Jetzt haben wir Höhlen der Schneehexe durch.
Was gefiel:
Mit Stubb und Redswift gibt es echte Nebenfiguren, dadurch kommt ein bisschen mehr Identifikation mit dem Helden auf. Auch der Heiler hat einen kurzen, aber eindrücklichen Auftritt.
Das Abenteuer ist auf der Entscheidungsbaumebene recht lösbar, aber nicht so einfach wie manche Einsamer-Wolf-Dinger; für mich genau der richtige Schwierigkeitsgrad.
Die Shared World der Fighting Fantasy Bücher wird hier (zum ersten Mal) ernsthafter vernetzt - erwähnt werden Fang, Port Blacksand, der Forst der Finsternis/Stonebridge und die Ereignisse um das entsprechende Spielbuch, es gibt sogar einen Abstecher zum Flammenden Berg.
Insgesamt finde ich den Band wie auch die Vorgänger von Jackson und Lvingstone sehr atmosphärisch, das ist einfach die große Stärke der Reihe.
Was nicht so gefiel:
Die schön erwähnte Integration in die Welt verkommt im dritten viertel des Abenteuers ein bisschen zur Trailershow. "DAS musst du auch noch spielen!"
Dass das Buch mit einigen "Das Abenteuer ist noch NICHT zu Ende, Ha!"-Wendungen aufwartet, ist schön, es wird aber ein bisschen dicke. Meine Kinder waren irgendwann genervt, dass sie es jetzt immer noch nicht geschafft hatten. Okay, dass die Yeti-Mission allein es nicht sein kann, war nicht klar ... aber dann: Schneehexe besiegen, Flucht und Schneehexe erneut besiegen, Reise nach Stonebridge, Reise zum Heiler ... wenn all das von Anfang an ein bisschen stärker verwoben gewesen wäre, hätte das vielleicht mehr Sinn ergeben. Am Anfang schon Geschichten über die Schneehexe gehört. Vorher ein Hinweis darauf, dass die Flucht ein eigenes Abenteuer sein wird. Früher von dem Todesfluch erfahren.
Und eine klassische Fighting-Fantasy-Unsitte: Man kann das Abenteuer nur bestehen, indem man an einer Stelle einen völlig unsinnigen Kampf anfängt, weil man den Loot braucht. Das macht echt die Konsistenz der Figur und Story völlig kaputt und ärgert meine Kinder. Da ist man nett zu dem eigentlich feindlichen Bergelfen, und dann muss man im Anschluss irgendwelche Köche niedermetzen, um an ihren Schrankinhalt zu kommen, von dem man nicht mal weiß, dass er etwas dringend Benötigtes enthält! Da verkommt das Spielbuch dann wieder zum reinen Stationen-Abklappern. Schade.
Insgesamt eine positive Bilanz, allerdings mit ähnlichen Schwächen wie schon Stadt der Diebe.