Autor Thema: SW ohne Miniaturen  (Gelesen 24375 mal)

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Offline Naldantis

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #100 am: 22.09.2010 | 09:49 »
Will sagen: Auch andere Rollenspiele haben Regeln, die das Erleben mit Miniaturen unterstützen. Ohne diese Visualisierung funktioniert SaWo genauso schlecht wie diese.

Ich würde die Diskussion gerne um den Punkt (Qualitätsmerkmal?) erweitern, wie gut ein System mit gemischtne Gruppen zurecht kommt...
...also wenn ein Kern der Truppe Tabletopping toll findet und genre mit dem Zollstock die Reichweiten von Zaubern mit kleinen stangen die ungestörte Flugbahn von Geschossen kontrolliet, ein anderer Teil aber lieber nur den Kampf (oder was immer gerade in der Szene läuft) schnell hinter sich bringen möchte?

Offline Yehodan ben Dracon

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #101 am: 22.09.2010 | 09:53 »
Gerne, aber was sagst Du selbst dazu? Ich weiß schon, mit welchem System ich sowohl taktische Ansprüche befriedige, als auch den Kampf schnell und intuitiv abwickeln kann...  >;D
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Offline Boba Fett

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #102 am: 22.09.2010 | 10:58 »
Will sagen: Auch andere Rollenspiele haben Regeln, die das Erleben mit Miniaturen unterstützen. Ohne diese Visualisierung funktioniert SaWo genauso schlecht wie diese.

Das kann ich nicht ganz bestätigen...
D&D 3.x nehme ich da mal als Beispiel. Da gibt es Regeln (den Gelegenheitsangriff[AoO]), die ohne die Battlemap kaum anwendbar sind.
Grundsätzlich könnte man die natürlich ohne Miniaturen Pi-mal-Daumen anwenden, aber dann gibt es Schwierigkeiten, dass es wiederum Feats gibt, die man in der Charaktererschaffung und -steigerung erwerben kann, die die Ausnutzung des Gelegenheitsangriffs sehr stark beeinflussen.
Und deren Wertigkeit wird damit plötzlich massiv verändert - abhängig davon, inwiefern der Spielleiter mit der Pi-mal-Daumen Regelung Gelegenheistangriffe zuläßt oder nicht.
Ohne Miniaturen/Battlemap hat man da erhebliche Schwierigkeiten.
Sowas hat man bei Savage Worlds nicht. Insofern funktioniert SW ohne Miniaturen&Battlemap wesentlich weniger schlecht als D&D3.X ohne Miniaturen&Battlemap.
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Offline Boba Fett

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #103 am: 22.09.2010 | 11:02 »
Ich würde die Diskussion gerne um den Punkt (Qualitätsmerkmal?) erweitern, wie gut ein System mit gemischtne Gruppen zurecht kommt...
...also wenn ein Kern der Truppe Tabletopping toll findet und genre mit dem Zollstock die Reichweiten von Zaubern mit kleinen stangen die ungestörte Flugbahn von Geschossen kontrolliet, ein anderer Teil aber lieber nur den Kampf (oder was immer gerade in der Szene läuft) schnell hinter sich bringen möchte?

Wenn ein Teil der Gruppe gern den Fokus auf Konfliktsituationen gelegt hätte, der andere Teil diesen Spielanteil möglichst gering haben möchte, dann besteht allgemein ein Interessenskonflikt, ungeachtet dessen ob die Konfliktsituationen über Miniaturen&Battlemap abgehandelt werden oder nicht.
Die Miniaturen&Battlemap Lösung kann teilweise "schnellere" Abhandlungen erlauben, aber eben  ggf. teilweise das Spiel auch aufhalten. Das hängt von der Gruppe und der Situation ab.
Ich denke es ist schwierig, da ein allgemeines Qualitätskriterium anzulegen.
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Offline Yehodan ben Dracon

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #104 am: 22.09.2010 | 11:19 »
Insofern funktioniert SW ohne Miniaturen&Battlemap wesentlich weniger schlecht als D&D3.X ohne Miniaturen&Battlemap.

Das kann ich gerade noch so mit unterschreiben.  ;D
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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #105 am: 22.09.2010 | 16:45 »

D&D 3.x nehme ich da mal als Beispiel. Da gibt es Regeln (den Gelegenheitsangriff[AoO]), die ohne die Battlemap kaum anwendbar sind.
.
.
.
Sowas hat man bei Savage Worlds nicht. Insofern funktioniert SW ohne Miniaturen&Battlemap wesentlich weniger schlecht als D&D3.X ohne Miniaturen&Battlemap.


