Autor Thema: Influencer Systeme - Bereicherung der Systemlandschaft oder nur Geldmacherei?  (Gelesen 785 mal)

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Offline Mouncy

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Wie steht ihr zu Influencer Systemen?
Gemeint sind Rollenspiele deren Autoren aus dem Content Creation Bereich kommen und dann ihre Reichweite dazu nutzen ein System zu vermarkten.
Variante 2 wäre im Gegensatz dazu Leute die zuerst ein Spiel / Abenteuer schreiben, und dann Conten Creation Kanäle nutzen um die Produkte zu vermarkten. Sprich Indy Autoren ohne Verlag hinten dran. Ich persönlich finde schon, dass bei Variante 1, also der Weg von Influencer zu Autor, immer so ein "Kohle scheffeln" Unterton mitschwingt, und mir deshalb der "klassiche" Indy Autor irgendwie lieber ist. Die Übergänge sind da vermutlich auch sehr fließend, Henne Ei und so.

Offline Abd al Rahman

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Ich sehe da kein Qualitätsmerkmal. Entweder ein System ist gut oder es ist nicht gut. Wer es geschrieben hat ist doch wurscht.

Offline Luxferre

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Ich formuliere mal sehr vorsichtig, dass ich mich in beiden Bereichen (Influencer vs Indie) nicht sonderlich gut aufgehoben fühle.
ina killatēšu bašma kabis šumšu Tišpak
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Online Torsten (Donnerhaus)

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Spannendes Thema. Ich würde da gerne mal abwarten, was andere dazu zu sagen haben, ehe ich mich in diese Diskussion einbringe. Ich denke, ich würde sonst zu viel daran verfälschen, polarisieren oder beeinflussen. Aber ist schon mal abonniert!

Offline ghoul

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Ich sehe da kein Qualitätsmerkmal. Entweder ein System ist gut oder es ist nicht gut. Wer es geschrieben hat ist doch wurscht.

Sehe ich genauso.
Aich ob jemand damit viel Geld einnimmt, ist für mich wenig relevant. Wenn das Produkt gut ist, sei der Profit den Autoren und Herausgebern etc gegönnt.
« Letzte Änderung: Gestern um 16:17 von ghoul »
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PESA hilft!
PESA diskutiert.
Desweiteren: Alle deine Probleme wurden bereits in AD&D 1e gelöst.

Offline Smoothie

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Gibt Zeug von Influencern, das fantastisch ist (Daggerheart und Drakkenheimz.B.) und anderes, das ich persönlich jetzt nicht brauche und wo sicherlich mehr Hype um die Kickstarter war, als dass die Sachen dann gespielt wurden.

Aber natürlich mag ich auch Indiescachen sehr gerne. Gibts auch fantastische Sachen.
Inzwischen bin ich geneigt zu glauben, dass an der DnD Satanic Panic in den 80ern was dran war. Allein, es waren nicht die Inhalte. Es waren die Regeln, die aus der Hölle kommen...

Offline Kaskantor

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Die Frage ist ja auch, ob der Influencer das dann selber schreibt, oder ob er dafür jemanden hat, der das dann für ihn macht.

CR hat DH ja auch nicht selbst geschrieben…

Ansonsten bin da bei der Fraktion, wenn es gut ist, ist es egal, von wo es schlussendlich kommt.

Eine andere Frage wäre auch, wie bekannt solche Systeme werden würden, wenn kein Influencer das Ding „groß“ macht…
"Da muss man realistisch sein..."

Offline Sphinx

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Ich sehe da kein Qualitätsmerkmal. Entweder ein System ist gut oder es ist nicht gut. Wer es geschrieben hat ist doch wurscht.

Ja in die Kerbe würde ich auch schlagen wollen.
Klar machen bekannte Gesichter mit viel Reichweite auch gute Werbung fürs eigene Produkt. Und alleine dadurch verkauft es sich erst mal besser als jemand der das nicht hat. Aber ich denke speziell im Rollenspiel ist Qualität immer noch das was auf lange sich mehr Erfolg bringt.
Allerdings kann man natürlich als Indy Pech haben und ein gutes System auf den Markt bringen, aber niemand erfährt je davon.

