Autor Thema: Sammlung üblicher Charakterkonzepte, auch für unterschiedliche Spieltypen  (Gelesen 790 mal)

ArneBab (+ 2 Versteckte) und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Maarzan

  • Mythos
  • ********
  • Beiträge: 9.452
  • Username: Maarzan
Wären Spielertypen nicht eher etwas das man bei der Szenarien-/Abenteuerauswahl berücksichtigen sollte, als bei der Charakterwahl?

Angesichts der Inkompatibilitäten würde ich eher sagen Spielertypen sind eine Frage für die Spieltischzusammensetzung, außer es soll nur ein einzelnes Abenteuer werden, dann fällt das zusammen.

Ich hatte das aber hier so gelesen, daß man verschiedene Spielertypen durch das Angebot bestimmter Figurentypen zusammen integrieren kann - und da bin ich skeptisch.
Storytellertraumatisiert und auf der Suche nach einer kuscheligen Selbsthilferunde ...

Online nobody@home

  • Steht auf der Nerd-Liste
  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 14.815
  • Username: nobody@home
Re: Sammlung üblicher Charakterkonzepte
« Antwort #51 am: Gestern um 22:48 »
Öhm, ich weiß ja nicht welches Herr der Ringe du gelesen hast, aber der einzige "Normalo" in der Truppe ist Sam, die anderen drei Hobbits sind alle Aristokraten oder Quasi-Adel (und beim Rest der Gemeinschaft wirds nicht besser, der einzige Nicht-Aristokrat ist Gandalf und der ist im Prinzip ein unsterblicher Engel).

Und den Adel merkt man ihnen auch während der Handlung regelmäßig ganz toll an, nicht wahr? (Genau -- das ist außer ein Stück weit bei Aragorn höchstselbst nicht wahr. ;)) Die Gemeinschaft besteht de fakto aus einer Reihe von ausdrücklichen Kämpfertypen (Aragorn, Boromir, Legolas, Gimli), dann ein paar effektiven Jedermännern, die's aus ihrer gewohnten heimischen Umgebung gerissen hat und die damit so gut umgehen, wie sie jeweils individuell können (Frodo, Sam, Merry und Pippin), und dann dem einen Ausnahmezauberer, der obendrein noch recht deutlich ein NSC ist (Gandalf) -- oder zumindest wird so für mich ein Schuh draus.

Daß die Hobbits irgendwie besonders "unfähig" wären, will ich mit dem Begriff dabei gar nicht behaupten; daß die allemal ihre jeweils eigenen Talente (und gelegentliche Schwächen...nicht wahr, Peregrin Tuck?) haben, sieht man ja zur Genüge. Nur sind sie halt im Vergleich zu ihren "großen" Begleitern letztendlich doch eher die gegebenenfalls zu beschützenden Zivilisten -- und während ich im eventuell möglichen Gegensatz zu anderen hier kein Problem mit solchen auch als Spielercharaktere habe, macht das eben einen gewissen qualitativen Unterschied aus.

Offline Luxferre

  • Mythos
  • ********
  • Έωσφόρος
  • Beiträge: 9.228
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Luxferre
Sam nicht als Krieger zu sehen überrascht mich.
ina killatēšu bašma kabis šumšu Tišpak
-

"Consider the seed of your generation. You were not born to live like animals, but to pursue virtue and possess knowledge"

Online Galatea

  • Hero
  • *****
  • Beiträge: 1.278
  • Username: Galatea
Die Hobbits wirken in diesem Kontext nur so "normal", weil der Rest der Gruppe so absurd erlesen ist - der Sohn des Königs von Grünwald, der erste Sohn des Herrschers von Gondor, der rechtmäßige König von Gondor, der Sohn eines der Eroberer von Erebor.

Meriadoc und Peregrin sind alles andere als einfache Bürger (Merry nutzt z.B. seinen Status um nachts noch in Bree hineinzukommen, er kennt die Geografie des Umlandes und weis von der Fähre, auch in den Interaktionen mit Theoden merkt man, dass der echt was auf dem Kasten hat), die wirken nur so weil sie aus ihrem gesellschaftlichen Kontext herausgerissen wurden und in eine abstrus elitäre Gruppe von Rulers-in-waiting gesteckt wurden. Frodo und Sam sind noch am ehesten Normalos, wenn man mal ignoriert, dass Frodo dank Bilbo geradezu lächerlich reich ist und praktisch im Alleingang das ganze Auenland aufkaufen könnte.
« Letzte Änderung: Gestern um 23:56 von Galatea »
We should respect all forms of consciousness. The body is just a vessel, a mere hull.

Online nobody@home

  • Steht auf der Nerd-Liste
  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 14.815
  • Username: nobody@home
Sam nicht als Krieger zu sehen überrascht mich.

