Autor Thema: [DSA] und "Barbie"-Spiel  (Gelesen 29628 mal)

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Offline ChaosAmSpieltisch (CaS)

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #50 am: 11.09.2011 | 14:52 »
Da geb ich dir recht, war aber auch kein wichtiger Teil meines Beitrages.

Wobei die Standart-DSA-Charaktäre in meinen Runde meist nicht Regelkonform und Hintergrundkomform sind. Es lebe die Hausregel. (Wo man Schwarze Lande, die Göre auf dem Kaiserthron und das Albernia zum Mittelreich gehört vollkommen rausgeschrieben hat und jemand mit weniger als 110 GP in Eigenschaften gar nicht erst ankommen braucht)
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Offline Bad Horse

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #51 am: 11.09.2011 | 14:53 »
Ich finde Barbie-Spiel toll, auch wenn ich kein DSA spiele. Vielleicht deswegen, weil ich lieber selber Kleidchen häkle oder anpasse als welche aus dem Regal auszusuchen und anzuprobieren. ;)

Aber ich beschäftige mich auch neben dem Spiel gern mit meinem Charakter und überlege mir, was er so denkt und treibt und was passiert ist, als er 14 war, und was alles noch passieren könnte, und welche Fertigkeiten ich denn cool fände.

Das wird von Ars Magica durch das flexible Skillsystem, die teilweise langfristige Season-Verplanung und die freien Jahres-Erfahrungspunkte ja auch ganz gut unterstützt - ich muss mir sogar Gedanken machen, was mein Char dieses Jahr getrieben hat, wo er mit seinen Fähigkeiten hin will, und und und.
Craft: Töpfern kann ich da btw auch haben, wenn ich will.  :)
Zitat von: William Butler Yeats, The Second Coming
The best lack all conviction, while the worst are full of passionate intensity.

Korrekter Imperativ bei starken Verben: Lies! Nimm! Gib! Tritt! Stirb!

Ein Pao ist eine nachbarschaftsgroße Arztdose, die explodiert, wenn man darauf tanzt. Und: Hast du einen Kraftsnack rückwärts geraucht?

ErikErikson

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #52 am: 11.09.2011 | 14:54 »
Ok. Ich versuchs noch ein letztes Mal.

Es reicht nicht, einfach nur 2000 Prestigeklassen hinzuklatschen. Die brauchen alle ihren Platz in einer Welt. Die brauchen Verbindungen zu anderen Archetypen, die brauchen Organisationen, diese Organistaionen brauchen wiederum ihren Platz in der Welt. Die brauchen Verknüpfungen zu Talenten und Vor und Nachteilen. Usw.

Es muss eine Art Netz entstehen, in dme alles irgendwie verbunden ist. Wenn man einen Char erstellt, aktivert man bestimmte Fäden dieses Netzes. Aber man muss vorsichtig sein, welche, denn manche Fäden passen nicht zueinander, und nur ganz bestimmte Konstellationen ergeben Sinn.

Ist das jetzt klar? Bitte! Sowas gibt es bei D&D nur eingeschränkt. Da stehen die alle irelativ unkorreliert nebeneinander. Sag mir doch mal bei jeder D&D Klasse, wo die leben, wie die leben, wie deren Beziehung zu anderen Klassen aussieht usw. Geht nicht? Merkst du was? Also, wenn das jetzt nicht klar ist, dann geb ichs endgültig auf.  

Sorry, wenn ich pampig werde, aber das ist doch sooo offensichtlich.
« Letzte Änderung: 11.09.2011 | 14:56 von Erik Erikson »

Offline Boba Fett (away)

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #53 am: 11.09.2011 | 14:56 »
@Kriegsklinge: Toller Beitrag!  :d
Gehört imho definitiv in die Liste der Tanelorns Top Themen.