Ich hab z.B. bei Matt Colville nicht verstanden warum der seine Reichweite nicht ausgenutzt hat als er Draw Steel raus gebracht hat. Da war komplette Sendepause von seiner Seite und ich glaube speziell deshalb ist das System so unbekannt geblieben. Ich vermute ja das war überkompensiert...weil er nicht so wirken wollte als wolle er seine Bekanntheit abgrasen mit dem System.
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Offline Seba

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Hat Draw Steel nicht 4 Mio Dollar im Crowdfunding gemacht oder so?

Offline unicum

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Bezüglich der Egalität des Autors eines Systemes erinnere ich mich daran das es hier mal einen Strang gab wo etwas (ich glaub es war eher ein Abenteuer/Kampoange) gedisst wurde weil der Autor im "untra right" politischen Spektrum verortet wurde.

Aber ja das wäre für mich auch so eine Sache selbst wenn das - was immer es auch ist - gut gemacht ist. Punkt ist dabei: es ist mir zwar ziemlich egal aber eben nicht gänzlich egal wer als Autor dahinter steht. Abseitz von diesem (auch ultra Links ist nix für mich) zählt aber auch für mich erst mal die Qualität des Systemes (oder anderem) das zählt.

Influencer sehe ich eher als Werbeträger in diesem Zusammenhang.

Offline Sphinx

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Hat Draw Steel nicht 4 Mio Dollar im Crowdfunding gemacht oder so?

Ka waren aber ein paar Millionen. IMO. hätte man aber mehr raus hohlen können wenn nicht so eine starke Zurückhaltung geherscht hätte.
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Offline Lichtbringer

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Produkte, die auch tatsächlich gespielt werden, helfen der Szene.
Produkte, die nur gekauft werden, helfen der Szene wenig bis gar nicht. Sie können sogar schaden, weil sie Kapital von anderen abziehen.

Daher stellt sich doch die Frage, ob die Medienperson ihre Fans dazu anregt und bringt, diese Produkte auch tatsächlich zu spielen.
Matthew Colville hat seine Karriere darauf aufgebaut, Leute zum Spielleiten zu bringen. Und sein Werk kann gut gespielt werden (auch wenn es meinen Geschmack überhaupt nicht trifft). Super.
Andere Influencer haben Fanprodukte rausgebracht, die kaum funktionieren und die von den Käufern auch klar als Merchandise und nicht zum Spiel gekauft wurden. Eher doof.

Offline tarinyon

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Ich formuliere mal sehr vorsichtig, dass ich mich in beiden Bereichen (Influencer vs Indie) nicht sonderlich gut aufgehoben fühle.

 :d :d :d :d

Offline 6

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Für mich persönlich ist es egal ob ein System von einem Influencer gepusht wird oder sogar selber geschrieben worden ist. Das hilft für mich nur zur Sichtbarkeit des Systems. Danach kommt es für mich auf die wirklich wichtigen Sachen an, wie das Setting und welche Regeln sich darin verbergen.
Der Influencer hat immer den Job des Content creieren und damit muss er dann Kohle machen. Dabei gibt es gewisse Regeln nachdem er Geld machen kann und dabei sind parasoziale Bindungen halt ein wichtiges Werkzeug. Ist das gut oder schlecht? Für mich nichts davon. Ich sehe Influencer nie als "Freunde" oder sowas an. Sie machen ihren Job und ich beurteile sie dann nach der Güte des Contents für meine Bedürfnisse und das gilt dann auch für die Sachen, die sie bewerben.
Ich bin viel lieber suess als ich kein Esel sein will...
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Nicht Sieg sollte der Zweck der Diskussion sein, sondern
Gewinn.

Joseph Joubert (1754 - 1824), französischer Moralist

Offline klatschi

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Ich sehe da kein Qualitätsmerkmal. Entweder ein System ist gut oder es ist nicht gut. Wer es geschrieben hat ist doch wurscht.

