Autor Thema: [Fate Core] Regelfragen  (Gelesen 71766 mal)

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Online Thaddeus

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Re: [Fate Core] Regelfragen
« Antwort #900 am: 29.07.2019 | 19:45 »
Nein, so funktioniert das nicht und es handelt sich nur um ein scheinbares Problem.

Es sei zu bedenken:

Ein Aspekt kann auch immer ein Hindernis darstellen, das überwunden werden muss. "Hinter Container gesprungen" ist auch kein guter Aspekt, da er sich auf einen bestimmten Akt oder ein Verhalten bezieht. Treffender wäre wahrscheinlich "Verlassener Containerhafen" oder "Rostiger Schrottplatz" oder "vollgestellt mit leeren Containern" oder "Klappriger TEU-Container" oder ähnliches...


A) Der Charakter möchte sich komplett aus der Schusslinie bringen und sich hinter den Container kauern. Vorausgesetzt, der Container ist "schussicher", müsste ein Gegner den Container (etwa durch herumlaufen oder umschießen o.ä.) in der Fiktion erst einmal überwinden, bevor er überhaupt auf den Charakter schießen kann. Ist der Container nicht "schussicher" habe ich vielfältige Möglichkeiten z.B. hat der Container freie drei Einsätze. bis er durchlöchert ist. Dann müsste sich aber auch er Aspekt ändern, weil Aspekte immer wahr sind. Ich könnte aber auch nach der bronzenen Regel gehen (Fate-Fraktal) und dem Container einen eigenen Würfelwurf gegen den Schützen gewähren (in den meisten Sitautionen wohl eher komisch).

B) Der Charakter möchte sich nur "aus der Schusslinie bringen", aber am Kampf weiter aktiv teilnehmen, indem er bspw. zurückschießt. Hier finde ich es absolut angemessen, wenn der Aspekt ganz normal eingesetzt werden muss. Denkbar wäre es aber auch hier, nach den bronzenen Regel den Container wie ein Extra zu behandeln und ihm einen Stressbalken ggf. inkl. Konsequenz einfacher Konsequenz zu verpassen.

"Hinter Container gesprungen" könnte aber ein Schub sein, also ein nur temporärer Vorteil. Dann macht es wieder voll Sinn, wenn der nach einem (oder 2 Einsätzen) auch wieder weg ist... kommt halt drauf an, wie groß oder stabil der Container ist... ;-)

Das geniale an Fate ist, dass es in jeder Situation unzählige Möglichkeiten gibt, die Fiktion zu verregeln. Wichtig ist für den Spielfluss meiner Erfahrung nach, über die Umsetzung nicht groß zu diskutieren, sondern die Spieler einfach möglichst genau beschreiben zu lassen, was Sie in der Fiktion erreichen wollen. Dann ist meiner Erfahrung nach Fate wesentlich weniger Meta als alles was ich bisher an Rollenspiel gespielt habe...
« Letzte Änderung: 29.07.2019 | 19:47 von Thaddeus »
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Re: [Fate Core] Regelfragen
« Antwort #901 am: 29.07.2019 | 19:48 »
Grundsätzlich würde ich da fragen: "Verteidigst du dich gerade aktiv (setzt also eine passende Fertigkeit/Methode/wasauchimmer ein und würfelst), oder läßt du's bleiben (bzw. der aktive Ansatz paßt einfach gerade nicht zur Situation) und verläßt dich einfach auf dein Glück?". Ersterer Ansatz wird normalerweise nicht noch mal extra "passiv" verbessert (klar, du kannst versuchen, auszuweichen, aber im Dunkeln siehst du genauso schlecht, wo dein Gegner hinzielt, wie der dich zum Zielen sehen kann -- du riskierst also unter Umständen, dich genau in einen Schuß hineinzuducken, der dich sonst verfehlt hätte), beim zweiten können Situationsaspekte in die passive Schwierigkeit hineinspielen, dafür trägt aber die Charakterfertigkeit nichts bei. Und in beiden Fällen können eventuelle Aspekte noch mal normal eingesetzt werden, nachdem die Würfel erst mal gefallen sind...

