Autor Thema: Game Rant by Dicebreaker  (Gelesen 2182 mal)

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Offline Gunthar

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Game Rant by Dicebreaker
« am: 30.09.2022 | 17:22 »
Dicebreaker hat mit ihrem Artikel (engl.) einen guten Game Rant geschrieben. Es geht darum, dass die heutigen Spiele aller Art von den Spielern zu viel verlangen. Sei es in Recherche, Zeit, Übersichtlichkeit, Angst, dass man was verpassen könnte und/oder Kosten. Und das egal ob Brettspiel, Rollenspiel, Kartenspiel oder Computerspiel. Früher hatte ein Spiel eine Box und fertig und wurde im Laden angeboten. Heute kommen die Spiele über verschiedenste Kanäle zu uns. U. A. auch Kickstarter. Da besteht das FOMO (Fear of misding out) Problem. Entweder man pledget es oder verpasst es. Manche Sachen sind Kickstarter Only Sachen, die man bei einem allfälligen normalen Release später nicht mehr kriegen wird. So soll der Druck auf die potentiellen Spieler erhöht werden. Unser Hobby ist betroffen, weil fortlaufen Regelwerke, Supplemente, Regelwerkzusätze, Settingbände und Abenteuer ausgegeben werden. Wer da wenig Geld hat, ist auf die Kollegen und deren Material angewiesen.
« Letzte Änderung: 30.09.2022 | 17:25 von Gunthar »
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Offline YY

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #1 am: 30.09.2022 | 17:44 »
FOMO als Marketingstrategie ist das eine, mangelnde tatsächliche/praktische Verfügbarkeit das andere.

Unterm Strich sind die Warnzeichen quer über alle angesprochenen Medien sehr ähnlich.
Hohe Schlagzahl an Erweiterungen/DLCs, gefühlte Kerninhalte in eben diesen Erweiterungen zu zusätzlichen Kosten, "Seasons" oder XYZ "as a service" - da steige ich erst gar nicht ein.

Ähnlich mit "kostenlosen" Videospielen: da ist direkt klar, dass man sich ständig mit irgendwelchen manipulativen Mikrotransaktionen abgeben soll/muss.


Ja, das betrifft auch Rollenspiele - aber interessanterweise betrifft es Rollenspiele wieder, nachdem neben den großen Regalmeterfressern auch eine ganze Zeit lang in sich geschlossene und kompakte Systeme recht erfolgreich waren (und teils weiter sind).

Unterm Strich ist das Problem wie in den anderen Sektoren auch, dass es genug Kundschaft gibt, die diese Spielchen mitmacht, anstatt den Anbietern über den Geldbeutel die Rote Karte zu zeigen und diesem Marketing- und Veröffentlichungsverhalten den Saft abzudrehen.

In der Praxis bedeutet das für mich, mich u.A. an die obigen Indikatoren und ein bisschen was darüber hinaus zu halten. Dann kann man schon sehr viel aussortieren, zumal man gerade im Rollenspiel eben nicht darauf angewiesen ist, irgendwas direkt vom Anbieter zu kaufen oder es schlicht nicht zu haben - dort kann ich Dinge selbst machen, wie ich es bei Miniaturen, DLCs u.Ä. eben nicht kann.


Zwei Abschnitte, die mir aufgefallen sind:

"This makes it hard for newcomers to the hobby to know where to start. How can you know if a game is worth your time and money when it costs so much of both to even give it a go?"

Find ich schon sehr schräg, dass diese Aussage von so einer Seite kommt. Wer könnte mir denn da nur helfen?
Vielleicht sollte es eine Webseite geben, wo man fundierte Reviews von Spielen lesen kann...das wär total innovativ :P

"Lowering every possible barrier to this hobby is vital to throwing open the doors to everyone. While the biggest titles continue to demand time, space and money that most people just don’t have, blockbuster tabletop gaming will continue to fail at one of its greatest gifts: bringing people together."

Ja, das Hobby als Ganzes sollte zugänglich sein.
Das bedeutet aber nicht, dass jedes einzelne Spiel für sich zugänglich sein muss.