Nebenbei bemerkt: ich denje, das was als Barbie-Spiel definiert ist (Character-Exploration) wird von Robin Laws unter die method actor sortiert, nicht unter die casual gamer.
Ansonsten vollste Zustimmung...
« Letzte Änderung: 11.09.2011 | 14:58 von Boba Fett »
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Offline carthinius

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #54 am: 11.09.2011 | 15:02 »
Und nein! Es geht nicht um die Verbindung-regeln Hintergrund! Es geht um die Möglichkeit, ausserhalb vom Spiel Spaß haben zu können! Es geht nicht um Freiheit! Es geht um eine abgestimmte Balance von Inspiration und Eingrenzung der Möglichkeiten! Es geht um ein Spiel im Spiel. Die Charaktererschaffung als SPiel mit eigenen Regeln, Hürden und Erfolgserlebnissen.
Gut, dann anders. Ich habe das Gefühl, dieses "Barbie-Spiel" findet bei DSA eher auf der Hintergrundebene statt als auf der Regelebene. Die regelhafte Anbindung kann daher ruhig fehlerhaft sein, das ist dem Barbiespieler egal, weil es ja im Spiel auch keine so große Rolle spielt, Regelballast hin oder her. Charakteroptimierung bei D&D ist eine reine Zahlenspielerei - da muss ich mich nicht auf Stimmigkeit konzentrieren, weil es eh larger-than-life ist und eher die Bedingungen des Popcornkinos bedient. Das versucht DSA lustigerweise durch den Regelberg auch, verkennt dabei aber eben, dass es dem Barbiespieler NICHT um die +2 Punkte geht, die der Magier bekommt, weil er aus Donnerbach kommt. Er will einfach einen möglichst reichen Hintergrund bauen, damit der Charakter (eine wie auch immer geartete) Tiefe besitzt. DAS ist der Vorteil, den der Hintergrund dem Settingjunkie bietet. Deswegen will er ja auch ein möglichst ausgiebig gestaltetes Setting, damit er sich hier und da seine kleinen Bausteinchen zusammensuchen kann, damit der Charakter möglichst geil wird und möglichst nicht 08/15 ist.
Dabei ist die Regelanbindung eigentlich nur insofern zwingend, als es solche (nicht-optionalen!) Subsysteme wie das Vorteil-Nachteil-System gibt oder Stimmigkeitstalente über die gleichen Punkte gekauft werden müssen wie die "harten" Spielwerte. Das wäre für den Barbiespieler eigentlich kein Problem, wenn nicht gleichzeitig die Werte eben doch im Spiel das Relevantere wären im Vergleich zum Hintergrund (Töpfern 5 bringt einem nix, wenn man nur AT: 12 hat).
« Letzte Änderung: 11.09.2011 | 15:05 von Hawkeye Pierce »
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Offline Boba Fett (away)

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #55 am: 11.09.2011 | 15:05 »
Ich gebe Erik Recht!

Entscheident ist allerdings nicht die Zahl oder Struktur der Klassen,
Sondern die Einbettung ins Setting. Dazu muss das Setting entsprechend mit dem Regelwerk verzahnt sein (DnD ist ein Setting-unspezifisches Fantasy-System für eine Vielzahl von Settings).

DSA hat diese Verzahnung, ebenso Earthdawn oder Fadings Suns. Shadowrun hat sie auch.
Universelle Systeme haben sie meistens nicht sofern die Kampagnesettngs nicht explizite Extraregeln haben, die diese Verzahnungen schaffen.

Bei DSA schafft dies ja eines der grossen Dillema, nämlich, dass die Bemühungen, diese Verzahnungen Regeltechnisch einzubetten allen anderen Spielmethoden massiv Steine in den Weg gelegt haben.
Die Versuche alles mögiche aus eventuellen kulturellen Hintergründen regeltechnisch abzubilden, durch Talente und Vorteile, Regeln für spezifsche Magierkademien und kampflstile und was weiss ich, bremst natürlich alles andere aus.
« Letzte Änderung: 11.09.2011 | 15:16 von Boba Fett »
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Offline KlickKlack

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #56 am: 11.09.2011 | 15:09 »
Zitat
DSA hat diese Verzahnung...
...eben nur auf den ersten Blick.

Offline Naldantis

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #57 am: 11.09.2011 | 15:09 »
Was - vermutlich - Barbie-Spieler verstehe ich nicht, wo DSA diesen Stil besser bedient als andere Systeme; ich spiele DSA nicht nenneswert anders als D&D oder WoD.

Okay, im Nachhinein muß ich mal Traveller, Ratten und Smurfs rausnehmen, die sowenig eigene Stellschrauben anbieten, daß einem die Lust am Charakterauspuzzeln vergeht.


