Wie meinst du dies?
Bei Tolkien gibt es zwei grundsätzliche Lager. Orks sind per Definition immer böse. Elfen sind immer gut. Ohne Ausnahme.
Es gibt also zwei klare Lager, nennen wir sie mal Gesinnungspole. Und diese sind auch verfeindet und liegen im ewigen Konflikt gegeneinander.
Menschen sind ambivalent, meistens aber grundsätzlich auf der Seite des Guten - die Ausnahmen sind "vom Bösen beeinflusst", "verführt", "schlechte Kindheit" oder andere Besonderheiten, die sie auf der Gut-Böse Skala vom "Gut"-Pol entfernen und näher zum "Böse"-Pol bringen.
Bei D&D gibt auch das Gesinnungs-Konstrukt, um die Weltbewohner einzuordnen. Drow sind per se chaotisch und böse, Elfen grundsätzlich gut. Tieflinge haben Probleme, weil sie eigentlich als "vom bösen abstammend" eingeschätzt werden und ihnen misstraut wird. Orks sind böse, in späteren Versionen wurden Halb-Orks dann plötzlich auch ambivalent, damit sie spielbar sind. Zwerge sind immer rechtschaffend, fast immer im guten Lager, Duerger waren früher zumindestens eigentlich böse (soweit mein D&D Settingwissen zurückreicht). Drow und Duergar sind gewissermaßen die Gegenpositionen zu Elf und Zwerg.
Bei Warhammer Fantasy sind Elfen und Zwerge auch grundsätzlich (so) gut (wie man es auf der Warhammer Welt sein kann), Dunkelelfen und Chaoszwerge grundsätzlich böse. Da gibt es auch keine Drizzt Ausnahmen.
In Aventurien galten Orks anfangs auch mal als "böse", wurden schnell aber zu "unkultivierten" aber "moralisch nicht grundsätzlich böse". Dafür kamen dann Borbarad und die Dämonen in der G7 Kampagne als neues Böse hinzu. Und hier waren es auch wieder die Menschen, die ambivalent diverse moralische Positionen beziehen konnten, sich aber eigentlich stets auf feste Lager einließen.
Oft gibt es Götter, die auch diese Gesinnung vertreten. Sieht man besonders gut bei Tolkien und auch bei den D&D Welten.
In Dragonlance gibt/gab es sogar den Krieg der Götter um die Vorherrschaft über die Dragonlance-Welt.
In/seit Planescape gibt es bei D&D auch den Blood-War, wo rechtschaffenböse Teufel gegen chaotisch böse Dämonen im ewigen Konflikt liegen und Krieg führen.
Warhammer hat seine bösen Chaosgötter...
Schema ist da auch oft, dass die Menschen als ambivalenter Spielball die Wahl treffen können, wie sie dazu stehen (sich für das Gute entscheiden, oder eben für das Böse oder meinen sich raushalten zu wollen).
Sword & Sorcery hat das in den wenigsten Welten. Bei Conan gibt es nur böse Personen, die sich bewusst dafür entschieden haben, moralisch fragwürdig zu agieren und es gibt da auch nicht den strahlenden guten Helden. Bei Elric beispielsweise gibt es einen Ordnung / Chaos Konflikt, aber beide Lager sind nicht in gut/böse aufgeteilt, lassen sich diesbeszüglich nicht kategorisieren.
Insofern meine Frage: Ist Gut/Böse Konflikt und die Existenz dieser Pol-Konstellation ein typisches Element der EDO Fantasy?
Und ist es ein so hinreichendes Genre Trope, dass man es als Bedingung definieren kann?