Autor Thema: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun  (Gelesen 2394 mal)

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Offline Tegres

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Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
« Antwort #50 am: 9.03.2021 | 17:38 »
Heute gibt es viel explizitere, vordergründige und vor allem auch durch Designer vorangestellte Mittel: Lines&Veils, X-Card, CATS oder das hier im Forum beliebte "sei kein Arschloch"  ~;D
Lines&Veils kann ich nur unterstützen (zu Deutsch: Grenzen und Ausblendungen; eine sehr gute Erklärung davon findet sich beispiels im Rollenspiel "Spire"). Diese sind im Übrigen nicht statisch. Reflektiert eure Runden, redet mit den Spieler:innen und passt von Mal zu Mal die Grenzen und Ausblendungen an. Benutzt man dieses und ggf. noch weitere genannte Werkzeuge, löst sich die ganze Problematik des Threads in Wohlgefallen auf.

In diesem Sinne kann ich kasi45 übrigens zustimmen:
Ich persönlich finde immer noch, dass das Thema mehr als ausgereizt ist
Mach mit bei den Blaupausen - Zufallstabellen, hilfreiche Artikel und mehr - einfach über den Discord-Server von System Matters

Für mich ist Cthulhu eher Ghostbusters meets Akte X in den 1920ern  ;D

Hier nur noch sonntags unterwegs. PNs lese ich auch an anderen Tagen.

Offline Seraph

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Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
« Antwort #51 am: 9.03.2021 | 17:39 »
Häää? Was meinst du? Du scheinst krampfhaft zu versuchen, mir irgendwas in den Mund zu legen? Das muss wirklich nicht sein.

Also: Selbst mal atmen und entspannen.

Genau das habe ich gemeint  :-X
I had a dream, which was not all a dream.
The bright sun was extinguish'd, and the stars
Did wander darkling in the eternal space,
Rayless, and pathless, and the icy earth
Swung blind and blackening in the moonless air;
Morn came and went--and came, and brought no day,
And men forgot their passions in the dread

- Lord Byron: Darkness -

Offline Ham's the R

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Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
« Antwort #52 am: 9.03.2021 | 17:42 »
Ich wundere mich und bin recht überrascht.
Läuterer verurteilt, sieht es auch ganz easy.
Ich bitte um Erleuchtung.
Wo habe ich Dich verurteilt?
Ich habe ja noch nicht einmal geurteilt.

Ich frage mich, warum Du Dich so reinsteigerst, wenn das Thema, Deiner Meinung nach, doch schon so oft durchgekaut wurde.
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Ich weiss, dass Sie glauben, Sie verstünden, was ich geschrieben habe; aber ich bin mir nicht sicher, ob Sie begreifen, dass das, was Sie gelesen haben, nicht das ist, was ich meine.

Erbschwein

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Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
« Antwort #53 am: 9.03.2021 | 17:48 »
Hallo,
@Erbschwein

Schnapp, Schnapp

Was sollte ich sagen Leute, passt auf euch auf mit wem oder was ihr spielt?? Ihr steht im Leben und ihr solltet das und das machen??? Bitte.
Jeder ist sich selbst überlassen und Erwachsen genug um zu wissen was man macht.

Also nicht vor die Tür, ALLE BÖSE!!!!

Ich habe nur ein Teil gelesen und bin eingestiegen. Aber ich finde das Thema wichtig. Auch wenn man sich auf ein Con, was vertreten tut. Der Verlag kann nix dafür wenn das aus persönlicher motivation gemacht wird. Das der Verlag nichts damit dann zutun hat ist klar.
Wie man damit arbeitet ist der Con-Veranstalter Verantwortlich.

Das ich dicht @kasi45 Verurteil haben sollte, solltest Du mir des Satzes der Aussage bitte Kennzeichnen. 

Offline kasi45

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Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
« Antwort #54 am: 9.03.2021 | 17:52 »
Ich wundere mich und bin recht überrascht.Ich bitte um Erleuchtung.
Wo habe ich Dich verurteilt?
Ich habe ja noch nicht einmal geurteilt.

