Umfrage

Erzählt man beim Rollenspiel Geschichten?

Ja
48 (75%)
Nein
16 (25%)

Stimmen insgesamt: 55

Autor Thema: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?  (Gelesen 8721 mal)

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Pyromancer

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #25 am: 28.08.2007 | 11:02 »
Es wird beim Rollenspiel "erzählt", klar. Ob es sich dabei um "Geschichten" handelt, kommt wohl immer darauf an - vor allem auch darauf, wie man "Geschichte" definiert.
Erzählt eine Folge von "Big Brother" eine Geschichte? Oder eine Folge von diesen Dschungelcamp-Survival-Shows? Wer diese Frage mit ja beantwortet, für den werden auch bei den meisten Rollenspiel-Sitzungen Geschichten erzählt.

Was die Form angeht: Das Rollenspiel lässt sich in meinen Augen in keine der drei literarischen Gattungen klar einordnen (lyrisch als Möglichkeit hast du ja auch gleich unterschlagen).
Meistens gibt es ja drama-angelehnte Dialogpassagen durchsetzt mit epos-angelehnten Erzählungen.

Offline Doc Letterwood

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #26 am: 28.08.2007 | 11:02 »
Ich sage: nein!  ;D

Ts, Spalter  ;D
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Offline Bitpicker

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #27 am: 28.08.2007 | 11:06 »
Man erzählt auch, erspielt aber eher, würd ich sagen. Klar, der SL erzählt viel, beleuchtet Hintergründe, beschreibt Szenen, das machen die Spieler im Prinzip auch. Aber die Handlungen der Spieler werden im Rollenspiel nunmal nicht erzählt, sondern erspielt. Bei einer Erzählung hätte man keinerlei Einflussmöglichkeiten, beim Rollenspiel im Normalfall schon, deshalb heißt das ja auch Spiel  ;).

Die Handlungen der Spielercharaktere werden, außer beim Liverollenspiel, durchaus erzählt, denn sie werden nicht durchgeführt, sondern verbal wiedergegeben. Das ist auch Erzählung. Die Art des Erzählens ist nur eine andere: der SL ist ein sogeannter allwissender Erzähler, der Kontrolle über alles außer den SC hat und alle Hintergründe kennt, die einzelnen Spieler sind wie Ich-Erzähler, die nur über ihren Identifikationscharakter wirken und über diesen hinaus keine Einsichten haben (sollen).

Der Unterschied zwischen Erzählung und Erleben liegt, denke ich, primär in der Erwartungshaltung. Dieselbe Beschreibung seitens des SL kann sowohl dem einen als auch dem anderen Zweck dienen.

Ein Beispiel: Der Spielleiter beschreibt einen NSC, der in einer kurzen Nebenhandlung zu Beginn des Abenteuers auftaucht und einen kleineren Konflikt mit einem der SC hat, z.B. eine Eifersüchtelei. Wenn ich als Spieler jetzt eine erzählerische Erwartungshaltung habe, nehme ich an, dass dieser NSC später wohl in einem größeren Konflikt wieder auftauchen wird, weil so nach erzählerischen Prinzipien ein Antagonist aufgebaut wird. Habe ich eine Erlebnis-Erwartungshaltung, rechne ich nicht unbedingt damit und bin später, sollte der NSC wieder als Gegner auftauchen, womöglich ebenso überrascht, wie es mein SC sein sollte, oder nicht enttäuscht, wenn er nicht wieder auftaucht.

Beim Lesen von Jean Auels 'The Shelters of Stone' ist mir das besonders aufgefallen, weil ich an einen Roman natürlich mit einer erzählerischen Erwartung herangehe; in diesem Roman werden sogar mehrere potentielle Antagonisten aufgebaut, mit denen es im ganzen Buch nicht zum erlösenden Konflikt kommt. Falls das nicht Vorplanung für den nächsten Roman ist, der bei Auels Veröffentlichungsfrequenz wohl 2020 erscheint, ist das vom erzählerischen Standpunkt her ziemlich schwach; sieht man den Roman aber als historische Simulation, also Darstellung eines potentiell historischen Erlebnisses, ist es ok.

Robin
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Offline Bad Horse

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #28 am: 28.08.2007 | 11:22 »
Eine Geschichte zu erzählen (zu erleben, was auch immer) ist es ja gerade, was für mich das Rollenspiel interessant macht.

