Autor Thema: Wargames vs. Brettspiele  (Gelesen 3584 mal)

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Offline felixs

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #50 am: 29.03.2026 | 17:05 »
Gaslands z.B. ist auch ein Wargame. Ohne Zinnfiguren, kann lineare(!) Rennen beinhalten. Erfordert null Material und Vorbereitung von den Spielern, es reicht wenn nur ein Spieler eine Handvoll (Hot Wheels, Matchbox, Siku etc) Autos direkt aus der Packung, selbst ausgeschnittene Karton Templates und Würfel ( zur Not reichen W6, auch wenn es dann etwas mühsam ist) hat.
So Tabletop ist vielleicht der bessere Begriff für Definitionsdiskssionen?

Das ist in einigen Punkten nicht richtig:

1) "Zinnfiguren" im engeren Sinne natürlich nicht, aber es ist ja schon lange klar, dass die Figuren auch z.B. aus Plastik sein dürfen, oder gar aus Holz geschnitzt oder aus Papier gefaltet; und dass es auch Dinosaurier oder Plastiksoldaten aus dem 100er-Pack vom Kiosk sein dürfen (sofern man letztere noch findet, ist sehr selten geworden).

2) Die Realität von Gaslands ist leider eben nicht das kreative DIY mit Autos und Sachen, die man noch rumliegen hat, sondern der gezielte Kauf von Autos und deren Modifkation mit Teilen aus dem 3D-Drucker oder von Herstellern - gezielt für Gaslands.

3) Das eigentlich entscheidende: Gaslands ist in den meisten Formaten eher ein Rennspiel. Und jedenfalls tatsächlich ein Spiel, bei dem die Zugehörigkeit zu "wargames" eher zweifelhaft ist. Man kann das allerdings argumentieren, gerade für die Kampf-bis-zum-Tod-Szenarien.

Ich schreibe das nicht, weil ich kontrovers sein möchte oder Lust am Widerspruch empfinde, sondern weil ich einerseits glaube, dass es komplizierter ist und andererseits, weil ich wenigstens Punkte 1 und 2 wichtig finde.

Dazu kommt, dass für praktisch jedes frei bewegliche Zinnfigurenspiel ("miniature wargame") gilt, dass man mit praktisch beliebigem Material spielen kann. "Proxen" wird im deutschsprachigen Bereich gern für diese Art der Darstellung von Spielfiguren mit anderen Mitteln verwendet. Abgeleitet von engl. "proxy" - "Ersatz". Jedenfalls ist auch das keine Besonderheit von Gaslands.

(Und ja, mir geht ein wenig auf den Keks, dass Gaslands als ach so "kreativ", ach so "punk", ach so "DIY" bejubelt wird. Es ist einfach nicht wahr. Ebensowenig wie bei diesen seltsamen Trench-Crusade-Sachen.)

Und ob Wargames eher Combat as War oder eher Combat as Sport gleichen hängt davon ab welche Wargames man betrachtet.

Ja, auf jeden Fall.
Bei "miniature wargames" hat sich (leider) durchgesetzt, dass man mittels Punktesystemen und dergleichen eine Art Waffengleichheit herstellen möchte. Funktioniert nicht gut. Das Ziel ist aber eindeutig Combat as Sport.
Spielt man hingegen historische Schlachten, oder meinetwegen auch welche aus Film- oder Buchvorlagen, nach, dann kann das viel mehr in Richtung Combat as War gehen, wo dann das Kräfteverhältnis sehr ungleich verteilt sein kann. (Macht, finde ich, erheblich mehr Spaß).
« Letzte Änderung: 29.03.2026 | 17:13 von felixs »
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Offline Chobe

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #51 am: 29.03.2026 | 18:39 »
Ich versuchs mal:
-Ein Wargame ist teilweise ein Brettspiel und teilweise nicht. Ein Wargame ist ein Spieltyp/Genre, ein Brettspiel ist das Format.
This. Cosims, also Konfliktsimulationen gibt es in den verschiedensten Formaten. :)
Im Brettspiel-Bereich dürfte es nach meiner Wahrnehmung mit Abstand die meisten geben und die Anzahl und Frequenz neuer Releases wirkt auch nicht so, als würde das in irgendeiner Form weniger werden.
Und die haben alle Spielbretter mit Feldern o.ä., man kann also problemlos 1000 Cosims gespielt haben und hatte dabei nicht ein einziges Mal ein Maßband oder Lineal in der Hand. Den anfänglich erwähnten Fokus darauf gibt es also nicht.