Naja, es gibt schon vergleichbare Situationen, z.B. "Zurückziehen aus dem Nahkampf" (SW:GE, S. 124), wo alle direkt benachbarten Gegner einen freien Angriff erhalten. Erinnert mich stark an den AoO.
Die Regel ist ja auch sinnvoll, wenn der gepanzerte Kämpfer seine leicht gerüsteten Verbündeten abschirmen will, oder der SL vor seinen Hauptgegner eine Reihe Extras als Deckung aufbaut.
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Offline Boba Fett

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #106 am: 22.09.2010 | 16:50 »
Naja, es gibt schon vergleichbare Situationen, z.B. "Zurückziehen aus dem Nahkampf" (SW:GE, S. 124), wo alle direkt benachbarten Gegner einen freien Angriff erhalten. Erinnert mich stark an den AoO.
Wieviel Edges gibt es dafür?
Vergleiche da mal die Anzahl der Feats, die die AoO betreffen.
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Offline Zwart

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #107 am: 22.09.2010 | 16:58 »
Zitat
Naja, es gibt schon vergleichbare Situationen, z.B. "Zurückziehen aus dem Nahkampf" (SW:GE, S. 124), wo alle direkt benachbarten Gegner einen freien Angriff erhalten.
Sie erhalten vor allem aber keinen Angriff wenn sie nur an einem Gegner vorbei laufen. Denn genau das macht die Handhabe eines AoO ohne Minis so schwierig.

Offline Naldantis

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #108 am: 22.09.2010 | 23:03 »
Gerne, aber was sagst Du selbst dazu? Ich weiß schon, mit welchem System ich sowohl taktische Ansprüche befriedige, als auch den Kampf schnell und intuitiv abwickeln kann...  >;D

Da ich mich kaum für Taktik interessiere, habe ich da wenig Plan (sprich, nie bei Systemen darauf geachtet).

In AD&D kam man gut ohne aus (gelegendliche Rückfragen an den SL eingerechnet), der Magier / Dieb muß halt manchmal auf den Plan gucken.
In 3rd entkommt man dem AoO zwar nicht, aber da er eigentlich nur bei direkten Kontakt eine Rolle spielt, ist auch das ohne Plan zu handeln - und man muß ja keine positionsabhängigen Feats nehmen, es gibt ja genug andere.

In SW ist der Anteil der positionsabhängigen Feats viel größer, zugem haben sie größere Effekte - also muß man mehr auf die Map achten.
 
Tja, bei RM nutzt es nix, da muß jeder mit jeden Gelände arbeiten - die Effekte sind auch passiv wirksam.

Und bei DSA wirken die ganzen Modifikatoren auch größtenteils auch unabhängig vom eigenen Verhalten, und so muß man also auch damit klarkommen, was die Gruppenmehrheit beschließt.
   


Offline Naldantis

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #109 am: 22.09.2010 | 23:14 »
D&D 3.x nehme ich da mal als Beispiel. Da gibt es Regeln (den Gelegenheitsangriff[AoO]), die ohne die Battlemap kaum anwendbar sind.

Doch, eigentlich ganz einfach...
...AoO gibt es ja nur, wenn man das provoziert - d.h. man kann die Kämpfe auch abhandeln ohne diese so oft behandeln zu müssen; und dann bestehen D&D-Kämpfe ja meist aus viel mehr Angriffen als z.B. SW; damit verliert aber auch der einzelne AoO an Gewicht.
 

Prisma

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #110 am: 23.09.2010 | 00:34 »
Wieso ist es eigentlich so schwierig zuzugeben, dass SW auf Miniaturennutzung aufbaut?  wtf? 
Viele Fakten wurden genannt und liegen auf dem Tisch.
Außerdem ist es ja nicht so, dass man den SW-Spielern verbieten will ohne Minis zu spielen.


Offline Yehodan ben Dracon

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #111 am: 23.09.2010 | 07:24 »
Wieso ist es eigentlich so schwierig zuzugeben, dass SW auf Miniaturennutzung aufbaut?  wtf? 

