Das ferne Licht der Sterne von Laura Lam
(eng.
Goldilocks, Nerdpunkt für jeden, der weiß was da Wort mit SciFi zu tun hat

)
Eine Gruppe von fünf Frauen stiehlt das einzige verbliebene Raumschiff auf der Erde, um einen neuen Planeten zu finden. Sie waren alle an der Entwicklung des Schiffes und des Projektes beteiligt, wurden aber aufgrund von politisch-religiösen Gründen kurz vorher von (fähige, aber deutlich weniger geeignete) Männer ersetzt, weshalb sie sich für den Diebstahl entscheiden. Die Welt ist.. hm. Heute auf 100 gedreht? Eine von Männern dominierte, christlich-fundamentalistische Dystopie, die sehenden Auges in den klimatischen Kollaps rennt. Die Frauen haben die Vision einer neuen Welt (die auch schon entdeckt wurde), wo sie als Erobernde die Regeln definieren könnten.
Die ganze Beschreibung der Raumfahrt und Probleme wie Ernährung während des Flugs (durch nahrhafte, aber nicht sehr schmackhafte Algen) und Energieversorgung empfand ich als Nicht-Hobby-Astrophysiker als recht überzeugend. Als Soft-SciFi-Kröte muss man wohl die praktische (aber explizit als experimentell dargestellte!) Umsetzung des Alcubierre-Antriebs schlucken, die aber stimmig und "sich wissenschaftlich anfühlend" dargestellt wird.
Das Thema ist aber weniger, wie bestimme, ingenierstechnische Probleme umgangen oder gelöst wurden, sondern vielmehr die Integrität der Teilnehmenden, Gruppendynamiken und wie nah Genie und Größenwahn auch in einer kleinen, harmonisch wirkenden Gruppe droht, Alles zu gefährden. Die Charaktere sind glaubhaft aber ein stückweit mit stereotypischen Eigenschaften versehen, die aber gut zu einer solchen Crew passen - weit weg von den peinlich-pubertären Abziehbildern eines Andy Weir oder Frank Schätzing.
Insgesamt kurzweilige Unterhaltung mit ein paar überraschenden Wendungen, die das Buch imho richtig interessant machen aber die ich hier nicht spoilern will.