Autor Thema: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Der Bote  (Gelesen 203 mal)

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[RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Der Bote
« am: 18.12.2025 | 22:17 »
Akt I
- Zeit des Zorns -
Der Bote

Ihr standet zusammen. Nachdem Hirngar die schwere Bürde übernommen hat Silgra dem Tod zu übergeben, auf das sie ihrem Ehemann nach Helgard folgen konnte brauchtet ihr euch. Ein Gedanke welcher sich immer wieder in Hirngars Kopf festsetzte war, wer würde Miris Schicksal sein sollte der tollpatschige, unreife Huld eines Tages ob durch Feindeshand oder Unglück sterben. Doch er verdrängte diese düsteren Schatten. Gylfi und Aeryn brachten ihm alles bei was er über die Gesellschaft, Sitten und Gebräuche in zivilisierten Gegenden wissen musste. Oktar tat sein übriges in dem er euch von einer Handelsvertretung zur nächsten mitnahm, euch einem Empfang nach dem anderen bescherte und ihr so viel Zeit hattet euch in den Sitten und Gebräuchen der Wildlande zu üben. In der Stadt und den angrenzenden Ländereien wart ihr bekannt als „die Freunde aus dem Westen“ und ein jeder wollte euch kennen lernen. Ihr die Ehrengäste von Oktar Grimme, ihr die ihm die Axt seines Ziehsohns zurückgebracht hattet, ihr die ihr das Schicksal von Silgra geworden seid.

Oktar selbst verbrachte jetzt viel Zeit mit euch, zeigte euch die Sehenswürdigkeiten und war immer greifbar oder ansprechbar. Er genoss eure Gegenwart und versuchte alles euch den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Gylfi konnte die Bibliothek nach belieben nutzen um an seinen Sagas zu arbeiten oder um Hirngars Bitte nachzukommen nach einer Schrift über die ungezähmten Jahre zu suchen, wie Miri es ihm aufgetragen hattet und ihr fandet eine. Im letzten Regal, ein in dunkles Leder gebundenes Buch das auf dem Einband keinen Titel trug und doch in seinem Inneren eine Abhandlung über die finstere Zeit der ungezähmten Jahre enthielt. Ein weiterer Vers der Prophezeiung konnte in dem Buch gefunden werden, der da lautete:

With my death,
the Black Sun shines,
in approching darkness,
omens of the apocalypse
follow.

Aeryn lernte viel über das Benehmen von Damen und insbesondere über das Verhältnis von Konkubinen zu ihren Herren, wobei Lise die deutlich aufgeschlossenere der beiden Schwestern war. Aus den Gesprächen mit den Frauen und Dienern des Hauses Grimme konnte sie noch etwas erfahren. Rendre war einst ein Wulfr gewesen, sogar ein direkter Sohn von Raak, der ermordete Ask war sein Onkel. Doch Rendre wurde aus dem Clan verbannt, hatte er doch zu oft eine der Dienerinnen geschwängert und so seinen Vater eins ums andere Mal brüskiert. Schlussendlich wurden ihm alle Rechte und Titel aberkannt und er aus dem Gebiet der Wulfrs verjagt. Oktar nahm sich seiner an und behandelte ihn wie seinen eigenen Sohn.

Über den Weg nach Wretguard lernte die Elfe, dass die erste Station auf dem Weg in den Norden Hallwind war. Die Festung und Sitz des Saatigia Clans. Sieben Tagesreisen zu Pferd würden es sein durch sanfte Hügel und weite Felder. Der Bau der Festung Hallwind hatte über 150 Jahre gedauert und nur die Saatigias konnten es sich leisten Generation um Generation Unmengen an Geld für das Vorhaben auszugeben. Das Ergebnis war die stärkst und beeindruckendste Stadt und Festungsanlage in den Wildlanden. Allein die im Zentrum gelegen Festung hatte einen Durchmesser von über 150 Schritt. Dort würde man euch sicherlich mit offenen Armen empfangen.

Hinter Hallwind würde Nordhalle euer nächstes Ziel sein, ein Außenposten der Saatigias, welcher das Ende der Zivilisation ankündigte. Nordhalle war schon mehr eine gesetzlose Stadt, überfüllt mit gestrandeten Minenarbeiten und all jenen welche am Ende vom Kupferrausch ihr Hab und Gut nicht sichern konnten oder ihr Einkommen verloren. Oktar warnte euch, dass der Ort gefährlich war und die wenigen Stadtwachen welche die Saatigias dort hatten öfters weg- als hinsahen.