Weiter wäre ggf. zu klären, was der Charakter eventuell eigentlich noch machen will, außer sich zu verteidigen. Wenn er sich wirklich nur in Deckung kauert und sonst nichts tut, dann zählt das mindestens als volle Verteidigung (+2 auf was-auch-immer-sonst) und kann je nach Situation auch bedeuten, daß der Gegner ihn zumindest im Moment gar nicht angreifen kann, bis sich die Situation wieder ändert. Will er natürlich nebenbei auch noch zurückschießen oder sonst irgendwie aktiv werden, dann geht er eben schnell wieder das "normale" Risiko ein, dabei eben doch im falschen Moment erwischt zu werden.

Und letztlich sind zumindest aus meiner Sicht die meisten taktischen Vorteile ohnehin nicht von großer Dauer und es ist vollkommen in Ordnung, wenn der Versuch, sie sich länger zu erhalten, zusätzliche Anstrengung erfordert. Das bilden insbesondere Vorteil erschaffen-Aktionen mMn tatsächlich besser ab als "statische" Situationsboni -- wenn mir meine Deckung wirklich durch ein ganzes Feuergefecht etwas nutzen soll, dann muß ich eben auch passende Gelegenheiten zum Gegenangriff erst mal abwarten, anstatt meinen Kopf blind in den Kugelhagel zu recken, auf Gegner achten, die sich in meine Flanke schleichen wollen, ggf. ab und zu meine Position wechseln, und was so schöner Sachen mehr sind. "Ich bin hier im Gebüsch, ich sollte allein schon dafür einen Bonus kriegen!" ist für mich letztendlich so ein bißchen überzogenes Anspruchsdenken; warum soll schließlich der Gegner nicht seinerseits einen Trefferbonus dafür kriegen, daß er weiß, daß du im Gebüsch steckst und dich nicht heraustraust? ;)

Online Thaddeus

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Re: [Fate Core] Regelfragen
« Antwort #902 am: 29.07.2019 | 19:50 »
@noboby@home: lol, da haben wir grade parallel wohl mehr oder weniger das Gleiche geschrieben...  8)
Aber so wie Du sehe ich das auch...
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Re: [Fate Core] Regelfragen
« Antwort #903 am: 29.07.2019 | 19:50 »
Solcherlei mache ich wirklich immer von der Situation abhängig. Mir hilft es, die Aspekte von innen – aus der Szene heraus – zu denken, nicht von außen, als klassischer Spielmodifikator.

Ich greife das Beispiel von In Dunkelheit versteckt in einer Kampfsituation auf. Wo befinden wir uns? Vielleicht in einem düsteren Lagerhaus oder einer verwinkelten Fabrik mit unzureichender Beleuchtung durch flackernde Neonröhren – also ein Umfeld, in dem es Sinn macht, dass ein Charakter sich im Kampf einen solchen Vorteil erschafft.

Er schafft es, hechtet szenisch also in die Dunkelheit, während die Schurkin noch versucht, ihn ins Visier zu bekommen. Sie sieht gerade eben noch, wie er in der Dunkelheit abtaucht und feuert in seine Richtung. Unser Held nutzt seinen freien Einsatz sowie vielleicht noch einen Fatepunkt und kann den Schüssen entgehen. (Der Modifikator greift.)

Nun ist er In Dunkelheit versteckt – dieser Aspekt existiert und ist wahr. Das bedeutet, dass die Schurkin ihn nicht sehen kann, vulgo kann sie auch nicht auf ihn feuern. Er ist schließlich »versteckt«, nicht bloß »schwerer zu erkennen«. (Anders wäre es vielleicht, wenn sie ein Nachtsichtgerät oder Wärmesensor besäße, aber das ist hier nicht der Fall.) Damit sie ihn wieder angreifen kann, müsste sie nun den bestehenden Aspekt überwinden (ihn also in der Dunkel finden).

Doch dazu kommt es nicht, denn vorher greift unser Held an. Dazu könnte er In Dunkelheit versteckt nutzen, um die Schurkin zu überraschen (weil er noch einen freien Einsatz hat oder einen Fate-Punkt ausgibt – und so einen Bonus erhält). Oder er greift einfach so an, jedoch ohne Bonus – ingame könnte das bedeuten, dass er sich vielleicht überschätzt oder mit dem Fuß gegen einen herumliegenden Schraubenschlüssel kickt. Wie auch immer, es gibt keine Überraschung (und damit keinen Bonus).

