Autor Thema: Killedcat lernt FATE  (Gelesen 3857 mal)

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killedcat

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Killedcat lernt FATE
« am: 9.12.2010 | 14:11 »
Hallo und herzlich willkommen bei der Präsentation "Killedcat lernt FATE".

Nach allem, was ich von FATE gehört habe, wollte ich dieses Spiel unbedingt näher kennenlernen und habe mir Legends of Anglerre gekauft (ich habe FATE schon als PDF kennengelernt, aber nur oberflächlich). Nun habe ich mit dem Lesen angefangen und bin … etwas verwirrt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich FATE nicht verstehe, falsch verstehe oder ob FATE tatsächlich so ist, wie es sich mir darstellt. Daher hoffe ich auf die Hilfe aus der Community.

Ich werde, nach Vollendung des Durchlesens evtl. eine Review schreiben, daher möchte ich FATE schon richtig verstehen und nicht aufgrund Verwirrung meinerseits etwas falsches schreiben.

Aber eins nach dem Anderen.

Ich will nun meine Eindrücke von Legends of Anglerre, und damit verbunden von der enthaltenen FATE-Engine, schildern.

Das Buch ist ordentlich mit Seiten gefüllt. Knapp 380 davon. Gleich zu Beginn stelle ich fest, dass der Schreibstil recht trocken ist und das Buch sich ganz gewiss nicht an Anfänger richtet. Keine Einstimmungsgeschichte, es geht recht schnell mit dem Crunch los. Das ist kein Problem für mich, aber etwas irritiert bin ich schon. Für ein Spiel, das wohl erzählerisch betont sein soll, ist diese Trockenheit schon eine Überraschung für mich und ich beginne mich zu fragen, ob der ganze Wälzer so ist.

Nach einer kurzen Erklärung über die allgemeinen Konzepte von FATE wie dem Würfelsystem, Skills, Stunts, Fatepoints und Aspekten, sind die prinzipiellen Mechanismen klar. Nur unter den Consequences kann ich mir noch wenig vorstellen.

Und schon geht es mit der Charaktergenerierung los. Und die hat es in sich. Zunächst unschlüssig, was für Aspekte ich wählen soll, hilft mir die Charaktergenerierung mit den unterschiedlichen Phasen weiter. Die Phasen sind allerdings nur unzureichend beschrieben. Wann sind die „Early Days“? Jugend? Kindheit? Bis zum Erwachsenwerden? Ein Fehler verwirrt mich noch weiter: hat ein „good charakter“ nun 20 Punkte für Skills (Seite 20) oder 15 (Seite 17)? Welche Aspekte machen Sinn? Gibt es Dinge, die ich als Aspekt nicht nehmen darf („Supergod of Almighty Almightyness“)?

Viel schlimmer wird es bei den Stunts. Ich wollte Rüstungsstunts nehmen, aber wo sind die? Das Inhaltsverzeichnis listet einzelne Stunts nicht auf. Es gibt aber eine Stunt-Liste. Nur ist die nach Skills gelistet. Welches ist aber der zugehörige Skill? In der Skill-Beschreibung ist der Armor-Stunt schon gar nicht zu finden. Schließlich finde ich ihn bei den Professional-Stunts ohne Seitenangabe in der Stunt-Liste. Also noch mal geblättert… grauenvoll. Ebenfalls schlimm sind die Trappings bei den Skills. Ich habe eine Ewigkeit gesucht, bis ich „Riding“ bei „Survival“ als Trapping mit gefunden habe. Aus lauter Verzweiflung hatte ich mir schon Piloting und Drive notiert. Legends of Anglerre scheint mir ein sehr unaufgeräumtes Buch zu sein. Es hilft mir auch kaum, einen Beruf mit Magie-Kämpfermischung zu machen. Einen Paladin, z.B. Mir kommt das sehr kompliziert und die Listen kommen mir sehr üppig vor.

Ich habe jetzt einen Charakter erstellt. Einen Krieger, ohne Magie. Mit Rüstung und Schild und einigen Aspekten und einer Legende. Ich bin ganz zufrieden: er ist schön beschrieben und die Aspekte sind ein tolles Mittel, dem Charakter Leben einzuhauchen. Zu wissen, dass diese Beschreibungen spielerischen Input bringen, ist ein schönes Gefühl.

