Autor Thema: Railroading in D&D4  (Gelesen 17634 mal)

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Kinshasa Beatboy

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Railroading in D&D4
« am: 21.07.2008 | 19:13 »
Tag Leute,

habe eine Frage, die mich gerade ein wenig umtreibt. (Gerade den älteren) DSA-Abenteuern wird ja immer mal wieder vorgeworfen, dass sie von Railroading1 extrem stark durchsetzt sind. So weit ich das mit meinem unvollständigen Überblick über DSA-Abenteuer (kenne vielleicht 20 der letzten 100 oder so) beurteilen kann, stimme ich dem durchaus zu2.

Nun habe ich mir D&D4 sowie das erste Abenteuer, Keep on the Shadowfell, mal etwas eingehender angeschaut. Zu D&D4 hatte ich ja bereits meine Meinung kundgetan und dieser Eindruck hat sich mittlerweile bestätigt und gefestigt. D&D4 ist ein grosser Schritt in Richtung Rollenspiel-Tabletop. Das System macht einen balancierten Eindruck und leistet genau das, was es zu leisten vorgibt. Für mich ist das zwar nix, aber gemessen an diesem Anspruch gefällt mir D&D4 gut.

Vom Abenteuer hingegen bin ich extrem überrascht. Auf mich wirkt das alles wie eine inhaltlich nur unzureichend verknüpfte Abfolge von Gemetzeln weitgehend ohne irgendwelchen Tiefgang. Schlimmer noch, es bietet sich den Spielern so gut wie kein Handlungsspielraum. Das Abenteuer ist eine lineare Abfolge von Encountern, bei denen sogar die Positionen der Monster (denn etwas anderes kommt kaum vor) auf Hexfeldern angezeigt ist. Ein Abweichen vom vorgesehenen Pfad ist offenbar nicht angedacht. Dennoch habe ich bislang keinerlei Aufstöhnen gehört und der Vorwurf, dass zumindest Keep on the Shadowfell in geradezu lächerlich platter Weise aus purstem Railroading besteht, ist mir noch nicht untergekommen.

Nun die Frage(n): Teilt Ihr diesen Eindruck? Oder weichen die anderen D&D4-Abenteuer von KotS ab? Liegt die inhaltliche Beschränkung der Spieler am Einführungscharakter des Abenteuers? Braucht man bei diesem stärker brettspielartigen Feeling von D&D4 ohnehin kein eigenständiges Agieren der Charaktere? Weshalb kassiert DSa den Railroading-Vorwurf, D&D(4) aber nicht? Waren die Abenteuer von D&D3.x im gleichen Stil? Vielleicht habe ich etwas ganz Grundlegendes nicht verstanden?

Die Fragen sind vollkommen offen und freundlich gemeint und ich will damit sicherlich niemanden provozieren. Für gemäßigte, informative Beiträge wäre ich dankbar!

Besten Gruß vom Beatboy


1: Definition von Railroading (frei nach Vermi):"[Railroading ist] die Entmachtung der Spieler. Dass der SL Entscheidungen der Spieler entwertet, indem er den Entscheidungen der Spieler einen Einfluss auf den Fortgang der Ereignisse verwehrt. Zum Mitschreiben: Einfluss auf den Fortgang der Ereignisse".

2: Für den Beißreflex schnell noch eine kleine Bitte: Haltet Euch konkret an die Fragestellung und brecht bitte KEINE kleinliche DSA versus D&D oder Goldene Regel versus Nicht Goldene Regel oder Stimmungsspiel versus Abenteuerspiel oder wer weiß was vom Zaun. Wenn ein Vergleich der Beantwortung der Fragestellung im Sinne Eurer Argumentation hilft: bitte. Sonst bitte nicht! Danke!

