Autor Thema: Influencer Systeme - Bereicherung der Systemlandschaft oder nur Geldmacherei?  (Gelesen 6154 mal)

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Offline Holothuroid

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Hättet ihr mal Beispiele dafür? Um was für Spiele geht es denn?
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Offline flaschengeist

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Also nach meiner Erfahrung sind die allermeisten klassischen Rollenspielautoren Leute, die gerne Rollenspiele spielen und dann irgendwann mal eins geschrieben haben.

Während die Rollenspiel-Influencer, die ein eigenes Spiel rausbringen, Leute sind, die gerne Rollenspiele spielen und dann irgendwann mal eins geschrieben haben.

Guter Punkt :d.

Influencer (und ggf. deren Systeme) bringen mehr Aufmerksamkeit und damit mehr Nachwuchs in unser schönes Hobby. Das finde ich grundsätzlich gut.
Andererseits werde ich offen gestanden missgünstig, wenn ich ein gehyptes System anspiele und schon nach kurzer Zeit Designschnitzer auftauchen, für die ich mich beim kostenfreien DuoDecem spätestens im zweiten Jahr der rund zehnjährigen Spieltestphase geschämt hätte.


Critical Role hat Daggerheart nicht geschrieben, das rechne ich nicht dazu.

Interessant. Das war mir bislang nicht klar.

Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann (frei nach Antoine de Saint-Exupéry). Ein Satz, der auch für Rollenspielentwickler hilfreich ist :).
Hier findet ihr mein mittel-crunchiges Rollenspiel-Baby, das nach dieser Philosophie entstanden ist, zum kostenfreien Download: https://duodecem.de/download

Offline Quaint

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Ich hab so ne Art Hype Allergie. Also mitunter gucke ich mir die Sachen schon mal an, aber je größer der Hype, desto kritischer mein Blick. Grundsätzlich isses aber so, dass einfach sehr viel DnD dominiert, und alles, was Leute dazu kriegt auch mal über den DnD Tellerrand zu blicken, ist in meinen Augen lobenswert. Also insofern klar ne Bereicherung, auch wenn ich es dann nicht unbedingt in den Fundus aufnehme, den ich spiele und leite.
Besucht meine Spielkiste - Allerlei buntes RPG Material, eigene Systeme (Q-Sys, FAF) und vieles mehr
,___,
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Offline Smoothie

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Daggerheart ist hauptsächlich von Spenser Starke und Rowan Hall geschrieben worden, Matt Mercer (der Haupt-GM von Critical Role) gehörte aber auch zum Design Team und hat einiges beigetragen.
Inzwischen bin ich geneigt zu glauben, dass an der DnD Satanic Panic in den 80ern was dran war. Allein, es waren nicht die Inhalte. Es waren die Regeln, die aus der Hölle kommen...

Offline Prisma

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Bei der unklaren Definition von "Influencer"

ist sowieso jede Nennung anfechtbar.
Colville war aber zuerst RPG-Autor, danach wurde er Youtuber.

Aber ich würde mal Shadowdark in den Raum schmeißen.
Ist Shadowdark denn ein Influencer-System? Kelsey Dionne ist laut eigenen Aussagen seit AD&D2 Teil des Hobbys und hat in einem rollenspielstarken Umfeld gelebt. Sie ist mir nicht als Influencerin bekannt, dies muss aber nichts heißen. Soweit ich weiß soll Kelsey Shadowdark auf Cons immer wieder angeboten haben. Das System wurde später auch oft von Influencern gehypet. Da dürfte die eigentliche internationale Bekanntheit herkommen. Angeblich soll Arcane Library marketing-knowhow-mäßig stark aufgestellt sein, daher liegt der Schluss nahe, dass die einfach Influencermarketing mit den richtigen Leuten betrieben haben. Wenn Kelsey schon Teil der Szene war, hat sie Bescheid gewusst. Und wenn das Produkt dann auch noch gut ist und in eine Nische trifft, dann klappts. Die Ennies haben das System dann noch größer gemacht. Ich würde Shadowdark also nicht als Influencer-System bezeichnen. Aber vielleicht weiß jemand mehr?
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Online Mr. Ohnesorge

