Autor Thema: DnD dominiert alles  (Gelesen 10586 mal)

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Offline Rhylthar

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #50 am: 22.09.2022 | 23:19 »
Das wäre tatsächlich eine der möglichen Entwicklungen für die nächsten zehn Jahre, dass der Riese sich den einen oder anderen Zwerg einfach einverleibt oder anderweitig vom Markt drängt, bevor er zum Ansatz eines Riesentöters werden kann. Wäre das logische Vorgehen, für einen quasi-Monopolisten. Diesbezüglich wird es sicher interessant, wie sich das weiterentwickelt, dass DnDBeyond jetzt zu WotC gehört und was das mit anderen Marktplätzen/VTTs macht.
Klar kann WotC das Nestlé des RPG-Marktes werden. Idealismus hört manchmal auch schnell beim Geld auf. Oder eben auch nicht. Oder man diversifiziert seine Palette. "A Roleplaying Game from the company of D&D 6".
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"Naja, ich halte eher alle FATE-Befürworter für verkappte Chemtrailer, die aufgrund der Kiesowschen Regierung in den 80er/90er Jahren eine Rollenspielverschwörung an allen Ecken wittern und deswegen versuchen, möglichst viele noch rechtzeitig auf den rechten Weg zu bringen."

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Offline Koruun

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #51 am: 22.09.2022 | 23:25 »
Die Richtung, in die WotC mit "One D&D" geht, klingt ja eher nach Schahada als nach Diversivizierung des Portfolios. D&D soll ein Lifestyle werden.
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Offline Rhylthar

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #52 am: 22.09.2022 | 23:30 »
Die Richtung, in die WotC mit "One D&D" geht, klingt ja eher nach Schahada als nach Diversivizierung des Portfolios. D&D soll ein Lifestyle werden.
Ja, es würde ja immer noch "D&D" draufstehen...nur nicht ganz so...drin sein.  :D
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Online aikar

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #53 am: 23.09.2022 | 08:03 »
Viele Klein-Verlage haben sich ja mehr und mehr auf Crowdfunding eingeschossen, mit dem Argument der besseren Bewerbung.
Ich werfe mal eine Theorie in den Raum:

Mit Crowdfundings erreicht man nur die Alt-Spieler:innen. Viele Crowdfundings schwimmen ja auch auf der Nostalgie-Welle, aber allgemein werden auf diese Crowdfundings ja nur solche Rollenspieler:innen aufmerksam, die schon recht gut in der jeweiligen Szene vernetzt und interessiert sind.
Wizards tut das nicht. Sie fokussieren ihre ganze Marktmacht darauf, neue Spieler:innen zu erreichen. Dadurch wächst D&D während der Rest im eigenen Saft schmort, also nur die begrenzte und tendenziell schrumpfende Alt-Community wieder und wieder melkt.

Haltet ihr das für plausibel? Oder unsinnig?

Offline Jens

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #54 am: 23.09.2022 | 08:06 »
Klingt für mich sehr plausibel. Wizards hat halt so wie Schmidt-Spiele damals in den DSA1-Zeiten deutlich mehr Budget und Reichweite, das scheint heute bei den kleinen Verlagen gar nicht mehr vorhanden zu sein.

Offline Rhylthar

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #55 am: 23.09.2022 | 08:35 »
Viele Klein-Verlage haben sich ja mehr und mehr auf Crowdfunding eingeschossen, mit dem Argument der besseren Bewerbung.
Ich werfe mal eine Theorie in den Raum:

Mit Crowdfundings erreicht man nur die Alt-Spieler:innen. Viele Crowdfundings schwimmen ja auch auf der Nostalgie-Welle, aber allgemein werden auf diese Crowdfundings ja nur solche Rollenspieler:innen aufmerksam, die schon recht gut in der jeweiligen Szene vernetzt und interessiert sind.
Wizards tut das nicht. Sie fokussieren ihre ganze Marktmacht darauf, neue Spieler:innen zu erreichen. Dadurch wächst D&D während der Rest im eigenen Saft schmort, also nur die begrenzte und tendenziell schrumpfende Alt-Community wieder und wieder melkt.