Offline Beral

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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #1 am: 21.07.2008 | 19:24 »
Weshalb kassiert DSa den Railroading-Vorwurf, D&D(4) aber nicht?
Ich weiss nicht, ob das so ist, aber wenn, würde ich vermuten, dass DSA andere Wünsche befriedigt als D&D. Wenn Railroading der ausdrücklichen Zielsetzung von DSA widerspricht, wird das zu Recht bemängelt. Wenn Railroading bei D&D mit keiner System-Zielsetzung kollidiert, kann man das auch schwer anfechten.

Es meckert auch keiner ernsthaft darüber, dass ein Fiat nicht den Komfort eines Mercedes aufbieten kann.
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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #2 am: 21.07.2008 | 19:35 »
Ich bin kein Experte, aber ich habe schon oft Leute sagen hören, dass man beim typischen D&D-Abenteuer auf Schienen bis zum Dungeoneingang gefahren wird. ;)
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Offline Falcon

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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #3 am: 21.07.2008 | 19:41 »
Ich stimme da zu aber das ist doch schon seit Ewigkeiten so. Das liegt zum einen vielleicht daran, daß die Stories einfach linear SIND, entweder sagt man zu die entführten Dorfbewohner zu befreien und tut das dann oder nicht.

Zum anderen, bei D&D3.5 dauerte das Vorbereiten eines Encounters gefühlte drei Tage.  Es war so gut wie unmöglich während des Spiels mal eben Monster und Fallen rauszusuchen, deren Schätze und magische Gegenstände und alles auf die Gruppe anzupassen, geschweige denn richtige NSCs als Gegner zu erstellen. Also hat man auch keine Möglichkeit groß vom fertigen Abenteuer abzuweichen wenn man noch irgendwas bekämpfen wollte.
Bei D&D4 ist das alles noch das Gleiche geblieben aber dadurch, daß D&D4 nicht so komplex ist kann man das auch zur Not noch bei kleinen Begebenheiten während des Spiels machen.
« Letzte Änderung: 21.07.2008 | 19:44 von Falcon »
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Offline ragnar

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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #4 am: 21.07.2008 | 20:11 »
Zitat
Weshalb kassiert DSa den Railroading-Vorwurf, D&D(4) aber nicht?
Der größte unterschied den ich beim KotS-Abenteuer zu DSA-abenteuern (er-)kenne (aber ich habe keinen Überblick über die Abenteuer nach AB 100), ist der folgende:

-Bei KotS wird man von Begegnung zu Begegnung geschleift (einen Sinn ergeben die oft nur nur wenn der SL nachhilft). Während der Begegnung ist das Ergebnis recht offen (selbst wenn man es auf geschafft/geflohen/tot reduziert).

-Bei DSA wird man von Szene zu Szene geschleift (einen Sinn ergeben diese zwar, aber nur wenn sie in der genannten Reihenfolge geschehen) und wie man dann mit der Szene "interagiert" ist egal, der Ausgang steht fest (und das ist auch dringend nötig sonst machen die einzelnen Szenen noch weniger Sinn als die Begegnungen).

Ich nehme die KotS-Begenungen erstmal nicht allzu sehr als Railroading übel da a) Einsteigerabenteuer, b) die Verknüpfung der Begegnungen locker ist und  improvisation erlaubt, sowie c) (was aber evtl. nicht als RAW annerkannt wird, für mich aber die Funktion des DM ist) bei uns die Begegnungen erstmal "frei" eröffnet wurden (d.h. ob es in ein Gemetzel verfällt, oder ob der/die Gegner mittels schleichen/diplomatie/Kampf aus dem Weg geräumt wird, sich erst während der Begegnung ergibt).

Außerdem hat die 4e beim mir noch die "benefit of doubt" vielleicht war KotS ja wirklich nur aufgrund des "Einsteigerabenteuers" so beschränkt.

Zitat
Waren die Abenteuer von D&D3.x im gleichen Stil?
Ehrlich gesagt: Keine Ahnung. Habe hauptsächlich alte Abenteuer konvertiert.

