Autor Thema: [Pathfinder] Ironfang Invasion (Spoiler!)  (Gelesen 1415 mal)

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Offline Takur

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[Pathfinder] Ironfang Invasion (Spoiler!)
« am: 24.02.2024 | 10:59 »
Chronik Ironfang Invasion (Spoiler für Ironfang Invasion!)

Helden:
Anvarion Fenlael (elf. Arkanist): entstammt einer Elfensippe, die im Fangwood lebte, und vor einiger Zeit durch einen Angriff dunkler Feen praktisch ausgelöscht worden war.
Gris Erland (menschl. Telekinetiker): über seine Herkunft ist nicht viel bekannt, da er kaum darüber spricht. Er lebt z. Z. in der Siedlung Phaendar als Gehilfe eines Schreiners
Macar (halbelf. Jäger), mit der Tigerin Verya als Tiergefährtin: Sohn einer varisischen Wahrsagerin und desselben elfischen Abenteurers, der auch Yulags Vater war
Yulag (halbork. Barbar): Sohn einer halborkischen Barbarin und eines elfischen Abenteurers. Nachdem seine Mutter vor einigen Jahren im Kampf fiel, wuchs er alleine auf und ist nun auf der Suche nach Ruhm und Ehre 



Trail of the Hunted

Episode 1
Es war die Zeit des jährlichen großen Marktfestes in Phaendar, einer der wenigen größeren Ortschaften im kriegsgeschüttelten Nirmathas. Mit kaum 500 Einwohnern, zwei Läden, einem kleinen Erastil-Tempel und einem Gasthaus, konnte man allerdings kaum von einer echten Stadt sprechen. Phaendar war zudem unbefestigt, auch wenn die solide Brücke über den Marideth der Siedlung Bedeutung verlieh. Es gab in Phaendar weder einen Herrscher noch echte Behörden. Ein informeller Rat, der von der Gastwirtin Jet, der Tempelaufseherin Rhyna, der einbeinigen Druidin Audrin „der Grünen“ und den zwei Ladenbesitzern gebildet wurde, traf die wichtigsten Entscheidungen.

Die Abenteurer waren seit einigen Monaten in Phaendar, in das es sie aus verschiedenen Gründen verschlagen hatte:
Die Abenteurer Yulag und Macar waren bereits seit einigen Monaten in der Gegend als Jäger, Begleitschutz und Kopfgeldjäger unterwegs, und schätzten die Ortschaft als Operationsbasis. Sie waren freilich nicht wirklich heimisch geworden. Beide hatten gewisse Vorbehalte gegen den krassen Individualismus der Einwohner von Nirmathas. Yulag hatte als halbfreiwilliger Söldner Nirmathas das berüchtigte Ramgate-Massaker vor zwei Jahren überlebt und seitdem keine hohe Meinung von den Guerillakämpfern Nirmathas.
Macar hielt es für töricht, sich an seine Freiheit und Individualismus zu klammern, wenn man mit Molthune und den Orks in Belkzen mächtige Feinde in der Nachbarschaft hatte. Beide gingen freilich mit ihren Ansichten nicht hausieren.
Yulag erhielt als Halbork die üblichen schiefen Blicke. Macar war ein wenig durch seine demonstrative Verehrung von Gozreh aufgefallen. Er hatte einige Pluspunkte gesammelt, weil er die einfacheren Zaubersprüche, über die er als Jäger verfügte, kostenlos einsetzte, um anderen zu helfen. Er gab darauf Acht, dass seine Tiergefährtin Verya weder ihn in Schwierigkeiten brachte noch selber in welche geriet, nicht immer einfach bei einer jungen, neugierigen Tigerin.
Anvarion schlug sich als Schreiber durch oder indem er mit seinem magischen Ross Botenaufgaben übernahm.
Gris, der sich bezüglich seiner Vergangenheit bedeckt hielt, hatte sich am besten eingelebt, da er einem alternden Schreiner im Dorf als Gehilfe diente und mit dessen Tochter verlobt war (und gegenwärtig nach Ringen für die Hochzeit suchte).

Die beiden Halbbrüder hatten sich für den Markttag als zusätzliche Wachleute anheuern lassen, da sie momentan knapp bei Kasse waren. Anvarion machte als Schreiber am Markttag gute Geschäfte und Gris half seinem künftigen Schwiegervater. Die Siedlung war gegenwärtig durch die Händler und aus dem Umland herbeigeströmten Bauern vollkommen überfüllt. Viele Händler übernachteten bei Bekannten oder in ihren Wagen auf dem großen zentralen Platz des Ortes. Der Abend des ersten Markttages fand die vier Helden in dem nahe der Brücke im Nordosten der Siedlung gelegenen Gasthaus Phaendars.

Das laute und gesellige Treiben wurden ebenso überraschend wie rüde gestört, als draußen Geschrei laut wurde. Audrin, die zufällig anwesend war, wollte nachschauen, was vor sich ging. Sie hatte kaum die Tür geöffnet, als ein Speer oder Katapultbolzen sie durchbohrte und tödlich getroffen zu Boden schickte. Sofort brach Chaos aus, zumal kurz darauf zwei Hobgoblins durch die Tür stürmten. Sie hatten freilich nicht mit der harten Gegenwehr gerechnet: während Macar die Druidin stabilisierte, wurde einer der Angreifer niedergestreckt und der andere in die Flucht geschlagen.
Yulag, der die Hobgoblins als Angehörige der berüchtigten Ironfang Legion erkannte, übernahm das Kommando über die anderen Gäste, was nicht bei jedem auf Begeisterung stieß. Abgesehen von den vier Helden schienen die übrigen Gäste ziemlich hilf- und planlos. Yulag scheuchte die Männer und Frauen aus der Schenke. Ein Blick aus der Tür hatte ihn überzeugt, dass die Lage hoffnungslos schien. Auf dem Dorfplatz wimmelten Dutzende Hobgoblins durcheinander, während kleinere Kommandos in die Häuser ausschwärmten. Niemand im Dorf schien ernsthaft Widerstand zu leisten. Es war unbegreiflich, wieso die berittenen Patrouillen im Umland, die der Ältestenrat eingeteilt hatte, nichts bemerkt hatten.

Während einzelne sich noch der Illusion hingaben, man könne die Angreifer zurückwerfen, hatte Yulag für derartige Pläne nur ein Lachen übrig. Er meinte, dass die Dörfler keine Chance hatten, zumal die kampfkräftigsten Einheimischen vermutlich außerhalb des Ortes auf Patrouille oder bereits tot waren. Selbst sich zu verschanzen schien angesichts der Übermacht kaum aussichtsreich, gab es doch kein festes Wehrhaus oder eine Bastion. Am sichersten schien die Flucht aus der Stadt, wie es die Dörfler wohl schon früher in solchen Fällen getan hatten. Gris, der in Panik wegen seiner Verlobten war, bestand darauf nach ihr zu suchen. Yulag maulte, dass sie das hoffentlich wert sei, kam aber mit den anderen mit. Macar regte an, auch beim Tempel vorbeizuschauen und dort zu helfen. Vermutlich waren andere Dörfler dorthin geflohen, war der Tempel doch eines der größeren und stabileren Gebäude der Ortschaft. Die Wirtin, die schwerverletzte Druidin und die übrigen Gäste und Bediensteten sollten alle im Wirtshaus verfügbaren Vorräte zusammenraffen, sich nahe der Brücke verstecken und auf die Helden warten.

Es gelang der kleinen Gruppe, ungesehen zum Tempel zu gelangen. Unterwegs konnten sie Gris‘ künftigen Schwiegervater und einige weitere Dörfler aufsammeln, die sich versteckt hatten und schickten sie zu den Flüchtlingen aus dem Gasthaus. Auch hier schien niemand ernsthaften Widerstand gegen die Hobgoblins zu leisten oder sich zu organisieren, was Yulag seiner schlechten Meinung bezüglich der militärischen Fähigkeiten der Dörfler bestätigte.
Die geschockten Dörfler berichteten, dass die Hobgoblins „aus dem Nichts“ auf dem Marktplatz aufgetaucht waren. Manche der Helden vermuteten einen machtvollen Teleportationszauber, ein Artefakt oder einen Pakt der Angreifer mit einem mächtigen Magier oder bösen Feenwesen. Yulag  tippte auf Inkompetenz und Trunkenheit der Wachen.
Beim Tempel stieß die Gruppe auf Gris‘ Verlobte, ebenso auf Rhyna und einige andere Einheimische. Es kam zu einem kurzen Kampf mit einem Wolf, den die Angreifer als Wache im Tempel gelassen hatten.

Bei einer vorsichtigen Erkundung in Richtung Brücke zeigte sich, dass die Hobgoblins diese bereits mit einem kleinen Trupp gesichert hatten, der allerdings wenig aufmerksam schien. Mehrere der Hobgoblins hatten es sich in einem Lagerhaus bequem gemacht und überließen die Wache auf der Brücke einem  einzelnen Wachposten.
Die Abenteurer beschlossen, erst einmal noch nach weiteren Flüchtlingen zu suchen. Sie konnten tatsächlich noch einige versprengte Dörfler sammeln, darunter den Besitzer des Kram- und Kräuterladens. Zwar behielten die Abenteurer bei zwei kurzen Gefechten mit einzelnen Feinden die Oberhand, doch die Tigerin Verya wurde ernsthaft verletzt. Der Feind büßte einen Grottenschrat und einen hobgoblinischen Grenadier ein.
Langsam wurde die Zeit für die Helden knapp. Inzwischen hatten die Hobgoblins den Marktplatz gesichert und die überlebenden Händler gefesselt. Sie begannen nun, den Ort systematisch in größeren Gruppen zu durchkämmen. Behindert wurden sie dabei allerdings dadurch, dass einige ihrer Kämpfer bereits mit dem Plündern der Wagen begannen. Die Helden entschlossen, dass die Zeit zum Rückzug gekommen war. Eine weitere Suche nach Flüchtlingen oder gar der Versuch, Gefangene zu befreien, hätte die Helden sicher in einen Kampf mit zahlenmäßig überlegenen Gegnern verwickelt. Selbst falls sie gesiegt hätten, würde dies weitere Gegner allarmieren. Es schien besser, sich mit den geretteten Vorräten und Flüchtlingen zurückzuziehen. Die Bevölkerung hatte schon immer bei Angriffen im am anderen Ufer gelegenen Wald Schutz gesucht – dies schien angesichts der militärischen Überlegenheit des Gegners jetzt die beste Option. Doch dafür musste erst die Brücke freigekämpft, werden. Längst nicht alle der Flüchtlinge (oder der Helden) konnten schwimmen.

Der Sturm auf Brücke hätte beinahe in einer Katastrophe geendet. Zwar gelang es den Helden, die in dem Lagerhaus rastenden Hobgoblin-Brückenwachen einzusperren, doch der auf der Brücke stehende Schwerbewaffnete und sein wölfischer Gefährte erwiesen sich als harte Gegner.
Schnell war Verya kampfunfähig, hatten die Helden ihre verbliebenen Zauber erschöpft und war Yulag schwer verwundet. Mit letzter Kraft gelang es, den Feind zu überwinden. Der Versuch, den Unterbau der Brücke in Brand zu setzen, scheiterte. Mit den Vorräten beladen, die sie aus dem Tempel, Gasthaus und Kramladen geborgen hatten, entkamen die Helden und die übrigen Flüchtlinge in den nahen Wald.
« Letzte Änderung: 2.03.2024 | 13:58 von Takur »

Offline Feuersänger

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Re: [Pathfinder] Ironfang Invasion (Spoiler!)
« Antwort #1 am: 24.02.2024 | 12:22 »
Ahja, so spielt sich das also wenn man es so runterzockt wie es geschrieben wurde. =)

Ich habe IFI1 mal als Versatzstück für eine laufende Kampagne hergenommen, als ich eine Drohkulisse brauchte, da waren die SC aber schon auf höheren Stufen. Und auch nicht in Golarion angesiedelt sondern in meinem Homebrew Points-of-Light Setting. Entsprechend habe ich auch die Gegner ausgetauscht und stark nach oben skaliert - statt des lowlevel-Geschmeiss gab es Monstrous- und Nightmare Bugbears. Damit war es dann für mich auch plausibler warum die Einheimischen ihnen so gar nichts entgegenzusetzen hatten.
Die Flucht über die Brücke gestaltete sich natürlich etwas anders, da die SCs fliegen konnten und so ganz andere taktische Möglichkeiten hatten, aber der gepanzerte Champion war - entsprechend hochskaliert - trotzdem knifflig.

Ich habe den Band auch quasi nur genau bis zu dem Punkt gespielt an dem ihr gerade seid. Die Flüchtlinge wurden durch die Wildnis zum nächsten Außenposten der Zivilisation geführt; der Grenzpass wurde zwar nochmal von einem feindlichen Feldlager abgeriegelt das ich entweder Band 1 oder 2 entnommen habe, aber das haben die Helden in bester Apocalypse Now Manier überrollt.

--

Ahja, und was deine Kampagne betrifft, interessiert mich natürlich, wie gut sich langfristig der Barbar neben den ganzen höher-gepowerten Klassen (Hunter, Occultist, Kineticist) behaupten kann. Ich hab auch einmal den einzigen Martial neben lauter Vollcastern gespielt und kam mir mit der Zeit nur noch als schmückendes Beiwerk vor. Und dabei hatte ich einen Warblade, der schon wesentlich mehr auf dem Kasten hat als ein Barbar.
« Letzte Änderung: 24.02.2024 | 12:25 von Feuersänger »
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Offline Takur

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Re: [Pathfinder] Ironfang Invasion (Spoiler!)
« Antwort #2 am: 24.02.2024 | 15:30 »
Das mit dem Barbaren hat der SL auch mal angemerkt ;). Am ersten Abend hat der Barbar sich (noch) ganz gut gehalten und war sogar ziemlich entscheidend an zwei Stellen (gegen den Grottenschrat und den Schwergepanzerten). Mal sehen wie das auf höheren Stufen wird...
Ich bin total neu bei Pathfinder und wollte mal lieber nichts zu Komplexes versuchen. Kämpfer war mir aber doch zu Basic, allerdings spiele ich (fast) immer eher kampforientierte Chars. Vielleicht hätte ich ja einen Bloodrager nehmen sollen...
Plus wir dachten, ein weiterer halbwegs wildniskundiger Char neben dem Jäger wäre vielleicht ganz gut.
Und da Aasimare nicht erlaubt waren, war mein Alternativkonzept (ein Aasimar-Paladin) erst mal keine Option. ;)
Plus, mein erster D&D-Char (den ein früherer SL am ersten Abend gekillt hat) war ein Halbork. Und da ich bei Dsa niemals dazu gekommen bin, einne Ork/Halbork zu spielen...
Und für die Orks passt ein Barbar m. E. ganz gut. ;D
« Letzte Änderung: 24.02.2024 | 16:12 von Takur »

Offline Feuersänger

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Re: [Pathfinder] Ironfang Invasion (Spoiler!)
« Antwort #3 am: 24.02.2024 | 17:44 »
Na, immerhin ist der SL über die Power-Diskrepanz offenbar im Bilde, dann dürfte er ja auch aufgeschlossen sein wenn du mal etwas Nachbesserung brauchst.
Wobei ich gerade nachgelesen habe, dass angeblich Occultist und Hunter auch "nur" jeweils als "Tier 3" eingestuft wird, was allgemein so als Sweet Spot angesehen wird, und Kineticist sogar eher schwächer sortiert wird. Den Barbaren hingegen sehe ich als eine der schwächsten Klassen an.

Das Problem mit dem Barbaren ist halt, dass er eine Glaskanone ist ähnlich wie der Rogue. Er hat traditionell beschissene AC und auch nicht viel Möglichkeit, daran etwas zu ändern, aber im Unterschied zum Rogue wird von ihm erwartet, in vorderster Reihe zu stehen und die Treffer einzustecken wie sie kommen. Er verliert also massenweise Hitpoints, hat aber selber keine Möglichkeit, sie wieder zu heilen. Dazu kommt noch die bescheuerte rundenweise Abrechnung der Rage-Fähigkeit und die Ermüdung am Ende der Rage. Alles schwierig.
Der Bloodrager ist imho auch overhyped, da er halt zwar bissl zaubern kann, aber dafür natürlich nochmal MADer wird, und dafür auf einige der schönsten Barbarenspecials nicht zugreifen kann.

Ich müsst mal gucken -- im Kingmaker CRPG habe ich mit Amiri einiges rumexperimentiert, ich weiss aber jetzt nicht mehr auswendig bei welchem Build ich am Ende geblieben bin. Auf jeden Fall hatte sie die Beast-Totem Reihe, um ab Level 11 Pounce zu kriegen. Damit funktioniert sie im Wesentlichen wie eine Bazooka.

Halb-Orks sind eigentlich keine schlechte Rassenwahl für so ziemlich alles. Sie bekommen ja keine Abzüge und können ihren Boost wie Menschen frei wählen. Also Hork-Paladin, why not? Natürlich schaut es da mit den Wildnisskills etwas mau aus. Horks haben auch ein paar schöne Alternate Racial Features, zB Auspicious Tatoo, das super mit dem Trait Fate's Favoured harmoniert.

Je nachdem wie bei euch die Nahkampf-Fernkampf-Kompetenzen verteilt sind, wäre prinzipiell ein Ranger keine schlechte Wahl. Die funktionieren in PF super als Switch Hitter, das heisst sie können fließend zwischen Fern- und Nahkampf wechseln und sind in beidem ordentlich. In Sachen Skills sind sie eh super aufgestellt. Die Favoured Enemy-Fähigkeit würde ich aber unter Umständen per Archetyp wegtauschen, da auch in Ironfang - Achtung Spoiler - von Band 3 bis 5 kaum Hobgoblins vorkommen. In besagter Kampagne zB habe ich unserer Rangerin ermöglich, Favoured Enemy gegen Studied Target des Slayers zu tauschen. Das hat dann sehr gut funktioniert.
Ein weiterer Vorteil sind die eingebauten Zauber, womit man auch die entsprechenden Zauberstäbe nutzen kann, zB um sich zu heilen.

Immer eine Möglichkeit ist freilich, sich per Trait UMD als Klassenskill zu holen; es dauert ein wenig (v.a. wenn man CHA 8 hat) und verlangt etwas Investition, aber zuverlässig jeden beliebigen Zauberstab nutzen zu können ist schon ein echter Gamechanger.
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Offline Takur

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Re: [Pathfinder] Ironfang Invasion (Spoiler!)
« Antwort #4 am: 1.03.2024 | 17:00 »
Episode 2

Am Rand des Fangwood fanden die aus dem von Hobgoblins eroberten Phaendar Geflüchteten Zeit, zu verschnaufen und das weitere Vorgehen zu planen. Einige der Flüchtlinge kannten sich im Umland aus. Anvarion stammte aus dem Fangwood und war deshalb mit dem Wald vertraut. Das Ergebnis der kurzen Beratung war nicht vielversprechend:
In der Nähe Phaendars gab es einige Waldhöfe, aber diese würden kaum Schutz vor eventuell verfolgenden Hobgoblins oder genügend Platz und Vorräte für die Flüchtlinge bieten. Etwa einen Tagesmarsch tiefer im Wald lag ein Vorposten der Nirmathischen Waldläufer, aber keiner wusste, ob dieser momentan bemannt war. Man beschloss, bei einem nahegelegenen Waldhof bis zum Morgen zu rasten und dann zu dem Waldläufer-Vorposten zu marschieren.
Die Waldbauern waren geschockt, als plötzlich gut 40 Flüchtlinge vor ihrer Tür standen und von dem Angriff auf Phaendar berichteten. Die Familie beschloss, sich am nächsten Morgen den Flüchtlingen anzuschließen, da ihr Hof allzu nahe bei Phaendar lag.
Während die Flüchtlinge sich für die Nacht einrichteten, revidierten die Helden zusammen mit den Resten des Ältestenrates von Phaendar die vorhandene Ausrüstung:
Die geretteten Vorräte reichten für knapp drei Tage. Den Flüchtlingen fehlte es an wetterfester Kleidung, an Waffen, stabilem Schuhwerk und sonstiger Ausrüstung. Dies würde schon jetzt im Herbst ein Problem darstellen, mehr noch im nahenden Winter. Nur eine Handvoll der Geflüchteten konnte kämpfen oder beherrschte ein paar einfache Zauber. Aber vielleicht konnte man ja bei dem Waldläufer-Vorposten weitere Vorräte, Unterstützung oder einen Hinweis finden, wohin sich die Flüchtlinge wenden sollten.
Auf Macars Vorschlag verrichteten die Druidin Aubrin und die Laienpriesterin Rhyna eine kurze Andacht für ihre Landsleute und sprachen den Flüchtlingen Mut zu: die Einwohner Phaendars hätten schon früher schwere Zeiten überstanden, der Wald würde ihnen Schutz bieten und sie letztlich nach Phanedar zurückkehren und ihre gefangenen Landsleute befreien.
Manche der Helden waren da insgeheim skeptisch. Besonders Yulag schätzte die Hobgoblins als gefährliche Gegner ein, hatte er doch bei dem berüchtigten Ramgate-Massaker schon einmal die Klingen mit der Ironfang-Legion gekreuzt. Zudem war er von den Krisenvorbereitungen und der Kampffähigkeit der Einwohner Phaendars wenig beeindruckt. Das war vielleicht etwas unfair, waren sie doch bei früheren Angriffen vorgewarnt worden. Diesmal war der Angriff hingegen ohne Vorwarnung erfolgt.
Angesichts der jäh über sie hereingebrochenen Katastrophe fanden nur wenige der Flüchtlinge Schlaf. Gris nutzte die Ruhezeit, um seiner Verlobten Stina Mut zuzusprechen. Ihren Fragen nach seinen für Stina überraschenden Kampffähigkeiten wich er aus. Auf Stinas Frage, ob ihn das Töten nicht belaste, winkte Gris ab. Die Hobgoblins seien schließlich nur Monster. Falls die anderen Helden sich mit moralischen Fragen herumschlugen oder sich Sorgen machten, verbargen sie es. Anvarion gab den stoischen Elfen. Yulag schien alles sehr gleichmütig zu nehmen. Und Macar kümmerte sich vor allem um seine verletzte Tiergefährtin Verya.