Ich frage mich, warum Du Dich so reinsteigerst, wenn das Thema, Deiner Meinung nach, doch schon so oft durchgekaut wurde.

Okay Läuterer ein paar Tipps:
1. Lesen der Threads hilft (hast du offensichtlich nicht getan)
2. Verstehen dessen was gelesen wurde hilft noch mehr (hast du offensichtlich noch weniger getan)

Erneut versuchst du mir etwas in den Mund zu legen (Kreuzzug, reinsteigern). Dazu habe ich mich geäußert. Ist in deine Gehirnwindungen nicht eingedrungen.

Ich habe gesagt, du verurteilst. Ich habe nicht gesagt, dass du mich verurteilst. Ist in deinen Gehirnwindungen nicht eingedrungen.

Du hast zu diesem Thema bereits an anderer Stelle gesagt, dass du nicht auf die dünnhäutigen Spieler achten möchtest. Dies hat eine negative Konnotation. Das ist meinem Verständnis nach durchaus eine Verurteilung von Spielern, die sensibler sind. Wenn du das anders siehst, kannst du das ja gerne.

Ansonsten frage ich dich jetzt mal: Warum steigerst du dich sooo in das Thema rein, dass von 4 themengleichen Threads drei von dir eröffnet wurden? Benötigst du so dringend Absolution dafür, dass du jede perverse Phantasie am Spieltisch ausspielen kannst?

Also bleib du doch mal entspannt (und immer brav lesen und verstehen, kann echt helfen)  ~;D

Offline kasi45

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Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
« Antwort #55 am: 9.03.2021 | 17:58 »
Hallo,
@Erbschwein

Schnapp, Schnapp

Was sollte ich sagen Leute, passt auf euch auf mit wem oder was ihr spielt?? Ihr steht im Leben und ihr solltet das und das machen??? Bitte.
Jeder ist sich selbst überlassen und Erwachsen genug um zu wissen was man macht.

Also nicht vor die Tür, ALLE BÖSE!!!!

Ich habe nur ein Teil gelesen und bin eingestiegen. Aber ich finde das Thema wichtig. Auch wenn man sich auf ein Con, was vertreten tut. Der Verlag kann nix dafür wenn das aus persönlicher motivation gemacht wird. Das der Verlag nichts damit dann zutun hat ist klar.
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Das ich dicht @kasi45 Verurteil haben sollte, solltest Du mir des Satzes der Aussage bitte Kennzeichnen.

In deinem ersten Post schienst du mir andichten zu wollen, ich wolle jemanden an den Pranger stellen. Am Ende hast du leicht angedeutet, dass ich Personen verurteile. Wenn du das anders gemeint hast, dann entschuldige bitte. Aber ich habe ja auch mehrmals gesagt, dass es schwer für mich ist, deine Posts zu verstehen.

Offline Blechpirat

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Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
« Antwort #56 am: 9.03.2021 | 18:03 »
Ich habe hier mal zugemacht, bis wir das moderiert bekommen haben.

Offline Ham's the R

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Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
« Antwort #57 am: 9.03.2021 | 21:40 »
So. Würde mich freuen, wenn wir jetzt vielleicht wieder zum Topic zurückfinden würden.
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Ich weiss, dass Sie glauben, Sie verstünden, was ich geschrieben habe; aber ich bin mir nicht sicher, ob Sie begreifen, dass das, was Sie gelesen haben, nicht das ist, was ich meine.

Erbschwein

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Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
« Antwort #58 am: 10.03.2021 | 10:40 »
Da bin ich absolut bei Dir.
Ein realitätsnahes Verrecken im Dreck, in Blut, Eingeweiden und Urin, unter Schmerzenscheien, Röcheln und Gewimmer, hätte eine eindringlichere und abschreckendere Note als das simple Abstreichen von Hit Punkten.
Da ginge für viele Spieler sicherlich der Spass flöten.

