Autor Thema: [Shadowrun] Smalltalk  (Gelesen 44624 mal)

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Offline Boba Fett

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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #375 am: 14.02.2018 | 19:44 »
Ich habe halt früher häufig unter bösem Erwachen gelitten...
„Wieso sind die denn plötzlich denn so dicht dran, letzte Runde waren die doch noch so weit weg, dass der Sniper sie nicht erwischen konnte...“ (übertrieben)
„wieso können die denn da plötzlich in Deckung gehen, als wir dort waren, hieß es, es gäbe keine Deckung...“
...

Klar hast Du recht. Es muß nict zwangsweise auf den letzten Meter ankommen. Andereseits gibt es dir wenigstens etwas Hilfe und übersicht.
Vor allem verleitet es aber dazu, daß der Spielleiter sich vorher Gedanken macht und nict was spontan zusammeneierz. Und auch, dass die Spieler sich Gedanken machen und nicht gelangweilt „ich schieß dann mal“ sind.

Dazu kommt, dass Shadowrun doch eigentlich prädestiniert ist, für Battlemaps. Denn der Run definiert das Territorium und damit weiß man als Spielleiter vorher, wo man detailliertes Kartenmaterial braucht.
Und sicherlich: eine Battlemap hat nicht so viel Detailgrad, wie man es sich bim Häuserkampf wünschen würde, aber ohne sieht es doch noch viel düsterer aus.

Ich bin dieses Impro-Zusammengereime von Spielleitern einfach leid und wünsche mir Klarheit.

Das war nicht immer so. zu Anfangszeiten von D&D3 habe ich Battlemaps nicht leiden können.
Inzwischen verstehe ich aber, was einige Leute daran mögen.
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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #376 am: 15.02.2018 | 00:15 »
Ich habe halt früher häufig unter bösem Erwachen gelitten...
„Wieso sind die denn plötzlich denn so dicht dran, letzte Runde waren die doch noch so weit weg, dass der Sniper sie nicht erwischen konnte...“ (übertrieben)
„wieso können die denn da plötzlich in Deckung gehen, als wir dort waren, hieß es, es gäbe keine Deckung...“

Ja, das ist wohl in den allermeisten Fällen die naheliegendste "Verteidigung" gegen einen (auch unbewusst) antagonistisch agierenden SL.
Wenn sich dadurch das Spiel spürbar verbessert, kann es nicht falsch sein.

Vor allem verleitet es aber dazu, daß der Spielleiter sich vorher Gedanken macht und nict was spontan zusammeneierz.

Da bin ich auf beiden Seiten des SL-Schirms völlig schmerzfrei: Mir ist es egal, ob der SL sich weit im Vorfeld etwas ausdenkt oder erst dann, wenn es wichtig wird - durch den Zeitpunkt ändert sich ja im Grunde überhaupt nichts.
Als kleinen Nachteil sehe ich da nur, dass im zweiteren Fall i.d.R. das Vertrauen zum SL etwas größer sein muss.
Auf der anderen Seite hat es den Vorteil, dass man als SL kurzfristig noch hinter den Kulissen Sachen abfangen kann, die der Gruppe zufällig/unbeabsichtigt und im Vorfeld nicht vorhersehbar zum Nachteil gereichen (macht natürlich nur einen Unterschied, wenn man das schon so weit offengelegt hat, dass man es nicht mehr unerkannt korrigieren kann).


Dazu kommt, dass Shadowrun doch eigentlich prädestiniert ist, für Battlemaps. Denn der Run definiert das Territorium und damit weiß man als Spielleiter vorher, wo man detailliertes Kartenmaterial braucht.

Wenn man klassische Runs auf Konzernanlagen spielt - analog zum Dungeoncrawl.
Das war auch in meinen Anfangszeiten nie so meins und entsprechend flexibel musste ich in Sachen Schauplätze sein (davon abgesehen, dass ich ohnehin recht improvisationslastig leite). Hat sicherlich dazu beigetragen, dass mir die Skizze schnell lieber war als der ausgefeilte Bodenplan.

Und sicherlich: eine Battlemap hat nicht so viel Detailgrad, wie man es sich bim Häuserkampf wünschen würde, aber ohne sieht es doch noch viel düsterer aus.