Am nächsten Tag setzte sich der Flüchtlingstreck wieder in Bewegung: die Waffenfähigen und Wildniskundigen am Anfang und Ende der Kolonne, dazwischen die Kinder und Zivilisten. Ausgesandte Boten informierten nahegelegene Waldhöfe vom Fall Phaendars. Die meisten der gewarnten Waldbauern schlossen sich daraufhin dem Flüchtlingstreck an. Sie brachten freilich nur wenige Vorräte mit. Yulag knurrte einige Unflätigkeiten darüber, wie schlecht sich die Bauern Nirmathas offenbar auf den Winter vorbereiteten. Er hatte sehr viel mehr Proviant erhofft.
Am Abend näherte sich die Kolonne dem Waldläufer-Vorposten, der auf einer kleinen Insel eines im Fangwood entspringenden Flusses lag. Sicherheitshalber schickte Gris seinen aus Zweigen und Blattwerk gebildeten Familiar voraus, den er tagsüber zur Faszination der Flüchtlingskinder benutzt hatte, um die Umgebung aus der Luft im Auge zu behalten. Das beschworene Wesen brachte keine gute Kunde: die kleine Hütte schien verlassen. Ringsum hatte „Etwas“ dicke Netze gesponnen. In der Hoffnung, dennoch Vorräte, Ausrüstung oder Informationen zu finden, rückten die Helden vorsichtig vor. Die Flüchtlinge sollten auf ihre Rückkehr warten.
Der im Fangwood aufgewachsene Anvarion identifizierte die ausgespannten Netze als von Riesenspinnen und Atterköppen stammend. Derart vorgewarnt, beschlossen die Helden, Gris zur Erkundung vorzuschicken. Fast lautlos näherte er sich der Hütte, wich geschickt den Spinnennetzen aus und machte die ihm mit Abstand folgenden Kameraden auf potentielle Gefahren aufmerksam.
Als Gris die Hütte betrat, stieß er beinahe mit einem Atterkopp zusammen. Das Spinnenwesen fasste sich schnell und verbarrikadierte sich nach kurzen Kampf in der Hütte. Mehrere auf die Schreie des Atterkopps herbeieilenden Riesenspinnen gingen auf dessen Befehl wieder in Deckung, da die Helden sich inzwischen so positioniert hatten, dass jeder über den schmalen Steg auf die Insel Eilende in die Zange genommen werden konnte. Gris war von dem Atterkopp schwer verletzt worden, doch nach einigen Versuchen konnte er Tür der Hütte entriegeln. Der Atterkopp versuchte, durch einen wassergefüllten Fluchttunnel zu fliehen. Er wurde jedoch von dem ihn verfolgenden Yulag im Fluss gestellt. Das Gift des Atterkopps vermochte dem zähen Halbork nichts anzuhaben. Im Verein mit den herbeieilenden Helden wurde der Atterkopp erschlagen. Die Riesenspinnen wagten keinen weiteren Angriff.
Später fragte sich Yulag beiläufig, ob das Spinnenwesen überhaupt feindlich gesinnt gewesen war. Es hatte den Kampf nicht begonnen, hatte seine Riesenspinnen weggeschickt, statt sie angreifen zu lassen und schien eher an Flucht statt am Kampf interessiert. Andererseits hätte der Atterkopp im Falle eines Entkommens seine Spinnen auf die Helden und die Flüchtlinge hetzen können. Und da keiner der anderen sich mit der Frage zu bekümmern schien und Yulag selber in der durch Brutalität geprägten Orkgesellschaft großgeworden war, schob er derartige Überlegungen als belanglos beiseite. Er wusste nicht, dass Macar ähnliche Gedanken hegte.

Die Durchsuchung der Hütte verriet, dass die Waldläufer den Vorposten vor einiger Zeit aufgegeben hatten. Es gab weder Vorräte, noch Nachrichten oder Hinweise, wohin sich die Flüchtlinge wenden konnten. Eine angenehme Überraschung war hingegen, dass die Helden in einem Versteck eine hervorragend gefertigte Waldläuferausrüstung fanden: ein meisterhaftes Kettenhemd, einen exzellent gefertigten Kurzbogen, einen leichten Streitkolben, einen Vorrat hervorragend gefertigte und magisch verbesserte Pfeile, einen Mantel und mehrere magische Schriftrollen. Eine spätere Untersuchung ergab, dass auch das Kettenhemd und der Umhang magisch waren. Yulag beanspruchte das Kettenhemd, während Anvarion den Umhang nahm. Macar sicherte sich den Streitkolben und die Pfeile. Er verzichtete aber auf den Kurzbogen, zugunsten der größeren Reichweite seines alten Langbogens.
Da die Insel einen halbwegs sicheren Rastplatz bot, wurden die übrigen Flüchtlinge nachgeholt. Allerdings erwies sich das Wasser des Waldflusses als schlammig und kaum genießbar, auch wenn Macar es magisch reinigen konnte. Zudem bot die Insel weder ausreichenden Unterschlupf noch Platz für so viele Menschen – jedenfalls nicht langfristig.
Deshalb wurde erneut beratschlagt. Die Flüchtlinge benötigten einen für einen längeren Aufenthalt geeigneten Unterschlupf – und vor allem Vorräte. Allerdings waren die Optionen nicht gerade vielversprechend:
Tiefer im Wald gab es ein Höhlensystem, welches in früheren Zeiten Flüchtlingen aus Phaendar Unterschlupf geboten hatte. Aber ohne Vorräte wäre dies keine echte Lösung. Noch weiter entfernt im Wald befand sich angeblich ein Fort der Waldläufer Nirmathas. Da der Marsch dorthin mit den Flüchtlingen aber vermutlich Wochen gedauert hätte, schied dieses Ziel erst einmal aus. Die Vorräte hätten niemals gereicht und zudem wusste niemand, wo genau der Stützpunkt lag und ob er noch bemannt war.
Näher – „nur“ etwa 80 Meilen in nordwestlicher Richtung am Fuße der Mindspin Mountains – lag die Minenstadt Longshadow. Diese schien sich als das naheliegendste Ziel für die Flüchtlinge anzubieten. Anvarion befürchtete freilich, dass die Stadt ebenfalls von den Hobgoblins eingenommen worden sei und wollte erst einmal Späher entsenden. Macar und Yulag hielten das für Zeitverschwendung, zumal sie die Hobgoblins für nicht stark genug hielten, eine mehrere tausend Einwohner große Stadt einzunehmen.
Allerdings würden die Vorräte der Flüchtlinge so oder so nicht für den Weg nach Longshadow reichen. Zudem würde dies einen Marsch durch teilweise offenes, karges Land bedeuten, in dem der langsame Flüchtlingstreck wenig Nahrung finden und von etwaigen Verfolgern leicht entdeckt werden würde.
Man beschloss, am nächsten Tag einen besseren Lagerplatz zu suchen und dann zu erkunden, ob die Hobgoblins Phaendar weiter besetzt hielten oder wieder abgezogen waren. Diese Aufgabe übernahm Gris mit seinem Familiar, während die anderen Helden bei der Organisation des neuen Lagers und bei der Suche nach Nahrung halfen.
Gris fliegender Kundschafter brachte bald schlechte Neuigkeiten: Die Hobgoblins hielten Phaendar weiter besetzt. Sie setzten ihre Gefangenen dazu ein, die Siedlung zu befestigen. Zudem entsandten sie offenbar Spähtrupps ins Umland: teils zu Fuß, teils auf Pferden oder großen Wölfen. Diese Patrouillen würden einen Marsch gen Longshadow sehr gefährlich machen, vor allem für einen langsamen und auffälligen Flüchtlingstreck. Positiv war hingegen die Nachricht, dass der Familiar in der Nähe Phaendars einige versprengte Schaf- und Ziegenherden gesichtet hatte, deren Hirten vermutlich geflohen oder von den Hobgoblins getötet beziehungsweise gefangengenommen worden waren. Diese Tieren versprachen eine Lösung für die schwierige Versorgungslage. Kurzentschlossen machten sich die Helden und ein reichliches halbes Dutzend Flüchtlinge auf den Weg, um die Tiere zusammenzutreiben.

Gris und sein fliegender Familiar übernahmen die Wegeführung. Es gelang ihm jedoch nicht, allen feindlichen Spähtrupps auszuweichen: die Helden stießen mit einer aus zwei Hobgoblins bestehenden Fußpatrouille zusammen. Obwohl gut ausgerüstet, schätzten diese ihre Chancen realistisch ein und flohen. Doch Yulag und Macars Tiergefährtin waren schneller. Die Hobgoblins wurden gestellt und von den Helden nach kurzem Kampf getötet. Die Ausrüstung der Toten wurde für die Flüchtlinge mitgenommen. Leider hatten die Hobgoblins aber nur wenig Proviant bei sich.
Yulag forderte nach einem kurzen Blickwechsel mit seinem Halbbruder „alle, die einen schwachen Magen haben“ auf, vorzugehen. Die Bauern folgten der Aufforderung, aber Gris und Anvarion blieben. Zumindest Gris bedauerte das rasch, als er sah, wie Yulag die Toten köpfte und die Schädel auf Äste spießte. Macar, dessen Tiergefährtin sich an einer der Leichen gütlich tat, schien das wenig auszumachen. Anvarion meinte, dass man die Leichen besser verstecken sollte, um den Feind im Unklaren über ihr Schicksal zu lassen. Yulag antwortete schulterzuckend, dass die Hobgoblins von Wölfen unterstützt wurden. Die Toten würden so oder so gefunden werden. Mit der Zuschaustellung der Schädel wollte der Halbork den Gegner demoralisieren.
Gris hatte hingegen moralische Bedenken. Er warf Yulag vor, respektlos mit den Leichen umzugehen. Der unter Orks großgewordene Yulag verstand das Argument nicht. Und Macar konterte, dass Gris im Kampf einem der Hobgoblins telekinetisch einen Ast durch den Kopf gerammt hatte. Wieso sei es jetzt verwerflich, den Kopf des Toten auf einen anderen Ast zu spießen? Die Stimmung blieb nach dieser Meinungsverschiedenheit angespannt. Besonders Gris machte die abgebrühte Art der beiden wildniskundigen Abenteurer, die offenkundig durch eine härtere Schule gegangen waren, zu schaffen.
Das Einfangen der versprengten Schaf- und Ziegenherden gestaltete sich überraschend problemlos. Allerdings wollten die Bauern so schnell wie möglich wieder in den Schutz des Waldes zurück, weshalb ihnen etliche Tiere durch die Lappen gingen.

Auf dem Rückweg stießen die Helden auf einen einzelnen Flüchtling, dessen Geschichte allerdings besonders Gris fragwürdig erschien. Die Helden waren sich uneins, ob sie den Mann, der sich Erlan nannte, mitnehmen sollten. Vor allem Anvarion plädierte dafür, ihn wegzuschicken. Letztlich entschloss man sich, ihn erst einmal mitzunehmen und am Abend zu verhören. Erlans ständige Fragen schürten das Misstrauen der Helden, bis Yulag dem Mann rüde befahl, den Mund zu halten. Über die Art der geplanten Befragung gab es Streit. Gris vermutete, dass Yulag den Mann foltern oder gar umbringen wollte. Der Halbork kommentierte das nicht, bot aber an, Erlan unter Druck zu setzen, falls Fragen nichts bringen sollten.
Am Abend begannen Anvarion und Gris, Erlan auszufragen. Sie setzten den Neuzugang verbal unter Druck und drohten, Yulag auf ihn loszulassen. Das veranlasste den Halbork zu der spöttischen Bemerkung, er verstünde nicht ganz den Unterschied zwischen diesem „freundlich“ und seinem. Da die Befragung nichts erbrachte und bevor Yulag und Macar „handfeste“ Befragungsmethoden ins Spiel bringen konnten, nahm Gris Erlan beiseite.
Die anderen konnten nicht hören, was die beiden besprachen. Sie waren überrascht, als Gris verkündete, keine Zweifel mehr an der Redlichkeit Erlans zu haben. Die Gründe dafür wollte er zuerst nicht sagen, vor allem nicht in Anwesenheit der Phaendarer. Das erfüllte Anvarion mit Misstrauen, der Erlan verdächtigte, Gris magisch beeinflusst zu haben.
Letztlich rückte Gris gegenüber den anderen Helden damit heraus, was Erlan ihm erzählt hatte: Der Flüchtling stammte nicht aus Nirmathas, sondern aus dem verfeindeten Nachbarreich Molthune und hatte angeblich seine in Nirmathas lebenden Verwandten besuchen wollen. Zufällig sei er den Hobgoblins in die Arme gelaufen. Diese hatten ihn gehen lassen, weil sie früher im Dienste Molthune gestanden hatten. Inzwischen operierten sie offenbar auf eigene Faust. Wertvoll war Erlans Information, dass die Hobgoblins weiterhin nach den Flüchtlingen suchten – ganz besonders nach den Helden, da diese bei der Flucht über die Brücke einen wichtigen Kämpfer der Ironfang-Legion erschlagen hatten. Die Hobgoblins hatten sogar ein Kopfgeld auf die Helden ausgesetzt. Erlan bestätigte, dass die Hobgoblins offenbar beabsichtigten, in Phaendar zu bleiben. Die meisten ihrer Gefangenen seien noch am Leben. Alle elfischen Einwohner oder Besucher Phaendars seien jedoch ausnahmslos niedergemacht worden.

Die Helden nahmen die Nachricht von Erlans molthunischer Herkunft unterschiedlich auf. Gris war dafür, ihn mitzunehmen. Yulag und Macar, die beide nicht aus Nirmathas stammten, waren die lokalen Streitigkeiten gleichgültig. Anvarions Misstrauen wurde hingegen erneut geschürt, zumal sich Erlans neue Geschichte nicht wirklich überprüfen ließ. Er drängte, den Mann fortzuschicken, ehe ihn das Kopfgeld der Hobgoblins verlocken könne, die Helden und Flüchtlinge zu verraten. Yulag warnte, dass man Erlan in dem Fall nicht einfach laufen lassen solle, da er nun wertvolle Informationen besäße.
Gris plädierte leidenschaftlich, Erlan eine Chance zu geben. Die Helden seien auf jede Unterstützung angewiesen, die sie kriegen konnten. Er argumentierte zudem mit der Argument, dass die anderen schließlich auch Yulag bei sich dulden würden. Das brachte ihm einen wütenden Raunzer des Halborks ein. Yulag war Vorurteile gewohnt, hatte aber bei den bisherigen Kämpfen in vorderster Linie gestanden und das meiste Blut vergossen. Ansonsten hatte er nichts dagegen, Erlan mitzunehmen, solange Gris die Verantwortung für ihn übernahm. Letztlich setzte sich Gris durch und Erlan durfte (am Leben) bleiben. Seine molthunische Herkunft verschwiegen die Helden ihren nirmathischen Begleitern vorerst, um keine zusätzlichen Spannungen zu schüren.

Am nächsten Tag erreichten die Helden mit ihren Begleitern und den eingefangenen Tieren das Flüchtlingscamp. Dank der Tiere hatte sich die Versorgungslage deutlich verbessert: Die Schafe und Ziegen gaben Milch und zur Not würde man sie schlachten können.
Damit blieb allerdings das Problem, wie man weiter vorgehen sollte: Die Hobgoblins waren offenbar entschlossen, Phaendar zu halten. Es war zu befürchten, dass sie auch ihre Suche nach den Entkommenen fortsetzen würden. Damit wäre sowohl ein Marsch gen Longshadow als auch ein Verweilen nahe Phaendar für die Flüchtlinge zu riskant gewesen. Die Zivilisten benötigten einen besseren Unterschlupf. Nach einigen Diskussionen kamen die Helden und der Rat Phendars zu einem vorläufigen Entschluss: Man würde sich zu dem Höhlensystem im Wald zurückziehen, dass schon früher Schutz vor Angreifern geboten hatte. Dort wäre man hoffentlich sowohl vor den Hobgoblins als auch den Wetterunbilden sicher. Sobald die Flüchtlinge sich dort eingerichtet hatten, und falls sich keine Alternativen dazu fanden, würden die die Helden nach Longshadow aufbrechen, um Hilfe zu holen. Ohne die Alten, Verletzten und Kinder würden sie schneller und unauffälliger marschieren und hoffentlich den feindlichen Streifscharen entgehen.
« Letzte Änderung: 2.03.2024 | 17:25 von Takur »

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Re: [Pathfinder] Ironfang Invasion (Spoiler!)
« Antwort #5 am: 8.03.2024 | 11:12 »
Episode 3

Der zu den Flüchtlingen hinzugekommene Erlan blieb etwas für sich. Macar schlug Gris vor, den Molthuner noch mal eingehender zu befragen. Vielleicht hatte er infolge seiner kurzzeitigen Gefangenschaft weitere Informationen über die Hobgoblins oder eignete sich, später zu den Invasoren geschickt zu werden, um Fehlinformationen zu streuen oder einen Trupp Hobgoblins in einen Hinterhalt zu locken? Gris schien von dem Vorschlag wenig zu halten und Anvarion schätzte die Idee als zu riskant ein.
Macar schlug zudem vor, dass man Ausschau nach Großwild wie Bären und Wildschweinen halten sollte, um die knappen Nahrungsvorräte aufzufüllen.
Bevor die Gruppe sich in Richtung des Höhlensystems in Marsch setzte, wurde erwogen, eine im Wald lebende Magierin namens Veld aufzusuchen. Da diese allerdings keinen guten Ruf hatte – manche Phaendarer hielten sie für eine Nekromantin – und dies eine Verzögerung von mehreren Tagen bedeutet hätte, entschied man sich dagegen. Vor allem Anvarion wollte die Flüchtlinge so schnell wie möglich in den Schutz der Höhlen bringen, bevor weitere Erkundungsvorstöße unternommen wurden. Macar war darum bemüht, bei allen Planungen den Ältestenrat von Phaendar einzubeziehen, während die anderen Helden weniger darauf achteten.

Auf dem Marsch zu den Höhlen übernahmen Yulag und Anvarion die Spitze der Kolonne, während Macar und Gris die Nachhut bildeten. Macar versuchte, die Spuren der Marschierenden zu verwischen, um mögliche Verfolger in die Irre zu führen.
Als sich die Gruppe am Folgetag dem Höhlensystem näherte, entdeckte Yulag Spuren eines aufrechtgehenden Echsenwesens. Da er davon gehört hatte, dass Echsenmenschen teilweise in Höhlen lebten, vermutete er, dass das Ziel der Helden bereits bewohnt sei. Um kein Risiko einzugehen, beschlossen die Helden, die Lage zu erkunden. Sie ließen die Flüchtlinge zurück und näherten sich vorsichtig dem Höhleneingang. Gris schickte seinen beschworenen Familiar voraus, der bald bestätigte, dass sich in der Höhle eine Gruppe Echsenartiger eingenistet hatte.
Gris und Anvarion plädierten für Rückzug oder Angriff. Macar und Yulag waren hingegen für Verhandlungen, auch wenn die Helden so den Überraschungsmoment verspielten.
Bei der weiteren Annäherung an die Höhle ließen die Fußspuren Macar vermuten, dass die Echsenwesen ein halbes Dutzend Jäger/Sammler ausschicken konnten und insgesamt vermutlich ähnlich zahlreich wie die Flüchtlinge waren. Angesichts der zweifelhaften Kampfkraft der Phaendarer wären die Echsen vermutlich kein einfacher Gegner.

Die Helden drangen vorsichtig in die Höhle ein. Sie lösten allerdings dennoch sofort Alarm aus: Der Gang war mit „Kreischpilzen“ bewachsen, die bei Lichteinfall einen ohrenbetäubenden Lärm machten. Wegen dieser Eigenschaft wurden die Pilze von Bewohnern der Darklands als „Wachpflanze“ geschätzt. Wenig überraschend stießen die Helden im nächsten Raum auf zwei kampfbereite Wachposten. Jetzt konnten die Helden die Wesen als Troglodyten identifizieren. Die aufrecht gehenden Echsen galten als primitiv, gefährlich und stinkend. Zumindest der letzte Punkt stimmte auf jeden Fall.
Allerdings griffen die Wesen vorerst nicht an. Stattdessen flüchteten sie, als Anvarion die Illusion eines grässlichen Monsters erscheinen ließ.
Vorerst wieder alleine, erkundeten die Helden die Höhlenräume vorsichtig weiter. Die Spuren ließen darauf schließen, dass in diesem Teil des anscheinend sehr weitläufigen Höhlensystems bis zu 30 Troglodyten lebten. Interessant war, dass sie zahlreiche Halbedelsteine gesammelt hatten, die vermutlich eine religiöse Bedeutung für sie hatten. Anvarion schlug vor, die kostbaren Steine mitzunehmen. Macar warnte, dass dies eventuelle Verhandlungen sehr erschweren würde.
Mit Unterstützung von Gris Familiar fanden die Helden die Troglodyten, genauer ein reichliches halbes Dutzend Bewaffnete, die den Zugang zu tiefer liegenden Höhlenbereichen blockierten.
Verhandlungsversuche gestalteten sich als schwierig, da nur Anvarion Drakonisch beherrschte, was die Echsenwesen zumindest teilweise verstanden. Es gelang ihm nicht, die Echsenwesen zu bluffen, die Höhlen aufzugeben. Als die echsischen Krieger langsam gegen die Helden vorrückten, wichen diese zum Eingang der Höhle zurück. Auch Gris, der während der Verhandlungen in der näher beim Eingang gelegenen Wohnhöhle nach Kostbarkeiten stöberte, schloss sich wieder den anderen an.
Sobald die Helden die Höhle verlassen hatten, war die ihnen gefolgte Kriegerin bereit, einen erneuten Verhandlungsversuch zuzulassen. Allerdings war sie misstrauisch. Offenbar hatten Menschen bei früheren Konflikten zahlreiche Troglodyten – auch Kinder und Nichtkämpfer – getötet. Nach einigem Hin und Her erklärte sie sich jedoch bereit, zwei Helden bewaffnet (oder alle vier unbewaffnet) vor ihre Anführerin Ighiz zu bringen. Anvarion war davon wenig begeistert, würde er doch aufgrund seiner Sprachkenntnisse auf jeden Fall mitmüssen. Letztlich gingen er und Macar auf das Angebot ein.