In erster Linie sind alle Cosims thematische Spiele.
Damit meine ich nicht die subjektive Einordnung, wie thematisch ein Spiel auf einen wirkt, sondern das zugrunde liegende Designkonzept. Gerade im Brettspielformat ist das so ziemlich das Gegenteil eines Eurogames, denn ein gewisser Grad "Simulation", also die Abbildung von realen oder im fiktiven Setting real betrachtete Details, steckt in jedem thematischen Design. Cosims sind da in der Regel echte Vorzeigebeispiele.
(...wenn auch nicht unbedingt in punkto Streamlining oder Einsteigerfreundlichkeit, aber das ist ein anderes Thema.. :D )

Offline felixs

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #52 am: 29.03.2026 | 21:40 »
In erster Linie sind alle Cosims thematische Spiele.
Damit meine ich nicht die subjektive Einordnung, wie thematisch ein Spiel auf einen wirkt, sondern das zugrunde liegende Designkonzept. Gerade im Brettspielformat ist das so ziemlich das Gegenteil eines Eurogames, denn ein gewisser Grad "Simulation", also die Abbildung von realen oder im fiktiven Setting real betrachtete Details, steckt in jedem thematischen Design. Cosims sind da in der Regel echte Vorzeigebeispiele.
(...wenn auch nicht unbedingt in punkto Streamlining oder Einsteigerfreundlichkeit, aber das ist ein anderes Thema.. :D )

Das ist ein sehr wichtiger Punkt  :d Man könnte auch von "Simulationsspielen" statt von "thematischen Spielen" sprechen (meint aber dasselbe und "thematic games" ist verbreitet).

Du verwendest "Wargame" und "Cosim" synonym?
Ich würde den Sinn dahinter verstehen, meine aber, dass "Cosim" im landläufigen Gebrauch vor allem Hex-and-Counter-Spiele bezeichnet, ggf. auch ähnliche Spiele (Storm over Arnhem gehört da sicher mit rein, hat aber keine Hexfelder etc.)
"Wargame" hingegen beinhaltet auch (und vielleicht vor allem?) "miniature wargames".
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #53 am: 29.03.2026 | 22:36 »
Das ist ein sehr wichtiger Punkt  :d Man könnte auch von "Simulationsspielen" statt von "thematischen Spielen" sprechen (meint aber dasselbe und "thematic games" ist verbreitet).

Da wäre ich vorsichtig, meinem Verständnis nach ist "Thematic Games" ein Begriff, der üblicherweise nicht deckungsgleich mit "Simulationsspielen" verwendet wird und normalerweise Wargames i. e. S. nicht mit einschließt. Hier eine Quelle dazu: https://boardgamegeek.com/wiki/page/Thematic_Games

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #54 am: 30.03.2026 | 05:15 »
@felixs: Cosim ist die deutsche Bezeichnung für Wargames. Ich meine mal gelesen zu haben, dass man aus offensichtlichen Gründen in Deutschland den Begriff Kriegsspiel vermeiden wollte und deshalb von Konfliktsimulationen in den 80-er und 90-er redete.
Ich bin viel lieber suess als ich kein Esel sein will...
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Offline Chobe

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #55 am: 30.03.2026 | 15:23 »
Da wäre ich vorsichtig, meinem Verständnis nach ist "Thematic Games" ein Begriff, der üblicherweise nicht deckungsgleich mit "Simulationsspielen" verwendet wird und normalerweise Wargames i. e. S. nicht mit einschließt. Hier eine Quelle dazu: https://boardgamegeek.com/wiki/page/Thematic_Games
Nein, das passt schon ganz gut.

