist als das magische Schwert) auch eher selten. Ein gelunenes Buch zum Schmunzeln.

Offline Menthir

  • Experienced
  • ***
  • Urbild der kognitiven Insuffizienz
  • Beiträge: 454
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Menthir
    • Darkenfalls
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #148 am: 15.08.2021 | 18:19 »
#26

Brian McClellan - Promise of Blood - Powder Mage 1

Das war mal eine etwas andere Fantasy, gemischt mit Schwarzpulver und Revolution. Das Buch ist extrem kurzweilig und lässt sich schnell weglesen, allerdings wartet es dafür mit recht wenig Tiefgang auf. Die Hebel, mit denen die Charaktere erpresst und konfrontiert werden, sind recht archetypisch beschrieben. Jeder Charakter wird als übermäßig großartig und pseudoambivalent dargestellt. Die Charaktere sind grundsätzlich grau angelegt, allerdings gibt es auch kaum Schattierungen, sodass das allein noch keine Leistung ist.

Das heißt aber nicht, dass es nicht interessante Ansätze gäbe, wie etwa den Vater-Sohn-Konflikt zwischen Tamas und Taniel. Das Magiekonzept, welches McClellan sich ausgedacht hat, ist geistig aus der Brandon Sanderson-Schule, sprich: denk dir erst die Magie aus, und baue dann die Welt dazu. Dass es Schwarzpulvermagie gibt, und eher konventionelle Magie, und dann dazu noch jede Menge Leute mit magieähnlichen, aber kleinen Fähigkeiten, macht diesen Teil zu dem spannensten Part, da man mit der Welt auch mehr von der Magie und ihren Funktionen entdeckt.

Allerdings ist diese Geschichte mit jeder Menge - und das muss man dann mögen - klassischem Machismo geschrieben. Alle wichtigen Charaktere sind Männer, die mit Kampfgeist sind sowieso Männer und nur hier und da deutete eine der wenigen weiblichen Charaktere sowas wie Charakter an. Das ist schade, weil da ein paar Grundelemente des Buches gewesen wären, denen starke Frauen echt gut getan hätten.

Das Buch ist der Auftakt zu einer Trilogie, und wer weiß, vielleicht halten spätere Bücher genau das. Wer aber auf kurzweilige Fantasygewalt in einem pseudohistorischen Setting der französischen Revolution stehen kann, der wird mit einem kurzweiligen Buch unterhalten.

7 von 10 Punkte

#27

J.R.R. Tolkien - Das Silmarillion

Als junger Mensch bin an diesem Buch gescheitert. Ich habe als sehr junger Kerl (8-9 Jahre) Herr der Ringe erstmalig gelesen, dann in der Zeit der Veröffentlichung der Filme (damals zarte 14) nochmals und damals habe ich mich an das Silmarillion gewagt. Es wirkte auf mich spröde.

Dieses Mal darf ich zu einem anderen Schluss kommen, nicht ohne zuzugeben, dass ein wenig Sprödigkeit noch immer mitschwingt. Aber alleine der Versuch, eine erzählte und zusammenhängende, eine damit harmonische Kosmogonie zu erschaffen, verdient das Prädikat von Meisterschaft. Eine Nuance, die ich als 14-jähriger vielleicht nicht verstanden habe, ist, dass die Lieder, die Tolkien an den Anfang stellt, diese nicht nur mit seinen nordischen und seinen sonstigen mythischen Vorbildern verbindet, sondern dass er entgegen den fragmentarisch überlieferten Gesängen und Epen sonstiger Mythologien hier bewusst mit der Harmonie einer überlieferten Ganzheit zu glänzen vermag; ja, letztlich bekannte Bilder gewieft zu einer Harmonie zusammenbindet.

Das Werk ist natürlich viel zu groß, um es in seiner Ganzheit zu bewerten und zu analysieren in diesem Rahmen, und ich könnte dem wohl auch kaum gerecht werden. Aber ein paar Eindrücke wollen geschildert sein.
Zum ersten Part, dem Ainulindalë habe ich meine zwei Cent beigetragen, den zweiten Part (Valaquenta) will ich da einfach mit einbetten.