Von Nordhalle aus waren es vielleicht drei bis vier Tagesreisen hin zu den Dunkelwäldern welche auf dem Weg nach Wretguard lagen und nicht umgangen werden konnten. Das Land hinter Nordhalle war ein von Banditen und Gesetzlosen durchzogener Landstrich in dem das Recht des Stärkeren herrschte und man gut daran tat Fremden zu misstrauen. Die Dunkelwälder selbst konnte man in fünf bis sechs Tagen durchreisen und musste danach noch für gut zwei Tage dem alten Pfad folgen um Wretguard zu erreichen. Der letzte Teil der Reise würde vorbei an Mooren und versandeten Gewässern führen.

Gylfi lernte viel über die Sagas der Wildlande und über die Geschichte wie der Kupferrausch entstand und Gier die Herzen der Menschen übermannte. Wie viele reich wurden und doch alles verloren weil sie bis zu letzte nicht glauben wollten, dass die Adern erschöpft waren und der Reichtum versiegte. Zu den Ereignissen im verfluchten Wald konnte er nur Gerüchte und Halbwahrheiten finden. In ihm reifte die Erkenntnis, dass seit geraumer Zeit welche bis weit vor den Kupferrausch reichen mochte niemand den Wald lebend verlassen hatte. Aber auch hier in den Wildlanden gab es die Saga das ein Elf den Wald mit Samen aus Soj angelegt hatte und das dieser Wald einen bösen, verschlagenen Drachen anzog der von dem Schwert Alpdeed erschlagen wurde. Das Blut des Wurms triefte jedoch so vor Niedertracht, dass es langsam und schleichend über Aonen den Wald vergiftete und ihm zu dem machte was er heute war.

Ansonsten konnte er es sich gut gehen lassen und ihm wurde kein Wunsch verwehrt, regelmäßige Bäder, auch in Gesellschaft, Duftöle, Massagen und Rasuren waren immer möglich. Es hatte eindeutig seine Vorteile wie ein Fylkjarl behandelt zu werden und den reichsten Mann der Sturmlande seinen Freund nennen zu dürfen.
« Letzte Änderung: 21.12.2025 | 13:46 von Outsider »
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Der Bote
« Antwort #1 am: 21.12.2025 | 14:29 »
Das Wetter wurde von Tag zu Tag schlechter. Eisige Winde wehen vom Norden her heran und peitschten das Meer. Schaumkronen zieren die Wellen und Gischt fegt über das Wasser. Immer öfters ist der Boden am Morgen mit Raureif bedeckt den erste die fahle Mittagssonne vertreiben kann. Eiskristalle entstanden an den Fenstern und hin und wieder steht Schnee in der Luft der aber noch nicht liegen bleibt. Jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit bis die weiße Pracht sich über alles legt.

Im Inneren der Häuser, gemütlich am Feuer lies es sich aushalten, draußen jedoch waren die Winde schneidend und euer Atem kondensierte vor euch in der kalten Luft. Immer öfters war die Sonne verdeckt von grauen, tiefhängenden Wolkenbänken und es wollte kaum noch hell werden. Das Morgengrauen ging über in ein Zwielicht am Mittag welches wenig später schon wieder in der Abenddämmerung mündete.

Dieser Tag war noch ein wenig garstiger als die anderen. Ein Hagelschauer nach dem anderen prasselte auf Storhavn nieder und draußen in den Straßen sammelten sich die kleinen Eiskörner zu Haufen die nur langsam abtauten und ein Rinnsal eiskalten Wassers in Richtung Hafenbecken schickten. Wer konnte blieb dieser Tage zuhause an Feuer und Herd.

Es wäre eigentlich bald Zeit für das Mittag und erschrocken stelltet ihr fest wie schnell man sich an das Leben unter Dienern gewöhnen konnte. Wenn man keine Sorgen haben musste und alles für einen erledigt oder gerichtet wurde.

Doch anstatt des Rufs zu Tisch erschien ein leichenblasser Rendre und ruft euch zusammen, Oktar hatte nach euch geschickt. Nur wenige Kerzen erhellen sein Anwesen und auch die Dienerschaft an der ihr vorbeikamt wirkt verstört, tuschelte in Gruppen, einige weinen Still.