Aber da sind sie wieder, die nagenden Zweifel: regeltechnisch, könnte ich den Aspekt „Strong as an ox“ nehmen, aber wenn ich Mighty nicht dazunehme oder Athletics, dann lascht er doch ab, gegen einen Charkter, mit Might „Good“ aber ohne diesen Aspekt. Ganz zu schweigen von der verfahrenen Situation, wenn ich keine Fatepoints mehr habe. Überhaupt haben die Aspekte ja NUR dann Auswirkungen, wenn sie compelled oder sonst was werden. Um ehrlich zu sein, empfinde ich sie mehr als Einschränkung, als etwas anderes. In allen bisherigen Spielen haben die Spieler ihren Hintergrund immer ausspielen können. Ohne Fatepoints. Da wurde halt ein Bonus vergeben.

Und bei all dem Crunch, den das Spiel liefert (und das ist bis jetzt nicht wenig) sind praktisch alle spielrelevanten Entscheidungen auf die Gruppe abgewälzt worden. Der Spieler muss Aspekte und Skills abstimmen. Der SL muss mit dem Spieler die Balance halten und abstruse Aspekte verhindern. Ob ein Aspekt anwendbar ist, muss diskutiert werden. Etc. pp.

Soweit mein erster (noch sehr unvollständiger) Eindruck, der nicht der Beste ist. Die Aspekte sind schön auf dem Papier, aber ich kann sie mir im Spiel nur hinderlich vorstellen. Die Charaktererschaffung ist nach einiger Übung sicher leicht, aber es ist doch einiges an Crunch zu beachten. Das Buch ist unaufgeräumt und unübersichtlich. Aspekte liefern nicht immer das, was sie sagen („Strong as an Ox“ aber um den Dampf dahinter muss sich ja doch der Skill kümmern).

Was sagt die Community zu meinem ersten Eindruck? Mache ich da etwas grundsätzlich falsch? Verstehe ich das Spiel einfach nicht? Soll ich das Buch erst zu Ende lesen?

Offline Tantalos

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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #1 am: 9.12.2010 | 14:31 »
Ich hab mein buch grad nicht da, aber ganz kurz:
Zitat
Welche Aspekte machen Sinn? Gibt es Dinge, die ich als Aspekt nicht nehmen darf („Supergod of Almighty Almightyness“)?
Es gibt, entweder bei der Charaktererschaffung oder im Aspekteteil, einen Absatz, was gute und schlechte Aspekte sind. Zum Beispiel die goldene Regel, das Aspekte immer gut und schlecht sein sollte und niemals langweilig. "Strong as an ox" wäre für mich ein ziemlich lahmer Aspekt. Ist das ein offizielles Beispiel?
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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #2 am: 9.12.2010 | 14:31 »
Ich habe LoA leider selbst noch nicht gelesen, kann aber nur meinen generellen Tipp wiederholen: wer FATE lernen will, sollte sich zuerst Spirit of the Century durchlesen. Das ist imho nach wie vor die mit Abstand beste Erklärung der FATE-Regeln.
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killedcat

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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #3 am: 9.12.2010 | 14:35 »
Ich hab mein buch grad nicht da, aber ganz kurz:Es gibt, entweder bei der Charaktererschaffung oder im Aspekteteil, einen Absatz, was gute und schlechte Aspekte sind. Zum Beispiel die goldene Regel, das Aspekte immer gut und schlecht sein sollte und niemals langweilig. "Strong as an ox" wäre für mich ein ziemlich lahmer Aspekt. Ist das ein offizielles Beispiel?

Offizielles Beispiel ist "strong / Strong as forged steel / I am Gort" als Beispiele für langweilig bis rockend. Das Problem bleibt aber das gleiche. "Kurier des Königs" aber keinen Punkt in Reiten, oder "Fechter für Gerechtigkeit" aber schlechte Melee-Werte sind regeltechnisch drin. Die Aspekte tun einfach nicht immer das, was sie sagen.

Offline Tantalos

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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #4 am: 9.12.2010 | 14:38 »
Ich versteh das Problem nicht. Wo ist denn das Problem dabei einen solchen Aspekt zu haben, aber einen skill schlecht zu haben. Vielleicht hab ich einen Stunt, der das wieder ausgleicht, oder aber es ist eben so.
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Offline Don Kamillo

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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #5 am: 9.12.2010 | 14:41 »
Ich persönlich nutze Aspekte auch, um Fertigkeiten zu unterstützen oder sonstige (Rassen-)Fähigkeiten, also werde ich normalerweise "Might" haben, wenn ich mir "Strong as an Ox" nehme, weil es eben auch das unterstützt.
Awesomeness ist eine Krankheit, bei mir chronisch!
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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #6 am: 9.12.2010 | 14:43 »
Diese Sicht auf Aspekte ist mir neu.

