Autor Thema: Reading Challenge 2026  (Gelesen 1161 mal)

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Offline Infernal Teddy

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Reading Challenge 2026
« am: 1.01.2026 | 00:10 »
Die Reading Challenge geht mittlerweile ins ELFte Jahr, und wie immer können alle mitmachen. Zu gewinnen gibt es nichts außer spannenden Erfahrungen, neuen Eindrücken und guten Lektüreempfehlungen.  :)

Mitmachen könnt ihr wie immer ganz einfach und unverbindlich:
   
Setze dir ein persönliches (Lese-)Ziel - da kann zum Beispiel eine bestimmte Anzahl Bücher, das Einrichten eines festen Leseabends oder das Lesen bestimmter Bücher sein. Die Challenge soll zu dir passen.
Melde dich hier im Thread unter Angabe deiner persönlichen Challenge.
LIES!


Schreib hier im Thread, wie es um den Fortschritt deiner Challenge bestellt ist. Kurze Rezensionen oder persönliche Eindrücke zu gelesenen Büchern sind ausdrücklich erwünscht, ebenso wie Gespräche darüber.

Also ran an die Bücher, Lesegeräte oder E-Book-Reader, Challenge gesetzt und los gehts!

Mitlesende 2025:
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  • DonJohnny 0/1
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  • Raiden 0/18
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« Letzte Änderung: 26.01.2026 | 21:58 von Infernal Teddy »
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Teddy sucht Mage

Offline Sard

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #1 am: 1.01.2026 | 08:58 »
Ich starte wieder mit dem Ziel 30.
"Nichts ist so gerecht verteilt wie der gesunde Menschenverstand. Niemand glaubt mehr davon zu brauchen als er hat." René Descartes

"Der Wein muß in den Koch hinein". (Daniele Persegani, Fernsehkoch bei "alicekochen".)

Offline Bombshell

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #2 am: 1.01.2026 | 10:59 »
Ich werde wieder mit 12 Büchern dabei sein und diese in diesem Beitrag aktualisieren.
Kurze klare Worte

Offline Menthir

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Offline Albrun Gebikung

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #4 am: 1.01.2026 | 11:50 »
Ich spiele auch wieder mit. Dieses Jahr stehen 17 Bücher auf meiner Kommode, die ich aber diesmal ganz bewusst ausgewählt habe, weil ich sie lesen WILL.. - letztes Jahr war die Auswahl ja sehr zufällig entstanden und nicht jedes Buch traf meinen Nerv.

Offline DonJohnny

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #5 am: 1.01.2026 | 12:00 »
Ich hoffe das Ziel ist nicht unrealistisch aber das wird sich zeigen. Ich nehme mir vor ein ganzes Buch zu lesen. Chasm City, der zweite Teil von Alastair Reynolds Infinity Space Zykluses.
SL: "Und damit wäre die Theorie, dass wir an einem Samstagabend weniger albern sind als an einem Freitagabend, widerlegt."
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Offline Infernal Teddy

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #6 am: 1.01.2026 | 13:06 »
1/100: Simon R. Green - Wer die Nachtigall hört (Geschichten aus der Nightside 3) 3/5
2/100: Simon R. Green - Der Fluch der Dunklen Mutter (Geschichten aus der Nightside 4) 3/5
3/100: James O'Barr - The Crow 5/5
4/100: Ursula Poznanski - Erebos 3/5
5/100: Dan Abnett - Malleus (Eisenhorn Trilogy 2 / Inquisition Series 2) 3/5
6/100: V. E. Schwab - Bury our bones in the midnight soil 3/5
7/100: J. R. R. Tolkien - The Silmarillion 5/5
8/100: Battletech - Total Warfare
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Offline DonJohnny

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Offline kamica

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #8 am: 2.01.2026 | 00:27 »
Ich melde mich für 12 Bücher.

Offline Menthir

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #9 am: 2.01.2026 | 07:08 »
#1 - Stefan Jordan - Geschichtsschreibung - Geschichte und Theorie

Stefan Jordans Buch ist eine überaus solide, selbstkritische und behände Reflektion über die Historiografie. Im ersten Teil beginnt er mit einer historischen Herleitung, die er zwar global aufzubereiten und zu beschreiben versucht, dabei aber konstatiert, dass moderne Historiografie doch am Ende v.a. westlich und auch männlich geprägt ist.
Weiter beschäftigt er sich mit dem Verhältnis zwischen Historiografie und Geschichtsphilosophie in diesem Teil.