Die Verhandlungen mit der Schamanin oder Priesterin Ighiz gestalteten sich wegen den Verständigungsschwierigkeiten und dem früher vergossenen Blut als anspruchsvoll, zumal das Höhlensystem den Troglodyten offenbar heilig war. Letztlich konnte man jedoch eine Einigung erzielen. Vermutlich hatten die Troglodyten realisiert, dass ein Gefecht auch für sie verlustreich sein würde. Dennoch saßen die Echsenwesen „am längeren Hebel“, und die Übereinkunft spiegelte das wieder:
Die Flüchtlinge durften einen Teil der oberen Ebene des Höhlensystems nutzen, aber sie würden nur Gäste sein. Die Echsenwesen behielten die Kontrolle bei allen Umbaumaßnahmen und Ausschachtungen und die Menschen mussten ihre Finger von den Halbedelsteinen lassen, die den Troglodyten heilig waren. Zudem würden die Flüchtlinge von ihrer Jagdbeute abgeben. Außerdem sollten die menschlichen Handwerker auch den Echsenwesen zur Verfügung stehen. Die wichtigste Bedingung kam zum Schluss: die Troglodyten forderten, dass die Helden binnen drei Monaten einen Rüstungsschmied fanden, der den Echsenwesen Metallpanzer schmieden konnte, oder ihnen angepasste Panzer in ausreichender Zahl zur Verfügung stellten. Gelang dies nicht, mussten die Flüchtlinge die Höhlen wieder verlassen.
In dem schwach besiedelten Nirmathas würde es vermutlich schwierig werden, einen Schmied zu finden, der bereit war, in den Fangwood zu ziehen und den als raubgierig und gefährlich geltenden Troglodyten zu helfen. Zudem stellte sich die Frage, was die Echsen mit den Rüstungen vorhatten. Angeblich brauchten sie sie zum Schutz, aber…
Die Helden sagten dennoch zu. Sie glaubten, keine gute Option zu haben, wenn sie rasch einen gut geschützten und leicht zu verteidigenden Unterschlupf für die Flüchtlinge wollten. Auf jeden Fall hatte man so Zeit gewonnen. In drei Monaten würde man gegebenenfalls weitersehen.

Die meisten der Flüchtlinge waren froh, dass die Helden den Unterschlupf ohne weiteres Blutvergießen gesichert hatten. Einige waren allerdings über die Aussicht, die Höhlen mit den Troglodyten teilen und diesen von ihrer Jagdbeute abgeben zu müssen, wenig erfreut. Sie hätten es lieber gesehen, wenn die Helden die Echsenwesen vertrieben oder erschlagen hätten. Die Druidin Aubrin erinnerte sich an die früheren Konflikte mit den Echsen. Was sie gehört hatte, unterschied sich etwas von den Geschichten der Troglodyten: Laut den menschlichen Erzählungen hatten die Echsenwesen friedliche Bauern überfallen, bis eine verlustreiche Strafexpedition der Nirmathischen Waldläufer für Ruhe sorgte.
Yulag musste an sich halten. Wenn bei Ramgate Nichtmenschen nirmathische Kämpfer und deren Gefolge töteten, war das ein „Massaker“. Wenn Nirmathische Waldläufer – aus welchem Grund auch immer – anscheinend ebenfalls unterschiedslos troglodytische Jäger, Unbewaffnete und Kinder töteten, war das hingegen eine „Strafexpedition“. Yulag mochte die Troglodyten nicht besonders und war an die brutale Kriegführung der Orks gewöhnt. Aber er verachtete das, was er als heuchlerische Doppelstandards ansah.
Auf Macars Vorschlag hin demonstrierte Ighiz ihre magischen Fähigkeiten, um potentielle Unruhestifter unter den Flüchtlingen einzuschüchtern und „Missverständnisse“ bezüglich der den Troglodyten heiligen Halbedelsteine zu vermeiden. Sie verfügte sowohl über Heilkräfte, als auch die Fähigkeit, tödliche Steinzacken aus dem Boden wachsen zu lassen. Angesichts dieser Demonstration waren einige der Helden froh, dass es nicht zum Kampf gekommen war. Von Ighiz erfuhren die Helden auch einiges über die tieferen Regionen des Höhlensystems, das bis in die mythischen Darklands reichte. Manche der tieferen Höhlen waren laut Ighiz tabu. An anderen Stellen sollte es alte Ruinen und tödliche Gefahren geben. Für einige der Helden klang das interessant, aber etwaige Expeditionen unter die Erde mussten erst einmal warten.

Um ihre Kampffähigkeit zu demonstrieren und das Verhältnis zwischen den Troglodyten und ihren „Gästen“ zu entspannen, entschlossen sich die Helden, ein Paar der gefährlichen „Höhlenfischer“ zu jagen, die laut den Troglodyten eine abseits gelegene, halb geflutete Höhle bewohnten. Zudem wollten die Helden so eine potentielle Gefahr für die Flüchtlinge beseitigen. Die „Höhlenfischer“ entpuppten sich als 4 Fuß große, krabbenartige Untiere. Mit vereinten Kräften konnten die Helden die beiden Monster erschlagen. Eine gründliche Nachsuche in der Höhle brachte den verwesten Leichnam eines Halblings zum Vorschein. Dieser hatte nicht nur einen Geschicklichkeitsgürtel bei sich, der an Macar ging, sondern auch eine Anzahl Goldmünzen und einen Magierüstungs-Zauberstab. Die Helden teilten das Gold und Anvarion nahm den Stab. Der halbling wurde beerdigt.
Die beiden „Höhlenfischer“ wurden bei einem gemeinsamen Festmahl serviert. Das half, die bestehenden Spannungen abzubauen. Die sehr salzige Kochweise der Troglodyten war allerdings gewöhnungsbedürftig.
In den nächsten Tagen richteten sich die Flüchtlinge in den Höhlen und in ein paar davor errichteten Hütten ein. Das Verhältnis mit den Troglodyten blieb vorerst friedlich. Diese waren sehr an den Fähigkeiten der Menschen interessiert, Holz und Stoffe zu bearbeiten. Macar versuchte mit Yulags Unterstützung die kampffähigen Flüchtlinge zu trainieren. Allerdings war der Halbork kein geduldiger Ausbilder. Macar unterstützte außerdem Aubrin und Rhyna dabei, durch regelmäßige Andachten die Moral der Flüchtlinge intakt zu halten.
 
Viel Zeit blieb den Helden nicht, um Routine zu verfallen. Sie wollten die Umgebung des neuen Lagers erkunden und sichern. Zuerst statteten sie der angeblichen Nekromantin einen Besuch ab. Vielleicht konnte sie ja den Flüchtlingen helfen, hatte die Möglichkeit, andere Siedlungen zu kontaktieren oder konnte magisch die Hobgoblins auskundschaften.
Die Magierin Veld erwies sich als kurz angebundene, ältere Frau, die sich wenig für andere Leute interessierte. Sie konnte oder wollte Helden nicht helfen und hatte keine Lust, sich den Flüchtlingen anzuschließen. Aber sie war bereit, gegen einen guten Preis Anvarion Zugang zu einigen Zaubersprüchen zu gewähren. Zudem wusste sie einiges über den Wald, seine Bewohner und Gefahren. Sie berichtete unter anderem von einem verfluchten Bauernhof in der Nähe, in dem Untote umgehen sollten, von einem gefährlichen Wildschwein, welches schon mehrere Jäger getötet hatte, und von den Mites: bösartigen Feenwesen, die allerdings eher ein Ärgernis als eine Gefahr waren. Die Helden schieden in Einvernehmen von Veld, auch wenn sie auf weitere Besuche nicht allzu erpicht schien.

Die Informationen, die die Helden von den Dorfbewohnern, dem Ältestenrat, den Troglodyten und Veld erhalten hatten, ermöglichten ihnen, ihr weiteres Vorgehen zu überdenken. Auch wenn die genaue Position der im Fangwood liegenden Waldläuferfestungen und Stützpunkte ungewiss blieb, schien doch der nächste größere Stützpunkt nahe genug, um in ein paar Tagen erreicht werden zu können. Diese Festung zu finden und sich an die Waldläufer zu wenden, mochte aussichtsreicher sein, als ein Marsch zu der weiter entfernten Minenstadt Longshadow. Im Wald mussten sich die Helden keine Sorgen über die Patrouillen der Hobgoblins machen. Die Waldläufer – eine der wenigen überregional agierenden Gruppen Nirmathas – hatten zudem eher die Möglichkeit, etwas gegen die Invasoren zu unternehmen. Jede Verstärkung und jeder Hilfskonvoi aus Longshadow riskierte hingegen, von den Patrouillen der Hobgoblins entdeckt zu werden. Vielleicht konnten die Flüchtlinge sogar in die Festung umziehen? Dort wären sie sicherer und besser untergebracht, als in den Höhlen bei ihren fragwürdigen „Gastgebern“. Bevor die Helden aufbrachen, wollten sie aber erst einmal mit der Erkundung des Umlandes fortfahren.

Das von Veld erwähnte mörderische Wildschwein erschien als ein relativ einfaches Ziel. Es zu töten, würde die Vorräte auffrischen und die Umgebung für die Jagd- und Sammlertrupps sicherer machen. Tatsächlich konnte Macar das Tier aufspüren, das sich allerdings als sehr wehrhaft erwies. Das Schwein verwundete Macar schwer und konnte nur mit vereinten Kräften bezwungen werden. Überraschend war, dass mehrere Ringe das riesige Tier schmückten. Vielleicht handelte es sich um einen verwilderten Tiergefährten oder ein entlaufenes Kriegs- oder Reittier einer orkischen Streifschar? Einer der Ringe erwies sich als magischer Schutzring, den Yulag nahm. Er, der verwundete Macar und die Tigerin Verya teilten sich das rohe Herz und die Leber des Tieres. Die anderen Helden wollten lieber warten, bis das Fleisch gebraten werden konnte. Das mehrere hundert Pfund schwere Untier wurde zerlegt, zu den Höhlen geschleppt und restlos verwertet. Auf Macars Bitte begannen die Handwerker, aus der Haut des Tieres einen Lederpanzer für Verya zu fertigen.
Die nächsten paar Tage verliefen ereignislos und Macar konnte seine Wunden kurieren. Auch die immer noch an ihrer schweren Verletzung leidende Aubrin erholte sich langsam.

Es war Marcar, der auf einem Jagdausflug noch eine ungewöhnliche Begegnung hatte: er stieß auf ein halbes Dutzend der knapp gnomengroßen Mites oder Mitflits. Die bösartigen Feenwesen waren in den Bau einer Wölfin eingedrungen und quälten sie und ihre Jungen. Das wollte der Jäger nicht zulassen. Die ihn begleitenden Flüchtlinge waren keine große Hilfe, aber der Jäger und seine Tiergefährtin töteten oder verwundeten mehrere der Feenwesen. Der Rest gab auf und bot sogar einige „Schätze“ für ihre Freiheit an: Ein langes Seil aus Spinnenseide, einen Beutel Fußangeln, ein Heilbesteck, zwei Tränke des spurlosen Schritts, Stofffarben, Baumwolltuch, Nähzubehör, einen magischen Dolch und einen einzelnen magischen Schuh.
Macar ließ die Feenwesen ziehen. Er warnte sie, ihn und die Wölfin künftig in Ruhe zu lassen. Mit seiner Magie heilte Macar das verwundete Tier. Dank seiner magischen Fähigkeiten konnte er der Wölfin zudem begreiflich machen, dass sie sich bei ihren Jagdzügen von den Flüchtlingen fernhalten sollte. Das erhaltene Sammelsurium ließ die Helden rätseln, ob die Mites einen diebischen Schneider ausgeraubt hätten.
« Letzte Änderung: 8.03.2024 | 12:15 von Takur »

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« Antwort #6 am: 21.03.2024 | 14:02 »
4. Episode

Während die anderen Helden über ihre nächsten Schritte nachdachten, gingen Macars Überlegungen bereits weiter. Eingedenk der Verabredung, die die Flüchtlinge mit den Echsenmenschen getroffen hatten, versuchte er zu kalkulieren, wie man die von den Troglodyten für die Unterkunft und Unterstützung geforderten Metallrüstungen beschaffen könne. Falls man keinen Schmied fand, der in den Fangwood ziehen wollte – vielleicht konnte man die Rüstungen ja andernorts beschaffen? Allerdings würden die Rüstungen an den Körperbau der Echsenmenschen angepasst werden müssen, was wiederum einen Schmied verlangte – oder die Maße der Echsen, um die Panzer beim Einkauf passend herzurichten. Zum Glück gab es unter den Flüchtlingen einen Schneider, sodass die Körpermaße der Echsen erfasst werden konnten.
Macar regte zudem an, Pläne für eine Belagerung der Höhlen zu entwerfen. Vielleicht ließ sich ein Notausgang aus dem Höhlensystem anlegen oder die unterirdischen Unterkünfte erweitern? Allerdings verstanden weder die Echsenwesen noch die Flüchtlinge viel vom Bergbau. Die Troglodyten wollten nicht durch unbesonnenes Graben ihre Wasserzufuhr oder einen Einsturz der Höhlen riskieren. Deshalb waren vorerst nur moderate Erweiterungen der unterirdischen Quartiere möglich. Gris‘ Familiar wurde ausgeschickt, um den unterirdischen Wasserlauf zu erkunden, in dem die „Höhlenfischer“ gelebt hatten. Der Wasserlauf führte nach einer kurzen Strecke an die Oberfläche, war aber zu eng, um als Notausgang zu dienen.

Als nächstes wollten die Helden den verfluchten Waldbauernhof erkunden, in dem angeblich Untote umgingen. Sie planten ihren Anmarsch so, dass sie ihr Ziel bei Tageslicht erreichten. Tatsächlich erwiesen sich die Gerüchte als wahr. Die Untoten boten einen widerlichen Anblick: die Knochen der beiden Skelette waren rot, als ob sie von Blut und Fleischresten bedeckt wären. Über den Knochen des einen dehnte sich zudem lose eine blutige Haut, als hätte jemand diese über die Knochen gezogen. Die Untoten wurden auf die Helden aufmerksam, da Anvarion beim Anschleichen patzte und es entspann sich ein hitziger Kampf. Anvarion beschwor einen Erdelementar, der eines der Skelette niederschlug. Doch es kam fast sofort wieder auf die Beine. Offenbar waren diese Untoten nicht so leicht endgültig zu töten. Die lose Haut, die den Untoten zu bedecken schien, löste sich gleichzeitig von den Knochen und peitschte nach dem Erdelementar. Yulag konzentrierte seinen Angriff auf die Haut und zerteilte diese mit einem wuchtigen Hieb. Auch die Skelette wurden mit einiger Mühe niedergekämpft. Beide mussten zweimal „getötet“ werden, bevor sie sich nicht mehr regten. Inzwischen mischte sich ein weiterer Untoter in den Kampf ein: einer frischen Leiche ähnelnd und schneller und geschickter als die Skelette, war dieser mit einem Bogen, Flammenpfeilen und einer Axt bewaffnet. Er erwies sich als schwieriger Gegner. Als seine klauenartige Hand Yulag erwischte, schwächte sie den Halbork gefährlich, bevor auch dieser Untote unter einem Hagel von Schlägen zu Boden ging.
Der Kampf war härter gewesen als erwartet, aber die Beute lohnte sich: Der verbesserte Langbogen und die Feuerpfeile des bewaffneten Untoten gingen an Macar. Zudem trug der Untote einen magischen Stiefel – das Gegenstück zu dem Exemplar, welches Macar bei den Mites erbeutet hatte. Das nun komplette Stiefelpaar des Laufens und Springens ging an Yulag. In den verfallenen Gebäuden des Bauernhofes fand Anvarion ein kleines Schatzversteck mit Goldmünzen und zwei leichten Heiltränken. Die Helden teilten das Gold, die Heiltränke gingen an Yulag. Dann schleppten die Helden die Reste der Untoten in eines der Gebäude und zündeten es an.

Dass dies möglicherweise unklug gewesen war, zeigte sich am selben Abend, als ein Jagdtrupp meldete, man habe einige Hobgoblins im Wald gesichtet. Das war beunruhigend, zumal das brennende Gebäude des verfluchten Bauernhofes möglicherweise die Feinde alarmieren würde. Die Helden beschlossen, am nächsten Morgen der Sache auf den Grund zu gehen. Dank seiner robusten Konstitution überwand Yulag im Laufe der Nacht die Nachwirkungen der von dem Untoten zugefügten Wunde.

Am nächsten Tag brachen die Helden mit leichtem Gepäck auf. Macar fand die Spuren von mehreren Humanoiden und einem Vierbeiner. Das sah in der Tat nach einem Spähtrupp der Hobgoblins aus. Die Helden folgten den Spuren und schickten Gris‘ Familiar voraus. Tatsächlich konnten sie den Trupp aufspüren, der aus drei Hobgoblins und einem Hund bestand. Vorerst hielten die Helden Abstand. Sie wollten feststellen, ob es sich um einen einzelnen Spähtrupp oder den Teil einer größeren Einheit handelte. Leider erwies sich diese Befürchtung als korrekt: Die Späher gehörten zu einer Einheit von mehr als einem Dutzend Hobgoblins, die einen reichlichen Tagesmarsch von den Höhlen entfernt ein Lager aufgeschlagen hatten. Angesichts der zahlenmäßigen Überlegenheit des Gegners zogen sich die Helden erst einmal zurück.

Im Flüchtlingslager herrschte keine Einigkeit über das weitere Vorgehen. Einige wollten in den Höhlen abwarten, bis die Hobgoblins (hoffentlich) weiterzogen. Allerdings war das Flüchtlingslager mit etwa einem halben Hundert Mitgliedern und zahlreichen Tieren nicht gerade unauffällig, selbst WENN man alle in den Höhlen unterbrachte. Zudem mussten die Tiere versorgt und Nahrung gejagt und gesammelt werden. Falls die Hobgoblins das Flüchtlingslager fanden, würden sie die Initiative haben. Eventuell würden sie dann Verstärkung holen oder die Flüchtlinge und die Helden in dem Höhlensystem blockieren.
Andere, darunter auch Gris, plädierten für ein schnelles Zuschlagen. Das erschien allerdings ebenfalls riskant, angesichts der fragwürdigen Kampfkraft der meisten Flüchtlinge. Yulag meinte, dass man für diesen Plan Wölfe bräuchte – man habe aber nur Schafe und Ziegen. Und die kampfkräftigeren Troglodyten wollten sich nicht in den Kampf hineinziehen lassen, solange dieser nicht direkt ihre Höhlen betraf. Anvarion schlug daraufhin vor, die Hobgoblins in die Höhlen zu locken, um so die Troglodyten mit hineinzuziehen. Das fand jedoch keine allgemeine Zustimmung.
Als dritte Option wurde die Möglichkeit erwogen, einzelne feindliche Spähtrupps und Kundschafter abzufangen, und dann das geschwächte Hobgoblin-Camp anzugreifen. Natürlich wäre auch dieses Unterfangen riskant: Es würde nicht einfach werden, feindliche Streifscharen in einen Hinterhalt zu locken. Das „Verschwinden“ ihrer Patrouillen würde den Rest der Hobgoblins alarmieren, die dann nicht nur auf der Hut sein, sondern möglicherweise auch Verstärkung heranholen würden.
Nach einigem hin und her entschloss man sich, erst einmal abzuwarten. Die Flüchtlinge würden ihre überirdischen Aktivitäten einschränken und die Jagd- und Sammeltrupps in eine andere Richtung schicken, möglichst weit weg von dem feindlichen Lager. Die Helden würden die Aktivitäten der Hobgoblins beobachten. Falls diese in der Nähe bleiben oder Spähtrupps sich dem Flüchtlingslager näherten, würde man zuschlagen.

Die nächsten zwei Tage geschah nichts. Da die Helden wenig zu tun hatten, nutzte Yulag die Zeit, um seine Kameraden auszufragen, warum sie eigentlich bei der ganzen Sache mitmachten. Er selber verband wenig mit der Stadt Phaendar, ihren Einwohnern oder der Nation Nirmathas. Der Halbork blieb vor allem wegen der Herausforderung dabei. Er erhoffte sich Ruhm und Beute und wollte sich gleichzeitig bei der Ironfang Legion revanchieren, die Yulag schon zweimal zur Flucht gezwungen hatte. Zudem wollte er seinen Halbbruder Macar nicht im Stich lassen, den das Schicksal der Flüchtlinge tatsächlich kümmerte.
Gris und Anvarion bekräftigten, ihr Hauptziel sei die Vertreibung der Hobgoblins, die ihr Heimatland bedrohten. Bei Anvarion mochte auch der tödliche Hass der Hobgoblins auf alle Elfen eine Rolle spielen.

