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Autor Thema: [Designtagebuch] Die tollkühnen Missionare in ihren fliegenden Blechbüchsen....  (Gelesen 11454 mal)

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Online Waldviech

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....ein Rollenspielsetting um die wagemutige Christianisierung des Mondes !

Wie bei mir sicher nicht anders zu erwarten war, habe ich mich für die Stichwörter "Blechbüchse" und "Mond" entschieden. Und vermutlich werde ich auch erstmal zehn Punkte Abzug von der Jury bekommen, denn das Setting, das ich hier präsentiere, stammt zu großen Teilen eigentlich garnicht von mir ! Für die Grundidee des Ganzen habe ich dem freundlichen Herren Richard Adams Locke zu danken, dem irgendwann im Jahre 1835 die Idee für den sogenannten "Großen Mondschwindel" kam. Der Reporter veröffentlichte über drei Wochen lang eine aufsehenerregende Artikelserie darüber, daß der berühmte Astronom Sir John Herschel mit einem neuen Superteleskop am Kap der Guten Hoffnung tatsächlich Leben auf dem Mond entdeckt habe ! Artikel für Artikel enthüllte Locke neue, atemberaubende Geheimnisse über Mondbewohner und die Leute rissen sich geradezu um die jeweils neueste Ausgabe der "New York Sun" - der Zeitung, in der die Artikel erschienen. Das es sich um einen großangelegten Ulk handeln könnte, kam zunächst niemandem in den Sinn. Ja man nahm das Ganze sogar so ernst, daß eine protestantische Missionarsvereinigung in Springfield, Massachusetts ernsthaft plante, Missionare zum Mond zu schießen um den dort lebenden Fledermausmenschen das Christentum zu bringen und ihre Seelen zu retten....und hier setzt unser Setting an:

In der Welt dieses Settings war der "Great Moon Hoax" nämlich überhaupt kein "Hoax". Jede Zeile, die Mr. Locke geschrieben hat, ist die reine Wahrheit, denn das Superteleskop am Kap der Guten Hoffnung gibt es wirklich - ebenso wie silberne Wälder und Fledermausmenschen auf dem Mond. Wir schreiben das Jahr 1837 und seit zwei Jahren laufen fieberhafte Vorbereitungen, Geistliche auf den Mond zu schicken um den armen, heidnischen Mondbewohnern endlich eine Chance auf Erlösung zu bringen. In einer Woche soll der erste Mondballon von Springfield aus starten - mit einem Team wagemutiger Astronauten, mehreren Elefantenbüchsen, genügend Schießpulver und über hundert Ausgaben der Bibel an Bord. Doch dieses Unternehmen ist nicht ohne Konkurenz - jenseits des Atlantiks hat der Vatikan auf Sizilien die große Mondkanone von Monte-Cappuzino fertigstellen lassen. Man plant, Jesuiten-Missionare in gepolsterten Projektilen auf den Erdtrabanten zu schießen ! Das können sich standhafte Protestanten natürlich nicht bieten lassen - ein Wettlauf um den Mond beginnt. Wird Luna protestantisch oder katholisch ? Und was plant der Patriarch von Russland mit fünfzigtausend kyrillischen Bibelausgaben und achzigtausend Ballen Ballonseide ? Fragen die in diesem ersten, dezidiert christlichen Proto-Steampunksetting in den Händen der Spieler liegen....
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Das es die Idee schon gibt ist doch egal, wichtig ist, was für ein Setting Du daraus baust!

Die ersten Ansätze lesen sich recht gut und sind für mich echt Pulpig.