Und sicherlich spielt so auch keine Gruppe. Oder doch?
Hallo,

Genau so sehe ich das auch. Anstatt zu zeigen was da wirklich passieren würde, wird das Wort Hit Points genannt. Bei Hit Points streicht das Hirn ab. Wird nicht Realisiert was das Bildlich Wirklich zeigt.
Aber jemanden für Rollenspiel zu Interessieren, der dann die Situation vielleicht Realisiert. Wird auch nicht Glücklich.

Das Problem liegt in:
Man müsse eine Fantasy-Welt haben, die wirklich Glücklich ist. Wo alles berücksichtigt wird. Deswegen ist das Thema wichtig. Da das Thema Gewallt in vielen Facetten Existiert.

Erbschwein

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Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
« Antwort #59 am: 10.03.2021 | 11:07 »
Hallo,

Das ist genauso, wenn man in die Hölle muss. Wegen eines Auftrages. Wo erstmal 20 Feuerelementare sind und ein Wächter der mal locker Wunsch hat. Das andere Nicht erwähnt.
Ich weiß nicht ob da das Hirn aussetzt oder nur nicht Realisiert.

Genauso wie ein Drachen töten. Wer weiß was der schon weiß.
Ich will nix verleugnen. Das andere ist, Gibt es nicht, gibt es nicht. Es ist nur ein Spiel. Am besten wäre es, es spielt man Alleine.
Bin erstmal raus.

In diesem Sinne:   ~;D

Offline Ham's the R

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Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
« Antwort #60 am: 10.03.2021 | 15:11 »
Spieler reagieren verschieden.
Und Dünnhäutigkeit ist sicherlich nicht gleich Dünnhäutigkeit.

Der gleiche Spieler kann an verschiedenen Tagen, je nach Tagesform, sehr unterschiedlich auf ein und dieselbe Szene reagieren.

Manch eine:r weiss vielleicht noch nicht einmal was ihn/sie überhaupt triggert und wenn es dann soweit ist, liegt das Kind bereits im Brunnen.

Es geht nicht darum, etwas immer bis ins kleinste Detail auszureizen und detailliert, wie bei einer Autopsie, zu beschreiben.
Das kann man machen, muss man aber nicht (frei nach dem Motto: Leben und Leben lassen).
Mitunter kann so etwas reizvoll sein, auf die Dauer kann es sich jedoch auch stark abnutzen.

Leider reicht jedoch mitunter auch schon mal ein Schlüsselwort aus, um jemanden zu triggern.

Wichtig ist also, um auch Spass am Spiel zu haben, dass man nicht nur den SL und die Gruppe kennt, sondern vor allem erst einmal sich selbst.

Des Weiteren hilft es auch noch ungemein, dieses Unbehagen dann im Vorhinein des Spiels zu verbalisieren, anstatt mittendrin.

Beim SL nachzufragen ist auch immer hilfreich.
Wie dieser spielt und leitet, was bei ihm geht, bzw. ein No Go ist, ist sehr nützlich, um unangenehme Situationen noch vor Beginn des Spiels auszuschliessen.
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Online JollyOrc

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Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
« Antwort #61 am: 10.03.2021 | 17:44 »
Gibt es ein Limit?

Wann ist Hardcore too hard?

Ich glaube, das Limit ist da erreicht, wo es einer Person am Tisch wirklich zu viel wird, diese keinen Spaß mehr hat, und sich dieser Situation nicht (gefühlt) gefahrlos entziehen kann.

Was meine ich damit?

SL: (beschreibt Schlimme Dinge [tm])
Ich: (denke) ungh.. das geht mir jetzt aber doch zu Nahe, genau so ist es meinem Schwippschwager passiert, und uh.. nee.
SL: (beschreibt weiter)
Mitspieler: (ist sichtlich in der Szene drin)
Ich: (denke) ungh.. wenn ich das jetzt abbreche ruiniere ich das für alle. Darf ich dann nächstes Mal überhaupt noch mitspielen? Und was denken die dann von mir?!
Ich: (leide still vor mich hin)

Das ist das Limit, das sollte nicht vorkommen. Egal ob es sich beim Beschriebenen nun um Blut&Gedärme, Misshandlungen, oder nur das Teekränzchen mit Tante Lisbeth handelt.