Im zweiten Teil beschäftigt er sich vor allem mit formalen und formellen Fragen, und erläutert unter anderem die Formen der Geschichtsschreibung (auch in ihren fiktiven Formen, wie dem historischen Epos oder dem historischen Roman) sowie die Funktion der Geschichtsschreibung (bspw. Erinnerung, kollektives Gedächtnis, aber auch historische Sinn- oder Identitätsbildung)
Abgeschlossen wird es mit einer kurzen Einführung in die Quellen und Authentizität von Geschichte.

Was auf den ersten Blick trocken wirken mag, ist es bei genauerer Betrachtung nicht. Das liegt zum einen daran, dass Jordan das Werk herrlich unprätentiös in Duktus und Form präsentiert und die Information sowie Analyse nicht überfrachtet, sondern zielführend und flott schreibt für ein theoretisches Werk, ohne jedoch in Floskeln oder Flapsigkeiten abzurutschen. Zum anderen wartet Stefan Jordan auch mit einigen wichtigen Diskussionen auf. So entgeht ihm nicht, dass Geschichte auch immer wieder vereinnahmt wird, und entwickelt u.a. daran die These, dass moderne Geschichtswissenschaft auf die Ausbildung eines demokratischen Gemeinwesens angewiesen ist, da sie ansonsten nur Füllfederhalter bspw. autokratischer Mächte ist und damit in ihrem Ansinnen nicht mehr funktional ist. Nur in dem offenen, freien Meinungs- und Wissensaustausch ist moderne Geschichtswissenschaft seiner Meinung nach funktional, inkl. Freiheit der Wissenschaft.

Dass das Werk also durchaus mit Blick auf die Zukunft der Geschichtswissenschaft, gerade unter dem Eindruck der Entwicklungen rund um Fake News oder der Autokratisierung der westlichen Länder (allen voran den USA), geschrieben ist, macht es umso eindrücklicher.

Abgerundet wird es mit einer Bestandsaufnahme der aktuellen Globalgeschichte mit einer vertieften Erklärung des Autors dazu, warum die Historiografie historisch westlich und männlich aufgestellt ist, und was das global für eine Bedeutung hat; was die Grenzen und Perspektiven dazu sind; und warum es so schwer ist, die eigene Perspektive zu verlassen, bei aller Absichtserklärung.

Insgesamt regt das Buch dazu an, sich auch mit seiner eigenen Position im Sinne der Historiografie auseinandersetzen und bietet einen sehr guten, eindrücklichen Einstieg in die Thematik. Insgesamt ist es also sehr empfehlenswert.

8,5 von 10 Punkten
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Offline Sindaja

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #10 am: 2.01.2026 | 12:31 »
Ich mache wieder mit. Dieses Mal 36 Bücher. Bei 40 schiebe ich sonst wieder so viele Geschichtszeitschriften ein...

Das erste habe ich auch gerade fertig gelesen:
1. Veronica Roth: Divergent
Lange keine Dystopie mehr gelesen. Diese hat mich gut gefesselt. Eine Stadt, 5 Fraktionen und jugendliche "Hauptdarsteller". Ausbildung, politische Konflikte, Feindschaften, Freundschaften, Romanzen. Ein guter Mix.

Offline angband

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #11 am: 2.01.2026 | 12:40 »
Ich würde wieder mit dem Ziel von 52 (Hör-)Büchern mitmachen.

Offline Clawdeen

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #12 am: 2.01.2026 | 15:40 »
Ich schließe mich mit 40 (Hör-)büchern als Ziel an.
In der Macht der Dunkelheit liegt ein Hauch von Dämlichkeit.

Offline Raiden

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #13 am: 2.01.2026 | 19:16 »
Ich bin wieder mit 18 Büchern dabei und werde es hier im Post aktuell halten.
For he today that sheds his blood with me shall be my brother, be he ne´er so vile, this day shall gentle his condtion.

Offline Robert Paulson

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #14 am: 2.01.2026 | 21:13 »
Mein Ziel sind 8 (Hor-)bücher.

Offline Albrun Gebikung

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #15 am: 2.01.2026 | 21:40 »
Das erste Buch hab ich tatsächlich auch schon durch:

"Die Hand des Omega" von Ben Aaronovitch (ein Doctor Who Roman) - 238 S.