Haltet ihr das für plausibel? Oder unsinnig?
Ja und Nein.

Definitiv Ja, wenn die Crowdfundings das "One Trick Pony" bleiben. Eher auch Richtung Nein, wenn (auch durch das Crowdfunding) die Produkte im regulären Handel erscheinen. Bzw. der Multiplikator, dass man bei jedem neuen Kickstarter auch die Produkte älterer dazubestellen kann, wenn man will (Bsp.: Fria Ligan).
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Offline Ma tetz

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #56 am: 23.09.2022 | 08:45 »
Unter dem Strich wird immer Platz für Nischensysteme bleiben, weil es mittlerweile vergleichsweise einfach ist Kunden zu erreichen und digitale bzw. Printprodukte herstellen zu lassen. Das war imho noch nie so einfach wie jetzt.

Die Frage ist, ob die heutigen Mittelgewichte (Verlage mit 2-xx Angestellten) überleben.
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Offline Raven Nash

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #57 am: 23.09.2022 | 08:46 »
Jedes (klassische) RPG ist D&D. Ich hab zumindest noch keines gefunden, dass in seinem Kern (und am Tisch) wirklich etwas anderes gewesen wäre.
Kampf ist, wenn man nach dem Regelumfang geht, bei den meisten RPGs sogar deutlich wichtiger - die Kampfregeln in der 5e sind ein paar Seiten lang. Sogar TOR hat mehr Seiten für den Kampf zu bieten.
Freie Charaktererschaffung erzeugt am Ende des Tages auch wieder Krieger, Magier, Waldläufer und Diebe. Einfach weil es Archetypen sind, deren Aufgaben jeder kennt und mit denen man zurecht kommt. FFG StarWars bietet theoretisch die Möglichkeit, sich extrem breit aufzustellen - aber im Endeffekt ist es doch wieder sinnvoller, Spezialisten zu bauen.
Soziale Fähigkeiten? Tja, sowohl Genesys als auch TOR setzen da stark drauf. Unterscheidet es sich am Tisch von 5e? Ja - bei 5e wird weniger gewürfelt und mehr gespielt. Wenn ein Gespräch als Kampf geführt wird (wie bei Genesys) oder man würfeln muss, wie die Stimmung des Gesprächspartners ist (TOR), schiebt sich das Gespräch in den Hintergrund. Bei 5e kann ich das vorne behalten und Würfe z.B. mit Vor- oder Nachteil belegen, wenn ich denn überhaupt einen brauche.

Haltet ihr das für plausibel? Oder unsinnig?
Neben 5e-Versionen von Settings, sehe ich vor allem Neuauflagen alter Sachen (Ruinmasters, Drakkar och Demoner, z.B.). Das angeblich Neue enpuppt sich bei näherer Betrachtung zumeist als alter Wein in neuen Schläuchen.
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Online aikar

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #58 am: 23.09.2022 | 09:39 »
Da ich per PM dazu gefragt wurde:

Hier die Aussagen zur Veränderung des Rollenspielmarktes von Markus Plötz während der Ulisses Keynote: https://youtu.be/rOeQLz_E1O8?t=5418

Hier noch eine von Michael Mingers (der ja auch bei Ulisses tätig ist) hier im Tanelorn:
Ihr könnt inzwischen davon ausgehen, dass D&D5 im Rollenspielmarkt international eine ähnliche Stellung einnimmt, die Warhammer 40.000 im Tabletopmarkt hat. Wenn es aktuell auch noch nicht so extrem ist, wird der Rest des Marktes sich wohl gerade im Segment "mittlerer Größe und Spiele" in den nächsten zwei Jahren so verkleinern, dass es nur noch D&D gibt und der Rest nur noch Fans erreichen dürfte.