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Colville war aber zuerst RPG-Autor, danach wurde er Youtuber.
Ist Shadowdark denn ein Influencer-System? Kelsey Dionne ist laut eigenen Aussagen seit AD&D2 Teil des Hobbys und hat in einem rollenspielstarken Umfeld gelebt. Sie ist mir nicht als Influencerin bekannt, dies muss aber nichts heißen. Soweit ich weiß soll Kelsey Shadowdark auf Cons immer wieder angeboten haben. Das System wurde später auch oft von Influencern gehypet. Da dürfte die eigentliche internationale Bekanntheit herkommen. Angeblich soll Arcane Library marketing-knowhow-mäßig stark aufgestellt sein, daher liegt der Schluss nahe, dass die einfach Influencermarketing mit den richtigen Leuten betrieben haben. Wenn Kelsey schon Teil der Szene war, hat sie Bescheid gewusst. Und wenn das Produkt dann auch noch gut ist und in eine Nische trifft, dann klappts. Die Ennies haben das System dann noch größer gemacht. Ich würde Shadowdark also nicht als Influencer-System bezeichnen. Aber vielleicht weiß jemand mehr?

Das Problem der Fragestellung des Threads in a nutshell.
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Offline Weltengeist

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Ist Shadowdark denn ein Influencer-System? Kelsey Dionne ist laut eigenen Aussagen seit AD&D2 Teil des Hobbys und hat in einem rollenspielstarken Umfeld gelebt.

Das war ja genau mein Punkt: Nur weil jemand Influencer ist, heißt das ja nicht, dass er keinen Background in Rollenspielen hat. Daher kommt mir die Trennung ein wenig künstlich vor, so als ginge es um "Leute, die Ahnung haben, vs. Leute, die Follower haben". Das ist aber Quatsch. Weder haben die Leute in den Verlagen immer Ahnung, noch haben die Influencer immer keine.
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Offline KWÜTEG GRÄÜWÖLF

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It is only correct to call someone an influencer if he comes from the Influenza region in southern Italy!

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Offline Weltengeist

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It is only correct to call someone an influencer if he comes from the Influenza region in southern Italy!

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Und ich dachte, die heißen so, weil die Influenza haben... :think:
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Offline Luxferre

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Offline Holothuroid

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Ich glaube ihr seid eher Rollenspiel-Influencet. Von Daggerheart ist mir vage bewusst, dass die Leute von Critical Role mit drin hängen - die ich nicht schaue. Von Draw Steel und Shadowdark wusste ich nicht mal, wer die Autorys sind. Ich weiß nur, dass Daggerheart in meinem Umfeld rauf und runter gespielt wird und Shadowdark ward auch schon mal gesehen. Draw Steel ist mir als Lancer-like bekannt, wobei ich Beacon stylemäßig präferiere.

Also: Guckt weniger Youtube oder so. Stellt sich das Problem nicht.
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Offline Eisenmeile

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Welches Influencer-System ist denn gut genug, dass es immer wieder gespielt wird und nicht nur als Fan-Devotionale endet, welches sich wenigstens zum Erscheinen gut verkauft hat?

"How to be a hero" (Rocket Beans) scheint in recht ausgiebig gespielt zu werden.

Zitat
Ist Shadowdark denn ein Influencer-System? Kelsey Dionne ist laut eigenen Aussagen seit AD&D2 Teil des Hobbys und hat in einem rollenspielstarken Umfeld gelebt. Sie ist mir nicht als Influencerin bekannt, dies muss aber nichts heißen. Soweit ich weiß soll Kelsey Shadowdark auf Cons immer wieder angeboten haben. Das System wurde später auch oft von Influencern gehypet.

Wo wäre dann der Unterschied zu Daggerheart? Das ist ja auch ein System, welches nicht von Influencern entwickelt wurde, aber von Influencern beworben wurde. Also genau wie Shadowdark. Was macht das eine zu einem Influencer-System, und das andere nicht?