Eine sinnfreie Aneinanderreihung von Geschnetzel interessiert mich nicht sehr, genausowenig wie eine vor sich hin eiernde Einkaufsrunde.

Ob die Geschichte gut ist oder nicht, sei jetzt mal dahingestellt. Aber auch "wir sind da ins dungeon gegangen, haben den Oberork geschnetzelt und viel loot gefunden" ist eine Geschichte. Keine kreative, aber es gibt einen Anfang (ins dungeon rein), einen Mittelteil (herumgeschnetzel im dungeon), einen Höhepunkt (kampf mit dem oberork) und eine Auflösung (looten).
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Offline Vanis

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #29 am: 28.08.2007 | 12:08 »
Die Handlungen der Spielercharaktere werden, außer beim Liverollenspiel, durchaus erzählt, denn sie werden nicht durchgeführt, sondern verbal wiedergegeben. Das ist auch Erzählung. Die Art des Erzählens ist nur eine andere: der SL ist ein sogeannter allwissender Erzähler, der Kontrolle über alles außer den SC hat und alle Hintergründe kennt, die einzelnen Spieler sind wie Ich-Erzähler, die nur über ihren Identifikationscharakter wirken und über diesen hinaus keine Einsichten haben (sollen).

Ich geb dir da absolut Recht. Was ich meinte war, dass beim Rollenspiel eben noch der "Spielfaktor" hinzukommt. Bei den meisten Rollenspielen gibt es eine gewisse Unsicherheit, ob das, was Spieler erzählen, so auch passieren kann, denn es muss gewürfelt werden. Es ist also nicht eine Erzählung, die frei entstehen kann, wie jeder Mitspieler will, sondern hängt auch am Können der Charaktere und am Glück. Insofern denke ich, dass es eher ein Erspielen als ein Erzählen der Handlung ist.
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Offline Raphael

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #30 am: 28.08.2007 | 12:46 »
Ich versuch's mal so anzusehen: Wenn man jemanden das Rollenspiel mit den Worten "Wir erzählen eine Geschichte" erklärt, wäre das äusserst misverständlich!

Deshalb habe ich "nein" angekreuzt --- wenn auch eine gute Geschichte den Spielspass erhöht.  :)
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Offline Araeus

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #31 am: 28.08.2007 | 13:49 »
Ich geb dir da absolut Recht. Was ich meinte war, dass beim Rollenspiel eben noch der "Spielfaktor" hinzukommt. Bei den meisten Rollenspielen gibt es eine gewisse Unsicherheit, ob das, was Spieler erzählen, so auch passieren kann, denn es muss gewürfelt werden. Es ist also nicht eine Erzählung, die frei entstehen kann, wie jeder Mitspieler will, sondern hängt auch am Können der Charaktere und am Glück. Insofern denke ich, dass es eher ein Erspielen als ein Erzählen der Handlung ist.

Wer sagt denn das? Das Regelbuch? Meine schönste Runde war eine SR3 Runde ohne einen einzigen Würfelwurf. Man braucht nur kreative Spieler die ihre Schwächen genauso spielen wie ihre Stärken. Denn es gibt immer nur zwei Ergebnisse. Aktion gelungen oder Aktion misslungen.

Ich sehe es so im Liverollenspiel wird erspielt und im P&P wird erzählt.
Oder steht einer von euch beim erzählen auf und holt ein Messer aus der Küche und spielt den Kampf mit dem SL?
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Offline Vanis

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #32 am: 28.08.2007 | 13:54 »
Wer sagt denn das? Das Regelbuch? Meine schönste Runde war eine SR3 Runde ohne einen einzigen Würfelwurf. Man braucht nur kreative Spieler die ihre Schwächen genauso spielen wie ihre Stärken. Denn es gibt immer nur zwei Ergebnisse. Aktion gelungen oder Aktion misslungen.

Deshalb hab ich ja auch geschrieben "bei den meisten Rollenspielen". Ich hab auch schon würfellos gespielt, es findet da aber dennoch ein "spielerischer Austausch" zwischen SL und Spielern statt. Das heißt, man erspielt sich die Handlung, im Gegensatz zum reinen Erzählen.
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Offline Bitpicker

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #33 am: 28.08.2007 | 13:59 »
Kleines Problem: einige scheinen 'Erspielen' von 'Schauspiel' abzuleiten, andere von 'Brettspiel'. Wenn ich 'Erspielen' sage, meine ich letzteres, also dass Regelmechanismen den Löwenanteil der Handlung ergeben. Daher würde ich beim Liverollenspiel nicht von 'Erspielen' sprechen, weil ein Großteil da ja eben nicht über Regeln oder verbale Äußerung läuft, sondern tatsächlich dargestellt wird. Das ist für mich definitiv Erleben.