Verknüpfst Du das Setting mit einem System?
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Online Waldviech

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Ich würde es wohl am ehesten für Savage-Worlds auslegen - Pulp und Western funktionieren damit erfahrungsgemäß sehr gut. Die Spieler übernehmen (natürlich) die Rolle der mutigen Missionare und werden auf dem Mond mit allerlei abenteuerlichen Gefahren konfrontiert: Zunächst ist da natürlich die bizarre Mondflora und Fauna, durch die sich die tapferen Streiter Gottes kämpfen müssen. Dann gilt es, sich mit den Fledermausmenschen vom Mond zu verständigen und ihnen das Christentum schmackhaft zu machen - doch was, wenn den Fledermausmenschen ihre eigene Religion besser gefällt ? Zu guter Letzt gilt es bei all dem natürlich auch noch, schneller zu sein, als die Papisten ! Wo kämen wir denn da hin, wenn sich die katholische Kirche gleich jeden neue erreichbaren Himmelskörper  unter den Nagel reisst ? (Das lässt sich natürlich auch umdrehen....dann gilt es, den schießwütigen, amerikanischen Protestanten das Wasser, bzw. die Fledermausmenschen "abzugraben")
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Offline Joerg.D

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Ja, das hat alles was, mach weiter so!
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Offline der.hobbit

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*lol* das ist großartig! Ich bin schon sehr gespannt, was daraus wird - und muss jetzt erst mal nach Adams Locke googeln.
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Offline reinecke

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Macht mich jetzt nicht so an. Aber mach erstmal, vielleicht finde ich ja noch eine Perspektive, die mich erfreut. ^^

Offline Don Juan

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die idee den hoax zu nehmen ist richtig gut :)

bin gespannt es zu lesen :)

Online Waldviech

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Zitat
Macht mich jetzt nicht so an. Aber mach erstmal, vielleicht finde ich ja noch eine Perspektive, die mich erfreut. ^^

Woran liegt´s denn, wenn man fragen darf ? Ist es die religiöse Ausrichtung des Ganzen ?
Die habe ich bewusst aus Gründen der Absurdität gewählt - die Welt, die beim Great Moon Hoax beschrieben wird, ist ohnehin schon reichlich bizarr, aber das die Artikelreihe ernsthafte Missionierungspläne nachsich zog, setzt dem Ganzen imho nochmal die Krone auf. Sicherlich könnte man auch eine ganz normale Expedition zum Moon-Hoax-Mond schicken - nur dann wäre eine gehörige Portion Skurrilität weg.....
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Offline Joerg.D

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Nur weil einen Leser das Konzept in der Rohform nicht anmacht, heißt es nicht, dass Du da nix tolles draus bauen kannst, was als Gesamtwerk überzeugt.
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Kommen wir zu einer weiteren Gemeinheit, die auf dem Mond auf unsere tapferen Missionare wartet:

Die Mondsprachen:
Die Sprachen der Mondbewohner unterscheiden sich recht drastisch von denen der Erde. Ähnlich wie bei Griechisch oder Chinesisch handelt es sich um sogenannte "Tonsprachen", aber das ist noch nicht das Schlimmste, denn die Mondbewohner treiben das Prinzip der Tonsprache wirklich auf die Spitze. Wörter werden etwa nicht aus verschiedenen Silben gebildet, sondern allein dadurch, daß man die Tonhöhe und die Länge einer einzigen(!) Universalsilbe variiert. In einer Mondsprache könnte dies z.b. die Silbe "Gnuf" sein. Je nachdem, in welcher Tonhöhe und welcher Länge das "Gnuf" ausgesprochen wird, ergibt sich ein anderes Wort. Da die Mondbewohner ein ganz erstaunlich präzises Gehör haben, registrieren sie selbst kleinste Variationen in Länge und Tonhöhe - dieses Funktionsprinzip erlaubt den Mondbewohnern einen enorm umfangreichen Wortschatz. Unglücklicherweise klingen Mondsprachen für Erdlinge deswegen wie betrunkenes Gelalle und da Erdlinge kein so präzises Gehör haben wie die Fledermausmenschen vom Mond, ist es für Menschen fast unmöglich, eine Mondsprache wirklich korrekt zu sprechen...
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Online Waldviech