Ich kann den Gedankengang nachvollziehen, aber mir geht die feinkörnige und überregelte Umsetzung von Positionierung und Bewegung als absoluter Kern des taktischen Vorgehens meistens ziemlich gegen den Strich.

Zur Verdeutlichung: das ist für mich so, als würde man jeden Handgriff am Gewehr oder jede kleine Distanzkorrektur und jedes Abtasten beim Fechten verregeln.
Natürlich ist das alles für den Kampfverlauf wichtig und möglicherweise entscheidend, aber das interessiert eben auf Regelebene niemand - allerhöchstens wird das mal beschrieben.
In jedem einzelnen Angriffswurf wird so viel zusammengefasst und verallgemeinert, aber auf der anderen Seite ist Bewegung und noch schlimmer Position oft bis ins Kleinste "rangezoomt" und spielmechanisch überbewertet. So empfinde ich das jedenfalls.


Der Königsweg ist für mich eine völlig abstrakte, aber spielmechanisch verbindliche Handhabung, wie es z.B. The One Ring vormacht.
Letzes Jahr habe ich in dieser Richtung als "proof of concept" ein kleines Kampfsystem für moderne Gefechte im Gruppenmaßstab gebastelt, das im Kern aus der Schwerpunktsetzung zwischen Manövrieren, Beobachtung/Bereitschaft und eigentlicher Kampfhandlung besteht.
Da haben dann verschiedene Geländearten/Umgebungen unterschiedliche Eigenschaften (beste verfügbare Deckung, grundsätzliche Manöverschwierigkeit, Distanzen und Sichtlinien, Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten) und über die gewählte Handlung sowie die erreichten (erwürfelten) Manöverpunkte sucht man sich aus, was man haben will.
Außer bei großem Würfelglück oder sehr geringem Feinddruck ist das oft die Wahl zwischen Pest und Cholera, aber genau so wollte ich das auch ;)

Wenn trotz meiner dahingehenden Bemühungen als SL die Spieler irgendwann mal entsprechenden Handlungsbedarf sehen würden, würde ich diesen Regelsatz auf das betreffende System konvertieren.
Ich weiß also, wo die Kiste mit dem Werkzeug steht, aber solange nichts kaputt ist, fange ich auch nicht mit Reparieren an ;)
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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #377 am: 19.04.2018 | 17:17 »
Vom SR-Nexus auch für euch

https://www.youtube.com/watch?v=_Sw0VCtZs-g

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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #378 am: 1.05.2018 | 15:44 »
Woher Kommt eigentlich der MMVV Virus? also ist der einfach so entstanden oder gemacht worden ?
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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #379 am: 1.05.2018 | 16:20 »
Woher Kommt eigentlich der MMVV Virus? also ist der einfach so entstanden oder gemacht worden ?
der ist Erwacht

HougH!
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Offline Irian

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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #380 am: 1.05.2018 | 16:21 »
Gemacht? Nicht in der sechsten oder fünften Welt, würde ich sagen, aus dem einfachen Grund, dass die Mythen über Vampire recht verbreitet waren, so dass es den MMVV schon vorher gab. Über eine Erschaffung, z.B. durch einen Horror, in der vierten Welt kann man sicherlich streiten, aber nachdem das Crossover ja nun hinüber ist, wird da auch nichts neues mehr kommen. Kurz gesagt: Ist halt ein Virus, der erst mit dem Erwachen wieder ernsthaft Probleme macht.
Hinweis: Wenn ich schreibe "X ist toll" oder "Y ist Mist", dann ist das meine persönliche Meinung und beinhaltet keinerlei Aufforderung, X zu kaufen oder Y zu boykottieren. Im Zweifelsfall denkt euch einfach vor jeden Satz "Meiner Meinung nach..." dazu. Und nur weil ihr X für schlecht und Y für toll findet, bedeutet das nicht, dass wir uns nun hassen müssen. Jedem das seine. Ansonsten stehe ich für Duell-Forderungen (oder auch "drüber reden") jederzeit per PM zur Verfügung.