So oder so gibt er in diesem Moment seine Position preis und unsere Schurkin schießt in seine Richtung. Kann er sich schnell genug tiefer in die Dunkelheit zurückziehen (feier Einsatz/Fate-Punkt) oder ist er für einen kritischen Moment ohne Deckung (unmodifiziert)?

Nach diesem kurzem Intermezzo ist er wieder In Dunkelheit versteckt – und überlegt sich seinen nächsten Schritt ein bisschen genauer. Vielleicht ist es ratsamer, den Aspekt zu nutzen, um ungesehen zu entkommen?

Das nur einmal als Beispiel aus dem Handgelenk. Ich habe mit diesem ›Problem‹ ebenfalls länger gerungen. Am Ende hilft mir stets – wie so oft bei Fate –, dass ich einfach das Kopfkino anschmeiße. Sobald ich es filmisch denke, macht alles Sinn. ~;D

Offline Caranthir

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Re: [Fate Core] Regelfragen
« Antwort #904 am: 29.07.2019 | 20:10 »
Danke schon mal für die Antworten!

Ein Aspekt kann auch immer ein Hindernis darstellen, das überwunden werden muss.

Klar, ich denke nur gerne in Extremen, um zu sehen, ob ich mit den Regeln klarkomme. Sagen wir dann doch, der Container ist weder schusssicher, noch macht er es dem Schützen unmöglich, anzugreifen. Das heißt, will sich der Spieler  nicht aktiv verteidigen, bekommt der Angreifer erstmal einen ganz normlen Mindestwurf. Da ist ja etwas, das ihn daran hindert, das Ziel einfach abzuknallen, der Container. Sagen wir mal +4.

Im zweiten Fall verteidigt sich der Spieler dagegen, er bekommt +1, er hat keine freien Einsätze und keine Fatepunkte. Würde er dann getroffen? Natürlich könnte ich jetzt argumentieren, dass diese Figur sich dann aus Storysicht in eine extrem ungünstige Position begeben hat. Nur ist das Einsteigern, die eher aus dem klassischen Rollenspiel kommen, nicht so leicht zu erklären  ;).

Eure Beispiele haben mir aber auf jeden Fall schon mal weitergeholfen, danke!  :d
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Re: [Fate Core] Regelfragen
« Antwort #905 am: 29.07.2019 | 23:41 »
Grundsätzlich empfehle ich bei FATE immer, sich vom klassischen Bonus/Malus Denken der traditionellen Rollenspiele zu lösen. FATE hat keinen "simulationistischen" Ansatz (wobei Simulation im Rollenspiel ohnehin Unfug ist, aber davon ab...). Es eignet sich auch nicht dafür, mit einer Battlemap wie beim Tabletop Schlachten auszufechten. Dann nimm lieber D&D oder sonst was.

Um auf Dein Beispiel zurück zu kommen:
Mach Dir immer zuerst bewusst, was für eine Geschichte Du erzählen möchtest, was Du darstellen möchtest. Außerdem ist es hilfreich, wie bei pbta von der Sicht der SC aus zu denken. Ich würde also nicht dem angreifenden NSC eine Modifikation auf den Angriffswurf verpassen, sondern einfach davon ausgehen, dass der wie wild ballert und (automatisch) trifft. Für die Geschichte ist es nicht interessant oder förderlich, wenn der NSC würfelt. Die Szene ist für den Spieler nämlich erst dann interessant, wenn der NSC auch treffen würde. Von der Erzählung her würde ich daher unmittelbar an der Verteidigung des Spielers anknüpfen, die dieser durch das Anspielen des Aspektes "Container wie ein schweizer Käse" unter Ausgabe eines FATE-Punktes beeinflussen kann.