Schon von weitem konntet ihr das knallen einer Peitsche und das schmerzerfüllte aufstöhnen eines Mannes hören. Oktar erwartete euch im Raum der Runen und ihr musstet mit erschrecken feststellen, dass auch Oktar leichenblass it. Seine Augen Trüb, seine Wangen eingefallen, Schwäche unendliche tiefe Schwäche hatte ihn übermannt. Seine Haut war grau und aschfahl. Vor ihm kniete ein junger, schlanker Mann der vielleicht so groß wie Gylfi ist. Sein Hemd ist über die Schultern zurückgezogen und einer der Hirdmänner Grimmes schlug wieder und wieder mit einer Peitsche auf ihn ein. Rote Striemen zieren die helle Haut und es ist bereits Blut geflossen, dass in dünnen Rinnsalen am Rücken herunterläuft und im Saum der Hose des Mannes versickert. Unter den Schlägen waren nur kurze Grunzer und Stöhnen zu vernehmen jedoch kein Beklagen oder gar wegzucken.

Als Oktar euch sieht hellte sich sein Blick für den Bruchteil eines Herzschlages auf doch der Moment währt nicht lange.

„Bitte ihr müsst mir helfen!“ seine Stimme ist brüchig, kraftlos wie seine Gestalt. Euer Gastgeber ist nur noch ein Schatten seiner selbst.

„Ein Bote aus Wretguard ist eingetroffen, Miri…“ bittere Tränen rollen über Oktars Gesicht „…Miri, mein Herzenskind, mein einziges leibliches Kind, mein Wirbelwind sie ist…“ es fällt ihm sichtlich schwer die Worte auszusprechen „…sie hat die Reise nach Wretgurad nicht überlebt. Sote hier, bringt traurige Kunde, sie und ihre Reisegruppe soll von einem Bären angegriffen worden sein. Nur Huld hat schwer verletzt überlebt, alle anderen…“ Oktar bricht die Stimme er muss neu ansetzen.

„Alle anderen sind tot!“

Oktar vergräbt sein Gesicht in seinen zitternden Händen.

Euer Blick fällt auf Sote, er muss einer der Sklaven der Hagtorns sein und in den Wildlanden war es üblich den Überbringer schlechter Nachrichten zu bestrafen.   
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Offline klatschi

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Der Bote
« Antwort #2 am: 24.12.2025 | 12:38 »
Hírngar
in Storhaven


Die Zeit in Grimhaven war ein Wechselbad der Gefühle gewesen. Die Bürde, die Hírngar übernommen hatte, lastete auf ihn, nicht, weil er noch nie ein Leben genommen hatte. Bei weitem nicht, er war als Söldner der Jarnkett viel zu oft in Scharmützel verwickelt gewesen, öfter, als ihm lieb war. Es waren die Gebräuche der Wildländer, die dafür sorgten, dass diese Frau darum gebeten hatte, ihr Leben zu geben. Stoisch, ohne einen Hauch des Zögerns. Hírngar hatte in diesem Moment verstanden, dass er das Leben als etwas kostbares sah, sein Leben, Miris Leben, das Leben seiner Gefährten. Aber auch das Leben dieser Frau. Es hatte keine Not gegeben, dass diese Frau sterben sollte. Jeder, der etwas anderes denkt, ist ein Barbar!
Und doch hatte er sich innerlich gestählt, wollte ihr einen sauberen Tod schenken - sie hatte ihn verdient.

Die Tage danach vergingen wie im Flug, ein angenehmes Ein und Aus aus Gesprächen mit seinen Gefährten, Benimmübungen, Lächeln und Verbundenheit, Ausflügen mit Oktar. Hírngar traute sich endlich, öffnete sich, berichtete von seinem Lied und seiner Geschichte. Er erzählte von Miris Vers, wobei er das, was er und die Tochter Oktar Grimmes gesprochen hatten, stark verkürzte. Es war sein Gespräch mit Miri gewesen und er konnte sich viel dessen, was sie sagte, noch genau erinnern, sich ihr Lächeln vorstellen. Er wollte dies nicht teilen, aber er wollte etwas von sich teilen, Aeryn und Gylfi zeigen, dass er ihr Gefärhrte und Wegbegleiter sein wollte. Er zeigte ihnen den Armreif, sang ihnen das Lied vor und berichtete alles, was er wusste. Wie froh er war, als Gylfi schließlich fündig wurde und ein weiteres Fragment zu Tage brachte. Ich werde es Miri in Wretgard singen und dann kann sie sicherlich etwas aus diesen Versen machen! Wretgard wurde zu einem neuen Ziel, der Wunsch, loszuziehen, immer stärker. Doch das Wetter und der Winter entschieden anders. Geht es ihr gut in Wretgard? Kann sie sich mit Huld arrangieren, ihrem Leben?