Ich bin kein Experte, aber ich habe schon oft Leute sagen hören, dass man beim typischen D&D-Abenteuer auf Schienen bis zum Dungeoneingang gefahren wird. ;)
Das nennt man dann Aggressive Scene Framing :)
« Letzte Änderung: 21.07.2008 | 20:31 von ragnar »

Offline Edward Fu

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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #5 am: 21.07.2008 | 20:18 »
Keep on the Shadofell ist purstes Railroading. Man watet bis zu den Knien in Blut, teilweise dem eigenen. Bei mir persönlich hinterläst Keep on the Shadofell jedesmal nach bzw. schon während der Spielrunde einen bitteren Nachgeschmack. D&D 4 hat klasse Ideen. Nur werden diese nicht im geringsten genutzt.

Dafür, das das Abenteuer eine Minikampanie ist, die die Charaktere bis zur vierten Stuffe hochbringt, gibt es so gut wie keine Abwechslung. Es ist halt dazu gedacht, den Spielern beizubringen, wie sie mit ihren Charakteren am effektivsten Metzeln. Das dabei allerdings teileweise das Rollenspiel auf der Strecke bleibt ist halt Pech.

Viele der D&D x.x Module sind so. Aber bei weiten nicht alle. Selganor sagt es immer ziemlich treffend: Dungeoncrawls sind am einfachsten zu schreiben.

Es gibt für D&D 3.5 auch gute Kampanien. Der Adventurepath "War of the burning sky" ist ziemlich gut. Auch da gibt es railroading. Aber ich hatte trotzdem immer das Gefühl, das die Taten meines Charakters einen Unterschied machen. Das fehlt mir bei Keep on the Shadofell irgend wie komplett. Aber die Motivation bei dem Abenteuer ist auch nicht besonderst stark. Es ist das Motto, die Charaktere sind die einzigen, die in der Lage sind etwas zu tun, und wenn sie es nicht tun, dann wars das wahrscheinlich für die Stadt.

Es gibt bei KotS ja vorgefertigte Charaktere, und ich denke, wenn man sich da etwas Mühe gegeben hätte, dann hätte man genau diesen Charakteren auch eine entsprechende Motivation mitgeben können. Einfach mal etwas vor dem eigentlichen Abentuer anfangen. Dafür sorgen, das die Charaktere beziehungen zu den Leuten in der Stadt knüpfen können. Dadurch steigt doch schon mal die Motivation für die Stadt einzutretten. "Wie, mein guter Saufkumpel und seine Familie sind in Gefahr. Da muß man was tun. Schreibt die Stadt noch nicht ab."
Würde ich übrigens jedem Spielleiter, der das Abenteuer seiner Runde antun will, empfehlen. Bei uns hies es lediglich, ihr habt den Auftrag jemanden zu suchen, der in die Stadt wollte, weil er glaubt in der Nähe der Stadt gäbe es ein altes Drachengrab. Wir spielen zwar nicht mit den vorgefertigten Charakteren, aber das sollte ja kein Hindernis sein.

Mein Fazit: Das Abenteuer hätte sich Wizards echt sparen können, es erzeugt mehr Frust als Lust.
Ich hoffe einfach mal, das andere Firmen bessere Abenteuer rausgeben werden. Und wenn alle Stricke reisen, dann hilft nur noch selber machen. Das kann allemal nur besser sein, als so manches Machwerk aus "profesionaler" Feder.

Zu guter letzt (vielleicht hätte ich es als erstes schreiben sollen). das hier ist meine vernichtende Meinung zu Keep of the Shadofell. Anderen steht es frei, eine bessere Meinung dazu zu haben.
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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #6 am: 21.07.2008 | 20:19 »
Zuerst einmal hast Du mit KotS (Aussprache könnte ein Hinweis auf den Abenteuerplot sein ;)) ein typisches Küstenzauberer-Abenteuer. Es ist leider bei bei den Küstenzauberer-Abenteuer normal, dass Du quasi eine Geisterbahn durch einen Dungeon gelotzt wirst. Ganz schlimm war das bei dem ersten Abenteuer einer Trilogie (Name habe ich verdrängt) bei dem Du eine Raumkette hattest, von der Du eigentlich nicht abweichen konntest und der einzige Einfluss den die Spieler hatten, wie sie die Monster in dem jeweiligen Raum plätten. Das war aber sogar schon zu 3.0-er und 3.5-er Zeiten so. (z.B. Die sonnenlose Frikadelle als erstes Abenteuer für 3.0)