"Thematic games are games that emphasize a highly developed theme, characters, heroes, or factions (...)"
Thema wird durch nichts besser transportiert als durch thematische Mechanismen - nicht Artwork, Miniaturen oder ein bißchen Flufftext hier und da. Diese Beschreibung auf BGG beschreibt meiner Meinung nach eher klassischen Ameritrash, gerade wegen "moderate to high level of luck". Das sind natürlich auch alles thematische Spiele (oder wollen es sein), aber nicht jedes thematische Spiel ist automatisch Ameritrash, darüber sind wir weit hinaus.

Meiner Meinung nach simulieren thematische Spiele grundsätzlich immer etwas, so gut und detailliert wie sie es können oder es für noch spielbar halten. :D
Egal ob Sword & Sorcery sich z.B. einem bewaffneten Gruppenkampf in einem Videospiel annähert, Rallyman DIRT den Druck und div. Aspekte einer Werteprüfung abbildet oder All Things Zombie der Tatsache Rechnung trägt, dass während einer Zombieapokalypse nicht alle Überlebenden automatisch Helden mit Nerven aus Stahl sein müssen, deren Verhalten immer durchdacht und berechenbar ist. ;D

Cosim-fokussierte Verlage und Designer kommen ja auch immer wieder mit völlig anderen Spielethemen daher, deren Regelwerk macht aber oftmals sofort klar, wo die Wurzeln liegen, z.B. Thunder Alley, Grand Prix, Space Empires 4X, All Things Zombie oder Dawn of the Zeds.

Die Schubladen bei BGG sind da schon immer etwas beliebig gewesen, meiner Meinung nach. z.B. sind Der Ringkrieg und Dune: Krieg um Arrakis auch als Wargames gelistet, Star Wars Rebellion aber nicht. :think:

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #56 am: 30.03.2026 | 15:57 »
Hui, da hat man mal ein Wochenende lang nicht die Zeit, das Tanelorn ausführlich zu verfolgen und schon versucht die Community hier sich an der großen Aufgabe, die definitorischen Lücken mit unserer Zeit mit vermeintlich eindeutigen Begriffen zu füllen. Zu einem Unterhaltungsmedium, das seit einigen Jahren und aktuell massiv im Wandel ist und das sich immer mehr zu einem immer relevanteren Mainstream-Phänomen entwickelt. Spannend.

Nein, wargame und board game gehören einfach nicht zur gleichen Oberkategorie. Ein Spiel kann beides sein, oder nur eines, oder gar keines davon.
Board wargame = Beides.
Miniatures wargame = Nur eines.
City-building board game = Nur eines.
Trivia card game = Keines.

Ich versuchs mal:
-Ein Wargame ist teilweise ein Brettspiel und teilweise nicht. Ein Wargame ist ein Spieltyp/Genre, ein Brettspiel ist das Format.
-In einem Wargame gehts meist um bewaffneten Krieg zwischen zwei Seiten, bei dem strategische und taktische Entscheidungen fokussiert werden. Der Krieg steh meist im Zentrum, simulationistische Aspekte werden meist zumindest teilweise eingebaut.

Trennscharf wird es durch weiterentwicklungen, verschiedenen Definitionen usw nie werden. Denkt dran: Es geht um Spiele, auch wenn manche Wargamer die Spiele und deren simulationistische Aspekte als sehr wichtig erachten. Seid trotzdem konstruktiv und as always respektvoll ;)

Die beiden Antworten sehe ich hier bisher am fruchtbarsten an.
Eine Trennschärfe und Eineindeutigkeit (d.h. ein Konsummedium kann nur das Eine und nicht gleichzeitig das Andere sein) wird uns wohl eher nicht gelingen.
Versucht das mal ähnlich in einem Forum zum Thema Musik, Literatur oder wasauchimmer - und dort gibt es seit Jahrhunderten wissenschaftliche Forschung zu diesen Fachbereichen.

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #57 am: 30.03.2026 | 18:41 »
Nein, das passt schon ganz gut.

"Thematic games are games that emphasize a highly developed theme, characters, heroes, or factions (...)"
Thema wird durch nichts besser transportiert als durch thematische Mechanismen - nicht Artwork, Miniaturen oder ein bißchen Flufftext hier und da. Diese Beschreibung auf BGG beschreibt meiner Meinung nach eher klassischen Ameritrash, gerade wegen "moderate to high level of luck". Das sind natürlich auch alles thematische Spiele (oder wollen es sein), aber nicht jedes thematische Spiel ist automatisch Ameritrash, darüber sind wir weit hinaus.