Die Herausforderung ist also aus meiner Sicht nicht "wie weit kann ich gerade noch gehen?" oder "wie hole ich mir die Zustimmung?" sondern "Wie stelle ich sicher, dass alle am Tisch sich trauen, anzusagen, wenn es schiefläuft, und dass die dann auch beachtet werden?"

Bei manchen geht das sogar besser, wenn man mit Fremden spielt ("mir doch egal, was die von mir denken, die sehe ich eh nie wieder!") andere brauchen dazu den vertrauten Kreis von engen Freunden. ("ich öffne mich doch nicht vor Fremden!")

Auf Spielleitungsseite bedeutet das IMHO vor allem, dass eine gewisse Flexibilität da sein muss, um im Falle des Falles schnell die Richtung wechseln zu können, oder zumindest den betroffenen Menschen einen eleganten und einfachen Weg raus ermöglicht. In Konsequenz heißt das unter Umständen auch, dass man einrechnet, wie viel Aufwand die sich gemacht haben, um an den Spieltisch zu kommen:

Vergleicht mal die wöchentlichen 3h-Feierabendrunde via Videokonferenz mit DER Runde des Jahres, wo man extra von JanzWeitDraußen 3 Stunden Anfahrt und Geld für den Babysitter einplanen musste.  Bei der ersten Variante ist mir das ziemlich Wumpe, wenn ich da jetzt mal eben sage "sorry, das geht mir zu nahe, macht mal ohne mich weiter, bis nächste Woche!". Bei letzterem wäre ich ziemlich angefressen, wenn ich all den Aufwand auf mich genommen habe, und dann nach einer Stunde die Wahl Friß oder Stirb bekomme.

Da gibt es leider kein Patentrezept, aber ich denke, je extremer der geplante Inhalt, desto mehr sollten sich solche Gedanken gemacht werden.
« Letzte Änderung: 10.03.2021 | 19:09 von JollyOrc »
Fürs Protokoll: Ich bitte hiermit ausdrücklich darum, mich in der Zukunft auf schlechte oder gar aggressive Rhetorik meinerseits hinzuweisen. Sollte ich das dann wider Erwarten als persönlichen Angriff werten, bitte auf diesen Beitrag hier verweisen und mir meine eigenen Worte um die Ohren hauen! :)

Offline Blechpirat

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Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
« Antwort #62 am: 10.03.2021 | 18:55 »
Schöner Beitrag JollyOrc!

Wichtig finde ich, dass Problem nicht exklusiv bei der SL abzuladen. Da müssen auch die Spieler die richtigen Signale senden, damit die SL (oder die Mitspieler, sowas wird ja nicht in allen Runden nur von der SL beschrieben) erkennen, wo die Grenze ist. Das erfordert viel Feingefühl... oder eben entspechende Tools, die aber m.E. oft zu spät kommen. Weil sie von der betroffenen Person (Edit: verlangen zu) erkennen, dass es ihr zu viel wird. Und das erkennt man oft erst dann selbst, wenn es zu spät ist.
« Letzte Änderung: 11.03.2021 | 11:32 von Blechpirat »

Erbschwein

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Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
« Antwort #63 am: 10.03.2021 | 18:59 »
Es muss und sollte auch ein Wort der Entschuldigung geben. Wenn es doch Mal zu viel werden sollte und sich Auszusprechen ist dann auch Mehr Wert.

