Autor Thema: Was ist eigentlich ein Rollenspiel?  (Gelesen 10226 mal)

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Offline Schlangengott

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Re: Was ist eigentlich ein Rollenspiel?
« Antwort #75 am: 16.01.2009 | 12:58 »
Zitat
Was ich interessant fand, war, dass Du in Deinen Ausführungen das Rollenspiel quasi als Kunstform beschrieben hast. In dem Sinne steht es eigentlich fast in der Tradition des klassischen „Geschichten erzählens“, wobei sich das nicht zwangsläufig auf nur eine Partei beziehen lässt. Für andere mag das allerdings etwas zu hoch gestochen sein, sich als „KünstlerIn“ zu bezeichnen.


Ja, wenn Kunst etwas ist, was Menschen erzeugen und das keine eindeutige Funktion besitzt und eine anschauliche Komponente hat - was darauf basiert auch zu unterhalten, wie die Literatur, dann stimmt das schon mal. Und in diesem Fall hat es sogar eine sozialkritische Komponente und trägt die Tradition der Erzählung tief in sich - die uns immer in verschiedenster Form begegnet - und sozusagen zurückgreift auf die Mythologie - und dann können wir auf jeden Fall von einer Kunstform sprechen - für mich eine theaterverwandte...

Ich meine, der Begriff Kunst ist frei, es stellen sich Leute mit angeschminkten Gesicht in die Herrenhäuser Gärten, jonglieren mit Bällen, und sprechen von Kleinkunst - dann sollten wir, jene die Rollenspielgeschichten schreiben, doch das nötige Selbstvertrauen haben, diesen Begriff auch für uns zu verwenden...
"Die Menschen sterben und sind nicht glücklich"

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"Auf jeden Fall ist dieser "Auteur" (Schlangengott) ein echtes Phänomen. Eine Art Rollenspielentwickler-Kaspar-Hauser-Kaiser-Caligula-Chimäre. Da DARF, nein da MUSS man gespannt sein."

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Re: Was ist eigentlich ein Rollenspiel?
« Antwort #76 am: 16.01.2009 | 13:47 »
@Arbo:
Du sitzt da einigen Missverständnissen auf:
1. Ich habe vom Computerspiel Civilization geredet. (Deshalb habe ich es auch als Beispiel eines Computerspieles genannt.) Das hat ein offenes Ende.
2. Ich wollte Dir klar machen, dass Du beim Begriff "Spiel" eben nicht automatisch bei Gesellschaftsspielen landest. Immer häufiger hast Du da eher den Bezug auf Computerspielen. Etwas das ich dann auch noch beobachtet habe ist, dass anscheinend junge Eltern beim Begriff "Spiel" das eigene spielende Kind vor Augen haben. Bei beiden Spielarten gibt es nicht zwingend Gewinner und Verlierer. Genau deswegen habe ich diese beiden Spielarten "ins Spiel" gebracht. Deine Argumentation bisher lautete "Der Begriff Spiel ist beim Rollenspiel missverständlich, weil zum Begriff Spiel automatisch Gewinner und Verlierer assoziiert wird, wie man in Gesellschaftsbrettspielen erkennen kann." Mein Gegenargument lautete: "Der Begriff Spiele wird auch mit anderen Spielformen assoziiert und dort gibt es wie im Rollenspiel nicht zwingend Gewinner und Verlierer." Ach ja. Ein offenes Ende bedeutet, dass es nicht zwangsläufig Sieger und Verlierer gibt. Sonst wäre das Spiel ja zuende.

So. Und jetzt zu Deiner Frage:
Bisher habe ich einem Neuling immer gesagt, dass er sich das Rollenspiel wie das Cowboy und Indianer-Spielen vorstellen solle. Wenn er PC-Rollenspiele anbringt, dann erkläre ich ihm dass man beim Rollenspiel viel mehr Möglichkeiten hat. Man ist total frei in seinen Entscheidungen im Gegensatz zu den Brettspielen und den PC-Spielen. Ja, ich erkläre Rollenspiel als Spiel und nicht (mehr) als Theater. Das führte dann meistens aus meiner Sicht zum falschen Verständnis von Rollenspielen.
Ich bin viel lieber suess als ich kein Esel sein will...
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Nicht Sieg sollte der Zweck der Diskussion sein, sondern
Gewinn.

Joseph Joubert (1754 - 1824), französischer Moralist

Kinshasa Beatboy

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Re: Was ist eigentlich ein Rollenspiel?
« Antwort #77 am: 16.01.2009 | 17:28 »
Ja, ich erkläre Rollenspiel als Spiel und nicht (mehr) als Theater. Das führte dann meistens aus meiner Sicht zum falschen Verständnis von Rollenspielen.

Das hängt nach meinem Empfinden sehr stark davon ab, was man spielt. Unsere aktuelle D&D4-Runde hat nur noch oberflächliche Ähnlichkeit mit meinen früheren Erzähl-Rollenspielen. Eigentlich sind das sogar komplett andere Spiele. Vielleicht ist letztes sogar nicht mal mehr ein Spiel, sondern schon irgendwie was anderes. Diese früheren Erzählrunden fand ich jedenfalls immer erheblich anspruchsvoller, tiefgreifender und, ja, auch künstlerischer. Das war erheblich eher Theater als Spiel.

Insofern sind das für mich verschiedene Hobbies. Versteht mich nicht falsch: ich habe heute bei D&D4 nicht weniger Spaß als früher bei den Erzählspielen. Bald werde ich auch wieder hemmungslos Erzählspielen nachgehen und weniger D&D4 zocken. Dennoch: die Schnittmenge ist sehr gering und das erklärt auch die bisweilen hier im Forum herrschende Sprach- und Verständnislosigkeit zwischen den beiden Fraktionen.
« Letzte Änderung: 16.01.2009 | 17:30 von Kinshasa Beatboy »

Offline Dom

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Re: Was ist eigentlich ein Rollenspiel?
« Antwort #78 am: 16.01.2009 | 18:22 »
Das Problem ist: Es gibt mehr als zwei Fraktionen. Immersives Spiel, in dem typische fantastische Geschichten gespielt werden, und taktische Klopp-Runden sind nur zwei Richtungen. Mindestens die Runden, in denen Beziehungen von Spielfiguren im Vordergrund steht, sind noch eine dritte Richtung, die mit den ersten beiden nicht viel zu tun hat.

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Offline Beral

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Re: Was ist eigentlich ein Rollenspiel?
« Antwort #79 am: 16.01.2009 | 22:27 »
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« Letzte Änderung: 18.01.2009 | 22:36 von Beral »
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"Wir führen keinen Krieg...sind aber aufgerufen eine friedliche Lösung auch mit militärischen Mitteln durchzusetzen." Gerhard Schröder.

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Re: Was ist eigentlich ein Rollenspiel?
« Antwort #80 am: 17.01.2009 | 12:37 »
Dafür gibt es schon einen Begriff: Bier-und-Brezel-Rollenspiel