Offensichtlich gibt es ja einen Markt für die großen Brocken, den darf man grundsätzlich auch bedienen (auch wenn der zu großen Teilen nur deswegen existiert, weil diese Brocken viel mehr gekauft als gespielt werden).
Wenn die sich in eine ausreichend dysfunktionale Richtung entwickelt haben, korrigiert sich das schon.

Davon ab ist es aber zuallererst mal zielführend, über die zugänglichen Sachen und die sonstigen Alternativen zu informieren, anstatt irgendwelche ins Ideal gedachten globalen Veränderungen zu fordern.
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Offline Weltengeist

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #2 am: 30.09.2022 | 18:02 »
Da kommt mir vieles bekannt vor, insbesondere wenn es um Regeln geht. Ich spiele schon seit Jahrzehnten keine Brettspiele mehr - ich hatte einfach keinen Bock mehr, an jedem Spieleabend das nächste neue Spiel mit neuen Regeln zu lernen (möglichst noch aus 50-seitigen Regelheften). Das gleiche gilt für Computerspiele - ich habe schon seit Ende meiner Teenagerzeit nicht mehr die Geduld, stundenlang den Umgang mit dem Spiel zu lernen, bevor ich tatsächlich das Spiel spielen kann. Und gerade habe ich sogar eine Rollenspiel-Con aus dem gleichen Grund abgesagt - es reizt mich nicht mehr, die hundertsten neuen Regeln zu lernen, nur weil das die aktuelle Sau ist, die jetzt gerade wieder durch's Dorf getrieben wird.

Andererseits mag ich Fluff-Erweiterungen aus genau dem gleichen Grund, aus dem ich Regelerweiterungen hasse: Neuer Fluff gibt mir neue Ideen, neue Inspirationen oder zumindest ein neues Look-and-Feel, ohne mich auf der Regelseite groß zu fordern...
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Spielt derzeit: Das Horn von Hur'Adhaar (Savage Worlds - Eberron)
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Offline Megavolt

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #3 am: 30.09.2022 | 18:26 »
Es könnte auch sein, dass "früher" Verfügbarkeit und Überschaubarkeit eher suggeriert worden sind, als wahrhaft vorhanden waren.

Denkt mal an einen Spieleladen in den 90ern: Man sieht halt nur die Spiele in der Auslage, also quasi das Schmidt-Spiele- und Ravensburger-Verlagsprogramm. Aber was fehlt, sieht man nicht. Und wenn die die Erweiterung von Heroquest damals nicht da hatten (wegen Gründen, die den heutigen gleichen: Lieferschwierigkeiten, Ausverkauf, Rückruf, Publisherpleite oder so), dann wusste man das schlicht nicht.

Vielleicht ist das Chaos heute nur klarer zu sehen.

Kann es sein, dass wir bei Brettspielen vielleicht eher zielich ideale Marktbedingungen haben? Alle haben ähnliche Hürden, alle können alle erreichen, alle können machen, was sie wollen?

Ergebnis: Ich spiele gleich in einer Stunde Dune: Imperium, einen sehr gut auf den Tisch bringbaren Göttertanz aus Draft, Pokern und Workerplacement - und früher hatte ich "Hotel".
« Letzte Änderung: 30.09.2022 | 18:31 von Megavolt »

Offline YY

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #4 am: 30.09.2022 | 18:32 »
Heute gibt es explizit benanntes und genau so beabsichtigtes "Kauf es jetzt oder du kriegst es nie wieder!" - das gab es für limitierte Auflagen und so natürlich früher auch, aber auf Kickstarter & Co. wird das ganz gerne auf die Spitze getrieben.

Das ist schon eine andere Nummer als die normalen, d.h. nicht vermeidbaren Verwerfungen bei der Verfügbarkeit.

Und allgemein: Doch, was es irgendwo anders gab, wusste man früher auch - wenn man es wissen wollte.
Und i.d.R. hat der Laden das dann auch ran gekriegt.
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Offline Megavolt

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #5 am: 30.09.2022 | 18:34 »
Doch, was es irgendwo anders gab, wusste man früher auch - wenn man es wissen wollte.