Offline Menthir

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #16 am: 4.01.2026 | 17:42 »
#2 - Nikolaus Braun - Über Geld nachdenken - Klug entscheiden, gelassen bleiben, Lebensqualität gewinnen

Dann und wann lese ich in Absprache mit Freunden ja bekanntlich die ein oder andere Ratgeberliteratur, und in diesem Sinne ist auch dieses Werk zu betrachten. Jetzt muss man dazu wissen, dass ein Großteil meines Freundeskreises aus Schultagen in die Richtung BWL/VWL studiert hat, und dabei die unterschiedlichsten Lebensentwürfe bei herausgekommen sind. Ich hingegen bin ein Finanzmuffel und dieses Buch sollte mich zum Nachdenken darüber anregen.

Ich nehme es vorweg, ich bleibe Ratgeberliteratur gegenüber kritisch. Dem Werk von Dr. Braun muss man lassen, dass es relativ unprätentiös daherkommt. Es verspricht weder wilde Rendite, keine komplexen Winkelzüge, noch verspricht es den Himmel auf Erden. Es geht relativ offen mit den Themen Risiken und Absicherungen um und entwickelt ein relativ einfaches Konzept, welches darauf basiert, eine solide, wenn auch nicht perfekte Grundsatzentscheidung zu treffen und dann einfach die Auf und Abs des Kapitalmarktes mit relativ wenig Steuerung zu ertragen, um dann nach einer Zeit x oder y von der statistischen Durchschnittsrendite zu profitieren.
Dabei geht er selbst mit der Verkaufstaktik von Maklern und provisionsgebundenen Akteuren ins Gericht und warnt vor der ein oder anderen Stolperfalle.

Das ist alles ehrenrührig.

Ansonsten basiert das Werk vor allem auf common sense und dem ein oder anderen Einsprengsel von Daniel Kahnemanns Schnelles Denken, langsames Denken, und bringt ein paar Beispiele aus dem Leben. Abgeschlossen wird es quasi damit, dass eine Lanze für Honorarberater statt Provisionsberater gebrochen wird.

Hat es mich tiefer angeregt? Nein. Hat es ein paar Sorgen vor der Thematik genommen? Ja.

Insofern ist es für Interessierte sicher lesenswert, wie man sich dem Thema nähern kann, ohne in Panik zu verfallen oder gleich enzyklopädisches Wissen aneignen zu müssen. Ergibt sich aus der Leküre automatisches Verständnis? Nein, dafür geht sie nicht genug ins Detail. Will das Werk auch nicht.
So bleibt es ein entspannter, unaufgeregter Einstieg.

5,5 von 10 Punkten
« Letzte Änderung: 4.01.2026 | 17:44 von Menthir »
„Zutrauen veredelt den Menschen, ewige Vormundschaft hemmt sein Reifen“ - Johann Gottfried Frey

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #17 am: 5.01.2026 | 11:44 »
#3 - James Graham-Campbell - Viking Art

Ein kleines, unaufgeregtes Büchlein über die Kunst der Wikinger, welches vor einiger Zeit nochmal umfassend aktualisiert worden ist. Das Buch selbst ist literarisch kein Genuss und in seinen wissenschaftlichen oder kunsthistorischen Erkenntnissen meines Erachtens nicht aussagekräftig genug.

Alles ist so ein wenig bedacht, minimal ein wenig Quellenkritik, ein wenig historische und/oder archäologische Einordnung, ein bisschen Typenlehre, aber nichts geht wirklich ins Detail. Insofern ist dieses Werk eher als ein kleines Übersichtswerk über die sich entwickelnden und sich ergänzenden Kunststile zu verstehen, mit ein wenig Exkursarbeit in Themen des Kulturtransfers zwischen der angelsächsischen bzw. der irischen und der jeweils skandinavischen Welt sowie in den Bereich des künstlerischen Synkretismus zwischen altem Kult und neuem Christentum hinein.

Was dem Werk die Durchschlagsfähigkeit nimmt, ist, dass ein Großteil des Textes einfache Werkbeschreibung ist. Darüber hinaus ist es ehrlich zu sich, und beschreibt, wo es nur Mutmaßungen anstellen kann. Tatsächlich hätte ich mir für so ein Werk gewünscht, dass selbst beim Überblickscharakter ein wenig zur handwerklichen/künstlerischen Tradition und zur handwerklichen/künstlerischen Technik erzählt werden würde; und kulturell ein umfassenderes Bild zur Nutzung der Kunststile gegeben würde. So beschränkt es sich - übertrieben gesprochen - auf ein paar Fallbeispiele und der Erkenntnis, dass ein Gros der Wikingerkunst verloren gegangen ist, da ein Gros auf vergänglichen Materialien gefertigt wurde, wie Holz, Leinen oder anderen vergleichbaren Werkstoffen.