Ein Aspekt bringt dir die Möglichkeit, wann immer es wichtig ist, +2 zu erhalten und was viel wichtiger ist, Fakten zu schaffen und Compells zu ernten und was bei SBA/LoA noch sehr wichtig ist Rerolls zu kaufen.
Aspekte sind die Möglichkeit, die Fatepunktökonomie mit der gewünschten Charakterspielweise zu verknüpfen. Außerdem geben sie wieder, was DU gerne sehen/erleben würdest.
Die Kammerztofe mit fight1 und "kämpft wie eine Löwin", "der Stress zehrt mich aus" und "XY ist wie ein Sohn für mich." , wäre eine überraschend gute gegnerin, wenn es ihr wichtig ist, aber der Aspekt würde erstaunlicherweise in vielen anderen Bereichen zünden und ein ganz anderes Bild erzeugen als eine Zofe mit Fight 4 und Aspekten wie "sanfte Riesin", "Gute Seele des Hauses" und "Ich weiß, was gut für euch ist!".
Die Fatepunktquellen liegen an anderen Stellen und die Aspekte zünden anders, auch wenn sie den gleichen Bonus in einigen Situationen geben können, so denkt man sich jeweils eine andere Motivation dahinter. Die Starke Amme wird niemanden mit fight umbringen. Es werden eher Manöver sein, die den Überltäter am Ohr zur Tür befördern, während erstere mit Krallen und Zähnen und einer Silbergabel ein Blutbad anrichtet.

Wenn Du Might 1 und "stark" hast, ist das viel besser als Might 2 und solange genug Fatepunkte da sind auch besser als Might3, da du eine gewürfelte -4 einfach neuwürfeln kannst, was dir mehr bringt als +2.

Abgesehen davon, zählt der Aspekt ja nicht nur auf Might, sondern auch auf alle anderen passenden Situationen, die z.B. Einschüchtern, Kampfmit einer schweren Wafffe, allerlei Manöver, kaufen und entfernen von Aspekten, wie verriegelte Burgtore etc.

Wenn Du dir jemanden vorstellen willst, der might 1 hat und "stark wie Oskar" ist, dann kann das in meinen Augen ein Muskelberg mit sehr unfunktionaler Muskelmasse sein oder ein drahtiger Kerl, der einen immer wieder mit erstaunlichen Leistungen überrascht. Beides wäre Fluff, der passen könnte.

Ein Aspekt ist ein Booster, der einem Verlässlichkeit bringt, was gerade bei dem 2w6-7 von LoA wichtig ist.
Ein hoher Skillwert erhöht hierbei eher den Erwartungswert und verringert nicht die Varianz.
Da beide Ressourcen nicht in Konkurrenz zueinander stehen, beschränken sie sich mMn auch nicht, sodnern verändern nur das Spielgefühl in unterschiedliche Richtungen. Vergleiche es mit hohem Edge vs. niedrigem Edge bei SR in Kombination mit Gurpsigen Vor-und Nachteilen und einer Prise PE.
Das Schöne an Aspekten ist, dass sie nur ans Licht treten, wenn sie etwas bewirken. Dadurch funktionieren sie immer, wenn sie angewendet werden, da sie einem Erfolg oder einem Scheitern immer eine bestimmte Qualität geben, die ein einfacher Wurf nicht hat. Sie gewichten Entscheidungen und Momente und inszenieren den CHarakter. Außerdem helfen sie dabei, das Wesen des CHars auf einen Blick auf den Bogen zu erfassen.

sers,
Alex

edit:
"Stark wie ein Oxe" ist mMn auch ein etwas lahmer Apsekt.
Gute Aspekte sind welche, die Geschmack haben und einen Aspekt des Charakters würzen.
"Predigender Kämpferbarde" wäre hier ein schlechter Aspekt, da er in keiner Anwendung so richtig passt und wenig flair übermittelt. "Ich bin ein Liebling Apolls" oder "Es ist der Wille Apollos" wäre vielleicht besser, da hier eine Charaktersicht transportiert wird.
Generell sind Aspekte schöner, die zeigen und nicht beschreiben.
« Letzte Änderung: 9.12.2010 | 14:51 von Destruktive_Kritik »

alexandro

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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #7 am: 9.12.2010 | 14:50 »
Denk auch daran, dass "erzählerisch" bedeuten kann, dass der Wurf nicht entscheidet ob etwas gelingt, sondern ob es den Charakter der Erreichung seines Zieles näher bringt. Ein Charakter mit "Strong as an ox" und niedrigem Might würde (wenn er keine Fatepunkte einsetzt!) demnach ziemlich wüten, aber damit die Situation immer verschlimmern/bzw. im Kampf von agileren Gegnern umtänzelt werden.