Sehe ich genauso.
Aich ob jemand damit viel Geld einnimmt, ist für mich wenig relevant. Wenn das Produkt gut ist, sei der Profit den Autoren und Herausgebern etc gegönnt.

Das.
Mir wird sowieso viel zu viel über das Hobby und dies und das und jenes Detail gelabert, die Metadebatten ermüden mich.
Das Hobby lebt vom Spielen, nicht davon, dass wir das Hobby zerlabern.
Sprich: Ist ein Spiel gut spielbar und macht Leuten Spaß, dann feier ich das.

Offline Eismann

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Gerade als Merch-Produkt von Content Creatorn, die nicht zur eigentlichen Rollenspielblase gehören, find ich das nicht verkehrt. Also das Spiel von Gronkh oder RBTV zum Beispiel.
Die werden vermutlich eher als Sofatischdeko als zum wirklichen Spielen verwendet. Aber wenn, dann ist es immerhin ein Weg neue Spieler ins Hobby zu bekommen.

Offline Zouan81

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Hmm.

Es kommt ja immer darauf an, was im System drin steckt.

Dass auch ein Indy-Autor mit seinem System Geld verdienen kann, darf oder möchte, sehe ich nicht als Hindernis, wenn das Produkt gut ist. Verstehe da manchmal die Aufregung nicht. - Wirklich Reich wird man mit Rollenspiele eh nicht. Und wenn jemand es schafft, 100 Exemplare zu verkaufen, hat er vielleicht seine Produktionskosten raus und vielleicht einen kleinen Gewinn, der praktisch in keiner Relation dazu steht, für die Arbeit, die da reingesteckt werden musste. Vielleicht möchte jemand ja als Hobby damit ein Kleingewerbe führen - so what!

Ein neues System kann Inspirationen hervorrufen, in der Hinsicht, auf welche Art man NOCH Rollenspielen kann.

Geldmacherei wäre es nur, wenn jemand nur mit KI-generierten Inhalten (einschließlich Texte) versucht, die schnelle Mark zu machen.

Nicht aber, wenn jemand wirklich Herzblut in sein Projekt gesteckt hat.




Gespielte Regelsysteme:

D&D, DSA, RdW, Saga, Earthdawn


Meine Projektseite:

http://www.rearbo.de

Online Weltengeist

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Also nach meiner Erfahrung sind die allermeisten klassischen Rollenspielautoren Leute, die gerne Rollenspiele spielen und dann irgendwann mal eins geschrieben haben.

Während die Rollenspiel-Influencer, die ein eigenes Spiel rausbringen, Leute sind, die gerne Rollenspiele spielen und dann irgendwann mal eins geschrieben haben.

Wo der Unterschied sein soll, erschließt sich mir nicht. Es gibt gute und schlechte klassisch produzierte Rollenspiele. Es gibt gute und schlechte von Influencern gemachte Rollenspiele. Ich bemühe mich bei beiden, mir ein Bild zu machen, ob das Produkt was für mich ist, und mache meinen Kaufentscheidung in beiden Fällen davon abhängig (und nicht davon, ob ich jetzt bspw. Matt-Mercer-Fan bin oder nicht).

Eines finde ich an den Influencer-Produktionen aber gut: Sie beleben die Szene. Es entsteht so die Chance, dass auch mal was komplett Neues produziert werden kann (und zwar auch mit vernünftigem Budget), ohne dass jemand erst jahrelang den Gang durch die Instanzen der existierenden Verlage gehen muss und so lernt, alles genauso zu machen, wie es immer schon gemacht wurde. Für mich ist das an sich schon ein Mehrwert.
Aktive Tischrunden (als SpL): Agenten von Nomikos (Eana - Savage Worlds)
Aktive Onlinerunden (als Spieler): Das Windkammtal (Barsaive - Earthdawn), Die Grauen (Shadow World - Rolemaster), The Price of Arrogance (Théah - 7te See)
Solo (in Planung): Mythic Suns (Fading Suns - M-Space)

Offline Seba

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Guter Take. Ich finde Daggerheart nicht besonders gut, aber es hat vermutlich ein paar Zehntausend Leuten zum ersten Mal klargemacht, dass es überhaupt andere Rollenspiele als D&D gibt. Das ist grundsätzlich gut.

