Hmm, ich hätte es wahrscheinlich in einer Umbruchphase angesiedelt, wenn nicht durch den Brand, dann nach irgendeiner anderen Katastrophe. Sonst ist es schwer zu erklären, warum popelige Raumpiraten und anderes Gesocks plötzlich in der Nähe des Akademie-Campus herumspringen, ohne dass die Föderation etwas dagegen tut. Gerade nach dem Dominion-Krieg (wo Starfleet sich massiv vergrößert hat, aber kaum noch Feinde hat) ist so etwas nur schwer zu schlucken.
Alternativ ginge auch ein Forschungsschiff, auf dem die Kadetten Felderfahrung sammeln sollen (wie es die Athena ja war), welches aber irgendwie am Rande des Quadranten verloren geht (gut, das ist auch nicht neu, aber zumindest könnte es da ein paar mehr Konflikte geben, als bei Yoyager), um zu erklären, warum sich niemand sonst um die Probleme der Woche kümmert. Da könnte es im Verlauf der Serie auch darum gehen, nach und nach die Hierarchien zwischen Kadetten und ihren Lehrkräften abzubauen, weil alle an einem Strang ziehen müssen.
Nichts gegen "Konflikte im kleineren Massstab", aber wenn der einzige Konflikt in der Serie ist "schaffen die Kadetten ihren Abschluss, oder nicht?", dann ist mir das zu wenig.
Eine ganz andere Idee: nicht der Wiederaufbau von Starfleet nach einer Katastrophe, sondern der Aufbau von Starfleet (und den Anfängen der Föderation) an sich. Quasi das, was Enterprise hätte sein sollen, wovon sie sich aber nach dem Pilotfilm schnell verabschieden (weswegen die ersten Staffeln langweilig sind, wo Ferengi, Borg und andere Klassiker, hunderte Jahre vor ihrem eigentlichen Erstkontakt, würdelos verheizt werden - mit dem Temporalen Kalten Krieg hatte die Serie zumindest etwas eigenes, was auch interessant war, aber es war auch eine ziemliche Abkehr von den Prämissen des Pilotfilms).
Daher mein Pitch:
Starfleet Academy - Year One
Wir schreiben das Jahr 2128, sechzig Jahre nach der Erfindung des Warpantriebs und dem Erstkontakt der Menschheit mit der außerirdischen Spezies der Vulkanier. Die Menschheit ist begierig die Fehler der Vergangenheit hinter sich zu lassen und in den Weltraum vorzustoßen, aber die Vulkanier befürchten, dass die junge, unerfahrene Spezies das Machtgleichgewicht im Universum empfindlich beschädigen könnten.
Um ihren neuen Protegés aber zumindest etwas entgegen zu kommen, wird ein besonderer Flügel der Vulkanischen Wissenschaftsakademie gegründet, welcher die Menschen auf Missionen im interstellaren Raum vorbereiten soll. Nur die besten und klügsten werden ausgewählt, allerdings gibt es da auch Spannungen - das Erdenmilitär würde gerne hauptsächlich Leute mit militärischem Hintergrund unter den Ausbildern sehen, um die Kadetten auf Konflikte vorzubereiten (die Wunden des Krieges sitzen noch tief, und unter der Generalität gibt es noch viele, die dem alten Ideal des "Kadavergehorsams" - ala Colonel Jessep - anhängen), während die Vulkanier (aus naheliegenden Gründen) eher Wissenschaftler ohne militärischen Hintergrund haben wollen. Damit hätte man schon den ersten Konflikt unter den Kadetten und Lehrern, ob militärisches Herangehen und Drill der Weg zum Erfolg ist, oder man lieber eine lockere Führungsstruktur haben sollte, wo jeder unbefangen seine Ideen einbringen kann.
Der nächste Konflikt wäre dann mit den Vulkaniern der älteren Jahrgänge, die den Neuankömmlingen misstrauisch gegenüber stehen und wenig tun, um sie an der Akademie willkommen zu heißen. Der Konflikt könnte ähnlich sein wie der mit dem "Kriegscollege" in SFA, nur dass die Menschen hier eher die Iniatoren von Konflikten sind, in dem Wunsch sich den Vulkaniern zu "beweisen". Die Militär-Kadetten könnten davon genervt sein, dass die Vulkanier alles mit Logik ausdiskutieren wollen, und absolut nicht bereit Befehle ohne Erklärung zu befolgen. Die Wissenschaftler-Kadetten könnten anfangs fasziniert von der Möglichkeit neuer Studienfelder sein, bis sie merken dass die Vulkanier nicht davon ausgehen, dass menschliche wissenschaftliche Erkenntnisse es wert sind sich näher mit diesen zu beschäftigen (und entsprechend ihre Forschungsaufgaben eher nach dem Motto "Bring dein Kind mit ins Labor, und gib ihm irgendeine Beschäftigung" ablaufen). Nach und nach könnten die Differenzen abnehmen, und die Kadetten besser mit den Vulkaniern zusammen arbeiten, um Probleme anzugehen.
Ein weiteres Problem könnte sein, dass die Vulkanier die Erde als "Dritte Welt Planet" betrachten, wo man zwar den Wiederaufbau fördert, aber der auch ganz woanders liegt, weswegen man nicht so viele Ressourcen drauf werfen kann. Weswegen es auch Konflikte auf der Erde, beim Heimaturlaub der Kadetten, geben kann (Raumpiraten!). Die sturen Militärheinis unter der Admiralität könnten sich im Laufe der Serie immer mehr zu Antagonisten entwickeln, weil sie planen auf der Erde massiv aufzurüsten (weil die Vulkanier ja meißt nicht da sind, um diesen Sektor des Raums zu beschützen), und dabei auch Militär-Kadetten in ihre Pläne hineinziehen (Diebstahl von wissenschaftlichen Geheimnissen aus der Wissenschaftsakademie, um die (noch) mickrige Flotte aufzuwerten) - und zack hat man einen "Gehorsam vs. Gewissen"-Konflikt in der Serie.
Und evtll sind die Vulkanier zu diesem Zeitpunkt gerade in einem Kalten Krieg mit irgendeiner kriegerischen Spezies (Romulaner würden sich anbieten, allerdings ist das schwierig, ohne den Reveal aus "Balance of Terror" vorwegzunehmen - vielleicht sind es auch Stellvertreterkriege mit anderen Imperien, bei denen erst später die Romulaner als Strippenzieher enthüllt werden).
Wenn die Serie lange genug läuft, dann könnten irgendwann evtll auch die Enterprise-Charaktere als Cameos unter den Kadetten der jüngeren Lehrjahre vorkommen (natürlich gespielt von jüngeren Schauspielern), aber das ist nicht unbedingt notwendig (die Charaktere haben ohnehin nicht so viele Fans, weil sie so komplett austauschbar waren - was auch zum Fehlschlag von Enterprise beigetragen hat).
Das Ende der Serie sollte dann der Umzug der Akademie an den neuen Campus in San Francisco sein, nachdem die Putschisten unter den Militärheinis entmachtet wurden, und die Vulkanier ausreichend beeindruckt von den Menschen sind, um ihren Kontrollzwang teilweise aufzugeben, und der Menschheit zu erlauben zu ihren eigenen Bedingungen neue Kadetten auszubilden.