Autor Thema: Wieso ist der deutsche Rollenspielmarkt so klein?  (Gelesen 3597 mal)

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Offline Brainworm

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Re: Wieso ist der deutsche Rollenspielmarkt so klein?
« Antwort #150 am: 23.06.2022 | 15:18 »
Ja, weiß nicht. Bestimmt, aber da bin ich zu oldschool und konservativ. Es muss am Tisch klappen, ich traue diesem neumodischen Kram nicht....

Da bin ich ganz bei dir. Nur fürs Ballancing wäre es sicher interessant.

Offline unicum

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Re: Wieso ist der deutsche Rollenspielmarkt so klein?
« Antwort #151 am: 23.06.2022 | 15:19 »
Ulisses hat da schon mehr.
Aber ich denke nach den großen Zwei (Ulisses und Pegasus) ist die Luft dünn und wird das Potenzial knapp.

Ich würde an der Stelle nochmal hinterfragen was ein Hauptberuflicher Rollenspielentwickler ist,...
Sicher haben Ulisses und Pegasus mehr Mitarbeiter als 10 aber nicht alle von denen werden Rollenspielentwickler in Vollzeit sein.

Wieviel % der Arbeitzszeit wird wirklich "Rollenspielentwicklung" sein? Was beinhaltet das? Spieltesten? (sicher) Abenteuer dafür schreiben? (würde ich nicht so sehen) Das Regelwerk Layouten? (Nein) Eine Druckerei suchen? (auch nicht) Kommunikation mit der Community? (auch nein).

Offline ArneBab

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Re: Wieso ist der deutsche Rollenspielmarkt so klein?
« Antwort #152 am: 23.06.2022 | 15:21 »
Ja, weiß nicht. Bestimmt, aber da bin ich zu oldschool und konservativ. Es muss am Tisch klappen, ich traue diesem neumodischen Kram nicht....
Außerdem kannst du das am Computer machen, aber dann kommt jemand auf die Idee, dass die Hügellandschaft (Flufftext) sich toll für einen Hinterhalt eignen würde und das ganze Balancing ist für die Katz :-)

Der Plan muss schon mindestens einmal an einer Spielrunde gescheitert sein, um sinnvoll sein zu können :-)

Ansonsten ja: Programme helfen viel, um nicht übermäßig komplexe Fähigkeiten gegeneinander abzuwiegen. Für Begegnungen halte ich Faustregeln für nützlicher.

Auch von mir Danke!
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Offline Eismann

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Re: Wieso ist der deutsche Rollenspielmarkt so klein?
« Antwort #153 am: 23.06.2022 | 15:27 »
Mal ein paar Punkte eingeworfen:

Von "Deutschland in den Schatten" gab es eine Übersetzung ins Englische, die wohl auf amerikanischer Seite nochmal "amerikanisiert" wurde, mit mehr Nazis etc. Hab ich aber leider nie in Händen gehabt.

Was das Schreiben eigener Rollenspiele angeht: Es ist halt ein Sack von Arbeit, und es hilft zu wissen, was man da tut, um fertig zu werden. Dazu braucht es dann noch ordentliche, passende und sinnvoll plazierte Illus, vernünftiges Layout und eine Möglichkeit das Spiel auch an die Spieler zu bringen. Die meisten Hobbyprojekte scheinen da entweder am Mangel der nötigen Kompetenzen (wie eben Layout etc.) oder an der 20:80-Regel zu versacken. Die letzten 20 Prozent des Buches brauchen 80 Prozent der Arbeit. Daher dümpeln so viele Eigenentwicklungen nach 10+ Jahren noch halbfertig irgendwo herum.

Ideen für Rollenspiele habe ich da genug, hätte im Zweifel sogar zwei, drei Konzepte im Schrank, aber dafür hab ich schlicht keine Zeit,bzw. anderes hat da deutlich Vorrang.

Was die Beschäftigten im deutschen Rollenspielbereich angeht: Wenn man Angestellte (also keine Freelancer) anschaut, und da dann nur Autoren, Redakteure und Entwickler (also kein Lager, Buchhaltung, Marketing usw.) würde ich schätzen, dass es in Deutschland vielleicht so 10-12 davon gibt. Und die Bezahlung ist da eher leidlich.