Der einzige Unterschied zu den Railroad-Abenteuer von DSA ist, dass dabei keine Regeln gebrochen werden und dass Du jedes Encounter auf Deine Weise lösen kannst. Du musst nicht immer alles plätten. Es ist aber IMMER die einfachste Lösung.

Anders sah das allerdings bei den Abenteuer im Dungeon aus, als Paizo die Kontrolle darüber hatte. Deren Abenteuer (sogar die Adventurpaths!) waren zum Großteil ohne Schienen. Deshalb ist es ja für mich ein so großer Verlust, dass Paizo sich von 4e verabschiedet hat und jetzt mit Pathfinder RPG was eigenes aufbauen. Zum Glück ist die Konvertierung der APs aus Pathfinder nicht so schwierig.
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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #7 am: 21.07.2008 | 20:20 »
Das Abenteuer ist eine lineare Abfolge von Encountern, bei denen sogar die Positionen der Monster (denn etwas anderes kommt kaum vor) auf Hexfeldern angezeigt ist. Ein Abweichen vom vorgesehenen Pfad ist offenbar nicht angedacht. Dennoch habe ich bislang keinerlei Aufstöhnen gehört und der Vorwurf, dass zumindest Keep on the Shadowfell in geradezu lächerlich platter Weise aus purstem Railroading besteht, ist mir noch nicht untergekommen.
Ich kenne KotS nur aus den zahlreichen Berichten darüber, aber dein Eindruck bezüglich des extrem linearen Ablaufs wird wohl von vielen geteilt.
Ob das nun aber Railroading ist, liegt an der Erwartungshaltung der Spieler, denn man kann nur dann entmachtet werden wenn einem was weggenommen wird. Erwarten die Spieler aber dass der SL sie von Encounter zu Encounter führt (ohne ihren Einfluss), wie es bei D&D vorgesehen ist, dann ist da kein Railroading, dementsprechend kein Aufschrei der Spieler (zumindest nicht der Spieler die D&D so verstanden haben wie es offenbar in den Büchern steht z.B. im DM-Guide).

Es gibt da natürlich noch sehr abweichende Verständnisse von Railroading, die sind aber sehr diffus (weil nicht definiert). Wenn man z.B. sagt eine lineare Story ist Railroading, dann ist KotS natürlich Railroading, aber das kannst du dir ja selber denken ;)

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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #8 am: 21.07.2008 | 20:30 »
(zumindest nicht der Spieler die D&D so verstanden haben wie es offenbar in den Büchern steht z.B. im DM-Guide).
Steht so im DM-Guide nicht drin:(DMG S.101)
Zitat
Railroading: If a series of events occurs no matter what the characters do, the players end up feeling helpless and frustrated. Their actions don’t matter, and they have no meaningful choices. A dungeon that has only a single sequence of rooms and no branches is another example of railroading. If your adventure relies on certain events, provide multiple ways those events can occur, or be prepared for clever players to prevent one or more of those events. Players should always feel as though they’re in control of their characters, the choices they make matter, and that what they do has some effect on the end of the adventure and on the game world.
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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #9 am: 21.07.2008 | 20:34 »
@DMG: *lol* und das Einsteigerabenteuer erfüllt mal gleich alle Vorraussetzungen dafür. Vielleicht wollten sie mal zeigen wie man es NICHT macht ;)
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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #10 am: 21.07.2008 | 20:36 »
Küstenzaubererabenteuer halt. *shrug*
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Offline Edward Fu