-Edit:- Das muss nicht nach dem 1 Abenteuer sein, aber vielleicht beim 1001 mal. Das es zu viel wird.-
« Letzte Änderung: 10.03.2021 | 19:03 von Erbschwein »

Offline Drantos

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Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
« Antwort #64 am: 10.03.2021 | 23:22 »
Ich habe als SL große Probleme zu erkennen was überhaupt hardcore ist. Beruflich bedingt habe ich im reallife ständig mit den übelsten Auswüchsen der menschlichen Gattung zu tun (Leichen, Raub, Vergewaltigung, Kindesmissbrauch usw.). Ich hab festgestellt, dass man da schon abstumpft. Was für mich normal ist, ist für andere schon hardcore. Irgendwelche Beschreibungen im Spiel bringen mich schon lange nicht mehr zum Zucken. Es gibt auch nichts, was mich triggern könnte.

Die einzige Möglichkeit für mich so etwas zu umgehen ist tatsächlich, das den Mitspielern  genau so zu erklären und darum zu bitten, Einspruch zu erheben, wenn es aus ihrer Sicht zu heftig wird, bzw. vor Spielbeginn klare Grenzen abzustecken, damit es erst gar nicht zu solchen Situationen kommt.


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Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
« Antwort #65 am: 11.03.2021 | 02:14 »
Behauptung: "Themen, deren Inhalt dem guten Geschmack widersprechen, sollten auch im Horror RPG nicht bespielt werden!"
Das ist korrekt.
Wobei "der gute Geschmack" kein allgemein feststellbares Objekt ist, dass übergreifend existiert, sondern von der Gruppe abhängt.
Dahingehend benötigt es dann entweder vor dem Spiel ein Gespräch um festzustellen was für die Gruppe jenseits des guten Geschmack liegt, oder Mittel um es im Spiel möglichst einfach kommunizieren zu können.

Zitat
Vielleicht ist es dem einen oder anderen SL schon einmal passiert, dass sich ein:e oder mehrere Spieler:innen am Inhalt eines Szenarios gestossen haben und getriggert wurden.
Es ist mir durchaus schon passiert.
Wobei es nichts mit Sex, Kindern oder Foltern zu tun hatte, sondern mit anschaulichen Beschreibungen der Konsequenz von Gewalt. Heißt, ich beschreibe als Spielleitung in etwa so, wie ich mir die Kamera vorstelle, und bei System im Bereich von Horror liegt meine Inspiration mitunter bei der Serie Hannibal. Hierbei kann es geschehen, dass es zu anschaulich wird. Wenn Spieler:innen das addressieren, breche ich die Beschreibung direkt an, und skizziere die Situation nur recht vage.

Insofern kommt es auch bei "Mord und Totschlag" und selbst bei "nicht tödlichen (Kampf) Verletzungen" auf das "wie" an.

Zitat
Wann ist Hardcore too hard?
Wenn es Einspruch seitens der Spielerschaft gibt.
Ein Beispiel, während ich Hannibal ungeschnitten geschaut wurde, wurde mir bei einer Szene wo ein Charakter sein Gesicht isst doch etwas schlecht.
Wenn es in einem Spiel aufkommen würde, wäre ich geneigt, dort anzumerken das es für mich jenseits des guten Geschmack gibt.
Ein anderes Beispiel wäre, die Szene in Visitor Q, die damit endete das die Leiche mit mit einer Kettensäge zerlegt wurde (das war der wenigst eklige Teil), wo mir noch deutlich schlechter wurde, als bei Hannibal.


Anmerkungen:
Die Beschreibungen können natürlich nicht nur vom SL stammen, sondern auch von den Spielenden kommen.
Wo man es dann auch entweder davor, oder während dessen, ansprechen sollte.