Der namensgebende Hauptpart des Quenta Silmarillion macht nicht nur den größten Part aus, sondern kommt auch am wenigsten spröde daher. Wie auch die ersten Parts, wird hier Geschichte erzählt. Während Part 1 und 2 notwendige Voraussetzungen sind, um Part 3 überhaupt schreiben und bewegend machen zu können, wirken sie auch hier erst rein und gewinnen an Strahlkraft. Sind sie in Part 1 und 2 noch aneinandergereihte, wenn auch gefällig formulierte Geschichten/Erzählungen, gewinnen sie durch die Geschichte um die Silmaril an Wirkung, die Geschichten und ihre Bezüge werden lebendig und sind somit mit Gewinn und Spannung zu lesen. Gleichwohl, das ist dem Werktypus geschuldet, können diese Geschichten nur den Bogen spannen, weshalb ich es sehr begrüße, dass die entscheidenden Geschichten in größerem Detail herausgelöst sind und nochmal gesondert ge- und beschrieben (vor allem die Kinder Hurins kann ich an der Stelle nur nochmal empfehlen). Dieser Part ist der meisterlichste Part des Ganzen.

Der vierte Part (Akallabêth) ist für mich mit dem Untergang von Atlantis bzw. Numenor der sprödeste Part des Buches, und hier fehlt mir die erzählerische und sprachliche Dichte und Schönheit, die in den Parts davor so bewundert habe. Saurons Rolle ist darin natürlich gewichtig, und der Part mit Sauron als falscher Berater ist gefällig genug, aber irgendwie habe ich hier etwas vermisst.

Der fünfte Part, der kurze Ausflug zu den Ringen der Macht und ins Dritte Zweitalter betrachte ich nicht weiter. Er steht für sich.

Insgesamt war ich jedoch sehr angetan, und gerade die von Tolkien doch immer sehr zielgerichtete und doch präzise, und in ihrer Einfachheit (so nehme ich es wahr) schöne Sprache versüßt mir das Werk in inzwischen gestandenem Alter deutlich. Wer also bereit ist, sich dem Ganzen zu widmen, sollte Zeit und Ausdauer mitbringen, die Lust an Geschichten, Zusammenhängen und dem stillen Weiterdenken dieser Zusammenhänge haben, und dann wird er mit einem großen Buch belohnt. Wenn er das nicht mitbringt, ist das Werk zu komplex, um es einfach nur wegzulesen.

Deswegen 8,5 von 10 Punkte.

#28

Robert N. Charrette - Shadowrun - Never Deal with a Dragon

Ich habe es getan, wieder. Ein Shadowrunbuch. Die Mutter der Shadowrunromane. Und ich war überrascht. Selbstverständlich gehen die Gerüchte über die bewundernswert unterdurchschnittliche Qualität der Shadowrunromane nicht ohne Weiteres an einem vorbei und auch mein erstes Buch, welches ich zu der Thematik gelesen habe, schien das Ganze zu bestätigen.

Dieses Buch jedoch war anders, denn zurecht ist es ein Shadowrunbuch, da es alle typischen Themen zusammenfasst, für die Shadowrun interessant ist. Großkonzerne, Runs, Wetwork, die Grenze zwischen Technologie und Magie, Intrigen, Loyalität und Käuflichlichkeit unter Runnern sowie undurchsichtige, direkt in die Geschicke der Welt eingreifende Drachen. Und es hat auch genügend Momente, in denen man es für einen Groschenroman hält, doch im Großen und Ganzen war ich positiv überrascht.
Denn der Protagonist des Buches hat tatsächlich sowas wie Wachstum am Ende des Romans hinter sich, auch wenn er vielleicht etwas schnell lernt, wie der Hase läuft. Besonders hervorzuheben ist auch, dass damals noch nicht nur die optimiertesten Runner durch die Welt liefen, sodass es keine Art Modenschau für Cyberware ist, sondern dass in dem Charakter sich beide Welten stimmig und sinnig, mit seinen Vor- und Nachteilen treffen.

Die Beschreibungen der magischen Ebenen, des Schamanismus und von den virtuellen Welten der Matrix ist in andern Büchern (sei es Neuromancer von Gibson, sei es Snow Crash von Stephenson, sei es Qube von Hillenbrand) viel besser gelungen. Die Welt wird insofern nicht im Sinne der Augmented Reality erweitert und für den Leser so nicht wahrnehmbar, Magie und Technologie sind sehr oberflächlich und nur Mittel zum Zweck, aber dennoch ist die erzählweise bisweilen holperig, aber auch zielführend und schafft es, alle Elemente entsprechend zu verarbeiten. Der Endkampf kommt leider etwas kurz und ist etwas zu schnell und zu einfach erledigt, es ist kein literarisches Phänomen, aber doch viel besser als erwartet nach meinem ersten Ausflug in die Shadowrunromane.