Ist alles vom Standpunkt der deutschen Verlage ziemlich düster. Und halt insofern irgendwie surreal, weil ich den Eindruck habe, dass wir gerade einen extremen Boom im Rollenspiel erleben. In unserem örtlichen Verein können wir uns aktuell vor Neulingen gar nicht retten. Aber es dreht sich halt, wenn nicht ein Älterer was anbietet (das wird dann schon angenommen) alles um D&D.
« Letzte Änderung: 23.09.2022 | 09:49 von aikar »

Offline caranfang

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #59 am: 23.09.2022 | 10:04 »
Anfang der 2000er, als D&D 3e scheinbar den Markt beherrschte, hatten viele auch geglaubt, dass D&D alle anderen Rollenspielregelwekre vom Markt verdrängen würde, aber schon damals (also noch vor D&D 4e) setzte eine Trendwende ein und neue Rollenspiele mit ganz anderen Regelwerken kamen heraus.was wir heute erleben ist ähnlcih, nur dass wir es eher mit einem Revival alter Rollenspiele zu tun haben.

Die Situation in Deutschland ist in soweit einzigartig, da sowohl DSA5 als D&D 5e hier lange vom gleichen Verlag vertrieben wurden. Da wurden schon mal für DSA benötigte Ressourcen in D&D gesteckt. Un dank einer besser Bewerbung im Internet, konnte D&D hierzulande DSA Marktanteile rauben, wohl weil es doch einige DSA-Spieler gibt, die mit DSA5 unzufrieden waren und deshalb zu anderen Rollenspielen wechselten.

Domminiert D&D alles? Nein, obwohl es häufig danach aussah, zeichnete sich aber dann früher oder später auch immer ein Trend weg von D&D ab. (Dieses Trends gab es übrigens schon in den 1970ern, sonst hätte es damals schon nicht soviele Rollenspiele gegeben.) Es ist eher ein beständiges hin und her, bei dem D&D nur zweimal wirklich in Gefahr war, unterzugehen, nach der TSR-Pleite und mit D&D 4e, aber auch zweimal so gut wie kurz davor stand, den Markt komplett zu übernehmen, dmals mit D&D 3e und heute mit D&D 5e.

Offline Bilwiss

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #60 am: 23.09.2022 | 10:49 »
Die Situation in Deutschland ist in soweit einzigartig, da sowohl DSA5 als D&D 5e hier lange vom gleichen Verlag vertrieben wurden. Da wurden schon mal für DSA benötigte Ressourcen in D&D gesteckt.
Wenn ich mir die Anzahl der Produkte die für DSA  erschienen sind mit der von Ullisses übersetzten D&D Produkten vergleiche muss ich diese These doch sehr bezweifeln.

Offline Grubentroll

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #61 am: 23.09.2022 | 10:55 »
100% Zustimmung. Und das ist tatsächlich das größte Problem, das ich mit dem Wachstum von D&D5, das ich sonst sehr schätze (Weil es wirklich viele Neuspieler:innen gewinnt), habe. Der Markt für Alternativen wird immer kleiner und härter umkämpft.

Wobei ich mich dann immer frage, wieso mich "der Markt" interessieren sollen.
Es gibt 40 Jahre Rollenspielprodukte, hunderte Systeme, viele tausende Bücher.

Das krieg ich in meinem Leben nicht gelesen, und hundertmal weniger bespielt.

Und Leute die durch D&D angefixt wurden kriegt man dann auch sicher mal dahin ne Runde "was anderes" (tm) mal mitzuspielen.

Und die Leute die D&D generiert sind doch eh Neuzugänge dann. Denke nicht, dass Leute die vorher bei System Matters eingekauft haben nun nur noch D&D konsumieren weil Critical Role so toll wäre.


Offline caranfang

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #62 am: 23.09.2022 | 11:02 »
Wenn ich mir die Anzahl der Produkte die für DSA  erschienen sind mit der von Ullisses übersetzten D&D Produkten vergleiche muss ich diese These doch sehr bezweifeln.
Man konnte aber während der D&D 5e-Jahre einen deutlichen Rückgang in der DSA5-Produktion sehen. Auch konnte man einen Rückgang bei den DSA-Verkaufszahlen beobachten.

Online Tudor the Traveller

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #63 am: 23.09.2022 | 11:09 »
Zum Markt und den schrumpfenden Anteilen anderer Systeme: da sollte man vorsichtig sein mit Scheinkorrelation und Kausalität. Ich postuliere, dass die wesentlichen Faktoren für das Schrumpfen außerhalb des RPG Markts liegen und der Markt für die anderen Systeme ohne die starke D&D Marke um einiges stärker schrumpfen würde. Relativ gesehen wären die Anteile vielleicht größer,  aber absolut deutlich kleiner. D&D stabilisiert den ganzen RPG Markt, so meine Vermutung.