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...ein weiteres Problem, das die Mondsprachen mitsich bringen, ist das es aufgrund der besonderen Beschaffenheit der Sprache absolut unmöglich ist, Kirchenlieder zu übersetzen, denn eine bestimmte Melodie verändert ja sofort die Bedeutung der Wörter .
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Offline der.hobbit

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das war auch sofort das erste Problem, an  das ich gedacht hätte ;)
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Man stelle sich die Verzweiflung des Missionars vor, wenn trotz aller Anstrengungen aus "So nimm denn meine Hände" in der Gnuf-Sprache doch nur ein unmoralisches Nonsenslied über Tomatensuppe wird... ;D

....mal ganz abgesehen davon, daß sich ein Missionar beim Versuch, in der Mondsprache zu predigen, auch ganz prima in die Sülze reiten kann.

Allerdings kann es neben solchen skurrileren Problemen natürlich auch die ganzen, abenteuerlichen Klassiker geben - die neue Religion von der Erde wird von einem boshaften Machthaber verfolgt und in den Untergrund gedrängt; die zu ersetzende Mondreligion ist ein finsterer Dämonenkult und die Missionare schließen sich den Rebellen dagegen an; am Hofe eines Mondkönigs wird das Christentum Modereligion und die Missionare residieren nun dort als "Star-Gäste" vom anderen Stern, wobei sie in die komplexen Intrigen bei Hofe hineingezogen werden, etc.pp.

Das die irdischen Großmächte nicht dazu übergehen, auf dem Mond Kolonialmacht zu spielen, hat im Übrigen einen guten Grund: Die Reise zum Mond ist im Jahre 1837 leider nur mit relativ kleinen Fahrzeugen wie speziellen Weltraum-Ballons oder Mondprojektilen möglich. Da passen nur sehr wenige Leute und Ausrüstung hinein - eben die Helden, bzw deren Widersacher. Ein ganzes Batallion Soldaten auf den Mond zu schicken, um dort irgendwelche Mondreiche zum Ruhme Britanniens, Frankreichs oder sonst eines Erdreiches zu erobern, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt einfach noch nicht möglich (bzw. so aufwendig, daß sich die Sache nicht lohnt). Es ist natürlich nicht so, daß man in den Ministerien, Universitäten und Admiralitäten der großen Erdreiche nicht an der Lösung dieses Problems arbeiten würde - aber bis zum ersten wirklich großen Mondschiff werden noch einige Jahre oder gar Jahrzehnte in´s Land gehen.
« Letzte Änderung: 1.05.2009 | 13:02 von Waldviech »
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Offline Skyrock

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Go Waldviech go!

Schade dass das ganze '37 statt später im 19. Jahrhundert ist, sonst könnte man noch etwas preußischen Kulturkampf reinrühren.

Zur religiösen Perspektive: Mal schauen, vielleicht ist später zeitlich und von den Worten her auch noch Raum, um etwas auf Entdecker und Expeditionäre aus weltlicheren Gründen einzugehen (und sei es in einer späteren Zeitlinie, wenn größere Mondschiffe machbar sind) ... Könnte vielleicht auch hilfreich sein, um etwas verschiedenere Charaktere zu erlauben und etwas Intergruppenkonflikt zu ermöglichen à Conquer the Horizon.

(Hm, warum assoziiere ich jetzt "weltliche Expedition" und "Preußen" die fiktive Schlagzeile "Unser guter Reichskanzler Bismarck löst die sociale Frage - Socialdemocraten werden auf Mond geschossen"? ~;D)
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Ein freier Mensch muss es ertragen können, dass seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muss es sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
- Ludwig von Mises