Du wusstest 1990 schon was von japanischen oder australischen Gamedesignern? Da habe ich noch Hamstern gespielt und hielt das im Prinzip für ein vorbildlich ausgereiztes Konzept.
« Letzte Änderung: 30.09.2022 | 18:36 von Megavolt »

Offline Tarin

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #6 am: 30.09.2022 | 18:38 »
„Um dein Lieblingsspiel zu finden, musst du die Augen ganz weit aufmachen. Und wenn du es gefunden hast, musst du die Augen ganz fest zumachen.“  ;)

FOMO ist ein Problem, sobald man sich in einer Community bewegt, nicht zwingend am Spieltisch. Es ist aber tatsächlich schwer, sich davon nicht gelegentlich anstecken zu lassen.
Es verstößt gegen die Hausordnung, aus dem Necronomicon zu zitieren.

Offline YY

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #7 am: 30.09.2022 | 18:44 »
Du wusstest 1990 schon was von japanischen oder australischen Gamedesignern?

So schnell wird aus "in den 90ern" konkret 1990 :P ;)


Jedenfalls: Ja, auch damals hat mein Umfeld schon ziemlich obskuren Kram angeschleppt.
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Offline Selis

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #8 am: 30.09.2022 | 18:51 »
Es taucht seit Jahren immer wieder die Frage auf, ob ein System tot ist, weil nichts mehr kommt.
Ich kannte das bis zu dem Zeitpunkt nur von Computer Spielen, vornehmlich online Spielen.

Natürlich muss ein Verlag produzieren, neue am besten inkompatible Editionen rausbringen, sonst fließt irgendwann kein Geld mehr.
Als Verbraucher bin ich zwiegespalten, zum einem verändert sich meine Spielweise und wenn mein bevorzugtes System sich anpasst, perfekt.
Aber auf der anderen Seite, sich den ganzen Scheiß nochmal kaufen?

Scheinbar ist es aber so gewollt, ein TTRPG wird nur gespielt, wenn es mit neuem Zeug versorgt wird, sonst ist es tot.
Ich habe auch den Eindruck, es wird eben nur das gespielt, was an Abenteuern verkauft wird. Mir scheint es, das wenige noch auf die Idee kommen, solche Dinge selbst zu kreieren.

Im Großen und Ganzen liegt es aber bei einem selbst ob man mitmacht oder den scheinbaren Verkaufsdruck ignoriert und sich nur das anschafft, was man wirklich braucht.
Es hat sich doch eigentlich nicht geändert, das ein Spieler eigentlich nur Würfel, Stift und Papier braucht.

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #9 am: 30.09.2022 | 19:21 »
Wer oder was ist ein Dicebreaker und wieso denkt es, das Hobby und Rollenspielprodukte von Verlagen seien identisch?
« Letzte Änderung: 30.09.2022 | 19:23 von die andere dame von der tanke »
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Offline Tudor the Traveller

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #10 am: 30.09.2022 | 19:36 »
Naja. Ich finde den Rant insofern überzogen, weil er in das "früher war alles besser" Horn stößt. Das ist einfach so pauschal Unsinn.

Nehmen wir mal die Kickstarter und FOMO. Das ist nichts anderes als die uralte "einmalige Gelegenheit" Verkaufsmasche. Das ist nun wirklich keine neue Entwicklung. Vergleichbar zu den "nur noch 3 Artikel verfügbar" Strategien. Wer sich davon ködern lässt ist halt selber schuld.

Gleiches gilt für DLCs oder Stretchgoals. Früher waren es Erweiterungsboxen und Add Ons. Das ist doch alles OPTIONAL. Aber wer optional mit must have gleich setzt... dem ist halt nicht zu helfen.

Dass ein Spiel nicht allein mit dem Basispaket spielbar ist, ist mir noch nicht begegnet, und da bleibt der Artikel auch konkrete Beispiele schuldig. D&D 5 ist z.B. mit den Basisbox allein sehr wohl spielbar. Die ganzen Splatbooks sind und bleiben eben optional.