In 5 Jahren ist die Verzahnung zwischen RPG und Multimedia weit fortgeschritten. P&P wird ersetzt durch VTT oder andere digitale Unterstützung. In 10 Jahren ist D&D im Kern ein digitales Produkt.
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Offline Bilwiss

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #64 am: 23.09.2022 | 11:11 »
Man konnte aber während der D&D 5e-Jahre einen deutlichen Rückgang in der DSA5-Produktion sehen. Auch konnte man einen Rückgang bei den DSA-Verkaufszahlen beobachten.
Ich werde da jetzt keine detaillierte Analyse machen aber im Vergleich zu D&D war der DSA 5 Produktaustoss schon sehr hoch. Selbst wenn es bei den Ressourcen dann mal knapp geworden wäre (nebenbei dass einzige was mir da einfällt ist das Layout) wäre sicherlich als erstes irgendein anderes System zuerst ein Opfer dieses Mangels geworden und nicht die eigene Hausmarke.

Offline caranfang

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #65 am: 23.09.2022 | 11:20 »
Ich werde da jetzt keine detaillierte Analyse machen aber im Vergleich zu D&D war der DSA 5 Produktaustoss schon sehr hoch. Selbst wenn es bei den Ressourcen dann mal knapp geworden wäre (nebenbei dass einzige was mir da einfällt ist das Layout) wäre sicherlich als erstes irgendein anderes System zuerst ein Opfer dieses Mangels geworden und nicht die eigene Hausmarke.
Aber genau das ist damals passiert. Die DSA-Produktion wurde zu gunsten der D&D-Produktion verringert.

Offline Skarabäus

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #66 am: 23.09.2022 | 11:28 »
Und D&D ist oft auch irgendwie der kleinste gemeinsame Nenner. Gott sei Dank gibt es auch andere RPGs.

Das unterschreibe ich aus meiner ganz persönlichen Erfahrung. Wenn man jemanden sucht, der mit einem eine Runde zockt, sind die Chancen, dass man sich am Ende auf D&D einigen kann recht hoch. Ich glaube, dass das auch in 10 Jahren noch der Fall sein wird.

Und die Leute die D&D generiert sind doch eh Neuzugänge dann. Denke nicht, dass Leute die vorher bei System Matters eingekauft haben nun nur noch D&D konsumieren weil Critical Role so toll wäre.

Auch das deckt sich mit meinen persönlichen Erfahrungen. Bei uns hat sich in der Arbeit eine Gruppe junger D&D-Begeisterter gefunden, die von Critical Role angefixt wurde. Ich weiß nicht genau warum, aber die lassen mich als alten Sack mitspielen (vermutlich wegen meiner würdevollen, respekteinflößenden Ausstrahlung ;D) und immer wenn ein DM fehlt, spinge ich ein und erlaube mir ein alternatives System vorzustellen, bislang stets mit sehr positiver Resonanz und ich stoße dabei stets auf große Offenheit und Interesse. Wobei ich ehrlicherweise zugeben muss, dass ich niemanden vom "rechten D&D-Pfad" abgebracht habe.  ;)   Immerhin wissen sie jetzt, dass man auch mit anderen Systemen Spaß haben kann.

Fazit: Ja, D&D dominiert alles und so wird es mMn die nächsten Jahre auch bleiben. Aber D&D kann auch ein Wegbereiter sein für andere Systeme.


Offline takti der blonde?

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #67 am: 23.09.2022 | 11:43 »
Wobei ich mich dann immer frage, wieso mich "der Markt" interessieren sollen.

Das.