Als Ergänzung, es scheint dabei davon ausgegangen zu werden, das die "Hardcore" Aspekte nur in Szenarien vorkommen, wo direkt problematische Themen (Sex, Kinder, Folter) angesprochen werden. Als ein Beispiel für eine Szene, bei der ich mir vorstellen kann, dass sie sowohl in Cthulhu als auch in Vampire öfter vorkommen kann:

Ein Charakter schießt auf einen anderen Charakter, der wiederum daraufhin stirbt.
Man kann das relativ oberflächlich beschreiben, wie so in den meisten Action Serien.
Man kann das sehr graphisch beschreiben, in dem man beschreibt wo der andere Charakter getroffen wird, wie die Wunde aussieht, wie die Person zu Boden geht.
Man kann das sehr emotional beschreiben, in dem man auf den Lebenswillen, das soziale Umfeld des nunmehr toten Charakter hinweist.
Man kann den Druck erhöhen, in dem man enthüllt das der Charakter vielleicht gar kein "böser" Kultist war, sondern eine unschuldige Person. Das der schießende vielleicht aus Wahnsinn gehandelt hat oder dadurch ein Stück seines Verstands bzw. Selbstkontrolle verliert.
So ein recht "normales" Action-Versatzstück (Schießerei mit Toten), kann je nach Szenario und Beschreibung sehr unterschiedlich wirken.
Gerade wenn man das Spiel (Call of Cthulhu, Vampire) mit der Gruppe bewusst unter dem Aspekt des Horrors spielt.
Nun, und nur weil wer ein anderes Genre-Verständnis hat, ist die Person weder ein "geheimes" (gar real live) Monster noch jemand der gar nix verträgt.

Ein Verlag kann dahingehend erwarten, dass die Spielleiter:innen auf einer Convention vernünftig rangehen.
Heißt, vielleicht keine Szenen darbieten, die bei Hannibal geschnitten wurden (die Sache mit den "Engeln"), oder zumindest ordentliche Tools (XCard etc.) anbieten bzw. mit den Spielern vorher drüber sprechen.
« Letzte Änderung: 11.03.2021 | 02:38 von Teylen »
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Offline Ham's the R

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Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
« Antwort #66 am: 11.03.2021 | 08:18 »
Erst einmal vielen Dank für die sachlichen Antworten.

Wie geht Ihr in der Folge damit um, wenn das Kind bereits im Brunnen liegt?
Wenn also ein Wort, ein Thema, eine Szene eine:n Mitspieler:in getriggert hat?
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Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
« Antwort #67 am: 11.03.2021 | 10:01 »
Wie geht Ihr in der Folge damit um, wenn das Kind bereits im Brunnen liegt?
Wenn also ein Wort, ein Thema, eine Szene eine:n Mitspieler:in getriggert hat?

ich kann hier nur theoretisch sprechen, denn bislang hatte ich das ausgesprochene Glück, diese Situation nicht am Tisch zu haben.

Meine erste Priorität wäre es hoffentlich, dafür zu sorgen, dass es der Person gut geht. Sprich: Denen (und allen anderen) eine Pause gönnen, herausfinden, was der Trigger war, und ob und wie man das abschaffen kann. Dazu muss man, wie Blechpirat schon meinte, auch gar nicht die SL sein, das kann man auch einfach so machen, wenn man es merkt. "Lasst uns bitte hier mal kurz unterbrechen, ich glaube das ist gerade nicht gut so."

(Der Satz ist bewusst so formuliert, dass da keinerlei Schuldzuweisung drin ist. Die Situation ist nicht gut. Das meint eben genau nicht die Person, die das Element ins Spiel gebracht hat, und auch nicht die Person, die gerade getriggert ist, und auch nicht das triggernde Element!)

Wenn die Person dann wieder "stabil" ist, fragen, was denen jetzt am liebsten wäre: Ohne Triggerelement (wenn identifizierbar) weitermachen, Pause, mit was anderem (mit oder ohne dieser Person) weitermachen, oder die Person möchte lieber nach Hause und man macht ohne sie weiter.

Solange das Triggerelement nicht vorab bekannt und als nicht erwünscht gekennzeichnet war, muss sich da meiner Ansicht nach auch niemand groß für entschuldigen. Man kann ja nicht in den Kopf einer Person hineinsehen. Empathiebekundungen sind allerdings durchaus angebracht.