Online Waldviech

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Etwas über spätere Zeitlinien einfließen zu lassen, ist tatsächlich eine Überlegung wert. Ebenso bin ich am Überlegen, ob ich die Rebellionen in Kanada und die Zillertaler Inklinanten von 1837 irgendwie mit einbinde (als Mond-Kolonisten)....allerdings würde das schon wieder größere Mondschiffe erfordern und meine schöne Begründung, warum es noch kein "Kolonialmächte-in-Space-Setting" ist, wäre dahin....
Wichtig ist mir bei diesem Setting, daß die SCs zu den ersten Menschen auf dem Mond gehören - sie sind vielleicht nicht die allerersten, zählen aber zu den absoluten Pionieren - das macht das Expeditionsfeeling meiner Meinung nach noch etwas interessanter, als wenn dort oben schon das 18. Batallion der Mondfüssiliere ihrer Majestät auf die SC wartet. (Nicht, das es die im späteren Verlauf einer Kampagne nicht auch geben könnte)
Sicher ist auch jetzt schon, daß ich die Informationen aus den Moonhoax-Artikeln nur als Grundlage nehme, und auch teilweise abwandeln werde (Herschel kann bei seinen ersten Beobachtungen ja durchaus Fehlinterpretationen gemacht haben)

Kommen wir zu den Mondbewohnern selber:
Diese sind, wie oben schon erwähnt, halb Mensch, halb Fledermaus. Anders, als man denken könnte, wirkt diese Mischung bei den Mondbewohnern jedoch nicht hässlich - es gibt sogar ausgesprochen hübsche Mondbewohner und ihre Flugbewegungen können außerordentlich anmutig wirken. (Das lässt Raum dafür, daß sich einige irdische Mondfahrer in hübsche Mondbewohnerinnen vergucken können - mit allen moralischen Debakeln, die das im frühen 19. Jahrhundert mit sich bringt.)
Ähnlich wie die Menschen auf der Erde sind die Mondbewohner in verschiedene Reiche, Nationen und Stämme aufgeteilt, die kulturell und zivilisatorisch stark variieren können. Benannt sind Mondvölker stets nach der Universalsilbe, die sie für ihre Sprache verwenden. (Beispielsweise redet man von den Stadtdstaaten von Gnuf, dem mächtigen Bla-Stamm, der Republik von Pi, dem Imperium von Pu, etc.pp.) Auch die Reaktionen auf die Missionierungsversuche sind dementsprechend unterschiedlich. So steht man dem Christentum in den aufgeklärten und modernen Stadtstaaten von Gnuf neugierig und offen gegenüber, während die "Himmelsungläubigen" bei den Theokraten von Örks eine gute Chance auf ihre baldige Hinrichtung haben. Technologisch sind selbst die modernsten Mondstaaten den Erdnationen knapp unterlegen. Die modernsten bewegen sich auf einer Stufe, die etwa dem 16. Jahrhundert entspricht.
Alle Informationen, die die Missionare über den Mond haben, betreffen selbstverständlich nur die helle Seite des Mondes, und die Mondvölker die sie treffen, kennen ebenfalls nur die helle Seite. Die dunkle Seite des Mondes ist im wahrsten Sinne des Wortes dunkel und liegt in ewigem Zwielicht. Die Natur ist dort nicht nur gefährlich, sondern regelrecht boshaft und wirkt, wie aus einem Alptraum entsprungen. Die wenigen Mondbewohner, die am Rande der dunklen Seite leben, haben ein ausgesprochen düsteres Gemüt. Zuweilen neigen sie auch zu seltsamen, abartigen Schattenkulten, die den meisten anderen Mondbewohnern echte Angst machen. Expeditionen, die in die tieferen Regionen der dunklen Seite vordringen wollen, kommen nur selten zurück.
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Offline Caralywhynn

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 :d

sehr coole Idee!
... HÄ? ... wie jetzt?

Und dann nahm ich das Schleif und machte das Schneid.
Und ich sah, dass es gut war.


Zitat von: Laurie
"Rollenspiel ist wie Barbiespielen ohne Barbies!"