Ich würde mir wünschen, dass jede Person mit ihrer Passion Geld verdienen kann. Aber selbst wenn sie es nicht tun, wird mich das ja nicht hindern, eine Traveller oder D&D-Kampagne zu spielen. Wenn heute auf morgen alle Rollenspielverlage der Welt verschwinden würden, hätte das nur einen sehr geringen Einfluss auf meine Rollozockpraxis.
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Offline Ma tetz

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #68 am: 23.09.2022 | 12:17 »
Auf meine Spielpraxis schon weil

A Ich alle paar Jahre gerne mal ein neues System bzw. ein neues Setting ausprobiere. Und ich eben nicht finde, dass die Alle gleich sind, obwohl ich überwiegend Fantasy spiele.

C Ich eben gerne auf Kaufmodule/Abenteuer mit guten Illustrationen und Karten etc. zurückgreifen.

B Vieles von dem alten Content dann sehr wahrscheinlich auch nicht mehr legal verfügbar wäre.
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Offline Zanji123

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #69 am: 23.09.2022 | 12:18 »
ich würde auch behaupten das Wizards einfach glück hatten das D&D im Fernsehen öfter mal bei Big Band Theory angesprochen worden ist und Nerd Kultur auf einmal "in" oder "normal" war

Das dann CR auf D&D aufgesprungen ist boosterte dann natürlcih nochmal.

Wäre aber ein nettes Gedankenspiel: Was wäre wenn Critical Role anstatt D&D 5e vielleicht Pathfinder 2nd Edition genommen hätte. Oder Mercer gleich ein eigenes System genommen hätte.

Dank CR ist ja erst das Thema "online Rollenspiel Streams" bekannt geworden (also außerhalb der Fan Community)
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Offline caranfang

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #70 am: 23.09.2022 | 12:31 »
Wäre aber ein nettes Gedankenspiel: Was wäre wenn Critical Role anstatt D&D 5e vielleicht Pathfinder 2nd Edition genommen hätte. Oder Mercer gleich ein eigenes System genommen hätte.
Oder aber bei Pathfinder 1e geblieben wäre. Wahrscheinlich hätte Paizo in diesem Fall wohl ein anderes Pathfinder 2e herausgebracht. Und wahrscheinlich wäre D&D 5e nicht so populär geworden. Man sollte den Einfluss eines populären Streams nicht unterschätzen.

Aber das sind alles Spekulationen.

Offline Boba Fett

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #71 am: 23.09.2022 | 12:32 »
Ich würde mir wünschen, dass jede Person mit ihrer Passion Geld verdienen kann. Aber selbst wenn sie es nicht tun, wird mich das ja nicht hindern, eine Traveller oder D&D-Kampagne zu spielen. Wenn heute auf morgen alle Rollenspielverlage der Welt verschwinden würden, hätte das nur einen sehr geringen Einfluss auf meine Rollozockpraxis.

Naja, das kannst du aber nur schreiben, weil früher mal „jeder“ mit Rollenspiel sein Geld verdienen ‚konnte‘.
Und aus den daraus entstandenen Möglichkeiten prosperisiert dein Rollenspiel eben noch heute.
Insofern stimmt das natürlich, ist aber eben ausschließlich auf deine Perspektive geeicht.

Auf den Starter Beitrag: Für mich ist D&D „Hamburger & Pommes“. Und zwar vom großen Goldenen M.
Ich mag Hamburger & Pommes ab und zu, aber nicht als „daily meal“. Und auch nicht unbedingt vom großem M.

Und hätte Mercer & Co. ihren Mediendurchmarsch mit Pathfinder begonnen, würde ich jetzt vielleicht hier über Burger King schreiben.
Und natürlich gilt dafür das gleiche.

Traveller hingegen ist meine eigene Küche. Da kann man eine Menge herauszaubern, auch Burger und Pommes.
Aber eben auch noch vieles anderes. Und manchmal kochtbman nach Rezept, manchmal entscheidet der Zufall wie es schmeckt und nicht selten am besten, was man auf Hunger aus Resten zusammenzaubern kann. Weil man eben hungrig ist.
« Letzte Änderung: 23.09.2022 | 12:35 von Boba Fett »
Kopfgeldjäger? Diesen Abschaum brauchen wir hier nicht!

Offline takti der blonde?