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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #381 am: 1.05.2018 | 17:45 »
ob gemacht oder nicht weiß ich nicht, aber da es ein magischer/erwachter Virus ist KANN er nur dann (wieder ? ) auf die SR Welt kommen, wenn es Magie gibt. Also nicht in der 5ten Welt (ausser dem extrem seltenen Manaspike Phänomen mit dem man die Legende von Drakula erklären könnte.)
WENN man das will ....
Ich erinnere Mich daran das in WoD alle Helden der Antike, alle bekannten/berühmten/berüchtigten Persönlichkeiten alles Vampyre waren .
Beim ersten mal Lesen wars noch interessant & lustig, aber nach dem 3ten nicht mehr und nach dem 10.
 "Vampirhelden" wurde es nur noch Blöd.
Macht den Fehler nicht auch bei SR ;)

Zitat
Kurz gesagt: Ist halt ein Virus, der erst mit dem Erwachen wieder ernsthaft Probleme macht.

das klingt gut

Hough
Medizinmann


Offline Irian

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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #382 am: 1.05.2018 | 18:09 »
Ich denke auch, die Anzahl der Vampire in der 5ten Welt war extrem begrenzt, gerade genug um den Mythos am Leben zu halten. Drakula wäre da natürlich das beste Beispiel (kann aber auch völlig fiktiv sein). Ich sehe da kein Problem, dass der Virus in der fünften Welt halt so gut wie nie ausbrach (außer eben in Manaspikes) - und wenn, hatten es Vampire ohne Magie sicher auch nicht leicht, so dass die meisten davon einfach wieder zugrunde gingen (evtl. hängen noch ein paar in luftleeren Gebieten rum). Ist nun die Frage, wie "neu" man die vampirsche Verschwörung ("Threats") machen will: Entweder startete das ganze erst 2012 oder erst ab da konnten die wenigen Vampire (erstmals) magische Luft schnuppern.
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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #383 am: 1.05.2018 | 18:11 »
es ging mir nicht um die 5 Welt oder die 6 sondern um das Virus an sich. Ob es erfunden worden ist  oder von selber erwacht ist.
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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #384 am: 1.05.2018 | 18:20 »
es ging mir nicht um die 5 Welt oder die 6 sondern um das Virus an sich. Ob es erfunden worden ist  oder von selber erwacht ist.

Die Antwort findest du in: Herz der Dunkelheit, S.141 - MMVV: Eine Einführung; 1. Absatz, 2.Satz ff.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

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Offline Irian

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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #385 am: 1.05.2018 | 18:37 »
Weiß keiner. Offensichtlich gab es in der fünften Welt schon den Vampir-Mythos, man könnte also argumentieren, dass es unwahrscheinlich ist, dass jemand den Virus neulich gebastelt hat, insb. da auch einfach die Technologie für sowas (insb. der magische Aspekt) in prä-2034 (da wurde der Virus das erste Mal isoliert) nicht wirklich vorhanden war.

Im fünften Zeitalter gab es weder die Technologie noch die Magie für sowas. Dementsprechend sehr unwahrscheinlich, dass da jemand den Virus erfunden hat.

Bleibt noch das vierte Zeitalter (oder davor). Durchaus möglich, dass er erfunden wurde, z.B. von einem Horror (ob dann "erfunden" das richtige Wort ist...?), aber nix genaues weiß man nicht. Kann genauso gut von selbst entstanden sein. Das ist übrigens auch das, was im "Dark Terrors" steht, dass es das im 4. Zeitalter schon gab, aber auch da gibt es keine Info, ob entstanden oder gebastelt. Streng genommen unterscheiden sich Earthdawn-Vampire eh von Shadowrun-Vampiren. *hust* Aber das sind dann Regeldetails.

Dementsprechend: Was Shadowrun betrifft ist der Virus sehr, sehr alt. Ob er vor tausenden von Jahren "natürlich" entstanden ist oder z.B. von einem Dämonen ausgehustet wurde, kann da keiner mehr sagen und spielt auch keine echte Rolle (da sehr wahrscheinlich keiner mehr lebt, der dabei war, als der erste Name-Giver infiziert wurde).
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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #388 am: 16.06.2018 | 14:14 »
Scrolle gerade durch Dark Terrors und stelle dabei fest, dass CGL beim Art Budget sehr sparsam ist - da sind ja extrem wenige Illustrationen drin.  :-\
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Offline YY

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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #389 am: 2.07.2018 | 16:20 »
Aus einem anderen Thread hier rüber:

Wenn man sich mal die ganze Datenübertragung oder auch die Datenmengen anguckt, da sind wir ja jetzt schon viel weiter als in SR-2060.