Das, was Aeryn über die Reise in Erfahrung gebracht hatte, stieß ihn in einen Wirbelsturm der Gefühle. Der angedeutete Weg und seine Gefahren erzeugten Szenen des SChreckens in Hirngars Kopf, Banditen, die die Wagen überfielen, gebrochene Wagenachsen und eine frierende Miri im Schnee, die fror und hilfesuchend blickte. Ein Blick, wie auf dem Bankett. Ein Blick, wie auf ihrer Hochzeit. Als ihr neues Leben begann, dass sie hasste. Hirngar malte sich aus, wie er ihr zur Seite stünde, wie er ihre Zuneigung gewinnen würde, sie in die Arme nehmen würde und vor allem Unbill schützen könnte. So wie beim Bankett. 'Mein Retter in der Not' hatte sie mich genannt... Die gemeinsamen Stunden mit Otkar in diesen Stunden waren eine erfreuliche Ablenkung, es geschah so viel in den Tagen ihres Aufenthalts, dass die trüben Gedanken und Schreckensszenarien verdrängt wurden.

Als Hírngar schließlich den anderen hinterherschriet und auf das Geräusch der Peitsche zulief, spürte er eine Unruhe. Barbaren, sie sind nichts weiter als Barbaren. Hírngar hatte das Geräusch der Peitsche.  Doch all das verschwand augenblicklich, als er das Gesicht Oktar Grimmes sah. Hírngar spürte einen Knoten, der sich in seiner Magengegend zusammenzog, das unausweichliche Gefühl, das den ganzen Körper zusammenzog, die Muskeln spannte. Miri! Was sagt der Alte?? Die Haare an seinen Armen stellten sich auf, er spürte die Kälte durch die Schweißtropfen, die sich auf seiner Haut bildeten. Panik. Angst. Miri! Das Peitschen und Wimmern des Boten wurde zu einem dumpfen Hintergrundgeräusch, Hírngar störte sich nicht mehr daran. Wut flammte auf. Auf Otkar, der seine Tochter weggegeben hatte. Auf den Boten Sote, den Unglücksraben. Tränen des Zorns und der Hilflosigkeit stiegen in Hírngars äugen, er ballte die Fäuste und sein ganzer Köper begann vor Anspannung zu zittern.
"Miri?" war alles, was er krächzen konnte.

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Der Bote
« Antwort #3 am: 25.12.2025 | 15:50 »
„Ja, Miri!“ brüllt Oktar und steht halb aus seinem Stuhl auf die Faust einem unbekannten Feind am Horizont entgegengereckt. Die Knöchel treten weiß hervor, so fest ballt er die Hand und in dem Augenblick hat er mehr Ähnlichkeit mit einem rachsüchtigen Ebenbild Sturmis als mit dem Anführer des Grimme Clans, doch viel zu schnell geht der Moment vorbei und er sackt kraftlos zurück.

„Haltet ein!“ befehlt er dem Hirdmann barsch, welcher die Peitsche sinken lässt. „Und du…“ er wendet sich an Sote „…erzähl was du mir gesagt hast, lass nichts aus!“

Ohne sich von Oktar abzuwenden oder gar aufzustehen ertönt die klare Stimme des Sklaven in der Halle der Runen.