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Offline McQueen

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #34 am: 28.08.2007 | 14:28 »
Ich muss schon sagen.... wir sprechen hier vom "Geschichte erzählen" und .... wieviele definition, sichtweisen des Rollenspiels haben wir nun die ansatzweise darauf zu treffen oder nicht? hat da einer mal mitgezählt? Wird das Ergebnis der Umfrage nicht schon grundlegend verfälscht, wenn nicht klar definiert ist, was mit dem ja und nein gemeint ist?

Mal ehrlich... was kann man derweilen aus dieser umfrage überhaupt für Rückschlüsse ziehn? (ausser das vielleicht mehr oder weniger vielen unklar zu scheinen seint inwiefern "Geschichte" - "erzählen" überhaupt im zusammenhang zum Rollenspiel steht.)
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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #35 am: 28.08.2007 | 14:42 »
Ist doch gut, dass es nicht nur "den" Weg des Rollenspielens gibt, wär ja auch langweilig. Oft mischen sich die hier angeklungenen "Spielmodi" zudem. Stimmt, eine Ja/Nein-Umfrage kann das nicht erfassen. Aber dass es einen Thread gibt, wo man alle (??) Spielmodi mal zusammenrafft, find ich interessant. (edit: das Zusammenraffen ist mMn durchaus @topic, weil die topic-Frage durch das Polarisieren den Thread vorantreibt?)
Es gibt ja schon 1 Parallel-Thread von Vash aus dem "Dreiklang" erleben, erspielen, erzählen, nämlich "Wie erspiele ich eine Geschichte".
« Letzte Änderung: 28.08.2007 | 14:47 von Berengor »

Offline McQueen

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #36 am: 28.08.2007 | 17:49 »
Durchaus... aber wieviele Sichtweisen haben wir denn nun schon? Wenn man überlegt, das es hier doch wieder um die engstirnige Frage ansich geht... ist Rollenspiel, das Erzählen einer Geschichte? - Verbinden viele damit ja gleich, das eine Geschichte im Sinne des geschriebenen Wortes eine Lineare Handlungstrang lediglich umfassen kann, auch das der Fokus dann nicht auf den Charakteren, sondern im wesentlichen auf dem Handlungstrang liegt, dies aber beim Rollenspiel ja ansich um so oft anders wäre.

So... nun wäre da meine Frage: "...und? Wer möchte sich noch bei dieser terrori... ähhh... diesem theoretisieren die Haare aus dem Kopf reißen?"  ::)
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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #37 am: 28.08.2007 | 18:02 »
Der Handlungsstrang kann auch bei allen Varianten als *Ergebnis* von Aspekten der SC gesehen werden. ;) Und umgekehrt kann man sich auch rein innerliche Aspekte eines SC erzählen, erspielen oder sie im Kopf erleben, wenn man drauf steht. Deswegen reiß ich mir keine Haare aus, warum regt Dich das so auf? Musst ja nix dazu sagen, wenn's für Dich nix ist. ;)

Samael

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #38 am: 28.08.2007 | 18:02 »
Ähm, sag mal KANNST du keine vertändlichen Beiträge verfassen oder willst du nicht? Erst Gedanken ordnen, dann posten.

Chiungalla

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #39 am: 28.08.2007 | 18:07 »
Ich frag mal ganz frech in den Raum:
Wer ist denn der "man" aus der Frage?
Der Spielleiter oder die Gruppe?

Ist damit allein der Spielleiter gemeint, dann lautet meine Antwort:
"Um Himmels willen bitte nein!"

Ist die Gruppe als ganzes gemeint, dann lautet meine Antwort:
"Ja."

IDA-eSeL

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #40 am: 28.08.2007 | 18:16 »
Wer ist denn der "man" aus der Frage?
Der Spielleiter oder die Gruppe?

*grins* Sry, natürlich die ganze Gruppe. Das mit dem "erleben im Kopf" war zudem so ein bisschen bezogen auf Leute, die stundenlang ihren Charbogen anstarren ... *frechgrins*

Chiungalla

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #41 am: 28.08.2007 | 18:18 »
Ich fragte eigentlich Vash, nicht Dich, hätte ich wohl deutlicher schreiben sollen.