Das tut auch keiner, da missverstehst Du, soweit es mich betrifft, die Intention dieser Diskussion. Welchem Punkt ich auf der Spur bin, ist folgender:
Alle taktischen Rollenspiele (also keine Erzählspiele) profitieren in puncto Taktik und Umgebungsklarheit von einer Visualisierung ("Wer steht wo?"). In einigen Rollenspielen (z.B. DSA, Shadowrun) wird man damit aber allein gelassen. SaWo unterscheidet sich von den Regeln her nicht wesentlich von diesen klassischen Rollenspielen (z.B. Deckung, Reichweitenbeschränkte Zaubersprüche, "AoO"), geht aber davon aus, dass man ohnehin visualisiert und rechnet daher gleich in Zoll und Schablonen um. Als Dienstleistung sozusagen.

Ist SaWo ohne Miniaturen und unter Rückrechnung auf Meter und Radius deshalb irgendwie verkrüppelt, wie hier einige wohl denken? Nur weil ein System die Visualisierung thematisiert kann man doch nicht automatisch davon ausgehen, dass es ohne diese schlecht oder schlechter läuft als andere Systeme.
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killedcat

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #112 am: 23.09.2010 | 07:48 »
Zunächst einmal ist die Abgrenzung taktisches Rollenspiel / Erzählspiel nicht korrekt. Nur weil ein System nicht taktisch ist, ist es kein Erzählspiel. Das wäre so, wie zu sagen, taktische Rollenspiele seien Brettspiele. Im Allgemeinen geht die Unterscheidung (ich bin aber kein Profi im GNS) spielerisch-erzählerisch-simulativ.

So, nun zu Deinen Punkten:

Savage Worlds geht, wie du beschrieben hast, ja von Miniaturenbenutzung aus. Das betrifft aber nicht nur die Maßangaben, sondern auch die Auswahl an Edges und Spielmechanismen (wie das Sich-Lösen im Kampf). Es gibt Spiele, die in ähnlichen Gewässern fischen, aber diese Hindernisse nicht haben. Dreampark, z.B. oder Exalted.

Der Punkt ist eben der, dass der Verzicht auf Miniaturen praktisch immer auf Kosten der Taktik-Möglichkeiten geht. Savage Worlds, so ist mein Eindruck, legt aber bewusst Wert auf Taktik und so verwundert die Designentscheidung nicht. Nur stimmt es eben nicht, dass sich Savage Worlds ohne Miniaturen nicht schlechter spielt, als jedes andere spierlisch betonte RPG, das auf Miniaturen verzichtet. Ich würde aber zustimmen, dass es sich nicht schlechter spielt, als praktisch alle taktischen Rollenspiele, die die Verwendung von Miniaturen anraten. MMURPG wäre z.B. auch ein taktisches Rollenspiel, das aber gut ohne Miniaturen auskommt. Die taktische Komponente kommt von der Verwendung von Ressourcen im Spiel.

Dass alle taktischen Spiele von der Verwendung von Visualisierungen profitieren, ist leider nur die halbe Wahrheit, denn der Profit kommt zu einem Preis. Platzbedarf, Aufbauzeit, Verlassen der Immersionsebene, wenn man es schön machen will noch die Vorbereitungszeit für Karten etc. pp. Visualisierungen zu verwenden ist also nicht immer eine Option und nicht immer die beste Lösung für jede Runde, auch wenn sie taktisch spielen will. Je präzieser desto schwieriger kann es werden.

Mein Fazit zu deiner Frage: nein, Savage Worlds ist nicht verkrüppelt. Im Gegenteil. Savage Worlds ist ein Spezialist, der seine Aufgabe hervorragend erledigt. Wenn man aber die Bereiche verlässt, für die SW designed wurde, muss man sich nicht wundern, wenn manche Elemente nicht mehr hundert Prozent passen. Das geht aber jedem Rollenspiel so. Aber die Visualisierung scheint mir ein integraler Bestandteil von SW zu sein und es wird sicher viele Spiele geben, die ohne Minis besser laufen. Aber das sind meist ganz anders aufgestellte Systeme mit anderer Zielsetzung und anderer Zielgruppe.

Offline Yehodan ben Dracon

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #113 am: 23.09.2010 | 08:17 »
Danke Killedcat, ich neige leider dazu, verallgemeinernd zu argumentieren und Feinheiten einfach wegzulassen. Du hast natürlich Recht, ich wollte auch keine neue Definition von taktischen Rollenspielen/Erzählspielen aufstellen, sondern nur das Kind bei einem Namen nennen, ich hoffe, es ist dennoch klar, was ich meinte. Dass ich SaWo (mit oder ohne Miniaturen) nicht mit einem Engel Arkana vergleichen kann leuchtet ein, war auch nicht gewollt. Ich sprach daher von "klassischen" Systemen.