Meiner Meinung nach simulieren thematische Spiele grundsätzlich immer etwas, so gut und detailliert wie sie es können oder es für noch spielbar halten. :D
Egal ob Sword & Sorcery sich z.B. einem bewaffneten Gruppenkampf in einem Videospiel annähert, Rallyman DIRT den Druck und div. Aspekte einer Werteprüfung abbildet oder All Things Zombie der Tatsache Rechnung trägt, dass während einer Zombieapokalypse nicht alle Überlebenden automatisch Helden mit Nerven aus Stahl sein müssen, deren Verhalten immer durchdacht und berechenbar ist. ;D

Cosim-fokussierte Verlage und Designer kommen ja auch immer wieder mit völlig anderen Spielethemen daher, deren Regelwerk macht aber oftmals sofort klar, wo die Wurzeln liegen, z.B. Thunder Alley, Grand Prix, Space Empires 4X, All Things Zombie oder Dawn of the Zeds.

Die Schubladen bei BGG sind da schon immer etwas beliebig gewesen, meiner Meinung nach. z.B. sind Der Ringkrieg und Dune: Krieg um Arrakis auch als Wargames gelistet, Star Wars Rebellion aber nicht. :think:

Ok, das ist deine Meinung; ich sehe das anders und habe zumindest Mal eine Sichtweise der größten Spieledatenbank zitiert, was darauf hindeutet, dass ich da nicht alleine stehe. Was ist dein Beleg?

Ich glaube, ich habe meine Perspektive nicht klar genug gemacht: Es geht mir hier um eine rein deskriptive Sicht, also wie der Begriff von einer Mehrzahl der Spieler aufgefasst wird. Präskriptiv eine ideale, allgemeingültige Definition zu finden wird m. E. nicht gelingen (und ich sehe auch keinen unmittelbaren Nutzen darin).
« Letzte Änderung: 30.03.2026 | 21:05 von Colgrevance »

Offline Chobe

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #58 am: 30.03.2026 | 23:04 »
Ok, das ist deine Meinung; ich sehe das anders und habe zumindest Mal eine Sichtweise der größten Spieledatenbank zitiert, was darauf hindeutet, dass ich da nicht alleine stehe. Was ist dein Beleg?

Ich glaube, ich habe meine Perspektive nicht klar genug gemacht: Es geht mir hier um eine rein deskriptive Sicht, also wie der Begriff von einer Mehrzahl der Spieler aufgefasst wird. Präskriptiv eine ideale, allgemeingültige Definition zu finden wird m. E. nicht gelingen (und ich sehe auch keinen unmittelbaren Nutzen darin).
Mein Beleg ist BGG selbst, das widerspricht seiner eigenen Definition an allen Ecken und Enden.
Es gibt z.B. Subdomains, für War-, Abstract oder auch Thematic Games. Wenn du da mal die Top 100 aufmachst, hast du da ein Gloomhaven, Frosthaven, Sleeping Gods, Klong, Sky Team, Mage Knight oder Obsession.

Wie gut passt das deiner Meinung zu BGGs 'offizieller' Beschreibung eines thematischen Spiels? :D
Meine Theorie ist, dass diese Einträge einfach ewig nicht aktualisiert wurden.. es wirkt auf mich, als hätte da einfach jemand (offended ^^) "Ameritrash" mit "Thematic Games" ausgetauscht und alles andere aber so stehen gelassen. Oder mein nächster Punkt ist dafür verantwortlich:

Bei der Suche nach der verbreitetsten Sichtweise, würde ich persönlich mich erstmal auf etwas beschränken, das für mich relevant ist... z.B. das Land Deutschland. :) Sehr vieles, über das wir hier plaudern, dürfte z.B. in den USA oder hierzulande sehr unterschiedliche Antworten ergeben.

Ich verstehe z.B. bis heute nicht, wieviele "kooperativ" beworbene Spiele da drüben entwickelt wurden und werden, die einen "Gewinner" kühren, also faktisch ihrem eigenen Konzept im Weg stehen.  wtf?