Es waren dann allerdings keine Hobgoblins, die der als Späher eingesetzte Familiar von Gris meldete: vielmehr berichtete er, im Wald einen Zentauren gesichtet zu haben. Die Helden entschlossen sich, den Fremden zu kontaktieren. Vielleicht konnte er Informationen liefern oder war ein potentieller Verbündeter? Gris fragte skeptisch, ob „das“ überhaupt sprechen könne. Yulag konterte sarkastisch (und nicht wahrheitsgemäß), dasselbe habe er sich gefragt, als er zum ersten Mal einem Menschen begegnet sei.
Tatsächlich erwies sich der der Zentaur Jorg als sehr eloquent, aber auch sehr neugierig. Er lud die Helden ein, mit ihm zu rasten und teilte bereitwillig Wein und Lebensmittel. Auch wenn er freundlich schien, wirkte Macar auf den versteckten Hinweis Anvarions hin über den Gaben einen Zauber, der eventuelle Gifte beseitigen sollte. Das Gespräch verlief lebhaft. Jorg berichtete über seine Reisen und Abenteuer. Neuigkeiten über die Hobgoblins hatte er nur wenige, da Jorg ihnen aus dem Weg gegangen war. Ihm zufolge war die Ebene um Phaendar inzwischen voll von Hobgoblins. Offenbar hatten sie begonnen, die Kontrolle über das Umland von Phaendar auszudehnen und kontrollierten die Straßen. Das waren keine guten Nachrichten.
Die Meinung der Helden von dem Zentaur sackte in den Keller, als sie bei ihrer Rückkehr zu den Höhlen erfuhren, dass Jorg auch dort aufgetaucht und nach einigen Fragen eilig wieder aufgebrochen war. Das war verdächtig – umso mehr, als die Helden seinen Spuren folgten. Zwar war Jorg wie behauptet gen Osten aufgebrochen. Allerdings hatte er dann einen Bogen geschlagen und eine Richtung gewählt, die zu dem Hobgoblin-Vorposten wies. Wahrscheinlich war er ein Spion.
Die Helden machten sich an die Verfolgung, doch nur der ein beschworenes Pferd reitende Anvarion und Yulag (dank der kürzlich erbeuteten magischen Stiefel) waren schnell genug, um Jorg einzuholen. Die beiden stellten den Zentauren, der sich mit seinen Hufen und einem Langschwert geschickt verteidigte. Doch war er letztlich Yulags Waffen und Anvarions Magie nicht gewachsen und ging tödlich verletzt zu Boden.
Die beiden Helden versäumten es, ihn zu stabilisieren – möglicherweise ein Fehler, hätte Jorg doch Informationen über seine Auftraggeber liefern können. Beim Durchsuchen des Zentauren fanden die beiden nicht nur ein magisches Rüstschutz-Amulett, das Yulag an sich nahm, sondern auch eine Karte, auf der die Höhle eingezeichnet war, in der die Flüchtlinge Schutz gefunden hatten. Ein beiliegendes Schreiben in Drakonisch bot den „Kindern des Steins“ – vermutlich den Troglodyten – eine Allianz gegen die Menschen an. Unterzeichnet war das Schreiben von einer Generalin Azaersi, offenbar die Anführerin der Hobgoblins. Anscheinend hatte diese ihren Angriff sorgfältig vorbereitet, wenn sie von der Präsenz der Troglodyten und ihren früheren Konflikten mit den Menschen wusste. Die meisten Phaendarer hatten davon keine Ahnung gehabt.
Als die anderen Helden ihre Kameraden einholten, heilte Macar Yulags Wunden. Er und Gris waren allerdings schockiert, dass Yulag – auf Anvarions Vorschlag – von Jorgs Pferdeleib Fleisch herausgeschnitten hatte, dass er später bei den Troglodyten gegen andere Lebensmittel eintauschte. Der im orkischen Belkzen großgewordene Yulag sah an seinem Tun wenig Verwerfliches. Dass ausgerechnet Anvarion diese „Resteverwertung“ initiiert hatte, überraschte Gris und Macar aber doch etwas. Sie hatten deutlich mehr Hemmungen, das Fleisch von jemandem zu verwerten, mit dem sie zuvor gesprochen hatten.
Auf jeden Fall waren die Helden nur knapp einer Katastrophe entgangen. Falls der Zentaur den Aufenthaltsort der Flüchtlinge enthüllt hätte, hätte dies leicht deren Ende bedeuten können. Angesichts der jüngsten Entwicklungen tendierten die Helden nun zu der Ansicht, etwas gegen den Hobgoblin-Vorposten unternehmen zu müssen. Zumindest Jorg war das Höhlensystem bekannt gewesen. Eine Entdeckung erschien nur eine Frage der Zeit.

Bevor die Helden dieses Unternehmen in Angriff nahmen, wollten sie aber noch die unterirdischen Ruinen erkunden, von denen die Troglodyten berichtet hatten. Falls dort Gefahren lauerten, wollten sie diese beseitigen, bevor sie zu einem Problem wurden. Und falls man dort Waffen oder Schätze fand, könnten diese bei dem Kampf gegen die Hobgoblins helfen, oder die Troglodyten überzeugen, die Helden bei dem Angriff auf das Hobgoblin-Lager zu unterstützen.
Laut den Troglodyten waren die unterirdischen Ruinen ALT, nicht sehr ausgedehnt – und wurden von mindestens einem Monster bewacht. Dieses war allerdings angeblich einfach abzulenken. Wichtiger war den Troglodyten, dass Teile der Ruinen heilig seien. Angeblich gäbe es dort auch ein freundlich gesinntes Wesen, welches aus Kristallen bestand und von den Troglodyten wertgeschätzt wurde. Die Helden versicherten achtsam zu sein, versorgten sich mit Proviant, Wasser und Leuchtmitteln und brachen auf.

Die Ruinen waren nur wenige Stunden entfernt, an der Grenze zu den sagenhaften Darklands. Sie schienen nur eine Handvoll Räume zu umfassen. Das Monster, vor dem die Troglodyten gewarnt hatten, erwies sich als ein großer Gallertwürfel. Mithilfe von Gris‘ Familiar konnten die Helden die rein instinktgeleitete Kreatur ablenken und schlichen sich in den zugänglichen Teil der Ruinen. Dank Anvarions Arkanisten-Magie konnten die Helden die Inschriften lesen, die die Gänge zierten. Offenbar hatten einst Derro die Ruinen bewohnt – blauhäutige, gnomenartige Wesen, die als ebenso bösartig wie wahnsinnig galten. Die Anlage musste schon seit Jahrhunderten verlassen sein.
Ein Gang führte von den Ruinen nach unten in die Darklands, aber die meisten Helden wollten keine Zeit mit einer Erkundung vergeuden. Nur Yulag, der sich dank seiner Dunkelsicht und seines halborkischen Blutes in der Finsternis weniger unwohl fühlte, folgte dem Gang ein Stück. Er hoffte, einen Blick in die legendären Darklands zu werfen, von denen er manche Legenden gehört hatte und die die ursprüngliche Heimat der Orks waren.
Allerdings erkannte er bald, dass er die Entfernungen unterschätzt hatte und drehte um – nicht, ohne vorher auf ein seltsames Wesen zu stoßen, welches wie ein aus Kristallen bestehender Skorpion aussah und sich ihm vorsichtig näherte. Yulag erinnerte sich an die Warnungen der Troglodyten und warf dem Wesen einige kleine Bergkristalle zu, die er in den Ruinen gefunden hatte. Das Tier verzehrte die Steine gierig. Es schien mit dem Halbork kommunizieren zu wollen. Als Yulag den anderen von seiner Begegnung berichtete, konnte Anvarion dank seiner Magie die „Worte“ des Wesen entziffern, das sich für die Kristalle bedankte und den Helden ein Schildamulett überließ, das es gefunden hatte. Anvarion nahm das Amulett an sich und die Helden setzten ihre Durchsuchung der Ruinen fort.
Schließlich stießen die Helden auf einen Raum, der nahelegte, dass nicht die Derro die Ruinen gebaut hatten: in der Raummitte erhob sich die uralte Statue eines insektoiden, vierarmigen Wesen, das einen leuchtenden Stein in der Hand hielt.  Die Spuren in dem Raum zeigten, dass die Troglodyten die Statue anbeteten – deshalb warnte Macar, sich vorsichtig zu bewegen. Er wollte auf keinen Fall riskieren, die neuen „Freunde“ der Helden zu verärgern. Aus diesem Grund war er auch skeptisch, als die anderen Helden versuchten, die versiegelte Metalltür zu öffnen, die sich an einer Wandseite des Raums befand. Allerdings war die Neugier (und Gier?) der anderen größer. Dank der Inschriften, die Anvarion mithilfe seiner Magie entziffert hatte, enträtselten die Helden, wie sich die Metalltür öffnen ließ. Sie erblickten eine kleine Grabkammer. Das Relief auf dem Sarkophag zeigte einmal mehr den vierarmigen Insektoiden. Auch hier stießen Macars Warnungen, die Grabbeigaben nicht zu plündern und den Sarkophag nicht zu öffnen, auf taube Ohren.
Die Helden fanden eine größere Menge Münzen und Edelsteine, einen magischen Buckler und einen Konstitutionsgürtel, die Gris sich sicherte. Die Kostbarkeiten wurden verteilt. In dem Sarkophag lag der mumifizierte Leichnam eines vierarmigen Insektenwesen – vermutlich die als Statue und Relief abgebildete Kreatur. Unerwartet war allerdings, dass der Körper vollständig von Kristall eingehüllt war. Diesmal setzte sich Macar durch, der dagegen war, den Körper des den Troglodyten anscheinend heiligen Wesens anzutasten. Die Helden verschlossen den Sarkophag und die Grabkammer wieder und beseitigten sorgfältig die Spuren ihrer Anwesenheit.
Auf dem Rückweg lenkte Gris‘ Familiar wieder den Gallertwürfel ab, und die Helden kamen an ihm vorbei zu einem noch nicht durchsuchten Raum der Ruinen. Zwar konnte Gris das Türschloss knacken, doch erblickte er dahinter drei belebte Skelette, die gegen ihn vorrückten. Die Helden wichen eilig zurück und lockten die Untoten in den Raum mit dem Gallertwürfel. Dieser machte kurzen Prozess mit den Skeletten.
Mithilfe von Gris‘ Familiar lenkten die Helden den Gallertwürfel erneut ab und drangen in den nun unbewachten Seitenraum vor. Allerdings war die Luft sehr schlecht. Die Durchsuchung gestaltete sich als schwierig und Gris verlor sogar das Bewusstsein. Letzten Endes konnten die Helden aber noch einen leichten magischen Stahlschild bergen, den Macar an sich nahm. Mit dem Ergebnis ihrer Expedition zufrieden, kehrten die Helden zu dem Flüchtlingslager zurück.
« Letzte Änderung: 29.03.2024 | 11:47 von Takur »

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Re: [Pathfinder] Ironfang Invasion (Spoiler!)
« Antwort #7 am: 29.03.2024 | 11:47 »
Episode 5

Unter den Helden herrschte eine gewisse Uneinigkeit über das weitere Vorgehen. Macar und Yulag hätten am liebsten noch die Troglodyten für den Angriff auf das Hobgoblincamp mobilisiert. Allerdings zeigten die weiterhin wenig Lust, sich in den Krieg hineinziehen zu lassen. Die bisher erbeuteten Waffen und Artefakte waren entweder für die Echsenwesen von zu geringem Nutzen oder für die Helden selber zu wertvoll, um sie als Bestechung einzusetzen. Fürs erste waren die Helden und die Phaendarer wohl auf sich alleine gestellt.
Gris meinte, man bräuchte die „Stinker“ ohnehin nicht. Das führte zu einem kurzen Streit, weil es Yulag langsam auf die Nerven ging, das Gris andauernd über Nichtmenschen herzog. Er selber bezeichnete allerdings die meist menschlichen Flüchtlinge aus Phendar ob ihrer Abhängigkeit von den Helden und ihren geringen Kampffähigkeiten gerne als „Forgoil“ („Flachsköpfe“ = Nordländer, aber auch Dummköpfe), „Tarks“ (“Menschlinge“) oder einmal auch als Schafe. Zudem hielt er Gris vor, dass nicht dieser es sein würde, der im Kampf in vorderster Linie stehen würde. Uneinig waren die Helden auch, ob sie alle kampffähigen Flüchtlinge mitnehmen, oder einige sicherheitshalber zurücklassen sollten. Gerade Macar wollte ein paar Kämpfer im Lager lassen, falls feindliche Späher in Abwesenheit der Helden das Flüchtlingscamp finden sollten. Nach einigem Hin und Her einigten sich die Helden darauf, die vier Flüchtlinge mit der meisten Kampferfahrung mitzunehmen. Gemeinsam wollten sie so viele feindliche Patrouillen und Späher wie möglich abfangen, um dann den geschwächten feindlichen Vorposten anzugreifen und zu vernichten.
Zwei etwas weniger kampferfahrene Dörfler und die aufgrund ihrer Verletzung und ihres fehlenden Beines eingeschränkte Druidin Aubryn blieben zurück. Sie würden das Flüchtlingscamp bewachen und ein Auge auf die troglodytischen Verbündeten haben, denen keiner der Helden vorbehaltslos vertraute.

Tatsächlich stießen die Helden und ihre Gefährten relativ bald auf eine feindliche Patrouille. Mit insgesamt einem halben Dutzend Hobgoblins war der Spähtrupp größer als erwartet. Der Versuch, den Gegner zu überraschen, scheiterte, da diesmal Yulag beim Anpirschen patzte. Dank eines Blendungszaubers Macars, dem von Anvarion beschworenen Erdelementar, Gris‘ Kinetik und Yulags Klinge konnten die Hobgoblins aber recht schnell niedergemacht werden. Die vier etwas weiter hinten positionierten phendarischen Kämpfer beteiligten sich nicht am Kampf. Die Beute war gut (einige sorgfältig gearbeitete Waffen und Rüstungen), aber nicht herausragend. Dennoch war dies ein guter Start.
Die Helden verbargen die Leichen. Am nächsten Tag wollten sie das feindliche Lager angreifen, dass nach den variierenden Schätzungen der Helden nur noch ein halbes bis maximal ein Dutzend Kämpfer stark sein sollte. Für die Helden und ihre vier Gefährten würde dies sicherlich kein unüberwindlicher Gegner sein, vor allem solange sie das Überraschungsmoment auf ihrer Seite hatten.

Die Zuversicht der Helden erhielt einen Dämpfer, als ihr Lager in der Nacht angegriffen wurde. Zwar waren es diesmal nur zwei Hobgoblins und ein Kampfhund. Doch diese hatten sich geschickt angeschlichen. Sie nahmen im Schutz eines Stillezaubers den wachehaltenden Yulag in die Zange und verwundeten ihn schwer. Zum Glück zahlte der Halbork mit ähnlicher Münze zurück, sodass sich die Angreifer auf ihn konzentrierten und der mit Yulag wachehaltende Phaendarer Otho konnte Gris wecken, der die anderen Helden alarmierte. Abgesehen von Otho spielten die anderen phendarischen Kämpfer auch in diesem Gefecht keine nennenswerte Rolle. Doch auch so wurde der Kampf schnell entschieden: Einer der Angreifer – eine Hobgoblinin, die äußerst geschickt mit ihrer Klinge umgehen konnte – wurde von Yulag niedergehauen. Ihr Kamerad und dessen Kampfhund ergriffen die Flucht.
Zwar nahmen Macars Tiergefährtin Verya und dann auch Yulag die Verfolgung auf, doch hatten die Hobgoblins vor ihrem Angriff offenbar Fallen gelegt, um einen möglichen Rückzug zu decken. Verya verfing sich in einer Netzfalle. Yulag befreite sie und setzte die Verfolgung etwas vorsichtiger fort, war aber dadurch nicht schnell genug, zumal es auch einem von Anvarion beschworenen Adler nicht gelang, den Flüchtling aufzuhalten. Inzwischen hatte der beim Lager zurückgebliebene Macar die niedergestreckte Hobgoblinin stabilisiert. Er hoffte, dass man die Kriegerin später würde verhören können, um mehr über die Stärke und die Pläne des Gegners zu erfahren. Allerdings musste er sich von Yulag einige Spötteleien anhören, der seinen Halbbruder ob seines „Frauengeschmacks“ aufzog.
Ansonsten gab es wenig Grund zum Lachen: Yulag war schwer angeschlagen. Ihn zu heilen, kostete Macar die meisten seiner Heilzauber. Noch sehr viel schlimmer war freilich, dass einer der Angreifer entkommen war. Er würde totsicher das feindliche Lager alarmieren. Das setzte die Helden unter Zugzwang. Sobald es etwas heller war, brachen sie auf. Yulag verteilte den Großteil seines Marschgepäcks an die Phaendarer, die ob der zusätzlichen Last wenig begeistert waren, und schulterte die bewusstlose Gefangene.
Dann näherten sich die Helden dem feindlichen Vorposten – wohlweißlich nicht in direkter Linie, sondern in einem Bogen. So hofften sie, sich unbemerkt anschleichen und gegebenenfalls aus einer überraschenden Richtung angreifen zu können.

Tatsächlich gelang die unbemerkte Annäherung. Das Bild, welches sich den Helden bot, war allerdings wenig vielversprechend: Die Hobgoblins hatten ihren Vorposten so errichtet, dass er auf drei Seiten von einer Erdspalte gesichert wurde, über die nur eine schmale improvisierte Brücke führte. Die vierte Seite war durch eine krude Palisade geschützt. Mehrere Unterstände und Zelte boten Schutz vor dem Wetter. Ein aus Ästen errichteter Zwinger barg die tierischen Gehilfen der Hobgoblins. Auf einem nahestehenden Baum war ein Hochsitz errichtet worden, auf dem zwei Späher Wache hielten. Ein Angriff würde nicht einfach werden – vor allem, weil die Hobgoblins sehr viel stärker waren, als es der Bericht von Gris‘ Familiar hatte vermuten lassen. Statt den erwarteten halben bis ganzem Dutzend zählten die Helden letztlich ein reichliches Dutzend Hobgoblins, vier Grottenschrate sowie mehrere Wölfe, Warge und – seltsamerweise – einen einzelnen Goblin, der bei den Tieren eingesperrt war. Das war deutlich zu viel, um einen direkten Angriff zu wagen. Gegen Mittag marschierte dann freilich etwa die Hälfte der Gegner ab. Vermutlich sollten sie die Helden aufspüren, die tatsächlich jedoch bereits das Lager beobachteten.
Nun galt es zu überlegen, wie man am besten vorgehen wollte. Sollten die Helden den auf sie angesetzten Jagdtrupp angreifen (was vor allem Macar favorisierte) oder die im Vorposten Zurückgebliebenen niedermachen (was Gris wollte). Yulag, der die Chancen nicht allzu positiv einschätzte, urteilte fatalistisch, dass man so oder so einen Tod würde sterben müssen. Letztendlich entschlossen sich die Helden, das Lager anzugreifen. Die Helden würden einen heraufziehenden Regen als Deckung nutzen, sich an die Wachposten heranschleichen und sie (hoffentlich) lautlos ausschalten. Dann sollte Gris mit seinen kinetischen Kräften den Unterstand zum Einsturz bringen, in dem die meisten der Gegner vor dem Regen Schutz gesucht hatten, während die übrigen Helden und ihre mit gutem Schussfeld postierten phaendarer Gefährten mit ihren Fernkampfwaffen und Magie all jene aufs Korn nehmen würden, die sich im Freien zeigten.