Ja sicher: SaWO verliert an Qualität, wenn man Minis weglässt. Das möchte ich nicht bestreiten. Auch nicht, dass Visualisierungen einen größeren Aufwand erfordern. Manchmal einen zu großen, als dass es die Sache wert wäre.

Aber ich sehe die angeblich so "miniaturfixierten Regelmechanismen" einfach nicht. Bevor jetzt aber der erste aufgibt und schreibt: Du bist unbelehrbar, ich gebs auf: Ich möchte gerne alle Stärken und Schwächen kennen und verstehen. Ich lasse mich nicht als blinder Fanboi abstempeln. Vielleicht brauche ich nur den richtigen Schubs.

Ich will nochmal konkret werden:
SaWo hat Regeln zur Überzahl ("Ganging Up Bonus"). Pro zusätzlichem Gegner in Kampfreichweite erhält die Gegnergruppe +1 zum Angriffswurf. DSA hat die gleichen Regeln. Pro zusätzlichem Gegner in Kampfreichweite erhält die Gegnergruppe +1 zum Angriffswurf und +1 auf Ini.

Bei SaWo geht man das Risiko eines zusätzlichen freien Angriffs des Gegners ein, wenn man sich aus dem Kampf löst und wegläuft. Mittels eines Tricks z.B. kann man den Gegner kurzzeitig angeschlagen machen, um dann gefahrlos wegzulaufen.
DSA kennt diesen Passierschlag ebenso. Man schützt sich nur, in dem man Stück für Stück die Distanzklassen verringert (und einen Schritt zurück macht).

Bei SaWo kann man ganze Gegnerhorden mittels eines Flächenschlags niederringen. Man benutzt dafür die mittlere Schablone.
Bei DSA kann man einen Ignisphaero wirken und damit ganze Gegnerhorden bezwingen. Der Radius beträgt 5 Meter, wobei der Schaden für jeden Meter vom "Epizentrum" entfernt, geringer wird.

SaWo besagt, dass man in einer Kampfrunde 6 Zoll weit laufen (nicht sprinten) kann und zusätzlich agieren.
DSA besagt, dass man in einer Aktion 8 Meter weit laufen (nicht sprinten) kann, anstatt zu agieren.


Soweit ich beide Systeme bislang kenne und erprobt habe, ist SaWo ohne Miniaturen genauso funktional, wie DSA ohne Miniaturen. Benutzt man aber Miniaturen, dann habe ich mit SaWo gleich Schablonen mitgeliefert... Kennt jemand Gegenbeispiele?

« Letzte Änderung: 23.09.2010 | 13:54 von Yehodan ben Dracon »
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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #114 am: 23.09.2010 | 12:27 »
Sie erhalten vor allem aber keinen Angriff wenn sie nur an einem Gegner vorbei laufen. Denn genau das macht die Handhabe eines AoO ohne Minis so schwierig.

Huh, das ist interessant.
Das habe ich instinktiv (in alter Midgardtradition) anders gesehen/gespielt. Das macht natürlich das (ohnehin schon gute) Edge "Erstschlag" noch wertvoller.

Ansonsten @Boba Fett:
Zumindest mal Erstschlag  ;)
Davon abgesehen hast Du Recht, und ich bin ja froh, dass es bei SW eben nicht 100 Feats gibt, die Ausnahmen und Ausnahmen der Ausnahmen regeln.
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killedcat

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #115 am: 24.09.2010 | 18:44 »
So, wir haben unser "Spielzimmer" ein wenig umbauen können. Evtl. kann ich nun sogar Visualisierungen einsetzen.

Danke für die Aufmerksamkeit.

Eulenspiegel

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #116 am: 26.12.2010 | 21:44 »
Auf Wunsch von diesem Thread hierhin ausgelagert.

Es hat sich aus einem Miniaturenspiel entwickelt und Shane ist einfach ein Mini-Fan.
Konkret an SW sind alle Reichweitenangaben auf Inch bezogen. Das sind keine Yards oder Meter.
Dass Shane ein Mini-Fan ist, ist sein gutes Recht. Aber dennoch hat er ein RPG entwickelt, das nicht mehr oder minder Mini ist als andere RPGs.