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #59 am: 31.03.2026 | 10:03 »
Mein Beleg ist BGG selbst, das widerspricht seiner eigenen Definition an allen Ecken und Enden.

Du argumentierst immer noch auf der inhaltlichen Ebene (auf der ich dir nicht einmal widersprechen würde), wohingegen ich über die übliche Verwendung des Begriffs "thematic games" geschrieben habe - für letzteres ist es direkt zunächst egal, ob es widersprüchliche Kategorien gibt oder ein Begriff "sinnvoll" definiert ist.

Nur dein Argument mit Deutschland vs. Amerika/anglophoner Raum ist sicherlich ein guter Punkt - ich bin vor allem auf englischsprachigen Seiten unterwegs, mag also sein, dass wir da unterschiedliche Referenzrahmen haben.
« Letzte Änderung: 31.03.2026 | 10:08 von Colgrevance »

Offline Chobe

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #60 am: 31.03.2026 | 11:49 »
Du argumentierst immer noch auf der inhaltlichen Ebene (auf der ich dir nicht einmal widersprechen würde), wohingegen ich über die übliche Verwendung des Begriffs "thematic games" geschrieben habe - für letzteres ist es direkt zunächst egal, ob es widersprüchliche Kategorien gibt oder ein Begriff "sinnvoll" definiert ist.

Nur dein Argument mit Deutschland vs. Amerika/anglophoner Raum ist sicherlich ein guter Punkt - ich bin vor allem auf englischsprachigen Seiten unterwegs, mag also sein, dass wir da unterschiedliche Referenzrahmen haben.
Du hattest doch die "Sichtweise der größten Spieledatenbank" herangezogen, die ich einfach nur entwertet habe, bzw. diesen einen Wiki-Eintrag, der offensichtlich nichtmal für die Plattform selbst etwas aussagt.

Ah.. mein Fehler, ich dachte tatsächlich, es wäre klar, dass der Begriff, je nachdem wohin man schaut, quasi für alles mögliche verwendet wird. :D
Für viele ist es einfach nur modern benannter Ameritrash, bei Eurogamern hierzulande wird es z.B. allzu gerne für jedes Spiel verwendet, das subjektiv Thema erzeugt, sobald jemand gerne über Designprinzipien nachdenkt oder selbst damit zu tun hat, ist meine Definition relativ verbreitet.
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Ich habe den Wiki-Eintrag mal komplett gelesen, der ist ja komplett an der Spielegegenwart vorbei... wtf?
Nach der Beschreibung bzw. deutlichen Abgrenzung zu "traditional wargames" wären alle einsteigerfreundlichen und/oder fiktive Settings behandelnden Titel keine Wargames. ;D
Also so ziemlich alles von Columbia Games, das letzte Spiel der COIN-Reihe...
Mindestens mal fragwürdig würde ich das nennen. ;D
« Letzte Änderung: 31.03.2026 | 11:55 von Chobe »

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #61 am: 31.03.2026 | 13:02 »
Ah.. mein Fehler, ich dachte tatsächlich, es wäre klar, dass der Begriff, je nachdem wohin man schaut, quasi für alles mögliche verwendet wird. :D

Mir ist das klar; wenn du das auch so sieht, warum widersprichst du dann meinem ersten Kommentar, in dem ich nach felixs' Deutung von "thematic games" einfach nur darauf hingewiesen habe, dass der Begriff (m. M. n. von großen Teilen der Spielerschaft, aber da lasse ich mich gerne eines Besseren belehren - mit passenden Belegen) auch anders verwendet wird?


Ich habe den Wiki-Eintrag mal komplett gelesen, der ist ja komplett an der Spielegegenwart vorbei... wtf?
Nach der Beschreibung bzw. deutlichen Abgrenzung zu "traditional wargames" wären alle einsteigerfreundlichen und/oder fiktive Settings behandelnden Titel keine Wargames. ;D
Also so ziemlich alles von Columbia Games, das letzte Spiel der COIN-Reihe...
Mindestens mal fragwürdig würde ich das nennen. ;D

Hier sind wir wieder auf der Ebene, wie sinnvoll eine Definition inhaltlich ist - das ist überhaupt nicht mein Thema. Wir reden hier meinem Eindruck nach aneinander vorbei, daher steige ich an dieser Stelle aus.
« Letzte Änderung: 31.03.2026 | 13:06 von Colgrevance »