Fand übrigens, dass "Dresden Files" eine viel bessere Erklärung des FATE-System hatte, als SotC (letzteres war auch sehr trocken und zäh zu lesen, ersteres war sehr erfrischend).

Online Selganor [n/a]

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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #8 am: 9.12.2010 | 15:03 »
Meine Interpretation zum Skill/Aspekt-Dilemma:

Wenn du irgendwas nur als Aspekt aber ohne den dazugehoerigen Skill hast dann hast du das (bzw. die Sachen die der Skill erlaubt) nie explizit gelernt sondern hast im Rahmen des Aspekts (z.B. mal das "Kurier des Zaren"-Beispiel) die Sachen hin und wieder mal (beim Einsatz eines Fatepoints) gemacht aber dich nicht so wirklich damit beschaeftigt.
Wenn es sein muss kriegst du was hin (+2 bzw. Reroll sollte schon mindestens +1 als Endergebnis geben) aber jemand der sich damit intensiver auseinandergesetzt hat (sprich: den Skill gelernt hat) kann dir durchaus noch was vormachen.

BTW: Nicht vergessen... jemand der den Skill genausogut kann wie du ist dir (dank Aspekt) immer noch unterlegen
Abraham Maslow said in 1966: "It is tempting, if the only tool you have is a hammer, to treat everything as if it were a nail."

Offline Wawoozle

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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #9 am: 9.12.2010 | 15:20 »
"Kurier des Königs" aber keinen Punkt in Reiten, oder "Fechter für Gerechtigkeit" aber schlechte Melee-Werte sind regeltechnisch drin. Die Aspekte tun einfach nicht immer das, was sie sagen.

Natürlich kann ich mir als Aspekt "Bester Kämpfer von Welt" aufschreiben und anschliessend Nahkampf oder dergleichen auf 0 setzen.

In dem Fall würde das halt heißen, dass dein Charakter sich wohl für den tollsten Kämpfer der Welt hält, aber das das eben mit der Realität nix zu tun hat.

Aspekte unterliegen immer einem gewissen Interpretationsspielraum darum ist es oft auch wichtig für die anderen Mitspieler (und den SL) zu wissen was man mit einem bestimmten Aspekt eigentlich meint. Nur nen coolen Satz hinschreiben und denken es ist alles gesagt reicht da nicht.

Was die "beste" Fateinkarnation angeht:
Jede Variante die mehr als 300 Seiten hat, scheidet aus :)
« Letzte Änderung: 9.12.2010 | 15:25 von Wawoozle »
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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #10 am: 9.12.2010 | 15:27 »
Jede Variante mit Mehr als 300 Seiten ist auch nur ein Werkzeugkasten, aus dem man sich etwas zusammenschraubt. ;)

DFRPG ist allerdings sehr gut erklärt, viel besser als LoA oder SBA.

Offline Wawoozle

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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #11 am: 9.12.2010 | 15:30 »
Jede Variante mit Mehr als 300 Seiten ist auch nur ein Werkzeugkasten, aus dem man sich etwas zusammenschraubt. ;)

Klar.. aber wenn ich nachher eh selber schraube, dann will ich nicht auch noch das mich mein Werkzeugkasten totschwafelt :)
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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #12 am: 9.12.2010 | 15:41 »
Mich nerven die ganzen sprechenden Schwerter auch. ;D

Offline Abd al Rahman

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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #13 am: 9.12.2010 | 15:41 »
Jede Variante mit Mehr als 300 Seiten ist auch nur ein Werkzeugkasten, aus dem man sich etwas zusammenschraubt. ;)

DFRPG ist allerdings sehr gut erklärt, viel besser als LoA oder SBA.

Boah! Und ich find schon DFRPG im Regelteil viel zu aufgebläht. Ich würde was kurzes, trockenes bevorzugen.

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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #14 am: 9.12.2010 | 15:58 »
Ist es, ist es.

Deshalb halte ich Fate2 mit Konsequenzen für eine attraktive Alternative. Allerdings ist das bei Weitem nicht so mächtig.