Und dass die Reichweitenangaben auf Inch (deutsch auch Zoll genannt) bezogen sind, hatte ich doch auch genannt:
Gleich mein erster Punkt unter Maßstab:
Daher empfiehlt sich hier der Maßstab:
1 Yard = 1 Zoll
(oder auf Englisch: 1 yard = 1 inch)

Aber in diesem Punkt muss ich mich halb korrigieren:
Ich habe nochmal in der SW:EX nachgeschaut und auf Seite 43 wird als empfohlener Maßstab genommen:
2 Yard = 1 Zoll

(wobei ich persönlich den Standardmaßstab 1Yard = 1 Zoll immernoch praktischer finden würde, den man dann je nach Anwendung nochmal variiert: Im Häuserkampf verringere ich den Maßstab und zoome hinein und bei Verfolgungsjagden vergrößere ich den Maßstab wieder und zoome hinaus.)

Offline YY

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #117 am: 26.12.2010 | 23:14 »
Aber in diesem Punkt muss ich mich halb korrigieren:
Ich habe nochmal in der SW:EX nachgeschaut und auf Seite 43 wird als empfohlener Maßstab genommen:
2 Yard = 1 Zoll

*anmerk*
Und das Ganze dann noch mal mit 2,5 multipliziert für die "echte" Reichweite, wenn man ohne jeden Miniatureneinsatz spielt.

Also das Fünffache der Tabellenwerte.
"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
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Offline Kardohan

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #118 am: 26.12.2010 | 23:31 »
Dass Shane ein Mini-Fan ist, ist sein gutes Recht. Aber dennoch hat er ein RPG entwickelt, das nicht mehr oder minder Mini ist als andere RPGs.

Shane hat kein RPG entwickelt, das mehr oder minder Minis nutzt als andere RPGs, sondern nur eines das konsequent und konsistent von Anfang bis Ende diese Regeln durchzieht. Und zwar derart, dass man am Ende eine Wahl hat. Und eben da liegt der Unterschied!

Das einzige System der letzten Jahre, das mir einfällt, wo dies so gründlich gemacht wurde, wäre mMn nur D&D4E, wobei einem dort am Ende allerdings nicht die Wahl gelassen wird. Es gab zwar vorher schon Systeme mit detaillierten Miniregeln, wie etwa auch Midgard, aber dort irgendwann mit dem Prinzip gebrochen wird. 

Und das Ganze dann noch mal mit 2,5 multipliziert für die "echte" Reichweite, wenn man ohne jeden Miniatureneinsatz spielt.

Hat für das Spiel mit oder ohne Battlemap keine große Relevanz, da sie eigentlich nur für die Umrechnung von realen Gerätschaften genutzt wird.
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Eulenspiegel

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #119 am: 27.12.2010 | 00:24 »
@ Kardohan
Wir spielen auch Shadowrun regelmäßig mit Miniaturen. Und wenn wir bei DSA nicht im offenen Wald kämpfen, sondern innerhalb der Stadt, benutzen wir ebenfalls Miniaturen.

Und es gab nie eine Regelstelle, wo ich mir gedacht habe: "Verdammt, diese ist jetzt mit Miniaturen nicht umzusetzen."

Offline YY

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #120 am: 27.12.2010 | 00:29 »
Hat für das Spiel mit oder ohne Battlemap keine große Relevanz, da sie eigentlich nur für die Umrechnung von realen Gerätschaften genutzt wird.

Ich spiele i.d.R. ohne Miniaturen und verwende dann auch grundsätzlich die "echten", also fünffachen Reichweiten, weil ich diese einfach stimmiger finde, insbesondere im Verhältnis zu den Bewegungsweiten.

"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
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Offline Kardohan

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #121 am: 27.12.2010 | 01:10 »
@ Eulenspiegel: Es ging ja nicht um das Thema "ob", sondern "wie". Und da wurde bei SW eben ein Figurenbetontes Brettspiel zu einem Rollenspiel umgebaut. Und das merkt man eben!

Die meisten anderen RPG gehen hingegen den entgegengesetzten Weg: Rollenspiel zuerst und dann Miniregeln rein.

Von SR war hier speziell nicht die Rede, aber das gehört in den ersten Ausgaben, die ich noch kenne, imA zur letzteren Fraktion, was ja nichts Schlimmes ist.