Offline reinecke

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Nur weil einen Leser das Konzept in der Rohform nicht anmacht, heißt es nicht, dass Du da nix tolles draus bauen kannst, was als Gesamtwerk überzeugt.
Eben das, wollte ich sagen.

Aber ja Waldvieh, es ist das religiöse und das auf eine für mich eher altmodische Art. Sowas ist aber ja dein Steckenpferd, deswegen wird das bestimmt noch runder. :)

Offline Niniane

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Mir gefällt das so vom Drüberlesen her schon sehr gut, erinnert mich nur sehr an das Buch "Socialdemokraten auf dem Mond" von Ronald M. Hahn. Das Buch fand ich übrigens sehr lustig, deswegen bin ich auf das fertige Setting sehr gespannt  :d
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Offline Arianna

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Man stelle sich die Verzweiflung des Missionars vor, wenn trotz aller Anstrengungen aus "So nimm denn meine Hände" in der Gnuf-Sprache doch nur ein unmoralisches Nonsenslied über Tomatensuppe wird... ;D

Bleibt die Frage, inwieweit die Mondbewohner überhaupt Musik kennen, wie wir Erdlinge sie verstehen. Die haben doch bestimmt was ganz eigenes. :)

....mal ganz abgesehen davon, daß sich ein Missionar beim Versuch, in der Mondsprache zu predigen, auch ganz prima in die Sülze reiten kann.
Was, die Mondbewohner müssen kein Englisch lernen, um bekehrt zu werden? Ich hatte da jetzt schon Missionarsschulen vor Augen, wo kleine Mondbewohner fleißig englisch lernen.  ;)

Aber das Konzept klingt lustig. Ich weiß nicht, ob ich sowas spielen würde, aber lesen allemal. Bin gespannt auf das, was dabei rauskommt.

Online Waldviech

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Bleibt die Frage, inwieweit die Mondbewohner überhaupt Musik kennen, wie wir Erdlinge sie verstehen. Die haben doch bestimmt was ganz eigenes.

Sehr guter Einwand - da ihre gesamte Sprache praktisch über Melodien definiert ist (Denn Sätze ergeben ja zwangsweise eine bestimmte Melodie), werden sie den Unterschied zwischen "Sprechen" und "Singen", wie wir ihn auf der Erde haben, garnicht kennen - und verfolgt man das weiter, ist ihnen wahrscheinlich auch das Konzept von Musikinstrumenten unbekannt. Interessant wird es dann, wenn die Missionare Gitarren oder (eigentlich anachronistisch, aber irgendwie zum Bild passend) ein kleines Harmonium dabei haben, um damit zu musizieren.

Zitat
Was, die Mondbewohner müssen kein Englisch lernen, um bekehrt zu werden? Ich hatte da jetzt schon Missionarsschulen vor Augen, wo kleine Mondbewohner fleißig englisch lernen.
Das ist angesichts der abstrusen Mondsprache die sichere Konsequenz. Wie soll man in einer Sprache einen traditionellen Gottesdienst abhalten, die diesen schon im Ansatz sabotiert (mal ganz davon abgesehen, daß sich Mondsprache sprechende Erdlinge ohnehin dauernd versprechen).
Allerdings schützt das die Missionare nicht davor, die Mondsprache irgendwie lernen zu müssen, denn sonst ist es mit dem Englisch Beibringen ziemlich Essig.
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Und wieder ein kleines Stückchen Setting mehr ! Dieses Mal geht es um Gegner der Mondabenteuerer, die sowohl Protestanten, als auch Katholiken und Mondbewohnern das Fürchten lehren können:

Die Humanisten !