Was mir noch einfällt, wäre der umfangreiche Playtest durch die Community bei vielen Systemen mit großem Influencer-Clout. Seien es Daggerheart, Shadowdark, Draw Steel/Crows oder auch Deathbringer... da wurde in einem Umfang Feedback zum System eingeholt, wie es sonst nur bei den größten Firmen (WotC, und da auch nur seit den 2010ern, nachdem D&D4 so bei den Fans gefloppt ist) üblich ist.

Offline Prisma

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"How to be a hero" (Rocket Beans) scheint in recht ausgiebig gespielt zu werden.
Okay ... habe ich noch nie zuvor gehört, dass muss aber nichts heißen.

Wo wäre dann der Unterschied zu Daggerheart? Das ist ja auch ein System, welches nicht von Influencern entwickelt wurde, aber von Influencern beworben wurde. Also genau wie Shadowdark. Was macht das eine zu einem Influencer-System, und das andere nicht?
Vielleicht ein Mißverständnis? Weiter oben zähle ich Daggerheart, Draw Steel und auch Shadowdark eben nicht zu den Influencer-Systemen. Deathbringer PRG könnte eins sein, aber da bin ich bei der Einordnung zwiegespalten. Ich traue dem Prof. zu dass er weiß was er tut und dass das Produkt etwas taugt und es somit kein Devotionalien-Cashgrab ist. Natürlich hat er von Shadowdark gelernt und hat Influencer-Marketing betrieben. Offenbar ist das einer der Wege heute einen Millionen-Kickstarter hinzulegen.   
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Sorry. Nur kurz: Die Definition von Influencer hier im Thread erinnert mich an einen Kumpel. Der sagt immer er spielt keine Indi Rollenspiele und Rollenspiele, die er gespielt hat, sind per Definition Mainstream. Sein absoluter Liebling aktuell ist das Mainstream-RPG Stonetop. ;)

Mehr kann ich hier leider nicht beitragen. Ich persönlich kann leider nicht viel mit der Influencer-Definition hier im Thread anfangen...
Ich bin viel lieber suess als ich kein Esel sein will...
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Nicht Sieg sollte der Zweck der Diskussion sein, sondern
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Offline Boba Fett

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Wie steht ihr zu Influencer Systemen?

Ich finde es positiv, wenn die mehr Leute ins Hobby bringen, weil dann mehr Leute eine höhere Chance auf das Finden von Mitspielern haben.
Letzte Woche habe ich zum Beispiel eine Schulung gegeben und von sechs Teilnehmern haben vier Leute Rollenspiel gemacht. Die Gespräche neben dem Schulungsthema waren echt interessant.

Was die Qualität angeht, sehe ich das wie Abd al Rahman.
Ich sehe da kein Qualitätsmerkmal. Entweder ein System ist gut oder es ist nicht gut.

Und bisher habe ich gute und schrottige Systeme von Inluencern wahrgenommen, ebenso Systeme die meinen Spielstil unterstützen und welche, die es nicht machen.

Ich sehe keine Notwendigkeit, ein System zu kaufen, nur weil es von jemandem stammt, dem ich gerne zuhöre oder zusehe.
Andererseits sehe ich auch kein Hinternis drin, ein für mich ansprechendes System zu kaufen, wenn es von einem Influencer stammt, egal ob ich den schaue oder nicht. Draw Steel hat mich interessiert, es war aber nicht meines - dabei kann ich Matt Colville nicht zusehen, weil mir der zu sehr "herumschreit", wenn er vor der Kamera ist. Daggerheart finde ich wegen vieler Mechaniken sehr interessant und hab es mir gekauft - Critical Role konsumiere ich allerdings auch nicht.
« Letzte Änderung: 20.09.2026 | 08:55 von Boba Fett »
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Offline Settembrini

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Gibt es denn ein Influencer-System das nicht derivativ ist? Draw Steel nutzt ja 5e Ästhetik vermengt mit eine Prise "leichter OSR", was die Präsentation angeht usw.
Und da denke ich kann man schon mal überlegen, ob wir das als Szene von Kreativen (nicht Konsumenten) kritischer sehen sollten.