Letzlich muss ja jede Gruppe selber sehen, wie sie die Regeln umsetzt. Wenn sie eben dem Miniaturenspiel nichts abgewinnen können, so ist es fein. Hauptsache es macht Spaß! Und das gilt ja nicht nur für SW.

Bei SW sollte man den Miniaturen aber in jedem Falle zumindestens einmal eine Chance geben, gerade weil es eben so durchgehend darauf ausgelegt ist.

@YY: Welchen Maßstab man nun nutzt, bleibt einem ja selbst überlassen. Hat man nur einen kleinen Tisch zur Verfügung ist ein größerer Maßstab sogar praktisch und anzuraten. Standard ist 1" = 2yds bzw. 2m.  Andere spielen mit 1" = 1 yds, wieder andere mit 1" = 5 yds. Letztlich ist es aber schnurz, wenn man nur Sorge trägt die Standardangaben entsprechend umzurechnen, gerade bei der Bewegungsweite. Die Schablonen dagegen sollten, müssen aber nicht umgerechnet werden. Solange sie alle Seiten gleich groß sind, kann ja keiner meckern.

;)

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Offline Abd al Rahman

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #122 am: 27.12.2010 | 01:59 »
Ich spiel Midgard-Kämpfe in meiner Heimrunde mittlerweile fast ausschließlich mit Miniaturen, es sei denn es sind kleine Scharmützel. Es ist wie bei SW. Es geht auch ohne aber einige Taktikoptionen erschließen sich erst durch Miniaturen. Was mir bei Midgard besser gefällt: Initiative nicht so hochgradig Zufallsbedingt. Was mir bei SW besser gefällt: Die Möglichkeit On Hold zu gehen.

Offline Zornhau

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #123 am: 27.12.2010 | 03:07 »
Ich spiel Midgard-Kämpfe in meiner Heimrunde mittlerweile fast ausschließlich mit Miniaturen, es sei denn es sind kleine Scharmützel. Es ist wie bei SW. Es geht auch ohne aber einige Taktikoptionen erschließen sich erst durch Miniaturen.
Das war mein Eindruck schon seit Midgard 1.

Die Zeichnungen in Draufsicht für die Felder, die von einem Rundumschlag bedroht sind, oder für die Reichweite von Speer oder Lanze waren damals schon recht aufschlußreich und hatten uns "inspiriert" statt mit Zinnminiaturen (die wir nur für die SCs genommen hatten) mit Papp-Markern - quadratisch zum selbstgemachten abwaschbaren Quadratraster passend, von oben mit Blick auf die Person oder die Kreatur sowie mit einer Markierung für "vorne" ausgestattet - zu spielen. Ich habe noch einige damals von Kardohan angefertigte Papp-Marker - auch für größere Kreaturen und Fahrzeuge, Reittiere, usw. - bei meinen Midgard-Sachen im Schrank liegen.

Midgard hatten wir schon zu Midgard 1 Zeiten STRIKT nach Quadratraster gespielt. Davor hatten wir D&D und AD&D mit eher "freier" Bewegung (ohne Raster mangels abwaschbarer Rasterplatte) gespielt, dafür aber Traveller nach Snapshot-Regeln mit 15mm-Twofold-Pappfiguren auf 1cm-Quadratraster (Küchenfolie, abwaschbar!).

Mit oder ohne Miniaturen - SW erlaubt BEIDES, auch wenn es nach den eigenen Worten des Verfassers und Entwicklers als ein Rollenspiel UND Miniaturenspiel entworfen wurde (siehe den Titel und die Einleitung von SW 1st Edition!).

Shane Hensley macht halt das Spiel mit Miniaturen Spaß. Und etwa die Hälfte der SW-Regeln ist 1:1 aus dem Weird-West-Tabletop-Wargame The Great Railwars entnommen (nochmal ein Drittel aus Deadlands Classic, der Rest aus anderen Spielen wie D6-System (Wild Die), TORG (Adventure Deck), usw.). - Da bleibt eine ERKENNBARE Miniaturenfreundlichkeit im Regelwerk nicht aus.

Aber sogar einige der SW 1st Ed. Oldtimer von 2003 spielen seither OHNE Miniaturen. Sogar OHNE JEGLICHE Visualisierungshilfe!

Das ist Geschmackssache. Beides geht, doch da der Autor Miniaturen MAG, ist es auch sein gutes Recht den Einsatz von Miniaturen zu EMPFEHLEN.