« Letzte Änderung: 11.09.2011 | 15:14 von Naldantis »

Offline Boba Fett (away)

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #58 am: 11.09.2011 | 15:09 »
...eben nur auf den ersten Blick.
Okay, anders formuliert: DSA bemüht sich um diese Verzahnung.
(imho eines der grössten Probleme des Regelsystems)
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Offline carthinius

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #59 am: 11.09.2011 | 15:12 »
Es reicht nicht, einfach nur 2000 Prestigeklassen hinzuklatschen. Die brauchen alle ihren Platz in einer Welt. Die brauchen Verbindungen zu anderen Archetypen, die brauchen Organisationen, diese Organistaionen brauchen wiederum ihren Platz in der Welt. Die brauchen Verknüpfungen zu Talenten und Vor und Nachteilen. Usw.
Und DAS ist der Punkt: Diese Verknüpfungen gibt es nämlich kaum. Du hast zwei verschiedene Ebenen, die eigentlich kaum Schnittmengen haben. Wenn dich der Charakter interessiert, brauchst du eigentlich keine Standardakademiezauberliste, um ihn zu definieren, da sollten andere Dinge relevant sein - da es dafür aber keine Regeln gibt (siehe das Sozialstatusproblem), musst du dich über Werte definieren. Ebenso gibt es keine Regelgrundlage für "Mein Charakter kennt Nase A und Zinken B" und erst recht keine regelrelevante Anbindung solcher Connections. Klar, sowas kannst du dir ausdenken, weil es total geil ist, dass dein Donnerbacher Magier den Hofmarschall aus Dingenskirchen gut kennt, weil er mal dessen Bruder, der in deinem Akademiejahrgang war, vor dem Ertrinken gerettet hat. Aber regeltechnische Relevanz? Fehlanzeige. Und da kommt auch der Punkt, an dem man nur hoffen kann, dass der SL Interesse daran hat, diese tollen Ergebnisse des Barbiespiels einzubinden, notwendig für das Gruppenspiel ist das nämlich alles nicht (eigentlich schon, aber wie gesagt, es gibt keinerlei Veranlassung, das dennoch zu tun).
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ErikErikson

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #60 am: 11.09.2011 | 15:12 »
Gut, dann anders. Ich habe das Gefühl, dieses "Barbie-Spiel" findet bei DSA eher auf der Hintergrundebene statt als auf der Regelebene. Die regelhafte Anbindung kann daher ruhig fehlerhaft sein, das ist dem Barbiespieler egal, weil es ja im Spiel auch keine so große Rolle spielt, Regelballast hin oder her. Charakteroptimierung bei D&D ist eine reine Zahlenspielerei - da muss ich mich nicht auf Stimmigkeit konzentrieren, weil es eh larger-than-life ist und eher die Bedingungen des Popcornkinos bedient. Das versucht DSA lustigerweise durch den Regelberg auch, verkennt dabei aber eben, dass es dem Barbiespieler NICHT um die +2 Punkte geht, die der Magier bekommt, weil er aus Donnerbach kommt. Er will einfach einen möglichst reichen Hintergrund bauen, damit der Charakter (eine wie auch immer geartete) Tiefe besitzt. DAS ist der Vorteil, den der Hintergrund dem Settingjunkie bietet. Deswegen will er ja auch ein möglichst ausgiebig gestaltetes Setting, damit er sich hier und da seine kleinen Bausteinchen zusammensuchen kann, damit der Charakter möglichst geil wird und möglichst nicht 08/15 ist.
Dabei ist die Regelanbindung eigentlich nur insofern zwingend, als es solche (nicht-optionalen!) Subsysteme wie das Vorteil-Nachteil-System gibt oder Stimmigkeitstalente über die gleichen Punkte gekauft werden müssen wie die "harten" Spielwerte. Das wäre für den Barbiespieler eigentlich kein Problem, wenn nicht gleichzeitig die Werte eben doch im Spiel das Relevantere wären im Vergleich zum Hintergrund (Töpfern 5 bringt einem nix, wenn man nur AT: 12 hat).

Genau. Endlich versteht das mal jemand.

Ich würde aber sagen, dem Barbie-Spieler ist es schnuppe, wie er was kaufen muss. Der Barbie-Spieler fragt seinen SL, und der passt das dann an.

Typisches Beispiel: laut Regeln lässt sich nur "stumpfe Hiebwaffen" steigern. Das passt nicht zum Char. Also fragt man den SL, und der lässt einen statdessen "Dolche" steigern, was zum Char passt.