Ich meine, wir wissen, daß jeder von ihnen eine Waffe in die Hand nehmen kann -- mindestens ein Ringgeist kann ein Lied davon stöhnen. :) Aber so wirklich "hauptberuflich Krieger" zu sein, ist dann mMn doch noch mal eine etwas andere Baustelle als nur "Wissen, welches Ende eines Dolchs in den Gegner gehört", und das Auenland ist bis aufs Ende der Trilogie ja ausgesprochen friedlich; mit Sicherheit gibt es irgendwo auch ein paar harte Hobbits, die wenigstens mit Pfeil und Bogen die Grenzen sichern, aber keiner von "unseren" vier gehört meines Wissens direkt dazu. (Von Merry und Pippin mag das angesichts der Stellung ihrer Väter später mal erwartet werden, aber anscheinend sehen ihre Familien das nicht als so furchtbar dringend an, daß sie schon von Kindesbeinen auf eine besondere "Kriegerlaufbahn" trainiert werden müßten, und speziell Pippin ist formal noch nicht mal erwachsen.)

Online ArneBab

  • Legend
  • *******
  • Bild unter GPL von Trudy Wenzel.
  • Beiträge: 4.361
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: ArneBab
    • 1w6 – Ein Würfel System
Re: Sammlung üblicher Charakterkonzepte
« Antwort #55 am: Heute um 00:02 »
Wären Spielertypen nicht eher etwas das man bei der Szenarien-/Abenteuerauswahl berücksichtigen sollte, als bei der Charakterwahl?
Nicht bei der Charakterwahl, sondern bei der Auswahl der Beispielcharaktere (⇒ Angebote), die du mit dem Spiel lieferst oder die du für ein Abenteuer oder eine Kampagne vorschlägst.
1w6 – Ein-Würfel-System — konkret und direkt, einfach saubere Regeln.
Zettel-RPG — Ein Kurzregelwerk auf Post-Its — für Runden mit Kindern.
Flyerbücher — Steampunk trifft Fantasy — auf einem Handzettel.
Technophob — »Wenn 3D-Drucker alles her­stel­len können, aber nicht dürfen, dann ist Techschmuggel Widerstand und Hacken Rebellion.«

Online ArneBab

  • Legend
  • *******
  • Bild unter GPL von Trudy Wenzel.
  • Beiträge: 4.361
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: ArneBab
    • 1w6 – Ein Würfel System
Ich hatte das aber hier so gelesen, daß man verschiedene Spielertypen durch das Angebot bestimmter Figurentypen zusammen integrieren kann - und da bin ich skeptisch.
Da ich bisher in den meisten Runden verschiedene Spielertypen erlebt habe -- oft sehr verschiedene -- und das immer gut funktioniert hat, halte ich Inkompatibilitäten für ein Problem, das nur bei extremen wirklich Schwierigkeiten verursacht.

Bisher lief jede Runde und jede Kombination von Spielertypen noch sehr gut mit „wir respektieren unsere verschiedenen Wünsche und unterstützen uns gegenseitig dabei, dass alle ihre tollen Momente erleben“.

Kombinationen (nach Law), die ich in lang laufenden Runden erlebt habe und noch sicher genug rekonstruieren kann; einige lang laufende Runden sind schon lange her:

- Spezialist, Kampfsau, Taktiker, Geschichtenerzähler
- Schauspieler, Kampfsau, Spezialist
- Schauspieler, Spezialist, Geschichtenerzähler

In kürzeren Runden hatten wir schon alles querbeet. Nur wenn ein Regelwerk für einen bestimmten Spielertyp wirklich gar nicht klappt, wird es doof. Unser Schauspieler konnte z.B. überhaupt nicht mit Paranoia.

Soll nicht heißen, dass es keine Konflikte zwischen den Wünschen von Spielertypen gibt, aber ich habe die bei ausreichend flexibler SL bisher immer als lösbar erlebt, so dass der Abend trotzdem für alle toll ist.

Daher geht es genau darum: sorge dafür, dass dein System allen Spielertypen was gibt. Muss ja nicht verwendet werden, wenn (wie üblich) nicht alle vertreten sind. Ist aber halt blöd, wenn am Tisch jemand sitzt, für den das Spiel nichts ist, mit dem bei einem anderen System aber alle Spaß haben.
« Letzte Änderung: Heute um 00:16 von ArneBab »
1w6 – Ein-Würfel-System — konkret und direkt, einfach saubere Regeln.
Zettel-RPG — Ein Kurzregelwerk auf Post-Its — für Runden mit Kindern.
Flyerbücher — Steampunk trifft Fantasy — auf einem Handzettel.
Technophob — »Wenn 3D-Drucker alles her­stel­len können, aber nicht dürfen, dann ist Techschmuggel Widerstand und Hacken Rebellion.«