Für einen allerersten Einblick ist es dennoch ausreichend, und was das Buch eindeutig rettet, sind die wundervoll ausgewählten Bilder der Werkstücke.

5 von 10 Punkten.
„Zutrauen veredelt den Menschen, ewige Vormundschaft hemmt sein Reifen“ - Johann Gottfried Frey

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #18 am: 6.01.2026 | 12:34 »
#4 - Seamus Heaney - Beowulf

Nachdem ich mich im letzten Quartal des Jahres 2025 mit Tolkiens Beowulf beschäftigt habe, suchte ich nach einer anderen, sprachlich nicht so wortwörtlichen und moderneren Fassung und habe diese in der Variante des irischen Literaturnobelpreisträgers und Literaturwissenschaftlers Seamus Heaney gefunden.

Die Werke unterscheiden sich deutlich, da Tolkien sein Werk vor allem sprachgeschichtlich und philologisch aufbereiten wollte, sich recht nah am Original in seiner Übersetzung bewegt und durch die Annotationen das Werk umfassend bereichert. Heaneys Ansinnen ist eine saubere, wie eindringliche Übersetzung, die sich aber nicht allein frühmittelalterlich-aristokratischer Zierde und Schwere hingeben will, sondern sie eher auch dem einfachen Manne in den Mund legen will, und auf die Wirkung des Epos ausgelegt ist. Heaney beschreibt das anhand seiner eigener Geschichte in seinem Vorwort.

Ich habe diese Übersetzung ebenfalls mit großem Gewinn gelesen, weil Heaney eine moderne, immer noch sprachverliebte, wenn auch nicht ganz so sprachgewaltige Übersetzung schafft, die dafür aber leicht und eingängig zu lesen ist. Darin liegt eine große Stärke dieses Werkes, denn es überbrückt die knapp 1000-1500 Jahre seiner ursprünglichen Erschaffung. Tolkiens Werk dagegen ist durch seine Sprachfiguren absichtsvoll gewaltiger, aber meist auch behäbiger. Heaneys Werk lädt zum mündlichen Vortrag, zur Rezitation der Übersetzung ein; Tolkiens Werk nicht so sehr. Wer also nicht des Angelsächsischen mächtig ist, aber gerne Beowulf im Sinne der Dichtung rezitieren möchte, macht hier nichts falsch.

Wiederum hat das Werk den Einstieg in Beowulf nochmal vereinfacht und den Umgang damit vertieft. Denkfiguren in Tolkiens Werken sind mir - als Nebenprodukt von Heaneys Schaffen - noch deutlicher geworden, was meine eigene Beschäftigung mit der Thematik nochmal beflügelt hat.

Die Variante, die ich gelesen habe, ist zudem auch durchgehend illustriert. Die Qualität ist im Regelfall hoch und passend, und schafft Atmosphäre, ohne dem Leser die Kreativität zu nehmen. Dafür ist das Werk nicht so gut begleitet und in Kontext gesetzt, wie Tolkiens Werk es ist. Beide Werke haben sich m.E. aber sehr verdient um die Thematik gemacht. Beide würde ich ohne zu zögern ein zweites Mal in die Hand nehmen. Beiden Werken ist zu attestieren, dass sie das ewig Dräuende des Werkes gut einfangen.

9 von 10 Punkten
« Letzte Änderung: 6.01.2026 | 12:38 von Menthir »
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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #19 am: 7.01.2026 | 09:37 »
Die letzten Urlaubstage habe ich noch genutzt, ein weiteres Buch von Ben Aaronovitch zu lesen. "Eine Nachtigall in New York", (206 S.) was quasi ein Ableger seiner Flüsse von London-Reihe ist und eine Geschichte von Thomas Nightingale in den 1920ern erzählt. Wieder aus der Ich-Perspektive einer anderen Person, dieses Mal eines leichtlebigen, adligen, ehemaligen Casterbrook-Schulkameraden von Thomas. Der Background desselben (schwul, verpartnert mit einem Schwarzen, Crossdresser) war mir zwar fast ein wenig too much, aber die Geschichte liest sich kurzweilig und fügt sich ganz gut in die Lore ein.