Offline Brainworm

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Re: Wieso ist der deutsche Rollenspielmarkt so klein?
« Antwort #154 am: 23.06.2022 | 16:03 »
Außerdem kannst du das am Computer machen, aber dann kommt jemand auf die Idee, dass die Hügellandschaft (Flufftext) sich toll für einen Hinterhalt eignen würde und das ganze Balancing ist für die Katz :-)

Ich würde sagen das kommt darauf an, ob es für Hinterhalte Regeln gibt.
Einem Computer zu sagen "das ist jetzt Hinterhalt, deswegen bekommen die anderen alle - 2" und das dann auch noch mal drölfzigtausend mal durchlaufen zu lassen ist ja kein Problem.

EDIT: Wohlgemerkt, ich spreche von der Neuentwicklung eines Systems. Ich sage auch nicht, dass mit Spieler:innen am Tisch testen eine schlechte Idee ist; im Gegenteil, ich halte Betatesten für eines der wichtigsten Dinge. Ich glaube nur, dass ein Computer einem halt sehr schnell sagen kann „in der und der Situation gewinnt zu 89% der Fernkämpfer“ oder Ähnliches.
« Letzte Änderung: 23.06.2022 | 16:13 von Brainworm »

Offline Brainworm

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Re: Wieso ist der deutsche Rollenspielmarkt so klein?
« Antwort #155 am: 23.06.2022 | 16:38 »
Ich würde an der Stelle nochmal hinterfragen was ein Hauptberuflicher Rollenspielentwickler ist,...
Sicher haben Ulisses und Pegasus mehr Mitarbeiter als 10 aber nicht alle von denen werden Rollenspielentwickler in Vollzeit sein.

Wieviel % der Arbeitzszeit wird wirklich "Rollenspielentwicklung" sein? Was beinhaltet das? Spieltesten? (sicher) Abenteuer dafür schreiben? (würde ich nicht so sehen) Das Regelwerk Layouten? (Nein) Eine Druckerei suchen? (auch nicht) Kommunikation mit der Community? (auch nein).

Das ist eine gute Frage. Ich vermute, dass die meisten Mitarbeiter in deutschen Rollenspielverlagen mehrere dieser Tätigkeiten übernehmen. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass sich die Verlage hierzulande viele Leute leisten können, die nix anderes machen, als ein System zu entwerfen und es zu testen. Zumal es ja auch gar nicht sooo viele in Deutschland entwickelte Spiele gibt.*


*Ja, es gibt viel Hobby-Kram, aber ich meine „große“ Rollenspiele, die auch professionell vertrieben werden.

Offline Hereagain

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Re: Wieso ist der deutsche Rollenspielmarkt so klein?
« Antwort #156 am: 23.06.2022 | 17:00 »
Ich würde an der Stelle nochmal hinterfragen was ein Hauptberuflicher Rollenspielentwickler ist,...
Sicher haben Ulisses und Pegasus mehr Mitarbeiter als 10 aber nicht alle von denen werden Rollenspielentwickler in Vollzeit sein.

Wieviel % der Arbeitzszeit wird wirklich "Rollenspielentwicklung" sein? Was beinhaltet das? Spieltesten? (sicher) Abenteuer dafür schreiben? (würde ich nicht so sehen) Das Regelwerk Layouten? (Nein) Eine Druckerei suchen? (auch nicht) Kommunikation mit der Community? (auch nein).

Nein aber sie arbeiten in einer Firma, die fast nur Rollenspiele herstellt. Und Ulisses listet die ja mittlerweile alle in ihren Büchern vorne. Da ist schon Administration und Marketing mehr als 10 Leute. Ulisses ist ein mittelständisches Unternehmen und alle Angestellten leben davon, dass sie Rollenspiele machen: von der Buchhaltung bis zu den Menschen im Lager. Wie viele von denen fest angestellt sind weiß ich nicht aber ich glaube im Dorpcast fiel eine Zahl zwischen und 20 und 30, wenn ich mich richtig erinnere.