Und warum?
Weil man sich damals irgendwelche Zahlen aus den Fingern gezogen hat, was wie viel Datenvolumen hat und braucht (und grad bei SimSinn hat man sich da gnadenlos nach unten verhauen) und die zu damals aktuellen Zahlen ins Verhältnis gesetzt hat.
So was geht immer schief - und es ist mit einem einzigen Federstrich korrigiert, wie es SR4 dann auch getan hat. 

Ein Großteil der Headware funktioniert doch inzwischen auf/mit Smartphone und -watch und wenns das für die breite Masse gibt, mit -brille. Und man muss sich nicht mal was in den Schädel einsetzen lassen.

Das haben wir zu SR3-Zeiten auch schon so gehalten - aber es ist eigentlich eine falsche Perspektive.
Man lässt sich dieses Zeug in SR ja gerade deswegen in den Schädel einsetzen, weil es so trivial einfach und medizinisch unbedenklich ist, wie sich ein Smartphone in die Tasche zu stecken.
Natürlich ist das an der Stelle nicht mal mehr SF, sondern reine Phantasterei.
Der Knackpunkt ist die völlig andere Einstellung zu Implantaten aufgrund der technischen Gegebenheiten.
Wenn man das sieht und sich denkt "das geht doch auch ohne Implantate", ist man schon auf der falschen Fährte.


Die "Drohnen", die Privatleute heute durch die Gegend fliegen lassen, hängen den SR-Aufklärungsdrohnen nicht hinterher, auch wenn die nicht per Gedanken kontrolliert werden

Gutes Beispiel für die drüben von mir angesprochene Unterschlagung von Technologie.
"Im Grunde haben wir diese Drohnen ja auch, nur steuern wir sie eben nicht mit Gedanken, aber sonst ist das ja das Gleiche."
Ja, bis auf den immer noch technisch utopischen Kern ist es das Gleiche.

Was ist denn technologisch in SR-2060 so viel weiter als heute? Die Matrix gibts in der Form noch nicht, aber das ist mit VR nur eine Frage der Zeit.

Auch hier wieder: Dreh- und Angelpunkt der Matrix ist das direkte neurale Interface. Das haben wir heute nicht und werden es auch in absehbarer Zeit nicht haben.
Wir können mit gigantischem technischen Aufwand einen Mauszeiger direkt vom Gehirn steuern lassen - das sind die allerersten unbeholfenen Gehversuche und von Datenübertragung in die andere Richtung (!) haben wir da noch gar nicht gesprochen.


Also - SR hat z.B.:

Trivial einfach zu installierende und fehlerlos funktionierende Cyber- und Bioware, die nicht nur darauf beschränkt ist, medizinische Probleme auszugleichen, sondern teils für den Organismus völlig neu- und fremdartige Fähigkeiten bietet.
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Und eben nicht die ersten zarten Gehversuche von autonomen, vernetzten Autos, KIs, AR und VR, Laser- und Schienenwaffen sowie kinetischen Orbitalwaffen, sondern das Ganze als fix und fertig etablierte, alltägliche Dinge.
Das gleichzusetzen ist ungefähr so, als wenn ich sagen würde: Im Grunde haben wir eine permanente Präsenz auf dem Mond. Da war ja schließlich schon mal jemand, der Rest ist doch einfach.


Manches ist natürlich nur deswegen so, weil es eine Funktion im Spiel erfüllen soll - es wird nie so kommen wie beschrieben, weil es schlicht unmöglich ist.
Das macht den Bruch nur umso größer, wenn es als im Grunde schon erreicht dargestellt wird.

Google, Amazon und Co. fehlt nur noch das Recht auf Exterritorialität und Privatarmee.

"Nur" ist gut.
Das ist einer der zentralsten Punkte.
Ich will nicht behaupten, dass die genannten keinen Einfluss in der Welt hätten.