Also, aus meiner Sicht nicht notwendig: "Das tut mir leid, dass ich Element X eingeführt habe!"
Aber, aus meiner Sicht angebracht: "Das tut mir leid, dass es Dir so geht!"

Wichtig ist es eben, dass man Respekt vor der Verfassung anderer zeigt, diese nicht willentlich und wissentlich beschädigen will, und signalisiert, dass es immer ok ist, wenn jemand kundtut, dass bei denen gerade was im Kopf oder Gemüt schiefläuft.
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Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
« Antwort #68 am: 11.03.2021 | 11:41 »
Viel, viel häufiger habe ich erlebt, dass mir unbekannte Spieler ihre Dunkle Seite ausleben wollten und dann NSCs gefoltert, vergewaltigt und gemeuchelt haben.

+1

Ja solche Spieler kenne ich auch.
« Letzte Änderung: 11.03.2021 | 11:46 von unicum »

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Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
« Antwort #69 am: 11.03.2021 | 15:42 »
Wie geht Ihr in der Folge damit um, wenn das Kind bereits im Brunnen liegt?
Wenn also ein Wort, ein Thema, eine Szene eine:n Mitspieler:in getriggert hat?
Ich kann nur dafür sprechen, was ich mache, wenn Mitspieler:innen anmerken das etwas stört.
Ich denke nicht, dass ich eine Situation im Spiel hatte, bei denen jemand im Kontext eines Traumata oder einer traumatischen Belastungsstörung getriggert wurde.

Ich handele hierbei, entlang dessen, was ich im Rahmen der X-Card Erläuterung an meinem Tisch normalerweise sage.
Heißt, ich erfasse die Situation, frage eventuell nochmals nach was genau störte, und ändere es entsprechend.

Beispiel 1:
Ein Charakter kommt zu einer Gruppe in ein Motelzimmer. In dem Motelzimmer hat ein grausamer Mord stattgefunden [durch ein Gruppenmitglied].
Ich beschreibe: Du kommst in das Zimmer, siehst wie das Blut sich über den Boden und die Wände verteilt, der Körper...
Intervention: Erm, das ist arg graphisch.
Ich nicke, denke kurz nach: Du kommst in das Zimmer und siehst den Tatort. Was macht ihr.

Beispiel 2:
Es gibt eine Schießerei respektive Auseinandersetzung zwischen den Charakteren und Nicht-Spielercharakteren. Ein Angriff war sehr erfolgreich.
Ich beschreibe: Ihr seht wie der Gegner mit einem Kopfschuß noch kurz innehält und niederge..
Intervention: Bitte nicht zu graphisch.
Ich nicke, denke kurz nach: Der Gegner ist tot. Die nächste Runde startet, der eine verbleibende Gegner feuert, während der andere in Deckung sprinted...

Beispiel 3:
Es ist ein Fantasy Setting. Meinereiner: Ich knüpfe mir den Goblin vor, und ziehe ihm zwecks Verhör die Zähne.
Spielleitung / Mitspieler gucken angewieder.
Meinereiner, okay. Sorry. Um, ich lasse das. Ich frage den Goblin "bla".


Nach meiner Erfahrung reicht es, wenn man die Signale aufnimmt, ernstnimmt und die Erzählung entsprechend korrigiert.
Eine Spielunterbrechung kann mitunter für alle unangenehm sein, gerade wenn man die Szene so "nur" nicht mochte. Eine Diskussion um Schuld respektive Entschuldigungen kam dahingehend noch nicht auf. Auch wenn Diskussionen im Internet nahelegen, das Übertritte so schlimm sind, als hätte man das Haustier der Person umgebracht, ist es am Tisch eher so, dass ein Verständnis herrscht das die Mitspieler:innen normale Menschen sind, man was notwendiges ausgesprochen hat, und mit Kurskorrektur weiter macht.

Im Grunde wie in dem populären Meme in dem Jadzia einen alten Klingonen Kumpel trifft.
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