Offline Chobe

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #62 am: 31.03.2026 | 15:45 »
Mir ist das klar; wenn du das auch so sieht, warum widersprichst du dann meinem ersten Kommentar, in dem ich nach felixs' Deutung von "thematic games" einfach nur darauf hingewiesen habe, dass der Begriff (m. M. n. von großen Teilen der Spielerschaft, aber da lasse ich mich gerne eines Besseren belehren - mit passenden Belegen) auch anders verwendet wird?
(...)
Hm... jetzt komme ich nicht mehr mit: Erst verallgemeinert du, wie ein Begriff "üblicherweise" verwendet wird und nachdem wir uns einig sind, dass Umfeld, Land etc. zu verschiedenen Ansichten führt, wirft mein Widerspruch zu deiner Verallgemeinerung Fragen auf? :think:

Naja, egal.
Ich hatte reichlich begründet, wieso dieser eine Wiki-Eintrag völlig an der Zeit vorbei ist und meiner Meinung nach ist es gerade nicht verkehrt, mal über eine vielleicht zeitgemäßere und besser funktionierende Genre-Abgrenzung zu reden.

Offline Chobe

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #63 am: 2.04.2026 | 10:59 »
Was soll BattleTech denn sein, wenn kein Brettspiel? Also, ein Miniaturenspiel ist es schonmal nicht - ich spiele das seit Jahhrzehnten und habe noch nie Miniaturen dafür gebraucht.
Das ist eine gute Frage.
Ich habe das Spiel auch Ewigkeiten wie ein ganz normales Brettspiel gespielt, Miniaturen, Counter, viele verschiedene Karten mit Hexfeldern.
Mit all den ganzen Tabellen, um ziemlich detailliert technisches Versagen einzelner Bauteile abzubilden... eigentlich ein Wargame? ;D

Ich würde sagen, im Kern ist es schon ein Tabletop. Es wurde aber - wie heute auch noch sehr oft - in einsteigerfreundlichen Brettspielen angeboten, sozusagen als Teaser.
Spannend finde ich dabei, dass das gefühlt bei gar nicht wenigen Leuten nie zum Einstieg ins Tabletop-Hobby geführt hat. ;D

Offline Galatea

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #64 am: 2.04.2026 | 13:27 »
Was soll BattleTech denn sein, wenn kein Brettspiel? Also, ein Miniaturenspiel ist es schonmal nicht - ich spiele das seit Jahhrzehnten und habe noch nie Miniaturen dafür gebraucht.
Ich spiel Battletech seit Ewigkeiten nur noch mit Miniaturen und Gelände, Distanzen werden in Zoll gemessen statt in Feldern.
Sieht auch optisch viel besser aus, weil die Entfernungen nicht so lächerlich kurz sind. Ergo, kein Brettspiel.

Zudem nach der Denkweise auch Battlefleet Gothic ein Brettspiel wäre, wenn man das mit Markern spielt (was absolut möglich ist, weil für Spielzwecke nur das Base der Schiffe zählt (Modell ist völlig egal) und es auch für Gelände Schablonen gibt, Spielfeldtischdecken sowieso).
« Letzte Änderung: 2.04.2026 | 13:29 von Galatea »
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Offline Ainor

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #65 am: 4.04.2026 | 10:03 »
Es ist eigentlich ganz einfach. Man muss nur die Spielmechanik (also das Spiel im mathematischen Sinne), die Implementierung (Karten, Brett Würfel, etc), und das Thema (Wargame, Fantasyabenteuer, etc.) auseinanderhalten.

Da kann ich sogar mindestens drei Beispiele für sowas in Wargames nennen, die Buglöcher im Starship Troopers Tabletop, die Tunneleingänge der Tyraniden in Epic40k und die Wurmlöcher der Koralons in Urban War.

Gutes Beispiel.

Die Buglöcher waren bereits im Film gewesen. Du meinst die wurden bereits in den Film eingebaut, damit Du damit im Tabletop 8 Jahre später eine bessere Spielbarkeit erreichen kannst?