Aber im Vergleich zu AAA-Konzernen sind die immer noch ein Mückenfurz.
AAA-Konzerne haben eigene Bevölkerungen und eigene Rechtssysteme. Sie sind faktisch selbständige Staaten. Das ist eine ganz andere Nummer.
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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #390 am: 2.07.2018 | 16:29 »
Das haben wir zu SR3-Zeiten auch schon so gehalten - aber es ist eigentlich eine falsche Perspektive.
Man lässt sich dieses Zeug in SR ja gerade deswegen in den Schädel einsetzen, weil es so trivial einfach und medizinisch unbedenklich ist, wie sich ein Smartphone in die Tasche zu stecken.
Das und weil es hip und en vogue ist, es zu machen.
Mitte der 90er kamen irgendwann Schönheits-OPs auf.
Nase machen, Brüste, Hintern, straffen, Implantate, ...
Damals gab es einen Aufschrei, heute redet man nicht mal mehr drüber.
Das gleiche gilt für Tatoos. Sicherlich gibt es irgendwelche Erz-konservative Berufsschichte, wo das nicht akzeptiert wird, aber da tragen die ganz "harten" ihre Tatoos dann so, dass sie unter dem Hemd nicht mehr wahrnehmbar sind. Hat jemand Piercings gesagt?

Ansichten über das, was man mit seinem Körper macht, ändern sich über die Zeit. Im Moment muss jeder Kerl einen Vollbart tragen und alles lacht über die Dauerwellen-Mode der 80er Jahre...
Wenn es einfach ist, seinen Körper anzupassen, wird es eine Modewelle geben, nach der das plötzlich "in" ist.
Und es wird eine puristen Gegenbewegung geben, die davon nichts wissen will.
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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #391 am: 2.07.2018 | 16:53 »
Ja - und nur vor diesem Hintergrund wird vieles an illegaler Cyberware überhaupt denkbar.

Man sollte sich nämlich mal überlegen, was das für Sicherheitskontrollen in sozialer, wirtschaftlicher und rechtlicher Hinsicht bedeutet.
Entsprechend ändern sich die Konzepte (wie andernorts in SR auch) von der Prävention zur Intervention.

Aber oft ist der Grundgedanke von SL- und damit NSC-Seite: "Der hat ja Cyberware, das ist bestimmt ein Schwerverbrecher". So wirds halt nichts.
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Offline Darius der Duellant

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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #392 am: 2.07.2018 | 20:26 »
Gibt's das so häufig?
So ne Art von SL ist mir bisher zum Glück nie begegnet.
Ich halte mich aber auch von den Operator-Gesellen fern.
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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #393 am: 2.07.2018 | 20:43 »
Das gibt es zumindest oft genug, dass es mir als eigenes Problemfeld aufgefallen ist und ich es mir gemerkt habe - aber die schlechten Erfahrungen bleiben natürlich auch eher hängen.

Geht seit Jahren alles in der universellen Gegenmaßnahme unter: Ich spiele mit Fremden kein SR.
Die Spanne an Erwartungshaltungen und unterschiedlichen Blickwinkeln auf Setting und Genre ist mir da einfach zu groß. 
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Offline Doomprayer

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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #394 am: 3.07.2018 | 18:13 »
Und warum?
Weil man sich damals irgendwelche Zahlen aus den Fingern gezogen hat, was wie viel Datenvolumen hat und braucht (und grad bei SimSinn hat man sich da gnadenlos nach unten verhauen) und die zu damals aktuellen Zahlen ins Verhältnis gesetzt hat.
So was geht immer schief - und es ist mit einem einzigen Federstrich korrigiert, wie es SR4 dann auch getan hat.
 
Es geht ja darum, ob RL-2018 in einigen Bereichen SR-2060 ein- oder vielleicht sogar überholt hat. Und das ist so. Ob die das einfach in den 90ern nicht richtig einschätzen konnten oder wollten oder später korrigiert haben, spielt dabei ja keine Rolle. Ich habe ja auch nie behauptet, dass SR mit besonderer Realitätsnähe glänzt.

Man lässt sich dieses Zeug in SR ja gerade deswegen in den Schädel einsetzen, weil es so trivial einfach und medizinisch unbedenklich ist, wie sich ein Smartphone in die Tasche zu stecken.
 
Trivial und unbedenklich würde ich das nicht nennen, sonst wäre Cyberware vielleicht abgesehen von Datenbuchsen noch viel verbreiteter in der allgemeinen Bevölkerung, das kann nicht nur an den Kosten liegen. Daneben werden auch immer mal wieder die (hoffentlich) guten Krebstherapien erwähnt, die solche Eingriffe langfristig verkraftbar machen (sollen). Außerdem unterliegt das Zeug ja auch einem nicht zu unterschätzenden Wartungsaufwand (falls man die ganzen Stress-Regeln mitnimmt, was wir natürlich auch nie gemacht haben :) )

...weil es hip und en vogue ist, es zu machen.
...