Das ist ja schon so, wie wenn Moderatoren anfangen sich bei Untergrundmusik zu bedienen. Schön wenn Leute nun auf einmal darauf aufmerksam werden, aber nur wenn der harte Kern der Quell des ganzen ein wenig mehr Selbstachtung zeigt um denen, die dann dazukommen zu signalisieren: hier gibt es viel mehr und viel besser.

Denn gut oder innovativ habe ich da noch nicht gesehen, nur "nicht schädlich" oder "passabel".

Aus Sicht des reinen Konsumenten, Kickstarterbackers und Regalfüllers sieht das natürlich anders aus.
caveat lusor, sie befinden sich in einer Gelben Zone - Der PESA RHD warnt!

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Offline flaschengeist

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Gibt es denn ein Influencer-System das nicht derivativ ist? Draw Steel nutzt ja 5e Ästhetik vermengt mit eine Prise "leichter OSR", was die Präsentation angeht usw.
Und da denke ich kann man schon mal überlegen, ob wir das als Szene von Kreativen (nicht Konsumenten) kritischer sehen sollten.

Das ist ja schon so, wie wenn Moderatoren anfangen sich bei Untergrundmusik zu bedienen. Schön wenn Leute nun auf einmal darauf aufmerksam werden, aber nur wenn der harte Kern der Quell des ganzen ein wenig mehr Selbstachtung zeigt um denen, die dann dazukommen zu signalisieren: hier gibt es viel mehr und viel besser.

Denn gut oder innovativ habe ich da noch nicht gesehen, nur "nicht schädlich" oder "passabel".

Aus Sicht des reinen Konsumenten, Kickstarterbackers und Regalfüllers sieht das natürlich anders aus.

Aus einer Perspektive, die die zunehmende Kommodifizierung unseres Hobbies kritisieren will, kann ich dir folgen.
Aber was ist schlecht an derivativ? Alle Weiterentwicklung von Dingen geht vom bereits bestehenden aus.

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Offline Radulf St. Germain

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Also, wenn man Kelsey als Influencerin zählt, dann haben wir mit Shadowdark ein System, das aus meiner Sicht weit besser als "passabel" ist.

Lazy Dungeon Master - auch kein schlechtes Produkt.

Geschmäcker sind verschieden und ich kann das Misstrauen gegenüber Influencern gut nachvollziehen (allein der Name schon!). Ich sehe aber keinen pauschalen Trend, dass wir mit Schrott zugeschüttet werden. Tatsächlich sind Influencer ja oft Fans und daher viel abgeneigter irgendwelchen Slop (KI oder nicht) zu produzieren.

Offline Jiba

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Gibt es denn ein Influencer-System das nicht derivativ ist? Draw Steel nutzt ja 5e Ästhetik vermengt mit eine Prise "leichter OSR", was die Präsentation angeht usw.

Ohne dir zu nahe treten zu wollen: Aber ist nicht ohnehin, wenn man es aus der Perspektive von altem D&D betrachtet ALLES derivativ? Zumindest wird hier ja mit großer Vehemenz jede Spielneuerung anderer Systeme gerne mit obskuren Nebensätzen aus irgendwelchen Sonderbüchern für Uralt-Systeme als "War eigentlich ja schon mal da" quittiert.
Engel – ein neues Kapitel enthüllt sich.

“Es ist wichtig zu beachten, dass es viele verschiedene Arten von Rollenspielern gibt, die unterschiedliche Vorlieben und Perspektiven haben. Es ist wichtig, dass alle Spieler respektvoll miteinander umgehen und dass keine Gruppe von Spielern das Recht hat, andere auszuschließen oder ihnen vorzuschreiben, wie sie spielen sollen.“ – Hofrat Settembrini

Online Ainor

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Aus einer Perspektive, die die zunehmende Kommodifizierung unseres Hobbies kritisieren will, kann ich dir folgen.
Aber was ist schlecht an derivativ? Alle Weiterentwicklung von Dingen geht vom bereits bestehenden aus.