„Es ist ein paar Wochen her, da kam Haldur Ouvar nach Wretguard. Auf einem Wagen lag gebettet, der schwer verletzte Huld Hagtorn. Ouvar erzählte, er wäre auf dem Rückweg nach Wretguard gewesen als er an einem Gemetzel vorbeikam, nicht weit von Wretguard entfernt. Der Einzige der noch lebte war Huld, alle anderen waren von einer wilden Bestie erschlagen worden und bis zu Unkenntlichkeit verstümmelt. Haldur hat Bärenspuren am Ort der Tragödie gefunden. Huld befindet sich in der Obhut unser Heilerin Maria, auch wenn sie die beste Heilerin in den Sturmlanden ist, ist Hulds Schicksal ungewiss, so schwer sind seine Verletzungen. Haldur wusste nicht wie lange der verletzte Huld dort gelegen hat. Als Fylkjarl Tomus Hagtorn aus Storhavn zurückkam und sah was passiert ist schickte er mich unverzüglich los diese traurige Nachricht zu überbringen. Das ist was ich euch berichten kann.“

„Ahhh…“ Oktar brüllt auf vor Wut und Geifer spritzt über seinen Bart „…eine Bestie, bei Sturmi eine Lüge! Ein Bär hätte Hallak und Strang nichts entgegenzusetzen gehabt. In ihrer Gegenwart hätte nicht einmal ein Ioi (Dämon) aus Blotheim gewagt seine hässliche Kralle an meine Tochter zu legen! Ich…“

Oktar sackt wieder auf den Stuhl zurück. Kraftlos von Trauer übermannt.
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Online Hinxe

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Der Bote
« Antwort #4 am: 26.12.2025 | 18:12 »
Gylfi
Im Raum der Runen im Anwesen des Oktar Grimme


Gylfi hatte nach der Bestattung und dem Tods Silgras ein paar Tage gebraucht, um die düstere Stimmung, die sich seiner bemächtigt hatte, abzuschütteln. Mit vielen Worten hatte er Hírngar gedankt. Die langen Gespräche mit ihm und Aeryn hatten sehr geholfen, er hatte viel Zeit mit dem Studium der alten Sagas dieser Gegend verbracht und seine Erkenntnisse dann mit den beiden geteilt. Verwundert hatte er zur Kenntnis genommen, dass es anscheinend eine Verbindung gab zwischen Aino, von der er weiterhin regelmäßig träumte, dem neuen Gefährten, dessen Vergangenheit ihn überraschte, der jungen Braut und dem Land, in das es ihn verschlagen hatte. Hat das Schicksal hier etwas vor mit mir, mit uns?

Die Antwort auf diese Frage kam schneller als gedacht. Als der Alte vor dem erschütterten Oktar stand und die Geschichte dieses gequälten Sklaven anhörte, kam es ihm vor, als erlebte er einen Moment der Klarheit. Ähnlich jenem bedeutungsschwangeren Tag, als er in der Wildnis von den flowras errettet worden war. Ein Weg tat sich auf, den er gehen würde. Er hoffte, dass Aeryn und Hírngar ihn mitgehen würden, aber gehen würde er ihn auch ohne sie.

Der alte bruid blickte Oktar direkt in die trüben Augen. Mit fester und ernster Stimme sprach er laut und deutlich: "Oktar Grimme, ich gelobe Dir, das Schicksal Deiner Tochter Miri Grimme, Braut des Huld Hagtorn, aufzuklären. Ich werde nach Wretguard reisen und herausfinden, was  mit Deinem Kind passiert ist, oder bei dem Versuch sterben. Das schwöre ich bei meiner Ehre, sowahr mir der tapfere Halawen beistehe, und bei meinem Blut." Mit diesen Worten zog er sein kleines Messer, fügte sich einen Schnitt an seiner rechten Hand zu, so dass Blut hervortrat und in seine Handfläche rann, und reichte seinem Gastgeber und mittlerweile Freund eben diese Hand.
« Letzte Änderung: 26.12.2025 | 18:27 von Hinxe »
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Der Bote
« Antwort #5 am: 26.12.2025 | 21:12 »
Fast schon gierig macht Oktar einen Schritt nach vorne und ergreift die blutende Hand des Skwilden.

„Mein Freund, ihr bietet an worum ich nicht zu bitten gewagt hätte. Ihr habt mir die Axt Azlahns aus dem verfluchten Wald ohne Wiederkehr gebracht. Wen wenn nicht euch und eure Gefährten sollte ich dafür erwählen die Geheimnisse des Mordes an meiner Miri zu entwirren. Bei Sturmi, meine besten Krieger mochten meine Tochter nicht beschützen, ich bete das euch gelingen mag was anderen verwehrt bleibt!“

Tränen der Trauer und der Wut rinnen über das Gesicht des alten Mannes.

"Ich weiß noch nicht wie ich euch entlohnen kann, aber dieser Clan braucht Nachfolger für den Fall das mir keine Kinder mehr beschert sein werden."