6 von 10 Punkte

#29

J.R.R. Tolkien - The Hobbit, or There and Back Again

Der Klassiker der Kinderliteratur ist inzwischen 84 Jahre alt und noch immer eine Lesereise wert. Der Aufbruch von Bilbo als unerwarteter Dieb, der im Abenteuer nicht nur den sagenumwobenen einen Ring findet, sondern auch Freundschaft, seinen eigenen Mut, sich selbst, Abenteuer und sich sogar beweisen kann, dass er ein Anführer ist, ist immer wieder eine Reise wird. Und dieses Mal habe ich einen doppelten Ansatz gewählt, denn ich habe zum einen die englische Ausgabe gelesen und dann habe ich mir daneben, Kapitel für Kapitel die wundervoll vertonte Variante mit Andy Serkis als Sprecher angetan. Und was soll ich sagen?

Ich kann die Variante mit Andy Serkis nur wärmstens empfehlen. Wer fürchtet, etwas über 10 Stunden den Hobbit mit der Stimme Smeagols hören zu müssen, wird bitter enttäuscht werden, denn Serkis ist ein Stimmenkünstler und seine Interpretationen von Gandalf, Thorin, Balin, Bilbo, Gollum, Elrond und vielen weiteren sind einfach außergewöhnlich gut und werden dem Werk mehr als gerecht, vor allem die Vertonung der Lieder und Gedichte im Werk ist außerordentlich gelungen.

Viel mehr will ich zu dem Werk gar nicht erwähnen. Muss auch gar nicht erwähnt werden.

8,5 von 10 Punkte für das Buch.
9,5 von 10 Punkte für die Vertonung mit Andy Serkis.

#30

Karl Marlantes - Matterhorn

Ich habe Marlantes in einer Vietnamdoku als Veteran auftreten sehen und seine aufgeräumte und analytische Art war mir in Erinnerung geblieben. Als ich also im Buchladen vor seinem Werk stand, habe ich es gekauft und - wie das Leben immer so spielt - erst Jahre später gelesen. Aber der Kauf hat sich gelohnt.

Matterhorn dreht sich, wie könnte es bei Marlantes eigener Lebensgeschichte anders sein, um den Vietnamkrieg und zwar um ein fiktives Szenario, in welchem ein Dschungelhügel - Matterhorn genannt - erstürmt werden soll. Und wir lernen so einiges in der Geschichte, denn wir lernen die Langeweile und das Warten des Krieges kennen, die Fährnisse und Schrecknisse langer Märsche, wir lernen unerträglichen Hunger, Naturgefahren und Exkremente näher kennen als wir wollen. Das Kriegsszenario nimmt mit, lässt einen mit den Soldaten leiden und hier und da mag es in die Länge gezogen wirken, aber gerade hier lernen wir die Empathie für die Soldaten, die sich entbehren und töten und vergeblich nach Sinn suchen.

Diese Sinnsuche, sie bildet eine von zwei großen Erzählsträngen, als Mellas - ein junger, idealistischer Mann - sich zum Offizier berufen fühlt. Wir begleiten ihn und seinen Trupp (Der Erzähler wechselt, was sehr gelungen ist in diesem Werk), und merken, wie der Dschungel, die Märsche und dann irgendwann das Töten und Verwundet werden ihn zermürben. Wir werden mit ihm zermürbt. Wir erleben, wie Matterhorn erkämpft wird, und entgegen der Richtlinie, dass Land nicht gehalten wird in diesem Krieg, wird Matterhorn stark befestigt und dann doch geräumt, dann jedoch dreht der Feind ab und nimmt das stark befestigte, verlassene Matterhorn, und nun sind es die Soldaten, die diesen Hügel befestigt haben, die ihn wieder stürmen müssen, weil jener Stabsoffizier, der den Hügel befestigen ließ, um seine Karriere bangt und er zieht sie alle mit herein in den Untergang. Und die ganze Zeit sucht Mellas nach dem Sinn, doch er findet Ziellosigkeit, Karrieristen, denen das Wohl der Soldaten egal ist, und verschenkte Leben. Er findet auch das Credo der Marines, und Freunde, und doch stirbt beides und nimmt ihn gefangen; und lässt ihn am Ende abstumpfen.

Der zweite Erzählstrang, der unter dem ersten liegt und mit ihm immer wieder verwoben ist, ist die Rassengeschichte Amerikas, der Mord an Dr. Martin Luther King und der Alltagsrassismus in der Gesellschaft und der Armee, und auch hier ist es Mellas, der Sinnfindung betreibt, mit den weißen und schwarzen Soldaten die Verbrüderung sucht, sie im Kampf findet und außerhalb des Kampfes sehen muss, wie es wieder zerbricht, wie Rassismus sich Bahn schlägt und sich eine große Katastrophe langsam, aber sicher im Feld ankündigt und er sie einfach nicht aufhalten kann.
Und als diese eintritt und Mellas bester Kumpel unversehens und aus Versehen dabei stirbt, sehen wir in diesem Schrecknis, wie weit es mit dem jungen Leutnant gekommen ist. Er weint, er schmerzt und doch prallt es an ihm ab. Es gibt nur ein Weiter. Wir sehen einen Mann vom Idealisten zu einem Mann werden, der zwischendrin selbst über das Morden eigener Vorgesetzter nachdenkt und dann am Ende nur noch kämpft. Er kann nicht mehr beantworten wofür. Er sucht den Sinn nicht mehr. Wir sehen, wie ein junger Leutnant PTBS entwickelt.