Derivativ (im Sinne der Kunst) ist negativ konnotiert, im Sinne von fehlender Originalität. Weiterentwicklung ist ja eher ein technischer Begriff, und bei einer Weiterentwicklung geht man ja normalerweise von einer objektiven Verbesserung aus. Das ist leider bei Rollenspielen immer schwer zu sagen.
 
Also, wenn man Kelsey als Influencerin zählt, dann haben wir mit Shadowdark ein System, das aus meiner Sicht weit besser als "passabel" ist.

Tja, nicht so leicht abzugrenzen. Bei Influencer Systemen muss ich vor allem an grosse Kickstarter mit viel Krempel und schlechter Langzeitunterstützung denken, was natürlich negativ ist. Andererseits hilft ein hoher Bekanntheitsgrad ein System zu etablieren und eine Spielerbasis aufzubauen.
Es wird zu viel darüber geredet wie gewürfelt werden soll, und zu wenig darüber wie oft.
Im Rollenspiel ist auch hinreichend fortschrittliche Technologie von Magie zu unterscheiden.
Meine 5E Birthright Kampagne: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,122998.0.html

Offline Radulf St. Germain

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Was wären denn Beispiele für solche Kickstarter wo man Ramsch von einem Influencer verkauft bekommt? Ich bin ehrlicherweise nicht so in der Rollenspiel-Youtuber Szene drin und bei vielen Produkten bin ich dann inhaltlich nicht so interessiert. Meinst Du Dungeon Dudes?

(Sorry, wenn das oben schon mal kam.)

Offline Teyron

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Gibt es denn ein Influencer-System das nicht derivativ ist? Draw Steel nutzt ja 5e Ästhetik vermengt mit eine Prise "leichter OSR", was die Präsentation angeht usw.
Und da denke ich kann man schon mal überlegen, ob wir das als Szene von Kreativen (nicht Konsumenten) kritischer sehen sollten.

Ich würde Draw Steel gar nicht zu den Influencer-Systemen zählen. Ja, es ist im Verlag von Matt Colville erschienen, aber Matt hat schon RPGs entwickelt bevor es YouTube und ihn als Influencer gab. Zudem ist der Lead Designer von Draw Steel James Introcasco, den ich nicht als Influencer wahrnehme.

Wie du auf 5e kommst, erschließt sich mir nicht. Wenn überhaupt orientiert sich die Präsentation und das Layout an der 4e. Glücklicherweise ist Draw Steel ganz weit weg von OS(R). Insgesamt würde ich gerade Draw Steel als System aufführen, das von Grund auf neu gedacht wurde. Zugrunde gelegt wurden die Antworten auf die Frage "Was für ein Spiel wollen wir spielen?". Und von da aus wurde konsequent entwickelt und getestet (über Jahre hinweg und zum Teil bezahlt). Alles was nicht zum Spielstil von Draw Steel gehört, wurde rausgestrichen, dafür wurde der Fokus auf die Kernaspekte gelegt. Und hier gibt es Sachen, die ich bisher von keinem anderen System kenne: Aktionen, die immer Erfolg haben sorgen dafür, dass es keine Nullrunden im Kampf gibt. Sehr gutes Balancing (mathematisch verifizierbar), Synergieeffekte im Kampf zwischen den Gruppenmitgliedern, kein Ausrüstungsmanagement oder Einkaufstouren. Hier wurde mit vielen "heiligen Kühen" von D&D gebrochen.

Dementsprechend: Egal ob man Draw Steel als Influencer-System sieht oder nicht - es ist eine Bereicherung für die Systemlandschaft und liefert ein einzigartiges Spielgefühl.