Offline McQueen

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #42 am: 28.08.2007 | 18:24 »
Der Handlungsstrang kann auch bei allen Varianten als *Ergebnis* von Aspekten der SC gesehen werden. ;) Und umgekehrt kann man sich auch rein innerliche Aspekte eines SC erzählen, erspielen oder sie im Kopf erleben, wenn man drauf steht. Deswegen reiß ich mir keine Haare aus, warum regt Dich das so auf? Musst ja nix dazu sagen, wenn's für Dich nix ist. ;)

Ich denke im wesentlichen ist, das schon allein auf die Sichtweisen von Rollenspiel oder viel mehr die Erwartungen der Spieler an solches Rollenspiel zu sehn... ich finde es nur interessant, wie schwer es schon ist bei dieser Frage einen Konsens zu finden, um überhaupt klare - für alle verständliche - antworten zu formulieren. Man überlege mal, wie das in einer Gruppe bei den einzelnen Spieler aussieht... naja.
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Chiungalla

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #43 am: 28.08.2007 | 18:33 »
Es gibt nun einmal nicht "das Rollenspiel", sondern jeder spielt es etwas anders, und je nach Spielphilosophie ist es dann:

1.) Der SL erzählt ne Geschichte
2.) Niemand erzählt ne Geschichte
3.) Alle zusammen erzählen ne Geschichte zusammen
4.) Alle zusammen erzählen ne Geschichte, aber nicht zusammen sondern abwechselnd je nach Erzählrechten

IDA-eSeL

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #44 am: 28.08.2007 | 18:36 »
@McQueen:
Mit Erwartungen und Konsens hatte ich noch nie viele Schwierigkeiten. Ich lese diesen Thread, um neue Ideen zu sammeln, was ich mal probieren könnte. (Was keine neue Art zu spielen wird, sondern nur ein bisschen Schwerpunkt-Verschiebung.) Wenn Spieler A vor allem erzählen möchte, Spieler B aber schweigsamer Würfelfetischist ist und Spieler C einfach wegen der Geselligkeit dabei ist (erleben ;)), dann funktioniert das wunderbar, solange alle den Geschmack der anderen tolerieren. Perfektionismus von seiten eines Einzelnen, der *seine* Sicht unbedingt für alle durchsetzen will, wäre natürlich tödlich, falls Du das gemeint hast.

@Chiungalla: Das wäre also irgendwas zwischen 1.-4. trudelndes. :D Hängt manchmal auch von der Laune des Einzelnen ab, oder vom System ("Shadowrun kenn ich noch nicht, da erzähl ich mal nix!")
« Letzte Änderung: 28.08.2007 | 18:53 von Berengor »

Offline McQueen

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #45 am: 28.08.2007 | 19:02 »
@McQueen:
Mit Erwartungen und Konsens hatte ich noch nie viele Schwierigkeiten. Ich lese diesen Thread, um neue Ideen zu sammeln, was ich mal probieren könnte. (Was keine neue Art zu spielen wird, sondern nur ein bisschen Schwerpunkt-Verschiebung.) Wenn Spieler A vor allem erzählen möchte, Spieler B aber schweigsamer Würfelfetischist ist und Spieler C einfach wegen der Geselligkeit dabei ist (erleben ;)), dann funktioniert das wunderbar, solange alle den Geschmack der anderen tolerieren. Perfektionismus von seiten eines Einzelnen, der *seine* Sicht unbedingt für alle durchsetzen will, wäre natürlich tödlich, falls Du das gemeint hast.

Die Frage ist eben inwiefern sich das auf die Spielfunktionalität dann auswirkt. Wäre es dann nicht einfacher, wenn A seines gleichen sucht, ebenso wie B und C, wobei deine beispiele in dem bezug schlecht gewählt sind. In der Regel ist A.) Ein Spieler, der sich durch den SL mit einer geschichte berieseln lassen will (alte Schule)... einige sagen dazu "er möchte bespasst werden", dann wäre da noch B.) Ein Spieler, der seinen Charakter als mittelpunkt des Spieleuniversums sieht, kein interesse an Geschichte oder Handlung des Spiels hat, sondern diese Geschichte und Handlung gleich durch seinen Charakter liefern möchte, in dem er interressen und konflikte des Charakters verfolgt - wobei bei diesem unterfangen immer wieder neue Interessen und Konflikte entstehn - die jedoch in diesem Fall vom Spieler bzw dem Charakter selbst, nicht durch den SL oder dessen gegebenen Handlungsstrang geliefert werden; naja.... C, D, E wären wohl zwischen maß in solchem.