Offline Bad Horse

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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #15 am: 9.12.2010 | 16:46 »
Ich habe Fate mit den Dresden Files gelernt und hatte danach keine Schwierigkeiten mehr mit LoA. ;)

Die Frage, die sich mir bei deinem Beispiel aber stellt, ist folgende: Wenn du einen Aspekt namens "Stark wie ein Ochse" nimmst, dann willst du ja damit etwas bestimmtes erreichen, oder? Wenn du damit darstellen willst, dass der Charakter besonders kräftig ist, warum nimmst du dir dann keine hohe Might?

Skills und Aspekte sollten ineinander spielen. Du solltest dir überlegen, in welchen Situationen du den Aspekt überhaupt invoken möchtest - was muss passieren, damit du den Aspekt zu deinen Gunsten einsetzt?
Und du solltest dir auch überlegen, in welcher Situation dein SL den Aspekt compellen kann - "Stark wie ein Ochse" lädt nicht unbedingt dazu ein. Du könntest ihm "Muskeln und Hirn eines Ochsen" geben, dann kann der SL compellen, um deinen Char hirnlos agieren zu lassen; oder "Ich bin stark wie ein Ochse, aber nicht so blöd", damit den SL compellen kann, wenn dich die NSCs aufgrund deiner Muskelmasse für blöde halten.
Zitat von: William Butler Yeats, The Second Coming
The best lack all conviction, while the worst are full of passionate intensity.

Korrekter Imperativ bei starken Verben: Lies! Nimm! Gib! Tritt! Stirb!

Ein Pao ist eine nachbarschaftsgroße Arztdose, die explodiert, wenn man darauf tanzt. Und: Hast du einen Kraftsnack rückwärts geraucht?

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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #16 am: 9.12.2010 | 17:37 »
Boah! Und ich find schon DFRPG im Regelteil viel zu aufgebläht. Ich würde was kurzes, trockenes bevorzugen.

Dafür gibt es eine Lösung, wenn es dir nur um die Mechanik geht... Aber ich finde den Regelteil-Umfang vom DFRPG im Vergleich zu Systemen wie D&D, DSA und WoD sehr übersichtlich und gut erklärt...

Ich habe Fate mit den Dresden Files gelernt und hatte danach keine Schwierigkeiten mehr mit LoA. ;)

Die Frage, die sich mir bei deinem Beispiel aber stellt, ist folgende: Wenn du einen Aspekt namens "Stark wie ein Ochse" nimmst, dann willst du ja damit etwas bestimmtes erreichen, oder? Wenn du damit darstellen willst, dass der Charakter besonders kräftig ist, warum nimmst du dir dann keine hohe Might?

Skills und Aspekte sollten ineinander spielen. Du solltest dir überlegen, in welchen Situationen du den Aspekt überhaupt invoken möchtest - was muss passieren, damit du den Aspekt zu deinen Gunsten einsetzt?
Und du solltest dir auch überlegen, in welcher Situation dein SL den Aspekt compellen kann - "Stark wie ein Ochse" lädt nicht unbedingt dazu ein. Du könntest ihm "Muskeln und Hirn eines Ochsen" geben, dann kann der SL compellen, um deinen Char hirnlos agieren zu lassen; oder "Ich bin stark wie ein Ochse, aber nicht so blöd", damit den SL compellen kann, wenn dich die NSCs aufgrund deiner Muskelmasse für blöde halten.

Genau. Skills beschreiben, was ein Charakter kann. Aspekte beschreiben, was ein Charakter tun soll oder was ihm widerfahren soll.
Wenn man drauf würfeln können soll, bildet man es am besten mit Skills ab. Wenn es das Verhalten des Charakters beeinflussen soll oder das Verhalten seiner Umwelt ihm gegenüber, ist es vielleicht eher ein Aspekt.

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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #17 am: 9.12.2010 | 17:44 »
Ich muss zugeben, dass ich LoA auch nicht für sonderlich gut sortiert halte. Allerdings liegt das und auch der gewaltige Umfang daran, dass LoA meiner Meinung nach ziemlich viele Bereiche mit Regeln erfasst. Der ganze Block um Institutionsregeln und Massenkampfregelungen ist z.B. völlig unnötig für eine Gruppe, die "nur" die klassischen Abenteuer umherreisender, waffenstarrender Gutmenschen bespielen will. Die zwei Settingskapitel sind für das Regelwerk auch uninteressant - sie sind nicht umfangreich genug, um die Ansprüche der Liebhaber vorgefertigter Settings zu befriedigen, und nicht so innovativ, dass sie die Settingbastler zum weiterbauen reizen. Bestenfalls was für Fans alter britischer Comics.
« Letzte Änderung: 9.12.2010 | 18:09 von Tümpelritter »
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Offline Abd al Rahman

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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #18 am: 9.12.2010 | 17:49 »
Bestenfalls was für Fans alter britischer Comics.