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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #11 am: 21.07.2008 | 20:38 »
Die Frage ist, warum lernen sie es nicht? Kann es sein, das die Spielweise in USA und Europa einfach unterschiedlich ist? Oder sie mache es sich einfach und alles, was verkauft ist ist weg und hat Geld gebracht. Ob es gut ist, oder nicht ist zweitrangig.
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Offline Selganor [n/a]

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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #12 am: 21.07.2008 | 20:42 »
Man darf auch nicht vergessen dass KotS nicht einfach nur ein D&D4 Abenteuer war sondern ein Art "Intro Kit" das Leute sogar ohne Regelwerk spielen koennen sollten. Da zu viele Optionen reinzupacken wuerde bedeuten dass man mehr Teile des Regelwerks auch noch in die Starterregeln haette reinpacken muessen.

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Kinshasa Beatboy

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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #13 am: 21.07.2008 | 20:47 »
Hm, verstehe. Danke für die vielen schnellen Antworten! Bestätigt ja insgesamt meinen Eindruck. Ragnars Unterscheidung der Railroading-Typen fand ich auch hilfreich. Mir war vorher ernsthaft nicht klar, dass die Spannweite dessen, was Rollenspiel genannt wird, dermaßen groß ist.

Kurzer Ausflug in die Vergangenheit: In Berlin haben wir bei einem Tabletop-Freak 1x die Woche alle möglichen Spiele ausprobiert1. Sehr gut gefallen hat uns dabei Necromunda aus dem Hause GW, wo man statt Armeen mit 40k-Hintergrund kleine Gangs spielt und jeder Ganger ein paar eigene Gimmicks drauf hat. Gespielt haben wir auf einem mehr oder weniger fetten Spielbrett und über mehrere Sessions mit jeweils einer eigenen Gang. Am Anfang des Abends wurde auf der Basis der Geschehnisse des letzten Abends ein Szenario vorgegeben, das Spielbrett erklärt und es hat sich so eine Art Geschichte entwickelt. Wenn man mal davon absieht, dass wir mit den Gangs jeweils gegeneinander gespielt haben und annimmt, dass jeder Spieler halt von der gleichen Gang jeweils einen Charakter übernimmt, ist der Unterschied zu D&D4 in meinen Augen kleiner als zu der prototypischen Vampire- oder DSA-Runde, die mir so vorschwebt.

Insofern ist mir nun auch klar, weshalb

1. die Definition des Begriffs Rollenspiel so wahnsinnig schwierig bis unmöglich ist und
2. mir immer wieder Leute sagen, ich spielte kein Rollenspiel (sondern Erzählspiele)  ;)

Von meiner Seite wars das eigentlich. Ihr dürft Euch aber natürlich frei fühlen, beliebig zu kommentieren. Aber nicht vergessen: bitte freundlich und bedacht  ~;D

Steht so im DM-Guide nicht drin:(DMG S.101)

??? Unfassbar. Das ist ja echt der Hammer. Vielen Dank für dieses irrwitzige Zitat!

1: Kleine Bemerkung am Rande: Das war übrigens allein schon deshalb tierisch geil, weil der Junge eine absurde Auswahl an Zeugs zur Verfügung hatte. Bin mir sicher, dass sich hier im Forum noch krassere Fälle finden, aber unser Gastgeber hatte beispielsweise allein für Warhammer sowohl von 40k als auch von Fantasy zu JEDER Armee mindestens 5000 Punkte und im Keller stapelten sich auf mehr als 30m² bis zur Kellerdecke gestapelt (sic!) die ganzen Bauteile für die Spielbretter. War schon echt grenzwertig, diese Sammelleidenschaft, aber für die Mitspieler ein absoluter Traum!