Der Name dieser ruchlosen Gruppierung erinnert an die großen Geister der Renaissance - aber mit diesen haben die Humanisten nichts, aber auch garnichts zu tun. Nicht alle Theologen und Geistlichen sind der Meinung, dass Mondbewohner eine Seele hätten. Eine verschwindend geringe, aber fanatische Gruppe die sich quer durch alle Konfessionen zieht, ist der Meinung, dass die Wesen, die unser Nachbargestirn bevölkern außerhalb von Gottes Schöpfung stehen, oder zumindest, den Tieren gleich, nicht über eine menschliche Seele verfügen. Daher betrachten sie die Mondmission als einen gefährlichen Irrweg - möglicherweise sogar einen Winkelzug des Teufels, um das Augenmerk frommer Christen von dringenderen Problemen auf Mutter Erde abzulenken. Viele der sogenannten "Humanisten" beschränken sich darauf, giftige Leserbriefe an Zeitungen oder selenitenfeindliche Traktate zu verfassen - einige sind jedoch bereit, für ihre Überzeugung, der "Mondwahnsinn" müsse beendet werden, über Leichen zu gehen. So konnte die Schweizer Garde nur knapp einen Sprengstoffanschlag auf die sizilianische Mondkanone verhindern und in einigen der protestantischen Expeditionen vermutet man Saboteure, welche die Mission vor Ort stören sollen....ob dies die Taten wahnsinniger Einzelner sind, oder ob vielleicht eine größere Verschwörung dahinter steckt, ist zur Zeit noch ungewiss....
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... und in einigen der protestantischen Expeditionen vermutet man Saboteure, welche die Mission vor Ort stören sollen...

Wenn das nicht mal Potenzial für einen heimlichen Saboteur unter den Spielercharakteren bietet! Das wird ja immer besser.

Ich weiß nicht, ob ich sowas spielen würde, aber lesen allemal.rauskommt.
Ich revidiere meine Aussage. Langsam bekomme ich Lust, mich einer Missionarsgruppe anzuschließen.  ;D

Online Waldviech

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Genau DAS wollte ich mit dieser Gruppe erreichen  ;D. Wobei die Motive der "Humanisten" ja ansich eher boshafter Natur sind (sie machen das Ganze ja nicht, weil sie die Mondbewohner retten wollen....ist aber vermutlich eine Frage der Perspektive und wie man den Saboteur darstellt).

Ich habe mich übrigens dazu durchgerungen, die Zillertaler Inklinanten mit in´s Setting zu nehmen ! Unter den aus dem Zillertal vertriebenen befand sich auch ein genialer Konstrukteur, der zusammen mit anderen Vertriebenen im Exil im Riesengebirge das bislang einzige große Mondschiff gebaut hat (ganz im Geheimen - bis zum Abflug wusste kein Außenstehender davon).
Viele der Zillertaler sind damit zum Mond aufgebrochen und haben im unbewohnten Mondkrater Tycho die kleine Kolonie Neu-Aschau gegründet. Die Regierungen der Erde interessieren sich natürlich brennend für ein Mondschiff, mit dem man so viele Personen transportieren kann (aus den oben erwähnten kolonialen Gründen) ! Dummerweise ist das Teil jetzt mit den Zillertalern auf dem Mond und die Technik des zillertaler Mondschiffes bleibt den Gelehrten ein Rätsel. Irgendwer muss also zum Mond fliegen, sich zu den Zillertalern durchschlagen und dort das Geheimnis des ersten Großen Mondschiffes stehlen ! Unter den Missionaren könnten sich also auch Agenten einer Erdgroßmacht verbergen.
Alternativ bildet natürlich auch die Bevölkerung des jungen Dorfes auf dem Mond eine gute Quelle für Abenteurer....
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Wobei die Motive der "Humanisten" ja ansich eher boshafter Natur sind (sie machen das Ganze ja nicht, weil sie die Mondbewohner retten wollen....ist aber vermutlich eine Frage der Perspektive und wie man den Saboteur darstellt).
Die Motive der Humanisten werden völlig verkannt. Sie tun das alles schließlich nur, um die MENSCHHEIT zu retten. Die Mondbewohner sind schließlich eine Gefahr.  ;)

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Deswegen sage ich ja: Kommt auf die Perspektive an  :d
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