Ansich hat Chiungalle das ganz gut erfasst!!!!! Der springende Punkt - was wenn innerhalb der Spielrunde, die vorstellungen zu Spielphilosophie unterschiedlich sind? Kann das dann noch funktionieren?

Naja... die frage ist dann, wer wo glücklich wird... und wieder wären wir beim Thema "Geschichte"
aber vielleicht sollte unser Thread ersteller nochmal sagen, was er mit dieser frage stellung im eigentlichen meinte.
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Chiungalla

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #46 am: 28.08.2007 | 19:10 »
Zitat
Der springende Punkt - was wenn innerhalb der Spielrunde, die vorstellungen zu Spielphilosophie unterschiedlich sind? Kann das dann noch funktionieren?

Ja, natürlich kann das noch funktionieren.
Die Unterschiede dürfen nur nicht zu groß und zahlreich sein, und es müssen Gemeinsamkeiten vorhanden sein.
Quasi wie bei ner Beziehung.

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #47 am: 28.08.2007 | 19:16 »
Wäre es dann nicht einfacher, wenn A seines gleichen sucht, ebenso wie B und C,

Na klar wäre es das! Aber mein Spielerbeschwörungs-Skill ist nicht groß genug, also muss ich nehmen, was ich in meinem Kaff kriegen kann ...

Deine Beispiele treffens natürlich auch, das war mir bei meinen nicht weiter wichtig, möglichst authentische "Archetypen" zu treffen. ;)
 
Ob das dann noch funktionieren kann? Ja! Das wollte ich gesagt haben. Klar muss man "Abstriche" machen, aber wo gibt es schon die perfekte Runde ... Wenn man natürlich die Spieler wählen kann, dann sollten die alle die gleiche "Doktrin" haben, japp.

Der Vergleich "Beziehung" passt in der Tat gut ... :D Man muss seine Spielrunde nicht gleich heiraten, aber dafür sind's auch mehr Leute, die gleichzeitig zusammenpassen müssen.

Offline McQueen

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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #48 am: 28.08.2007 | 19:37 »
Naja.... nehmen wir mal wieder ein extrem Beispiel von "Geschichte" und "Handlungsstrang"....

Wir haben folgendes Szenario in das die Spieler einsteigen: Ein Asteroid rasst auf die Erde zu, auf welcher sich natürlich Dummerweise, die Spieler befinden. Die Idee des Spieleleiters ist die Spieler dahin zu führen, das sie die Erde alla Film Armaggedon oder Deep Impact irgendwo vor seinem grauenvollen Schicksal retten. Natürlich stehn dabei unterschiedliche denkbare Lösungsmöglichkeiten.....

aber nun kommt es, da ist "ein" Spieler von den drei Mitspielern, die man hat, der die Handlung vollkommen ignoriert und anhand des Settings seine eigenen Interessen und Ziele für seinen Charakter fern ab von den Ideen des SLs sich zusammen stellt....

funktioniert das trotzdem? - da besteht dann doch die Gefahr das sich zwei vollkommen unterschiedliche geschichten entwickeln, die sich eventuell irgendwann nicht mehr miteinander vereinen lassen; was allein damit beginnt das der eine gar nicht mehr an den handlungen seiner Gruppe teil nimmt.

Wenn man dann in diesem dreier Gespann, dann zusätzlich noch einen schweigenden nur Würfelnden Mitläufer hat,.... also ich weiß nicht, ich persönlich würde es dann eben genau um die gruppe geschehn sehn.
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Re: Rollenspiel: Geschichten erzählen - ja oder nein?
« Antwort #49 am: 28.08.2007 | 19:58 »
Wenn der SC seine eigenen Ziele verfolgen will, kann man ihn dran erinnern, dass er mit einem Asteroiden auf der Rübe scheitern MUSS. ;) Man kann an die ingame-Vernunft appellieren oder den SC vertraglich zwingen etc. Meist sind die Querschläger in solchen Abenteuern gerade lustig.

Wenn der Spieler eine Pappnase ist und das Abenteuer wissentlich sabotiert, anstatt MIT den andern zu spielen, schick ihn wg. seiner Minderwertigkeitskomplexe zum Therapeuten. >;D