Autor Thema: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?  (Gelesen 5426 mal)

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Offline Jiba

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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #150 am: 27.12.2021 | 11:05 »
Zitat
Wenn die Spielerschaft nicht mehr in der Lage ist, jedwede Rolle mit Gusto anzunehmen, sondern nur noch Rollen nach Wahl, dann ist die Spielerschaft schlechter im Rollenspiel geworden.

Wenn die Spielerschaft (?) in der Lage ist, jedwede Rolle auch ohne Fokus auf Gold, Monster und Kerker, Zahlenwerte und Trefferpunkte mit Leben, Stringenz und Bedeutung zu füllen, anstatt immer mit den Stützrädern der Weltmodellierung fahren zu müssen, dann ist die Spielerschaft besser im Rollenspiel geworden. :)

Wenn sie in der Lage ist, sich in sehr unterschiedliche, mechanische Sets mit ganz unterschiedlicher Fokusziehung hereinzuarbeiten, anstatt regelmäßig und anhaltend immer mit demselben, alten Regelset zu spielen, dann ist die Spielerschaft wohl auch besser im Rollenspiel geworden. :)

Im Ernst, Set... du kochst doch auch am Liebsten mit den Zutaten seiner "PESA-approved systems" und wirfst anderen Spielstilen Selbstbezüglichkeit vor? Wenn du mal eine längere Kampagne "City of Mist" oder "Genesys" oder "Cortex Prime" oder "Fate" oder "Monsterhearts" oder irgendwas anderes, was grade der heiße NAR-Scheiß ist, gespielt hast, dann bist du auch in der Position, anderen Solipsismus vorzuwerfen.

(Zumal die Zufallserschaffung von Charakteren innerhalb bestimmter Parameter abläuft, also immer eine Einschränkung von Charakteroptionen bedeutet... und Klassen dann auch wieder. Da kommt, im Gegensatz zu freien Punktebausystemen oder solchen, die auf narrative Descriptoren setzen, letztlich doch nur ein eingeschränktes Set an Möglichkeiten heraus. Wer jedwede beliebige Rolle spielen will, der muss zunächst jedwede beliebige Rolle bauen können.)

Zitat
"modernem Marketing"
Jede moderne Firma, ganz egal ob sie jetzt auf dem oma-umweltsauigen oder dem öko-gemeinwohlökonomischen Feld spielt benutzt selbstverständlich "modernes Marketing", was letztlich auch nur ein Kampfbegriff ist. Der "modernen Marketingpraxis" befleißen sich dann selbstverständlich nur jene Firmen, NGOs oder Influencer, die man selbst nicht leiden kann.  ::)
« Letzte Änderung: 27.12.2021 | 11:10 von Jiba »
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Offline Alexandro

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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #151 am: 27.12.2021 | 11:10 »
Fortschritt wird auch kritisch betrachtet.

Insgesamt ist es (wie in dem alten Sprichwort) eine "Man wird sehen"-Situation - auch scheinbare Rückschritte können auf lange Sicht gesellschaftlichen Fortschritt bewirken (z.B. die Deregulierung, welche die Mängel eines ungebremsten Marktes aufgezeigt hat, welche in den 80ern noch energisch geleugnet wurden - auch wenn sie da längst absehbar waren).
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Offline klatschi

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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #152 am: 27.12.2021 | 11:15 »
Solipsismus, zum Beispiel, kann man mit Fug & Recht als Rückschritt definieren:

Wenn die Spielerschaft nicht mehr in der Lage ist, jedwede Rolle mit Gusto anzunehmen, sondern nur noch Rollen nach Wahl, dann ist die Spielerschaft schlechter im Rollenspiel geworden.

ADD: Die Innovation Puntkekaufsystem erlaubt es dann, trotzdem, auch mit der schlechter rollenspielenden Spielerschaft zu spielen.

Das impliziert jedoch, dass davor jedwede Rolle von allen oder zumindest einem Gros der Spielenden „mit Gusto“ angenommen und gespielt wurde, was ich bezweifeln würde, ohne dass mir nicht-anekdotische Belege für die eine oder die andere Argumentation vorliegen.

Offline Ma tetz

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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #153 am: 27.12.2021 | 11:19 »
Zitat
   Innovation =! Fortschritt.     

Sollte das jetzt ungleich heißen? Du verwirrst mich.

Und was Deine Bewertung nach Werten angeht, da kommen wir zumindest was rpg angeht nicht zusammen (siehe Deine Aussage zu schlechten Spielern  ::))

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