Wenn Du weißt, was Du darstellen möchtest, ergibt sich der Rest in der Regel auch von ganz alleine. In Deinem ersten Beispiel könnte man auch einfach sagen, der Sprung hinter den (vielleicht schon löchrigen) Container gibt dem Charakter überhaupt erst den Anknüpfungspunkt in der Fiktion, sich zu verteidigen. Denn wenn jemand mit der Schusswaffe auf mich zielt und ich im Freien stehe, ist nicht wirklich Was mit Verteidigung. Das kann man so sehen, muss man aber natürlich nicht. Wäre auch ziemlich hart.

Einem Einsteiger würde ich es so erklären: Hast Du keine FATE-Punkte mehr, solltest Du vorsichtig sein. Dein Charakter ist vielleicht ausgebrannt, hat vielleicht seinen Schutzengel etwas strapaziert. Du kannst zwar immer noch hinter dem Container herluken, aber Fortuna wird nicht einfach mehr so ihre schützende Hand über Dich halten.

FATE funktioniert nicht, wenn man versucht, es taktisch wie bspw. D&D zu spielen. Dafür ist es einfach nicht gemacht. Wenn ich mit Neulingen bei FATE in eine ähnliche Situation gerate, dann lege ich die Regeln auf die Seite und frage den Spieler ganz ernst, was er sich jetzt vorstellt, was sein Charakter macht oder machen soll. Und meiner Erfahrung nach kommt dann dabei immer was brauchbares bei raus. Andersherum sollte man es nie akzeptieren, wenn ein Spieler sagt: okay, dann erschaffe ich mir eben erst einmal einen Vorteil, um mit dem Schub und dem freien Einsatz dann den Mangel an FATE-Punkten auszugleichen. Ich spiele die Aktionen bei FATE fast so wie Züge/moves bei pbta. Sie werden nur ausgelöst, wenn es aus der Fiktion heraus Sinn ergibt. Hat der Spieler seine FATE-Punkte leergeschossen, muss er sich eben etwas einfallen lassen.

Beispiel:

Spieler: Misst, keine FATE-Punkte mehr, also würfel ich mal auf Vorteil erschaffen... *würfel würfel

Spielverderber-SL: Nene mein Freund, schön erstmal erzählen, was Du vor hast. Was machst Du da grade und was soll das bewirken? Und dann sage ich Dir, worauf Du würfelst...

Spieler: Äh, okay... erm... also hier liegt doch so viel Schrott rum, ne?

Spielverderber-SL: joah... es gibt hier den Szenenaspekt rostendes Hafendock

Spieler: Okay, ich schnapp mir einen herumliegenden Klumpen und werf ihn in die Richtung des NSC, um ihn abzulenken...

Spielverderber-SL: Alles klar, dass hört sich danach an, als ob Du Dir einen Vorteil erschaffen möchtest. Würfel auf Täuschen
« Letzte Änderung: 29.07.2019 | 23:46 von Thaddeus »
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Re: [Fate Core] Regelfragen
« Antwort #906 am: 31.08.2019 | 09:30 »
Angereget durch den "Jetzt erst recht!"-Faden, indem es darum ging, dass manche Filmhelden eher noch aufdrehen, wenn sie Schaden nehmen, habe ich mir überlegt, wie das in Fate abläuft.

Stress zu nehmen, ist ja erstmal nicht das Problem. Das ist die Plotrüstung. John McClain bekommt ein paar blaue Flecken, als er von der Explosion an die Wand geworfen wird. Wie sieht es aber mit Konsequenzen aus? Dazu kurz aus der Fate SRD:

Die Konsequenz bleibt solange als Aspekt auf deinem Charakterbogen stehen, bis du dich davon erholt hast und sie wieder entfernen kannst. Sie wird wie jeder andere Aspekt behandelt, nur dass sie eine negative Ausrichtung hat und meistens zu deinen Ungunsten verwendet wird.

Ich will hier mal den Fokus auf "Sie wird wie jeder andere Aspekt behandelt" legen. Das bedeutet für mich nämlich, dass ich eine Konsequenz auch als Aspekt ausnutzen könnte bzw. über Vorteil erschaffen mit freien Einsätzen aufladen könnte. In der Narration sähe das so aus, dass mein Held durch den Schmerz angestachelt wird, seinem Erzfeind "jetzt erst recht" eine reinzuhauen.