Der Plan scheiterte jedoch noch in der Anfangsphase an der Wachsamkeit der hobgoblinischen Wachposten, die den sich anschleichenden Gris bemerkten. Auch wenn Gris die beiden Wachen kurz hinhalten konnte, gelang es ihm und den anderen Helden nicht, beide rechtzeitig und vor allem lautlos auszuschalten. Binnen Sekunden war das feindliche Lager in Alarmbereitschaft.
In der Hoffnung, der verfahrenen Situation doch noch eine Wende zu geben, brüllte Yulag dem feindlichen Anführer eine Herausforderung entgegen. Der Grottenschrat akzeptierte die Aufforderung zum Duell und die beiden Kämpfer traten sich gegenüber.
Allerdings zeigte sich schnell, dass der halborkische Barbar seine Fähigkeiten überschätzt hatte. Er war kein ebenbürtiger Gegner für den zwei Kurzschwerter schwingenden Grottenschrat, der Yulag binnen weniger Herzschläge schwer verwundete. Der Halbork kam nur mit dem Leben davon, weil Macar nicht gewillt war, seinen Halbbruder und Freund umkommen zu lassen – Ehre hin oder her. Er blendete den feindlichen Kommandeur und mehrere seiner Gefährten mit einem Zauber und ermöglichte Yulag so die Flucht. Eilig zogen sich die Helden und ihre phaendarer Gefährten zurück. Um den Gegner nicht direkt zum Lager der Flüchtlinge zu führen, marschierten sie erst nach Norden, nutzten dann einen Bach, um ihre Spuren zu verwischen, bevor sie Kurs auf ihre Basis nahmen. Die Stimmung unter den Helden war grimmig. Sie hatten durch den Angriff auf das Lager das Überraschungselement verloren, lediglich einen weiteren Feind ausgeschaltet und mussten damit rechnen, dass der Gegner ihre Fährte aufnehmen würde.
Die Helden erreichten ihr Ziel, ohne angegriffen zu werden. Die Neuigkeiten, die sie mitbrachten, weckten allerdings wenig Freude. Besonders die Troglodyten und ihre Priester-Anführerin waren wütend. Sie fürchteten, dass die Helden durch ihre gescheiterte Aktion den Kampf doch noch zu der Heimstatt der Troglodyten bringen würden. Yulag schlug – nur halbernst – vor, sich in die Tiefen der Darklands zurückzuziehen, doch angesichts der dort lauernden Gefahren und der fragwürdigen Überlebenschancen der Flüchtlinge lehnten die anderen das ab.
Die Befürchtungen der Helden und der Troglodyten vor einem drohenden Angriffen erwiesen sich allzu schnell als berechtigt: Gris‘ als Späher zurückgelassene Familiar meldete, dass die Hobgoblins in voller Stärke in Richtung der Höhlen in Anmarsch waren. Ein Kampf war nun unvermeidlich. Yulag war – wiewohl von Macar etwas aufgeheilt – immer noch angeschlagen. Etliche seiner Gefährten hatten einen Gutteil ihrer Zaubersprüche aufgebraucht. Und ob die Troglodyten ihr Bündnisversprechen einhalten würden, erschien fraglich. Die Chancen hatten schon einmal deutlich besser gestanden für die Überlebenden aus Phaendar…

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Re: [Pathfinder] Ironfang Invasion (Spoiler!)
« Antwort #8 am: 12.04.2024 | 20:54 »
6. Episode

Bis zum Eintreffen der die Helden verfolgenden Hobgoblins bei den Höhlen blieb dann doch etwas mehr Zeit als befürchtet. So konnten die Helden Verletzungen aufheilen, ihre Zauber auffrischen und sich vorbereiten. Die Planungen liefen darauf hinaus, die Hobgoblins in die Höhle zu locken und sie dort aufzuspalten. Es gab ein wenig Streit darüber, ob die Helden ihren Stab der magischen Rüstung auch für ihre troglodytischen Verbündeten einsetzen sollten. Gris meinte, dass das für die „Stinker“, denen er nicht traute, eine Verschwendung sei. Dem hielten Macar und Yulag entgegen, dass es die Troglodyten sein würden, die zwischen den Hobgoblins und Gris Nachbarn standen. Da die Flüchtlinge bisher nicht gerade als Kämpfer geglänzt hatten, sei man auf die Echsenmenschen angewiesen. Weniger als zehn der Phaendarer waren wirklich kampffähig. Ein halbes Dutzend kampferfahrene Echsenkrieger würden eine wertvolle Verstärkung darstellen. Allerdings war die Koordinierung nicht einfach, da die Troglodyten nicht die Gemeinsprache beherrschten.
Die Zivilisten und Vorräte wurden in die hinteren Teile des Höhlensystems verlagert, um beim Kampf nicht zwischen die Fronten zu geraten. Dort wurde auch die verwundete Gefangene untergebracht. Macar schärfte den Flüchtlingen ein, die Gefangene im Auge zu behalten, damit sie nicht entkommen konnte. Yulag ergänzte diese Anweisung durch die Warnung, sich nicht an der Gefesselten zu vergreifen. Er traute es den Phaendarern zu, ihren Frust und ihre – in seinen Augen – Unfähigkeit an einer Wehrlosen auszuleben.
Macar hielt den Phaendarer Milizionären eine feurige Rede und schwor sie darauf ein, im Kampf ihr Bestes zu geben. Dann hieß es warten.

Als die Hobgoblin-Kolonne auftauchte, empfingen die Helden und die kampffähigen Flüchtlinge sie mit ein paar Pfeilsalven, die allerdings nur mäßigen Schaden anrichteten. Dann zogen sie sich scheinbar fluchtartig in die Höhlen zurück, wobei Macar Fußangeln verstreute, um die Verfolger zu verlangsamen. Kampfplatz würde die erste Höhle des unterirdischen Komplexes sein. Diese hatte nur einen Zugang ins Freie und zwei Ausgänge, die tiefer in das Höhlensystem führten. Einen davon maskierte Anvarion mit einer Illusion. Dort verbargen sich Gris und die Troglodyten, um im passenden Augenblick einzugreifen.
Zuerst stürmten Wölfe und ein verwildert wirkender Goblin in die Höhle, die offenbar die Vorhut bildeten. Aufgrund der räumlichen Enge konnten sie nicht gleichzeitig in den Nahkampf gehen, als sie auf Yulag und Macars Tiergefährtin Verya stießen, die den nicht getarnten Gang blockierten. Es entspann sich ein hitziger Kampf. Kurz darauf erhielten die Angreifer Verstärkung durch ein halbes Dutzend Hobgoblins und Grottenschrate, zu denen auch der feindliche Anführer gehörte. Damit befand sich mehr als die Hälfte der Angreifer in der Höhle. Es war Zeit, die Falle zuschnappen zu lassen.
Gris tauchte aus dem Schutz des Illusionszaubers auf. Mithilfe seiner telekinetischen Kräfte brachte er einen Holz- und Geröllhaufen zum Einsturz, den die Helden zuvor beim Höhleneingang errichtet hatten und blockierte so den Weg nach draußen. Dadurch wurden die bereits in der Höhle befindlichen Gegner zeitweilig von weiterer Verstärkung abgeschnitten. Gleichzeitig ließ Anvarion seine Illusion fallen. Sein Netzzauber und Macars Blendzauber schwächten und verlangsamten die Hobgoblins und Grottenschrate, während die Troglodyten den Wölfen in die Flanke fielen. Allerdings gelang der Plan nicht perfekt: feindliche Pfeile verwundeten Gris, Anvarion und Macar schwer. Letztere beiden wurden offenbar wegen ihrer elfischen/halbelfischen Herkunft von den Hobgoblins bevorzugt ins Visier genommen. Auch ein von Anvarion beschworener Erdelementar griff in den Kampf ein. So konnten die Wölfe rasch niedergekämpft werden, während die Hobgoblins und Grottenschrate damit beschäftigt waren, sich aus dem Netz zu befreien. Diejenigen, die sich freikämpfen konnten, sahen sich einer Übermacht gegenüber und wurden niedergemetzelt, zumal Macar nun auch noch das magische Netz mit einem Brandpfeil anzündete. Auch der feindliche Anführer fand so sein Ende. Einen Großteil der Schwertarbeit hatten die Troglodyten verrichtet. Die Phaendarer hatten – möglicherweise auch wegen der beengten Verhältnisse – mal wieder kaum in den Kampf eingegriffen. Macar veranlasste dies zu der wütenden Frage, ob sie vorhätten, ewig zu leben.

Damit hatten die Helden und ihre Verbündeten mehr als die Hälfte der Angreifer ausgeschaltet, während der Rest immer noch damit beschäftigt war, den blockierten Zugang zur Höhle freizuräumen. Anvarion sandte seinen Erdelementar durch die Wand, um die grabenden Hobgoblins zu verlangsamen, während die anderen Verteidiger ihre Wunden versahen und sich wieder kampfbereit machten. Ein feindlicher Späher, der einige Minuten später in die Höhle lugte, wurde von einem wahren Pfeilhagel empfangen. Weitere Vorstöße des Gegners durch den wieder freigeräumten Höhleneingang unterblieben. Offenbar hatten sie ihren Schneid verloren.
Nun gingen die Helden in die Offensive, was allerdings beinahe schief gegangen wäre. Zwar waren die verbliebenen Gegner in Unordnung und anscheinend uneins über ihr Vorgehen, empfingen die Verteidiger jedoch mit ein paar gezielten Granaten, die besonders die Phaendarer Milizionäre mitnahmen. Doch gegen die kombinierte Schlagkraft der Helden und ihrer Verbündeten hatten die durch ihre bisherigen Verluste und den Tod ihres Anführers demoralisierten Hobgoblins und Grottenschrate keine Chance. Sie wurden zerstreut und niedergemacht.

Die Beute bestand aus einer Reihe guter Waffen und Rüstungen, Heiltränken und sonstiger Ausrüstung, die teils unter den Helden verteilt wurde, teils an die Flüchtlinge und Troglodyten ging. Anschließend wurden die Leichen der Erschlagenen beiseitegeschafft. Die erschlagenen Wölfe wurden verwertet: Felle und Fleisch waren eine wertvolle Beute, angesichts der immer noch knappen Versorgungslage.
Dann war es Zeit für das Siegesfest. Die Helden waren sowohl bei den Flüchtlingen als auch bei den Troglodyten deutlich in der Achtung gestiegen. Gris äußerte, dass die „Stinker“ (die Troglodyten) ja ganz gut gekämpft hätten, was Macar mit einer bissigen Bemerkung bezüglich der Kampfleistung der Phaendarer konterte. Gris verteidigte seine Landsleute und meinte, dass es Zeit sei, die Waldläufer Nirmathas in den Kampf einzubringen. Tatsächlich war es ja der Plan der Helden, deren tiefer im Wald gelegene Festung so bald wie möglich aufzusuchen.

Doch bevor die Helden dies in Angriff nahmen, plünderten sie noch das verlassene feindliche Lager. Allerdings mussten sie feststellen, dass die Hobgoblins dieses durch Sprengfallen gesichert hatten, bei deren Entschärfung Gris verletzt wurde. Immerhin fanden sie einen beachtlichen Vorrat an Lebensmitteln, Waffen, Giften und Alchemika. Alles Verwertbare wurde mitgenommen und die Reste des Camps auf Macars Vorschlag hin von Gris telekinetisch verwüstet. Er hoffte, etwaig später entsandte feindliche Späher so zu verunsichern.

Während die Helden in den nächsten Tagen ihren Marsch zu der Waldläuferfestung vorbereiteten, verhörte Macar mit Yulags Unterstützung die inzwischen halbwegs genesene Gefangene. Shalra, so ihr Name, enthüllte widerwillig einige Details zu den Invasoren. Sie bestätigte die vermutete Zahl der Angreifer mit mehreren hundert. Offenbar handelten die Hobgoblins auf eigene Faust, nicht auf Befehl des mit Nirmathas verfeindeten Molthune. Und sie hatten vor zu bleiben: Ihre Anführerin plante nicht weniger, als die Schaffung eines eigenen Reiches. Nach ihren bisherigen Erfolgen würden sicherlich bald Scharen anderer Goblinoiden dazu stoßen. Ein kleiner Trost war, dass – zumindest laut der Gefangenen – die Hobgoblins vermutlich nach dem Scheitern ihres Spähtrupps keine weiteren Einheiten in den Wald schicken würden, da dieser für sie weniger wichtig war, als die Kontrolle der Ebenen, Straßen und der erzreichen Gegend um Longshadow. Phaendar würden sie aber auf jeden Fall halten und vermutlich zu einem Eckpfeiler ihrer Verteidigung ausbauen. Mehr war vorerst nicht aus Shalra herauszubekommen, zumal Macar auf „handfeste“ Verhörmethoden verzichtete.

Damit endete der erste Band der Ironfang Invasion-Kampagne
« Letzte Änderung: 19.04.2024 | 16:48 von Takur »

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Re: [Pathfinder] Ironfang Invasion (Spoiler!)
« Antwort #9 am: 19.04.2024 | 16:49 »
Fangs of War
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7. Episode

Eine Spurensuche nach eventuellen Überlebenden des Hobgoblin-Trupps enthüllte, dass zumindest einer Richtung Südosten geflohen war. Inzwischen war die Fährte allerdings kalt und eine Verfolgung wenig aussichtsreich. Es blieb zu hoffen, dass der Entkommene keine Verstärkung holte. Bevor die Helden zu ihrer Suche nach den nirmathischen Waldläufern aufbrachen, trafen sie noch einige Vorbereitungen:
Auf Macars Vorschlag verfasste der Gemeinderat von Phaendar einen offiziellen Bericht über die Ereignisse. Das würde bei den Waldläufern und anderen Autoritäten vermutlich mehr Gewicht haben, als einige Abenteurer, von denen die Hälfte keine Nirmathier waren.
Zudem regte Macar an, dass die Troglodyten ihr Wissen über die Darklands teilen sollten. Vielleicht gab es unter der Erde Nahrungsquellen, auf die man im Winter zurückgreifen könnte, falls die Flüchtlinge in dem Höhlensystem überwintern mussten. Yulag war angesichts der Gefahren der Darklands skeptisch, ob die Phaendarer dafür geeignet waren. Macar meinte, dass in dem Fall eben wieder die Helden würden einspringen müssen.
Die verbliebenen Tage nutzte Macar, um ein paarmal die Wölfin zu besuchen, die er mit vor den bösartigen Mites-Feen gerettet hatte. Er wollte sicherstellen, dass sie sich nicht an dem Vieh der Flüchtlinge vergriff. Zudem könnten sie und ihre heranwachsenden Jungen wertvolle Verbündete sein, falls die Hobgoblins noch einmal angreifen sollten. Yulag und die Druidin Aubrin begleiteten ihn gelegentlich.
Außerdem musste entschieden werden, was mit der gefangenen Hobgoblinin geschehen sollte. Macar schlug vor, sie mitzunehmen und den Waldläufern zu übergeben. So hätten die Helden Zeit, sie noch einmal zu befragen, ja vielleicht sogar „umzudrehen“. Anvarion und Yulag hatten dazu keine Meinung, Gris war dagegen. Letztlich ließ Macar die Idee fallen. Er sprach allerdings mit den Ältesten der Flüchtlinge, damit Shalra gut behandelt, aber auch sorgfältig bewacht werden würde.
Ein Disput entspann sich, als Gris Verlobte Stina mitkommen wollte. Gris unterstützte sie, auch weil sie bei den „Stinkern“ (den Troglodyten) nicht sicher sei. Dass Stinas Vater den Wunsch seiner Tochter unter dem Vorwand ablehnte, dass sie und Gris noch nicht verheiratet seien, amüsierte Yulag sehr. Er und Macar waren aus einem anderen Grund skeptisch: die Reise würde gefährlich werden und Stina hatte keine echte Kampf- oder Wildniserfahrung. Gris warf dem Halbork vor, auf Menschen herabzusehen. Yulag räumte spöttisch ein, sich gegenüber den Phaendarern unfair verhalten zu haben – immerhin hätten die nie etwas getan. Gris konterte, dass er nicht sehen würde, was die Flüchtlinge alles leisteten.
Er reagierte auch verärgert, als Macar anbot, Stina auf den Marsch vorzubereiten. Yulags höhnische Warnung an die übrigen Helden, dass das Mädchen offenbar Gris‘ Eigentum sei, veranlasste Gris zu der wütenden Replik, dass er nicht wisse, was bei den Orks üblich sei. Stina könne ihre eigenen Entscheidungen fällen. Yulag konterte lakonisch, das könne man dann ja auf ihren Grabstein schreiben.
Vor dem Abmarsch hielten sowohl die phaendarische Laienpriesterin Rhyna als auch die Troglodyten eine Andacht, in der sie die Helden ihren jeweiligen Göttern anbefahlen.

Macar übernahm die Führung des Trupps und erwies sich als fähiger Wildniskundiger. So gelang es ihm, die Helden um ein Paar Eulenbären herumzuführen, deren Revier die Helden kreuzten. Die Helden folgten einem kleinen Waldfluss, der sie in die Nähe einer der Waldläuferfestungen bringen sollte. So hatten sie immer genug Wasser und konnten die knappen Vorräte mit Fischen aufstocken. Anvarion erzählte seinen Kameraden, was er als ehemaliger Bewohner Fangwoods von dessen Gefahren wusste. Neben verderbten Feen mussten sie mit Trollen, Riesen und sogar Drachen rechnen. Stina hielt während des Marsches gut mit.

Als sich die Helden nach ihren Berechnungen der nächstgelegenen Waldäuferfestung näherten, hatten sie eine unerwartete Begegnung: in einem Baum schien sich ein Reisender in einer Astgabel verfangen zu haben und rief um Hilfe. Bei Yulags Versuch, den Fremden zu befreien, brachen die morschen Äste und beide stürzten ab. Es war Anvarions und Gris Zaubern zu verdanken, dass größere Blessuren ausblieben.
Nachdem der hungrige und halbverdurstete Fremde sich gestärkt hatte, stellte er sich als der elfische Holzfäller und Ex-Seemann Vordalel Prennder vor. Er hatte zu einer Expedition gehört, die im Fangwood nach Edelhölzern suchte. Die Gruppe war von Hobgoblins überfallen worden. Vordalel war entkommen und verunglückt, als er auf einem Baum sein Nachtlager aufgeschlagen hatte. Vielleicht hätte er nicht so hoch klettern sollen…

Dass die Hobgoblins auch in dieser Gegend operierten, verhieß nichts Gutes für die Suche der Helden. Zwar erfuhren sie durch Vordalel endlich den genauen Standort der Waldläuferfestung. Die Helden fragten sich allerdings, was sie dort finden würden. Ihre Sorgen wuchsen, als sie auf die Leichen von einigen Waldläufern stießen, die man gut sichtbar wie als eine Warnung platziert hatte.
Die Helden rückten vorsichtig in Richtung der Waldläuferfeste vor, wobei sie Gris‘ Familiar vorausschickten. Als dieser plötzlich ausfiel, verdoppelten die Helden ihre Vorsicht. Doch weder Macar noch Gris, die vorauspirschten, konnten eine Bedrohung entdecken.
Deshalb wurden die Helden überrascht, als vier Hobgoblins aus dem Hinterhalt angriffen. Um ein Haar hätten sie Anvarion getötet, der schwer verletzt in Deckung ging. Es entspann sich ein wütender Kampf, bei dem sich bald das Blatt wendete. Während nur Yulag noch eine leichte Wunde kassierte, wurden die Hobgoblins einer nach dem anderen durch Magie und Waffen ausgeschaltet. Stina kämpfte in vorderster Linie, während Vordalel sich etwas zurückhielt.
Nach dem Sieg kassierte Stina von Macar und Yulag ob ihres mutigen Einsatzes viel Lob. Den Vorschlag des Halborks, sich das Gesicht mit dem Blut der erschlagenen Gegner zu zeichnen, lehnte sie allerdings dankend ab. Gris war von Stinas Einsatz wenig begeistert: er meinte, sie solle kein solches Risiko eingehen, sondern sich lieber hinten halten. Anvarion gab ihr seine Armbrust, während er einen der erbeuteten Langbögen ergriff. Macar als erfahrener Fernkämpfer versprach Stina, ihr beim Training mit der Schusswaffe zu helfen.

Am nächsten Morgen näherten sich die Helden der Waldläuferfeste. Da der als Späher vorausgeschickte Familar Gris‘ keine eindeutigen Information brachte, pirschte sich Gris an. Die Feste erwies sich als eine steinerne Bastion mit mehreren Türmen. Allerdings waren ein Turm und die Mauer teilweise eingestürzt und das Tor von Pflanzen überwuchert. Als Gris sich diesen näherte, war er auf einmal von einer Pollenwolke umgeben, die ihm kurzzeitig die Sinne raubte. Gefährlich geschwächt entkam er. Trotz dieses Angriffs setzte er seine Erkundung fort. Er entdeckte, dass die Mauerbresche von zwei seltsamen, halbnackten und langbärtigen Feenwesen bewacht wurde. Der noch einmal über die Mauer entsandte Familiar vermeldete mindestens ein Dutzend weitere Feenwesen im Hof der Festung – und mehrere tote Hobgoblins.
Angesichts dieser Überzahl und in der Hoffnung, dass der Feind ihres Feindes ein Freund sei, versuchten es die Helden mit einer offenen Annäherung. Doch die Feenwesen waren an Verhandlungen oder einem Bündnis nicht interessiert. Immerhin erfuhren die Helden, was geschehen war: Offenbar hatten die Hobgoblins die Waldläufer ausgeschaltet und die Festung besetzt. Allerdings hatten sie nur eine schwache Garnison hinterlassen und die Feenwesen hatten die Gelegenheit genutzt, die Festung zu erobern. Jetzt feierten sie ihren Sieg mit dem erbeuteten Alkohol. Da die Helden nichts anbieten konnten, was die Feen interessiert hätte, sie keinen unnötigen Kampf wollten und ihnen eine von Feen besetzte Festung lieber war, als eine von Hobgoblins kontrollierte, zogen sie sich zurück.
Die Tatsache, dass die Hobgoblins offenbar bestens über die Lage (und Stärke?) der Waldläuferfestung Bescheid gewusst hatten, war beunruhigend. Selbst viele Einheimische hatten bestenfalls eine vage Ahnung vom Standort der Bastion gehabt. Erneut zeigte sich, dass die Hobgoblins ihren Angriff gut vorbereitet hatten. Wohl oder übel beschlossen die Helden, ihr Glück bei einer der anderen im Wald befindlichen Festen der Waldläufer zu versuchen. Hoffentlich war diese nicht auch gefallen...
Bevor die Helden sich aufmachten, nutzte Gris die Nacht für eine Erkundung der Festung. Dank eines Unsichtbarkeitszaubers von Anvarion konnte er einen Teil der Anlage ungesehen erkunden, zumal die betrunkenen Feenwesen recht unaufmerksam waren. Sein Bericht bestärkte die Helden, keinen Ärger mit den Feenwesen suchen zu wollen. Offenbar wurden die Reihen der Feen durch magische Konstrukte aus der Haut toter Menschen, Hobgoblins und Tiere verstärkt. Gris konnte noch einige Tränke und hochwertige Gegenstände stehlen, bevor er sich über die Außenmauer absetzte.