Das ist fürs Barbie-Spiel ein Vorteil. Ein Vorteil, ganz richtig.  

@Boba:

Die Verknüpfung mit dem Hintergrund, dem Setting, das ist Vorraussetzung. Ohne das geht gar nix.
Das hab ich aber auch woanders. In Midgard ist mein Netzweber aus Nahuatlan auch irgendwie im Hintergrund verknüft.

Bei DSA hast du halt viele, viele Verknüpfungen von Setting, Archetyp, Vor- und Nachteilen und Zaubern. Alle gehen aufs Setting zurück.

Bei Midgard, SP und so hast du dasselbe, aber bei DSA sind die Verknüpfungen enger und zahlreicher. Midgard oder FS mögen aber nahe rankommen.

Dennoch: mit fast jedem neuen DSA-Buch werden die Verknüpfungen enger, und DSA hat viele Bücher.

@regeln:

Regeln haben beim Barbie-Spiel eine andere Funktion als normal. Sie begrenzen und lenken die theoretische unendlichen Möglichkeiten, und beschränken den Spieler. Die Herrausforderung, das Spiel ist es, trotz der Regeln den Charakter zu bauen, den man will.

 



« Letzte Änderung: 11.09.2011 | 15:20 von Erik Erikson »

Offline ChaosAmSpieltisch (CaS)

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #61 am: 11.09.2011 | 15:14 »


Typisches Beispiel: laut Regeln lässt sich nur "stumpfe Hiebwaffen" steigern. Das passt nicht zum Char. Also fragt man den SL, und der lässt einen statdessen "Dolche" steigern, was zum Char passt.

Das ist fürs Barbie-Spiel ein Vorteil. Ein Vorteil, ganz richtig.  

Aber nimmt einem dass dann nicht wieder den Vorteil des Barbie-Spiels, dass der Char in Gruppe A und Gruppe B nutzbar ist?
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Offline KlickKlack

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #62 am: 11.09.2011 | 15:16 »
Zitat
Okay, anders formuliert: DSA bemüht sich um diese Verzahnung.
(imho eines der grössten Probleme des Regelsystems)
Da stimme ich dir zu.

@Erik Aber ich sehe immernoch nicht was da nun so speziell DSA ist. Du relativierst die Regeln doch auch schon wieder. Was bleibt ist der Hintergrund und den bieten zig andere Spiele genau so. Noch Mal als vergleich Star Wars und Song of Ice and Fire.

Offline carthinius

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #63 am: 11.09.2011 | 15:17 »
Genau. Endlich versteht das mal jemand.
:D

Ich würde aber sagen, dem Barbie-Spieler ist es schnuppe, wie er was kaufen muss. Der Barbie-Spieler fragt seinen SL, und der passt das dann an.
Jain. Es kann ihm bei DSA eben nicht egal sein, weil die Regelseite das im Spiel relevante ist und nicht sein "Beziehungsnetz" bzw. sein Hintergrund. Und daher rührt auch das Bestehen auf Stimmungstalenten: Es ist zur Zeit die einzige sinnvolle Möglichkeit, Hintergrund in Werte zu pressen - neben Vor- und Nachteilen, die aber auch nur bedingt funktionieren und das Problem haben, von der Nicht-Barbie-Fraktion regelmäßig als Punktequelle für ihre werteoptimierten Builds ausgenutzt zu werden. Das heißt, der Barbiespieler muss auf die gleichen Mechanismen zurückgreifen, will sie aber eigentlich komplett anders nutzen. Das muss sich einfach irgendwann beißen.
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ErikErikson

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #64 am: 11.09.2011 | 15:25 »
Da stimme ich dir zu.

@Erik Aber ich sehe immernoch nicht was da nun so speziell DSA ist. Du relativierst die Regeln doch auch schon wieder. Was bleibt ist der Hintergrund und den bieten zig andere Spiele genau so. Noch Mal als vergleich Star Wars und Song of Ice and Fire.

Nein. Der SL ist ja auch der DSA-Stimmigkeit verpflichtet. Er darf das nur gewähren, wenn es stimmig ist. Wenn es stimmig ist, dann kann ich damit zu jedem anderen DSA-Meister gehen, und der segnet mir das ab.