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #72 am: 23.09.2022 | 12:35 »
Naja, das kannst du aber nur schreiben, weil früher mal „jeder“ mit Rollenspiel sein Geld verdienen ‚konnte‘.
Und aus den daraus entstandenen Möglichkeiten prosperisiert dein Rollenspiel eben noch heute.
Insofern stimmt das natürlich, ist aber eben ausschließlich auf deine Perspektive geeicht.

Auf den Starter Beitrag: Für mich ist D&D „Hamburger & Pommes“. Und zwar vom großen Goldenen M.
Ich mag Hamburger & Pommes ab und zu, aber nicht als „daily meal“. Und auch nicht unbedingt vom großem M.

Und hätte Mercer & Co. ihren Mediendurchmarsch mit Pathfinder begonnen, würde ich jetzt vielleicht hier über Burger King schreiben.
Und natürlich gilt dafür das gleiche.

Das ist ja kontrafaktisch. Deshalb schreibe ich, wenn sie JETZT alle wegfallen würden, würde das meine Praxis wenig beeinflussen. Gibt ja auch jenseits der Verlage Möglichkeiten Ideen, Abenteuer, Prozeduren etc zu teilen.
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Offline Koruun

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #73 am: 23.09.2022 | 12:38 »
ich würde auch behaupten das Wizards einfach glück hatten das D&D im Fernsehen öfter mal bei Big Band Theory angesprochen worden ist und Nerd Kultur auf einmal "in" oder "normal" war

Das dann CR auf D&D aufgesprungen ist boosterte dann natürlcih nochmal.

Wäre aber ein nettes Gedankenspiel: Was wäre wenn Critical Role anstatt D&D 5e vielleicht Pathfinder 2nd Edition genommen hätte. Oder Mercer gleich ein eigenes System genommen hätte.

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Immer wenn ich lese, dass CR einen großen Anteil am Aufstieg der 5E hat, frage ich mich ob es dazu auch belastbare Zahlen gibt.
Bspw. hat hier ein D&D-Youtuber anhand von Googlesuchdaten steigendes Interesse an D&D in Korrelation zu dem Veröffentlichungszeitpunkt der unterschiedlichen Stranger Things Staffeln aufgezeigt:
https://www.youtube.com/watch?v=q4lrBG8-rkw
Das hätte man natürlich auch ohne diese Zahlen annehmen können, da TBBT und Stranger Things ein vielfach größeres Publikum haben. Bei TBBT wurde D&D ein paar mal erwähnt oder es wurde mal oberflächlich gespielt (so weit ich mich erinnere), aber dass es auch Spaß macht hat mMn Stranger Things besser rüber gebracht, gerade natürlich in der Inszenierung der letzten Staffel (Basketballmatch vs. AD&D).
Für eine Erweiterung der Spielerschaft haben diese Serien m.E. für Nicht-Rollenspieler eine vielfach höhere Reichweite, als ein D&D-Actual-Play-Stream. Diese Serien haben ein weltweites Millionenpublikum, während D&D-Streams von Leuten geschaut werden, die entweder D&D bereits kennen, oder sowieso viel auf Twitch abhängen und so zufällig mal drauf stoßen.

Daher denke ich, wäre CR bei PF1 geblieben, hätte das dem Aufstieg der 5E keinen merklichen Abbruch getan. Aber das lässt sich ja aus Ermangelung an Belegen weder in die eine, noch in die andere Richtung beweisen.
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Samael

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Re: DnD dominiert alles
« Antwort #74 am: 23.09.2022 | 12:39 »
ich würde auch behaupten das Wizards einfach glück hatten das D&D im Fernsehen öfter mal bei Big Band Theory angesprochen worden ist und Nerd Kultur auf einmal "in" oder "normal" war

Das dann CR auf D&D aufgesprungen ist boosterte dann natürlcih nochmal.

Wäre aber ein nettes Gedankenspiel: Was wäre wenn Critical Role anstatt D&D 5e vielleicht Pathfinder 2nd Edition genommen hätte. Oder Mercer gleich ein eigenes System genommen hätte.

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Soweit ich weiß hat CR eigentlich Pathfinder gespielt, die sind aber auf 5E umgestiegen weil ihnen Pathfinder als zu komplex für einen Stream erschien.