Am nächsten Tag setzten die Helden ihren Marsch fort. Den Fluss, den sie dabei überqueren mussten, überwanden sie dank Anvarions Magie problemlos.
Einige Tage später wurde der inzwischen vertraute Marschalltag unterbrochen, als die Helden auf ein abgebranntes Waldstück und zwei verkohlte Leichen stießen. Hatte hier ein Drache gewütet? Beinahe währen die Helden mit einem Waldriesen aneinandergeraten, der sie der Brandstiftung verdächtigte, aber zum Glück konnte die Konfrontation friedlich beigelegt werden. Vermutlich hatten Hobgoblins das Feuer gelegt, aber für den Riesen sahen alle „Kleinlinge“ ähnlich aus. Von dem Riesen erfuhren die Helden, dass nicht nur die Hobgoblins eine Gefahr darstellten: die den Fangwood plagende Verderbnis hatte auch in dieser Gegend Wurzeln geschlagen. Der Riese berichtete von einer Fee, die die Sporen der Verderbnis verbreiten würde. Da dieses Übel auch für die Helden und ihre Schützlinge eine potentielle Gefahr darstellte, und um den Riesen freundlich zu stimmen, boten die Helden ihm ihre Hilfe an. Besonders Macar und (etwas verhaltener) Anvarion war es ein Anliegen, das Verderben des Waldes einzudämmen.
Dank der Hinweise des Riesen wussten die Helden ungefähr, wo sie die Fee finden konnten. Es war allerdings klar, dass sie sich nicht so einfach überrumpeln lassen würde. Marcar schlug sie anzulocken, indem einer der Helden als Köder fungierte. Er bot sich an, diesen Part zu übernehmen, aber Yulag meinte, man solle nicht den besten Schützen und Waldläufer der Gruppe als Köder nutzen. Da weder Anvarion noch Gris sich freiwillig melden wollten, übernahm Yulag die Aufgabe. Er schmierte sich mit dem Blut eines erlegten Tieres ein und mimte einen Versprengten, während die übrigen Helden ihm so leise wie möglich in einigem Abstand folgten.
Tatsächlich ging der Plan auf. Die Fee griff aus dem Hinterhalt an, konnte aber Yulag aufgrund seiner schnellen Reflexe nicht verletzen. Anvarions Magie hinderte sie daran, sich unsichtbar zu machen und Macars göttlicher Zauber tötete das verderbte Wesen, welches von normalen Waffen – und selbst kaltgeschmiedetem Eisen – kaum verletzt werden konnte. Dier Riese war sehr dankbar für diesen Dienst, zeigte aber wenig Lust, sich in die Kriege der gewöhnlichen Sterblichen einzumischen. Mit Sorge fragten sich die Abenteurer, was sie in der nächsten Festung erwartete.
« Letzte Änderung: 22.06.2024 | 15:24 von Takur »

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Re: [Pathfinder] Ironfang Invasion (Spoiler!)
« Antwort #10 am: 25.04.2024 | 17:14 »
8. Episode

Der Marsch zum vermuteten Standort der zweiten im Fangwood befindlichen Waldläuferfestung dauerte vier weitere Tage und verlief erfreulich ereignislos. Da die Helden nur die ungefähre Lage ihres Zieles kannten, gingen Macar und Gris als Späher voraus, um nach der Festung und möglichen Gefahren Ausschau zu halten. Die Helden wollten sich nicht erneut überraschen lassen. Es war Macar, der dank seiner Wildniskenntnisse fündig wurde: Er stieß auf die Spuren einer Jagd. Allerdings waren die Fußspuren zu groß für normale Humanoide. Handelte es sich um Oger, Trolle oder gar Riesen? Macar folgte der Spur, die ihn direkt zu der gesuchten Feste führte. Doch offenbar war die kleine, an einem Berghang errichtete und recht verfallen wirkende Bastion nicht länger in der Hand nirmathischer Waldläufer, denn Macar erblickte drei Trolle, die im Innenhof um ein Feuer lagerten. Ungesehen zog er sich zurück und alarmierte seine Gefährten.
Die weitere Beobachtung enthüllte, dass mindestens ein halbes Dutzend Trolle unter dem Kommando einer anscheinend magiebegabten Trollfrau die Festung besetzt hielten. Im ehemaligen Torbereich hielten sie mehrere riesige Hunde und nutzten stattdessen eine Mauerbresche zum Betreten und Verlassen der Anlage.
Diesmal entschlossen sich die Helden, nicht einfach weiterzuziehen. Die Trolle waren eine potentielle Gefahr, die sie lieber nicht im Rücken haben wollten. Zudem schienen sie die Bastion erst vor kurzem besetzt zu haben. Vielleicht hatten Mitglieder der Besatzung als Gefangene überlebt? Und sieben Trolle, die nur sehr nachlässig Wache hielten und von denen regelmäßig mehrere auf Jagd gingen, erschienen als ein handhabbarer Gegner.
Als dann wieder einmal drei Trolle zum Jagen aufbrachen, sahen die Helden die Gelegenheit zum Zuschlagen gekommen.

Gris machte sich unsichtbar und schlich voraus. Mithilfe seiner telekinetischen Kräfte provozierte er die drei im Hof würfelnden Trolle zu einem Streit. So abgelenkt bemerkten sie nicht, wie er den Zugang zu dem im Tor errichteten provisorischen Hundezwinger blockierte. Mithilfe seiner Kräfte stahl er sogar der Trollfrau einen ihrer Zauberstecken, als sie die Streithähne auseinanderriss.
Inzwischen hatten sich die übrigen Helden nähergeschlichen. Anvarion wirkte einen Hastzauber auf seine Gefährten und beschwor zwei Feuerelementare. Dann begann der Angriff. Stina und der vor einigen Tagen gerettete elfische Holzfäller Vordalel unterstützten die Helden mit Fernkampfwaffen. Dank der bereits im Kampf mit den Hobgoblins bewährten Kombination aus Macars Blendzauber und Anvarions magischem Netz konnten die Helden den Kampf aus einer vorteilhaften Position eröffnen. Besonders Yulag und Griss teilten wuchtige Treffer aus. Die Feuerelementare und Macars Feuerpfeile halfen, die Regenerationkräfte der Trolle unter Kontrolle zu halten. Einer nach dem anderen wurden sie niedergekämpft, auch wenn die Trolle Macars Tiergefährtin Verya schwer verwundeten und die Feuerelementare ausschalten konnten. Die Trollfrau war eine der letzten, die unter einem Hagel aus Pfeilen, Hieben und magischen Treffern zu Boden ging.
Da Macar die eingesperrten Trollhunde nicht beruhigen konnte, töteten die Helden sie – in Macars Fall sehr widerwillig. Aber man konnte nicht riskieren, dass die von der Jagd zurückkehrenden Trolle sie befreiten oder die zurückkehrenden Jäger durch ihr Bellen vorgewarnt wurden.

Dann bereiteten die Helden einen Hinterhalt für den trollischen Jagdtrupp vor, indem sie die Bresche mit einer von den Hobgoblins erbeuteten Feuerfalle verminten. Die heimkehrenden Trolle liefen wie geplant in die Falle. Überrascht, von der Explosion geschockt und durch die bewährte Kombination aus magischem Netz und Blendzauber behindert, konnten die Trolle ihre überlegene Stärke kaum ausspielen. Sie wurden in die Zange genommen und rasch niedergemetzelt.

Die Durchsuchung der Leichen und der Festung brachte einige interessante Alchemika, mehrere Zauberstecken aus dem Besitz der erschlagenen Trollfrau, kleinere Kostbarkeiten und sonstige Ausrüstung sowie seltsamerweise ein altes cheliaxisches Geschichtsbuch – vielleicht ein Überbleibsel von den Gründern der Bastion? In einem Raum fanden die Helden zudem Zeichnungen der Trollfrau, die deren recht ambitionierte Pläne offenbarten. Anscheinend hatte sie vorgehabt, weitere Trolle zu rekrutieren, die übrigen Waldläuferfestungen zu erobern und dann ins Umland vorzustoßen. Es war gut, dass diese Gefahr so frühzeitig gestoppt worden war. Die überspannten Pläne mochten mit der Trollmagierin gestorben sein, aber es war beunruhigend, dass sie über dem Bild der dritten Waldläuferfestung – einer Wasserfeste – einen Drachen (?) gekritzelt hatte. Leider fanden die Helden bei der Durchsuchung auch die wortwörtlichen Überreste der Waldläuferbesatzung: die Trolle hatten sie erschlagen, ausgeweidet und eingepökelt. Während die Trolle und die toten Hunde von Gris mit seinen telekinetischen Kräften beiseite geräumt wurden, erhielten die toten Waldläufer ein improvisiertes Begräbnis.
Bei der Durchsuchung der Feste stießen die Helden auf eine verschlossene Tür, die tiefer in den Berg führte und an der die Trolle offenbar gescheitert waren. Angesichts der erlittenen Verletzungen und ihrer weitgehend erschöpften Zauber verschoben die Helden die weitere Untersuchung auf den nächsten Tag.

Tatsächlich gelang es Gris am Folgetag, das Schloss mit einiger Mühe zu öffnen. Die unterirdische Anlage, die sich den Helden öffnete, erwies sich als mit mehreren Fallen gesichert. Zum Glück konnten die Helden schwerere Verletzungen vermeiden. Allerdings alarmierten sie zwei Holzgolems, die aufgrund ihrer Widerstandskraft gegen den meisten Schaden erst nach einem heftigen Kampf bezwungen werden konnten. Erneut wurde Macars Tiergefährtin schwer verletzt.
In einer Kammer stießen die Helden auf Gräber, in denen zwei nirmathische Waldläufer beigesetzt worden waren: ein zwergischer Kämpfer und eine menschliche Bogenschützin. Hier fanden die Helden etliche meisterlich gefertigte Waffen, Rüstungsteile und andere Ausrüstungsstücke. Macar, der schon bei einer früheren Gelegenheit wenig Enthusiasmus für das Plündern von Gräbern gezeigt hatte, auch wenn er die Mitnahme von für den weiteren Kampf unerlässlicher Ausrüstung billigte, wollte dem zwergischen Toten zumindest die kostbare Brosche lassen, die die Geliebte oder Ehefrau des Gefallenen zeigte. Doch weder Gris noch Anvarion waren dazu zu bewegen, ihrem toten Landsmann das Schmuckstück zu lassen. Macar kommentierte, dass er langsam verstünde, warum es mit Nirmathas so schlecht stünde. Yulag hielt sich aus dem Streit heraus.
Nun blieb nur noch eine Richtung zu erkunden: eine massive, steinerne Doppeltür, deren verwitterte Inschriften jedem Unheil androhten, der sie zu öffnen wagte…

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Re: [Pathfinder] Ironfang Invasion (Spoiler!)
« Antwort #11 am: 1.05.2024 | 08:35 »
9. Episode

Angesichts der mit bedrohlichen Inschriften versehenen Steintür, auf die die Helden in der unterirdischen Anlagen der gefallenen Waldläuferfestung gestoßen waren, gingen sie kein Risiko ein: bevor sie die Tür öffneten, untersuchten Gris, Anvarion und Macar diese auf mechanische oder magische Fallen.
Der hinter der Tür verborgene Raum erwies sich jedoch als ein zwar sorgfältig angelegter, aber recht prosaischer Lagerraum. Hier fanden sich ein beachtlicher Vorrat an Lebensmitteln, etwas Geld und eine beeindruckende Anzahl Waffen und Kriegsgerät, darunter ein aus grünen Drachenschuppen gefertigter Schienenpanzer und ein Ring des Säureschutzes.
Zudem fand sich in dem Raum ein Buch mit den Aufzeichnungen des Quartiermeisters der Festung. Dieser beklagte sich über die schlechte Organisation und mangelnde Professionalität der nirmathischen Streitkräfte. Nach Meinung des Quartiermeisters ruhten sich die Nirmathier auf ihren früheren Erfolgen gegen Molthune aus, die sie in erster Linie einigen Heroen, nichtmenschlichen Verbündeten sowie der molthunischen Inkompetenz oder Selbstsabotage verdankten.
Offenbar sollte die Bastion im Falle einer erneuten Invasion durch Nirmathas Erzfeind Molthune als Basis für den Guerillakrieg dienen. Allerdings waren die erfahrensten Waldläufer vor einiger Zeit aufgebrochen, um etwas gegen die den Fangwood bedrohende Verderbnis zu unternehmen. Der Trupp war nicht zurückgekehrt. Die Zahl der verbliebenen Waldläufer wurde weiter verringert, als ihr kommissarischer Anführer angesichts der Sichtung hobgoblinischen Späher einen drohenden Angriff Molthunes vermutete und einen „Präventivschlag“ gegen das Nachbarreich initiierte. Es blieb unklar, wie diese Operation ausgegangen war. Angesichts dieser Schilderung war es kein Wunder, dass alle bisherigen Waldläuferstützpunkte entweder verlassen waren oder Angreifern nichts entgegenzusetzen hatten. Die Lektüre der Aufzeichnungen veranlasste Macar zu einigen ausgewählten Verwünschungen der Streitkräfte Nirmathas. Yulag stimmte ihm zu, drückte sich aber deutlich gröber aus. Ebenfalls beunruhigend für die Helden war die Information, dass in der Gegend ein junger Schwarzer Drache gesichtet worden war – vielleicht das Wesen, welches auf den Zeichnungen der von den Helden erschlagenen Trollmagierin über der dritten Waldläuferfestung abgebildet war. Das verhieß nichts Gutes. Andererseits gingen den Helden die Optionen aus. Letztendlich entschlossen sich die Helden, auch die letzte Festung aufzusuchen. Vielleicht hatten sich die Waldläufer ja doch halten können. Und falls der Drache die Festung angegriffen hatte, gab es möglicherweise Überlebende…

Die Helden ruhten sich den Rest des Tages aus und begutachteten die Festung auf ihre Eignung als Unterschlupf für die Flüchtlinge. Tiefer im Wald gelegen als das Höhlensystem, das die Flüchtlinge momentan bewohnten, wären sie hier weniger durch einen Angriff der Hobgoblins bedroht. Allerdings würde der Platz sehr knapp werden.
Die Helden beschlossen, einen Großteil der gefundenen Vorräte erst einmal hier zu lassen, um sie auf dem Rückweg von der dritten Waldläuferfestung abzuholen. Sie verschlossen die unterirdische Anlage und tarnten den Eingang mit Geröll und Schutt.

Der Marsch zu der dritten Wildläuferfestung würde etwa vier Tage dauern. Macar nutzte die Zeit, um Gris Verlobte Stina und den kürzlich geretteten Holzfäller Vordalel in Wildniskunde und im Umgang mit Schusswaffen zu trainieren.
Am zweiten Tag stießen die Helden auf eine Lichtung, die von einer Baumhirtin und ihrem tierischen Gefolge bewohnt wurde. Macar näherte sich vorsichtig und verwickelte das kirschbaumgestaltige Wesen in ein Gespräch. Es gelang ihm jedoch nicht, nennenswerte Informationen oder gar die Unterstützung der Baumhirtin zu gewinnen. Sie traute Humanoiden grundsätzlich nicht, und unterschied nicht großartig zwischen Hobgoblins und Menschen, Holzfällern oder Waldläufern. Die misstrauische Baumhirtin kündigte an, die Helden im Auge behalten zu wollen.
Noch konfrontativer verlief die Begegnung mit einer Chimäre, die die Helden anzugreifen versuchte. Doch Gris und Macar bemerkten das Wesen rechtzeitig. Von ihren Angriffen geblendet und schwer verwundet, ergriff das Wesen die Flucht.

Als die Helden sich am vierten Tag vorsichtig der Festung näherten, die auf einer Insel in einem der den Fangwood durchströmenden Flüsse lag, bot sich ihnen ein beeindruckender Anblick. Die Festung war größer als die anderen Bastionen und auch in einem besseren Zustand. Zweifellos könnte sie den Flüchtlingen Phaendars und ihren Tieren mehr als genug Platz bieten. Die schlechte Nachricht war, dass über der Festung das Banner der Ironfang-Legion wehte und Hobgoblins die Zugänge bewachten. Von dem befürchteten drachischen Besatzer der Festung war nichts zu sehen. Allerdings hatte jemand – oder etwas – in das Dach des Burgfrieds ein Loch geschlagen, das groß genug für einen jungen Drachen war. Waren die Hobgoblins mit dem Drachen im Bunde? Dann würde es zu einer Herausforderung werden, sie herauszuwerfen…

Die Helden ließen sich mit der Auskundschaftung der Anlage Zeit. Sie schätzten, dass die Besatzung aus etwa 20 Hobgoblins bestand, von denen nachts mindestens fünf Wache hielten. Tagsüber übte die Besatzung regelmäßig im Hof der Festung. Ein Einschleichen in die Festung würde nicht einfach sein, da diese vollständig von Wasser umgeben und die Zugänge bewacht oder gesichert waren. Und selbst der „Landeplatz“ des Drachen auf dem Turmdach schien gesichert zu sein, denn als Gris‘ Familiar diesen erkundete, wurde er von irgendetwas aus der Luft geholt.

Um genauere Information zu gewinnen, beschloss Gris, sich in die Festung zu schleichen. Als einziger der Helden konnte er sich für einen längeren Zeitraum unsichtbar machen. Macar ermöglichte ihm durch einen Zauber, Goblinisch zu verstehen, dann schlich sich der Kinetiker unsichtbar in die Festung.
Er konnte feststellen, dass die Schätzungen bezüglich der Garnisonsstärke korrekt waren. Dazu kamen noch mehrere Tiervertraute, ein Troll und sogar ein abgerichteter Basilisk. Vor allem aber gelang es Gris, sich in den Turm einzuschmuggeln, wo er ein reichliches Dutzend Gefangene fand: die Überreste der Festungsgarnison. Von diesen erfuhr er weitere Einzelheiten zu der Situation in der Festung. Die Hobgoblins hatten sich tatsächlich mit dem jungen Drachen verbündet, doch schien das Verhältnis nicht unproblematisch zu sein. Offenbar verschwand der Drache regelmäßig für mehrere Tage – angeblich um sich mit seiner Geliebten (?) zu treffen. Gris versprach den Gefangenen Hilfe, und schlich sich aus der Festung. Vorher gelang es ihm, den Schlüssel für die Ketten der Gefangenen zu stehlen.
Die Helden entschlossen sich, einen Angriff auf die Festung zu wagen. Wenn der Drache das nächste Mal davonflog, würden sie sich nachts einschleichen, die Gefangenen befreien, sie bewaffnen und dann vereint die Garnison zerschlagen oder vertreiben. Ohne die Hobgoblins und unterstützt von den Waldläufern würden sie dann hoffentlich auch den Drachen bezwingen können. Stina und Vordalel sollten nicht an dem Angriff teilnehmen, sondern das Umland im Auge behalten.

Gris eröffnete den Angriff, indem er sich erneut in die Festung einschlich und Waffen für die Gefangenen organisierte. Allerdings konnte er nur etwa ein halbes Dutzend Klingen erbeuten. Inzwischen folgten ihm die anderen Helden, die von Anvarion ebenfalls unsichtbar gemacht worden waren, auch wenn dieser Zauber nur wenige Minuten anhalten würde. Die Helden konnten sich in den Turm einschleichen und lautlos die Gefangenen befreien. Provisorisch ausgerüstet, sollten diese das Erdgeschoss des Turms gegen eventuelle Angriffe sichern, während die Helden den Rest des Burgfrieds durchkämmten.
Bisher waren die Helden unbemerkt geblieben. Doch als sie die Kammer des Trolls erreichten und den Schlafenden ausschalten wollten, war es mit der Heimlichkeit vorbei: Trotz mehrerer wuchtiger Treffer konnte der Troll noch Alarm geben, bevor er unter einem Hagel von Hieben und Stichen verendete. Dementsprechend waren die übrigen Hobgoblins in dem Turm bereits alarmiert, als die Helden auf sie stießen. Es entspann sich ein wütender Kampf, bei dem Anvarion, Macar und dessen Tiergefährtin Verya durch einen Flammenschlag schwer verletzt wurden. Dann aber wendete sich das Blatt, und die Helden konnten mit vereinten Kräften ihre Gegner niederkämpfen, zu denen auch eine hobgoblinische Druidin gehörte.
Macar stabilisierte die Schwerverletzte, was Anvarion als überflüssig kritisierte. Macar wandte ein, dass man weitere Informationen benötigte.

Inzwischen hatte der Lärm den Rest der Garnison alarmiert, die allerdings vorerst nicht durch die Turmtür kam. Als die Helden sie unter Beschuss nahmen, zogen sich die Hobgoblins hastig zurück.
Unsicher, ob sie einen Sturmangriff unternehmen sollten, versuchten die Helden es mit Verhandeln, wobei Yulag das Reden übernahm. Er konnte Goblinisch, Gris drängte sich nicht um die Aufgabe – und Anvarion und Macar wären als Elf oder Halbelf angesichts der Vorurteile der Hobgoblins denkbar ungeeignet gewesen. Auf Vorschlag der anderen setzte Yulag die gefangengenommene Hobgoblin-Druidin als Verhandlungsobjekt ein und konnte einen Abzug der Garnison erreichen. Freilich mussten die Helden dafür ihre Gefangene aufgeben. Nachträglich betrachtet wäre es besser gewesen, die verbliebenen Hobgoblins sofort anzugreifen. So würden sie sich vermutlich mit dem Drachen zusammentun. Aber vorerst waren die Helden froh, die Festung erobert zu haben. Die Beute ließ sich sehen, vor allem der Schatz des Drachen, der eine größere Summe Geld und etliche magische Gegenstände und Waffen enthielt. Dazu mussten die Helden freilich an drei den Schatz bewachenden Raubechsen vorbei. Zum Glück konnte Macar sie beruhigen.
Wegen dem erbeuteten Gold gab es allerdings Streit. Macar sprach sich dafür aus, auch Stina und Vordalel sowie den befreiten Waldläufern von den Kostbarkeiten abzugeben. Dazu waren Anvarion und Gris keinesfalls bereit. Letztlich verteilte Macar die Hälfte seines eigenen Anteils, unterstützt von einer (kleineren Summe) seitens seines halborkischen Halbbruders Yulag.