Müssen muß man bei einem einmal erworbenen Regelsystem eh nichts. Das kann man spielen, daß es um 180° anders rauskommt, als es der Entwickler sich gedacht hat.

So glaube ich z.B. NICHT, daß die Chase-Regeln in SW für das Umsetzen eines Sänger-Wettstreits gedacht waren. Trotzdem haben wir selbigen in HF damit umgesetzt - und das war die SPANNENDSTE Szene des gesamten Spielabends!

Ich sehe nicht, warum man SW OHNE Miniaturen schlechter spielen können sollte als mit.

Vor allem würde ICH jedenfalls bei Realms of Cthulhu KEINE Miniaturen rausholen, wenn ich es nicht in der "weichgespülten" Mythos-Monster-Buttkicking-Action-Variante spielen wollte, sondern in einem der anderen "Härtegrade". (Andererseits würde ich ANDERE Visualisierungshilfen wie Gebäudepläne, Grundrisse usw. schon verwenden.) - Die höheren Härtegrade sollen ja die VERUNSICHERUNG, ein Grundelement des Horrors, verstärken. Und KEINE Miniaturen zu haben, KEINE "Vogelperspektive" über die taktische Situation vorliegen zu haben, das VERUNSICHERT die Spieler aufgrund der fehlenden Übersicht und der meist sehr unvollständig vorliegenden Information über das Geschehen natürlich mehr, als wenn die Spieler jede Deckung, jede Entfernung bis zur "rettenden?" Tür nach draußen perfekt einsehen können. - Aber in Cthulhu sind genre-typisch auch nicht unbedingt die SCs mitten in Massenkampfszenen mit Dutzenden oder Hunderten Beteiligten involviert. Daher ist der Verzicht auf eine klare taktische Visualisierung sowohl aufgrund der "intimeren" Kampfszenen als auch aufgrund des Willens zur Spielerverunsicherung geradezu empfohlen.

Weird Wars würde ich NIE OHNE Figuren spielen wollen. Dazu ist das ein viel zu taktisch orientiertes Setting, bei dem die SCs oft auch mitten in größeren Auseinandersetzungen taktische Herausforderungen bewältigen sollen.

Es ist halt eine Frage des GENRES, des SETTINGS, der VERFÜGBARKEIT (Hat man denn überhaupt Miniaturen? Möchte man sich welche anschaffen?), der ÖRTLICHKEIT (Möchte man wirklich jedesmal zum Spielen seine Miniaturenkoffer und 3D-Szenerie-Elemente mitschleppen?), usw. - und natürlich des GESCHMACKS der Leute in der Spielgruppe.

Man muß ja Miniaturen auch nicht nur in Kampfszenen verwenden. - So verwenden wir z.B. bei ausgedehnten Aktivitäten in Städten einfach die Figuren der SCs auf dem Stadtplan um den Überblick zu behalten, wer jetzt eigentlich wo mit wem unterwegs ist. - Das geht bei einer kleinen Western-Stadt in DL:R genauso gut, wie bei einer Hardboiled-Detective-Story im Los Angeles der ausgehenden 40er-Jahre. - Man verliert nicht so schnell den Überblick und kann auch Fahrzeiten etc. besser abschätzen, was bei zeitgetriebenen Szenarien durchaus wichtig ist.

Die Miniaturen sind ein WERKZEUG - genauer ein SPIELZEUG.

WIE man damit umgeht, WIE man damit spielt, das kann ja jede Gruppe für sich herausfinden.


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Offline YY

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Re: SW ohne Miniaturen
« Antwort #124 am: 27.12.2010 | 18:32 »
@YY: Welchen Maßstab man nun nutzt, bleibt einem ja selbst überlassen. Hat man nur einen kleinen Tisch zur Verfügung ist ein größerer Maßstab sogar praktisch und anzuraten. Standard ist 1" = 2yds bzw. 2m.  Andere spielen mit 1" = 1 yds, wieder andere mit 1" = 5 yds. Letztlich ist es aber schnurz, wenn man nur Sorge trägt die Standardangaben entsprechend umzurechnen, gerade bei der Bewegungsweite.

Moooment :)

Den normalen Maßstab 1" = 2 yards kann man natürlich ändern, wie man will, so lange man alles "mitnimmt", was da dran hängt.

Der Multiplikator von 2,5 für die "echten" Waffenreichweiten bezieht sich aber nur auf diese und ändert damit das Verhältnis von Waffenreichweite und Bewegungsweite (!).
"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
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