Das Problem des Marktes bei Brett- und Rollenspielen ist ja auch, dass ein einmaliger Kauf auf ein konkretes Spiel bezogen theoretisch lebenslang ausreicht, da sich diese Spiele normalerweise nicht verbrauchen. Insofern müssen Hersteller da ja auch irgendwie eine Nachfrage generieren.
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Offline Gunthar

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #11 am: 30.09.2022 | 19:48 »
In einem Aspekt gebe ich dem Rant vollkommen recht: Die Häufigung gegenüber früher. Früher hatten nur wenige Spiele eine Erweiterung. Heute sind es wesentlich mehr und tendenziell auch mehr Erweiterungen. PC Spiel Sid Meiers Alpha Centauri hatte grad mal eine einzige Erweiterung, die auch das Spiel umfangreich erweiterte. Viele aktuelle Spiele heute geben aber als DLC zum Teil nur kleine Zückerchen wie zB: zwei zusätzliche Kostüme oder Charaktere oder geben eine zusätzliche Karte mit, auf der man spielen kann usw. Zum Glück sind wir im Brettspielbereich noch nicht ganz so weit. Es gibt nur wenige Brettspiele, die zusätzliche Einzelfiguren oder Figurenpacks haben.
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Offline KhornedBeef

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #12 am: 30.09.2022 | 20:11 »
Oh keine Sorge, dieses spezielle Laster bedienen ja Tabletop (war games) ausreichend.
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Offline Teylen

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #13 am: 30.09.2022 | 22:55 »
Entweder man pledget es oder verpasst es. Manche Sachen sind Kickstarter Only Sachen, die man bei einem allfälligen normalen Release später nicht mehr kriegen wird. So soll der Druck auf die potentiellen Spieler erhöht werden. Unser Hobby ist betroffen, weil fortlaufen Regelwerke, Supplemente, Regelwerkzusätze, Settingbände und Abenteuer ausgegeben werden. Wer da wenig Geld hat, ist auf die Kollegen und deren Material angewiesen.
Als jemand der bei der WoD gerade die VtM Reihe um 2004/2005 rum angefangen hat nachzukaufen.
Also das fortlaufend Regelwerke und allerlei Ergänzungsbände (inklusive "Wohnorte für Vampire") rausgehauen werden, und dann nochmal einen Sack voll Special Editions, ist da nichts neues. Nu und von dem was ich so höre ist das gerade bei D&D 3.5 nicht anders gewesen.

Naja, und dann kommt hinzu das es ohne Kickstarter nicht besser war.
Ich bin 2011 nach New Orleans geflogen um die V20 zu kriegen. Weil eben nicht 100% sicher war das es die nach 'Schland schafft und die Ausgabe von NOLA schon gar nicht.

MtA hat wie auch Digimon, YuGiOh und Pokemon Erweiterungen rausgewöllt wie nichts gutes, bevor man überhaupt an Kickstarter dachte.
Von Vampire: The Eternal Struggle oder den Geheimnis-Geduddel von Lot5R mal ganz zu schweigen.
[Wobei der Vergleich zu Kartenspielen und FreeToPlay Videospielen an mehr als einer Stelle hinkt]
« Letzte Änderung: 30.09.2022 | 23:05 von Teylen »
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Offline Prisma

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #14 am: 1.10.2022 | 00:07 »
Da ist schon etwas an Dicebreakers Aussage dran. Man sollte bei FOMO und Co eben nicht mitmachen. Fällt nicht leicht, ich weiß, aber man sollte mal die eigene Sammlung betrachten und sich fragen was man davon denn wirklich nutzt und was schlicht dazugekauft wurde, weil es hübsch aussah oder es im ersten Moment irgendwie begeistert hat. Später verstaubt das dann halb gelesen im Regal.
Oder aber, man will es nutzen, hat aber die Zeit nicht es richtig zu lesen und dann holt man sich was neues und wieder etwas neues und schon wieder...

Dann kommt noch der Aspekt, dass man im Zweifel derjenige in der Runde ist, der das leiten wird müssen, um es überhaupt mal zu spielen/nutzen. Das mal als Spieler erleben zu können, ist insbesondere bei den nischigeren RPGs, die kaum verbreitet sind, ein ganz anderer Aspekt.

Ich bin gegen FOMO und "OhmeinGottichmusseshaben!" auch nicht immun. Manche Dinge drücken dazu zu vorzüglich meine Knöpfe, aber ich kaufe im Vergleich zu früher nur noch sehr wenig RPG-Kram.