Offline Edward Fu

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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #14 am: 21.07.2008 | 20:56 »
Man darf auch nicht vergessen dass KotS nicht einfach nur ein D&D4 Abenteuer war sondern ein Art "Intro Kit" das Leute sogar ohne Regelwerk spielen koennen sollten. Da zu viele Optionen reinzupacken wuerde bedeuten dass man mehr Teile des Regelwerks auch noch in die Starterregeln haette reinpacken muessen.

Dungeons sind einfach da man fuer monstergefuellte Raeume ja nur Monsterbeschreibungen und Kampfregeln braucht ;)
Leider vermittelt so ein Intro aber meiner Meinung nach genau den falschen Eindruck. Wenn KotS das erste Rollenspiel wäre, das mir in die Hände gefallen wäre, dann hätte ich nie mit den Rollenspielen angefangen.
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Offline Settembrini

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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #15 am: 21.07.2008 | 20:57 »
Ich bin kein Experte, aber ich habe schon oft Leute sagen hören, dass man beim typischen D&D-Abenteuer auf Schienen bis zum Dungeoneingang gefahren wird. ;)

Halt! Beim typischen 3.xer-Ära Abenteuer!

Soviel Zeit muß sein. In der späten 3.5er Phase kam dann noch das lineare Dungeon hinzu: Raum an Raum, je eine Tür, bzw. Encounterperlenkette mit hochvordefinierten Encountern (Eyes of the Lich Queen :q Savage Tide  :q). Sogar mit Taktiken für einzelne Runden. DM-Abschaffung wird da betrieben, und Spielerverdummung. MW setzt sich dies nahtlos bei 4e fort, und die Regeln befördern das sogar.
caveat lusor, sie befinden sich in einer Gelben Zone - Der PESA RHD warnt!

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Offline Selganor [n/a]

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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #16 am: 21.07.2008 | 20:58 »
Leider vermittelt so ein Intro aber meiner Meinung nach genau den falschen Eindruck. Wenn KotS das erste Rollenspiel wäre, das mir in die Hände gefallen wäre, dann hätte ich nie mit den Rollenspielen angefangen.

Du hast ja auch nicht mit D&D angefangen... Mein erstes Abenteuer (vom DM selbst gemachtes Dungeon, System: D&D rote Basisbox) war VIEL grottiger als KotS
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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #17 am: 21.07.2008 | 21:01 »
Leider vermittelt so ein Intro aber meiner Meinung nach genau den falschen Eindruck.

Falsch und richtig halte ich in diesem Zusammenhang für unpassende Kategorien. Es handelt sich schlicht um vollkommen unterschiedliche Hobbies, denen man unter dem gleichen Namen nachgehen kann. Dass die Diskrepanz dermaßen gigantisch ist, war mir schlicht unklar. Hätte unter diesen Voraussetzungen fast Lust, mal D&D4 zu spielen. Vielleicht bietet ja jemand auf dem GROSSEN eine Proberunde an. Gleich mal nachsehen, denn ich habe mich bislang noch um keine einzige Runde gekümmert und entsprechend viel Luft (vermutlich ein typischer Anfängerfehler, denn die ganzen alten Hasen haben sich scheinbar bereits um die gesamte Zeitplanung gekümmert und mir hat sich der Grund dafür bislang noch nicht offenbart, aargh...)  ~;D

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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #18 am: 21.07.2008 | 21:05 »
Zur Not bietest Du selber eine an - ich würd es nämlich auch gerne austesten, und die einzige D&D4-Runde bei der noch Plätze frei sind findet zu einem Zeitpunkt statt, wo ich nicht kann ;)