~edit~
Beim Bundesanzeiger listet Ulisses ihr Vermögen (Aktiva und Passiva) nach Ablauf des Geschäftsjahres 2021 bei 4,3 Millionen Euro. Nur um mal eine Zahl in den Raum zu werfen.
« Letzte Änderung: 23.06.2022 | 17:14 von Hereagain »

Offline ArneBab

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Re: Wieso ist der deutsche Rollenspielmarkt so klein?
« Antwort #157 am: 23.06.2022 | 18:04 »
Beim Bundesanzeiger listet Ulisses ihr Vermögen (Aktiva und Passiva) nach Ablauf des Geschäftsjahres 2021 bei 4,3 Millionen Euro. Nur um mal eine Zahl in den Raum zu werfen.
Das wirkt knapp für eine Kreativfirma. Etwa ein Jahr Puffer für Personalkosten, wenn mal ein Projekt nicht läuft.
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Offline Hereagain

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Re: Wieso ist der deutsche Rollenspielmarkt so klein?
« Antwort #158 am: 23.06.2022 | 18:59 »
Das wirkt knapp für eine Kreativfirma. Etwa ein Jahr Puffer für Personalkosten, wenn mal ein Projekt nicht läuft.

Das sieht bei ihnen aber so nicht aus. Ulisses wächst seit Jahren beständig.
Der US-Zweig ist beim Bundesanzeiger, zumindest soweit ich weiß, nicht berücksichtigt.

Offline Gunthar

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Re: Wieso ist der deutsche Rollenspielmarkt so klein?
« Antwort #159 am: 23.06.2022 | 19:22 »
Wobei welchen Einfluss hatte der Verlust der D&D 5e Lizenz? D&D war doch ziemlich sicher ein starkes Zugpferd.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
I propose that we rename the game "The One Ring" to become "The Eleven Ring" ;)
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Seven for the Dwarf-lords in their halls of stone,
Nine for Mortal Men doomed to die,
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Offline tartex

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Re: Wieso ist der deutsche Rollenspielmarkt so klein?
« Antwort #160 am: 23.06.2022 | 19:28 »
Der US-Zweig ist beim Bundesanzeiger, zumindest soweit ich weiß, nicht berücksichtigt.

Der US-Zweig schafft es ja nichtmals regelmäßig an Update auf der eigenen Website zu posten...
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Offline ArneBab

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Re: Wieso ist der deutsche Rollenspielmarkt so klein?
« Antwort #161 am: 23.06.2022 | 20:38 »
Das sieht bei ihnen aber so nicht aus. Ulisses wächst seit Jahren beständig.
Das ist toll, hat aber nicht damit zu tun, wie viele Reserven sie haben.

Wobei ich nicht BWL’er genug bin (sprich: gar nicht), um sagen zu können, ob das im Vergleich zu anderen Firmen viel oder wenig ist. Ich sehe nur, dass ich es gefährlich knapp finde. Vielleicht ist es für eine Firma sogar ungewöhnlich gut, einen Jahreslohn an Sicherheiten zu haben.
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Offline Hereagain

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Re: Wieso ist der deutsche Rollenspielmarkt so klein?
« Antwort #162 am: 23.06.2022 | 20:52 »
Das ist toll, hat aber nicht damit zu tun, wie viele Reserven sie haben.

Wobei ich nicht BWL’er genug bin (sprich: gar nicht), um sagen zu können, ob das im Vergleich zu anderen Firmen viel oder wenig ist. Ich sehe nur, dass ich es gefährlich knapp finde. Vielleicht ist es für eine Firma sogar ungewöhnlich gut, einen Jahreslohn an Sicherheiten zu haben.

Kann ich dir auch nicht sagen.
Folgendes kann man sagen:

1. Pegasus ist scheinbar sehr klar und konstant über die Jahre  ca. das Doppelte von Ulisses (ca. 9 Millionen). [Das erste Mal als ich mir die Zahlen vor ca. drei oder vier Jahren angeschaut habe, war Pegasus bei 6 Millionen.]
2. Ulisses wächst: alleine von 2020 (700.000€) und 2021 (500.000€) hat die Firma 1,2 Millionen an Wert gewonnen. Und das waren die Pandemiejahre.


« Letzte Änderung: 23.06.2022 | 20:55 von Hereagain »