Naja, die Inspiration für Buglöcher sind offenbar Ameisennester. Das Thema (Insektenaliens) gibt also vor das es sowas wie Buglöcher gibt. Wie sie dann implementiert sind ist eine andere Frage da es keine direkten realen Vorbilder gibt, aber sie können eben dazu führen dass es "schräge" Zugmöglichkeiten gibt. Ich kenne die 40K Regeln nicht, aber bei Starcraft waren sie quasi Teleporter.
Es wird zu viel darüber geredet wie gewürfelt werden soll, und zu wenig darüber wie oft.
Im Rollenspiel ist auch hinreichend fortschrittliche Technologie von Magie zu unterscheiden.
Meine 5E Birthright Kampagne: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,122998.0.html

Offline 6

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #66 am: 4.04.2026 | 10:21 »
Naja, die Inspiration für Buglöcher sind offenbar Ameisennester. Das Thema (Insektenaliens) gibt also vor das es sowas wie Buglöcher gibt. Wie sie dann implementiert sind ist eine andere Frage da es keine direkten realen Vorbilder gibt, aber sie können eben dazu führen dass es "schräge" Zugmöglichkeiten gibt. Ich kenne die 40K Regeln nicht, aber bei Starcraft waren sie quasi Teleporter.
Nochmal zurück zu Deiner Argumentation, auf die das Beispiel mit den Buglöchern gekommen ist und auf die ich geantwortet habe:
Ob sowas in einem Fantasy Wargame vorkommt ist eine reine Designentscheidung und ja, Spielbarkeit spielt da meistens eine wesentliche Rolle.

Jetzt nochmal: Hat Paul Verhoeven also aus Deiner Sicht Buglöcher in den Film eingebaut, um dem zugehörigen Spiel dann 8 Jahre später eine bessere Spielbarkeit zu ermöglichen?
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Offline felixs

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #67 am: 6.04.2026 | 19:49 »
Da wäre ich vorsichtig, meinem Verständnis nach ist "Thematic Games" ein Begriff, der üblicherweise nicht deckungsgleich mit "Simulationsspielen" verwendet wird und normalerweise Wargames i. e. S. nicht mit einschließt. Hier eine Quelle dazu: https://boardgamegeek.com/wiki/page/Thematic_Games

Das liegt aber hauptsächlich daran, dass BGG für "traditional wargames" (gemeint sind "hex and counter wargames", nicht Schach etc.) nochmal eine eigene Kategorie hat.
Sind halt alles historisch gewachsene Kategorien.
Mir scheint, dass so ziemlich alle "wargames" auch "thematic games" und auch "Simulationsspiele" sind, aber nicht andersrum.

Ich würde der oben geäußerten Meinung (habe den Überblick verloren, wer was vertritt - und ist ja auch egal) zustimmen, dass die BGG-Kategorien als Bezug für den Versuch einer systematischen Kategorisierung von Spielen eher untauglich sind. Mir ist aber auch keine bessere Systematik bekannt.

@felixs: Cosim ist die deutsche Bezeichnung für Wargames. Ich meine mal gelesen zu haben, dass man aus offensichtlichen Gründen in Deutschland den Begriff Kriegsspiel vermeiden wollte und deshalb von Konfliktsimulationen in den 80-er und 90-er redete.

Ja, der politische/soziale Hintergrund ist sicher so. Gern auch "Kosim" geschrieben.

Andererseits umfasst "Cosim/Kosim" auf deutsch dann aber eben den Bereich der Zinnfigurenspiele eher nicht. Meine zumindest, das so noch nie gesehen zu haben.
« Letzte Änderung: 6.04.2026 | 20:03 von felixs »
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Offline Ainor

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #68 am: 8.04.2026 | 01:32 »
Jetzt nochmal: Hat Paul Verhoeven also aus Deiner Sicht Buglöcher in den Film eingebaut, um dem zugehörigen Spiel dann 8 Jahre später eine bessere Spielbarkeit zu ermöglichen?

Die relevante Frage ist: ergibt sich aus den Buglöchern im Film die spielmechanische Umsetzung in davon abgeleiteten Spielen?
Es wird zu viel darüber geredet wie gewürfelt werden soll, und zu wenig darüber wie oft.
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