@Andere Systeme:

Es kan nsein, das d20 Star Wars ähnlich komnplexe Vernetzungen hat wie DSA. Aber die Erschaffungsregeln haben nicht den Spielcharakter wie bei DSA.

@Regeln, die sich beissen:

Der Barbiespieler ist nicht unbedingt ein Stimmungsspieler. Der Barbiespieler will (oft), das es nicht so einfach ist, nen Charakter zu erschaffen. Das ist die Herrausforderung.

Ihr geht zu nem begeisterten Hobby-Bergsteiger hin nud sagt: "Hey du! Soll ich dir deinen Berg abtragen? Ich kann dir gern nen Hügel bauen, auf den kannst du dann zu fuß hoch. Brauchst deine komplizierte Ausrüstung gar nicht mehr, und viel ungefährlicher ist auch! Toll, ne?!"
« Letzte Änderung: 11.09.2011 | 15:28 von Erik Erikson »

Offline Boba Fett (away)

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #65 am: 11.09.2011 | 15:25 »
Was mir gerade dazu einfällt.
Die regeltechnische Verzahnung an den Hintergrnd schafft bei DSA große Probleme für das Balancing...
Der Barbie-Fraktion ist das egal, denn die sind nicht auf Effizienz aus. Die wollen nur Authenzität.
Die Nicht-Barbie Fraktion wählt dann die Charaktere, die am meisten reissen.
Problem dabei: Wenn der Regelautor auch aus der Barbie Fraktion stammt nd sich deswegen keine Gedanken übers Balancing gemacht haben, haben wir den Salat.

Imho bei DSA exakt so geschehen!
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Offline KlickKlack

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #66 am: 11.09.2011 | 15:33 »
Ich glaube nichts, dass dies der Grund für das mangelhafte Balancing ist (wobei ich Balancing eh zweifelhaft finde.)
Wie auch bei vielen anderen Aspekten des Spiels wurde auch bei Balancing eben nicht von Grund auf nachgedacht und entwickelt, sondern einfach zusammengeklaubt und über den Daumen gepeilt.
Das Balancing untereinander, also zwischen den Spielcharakteren ist ja die eine Sache, schwerer wiegt das fehlende Balancing innerhalb der Welt. Bis heute gibt es keine Aussagen bezüglich der Werteentwicklung der NSCs. Was sollte ein Magus eigentlich können, oder ein Schmiedemeister, ein Kaufherr, ein Ritter mittleren Alters ?

DSA wiegelt ab oder weicht aus. Der am wenigsten elegante Schritt ist da der Verweis auf die Startgp die man ja nach Bedarf anpassen kann… wieder ohne Hinweis auf irgendeine Norm.
Viel hübscher ist da die Lösung des neue Ice and Fire Spiels – wo Charaktere (Spieler oder NSC) nach Altergruppen eingeteilt werden und das Balancing schlicht über Schicksalspunkte geregelt wird. Hier hat ein älterer Charakter natürlich wesentlich mehr Erfahrung gesammelt, was sich in mehr Talent/Fertigkeitspunkten niederschlägt, aber leidet gegebenenfalls unter Körperlichemverschleiss und kann auf weniger Schicksalpunkte zurückgreifen.

Offline Brakiri

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #67 am: 11.09.2011 | 16:22 »
@Kriegsklinge: Toller Beitrag!  :d
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Nebenbei bemerkt: ich denje, das was als Barbie-Spiel definiert ist (Character-Exploration) wird von Robin Laws unter die method actor sortiert, nicht unter die casual gamer.
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Erstaunlicherweise hat dieses Charakter-Exploration erst GURPS aus mir rausgedrückt. Bei D&D spielt man meistens fehlerlose, stereotype Helden, weil das System einen nicht zu etwas anderes animiert.
GURPS hat mich mit Power gelockt, wegen Nachteile -> mehr Punkte, und hat mich dann heftigst am Schlawittchen gepackt, und mir richtige Identifikation mit dem Charakter und seinen Fehlern gebracht, so das ich richtig viel Spass beim Schwächen ausspielen hatte.

Als jemand der gerne und lange am Charakter rumbastelt, und 20-seitige Hintergrundstories schreibt, gehöre ich wohl auch zu der "Barbie"-Fraktion ;)
Alle meine Beiträge enthalten meine eigene, völlig subjektive Meinung, die weder Anspruch auf Vollständigkeit noch absolute Wahrheit erhebt.