Candela Obscura finde ich dagegen übrigens ziemlich gut designt. Das scheint aber deutlich weniger Aufmerksamkeit als Daggerheart zu bekommen.

Ein weiser Mann sagte mir aber unlängst "Fantasy verkauft sich immer besser als alles andere - und wenn es das millionste System ist". Also ist das wohl nicht so verwunderlich.

MfG,
Seba

Online Radulf St. Germain

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Also, jemand der Rollenspielinfluencer ist, hat zumindest schon mal was zu Rollenspielen zu sagen, was genügend Leute überzeugt ihm oder ihr zuzuhören. Das ist kein schlechter Start.

Was mich eher stört ist, wenn das System dann aufdringlich(st) beworben wird. Aber dann mag ich eher den Influencer nicht mehr und hier geht es ja um das Spiel, das er/sie herausbringt.

Ich verstehe schon die Logik der Frage aber irgendwie ist das halt was anderes, als wenn ein Influencer einen Müsliriegel rausbringt, aber er redet immer über Flugzeuge oder so.

Online Tintenteufel

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Nur weil es stromaufwärts aufkam: Draw Steel hat im Crowdfunding $4,600,520 zusammengebracht. Es gibt wenige PNP RSP Crowdfundings die das geschafft haben.

MCDM ist auch zuvor schon ein ausgewachsener, wenn auch kleiner Verlag gewesen.

Und weil das Ganze hier aus der Diskussion um Matt und seinen Verlag entstanden ist:
Matt war bereits leidenschaftlicher Rollo bevor er via YT bekannt wurde und hatte auch schon zuvor in der Branche gearbeitet.

Da könnte es auch andere geben, wie bspw. Kelsey Dionne.

Auch wenn ich eh bei Weltengeist bin, spielt ggf. das uralte Thema Henne/Ei hier mit rein.
« Letzte Änderung: Gestern um 19:27 von Tintenteufel »
Spiele/leite derzeit Cairn, Mausritter, und Mythic Bastionland.
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Offline Aedin Madasohn

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mal meine 50Cent

bei einem Influencer sind seine Sweatpoints im Spielstil ja schon vorher bekannt und wenn er die jetzt bedient (bedienen will), dann weiß ich ja, wohin sein Zug fahren soll

ob ich da aufspringen will, ist ja eine eigene Frage, aber erstmal ist es doch ok, wenn man seine Anspielstationen-highlights schon vorher kennt.


Offline Eisenmeile

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Mein Kriterium ist immer: solange es primär um das System geht, ist es mir egal, ob da noch eine Person dran hängt, die das System persönlich bewirbt. Sobald es mehr um den Personenkult geht, als um das System, bin ich raus.

Beispiel: in den frühen 2000ern gab es irgendein System (kriege den Titel gerade nicht mehr zusammen, "To Adventure!" oder so ähnlich?), wo es zunächst darum ging, Neueinsteiger damit zum Rollenspiel zu kriegen (der Plan war, es irgendwie in Zeitschriftenkioske zu kriegen). Prinzipiell eine gute Idee, leider ging es dann immer mehr um das überbordende Ego des Systemdesigners, und den Aufbau einer Ingroup-Outgroup-Mentalität (Abgrenzung gegen alles und jeden, schließlich sogar gegen die neue Edition von Tunnels&Trolls, von dem die Regeln ein Derivat waren). Der Plan dass Einsteiger von dem System profitieren sollten war dann schnell vergessen, es hatte es (soweit mir bekannt) niemals über die PDF-Phase (oder vielleicht höchstens noch PoD) hinaus geschafft.

Selbst Gary Gygax war zeitweise (auch bevor es den Begriff Influencer gab) sehr stark mit dem "Prädikat: Personenkult" unterwegs, um die Marke D&D (und seinen eigenen Namen) ins Gespräch zu bringen, statt das tatsächliche System.