Auch wenn die Helden vorerst gesiegt hatten, war der Kampf um die Festung noch nicht vorbei. Die verbliebenen Hobgoblins würden auf Revanche sinnen. Und der Drache würde spätestens in ein paar Tagen in die Festung zurückkehren…

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Re: [Pathfinder] Ironfang Invasion (Spoiler!)
« Antwort #12 am: 30.05.2024 | 08:33 »
10. Episode

Nach der Übernahme der Waldläuferfestung hatten die Helden Zeit, die befreiten Gefangenen kennenzulernen. Nur fünf waren bereits ausgebildete Waldläufer, die zehn übrigen waren Rekruten mit wenig Kampferfahrung. Unter den Befreiten war aber immerhin auch der ehemalige Kommandeur der Festung, ein Halbling namens Cobb Grünblatt. Leider fehlte es an Waffen und Rüstungen, um alle der Geretteten voll auszurüsten.
Eine eingehendere Befragung der Befreiten ergab, dass die Festung schon vor dem Fall Phaendars von den Hobgoblins erobert worden war. Offenbar planten diese, die Anlage für den Einsatz von Sklavenarbeitern zu nutzen, weswegen die Gefangenen hier verblieben waren, als ein Großteil der Eroberer sich neuen Zielen zuwandte. Allerdings hatte es wohl in den Reihen der Angreifer Spannungen gegeben: der Drache und die hobgoblinische Druidin, die beide aus dem Fangwood stammten, waren wohl nicht immer gut mit der Ironfang-Legion klargekommen, deren hierarchische und militaristische Art und Weise nicht mit den individualistischen Ideen der beiden harmonierte. Es blieb unklar, wie sich die Hobgoblins bei ihrem Angriff in die Festung hatten teleportieren können. Einige der Gefangenen vermuteten einen Teufelspakt, aber das erschien den Helden nicht plausibel. Macar verwies auf die Notwendigkeit, feindliche Offiziere lebend in die Hände zu bekommen, um mehr über die Teleportationsfähigkeiten der Hobgoblins zu erfahren.

Drängender war die Frage, was nun zu tun war. Die Hobgoblins würden die Festung zurückerobern wollen – und der Drache würde vermutlich auch bald zurückkehren. Wenn sie sich zusammentaten, würde es sehr schwer werden, die Bastion zu halten. Yulag schlug vor, die Aufgabe der Festung zu erwägen. Selbst WENN die Helden und ihre Verbündeten die Bastion kurzfristig halten konnten – was hinderte den Feind, Verstärkung zu holen oder wieder eine Streitmacht direkt in die Festung zu teleportieren, wie er es schon einmal getan hatte? Aber die anderen wollten die gut ausgebaute und geräumige Anlage nicht einfach aufgeben.
Verschiedene Pläne wurden erwogen: Sollte man versuchen, dem Drachen bei seiner Rückkehr vorzugaukeln, dass die Festung noch in der Hand der Hobgoblins war? Allerdings fehlten den Helden die Ausrüstung und das Talent, um glaubhaft als Hobgoblins zu firmieren. Und natürlich bestand die Gefahr, dass die abgezogenen Hobgoblins ihren Verbündeten warnten.
Macar schlug vor, die Festung SCHEINBAR zu räumen, um die Hobgoblins zu einem überhasteten Versuch zu verleiten, die Anlage wieder zu besetzen, bevor ihr drachischer Verbündeter zurück war. Dies würde freilich nur funktionieren, falls die Hobgoblins in der Nähe geblieben waren. Letztlich wurde beschlossen, bis zum nächsten Morgen zu warten. Die Helden waren übermüdet, teilweise verwundet und ihre magischen Fähigkeiten weitestgehend erschöpft.

Sobald der Morgen anbrach, schlich sich Macar aus der Festung, um nach den Resten der hobgoblinischen Garnison zu suchen. Schnell fand der Jäger ihre Spur, die von der Festung wegführte. Macar folgte der Spur eine Weile, bevor er umkehrte – sicher, dass die Feinde vorerst nicht mehr in der Nähe der Festung waren. Unklar blieb, wohin sie sich gewandt hatten. Hatten sie sich zurückgezogen, oder wollten sie sich mit ihrem drachischen Verbündeten treffen? Sicherheitshalber gingen die Helden von letzterer Möglichkeit aus. Nach einigen Überlegungen adaptierten sie Macars Idee: Sie würden vortäuschen, die Festung verlassen zu haben, sich aber tatsächlich im Turm verstecken. Gris würde unsichtbar oben im Turm Ausschau halten.
Falls der Drache zurückkehrte und im Turm landete, würden die Helden ihn mit vereinten Kräften angreifen, durch einen Zauber vor seinem Säureatem geschützt. Die Waldläufer würden sich bereithalten, um ihn unter konzentrierten Beschuss zu nehmen, falls der Drache aufzufliegen versuchte.
Für den Fall, dass die Hobgoblins zurückkehrten, entfernten die Helden die Beplankung der Brücken, die zu der Inselfestung führten. Wenn die Hobgoblins anrückten, würde Gris mithilfe seiner telekinetischen Fähigkeiten die verbliebenen Tragebalken zerstören, sobald ein Teil der Hobgoblins in der Festung war. Diese würden die Helden dann niederkämpfen können, während ihre Verbündeten die verbliebenen Hobgoblins daran hinderten, den Fluss zu überqueren. Der Plan war nicht perfekt, schien aber die beste Lösung.

Der Tag verging langsam, doch weder der Drache noch die Hobgoblins zeigten sich. Gegen Abend tauchten allerdings mehrere Raubvögel auf, die die Burg umkreisten, bevor sie wieder verschwanden – vielleicht Späher der Hobgoblins? Die Helden verdoppelten ihre Wachsamkeit und hielten sich bereit.
Tatsächlich tauchten in der anbrechenden Dunkelheit zwei hobgoblinische Späher auf, die über die verbliebenen Brückentragebalken in die Burg balancierten, sich kurz umsahen und ihren am anderen Ufer lauernden Kameraden ein Zeichen gaben. Deren genaue Stärke wurde allerdings durch einen Dunkelheitszauber verborgen.

Sobald ein halbes Dutzend der Angreifer den Fluss überquert hatte, schlug die Falle der Helden zu: Gris brachte die Tragebalken der Brücke zum Einsturz. Mehrere Hobgoblins stürzten ins Wasser. Gleichzeitig waren die anderen Helden aus dem Turm geschlichen und stürzten sich mit den erfahreneren Waldläufern auf die im Burghof befindlichen Feinde. Die Rekruten besetzten die Palisade, um die außerhalb der Festung verbliebenen Hobgoblins am Übersetzen zu hindern. Da Gris auf dem Turm Ausschau gehalten hatte, konnte er in dem folgenden Kampf nur eingeschränkt eingreifen.
Der Plan der Helden erwies sich teilweise als Makulatur, als sich aus der magischen Dunkelheit, die die Hobgoblins am anderen Ufer teilweise verhüllt hatte, der schwarze Drache löste. Mit ein paar Flügelschlägen war er über dem Hof, landete und spuckte Säure. Auch die in die Festung gelangten Hobgoblins erwiesen sich als fähige Kämpfer, die zudem von Blitzschlägen unterstützt wurden, die die am anderen Ufer befindliche Hobgoblin-Druidin schleuderte. Binnen kurzem waren Yulag, Macar und seine Tiergefährtin Verya verwundet, zwei von Anvarion beschworene Elementare ausgeschaltet. Auch die Waldläufer hatten einen schweren Stand, konnten aber mehrere der übergesetzten Hobgoblins ausschalten und den Rest am Übersetzen hindern. Die Helden schalteten schnell den Rest der übergesetzten Hobgoblins aus. Auch der Drache erhielt wuchtige Treffer, vor allem durch Yulags Klinge und Macars Zauber und Pfeile. Auch mehrere von Anvarion beschworene Lichtwesen verletzten den Schwarzschuppten.
Dieser revanchierte sich, indem er Yulag schwerstverletzt zu Boden schickte und mehrere der von Anvarion beschworenen Wesen ausschaltete. Doch das kostete ihn wertvolle Zeit und ein Zauber Macars, der glücklicherweise erneut die Magieresistenz des Drachen überwand, verletzte das Untier tödlich. Das entschied den Kampf: die demoralisierten Hobgoblins am anderen Ufer zogen sich hastig zurück. Die Helden und ihre Verbündeten waren nicht in der Lage, sie zu verfolgen. Macar stabilisierte seinen halborkischen Halbbruder und nach kurzem Überlegen auch die Anführerin der übergesetzten Hobgoblins. Als Offizierin würde sie hoffentlich wertvolle Informationen liefern können. Die Helden heilten sich und ihre Verbündeten, die ebenfalls ordentlich hatten einstecken müssen. Aber sie hatten die Festung gehalten und sogar einen Drachen besiegt. Das war mehr als ein Grund, stolz zu sein. Der Sieg hatte den Helden zudem eine Reihe wertvoller Waffen und Ausrüstung verschafft. Wie zuvor gaben Yulag und vor allem Macar einen Teil der ihnen zugefallenen Beute an die Waldläuder weiter. Anvarion überlegte bereits, was er mit den Einzelteilen des Drachen alles würde herstellen können.

Die nächsten Tage vergingen damit, die Burg wieder auf Vordermann zu bringen. Dabei stießen die Helden noch auf ein Gespenst, das beinahe Macar getötet hätte, bevor die Helden es mit vereinten Kräften bezwingen konnten. Warum der Geist im Stall der Burg gespukt hatte, blieb vorerst ein Rätsel.
Zudem mussten die Helden über das weitere Vorgehen beraten. Dabei zogen sie auch die Informationen in Betracht, die das Verhör der gefangenen Hobgoblin-Offizierin erbrachte. Yulag und Macar übernahmen die Befragung. Macar versuchte, an ihren Überlebensinstinkt zu appellieren, während Yulag auf Einschüchterung und Drohungen setzte. Angesichts der moralischen Bedenken seines halbelfischen Halbbruders hielt er sich allerdings zurück.
Vielleicht auch deshalb blieben die erhaltenen Informationen bruchstückhaft, war die Gefangene doch der Ironfang-Legion und vor allem ihrer Generalin treu ergeben. Immerhin erfuhren die Helden, dass die rätselhaften Teleportationsfähigkeiten der Hobgoblins Einschränkungen hatten. Offenbar war dies nur im Rahmen eines Rituals möglich, das an einem weit entfernten, alten und irgendwie magiegeladenen Ort stattfand, den die Gefangene allerdings nur vage beschrieb. Zudem musste der Zielort eines Massenteleports durch einen Späher infiltriert werden, damit dieser den Teleport vorbereitete. Ein Transport an einen „unvorbereiteten“ Ort war nicht möglich.

Die Helden entschlossen sich, die Burg zu ihrem neuen Hauptquartier zu machen und die in dem Höhlensystem der Troglodyten verbliebenen Flüchtlinge nachzuholen. Die Inselfestung bot mehr Platz und bessere Quartiere – und man würde nicht länger auf die unsichere Gastfreundschaft der Troglodyten angewiesen sein.
Bevor die Helden aufbrachen, um ihre Schützlinge zu holen, ließen sie auf Macars Drängen in der Schmiede der Festung einige der erbeuteten Metallpanzer umarbeiten, um ihr Versprechen gegenüber den Troglodyten zu halten. Die Waldläufer blieben in der Festung zurück, um zu verhindern, dass die Hobgoblins sie erneut besetzten. Der Marsch zurück zu den Troglodytenhöhlen verlief ereignislos.
Die Echsenwesen waren dankbar, dass die Helden ihren Teil der Abmachung einhielten, und man schied im Einvernehmen. Die Phaendarer Flüchtlinge waren überwiegend froh, die Höhlen hinter sich zu lassen. Nur einige waren unzufrieden, erneut umziehen zu müssen, nachdem man erst soviel Mühe darauf verwandt hatte, die Höhlen bewohnbar zu machen, Hütten zu errichten und das Versteck zu verteidigen. Zumindest Yulag fand diese Beschwerden dumm – als Söldner und Halbork war er freilich ein unstetes Leben gewöhnt. Auch die Übersiedlung in die Waldläuferfestung verlief problemlos. Auf ihrem Marsch nahmen die Helden und ihre Schützlinge auch jene Waffen, Ausrüstung und Vorräte mit, die sie bei der Eroberung der von den Trollen besetzten Bastion gefunden und verborgen hatten.
Damit hatte sich die Situation der Helden und ihrer Verbündeten signifikant verbessert. Sie hatten mit den befreiten Waldläufern wehrhafte Verstärkung erhalten, verfügten nun über eine komfortable und gut zu verteidigende Festung sowie über ausreichend Waffen und Ausrüstung. Auch die Versorgungslage mit Lebensmitteln schien vorerst gesichert, zumal die Waldläufer bei Jagd und Fischfang würden helfen können.

Damit endete der zweite Band der Ironfang Invasion-Kampagne
« Letzte Änderung: 7.06.2024 | 10:08 von Takur »

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Re: [Pathfinder] Ironfang Invasion (Spoiler!)
« Antwort #13 am: 7.06.2024 | 10:09 »
Assault on Longshadow

11. Episode

Die nächste Zeit verging mit dem Ausbessern der zurückeroberten Waldläuferfestung. Die Quartiere und Befestigungsanlagen wurden instandgesetzt, um für den näher rückenden Winter und eine etwaige Rückkehr der Hobgoblins gerüstet zu sein. Dazu wurde auch das Gestrüpp im Umland der Festung beseitigt, um Feinden die Annäherung zu erschweren. Eingedenk des nahenden Winters sammelten die Flüchtlinge auf Macars Vorschlag Gras und Laub als Winterfutter für die Schafe und Ziegen. Flussaufwärts der Festung wurden Fischreusen angelegt, um eine zusätzliche Nahrungsquelle zu sichern.
Angesichts der Gefahren des Fangwood und weil eine Rückkehr der Hobgoblins möglich schien, bewegten sich die Flüchtlinge meist nur in Gruppen außerhalb der Festung, während Späher das Umland patrouillierten. In der Festung wurde ein Wachdienst organisiert und die Ausbildung der befreiten Waldläufer-Rekruten und waffenfähigen Flüchtlinge wieder aufgenommen. Anvarion widmete sich vor allem der Herstellung einiger magischer Gegenstände. Auch der getötete Drache wurde verwertet. Allerdings erwies sich die Verarbeitung des Leders und der Schuppen als langwierig und das Fleisch des Drachen als zäh. Angesichts der zu den Flüchtlingen hinzugekommenen Waldläufer stellte sich die Frage nach den künftigen Kommandostrukturen. Cobb Grünblatt, der Anführer der überlebenden Waldläufer, wurde in den Rat der Flüchtlinge aufgenommen. Das militärische Kommando der vereinten Streitmacht übernahm nach einigem Hin und Her erst einmal Yulag, der auf Cobb und Macar als seine Stellvertreter setzte. Er beteiligte sich intensiv am Training der Rekruten und Flüchtlinge – auch wenn diese die rauen Methoden des Halborks nicht immer zu schätzen wussten.

Um weitere Informationen zu erhalten, brachten die Helden ihre beiden hobgoblinischen Gefangenen in demselben Quartier unter und ließen sie von dem durch einen Unsichtbarkeitszauber getarnten Gris belauschen. Allerdings ergaben die Gespräche der beiden Gefangenen nicht viel Neues. Sie bestätigten aber einige frühere Informationen und Vermutungen. Zudem erfuhren die Helden, dass die Trolle, welche die zweite Waldläuferfestung erobert hatten, ursprünglich mit der Ironfang-Legion verbündet gewesen waren. Offenbar haderten die lokalen Verbündeten der Ironfang-Legion gelegentlich mit der strikten Disziplin und Hierarchie der Hobgolins. Vielleicht würde sich dieses Wissen irgendwann ausnutzen lassen… 
Auf Gris‘ Drängen wurden die beiden Hobgoblininnen zur Zwangsarbeit eingesetzt. Yulag schärfte allerdings ein, beide nur innerhalb der Festung einzusetzen und gut zu bewachen. Er an Stelle der beiden hätte auf jeden Fall auf Flucht gesonnen.

Eine mögliche neue Bedrohung zeigte sich, als die Späher Spuren eines Schreckensbären fanden. Macar schlug vor, erst einmal zu Verhandeln – als Jäger beherrschte er die Sprache der wilden Tiere. Tatsächlich konnte er einen unsicheren „Waffenstillstand“ aushandeln. Die riesige Bärin sollte darauf verzichten, die Flüchtlinge und ihre Tiere anzugreifen, dafür würde man ihr gelegentlich von der Jagdbeute abgeben. Es blieb abzuwarten, ob diese Vereinbarung halten würde. Anvarion hätte das Tier lieber getötet, um ihre Jungen für den Kampf abzurichten oder sie zu verkaufen. Er scheiterte aber am Widerstand Macars und der Druidin Aubrin. Die beiden hielten in der nächsten Zeit den Kontakt mit der Bärin, auch um auf die Einhaltung der Übereinkunft zu achten und um das Tier und seine Jungen durch kleine Geschenke (Wildbret, Fische etc.) für sich einzunehmen.
Zusammen mit Aubrin suchte Macar zudem den Kontakt mit der Baumhirtin, auf die die Helden vor einiger Zeit gestoßen waren. Diesmal ließ das Baumwesen mit sich reden. Auch wenn sie nicht bereit war, den Kampf der Helden zu unterstützen, etablierten Macar und Aubry ein relativ einvernehmliches Verhältnis.

Eingedenk der Tatsache, dass der Krieg sicherlich nicht stehengeblieben war, schickten die Helden mit einem beschworenen Botenwesen eine Warnung nach Longshadow, der nächstgelegenen nirmathischen Stadt. Die Nachricht kam durch, doch die Antwort war wenig befriedigend: Der Bürgermeister von Longshadow schien überzeugt, dass seine Stadt keine Gefahr drohte und die Hobgoblins keinen Angriff auf Longshadow wagen würden. Die Helden konnten diese Zuversicht nicht teilen…

Einige Tage nach dieser Nachricht wurden die Helden daran erinnert, wie der Krieg WIRKLICH verlief. Im Wald wurden etwa zwanzig Flüchtlinge gesichtet: überwiegend Bauern und einige Kämpfer, die vor den Hobgoblins geflohen waren. Die Neuigkeiten, die sie mit sich brachten, waren nicht gut: Offenbar beherrschten die Hobgoblins inzwischen die Ebenen und das Hügelland westlich des Fangwoods. Nach Belieben plünderten oder besetzten sie kleinere Siedlungen und verschleppten Zivilisten als Sklaven. Ein kleines nirmathisches Entsatzheer, welches Phaendar zurückzuerobern sollte, war durch zentaurische Verbündete der Invasoren versprengt worden, die mitten im Nachtlager der Nirmathier aufgetaucht waren. Eine weitere feindliche Streitmacht – wie es hieß Molthuner, die die Schwächung ihres Rivalen ausnutzten – belagerte angeblich eine südlich gelegene Zwergensiedlung. Yulag sah seine nicht sehr hohe Meinung von der nirmathischen Schlagkraft erneut bestätigt.

Mit den neu Hinzugekommenen wurde der Platz in der Festung langsam knapp. Auch um für die Aufnahme weiterer Flüchtlinge gerüstet zu sein, begann man mit dem Bau zusätzlicher Hütten außerhalb der Festung. Die kleine Außensiedlung wurde an einer der Brücken angelegt, die zu der Inselfestung führten, und durch eine Palisade gesichert. So würde die Außensiedlung hoffentlich einen der Zugänge zur Burg zusätzlich absichern und gleichzeitig den außerhalb der Burg Befindlichen im Fall eines massierten Angriffs ein schneller Rückzug in die eigentliche Festung möglich sein. Auch innerhalb der Festung wurde die Verteidigung ausgebaut und zusätzliche Deckung für Schützen geschaffen.
Angesichts der wachsenden Zahl an Essern stellte sich die Frage, wie man langfristig die Versorgung gewährleisten sollte. Allerdings herrschte in dieser Hinsicht weder unter den Flüchtlingen noch unter den Helden Einigkeit.
Sollte man anfangen, Felder anzulegen? Anvarion war dagegen, weil er den Wald erhalten wollte. Auch die verbliebenen Waldläufer waren skeptisch: sie wollten die Festung geheim halten und nicht durch Felder und Außenanlagen zu einem auffälligen Ziel machen. Sie hielten es für eine bessere Idee, die Flüchtlinge für den Winter auf die zurückeroberten Waldläuferfestungen aufzuteilen, da kleinere Gruppen eher von der Jagd leben konnten.
Macar und Yulag hielten das für eine schlechte Idee: Die Zahl der Wildniskundigen war gering und die Jagd keine sichere Versorgungsbasis. Die Flussfestung hingegen bot Schutz, eine sichere Wasserversorgung und den Fluss als Fischlieferant. Zudem war die Festung (wie die anderen Waldläufersiedlungen) dem Feind ohnehin bereits bekannt, weshalb sie nicht länger verborgen bleiben konnte. Vor allem würde ein Aufteilen die einzelnen Gruppen zu leichten Zielen für die Hobgoblins und für die anderen Gefahren des Fangwoods machen. Außerdem ging es bei den angedachten Feldern nicht um riesige Rodungsfläche – schon wegen der überschaubaren Zahl und Möglichkeiten der Flüchtlinge. Natürlich blieb die Frage, wie Wesen wie die Baumhirtin reagieren würden, falls die Flüchtlinge anfingen, Bäume zu fällen. Vorerst kam man zu keiner Einigung.

Grundsätzlich stellte sich die Frage, wie hinsichtlich des Krieges weiter verfahren werden sollte. Anvarion und Gris waren dafür, in die Offensive zu gehen. Macar und Yulag bewerteten die Möglichkeiten der Helden und ihrer Verbündeten skeptischer, zumal besonders Macar die Zivilisten nicht schutzlos zurücklassen wollte.
Anvarions Vorschlag, mit dem Großteil der Waffenfähigen der belagerten Zwergensiedlung quer durch das von den Hobgoblins besetzte Gebiet zu Hilfe zu eilen, konnte sich nicht durchsetzen. Stattdessen beschlossen die Helden nach einigem Hin und Her, nach Longshadow zu marschieren. Sie hofften, dort Hilfe organisieren und vor allem die Städter vom Ernst der Lage überzeugen zu können. In Yulags Abwesenheit würde Cobb das militärische Oberkommando übernehmen und die Ausbildung fortsetzen.