So hart hab ich selten gelacht: https://www.youtube.com/watch?v=7wMJWlql-UY

Offline Just_Flo

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #68 am: 11.09.2011 | 19:16 »
Yepp, Charakterexploration beschreibt einen großen Teil des Reizes genau richtig.
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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #69 am: 11.09.2011 | 22:35 »
Wenn das die Wahl ist Barbie oder He-Man, ist DSA Morgen endgültig tot :-)

Nö, Barbie gibt es seit 1959, He-Man seit 1982. Und He-Man hatte seine große Zeit nur in den 80ern, heute gibt es das kaum noch.

Zitat
Aber wo wir schon dabei sind. Definieren wir doch Mal He-Man Spiel. Ich wollte schon Playmobiel v. Lego anbringen. Lego ist kalter Sandkastern, Playmobiel Sandkasten mit großem Barbiefakter oder so ähnlich...

Na gut, hier passt's schon eher.
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Offline Der Nârr

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #70 am: 12.09.2011 | 10:17 »
Mir macht es Spaß, in D&D Charakterkonzepte zu überlegen. Für einen eigenen SC brauche ich Tage oder Wochen, in denen ich Feats durchsuche, Klassen anschaue, Schadenspotential auf verschiedenen Stufen ausrechne, Vergleiche ziehe, Handbooks und Guides lese, bis ich da genau den SC habe, den ich haben möchte und von dem ich weiß, was er im Spiel kann. Es ist mir wichtig, dass wenn ich einen Kämpfer spielen möchte, dieser auch kämpfen kann usw. Aber auch so tüftle ich ab und zu ganz gerne mal rum. Ich kenne kein Rollenspiel, dass mir in der Hinsicht soviel Variantenreichtum, Kombinationsmöglichkeiten und Material liefert, wie D&D 3.5.

Wenn ich es richtig verstehe, ist Barbiespiel jetzt im Grunde das gleiche, nur von der Warte eines Method Actors ausgesehen, der einen stimmigen Charakter produzieren möchte - allerdings natürlich auch in Werte gegossen. Das ist doch vollkommen ok.

DSA4 ist ja keines dieser temporeichen Spiele, bei denen man die Kampagnen quartalsweise wechselt. Entscheidend ist das Verhältnis Generierungsaufwand zu Spieldauer des Charakters. Wenn ich vorhabe, einen Charakter 5 Jahre lang zu spielen, dann sind mir ein paar geopferte Nachmittage nicht zu schade. Darüber hinaus hat man nun einfach das Variantenreichtum - das zwingt ja auch dazu, sich entsprechende Gedanken zu machen. Die Entscheidungen fallen nicht von eine. Der eine ist eben ein Spieler, der sich voll reinhängt und sich mit der Entscheidung auseinander setzt, dem anderen ist das egal und er nimmt halt irgendwas.
« Letzte Änderung: 12.09.2011 | 10:25 von Der Narr (Hamf) »
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ErikErikson

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #71 am: 12.09.2011 | 12:08 »
D&D also die Barbiespiel-Variante, wo es um die Fähigkeiten des Charakters geht.

Offline Der Nârr

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #72 am: 12.09.2011 | 12:34 »
Und was ist die Erkenntnis? Ich meine, wie bringt uns das alles weiter? Was kann ich damit anfangen?
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Offline Yehodan ben Dracon

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #73 am: 12.09.2011 | 12:39 »
DSA ist ein Rollenspiel, das nicht nur die einschlägigsten Spielstile bedienen will, sondern auch Barbie-Spieler.
Das kann der Grund sein, warum so viele Regelteile dysfunktional oder überflüssig sind erscheinen, zumindest denjenigen, die mit dem Barbie-Spielstil nichts anfangen können. DSA wird also missverstanden, weil diese Art des Spielens und des "Spaß-draus-ziehens" nicht so klar war.

Ich glaube, dass das in etwa die Erkenntnis ist.
« Letzte Änderung: 12.09.2011 | 13:50 von Hertha »
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ErikErikson

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #74 am: 12.09.2011 | 13:04 »
...überflüssig wirken.

Die 2000+ Möglichkeiten beim Charbau in D&D wirken auf den ersten Blick auch etwas überflüssig.