Offline Prisma

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #15 am: 1.10.2022 | 00:17 »
Es taucht seit Jahren immer wieder die Frage auf, ob ein System tot ist, weil nichts mehr kommt.
Ich kannte das bis zu dem Zeitpunkt nur von Computer Spielen, vornehmlich online Spielen.
Der Unterschied bei Onlinespielen zu TTRPGs oder physischen Brettspielen ist ja dass nur das Onlinespiel wirklich sterben kann, wenn der Hersteller das Onlinespiel nicht mehr ermöglicht. TTRPGs und Brettspiele kann man immer noch spielen, obwohl eine neue Edition rauskommt.

Scheinbar ist es aber so gewollt, ein TTRPG wird nur gespielt, wenn es mit neuem Zeug versorgt wird, sonst ist es tot.
Ich habe auch den Eindruck, es wird eben nur das gespielt, was an Abenteuern verkauft wird. Mir scheint es, das wenige noch auf die Idee kommen, solche Dinge selbst zu kreieren.
Ich habe vorallem den Eindruck das dies für Cons gilt. Beispielsweise habe ich früher kaum gesehen das einer eine ältere Shadowrun Version angeboten hat. Auch bei Cthulhu wird gefühlt häufig gewechselt.

Offline Mithras

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #16 am: 1.10.2022 | 08:23 »
Also Erstens spiele ich hauptsächlich ältere Rollenspiele und der meiste neue Kram holt mich nicht ab. Ich mag Hârnmaster 1ste Edition auf deutsch und Savage Worlds Gentlemans Edition lieber als die neuen Versionen. Die "neuen" Systeme die ich leite sind DCC und ich bin auch der einzige von allen der sich über Rollenspiel informiert, austauscht usw. A er es stimmt, es wird dauernd der nächste Hype durchs Rollenspieldorf getrieben und Crowdfundings setzen dich unter Druck mit exklusiven Inhalten. Aber die wirtschaftliche Situation hat dafür gesorgt das ich mich auch nicht mehr gezwungen sehe was zu finanzieren weil ich es nicht kann. Also betrifft mich das nicht mehr so  richtig.
Ich spiele lieber AD&D statt Pathfinder und Cyberpunk 2020 statt Shadowrun.

Offline Selis

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #17 am: 1.10.2022 | 09:22 »
Der Unterschied bei Onlinespielen zu TTRPGs oder physischen Brettspielen ist ja dass nur das Onlinespiel wirklich sterben kann, wenn der Hersteller das Onlinespiel nicht mehr ermöglicht. TTRPGs und Brettspiele kann man immer noch spielen, obwohl eine neue Edition rauskommt.

Natürlich. Ich habe noch genug alte Schinken, teilweise nur das GRW hier rumliegen, die ich spielen können würde, wenn ich dazu noch Lust haben würde. Mir ist das klar.
Als ich noch AD&D spielte, habe ich die zweite Edition boykottiert, weil es mich nervte und habe erst bei D&D3.0 weiter gemacht.

Es ist halt die Beobachtung, die ich bei neuen Rollenspielern gemacht habe.
Es scheint einigen Leuten nicht klar zu sein, das ein Rollenspiel nicht alle paar Wochen einen neuen Abenteuerband brauch, um gespielt zu werden.

Ich erinnere mich halt konkret im Bezug auf Iron Kingdoms an eben die Frage, ob man das Spiel noch spielen könne, obwohl keine neuen Sachen mehr kommen und so wenige Bücher existent ist.
Einen weiteren Kandidat hat man in Star Wars von FFG, kam halt nun einige Jahre nichts mehr. Gut hier machen es die mangelnde Verfügbarkeit der Würfel es in der Tat ein wenig schwieriger aber auch da gibt es Hilfsmittel.

Wie bei einem MMO denken halt einige, man könne es nicht mehr spielen. Was einfach Bullshit ist.


Ich habe vorallem den Eindruck das dies für Cons gilt. Beispielsweise habe ich früher kaum gesehen das einer eine ältere Shadowrun Version angeboten hat. Auch bei Cthulhu wird gefühlt häufig gewechselt.
Mit Cons habe ich keine aktuellen Erfahrungen, seit die MART nicht mehr stattfindet habe ich keine Con mehr aufgesucht.

Offline Tomas Wanderer

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #18 am: 3.10.2022 | 08:16 »
Amüsant, diese Seite ist doch reinste Werbung, die einem ständig über den neusten Ramsch informiert. Aber wenn man die letzten Ansätze liest, wird klar, was die wollen: kleinere Häppchen, die sich leichter konsumieren lassen (und die haben mehr zu bewerben).