Offline Edward Fu

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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #19 am: 21.07.2008 | 21:06 »
Du hast ja auch nicht mit D&D angefangen... Mein erstes Abenteuer (vom DM selbst gemachtes Dungeon, System: D&D rote Basisbox) war VIEL grottiger als KotS
Stimt. Ich hab mit Paladium angefangen. Und Tomb of Gersidi konnte mit KotS ziemlich locker mithalten, nur das wir ein wenig schneller drauf gegangen sind.
Aber zum Glück hab ich vorher einiges selbstgemachte von zwei wirklich guten Spielleitern erlebt.
Ich finde es einfach traurig, das das Referenzprodukt für D&D 4 (und das sollte KotS meiner Meinung nach sein) derart übel ausfällt. Haben die Autoren von D&D 4 eigentlich beim erstellen, der Abenteuer ein Mitspracherecht? Wenn ja, sollten sie sich schämen  :'( ! Schlieslich können sie es doch besser, wie sie ja bereits bewiesen haben.
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Kinshasa Beatboy

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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #20 am: 21.07.2008 | 21:14 »
Zur Not bietest Du selber eine an - ich würd es nämlich auch gerne austesten, und die einzige D&D4-Runde bei der noch Plätze frei sind findet zu einem Zeitpunkt statt, wo ich nicht kann ;)

Das ist mir zu gewagt. Für echtes D&D4 sollte man eigentlich schon einen Spielleiter haben, der die Regeln kennt oder sich zumindest einarbeitet. Ich habe mir das Zeug angeschaut, mich an den coolen special effects erfreut und beizeiten stichprobenartig geprüft, ob das Balancing übern Daumen hinhaut. Das reicht fürs Leiten aber mit Sicherheit nicht aus und zu mehr wird es bis nächste Woche leider nicht kommen  ;)

Offline Selganor [n/a]

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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #21 am: 21.07.2008 | 21:15 »
Zur Not bietest Du selber eine an - ich würd es nämlich auch gerne austesten, und die einzige D&D4-Runde bei der noch Plätze frei sind findet zu einem Zeitpunkt statt, wo ich nicht kann ;)
Falsch... es gibt noch eine komplett freie D&D 4 Runde... Die ist deshalb noch nicht belegt weil ich sie nicht hier im Forum ausschreiben werde sondern dann ansetzen werde wenn genug Spieler (5-6) Zeit haben.
Daher machen "Voranmeldungen" fuer die Runde keinen Sinn ;)
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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #22 am: 21.07.2008 | 21:18 »
@Kinshasa:
Lies dazu einfach mal Jaspers Eindrücke zu D&D4 durch. Das dürfte jetzt im anderen Licht wesentlich erhellender sein. ;)

@Slobo:
Ich finde es einfach traurig, das das Referenzprodukt für D&D 4 (und das sollte KotS meiner Meinung nach sein) derart übel ausfällt.
Die sonnenlose Frikadelle(3.0) war auch nicht besser.
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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #23 am: 21.07.2008 | 21:22 »
Falsch... es gibt noch eine komplett freie D&D 4 Runde... Die ist deshalb noch nicht belegt weil ich sie nicht hier im Forum ausschreiben werde sondern dann ansetzen werde wenn genug Spieler (5-6) Zeit haben.
Daher machen "Voranmeldungen" fuer die Runde keinen Sinn ;)

Uiuiui, da würde ich aber gern mitmachen, wenn Du mich lässt. Ich habe nämlich bestimmt Zeit, weil ich das Anmelden bislang vertorft habe. Kannst ja schauen, ob ich Dir zu sehr auf den Sack gehe, und dann mal Bescheid sagen  ;)

@Kinshasa:
Lies dazu einfach mal Jaspers Eindrücke zu D&D4 durch. Das dürfte jetzt im anderen Licht wesentlich erhellender sein. ;)

Sehe ich exakt genau so. Und Schreiben kanner auch noch, der Jasper. Sehr schön. Hab mir den Namen gleich gemerkt und schau mir mal an, was der sonst noch so postet  ;D
« Letzte Änderung: 21.07.2008 | 21:26 von Kinshasa Beatboy »

Offline Edward Fu

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Re: Railroading in D&D4
« Antwort #24 am: 21.07.2008 | 21:24 »
@Slobo:Die sonnenlose Frikadelle(3.0) war auch nicht besser.

Das sollte aber kein Grund sein, die selben Fehler zu wiederholen.
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