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #20 am: 11.01.2026 | 21:02 »
#5 Gunther Hirschfelder & Manuel Trummer - Bier - Die ersten 13.000 Jahre

Eine durchaus interessante Studie oder ein Ritt durch 13.000 Jahre Kulturgeschichte des Bieres.

Ab dem Mittelalter erfährt das Thema eine sehr starke Einengung auf den deutschen Kulturkreis, was allen voran an der Bedeutung des Bieres hier liegt und an der starken Quellenlage. Das Werk versucht immer über die Grenzen hinaus zu schauen, kann das aber meist nur anreißen, auch aufgrund der konzisen Darstellungsform.

Ein paar Punkte habe ich selbst vermisst, auch in der innerdeutschen Perspektive. So beschränkt sich das Werk vor allem auf die bayerischen Biere und die Entwicklung hin zum Pilsner. Die norddeutschen Brauereikulturen lässt ist es dabei weitestgehend heraus.
Die für Deutschland sehr bedeutende Unterscheidung zwischen Privatbrauereien (auch größeren) und die Verstetigung der Internationalisierung hat mir etwas gefehlt. Hier war der Fokus, wenn, eher auf den Craft Beer-Variationen, nicht aber auf den klassischen Teilnehmern am Markt, die bspw. ja auch eine eigene Lobbygruppe haben.
Zwar stellt das Buch auch in Deutschland eine Nord-Süd-Dichtomie dar, beleuchtet dann aber allen voran den Süden, während es den Norden und auch den Osten weitestgehend ausspart.
Ein paar Worte sind zu den sonstigen, klassischen deutschen Biervariationen ab von Pilsner, Hell, Weißbier wäre auch spannend gewesen.
Die Welt der Biermischgetränke ist weitestgehend unbeleuchtet geblieben.

Das sind Auszüge dessen, was bei einer Erweiterung noch eine Rolle spielen könnte. Es ändert aber nichts daran, dass es ein solides Einstiegswerk ist. Durch seine Kürze müssen zwangsläufig gewisse Themen verkürzt bleiben, wie bspw. die Soziologie des Bieres beim deutschen Fabrikarbeiter und in Bezug auf das Vereinswesen, oder eben auch die Rolle von Gilden und Zünften im Mittelalter, aber die Themen werden genannt und können von dort aus weiter beleuchtet werden.

Insgesamt ist es also eine lesenswerte Einführung in die Kulturwelt des Bieres.

6 von 10 Punkten
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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #21 am: 15.01.2026 | 15:57 »
#6 Barbara Oakley - A Mind for Numbers

Das zweite Selbsthilfe-/Ratgeberbuch in einem Jahr. Das ist für mich eine Leistung. Von diesem Werk bin ich aber, ehrlich gesagt, nicht wirklich angetan.

Es ist nicht, dass die Tipps per se nicht zielführend sein können, oder manchmal sogar gut sind. Aber das Buch ist erst einmal eine leere Versprechung. Das liegt allen voran daran, dass das Buch nicht wirklich spezifisch ein Mind for Numbers entwickelt, sondern sich eher wie ein allgemeiner Studienratgeber liest, der einen allgemeineren Anspruch hat. Die wenige Bezüge zur Mathematik oder den Naturwissenschaften sind eher bildliche Metaphern als harte Wissenschaft. Zum anderen liegt es daran, dass das Buch die ganze Zeit von Rückkopplungen von angeblich, vorgeblich oder tatsächlich begnadeten Virtuosen der Wissenschaftspädagogik und -Didaktik durchzogen ist. Diese lobhudeligen Zuschreibungen an das Buch werden aber tatsächlich häufig gar nicht erfüllt, sondern es wird der Erfolg einfach zugeschrieben, ohne wirklich die Funktionsweisen der unterschiedlichen Thematiken wirklich zu erläutern.