« Letzte Änderung: 27.09.2026 | 21:21 von Teyron »

Offline Settembrini

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An derivativ ist dann etwas doof, wenn die Leute, bei denen sich Inspiration geholt wird, selber noch aktuell Wettbewerber sind. Für den Kunden kann das egal sein, aber als Szene und Kultur müssen wir das ja nicht mitmachen, denn wir wissen ja: wenn wir unsere eignen Kreativen und Macher nicht pflegen, dann bekommen wir eben Hasbro-Lizenzprodukte.
Insofern: Im Detail steckt da viel von der Wertung. Und eins der Details ist eben: wer will man sein, Kunde & Konsument oder Teil einer Subkultur. Entfremdung muß ja nicht schlecht sein. Am liebsten würde ich mir viel oder gar keine Gedanken machen müssen, wo mein Benzin herkommt. Daß dem nicht so ist, ist ja Teil der realen Krisen.
Andersgesagt: in einer heilen Welt könnte es uns egal sein wer wann welche Rolloprodukte verkauft und damit erfolgreich ist, hauptsache, sie tun, was wir wollen.
Muß jeder wissen, ob unsere Hobbywelt so heile ist, oder nicht.
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Offline Nebelwanderer

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Ich wusste bis jetzt nichtmal das es sowas gibt,... und Ich bin viel auf socialmedia

Offline Jiba

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An derivativ ist dann etwas doof, wenn die Leute, bei denen sich Inspiration geholt wird, selber noch aktuell Wettbewerber sind. Für den Kunden kann das egal sein, aber als Szene und Kultur müssen wir das ja nicht mitmachen, denn wir wissen ja: wenn wir unsere eignen Kreativen und Macher nicht pflegen, dann bekommen wir eben Hasbro-Lizenzprodukte.
Insofern: Im Detail steckt da viel von der Wertung. Und eins der Details ist eben: wer will man sein, Kunde & Konsument oder Teil einer Subkultur. Entfremdung muß ja nicht schlecht sein. Am liebsten würde ich mir viel oder gar keine Gedanken machen müssen, wo mein Benzin herkommt. Daß dem nicht so ist, ist ja Teil der realen Krisen.
Andersgesagt: in einer heilen Welt könnte es uns egal sein wer wann welche Rolloprodukte verkauft und damit erfolgreich ist, hauptsache, sie tun, was wir wollen.
Muß jeder wissen, ob unsere Hobbywelt so heile ist, oder nicht.

Woah, also mal langsam, Set. Wenn wir Rollenspiel als kreative Kulturszene verstehen, dann ist das Erstellen deriativer Werke doch GERADE Teil des natürlichen Prozesses des Kulturschaffens. Das kann man nämlich überall gut beobachten: In der Malerei, in der Musik, im Film, im Videospiel etc. Einige machen es vor, andere machen es nach, lassen sich inspirieren, erzeugen Hommagen und Parodien. Betonen andere Aspekte. Was sich dann letztendlich durchsetzt oder was nur ein Schritt auf dem Weg oder ein austrockender Seitenarm wird, das zeigt sich erst über die Zeit. Wenn also ein Influencer ein Rollenspiel "inspired by" macht, ist das eben kein Problem, sondern einfach der Modus, wie Kulturszenen funktionieren.

Was willst du denn machen? Leuten untersagen, Spiele zu verkaufen, die sie herstellen?

Wie kann man sich denn als Teil einer Subkultur verstehen und dann harte Kriterien für den kreativen Umgang innerhalb dieser Subkultur festlegen wollen? Zumal ja derivative Influencer-Systeme gerade nicht von Hasbro kommen, sondern oft genug an den großen Playern vorbei produziert werden.
« Letzte Änderung: 28.09.2026 | 08:55 von Jiba »
Engel – ein neues Kapitel enthüllt sich.

“Es ist wichtig zu beachten, dass es viele verschiedene Arten von Rollenspielern gibt, die unterschiedliche Vorlieben und Perspektiven haben. Es ist wichtig, dass alle Spieler respektvoll miteinander umgehen und dass keine Gruppe von Spielern das Recht hat, andere auszuschließen oder ihnen vorzuschreiben, wie sie spielen sollen.“ – Hofrat Settembrini