Hinter euch könnt ihr Rendre unterdrückt aufstöhnen hören.

"Ich muss darüber nachsinnen, aber euer Gewicht in Gold sei euch gewiss, wenn ihr mir sagen könnt welch düsteres Schicksal mir Miri nahm!"
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Offline klatschi

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Der Bote
« Antwort #6 am: 28.12.2025 | 01:34 »
Hírngar
Im Raum der Runen im Anwesen des Oktar Grimme


Ich muss sie finden! Der erste Impuls. Das Aufbäumen, Nicht-Akzeptieren. Ich muss Sie finden! Jetzt!
Sein ganzer Körper schreit danach, auf dem Absatz kehrt zu machen, diesen Schatten eines Mannes in seiner Trauer und seinem Selbstmitleid zurückzulassen, und sich der Sache anzunehmen. Er, der Miri zu diesem Schicksal verdammt hat, er, der sie erst mach Wretguard verkauft hat, wie ein Schacherer auf dem Marktplatz ein Stück Fleisch feilbot.
Hírngar schwieg und tat nichts. Zu sehr hatten Gylfis und Aeryns Lektionen sein Verhalten geprägt und zu sehr war er immer noch unfähig, überhaupt etwas herauszubekommen. Im Kopf überschlagen sich die Fakten: Wretguards Lage, der Winter, was er seinen Gefährten antun würde. Ich werde sie zurücklassen, ich kann das dem Alten nicht zumuten.

Und dann spricht der skwilde Worte, die Hírngars Herz offenlegten, er spricht Worte, die der Holzfäller gerne gesprochen hätte, wenn seine verdammte Zunge nicht so an seinem Gaumen geklebt wäre oder wenn er gewusst hätte, wie man Worte so bedeutungsschwanger aneinander reihte. Er spürte die Wucht des Moments, als der skwilde das Messer an seine Hand setzte.

"Wir brechen auf!", presste Hírngar aus wütend aufeinandergepressten Zähnen hervor und nickte Oktar Grimme entschlossen zu.
Miri... Wir kommen.
« Letzte Änderung: 28.12.2025 | 01:36 von klatschi »

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Der Bote
« Antwort #7 am: 28.12.2025 | 21:40 »
Aeryn Aulí
Im Raum der Runen im Anwesen des Oktar Grimme


Die Tage waren wie im Fluge vergangen. Weniger wegen der opulenten Aufmerksamkeit, die Oktar Grimme Gylfi, Hírngar und Aeryn schenkte, sondern vielmerh wegen der verschiedenen Aufgaben. Eine Reise vorbbereiten, Leute und Land besser kennen lernen, die eigenen Fähigkeiten schulen. Das und der Austausch mit ihren Gefährten. Sowohl Gylfi als auch Hírngar waren für ein besonderes Schicksal ausersehen. Das erkannte Aeryn nun. Sollte sie ihre eigene Suche hierfür zurückstellen? Antworten finden sich manchmal in der unerwartetsten Ecke. Auch das war eine Lektion ihres Lehrers, ihres Mentors. So war es kein schwerer Entschluss, den Pfad ihrer Gefährten weiter gemeinsam zu beschreiten. Aeryn freute sich auf den Tag, wo sie wieder in Bewegung kommen würden. Auch wenn sie nicht genau wusste, wann dieser Tag da sein würde.



Das kann nicht war sein! Aeryn war wie versteinert. Sotes Worte und Oktars Worte klangen in ihr noch nach. Miri sollte tot sein? Nach allem, was sie von Hírngar und Gylfi gehört hatte, war Aeryn davon ausgegangen, dass sie ihr in Wretguard bald einen Besuch abstatten würden. Jetzt soll sie nie dort angekommen sein. Die Verse, die Gylfi und Hírngar bis hierhin zusammengetragen hatten, ließen keine Hoffnung in ihr aufkommen, aber Aeryn war wütend. Und so trotzte ihr Herz ihrem Verstand doch einen kleinen Funken ab. Sie würden nach Norden reisen. Sie würden herausfinden, was dort geschehen war. Und - sollte auch nur die kleinste Chance bestehen - sie würden Miri finden und retten. So nahm Aeryn wieder aufmerksam wahr, was ihre Gefährten taten und antworteten. Sie freute sich, dass es ihnen nicht im Mindesten anders ging als ihr. Sie blinzelte eine einzelne, kleine Träne weg und wandte sich Gylfi, Hírngar und dem Oktar zu. Mit einem kühnen, trotzigen Lächeln antwortete sie, fest, nur mit einem kleinen Bruch gegen Ende des Satzes: "Wir brechen auf, werden ihr Schicksal herausfinden und Euch davon unterrichten. Und wir werden herausfinden, wer oder was dahinter steckt. Für Euch und ... für Miri." Sie hätte gerne noch viel mehr gesagt. Noch viel mehr versprochen. Sie wusste aber, dass zu große Töne oft ein erster Schritt zur eigenen Katastrophe war. Wenn du dein Wort gibst, halte es in Gänze ein. Zu deiner Ehre und zur Ehre der Person, der du dein Wort gegeben hast. Mehr tun als du versprochen hast, kannst du dann immer noch, wenn die Gelegenheit sich bietet. Diese Worte ihres Mentors brannten in diesem Augenblick in ihrer Erinnerung.

