Autor Thema: Endlich normale Leute!  (Gelesen 7597 mal)

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Offline Jiba

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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #50 am: 8.03.2014 | 17:13 »
Jo, mir geht's aber um den deutschen Fernfahrer, der verzweifelt seine Kredite abbezahlt, indem er dubiose Aufträge annimmt.
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Offline Grimtooth's Little Sister

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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #51 am: 8.03.2014 | 17:13 »
Mache ich den was anderes in Fantasy Welten. Auch dort Spiele ich Menschen (Oder übersteigerte Aspekte von Menschen aka Demihumans) mit den gleichen Problemen wie zuhause. Nur eben im Aventurien und nicht Niedersachsen.

Ausserdem gehen die Menschen woanders an die Selben Probleme anders ran. Von daher. Dazu kommt, das andere Menschen oft auch andere Probleme haben.

Meine Chars haben nie meine Probleme, hätten sie die wären sie unspielbar.
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Offline Glühbirne

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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #52 am: 8.03.2014 | 17:21 »
Naja, nicht eins zu eins...

aber was für Themen gibt es denn:

Soziales Mit und Gegeneinander + das fehlen davon/Ängste davor
Krankheit, Tod + Angst davor
Geld + kein Geld
Diverse andere Ängste und Verlangen
ect...

Solange man nicht nur Abenteur-Erkundungs-Personage hat, sondern den "in eine Rolle Schlüpfen Aspekt" von Rollenspiel auch nur anschneidet, kommt das Meiste bei den meisten SC irgendwie vor. Wie gesagt, nicht eins zu eins, aber doch hauptsächlich Dinge, mit denen man sich, oder jemand in der eigenen Umgebung schon mal irgendwie Kontakt zu hatte.

Edit: Ortho
« Letzte Änderung: 8.03.2014 | 20:59 von Glühbirne »

Offline Grimtooth's Little Sister

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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #53 am: 8.03.2014 | 17:56 »
Ich versuche mit meinen SCs möglichst zu vermeiden, sie meinen RL-Problemen in irgendeiner Form ähnlich zu machen. Es gibt Ausnahmen, klar, aber das sind wirklich seltene Ausnahmen.

Geld ist bei der Mehrzahl der RPGs irgendwie ein Thema. Das gehört schon irgendwie zum Setting. Zählt also nicht wirklich, aber ich renne in meinem echten Leben ja auch nicht rum und suche Schätze. Irgendwelches zwischencharactere Gedöns ist nur im Zusammenhang mit dem Setting interessant - wenn also der Paladin-Sohn eines Sonnenpriesters in der Gruppe herausbekommt, dass er nicht nur adoptiert ist sondern auch noch der Sohn eines Schwarzmagiers und er grade seinen echten Vater erledigen muss. Und er dann noch Probleme mit seinen Schwiegereltern bekommt weil seine Frau laut Prophezeihung nur einen Mann mit "lichter Abstammung" als Partner haben darf. Ja, das ist witzig.

Im echten Leben wäre das irgendwie... lahm. Polizist erschiesst Mafia-Boss und findet dann raus dass das sein echter Vater war? Vielleicht grade noch, aber das wäre noch lange kein Grund für ne Scheidung. Und schon ziemlich "hatten wir schon mal irgendwo." Im Fantasy-Rahmen ist das alles viel bedeutender, weil Mystik und Magie dahinterstecken und die SCs eben episch wichtig sind - jedenfalls im benannten Fall. Das persönliche Drama irgendeines Bullen juckt doch die Welt nicht. Höchstens noch ein paar gelangweilte Paparazzi.

Krankheit und Tod in einem realen Setting - meine Güte, nein. Ich bin real bereits krank, danke, ich muss das bestimmt nicht noch im Spiel haben oder auch nur durch andere SCs dran erinnert werden. Fantasy mit seinen Göttern und Geisterwelten macht da vielleicht mehr was her, aber auch da brauche ich das nur als Plotelement. Der könig ist krank, wir brauchen das Heilmittel - oder so ähnlich,

So ist das eigentlich mit allem. Langweilig bin ich schon selber, meine SCs müssen es nicht auch noch sein.  ;)
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Offline Bad Horse

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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #54 am: 8.03.2014 | 18:20 »
Mich interessiert reines Plotlösen auch nicht. Ich will auch eine dramatische,  menschliche Geschichte dabei haben  - aber ob das jetzt Phi, das Punkermädel mit dem todkranken Bruder ist, oder Silanus, der langsam erwachsen wird und lernt, Verantwortung zu übernehmen,  ist mir dann eigentlich egal.