Du siehst mich verwirrt.

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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #19 am: 9.12.2010 | 17:51 »
Du siehst mich verwirrt.

Die Settings von LoA basieren ebenso wie der große Bruder Starblazers Adventures auf einer britischen Comic-Reihe.
Machen -> Projekte: PDQ# - FreeFate - PtA Zapped - Fiasko - FateCore - Durance - Machtspiele - SRAP
-> Diary nWoD: 212 - Mysteriöse Fälle

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Offline Abd al Rahman

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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #20 am: 9.12.2010 | 17:54 »
Ah. Danke.

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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #21 am: 9.12.2010 | 18:18 »
Was generell den "trockenen" Schreibstil von LoA angeht - ich empfinde das nicht so. Klar, DFRPG reizt eher mal zum Schmunzeln wegen der Randbemerkungen, aber ich bin bei jedem Rollenspiel dankbar, dass mich mit Autorenkurzgeschichten verschont. Für Atmosphäreliebhaber hat LoA die Bilder, die wohl in Anklang an die Starblazer Comics nachgezeichnet oder aus aus diesen Comics kopiert wurden, und außerdem die Beispiele in den Regelerklärungen, die mir immer helfen, mir vorzustellen, wie die Spielatmosphäre am Spieltisch rübergebracht werden soll.
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Offline Abd al Rahman

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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #22 am: 9.12.2010 | 18:19 »
Die Randgeschichten bei DFRPG stören mich aus zwei Gründen nicht: Sie lesen sich so, als kämen sie von Butcher, was ich als Liebhaber der Serie klasse finde, und zum zweiten, ich kann sie ignorieren. Sie stehen nicht im Fließtext.

Offline Destroy all Monsters

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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #23 am: 9.12.2010 | 18:23 »
Ich sag ja, die bei DFRPG stören nicht  ;D

Ich hatte eben beim Schreiben andere Regelwerke anderer Systeme vor Augen...
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killedcat

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Re: Killedcat lernt FATE
« Antwort #24 am: 9.12.2010 | 18:45 »
Also meine primäre Frage habt ja beantwortet: ich habe die Regeln nicht falsch verstanden.

Aspekte wirken nicht immer und man muss halt interpretieren und deuten, damit sie passen. Ein "Axtmeister des Nordstammes" kann halt nicht kämpfen. Er kann vielleicht kämpfen, wenn ich den Skill auch gelernt habe. Und ab und zu, wenn die Punkte da sind, dann ist er auch mal ein Axtmeister des Nordstammes. Die eigentliche "Arbeit" machen hier die Skills, nicht die Aspekte. Dafür kann ich den Axtmeister vielleicht anderweitig verwenden. Wenn ich den Punkt habe. Und evtl auch Glück.

Ich persönlich finde es allerdings schade, dass die Aspekte aktiviert werden müssen, um zu wirken. Aus dem Bauch heraus hätte ich gesagt: sollen die +2 doch immer gelten. Aber dann wäre das "Compelling" halt sinnlos gewesen, und man möchte ja fördern, dass die Leute ihre Nachteile ausspielen (für mich die genialste Idee an den Aspekten). Trotzdem finde ich es antiklimatisch, wenn ich z.B. meinen Aspekt "Rettung in letzter Minute" ausspiele, den Fatepunkt ausgebe, und es doch nicht reicht. Für ein Storybezogenes Produkt finde ich diesen spielerischen Ansatz genau an dieser Stelle deplaziert. Nehmen wir Fading Suns als Beispiel: wir haben eine Dekados in der Gruppe, die streng gläubig ist und ein schwarzes Schaf darstellt. Da würden sich die Aspekte "Schwarzes Schaf der Dekados" und "Geläutert vom Lichte des Pankreators" anbieten. In den Originalregeln vergebe ich einfach als SL (gerne auch auf Zuruf der Spieler) Boni oder passe das Verhalten der Gegenspieler an. Oder ich vergebe Belohnungskarten. Oder, oder... Das ist einfach da. Spieler und SL können sich jederzeit ohne Rücksicht auf Fatepunkte darauf berufen. Zuverlässig, was das Storygestalten auch sehr einfach macht.

Naja, muss mal schauen, wie's weitergeht.

Ich bedanke mich soweit für den Zuspruch.