Aber ihr Herz schlug wild und brannte heiß. Wer auch immer dieses Schicksal für Miri veranlasst hatte, würde es büßen.
"Lassen Sie uns die leichten Raumanzüge anziehen - schließlich wollen wir ja nicht ins All." (Koloth, Sohn des Rodoth)

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Der Bote
« Antwort #8 am: 29.12.2025 | 12:08 »
Auch wenn ihm immer noch Tränen über die Wangen laufen ist etwas von der alten Entschlossenheit in seinen Blick zurückgekehrt. Euch ist klar, dass er erneut in Trauer versinken wird sobald ihr auf Reisen seit, hatte er doch vor wenigen Wochen erst das Schicksal seines Ziehsohns Azlahn erfahren und jetzt sogar seine leibliche Tochter verloren. Für den Moment aber ist er wieder das handelnde Clanoberhaupt des Grimme Clans, der reichste Mann der Wildlande für den es keine Grenzen gibt.

„Nehmt aus meinen Kammern was immer ihr für notwendig erachtet, Geld und Pferde stelle ich euch. Sote wird euer Führer nach Wretguard sein, er kann euch alles über den Hagtorn Clan und die anderen Bewohner von Wretguard erzählen. Er kennt die Wege zwischen Storhavn und dem Norden wie kein zweiter, so ist sichergestellt, dass ihr nicht fehlgeht bis ihr Wretguard erreicht!“
« Letzte Änderung: 29.12.2025 | 13:12 von Outsider »
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Der Bote
« Antwort #9 am: 29.12.2025 | 23:43 »
Gylfi
Im Raum der Runen im Anwesen des Oktar Grimme


Die Reaktionen von Aeryn und Hírngar überraschten Gylfi nicht mehr wirklich, bestätigte bei ihm aber erneut das gute Gefühl, sich die richtigen Gefährten ausgesucht zu haben. Schließlich hatte er sich ihnen schon vor wenigen Wochen soweit geöffnet, dass er von seiner Begegnung mit der Hexe in den Wäldern irgendwo zwischen den Mitt- und den Sturmlanden erzählt hatte. Die Vettel weissagte mir, dass noch zu meinen Lebzeiten der Fimbulwinter hereinbrechen würde. Ich sollte das Kind des Lichts treffen und dem Heerführer der Schwarzen Sonne gegenübertreten. Diese Gestalten tauchen auch in der Prophezeiung auf. So hatte er Ihnen berichtet, was zuvor noch niemand erfahren hatte.

Der Alte nickte der Elfe und dem Waldläufer dankbar zu und wandte sich dann wieder Oktar zu. "Wir werden mit Hilfe Deines Angebots so schnell sein, wie es nur geht. Doch ich erbitte eine weitere Gabe, die in Deinen Augen ungewöhnlich scheinen mag. Doch ich versichere Dir, Schwertjarl, dass es mir dabei helfen wird, die Aufgabe zu bewältgen." Mit diesen Worten holte er mit seiner noch blutigen Hand eine kleine Statue aus schwarzem Stein hervor, in der der Betrachter die abgegriffene Figur eines Zwergen erkennen konnte, der einen Becher oder Kelch hält. Gylfi näherte sich damit Oktar. "Lass mich Deine Tränen sammeln. Sie vermögen die Macht, mit der ich den Willen der flowras aus dem Nebel in unsere Welt ziehe, zu stärken. Ich befürchte, dass ich viel davon brauchen werde..." Zu seiner Überraschung gewährte der Gastgeber die Bitte. Vorsichtig sammelte der bruid einige Tränen ein und trat dann zurück. "Ich danke Dir!"