Ich brauche nicht unbedingt phantastische Elemente, aber sie stören auch nicht. So richtig normale Situationen will ich nämlich auch nicht - die müssen schon dramatisch überhöht und zugespitzt sein. Wenn sich bei der Beerdigung alle brav zusammen reißen und nur hinter den Rücken herum lästern,  dann ist das nicht interessant.  Wenn aber alle Lebenslügen aufs Tablett kommen und verschiedene Lebensentwürfe kollidieren, dann finde ich das interessant.
Zitat von: William Butler Yeats, The Second Coming
The best lack all conviction, while the worst are full of passionate intensity.

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Ein Pao ist eine nachbarschaftsgroße Arztdose, die explodiert, wenn man darauf tanzt. Und: Hast du einen Kraftsnack rückwärts geraucht?

Offline Jiba

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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #55 am: 8.03.2014 | 18:37 »
Zitat
Und schon ziemlich "hatten wir schon mal irgendwo."

Und das meint Glühbirne. Ich hatte dasselbe Gefühl von "hatten wir schon mal irgendwo", als du die Fantasy-Variante beschrieben hast. Ich will nicht sagen, dass die Mafiosi-Polizist-Story da irgendwie origineller ist (ist sie nämlich nicht, ist genau dasselbe Motiv, wie wir es schon über Jahrtausende in Geschichten hatten). Und ich glaube auch, dass sowas durchaus ein Scheidungsgrund sein kann, indem ein entsprechender Anreiz in der Fiktion geschaffen wird (die Frau ist Pazifistin und fühlt sich nach der Tat von ihrem Mann entfremdet; die Schwiegereltern hatten Geschäfte mit dem Mafiosi und sie torpedieren jetzt die Ehe; der Polizist fragt sich selbst, ob er hätte anders an die Sache ran gehen sollen und findet in seiner Ehe keine Zuflucht mehr... gibt eine Menge Möglichkeiten).

Was ich nicht nachvollziehen kann, ist, inwiefern die persönliche Verfassung eines epischen Charakters auf der Ebene des Spiels relevanter sein sollte, als die eines nicht-epischen. Ich meine, okay, im Setting vielleicht, aber auch da nicht wirklich (werdet ihr in Rollenspielrunden ständig mit den persönlichen Wehwehchen der wichtigen Setting-NSCs zugbombt? Ich glaube nicht). Auf der Ebene der Fiktion sin die SCs die Protagonisten einer Geschichte und stehen damit automatisch im Fokus: Egal ob die jetzt Karl Müller oder Rondarjol von Lichtschrein heißen. Ihre Befindlichkeiten sind relevant, weil wir das Spiel durch sie erleben. Und auch in unserer Welt interessiert sich die Öffentlichkeit für einfache Leute, tagtäglich, in Film, TV, Zeitung und Doku; und dann natürlich auch in unserem persönlichen Umfeld. Wenn meinen Vater oder Kumpel etwas umtreibt, dann interessiert mich das. Das Interesse an meinem Charakter ist ein ganz Ähnliches.

Eure Einwände haben mich aber zum Nachdenken gebracht. Dass das Setting nur eine untergeordnete Rolle für Drama spielt, da könnte was dran sein.
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Offline ArneBab

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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #56 am: 8.03.2014 | 20:48 »
Ja, selbst in Runden die phantastische Elemente haben, waren die Nicht-Phantastischen das Reizvollste für mich: Der von meinem SL realistisch gehaltene Krieg in Ussura bei 7te See, der vier gestandene Montaigner an ihre physischen und psychischen Grenzen bringt. Das Beziehungschaos und der Umgang mit den neuen Kräften und Pflichten in unseren Teenage-Werwolf-Runden. Das kalte Hassliebe-Verhältnis zwischen einem jungen Drachenblütigen und seinem Vater bei "Exalted". Das alles hätte auch ohne phantastische Elemente genau so gut funktioniert...

Hast du das ausprobiert?

Meine rein theoretische Sicht zu den phantastischen Elementen im Spiel ist, dass sie bestimmte Konflikte überhöhen und so leichter verständlich machen, dass sie Konflikte leichter akzeptierbar machen, und dass sie eine Abwechslung bieten, die es ermöglicht, mit den realen Konflikten umzugehen.