Glaube ich da schon eher. Und wahrscheinlich, weil es damals in RL-199x nicht absehbar Smartphones mit der heutigen Leistungsfähigkeit gab. Aber wohl hauptsächlich, weil es halt Cyberpunk sein soll und da gehört sowas eben dazu.

Wenn man das sieht und sich denkt "das geht doch auch ohne Implantate", ist man schon auf der falschen Fährte.
Ich würde mich nie gegen das Einbauen von Zeug aussprechen, es ging mir nur darum, dass vergleichbare Funktionen mittlerweile verfügbar sind.

Also - SR hat z.B.:

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Ja, vielleicht ist's ein wenig mit mir durchgegangen und Du hast recht, SR-2060 ist RL-2018 in vielen Sachen weit vorraus und beinhaltet eventuell sogar Teile, die so nie erreicht werden können.

Dennoch, und das war ja eigentlich meine Grundaussage, tauchen bei SR gelegentlich charmante veralteter Zukunftsvisionen auf.

Wenn man das schon ernsthaft kritisiert und sich mit dem Thema auseinandersetzen will, dann sollte das auch Hand und Fuß haben.

Meistens ist das aber so ein salonfähiger Allgemeinplatz, bei dem alle mal überheblich kichern dürfen und damit ist es dann erledigt. Das geht mir ziemlich auf den Keks.
Und ich kritisiere das auch nicht, ich finde das eigentlich ganz heimelig und kichere sogar überheblich dabei und damit ist es dann für mich erledigt.
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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #395 am: 3.07.2018 | 18:48 »
Und wahrscheinlich, weil es damals in RL-199x nicht absehbar Smartphones mit der heutigen Leistungsfähigkeit gab.

Öhm...doch :)
Ausnahmslos alle SLs in meinem damaligen Spielerpool haben mit einem flapsig als Universalkommunikator bezeichneten Minicomputer gearbeitet, den es in verschiedensten Formen gab - als Implantat, als Armband usw.
So haben wir uns schon immer das ganze hirnrissige Gefummel mit den gefühlt achttausend Einzelfunktionen wie Speicher, Bildverbindung, Audiorecorder etc. pp. gespart.
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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #396 am: 3.08.2018 | 12:18 »
Ich hab im Feder & Pinsel Bereich eine Kurzgeschichte hochgeladen. https://www.tanelorn.net/index.php/topic,107569.0.html
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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #397 am: 22.08.2018 | 10:23 »
Ich hab im Feder & Pinsel Bereich eine Kurzgeschichte hochgeladen.
:d

Was anderes:
Es wird ja immer mal gerne am SR5 Regel-System gemeckert (und nicht selten das Corporation Regelwerk gelobt).
Spielt jemand eigentlich SR mit dem Open d6 System?
Ich frage, weil ich mal wieder über die Regeln gestolpert bin und die ja auch auf W6 basieren (nur dass sie eben kein Poolsystem sind).
Und weil es da auch Regeln für Cyberware,  Magie und dergleichen gibt...
Und weil es da auch einen Angriffswurf und einen Abwehrwurf gibt...

Es gab sogar mal eine SR-Open_d6 Conversion, aber deren Seite scheint vom Netz gegangen zu sein...
Hat jemand Erfahrungen damit?
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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #398 am: 10.09.2018 | 17:47 »
Da einer meiner Spieler es neulich fragte und ich keine Erinnerung daran habe:
Gab es in irgendeiner Shadowrun-Version die Option, seinen Angriffspool zu verringern, um damit seinen Verteidigungspool zu erhöhen? Und natürlich umgekehrt auch.

Und wenn nicht, wie könnte mein Spieler zu solch einer Erinnerung gekommen sein? Soll heissen, welche Regeloption könnte ihn das glauben lassen?
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Re: [Shadowrun] Smalltalk
« Antwort #399 am: 10.09.2018 | 17:52 »
Es gab den Kampfpool, den man nach Belieben auf Angriff oder Verteidigung legen konnte.
Aber es gab keine Möglichkeit, auf grundlegende Angriffswürfel (in Höhe der jeweiligen Fertigkeit) zu verzichten.

Fand ich immer ein nettes Element, obwohl die Entscheidung in den meisten Fällen ziemlich einfach war.
"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
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