Danach wandte der skwilde sich sowohl an Oktar als auch an Rendre. "Sollte Miri wirklich getötet worden sein, wovon ich noch nicht vollständig überzeugt bin,...", kurz warf er Sote einen abschätzigen Blick zu, "...wie verhält es sich dann mit der Verbindung zu den Hagtorns? Ist die Mitgift schon ausbezahlt? Bleibt die Verbindung, die die Ehe knüpfen sollte, weiter bestehen?"
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Der Bote
« Antwort #10 am: 30.12.2025 | 01:01 »
Oktar hört dem Skwilden bedächtig zu überlässt dann aber Rendre das Reden welcher noch sichtlich mit seiner Fassung ringt, ob des Angebots von Oktar die Nachfolge des Clans möglicherweise in die Hände von Ausländern zu legen.

Rendre muss sich mehrfach räuspern.

„Die Mitgift ist verhandelt und ausgezahlt, sie ist mit Tomus Hagtorn nach Wretguard verbracht worden. Die Verbindung wird schwerlich bestehen bleiben hätte doch erst ein gemeinsames Kind diese endgültig besiegelt. So steht es Huld frei erneut zu heiraten.“ Nach einer kurzen Pause ergänzt Rendre noch: „Wenn er das denn will und nach einer angemessenen Frist der Trauer versteht sich. Welche…“ jetzt blickt Rendre zu Oktar und man sieht das er angespannt ist „…gemessen an der Zeit welche die zwei vermählt waren, nicht sehr lang ist.“
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Der Bote
« Antwort #11 am: Heute um 12:19 »
Oktar bleibt gebrochen und alleine in der Halle der Runen zurück während ihr eure Reisevorbereitungen trefft. Die Entscheidung fällt darauf einen Wagen mitzunehmen, Proviant, Futter für die Pferde und ein trockener Platz zum Schlafen sprechen einfach ihre eigene Sprache. Das Wetter ist deutlich schlechte als noch zu eurer Reise nach Storhavn und da hattet ihr den Luxus ein Schiff zu nehmen. Es wird noch kurz diskutiert ob man nicht erneut ein Schiff nehmen sollte um nach Jordek zu segeln, aber der Weg von Jordek nach Hallwind war nur um wenige Wegstunden kürzer und nicht so gut ausgebaut wie der Kupferweg. Eine Schiffsreise bis ganz in den Norden in das Gebiet des Blauaxtclans fiel aus. Dort würde man euch nicht mit offenen Armen empfangen und mit dem schlechter werdenden Wetter wurde auch die See unsicherer, so blieb es beim Kupferweg.

Sote erhielt eine erste Wundversorgung nachdem seine Strafe wegen der Überbringung der schlechten Nachrichten beendet worden war, aber gut ging es dem Sklaven nicht. Ihr konntet euch die Schmerzen schwerlich ausmahlen und er war für die nächsten Wochen eurer Führer. Genauso im Sattel wie ihr, den Wagen lehnte er ab und ritt auf seinem eigenen Pferd.

Bepackt und mit einem Ersatzpferd ausgestattet verliest ihr früh am nächsten Morgen Storhavn, eure Zeit als Jarls war vorbei. Der harsche Alltag der Straße hatte euch wieder und die Vorzeichen eurer Reise waren so düster wie die bleigrauen Wolken welche tief über dem Land hingen. Eiskalter Regen peitschte euch von Norden entgegen als würde das Land oder etwas in ihm nicht wollen das ihr kommt. Nur dem Kupferweg war es zu verdanken, dass ihr trotz aller Widrigkeiten gut vorankamt. Die Straße war ein Meisterwerk und selbst jetzt nach Jahren der Vernachlässigung noch immer gut zu befahren. Vor eurem inneren Auge könnt ihr die Wagenladungen an Kupfer sehen welche auf diesem Weg aus dem Norden kamen und die Gegend reich gemacht haben. Viel reicher als es ein so verlassener wilder Landstrich eigentlich hätte sein sollen. Jetzt jedoch war der Kupferweg so gut wie leer und nur das Unwetter war euer ständiger Begleiter. 

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