Was man dem Machwerk lassen muss, liegt in seinem Aufbau und seinem Versuch pädagogisch-didaktische Einflüsse direkt mit dem Leseerlebnis zu verbinden. Ab davon ist der Inhalt meines Erachtens aber eher dünn und liest sich in der Auswahl eher wie ein best of diverser Klassiker der Self-Management-Strategien von Francesco Cirillos Pomodoro-Technik bis zu David Allens Getting Things Done-Programmatik bezüglich Prokrastination. Ein paar nette Ansätze sind da, sodass man durchaus zum Buch greifen kann, wenn man sich noch nie mit Lernstrategien beschäftigt hat in seinem Leben, weil man eine solide Grundauswahl vorfindet.

Wer jetzt aber hofft, tatsächlich spezifische Hilfe bezüglich des Erlernens von naturwissenschaftlichen und mathematischen oder auch nur abstrakten Thematiken zu bekommen, der wird sich - bis auf bei wenigen Tipps & Tricks - etwas ernüchtert vorfinden. Übertrieben gesagt ist dabei 20% des Buches Lobhudelei auf das Buch selbst, sodass für mich die Lektüre in Teilen sogar schwierig zu lesen war.

Insgesamt hat es also seinen Existenzanspruch gerechtfertigt, aber es hat weder meinen Anspruch noch meine Bedürfnisse befriedigt. Die vielen Erfolgszuschreibungen und die häufig fehlenden, psychologischen Erklärungen haben mich sogar teils enttäuscht.

4 von 10 Punkten
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Offline Weltengeist

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #22 am: 15.01.2026 | 17:07 »
Du scheinst dir ja für 2026 echt was vorgenommen zu haben... ;)

Schade, dass dich das Buch nicht so gepackt hat. Ich persönlich finde "Uncommon Sense Teaching" von der gleichen Autorin großartig, kenne aber "A Mind for Numbers" nicht so. Was du da so als "Beweis durch Beispiel" beschreibst, ist aber leider eine gängige Technik in amerikanischen Ratgeberbüchern, das kann sie eigentlich besser...
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Offline Menthir

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #23 am: 18.01.2026 | 13:06 »
Ja, habe ich. Allerdings waren die Bücher bisher allesamt kurz. Also insofern ist die Leistung relativ. Kommen aber auch noch längere Werke. :)

Ja, ich habe es auch mit Empfehlung bekommen und gehört, dass ihre anderen Werke wohl ähnlich, aber ein bisschen tiefergehender und besser sind. Vielleicht täuscht mich dort nur mein Eindruck, da ich aber auch einiges an amerikanischer Ratgeberliteratur im Freundeskreis gelesen habe, hat sich das verstärkt. Und die Selbsthudelei war selbst für ein amerikanisches Buch extrem.
Vielleicht lese ich noch ein anderes Werk dazu mal geben. Danke für den Tipp.
Für den Moment lasse ich das erst einmal sacken. Es hat ja seine Berechtigung, gerade wenn man sonst noch keine Ratgeber an der Hand hatte und einen Ersteinstieg sucht. Aber insgesamt komme ich eben zu der schon beschriebenen Einschätzung.
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Offline Sindaja

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #24 am: 20.01.2026 | 16:36 »
    2. Elena Ferrante: Meine geniale Freundin
Eine neapolitanische Saga in der 50gern. Die Protagonistinnen wachsen beide in Armut auf. Eine ist ziemlich klar hochbegabt, die andere intelligent und fleißig. Zu Beginn werden beide durch ihre Lehrerin gefördert, aber nur einer wird der Schulweg nach der Grundschule von den Eltern ermöglicht. Die Freundschaft der Mädchen durchläuft deshalb unterschiedliche Phasen. Dieses Buch behandelt die Kindheit bis zur frühen Heirat, derer die keinen akademischen Weg beschreiten durfte. Das Leben in dem Viertel ist hart und voller Gewalt und es liest sich spannend, den zwei starken Frauencharakteren zu folgen, die versuchen ihren Weg zu gehen. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Ich kenne die Serie und habe das Buch schon 2025 angefangen zu lesen, bin nun aber fertig geworden. Es hat Spaß gemacht zu lesen, aber weil ich die Geschichte schon kannte war es eher Parallellektüre zu anderen Büchern.
    3. Veronica Roth: Insurgent
Nach den Ereignissen des Vorbandes befindet sich die Protagonistin auf der Flucht. Nun stellen sich Fragen wie, wo ist man sicher, wem kann man trauen, mit wem sich verbünden, welche Geheimnisse müssen gelüftet werden? Unbequeme Allianzen, Konflikte. Statt in eine Fraktion aufgenommen zu werden wird jetzt ums Überleben gekämpft.