Eindrücklicher sah ich diesen Prozess nie beschrieben. Das Buch ist an manchen Stellen lang, um seinen Punkt spürbar zu machen. Das muss man ertragen lernen und dann liest man dieses Buch mit Schrecken, Erkenntnis und Gewinn.

8,5 von 10 Punkte

#31

Steven Erikson - Der Krieg der Schwestern - Spiel der Götter 6

Ich habe mich inzwischen bis Band 6 gearbeitet und noch immer ist die Geschichte sehr gefällig. Allerdings ist dies für mich der bisher schwächste Band. Fast 35% des Buches geht Erikson einen neuen Weg, in dem er den Toblakai aus den vorherigen Bänden sehr ausführlich mit Hintergrund und Vorgeschichte ausstattet, was einerseits nett ist, dass er für einen Charakter mal wirklich in die Tiefe geht und das durchgängig, nur ist der Toblakai Karsa für mich kein besonders spannender Charakter und die Tiefenbeschreibung gelingt Erikson bei weitem nicht so gut, wie das Spinnen seiner weltübergreifenden Zusammenhängen und seiner aus den Geschichtchen entstehenden Bogengeschichte.

Im Laufe des Buches schwenkt Erikson wieder um und das Buch gewinnt deutlich dadurch. Noch immer versucht Erikson viel im Vagen zu lassen, an anderen Stellen nimmt er es aber auf, die Zusammenhänge jetzt für den Leser zusammenzufassen und zu erinnern. Manchmal passiert das durch Charaktere, bei denen man sich fragt, woher sie auf einmal all das Wissen haben, aber im Regelfall ist das ordentlich dargestellt.
Ein zweiter Wandel ist in der Betrachtung der Charaktere selbst zu finden. Während in den ersten Bänden vor allem galt, dass die Charaktere immer die besten, größten und gefährlichsten waren, denken die Charaktere dies häufig noch, sind aber auffallend schnell enttarnt bzw. entlarvt. Der Erkenntnisgewinn ist also bei allen stark gestiegen, selbst bei den kleinsten Soldaten.

Leider ist er auch hier wieder etwas abgewichen von der Darstellung durch unterschiedliche Geschichtserzählkonzepte. Das war in den ersten Büchern eine große Stärke und ich hoffe, dass er das nochmal aufnimmt. Die Dialoge könnten etwas abwechselungsreicher sein.

Dadurch, dass er aber einige Zusammenhänge auch zusammenzieht und die Geschichte weiter verbindet, macht es nach wie vor sehr viel Spaß, der Storyline zu folgen. Und ich werde dies weiter tun.

7 von 10 Punkte
„Zutrauen veredelt den Menschen, ewige Vormundschaft hemmt sein Reifen“ - Johann Gottfried Frey

Offline Huhn

  • Herrin der Wichtel
  • Famous Hero
  • ******
  • Federtier
  • Beiträge: 3.453
  • Geschlecht: Weiblich
  • Username: Huhn
Re: Reading Challenge 2021
« Antwort #149 am: 25.08.2021 | 11:38 »
#15
Jim Butcher - Silberlinge (Die dunklen Fälle des Harry Dresden 5)

No rest for the wicked. Diesmal muss sich Harry auf ein Duell gegen einen Abgesandten des Roten Hofes vorbereiten, während er gleichzeitig das gestohlene Turiner Grabtuch sucht, sich von Profikillern beschießen lässt, eine geheimnisvolle Leiche identifizieren soll und es mit waschechten Gefallenen zu tun bekommt. Dass just jetzt seine Exfreundin in Begleitung eines echt öden Typen wieder auftaucht, sorgt nicht für einen klareren Kopf.

Hach, es war wieder ein Genuss. Zugegeben - nach dem Band mit den Feen fand ich die Gefallenen als Gegner nicht ganz so cool ... aber das ist Jammern auf hohem Niveau, die Geschichte macht wie immer Spaß und es gibt nichts Schöneres als dabei zuzusehen, wie sich der alte Chauvinist Harry wieder und wieder von hübschen Frauen ablenken und voll übers Ohr hauen lässt. :D
Wer gackert, muss auch ein Ei legen.