Offline Gunthar

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #19 am: 3.10.2022 | 19:40 »
Was mir im Mobile und im PC Bereich auf den Zeiger geht, sind die schiere Menge an Spiele, bei denen die Microtransactions, Pay to Win (P2W), Pay to Progress (P2P) und ähnliche Systeme so dermassen stark ins Spiel verankert sind, dass es ohne massive Geldausgabe kaum oder gar nicht mehr spielbar sind. Viele Spiele haben auch die schön inszenierte Falle, dass man Free to Play recht weit kommt und dann mit Vollgas in die Paywall knallt. Zuerst anfüttern und dann knallen lassen. Es gäbe so viele schöne Spiele, die genau durch solche Mechanismen zerstört werden. City of Steam war ein tolles PC-RPG bis ein asiatischer Publisher die Finger da rein setzte und das Spiel zu einem P2W/P2P-Spiel verhunzte. Später wurden die Server abgeschaltet, weil die meisten Spieler das Spiel verliessen. Ein aktuelles Beispiel ist Diablo Immortal. Wäre gut spielbar, doch man knallt nach einiger Zeit in die riesige Paywall.
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Offline Mr. Ohnesorge

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #20 am: 3.10.2022 | 20:17 »
Lohnt sich halt für die Hersteller, die dabei gnadenlos die Mechanismen von Sucht ausnutzen.
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Offline Gunthar

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #21 am: 3.10.2022 | 20:33 »
Lohnt sich halt für die Hersteller, die dabei gnadenlos die Mechanismen von Sucht ausnutzen.
Interessant ist, dass sehr viele Spieler diese Mechanismen ablehnen und dennoch das Zeugs spielen (und Geld reinstecken). Siehe Diablo Immortal.
Holland und Belgien sind da vorgeprescht und haben Glücksspielmechanismen in elektronischen Spielen (PC, Konsolen oder Mobile) verboten.
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Offline schneeland

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #22 am: 3.10.2022 | 20:37 »
Interessant ist, dass sehr viele Spieler diese Mechanismen ablehnen und dennoch das Zeugs spielen (und Geld reinstecken). Siehe Diablo Immortal.

Sind ja nicht zwingend die gleichen Leute. Aber das führt m.E. hier auch ein wenig vom Thema weg - im Rollenspielbereich haben wir solche Mechanismen ja (bisher) nicht. Insofern erscheint mir auch der Rant, wie von einigen Schreibern bereits angemerkt, kein besonders guter zu sein. Die finanzielle Zugangshürde ist, zumindest im Vergleich zu anderen Hobbies, ja immer noch relativ gering (im Zweifel reicht bei D&D ein gebrauchtes Spielerhandbuch und das Monsterhandbuch für den SL).
Man kann natürlich Diskutieren, ob Rollenspiele inhaltlich und strukturell gut zugänglich sind, aber das tut der Artikel ja nicht wirklich.
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Offline Colgrevance

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #23 am: 3.10.2022 | 21:11 »
Sind ja nicht zwingend die gleichen Leute. Aber das führt m.E. hier auch ein wenig vom Thema weg - im Rollenspielbereich haben wir solche Mechanismen ja (bisher) nicht. [...]

Naja - Splatbooks (insbes., wenn damit auch ein gewisser Power Creep einhergeht) und Settings/Abenteuer, bei denen selbst der SL erst im Laufe mehrere Publikationen in die geheimen Hintergründe eingeweiht werden, gehen für mich schon stark in diese Richtung. Aber das ist wohl in der Tat ein eigenes Thema.

Offline Gunthar

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Re: Game Rant by Dicebreaker
« Antwort #24 am: 3.10.2022 | 21:15 »
Einige Systeme, vor allem DSA hatte die Angewohnheit, gewisses Klassen/Rassenmaterial auf zusätzlich ein oder mehrere Bücher zu verteilen. Wenn man in DSA 5 (in DSA 4 dürfte das wohl auch nicht anders sein) einen Magier oder Geweihten spielen wollte, kam man nicht darum die zusätzlichen Bücher auch noch kaufen zu müssen. Wenn man die Zusatzoptionen wirklich haben wollte, musste man schon die Bücher kaufen.
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