Abseits davon könnte man auch eigene Stunts für solche Situationen erfinden: "Jetzt erst recht!": Weil ich hart im Nehmen bin, bekomme ich einen freien Einsatz auf eine Konsequenz, wenn ich eine im Kampf nehmen musste.

Was meint ihr?
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Re: [Fate Core] Regelfragen
« Antwort #907 am: 31.08.2019 | 09:44 »
Ja, eigene physische Konsequenzen für sich nutzen scheint mir da auch die naheliegend Lösung zu sein. Rein mechanisch dürfte das aber selten etwas ausmachen. Das mit dem "Zähne zusammenbeißen" ist mE ein Ding von Charakteren, die da idR auch auf andere Charakter-Aspekte zurück greifen können.

Wie wäre es mit einem Stunt, der einem erlaubt, jede erlittene Konsequenz einmal positiv zu nutzen, ohne Fate-Punkte ausgeben zu müssen?
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Re: [Fate Core] Regelfragen
« Antwort #908 am: 31.08.2019 | 09:54 »
Ja, eigene physische Konsequenzen für sich nutzen scheint mir da auch die naheliegend Lösung zu sein. Rein mechanisch dürfte das aber selten etwas ausmachen. Das mit dem "Zähne zusammenbeißen" ist mE ein Ding von Charakteren, die da idR auch auf andere Charakter-Aspekte zurück greifen können.

Das stimmt wohl, wobei es ja auch oft darum geht, welcher Aspekt gerade besonders gut passt. Und wenn das gerade die Konsequenz ist, die man erlitten hat, wäre das ja supi. Aber ich weiß, was du meinst.

Zitat
Wie wäre es mit einem Stunt, der einem erlaubt, jede erlittene Konsequenz einmal positiv zu nutzen, ohne Fate-Punkte ausgeben zu müssen?

Genau das meinte ich mit dem Stunt am Ende des Beitrags. Habe ich warscheinlich einfach schlecht formuliert  ;).
« Letzte Änderung: 31.08.2019 | 16:36 von Caranthir »
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Re: [Fate Core] Regelfragen
« Antwort #909 am: 31.08.2019 | 10:21 »
Wie wäre es mit einem Stunt, der einem erlaubt, jede erlittene Konsequenz einmal positiv zu nutzen, ohne Fate-Punkte ausgeben zu müssen?

Gibt's so ähnlich tatsächlich im Fate-Handbuch (S. 36) als Beispiel für "flexible Stunts", die nicht unbedingt an Fertigkeiten gekoppelt sein müssen:

Zitat von: Fate-Handbuch
Berserker: Wenn du eine körperliche Konsequenz nimmst, kannst du diese bei deinem nächsten Angriff umsonst einsetzen. Wenn du mehrere körperliche Konsequenzen nimmst, bekommt jede einen freien Einsatz.

Ich denke auch nicht, daß das Spiel sofort kaputtgeht, wenn man die Einschränkung auf "deinen nächsten Angriff" beispielsweise auf "innerhalb derselben Szene" erweitert oder im extremsten Fall ganz fallenläßt. Immerhin kostet der Stunt immer noch einen Punkt Erholungsrate, bringt nur was, wenn man auch tatsächlich Konsequenzen einsteckt (ansonsten kommt er ja nicht zum Tragen), und sagt nichts über den regulären freien Einsatz der Konsequenz, den der Gegner ja ohnehin kriegt; schlimmstenfalls gleichen sich also die freien Einsätze beider Seiten halt aus und die Konsequenz schleppt man dann immer noch mit sich herum.

Online Thaddeus

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Re: [Fate Core] Regelfragen
« Antwort #910 am: 31.08.2019 | 11:24 »
Angereget durch den "Jetzt erst recht!"-Faden, indem es darum ging, dass manche Filmhelden eher noch aufdrehen, wenn sie Schaden nehmen, habe ich mir überlegt, wie das in Fate abläuft.[Òsnip]
Sehr coole Idee... schau Dir dazu doch mal die Malmsturm Aspekte bei Malmsturm an oder - sehr zu empfehlen - die Eskalationsregelen bei Poisn'd! Ein Rollenspiel vom Autor von AW/PbtA.
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