Bevor die Helden aufbrachen, stellte sich allerdings ein neues Problem: Unter den neu hinzugekommenen Flüchtlingen wurden mehrere rätselhafte Krankheitsfälle gemeldet. Nach einer gründlichen Untersuchung stellte sich heraus, dass fünf Flüchtlinge durch gefährliche Parasiten befallen waren, die als „Wölfe im Schafspelz“ bekannt waren. Den Helden fehlten die Zauber, um die Parasiten magisch zu beseitigen. Ein operatives Entfernen wäre hingegen sehr schwierig und riskant. Hilfe zu holen schied aus, da der Befall üblicherweise nach nur wenigen Tagen tödlich endete.
Zu besonders Macars Abscheu schlug Anvarion vor, man solle die Infizierten zu den Hobgoblins schicken, damit sich die Parasiten unter den Invasoren verbreiteten. Selbst Yulag fand das fragwürdig, doch Anvarion hielt dagegen, es sei eben Krieg. Auf den Einwand, es gehe immerhin um seine eigenen Leute, verneinte er dies. In Nirmathas würde jeder für sich selber stehen, weshalb er keine Verantwortung für die Infizierten habe. Allerdings konnte der Elf sich mit seiner Idee nicht durchsetzen.
Letztendlich entschloss sich Macar, die riskante Operation der Infizierten zu wagen. Mit Unterstützung anderer Heilkundiger unter den Flüchtlingen sowie mehreren Unterstützungszaubern der Helden gelang dem Jäger der schwierige und langwierige Eingriff. Alle fünf Infizierten überlebten. Das steigerte Macars Ansehen unter den Flüchtlingen, aber das Ganze hatte Zeit gekostet.

Der Marsch nach Longshadow verlief nicht ohne Komplikation. Die erste trat auf, als die Helden im Wald auf eine seltsame Gruppe stießen: vier Zwerge, die zusammen mit einer fast unnatürlich schön wirkenden Frau feierten. Das Leierspiel der Fremden zog auch den kundschaftenden Macar in den Bann, doch zum Glück konnten die anderen Helden den Bann des Feenwesen brechen und die Fee – eine Maenade – besiegen. Zumindest Yulag war allerdings der Meinung, dass man mit diesem Sieg gegen eine anscheinend Unbewaffnete nicht würde angeben können. Aber immerhin waren Macar und die Zwerge jetzt wieder Herr ihrer Sinne. Bei diesen handelte es sich um Minenarbeiter aus den Hügeln, die ebenfalls vor den Hobgoblins geflüchtet waren, allerdings wenig Neues berichteten. Anscheinend waren die Streitkräfte der Hobgoblins noch nicht in größerer Zahl weiter vorgerückt, dehnten die Streifzüge ihrer kleineren Raub- und Sklavenjägertrupps allerdings immer weiter aus. 
Die Helden schickten die Zwerge mit Yulags spöttischer Ermahnung, künftig nicht mit schönen Frauen zu sprechen, zu der Waldläuferfestung, und setzten ihren Marsch fort.
Die Überquerung der kargen Ebenen, die den Fangwood von Longshadow trennten, war riskant: Auf Worgen berittene Hobgoblins-Streifscharen patrouillierten die Steppe. Die Helden konnten den feindlichen Spähern ausweichen, stießen auf ihrem Marsch jedoch mehrmals auf verlassene Gehöfte.

Longshadow bot einen erstaunlich friedlichen Anblick. Die ursprünglich etwa 4.000 Seelen zählende Einwohnerschaft war zwar durch Flüchtlinge deutlich angestiegen, ansonsten sah man aber wenige Folgen des Krieges. Weder waren größere Milizkontingente oder Wehrübungen zu sehen, noch schien man es für notwendig zu halten, die zwar beeindruckend hohen, doch ziemlich heruntergekommenen Stadtmauern instand zu setzen. Auch die Torwachen wirkten unbesorgt, was zumindest Macar und Yulag frustrierte. Der Halbork verschwendete etliche Goldmünzen, um sich am Abend bei Wein, Weib und schlechtem Gesang seine Frustration und Verachtung runterzuspülen, sodass er am nächsten Morgen ziemlich verkatert war.
Eine Audienz beim Bürgermeister, einem ehemaligen Abenteurer, und seinen Beratern (dem menschlichen Besitzer der örtlichen Gießerei, einer elfischen Fluß-Schifffahrtsmagnatin und einem menschlichen Kleriker) bestätigte den ersten Eindruck von Longshadow: Die Stadtführung schien die Bedrohung nicht ernst zu nehmen und sah keine Veranlassung, die Befestigungsanlagen instand zu setzen. Dies sei nur eine Geldverschwendung, zumal die nach Ansicht des Stadtrates bestenfalls einige hundert Kämpfer starken Invasoren sich bereits überdehnt hätten und den Hobgoblins die Möglichkeiten fehle, weitere Verstärkung zu mobilisieren. Der Einwand Yulags, dass dies das reiche Longshadow umso mehr zu einem lohnenden Ziel mache, wurde nicht ernst genommen.
Die Dezimierung des nach Phaendar entsandten Entsatzheeres war nach Ansicht des Stadtrates zwar ein Rückschlag, aber Longshadow sei sicher. Die Zuversicht des Stadtrates – in dem vor allem die den Bürgermeister beratenden Honoratioren gegen kostspielige Maßnahmen plädierten – erhielt einen Dämpfer, als die Helden die Situation im Fangwood schilderten. Offenbar hatte man in Longshadow auf Unterstützung durch die Waldläufer gerechnet. Dennoch sah der Stadtrat keinen Grund, seine Politik zu ändern. Zwar plante man, Söldner zu rekrutieren, doch für eine Instandsetzung der Stadtmauern oder eine allgemeine Mobilmachung der Bevölkerung fehle in dem notorisch individualistischen Nirmathas das Geld und die Bereitschaft. Zudem deuteten die Stadträte an, eine Geheimwaffe zu entwickeln, welche die Sicherheit der Stadt gewährleisten würde. Wenigstens schien man die Warnung der Helden vor den Teleportationsfähigkeiten der Hobgoblins ernst zu nehmen und kündigte an, potentielle „Landeplätze“ regelmäßig magisch zu überprüfen.
Anvarion überlegte angesichts der Inaktivität der Stadtführung, ob der Stadtrat vielleicht magisch kontrolliert oder unterwandert sei, fand allerdings keine eindeutigen Hinweise dafür. Yulag vermutete angesichts der bisherigen Erfahrungen der Helden eher Inkompetenz, Dummheit und in diesem Fall zudem kurzsichtigen Geiz. Seine und Macars Meinung von Nirmathas sanken auf einen neuen Tiefpunkt. Zumindest der Halbork fragte sich, warum er sein Leben überhaupt für eine solche Bande von „Schafen und Ziegen“ riskieren sollte. Bisher hatte ihn die Kampfbereitschaft und das taktische Geschick der Invasoren sehr viel mehr beeindruckt, als die Verteidiger.

Die nächsten Tage enthüllten, dass die Bevölkerung bezüglich der Verteidigungspolitik gespalten war: während die meisten Städter auf die Maßnahmen des Stadtrates vertrauten, wünschten sich viele Flüchtlinge aktivere Kriegsvorbereitungen. 
Um die Lage besser einzuschätzen, versuchten die Helden mehr über die nicht-so-geheime Geheimwaffe zu erfahren, die Longshadow vor einem Angriff der Hobgoblins beschützen sollte. Offenbar wurde diese in der Gießerei der Stadt hergestellt, die dem Mitglied des Stadtrates gehörte. Da der Zugang zu dem Gebäude untersagt war, schlichen sich Anvarion und Gris des Nachts in das Gebäude. Bald wurden sie fündig: offenbar arbeitete man hier an zwei beeindruckenden Eisengolems. Falls die Konstrukte zum Leben erweckt werden konnten, würden sie die Verteidigungskraft der Stadt immens erhöhen. Allerdings waren die Helden skeptisch: Anvarion war sich nicht sicher, ob die Golems überhaupt funktionstüchtig sein würden. Und solche Konstrukte waren so oder so ein zweischneidiges Schwert, das im ungünstigsten Fall sabotiert oder „umgedreht“ werden konnte.

Auf der Suche nach weiteren Informationen wollten die Helden eine in der Umgebung von Longshadow lebende Magierin aufsuchen, deren Fähigkeiten die der in der Stadt lebenden Magiewirkenden angeblich bei weitem überstieg. Bei dem Magierinnenturm angekommen, stießen die Helden allerdings auf ein doppeltes Hindernis: niemand öffnete auf ihre Rufe und ein Eulenbär bewachte den Eingang.
Es war Macars Fähigkeit der Tiersprache zu verdanken, dass es zu keinem Konflikt kam und die Helden nach einigem Hin und Her in den Turm durften. Tatsächlich fanden die Helden die Magierin, die allerdings kaum ansprechbar war und verkündete, dass die Helden sich von ihr fernhalten müssten, da sie sich sonst in eine Vettel – ein bösartiges Hexenwesen – verwandeln würde. Angeblich war ihre Mutter ein solches Hexenwesen gewesen. Es war nicht klar, ob die Magierin tatsächlich einem Fluch unterlag oder die von ihr befürchtete Transformation nicht eher ein Produkt ihrer Phantasie oder einer bösartigen Einflüsterung war.
Anvarion schlug vor, erst einmal den Turm zu durchsuchen, wohl nicht nur auf der Suche nach Informationen. Das resultierte in einem Streit mit Macar, der auf keinen Fall von einer Hilfsbedürftigen und potentiellen Verbündeten etwas stehlen wollte. Anvarion war der Meinung, dass „die Alte“ vermutlich verrückt und jedenfalls keine Hilfe sei, weshalb man sich ruhig an ihren Besitztümern bedienen sollte. Die beiden kamen zu keiner Einigung.
« Letzte Änderung: 22.06.2024 | 15:25 von Takur »

Offline Takur

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Re: [Pathfinder] Ironfang Invasion (Spoiler!)
« Antwort #14 am: 22.06.2024 | 15:25 »
12. Episode

Die Verhandlungen mit der Magierin, deren Name Navah war, gestalteten sich schwierig, weil sie sich weiterhin sehr erratisch verhielt und sicher war, sich jeden Augenblick in eine Vettel, also ein bösartiges Hexenwesen, zu verwandeln. Der Verdacht der Helden, dass ihr Gegenüber Opfer eines Fluches (oder einfach verrückt) war, verdichtete sich. Dennoch erhielten die Helden einige interessante Informationen von Navah: Obwohl sie viel Expertise im Golembau zu besitzen behauptete, hatte der Stadtrat von Longshadow (in dessen Auftrag ja zwei Eisengolems für die Verteidigung der Stadt gebaut wurden), keinen Kontakt zu ihr gesucht. Man hatte sie auch sonst nicht um Hilfe gebeten. Und laut Navahs (etwas unzusammenhängenden) Informationen hätte es mindestens drei bis vier Monate gedauert, die Golems bis zu ihrem aktuellen Stadium zu bringen – länger als die Invasion der Ironfang-Legion in Longshadow als Bedrohung wahrgenommen wurde. Das ließ den Verdacht der Helden wachsen, dass irgendetwas mit dem Stadtrat von Lopngshadow nicht stimmte – falls Navah keinen Unsinn erzählte. Und war es wirklich ein Zufall, dass ausgerechnet die mächtigste Magierin und Golem-Expertin der Gegend ausgerechnet in dem Augenblick ausfiel, da der Stadtrat beschloss, selber zwei Golems zu bauen?
Die Helden entschieden, dass Navah am besten geholfen werden könne, wenn die Priester oder andere Heilkundige in Longshadow sie untersuchen konnte. Macars Versuch, die Magierin zum Mitkommen zu überreden, scheiterte allerdings spektakulär: Die paranoide Navah griff die Helden an. Diese waren dadurch gehandicapt, dass sie die Zauberin nicht verletzten wollten. Der „Kampf“ erwies sich als riskanter als gedacht. Navah hatte nicht nur zwei magisch belebte Tische zur Unterstützung, sie setzte auch ohne Zögern tödliche Zauber ein. Nur mit vereinten Kräften konnte Navah fixiert und überwältigt werden. Gris und Anvarion durchsuchten noch den Turm, hielten sich aber – auch auf Macars Drängen – mit dem Plündern zurück. Immerhin hofften die Helden, Navah heilen zu können und ihre Unterstützung zu gewinnen. Sie würde es kaum positiv aufnehmen, wenn die Helden ihren Turm leerten. Die vorsichtige Untersuchung des Turms enthüllte, dass Navah wohl tatsächlich eine fähige Konstrukt-Erschafferin und Beschwörerin war: sie hatte mehrere Elementare und künstliche Wesenheiten unter ihrem Kommando. Dazu kam eine kleine Menagerie potentiell gefährlicher Tiere in unterirdischen Verliesen. Die Helden gingen einer Konfrontation mit den verschiedenen Wesenheiten aus dem Weg.
Sie schmuggelten die Bewusstlose mithilfe von Magie ungesehen an dem wachehaltenden Eulenbär vorbei und kehrten nach Lopngshadow zurück.

Es war nicht einfach, jemanden zu finden, der sich um Navahs Heilung kümmern konnte, da die Helden vermeiden wollten, dass der Stadtrat Wind davon bekam. Deshalb fiel die hierarchisch gegliederte Kirche Abadars aus, war deren Anführerin doch Mitglied des Stadtrates. Ein missionierender Priester des Asmodeus aus Cheliax, der sich zufällig in der Stadt aufhielt, erschien auch nicht unbedingt als die beste Wahl. Hilfe fanden sie schließlich bei einem lokalen Druiden, der dem Stadtrat ebenfalls misstraute – wenn auch aus eher irrationalen Gründen. Er hegte ziemlich abstruse Verschwörungstheorien. Aber er war ein kompetenter Heilmagier und bestätigte, dass Navahs Zustand wohl auf eine Art Zauber zurückging. Mit seiner Hilfe konnte die Magierin geheilt werden.
Nachdem Navah wieder Herr ihrer Sinne war, erfuhren die Helden, was genau mit ihr geschehen war. Offenbar war sie keiner Intrige des Stadtrates, sondern einer Familienangelegenheit zum Opfer gefallen: Navahs Mutter war tatsächlich eine Vettel. Als Halbblut lebte Navah in ständiger Angst, sich dereinst ebenfalls in eines der bösartigen Hexenwesen zu verwandeln. Beim letzten „Besuch“ ihrer Mutter, die angesichts der Invasion der Hobgoblins ihr „Eigentum“ sichern wollte (wozu sie auch ihre Tochter zählte) war es zum Streit zwischen Mutter und Tochter gekommen. Navah hatte ihre Mutter verjagen können, war von dieser aber verflucht worden. Die Magierin bat inständig, ihre fragwürdige Herkunft geheim zu halten, was die Helden gerne versprachen. Als Belohnung für Navahs Heilung durfte Anvarion sich eine Reihe von Zaubersprüchen kopieren und die Helden erhielten einen Ionenstein, der erst einmal an Macar ging. Zudem war die Magierin gerne bereit, bei der Verteidigung von Longshadow zu helfen.
Allerdings bestätigte die Magierin auch nach ihrer geistigen Gesundung, dass ihr die Geschichte mit den Eisengolems der Stadt merkwürdig erschien.

Um mehr über ein mögliches Doppelspiel im Stadtrat zu erfahren, hörten sich die Helden weiter um. Ihr Verdacht wurde weiter geschürt, als sie erfuhren, dass die Stadträte in den letzten Monaten ihr Verhalten geändert hatten: sie blieben stärker für sich und kappten frühere soziale Kontakte. Handelte es sich vielleicht tatsächlich um Gestaltwandler oder Infiltranten, die magisch die Gestalt der Stadträte angenommen hatten?
Kurzerhand brach Gris unsichtbar bei dem zum Stadtrat gehörenden Gießereibesitzer ein, in dessen Betrieb die etwas fragwürdig erscheinenden Golems geschaffen wurden. Die Durchsuchung verdichtete den Verdacht der Helden. Scheinbar war der Gießereibesitzer kürzlich systematisch alle seine alten Aufzeichnungen und Notizen durchgegangen. Wollte er nur sein Gedächtnis auffrischen oder perfektionierte da ein Doppelgänger seine Tarnidentität? Zudem fand Gris einen gut versteckten Zauberstecken, mit dem sich die eigene Gesinnung tarnen ließ. Nun waren die Helden sicher, dass zumindest mit diesem Stadtrat etwas nicht stimmte. Die Frage war allerdings, wie man das beweisen konnte und ob auch andere Stadträte ausgetauscht worden waren.
Auf Navahs Vorschlag konzentrierten sich die Helden nun auf die zum Stadtrat gehörende Priesterin. Wenn auch sie eine Hochstaplerin war, würde das leichter zu beweisen sein: ihre Kollegen verfügten über die geeigneten Zauber um doppeltes Spiel aufzudecken, und sie selber würde als Hochstaplerin/Doppelgängerin wohl nicht in der Lage sein, die für die Domänen ihres Gottes spezifischen Zauber zu wirken. Nachdem sich die Helden mit den Machtstrukturen im Tempel vertraut gemacht hatten, kontaktierten die Helden die „Kollegen“ der vermutlichen Hochstaplerin.
Anscheinend war dem ein oder anderen das Verhalten der Tempelvorsteherin bereits etwas merkwürdig vorgekommen, denn die Helden stießen nach anfänglichem Unverständnis auf offene Ohren (auch wenn ihre Methoden der Informationsgewinnung, wie etwa Spionage und Einbruch, nicht gutgeheißen wurden). Bei einer gemeinsam organisierten Befragung der Tempelvorsteherin in vertraulicher Runde, reagierte diese mit einem rasch vereitelten Fluchtversuch, was den Verdacht der Helden bewies. Mit Unterstützung der Priester konnte die Stadtwache dazu bewegt werden, auch die anderen Stadträte zwecks Überprüfung festzusetzen. Das verursachte allerdings einen Menschenauflauf. Macar konnte zwar die Menge etwas beruhigen, doch nicht zerstreuen. Der herbeigeeilte Bürgermeister reagierte mit Unglauben – wurde allerdings überzeugt, als eine Untersuchung der von seinen Stadträten initiierten „Eisengolems“ enthüllte, dass diese kaum mehr als bewegbare Eisenfiguren und auf keinen Fall in absehbarer Zeit funktionstüchtig zu machen waren.
Eine daraufhin durchgeführte Befragung der Stadträte mithilfe von Magie enthüllte sie alle drei als Gestaltwandler, die ihre Vorgänger ermordet und ersetzt hatten. Daraufhin wurden die drei Hochstapler hingerichtet. Im Nachhinein hätte man sie wohl noch etwas eingehender zu den Plänen der Invasoren befragen sollen…

Diese Dezimierung des Stadtrates schuf eine Lücke. Es war keine so große Überraschung, dass die Helden dabei helfen sollten, sie zu füllen und die Stadt auf einen drohenden Angriff der Hobgoblins vorzubereiten. Es war viel zu tun – und möglicherweise nur wenig Zeit. Die notorische Eigenbrötlerei und der störrische „Freiheitswille“ der Nirmathier machten die Sache teilweise nicht unbedingt leichter.
Gris konnte seine handwerkliche Ausbildung bei der Instandsetzung der ziemlich verfallenen Mauern einbringen. Auch wenn er kein Festungsexperte war, leistete er gute Arbeit.
Yulag glänzte bei der Ausbildung der neu gebildeten Miliz und dem Training mit der Stadtwache. Allerdings machte sich der Halbork einmal mehr durch seine ziemlich barsche und fordernde Art wenig Freunde. Zusätzlich wurden unter den Flüchtlingen Leute mit Kampferfahrung gesucht, die als Offiziere und Unteroffiziere der zum erheblichen Teil aus Flüchtlingen bestehenden Miliz dienen konnten. Die Waffenvorräte wurden aufgestockt, Lebensmittelvorräte revidiert und erweitert, ein Wachdienst organisiert. Beim Furagieren im Umland war Macar als erfahrener Waldläufer eine große Hilfe. Anvarion half bei der Organisation und Vorbereitung der Bevölkerung. Die Helden achteten auch darauf, dass die Versorgung größerer Verwundetenzahlen vorbereitet und die Sicherheitsmaßnahmen in der Stadt verschärft wurden. Sie rechneten damit, dass es die Hobgoblins auch in Longshadow ihren rätselhaften Teleportationszauber anwenden wollten. Um dem vorzubeugen, wurden potentiell geeignete „Landestellen“ regelmäßig nach magischen Anzeichen untersucht, da das Ritual nach dem Wissen der Helden eine gewisse Vorbereitung bedurfte. Alles in allem machten die Verteidigungsmaßnahmen gute Fortschritte.

Allerdings blieb auch der Gegner nicht untätig. Dies realisierten die Helden, als sowohl Anvarion als auch Navah (beides arkane Magiewirkende) von furchtbaren Albträumen heimgesucht wurden, was ihre Magie nutzlos machte. Eine genaue Untersuchung enthüllte einen auf ihnen lastenden Zauber. Zudem mussten die Helden feststellen, dass irgendjemand offenbar in ihre Quartiere eingebrochen war. Diese Personen hatten nichts gestohlen – aber vermutlich den Zauber gewirkt, der die Magiewirkenden betroffen hatte. Dies war in doppelter Hinsicht beunruhigend: Offenbar waren Feinde (oder ihre Sympathisanten) bereits in der Stadt – und es schien wahrscheinlich, dass sie in Vorbereitung eines baldigen Angriffs losgeschlagen hatten. Hoffentlich blieb noch genug Zeit, den feindlichen Fluch oder Zauber zu brechen…