Wenn du den Typen im Büro spielst, der täglich in der Mittagspause von seinen Kollegen gedisst wird und mit niemandem darüber reden kann, dann ist die Gefahr groß, dass dich das als Spieler schnell an deine eigenen Leistungsgrenzen bringt (es sei denn das Thema „von Kollegen gedisst werden“ wäre für dich unbedeutend - dann wäre das Spiel nur langweilig). Wenn du jetzt Dämonen und Superkräfte einwirfst und das an einer Schule spielen lässt, hast du die Geschichte jedes zweiten Animes. Die Dämonen machen auch nichts anderes als den Charakter zu dissen, und statt zu Antworten und dann deine Superkräfte zu nutzen, könntest du auch einfach antworten. Aber indem du sie zu Dämonen machst, werden ihre Motivationen leichter verständlich - und das Spiel muss nichtmal schwarz-weiß werden: Auch die Dämonen haben Gründe, eine Vergangenheit, usw. Aber es wird leichter zu erfassen. Echtes Sozialleben ist verdammt kompliziert - es ist Arbeit. Rollenspiel-Sozialleben zwischen Elfen, Zwergen und Dämonen ist abstrahierter und so leichter zu verstehen. Auch bei den Werwölfen ist das deutlich: Hier werden bestimmte Konflikte durch ein Übernatürliches Element verstärkt. Diese Elemente sind Analogien - und du kannst deine eigenen Konflikte einfließen lassen, ohne dich bloßzustellen.

Und das ist der zweite Punkt: Wenn ich mit Fremden rede, die ich nie wieder sehen werde, kann ich viel freier sprechen, als wenn ich mit Leuten rede, deren Meinung über mich für meine Zukunft wichtig sein könnte (und sei es, weil ich sie als Freunde behalten will). Wenn ich nicht in die Rolle einer realen Person schlüpfe, sondern in einer phantastischen Welt spiele, ist es plausibler, dass ich als meine Maske spreche und nicht als ich selbst. Entsprechend muss ich nicht fürchten, dass meine moralisch fragwürdigen Handlungen als Schwarzmagier meine Freunde verschrecken - und es daher wagen, diese Handlungen auszuspielen (egal, wie ich selbst zu ihnen stehe). Stell dir vor, du würdest stattdessen den Angestellten spielen, der über Wochen hinweg intrigiert und dann seinen Kollegen beim Management anschwärzt, um eine Beförderung zu bekommen - und damit wissentlich dessen Zukunft ruiniert. Wird das die Sicht deiner Freunde auf dich verändern? Masken geben Freiheit.

Und drittens gibt das Fantasy-Element eine Möglichkeit, durch emotional einfachere Konflikte Kraft zu schöpfen. Ich habe mal eine Runde zu Motivation geleitet. Ein England der heutigen Zeit, das vor 100 Jahren von einer Demotivations-Kirche übernommen wurde, die das Land so umgestaltete, dass die dort Arbeitenden alle Motivation verlieren. Das lief ein paar Runden lang gut, aber die Stimmung wurde immer gedrückter - verständlicherweise. Dann habe ich ein zweites Element eingebaut: Zwischenszenen, in denen die Charaktere 5 Jahre später den letzten Sturm auf die Kirche durcchführten. Jetzt nicht mehr schwach und auf der Flucht, sondern mächtig. Und damit konnten sich die Spieler auch wieder viel mehr auf die heftigen Demotivationsszenen einlassen, in denen sie darum kämpften, einige Dörfler aus der Apathie zu reißen und ihre eigene Motivation zu erhalten.
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Offline Glühbirne

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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #57 am: 8.03.2014 | 20:57 »

Meine rein theoretische Sicht zu den phantastischen Elementen im Spiel ist, dass sie bestimmte Konflikte überhöhen und so leichter verständlich machen, dass sie Konflikte leichter akzeptierbar machen, und dass sie eine Abwechslung bieten, die es ermöglicht, mit den realen Konflikten umzugehen.

Toller Beitrag.
Ich habe eine Weile überlegt, warum ich Fantasy und SiFi oder andere, klar als Fiktion erstellte Settings, als RSP Hintergrund bevorzuge ohne das benennen zu können, aber du bringst es auf den Punkt. Wobei ab und an auch die ganz reale Erde ihren Reiz hat.

Offline ArneBab

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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #58 am: 8.03.2014 | 21:37 »
Ich habe eine Weile überlegt, warum ich Fantasy und SiFi oder andere, klar als Fiktion erstellte Settings, als RSP Hintergrund bevorzuge ohne das benennen zu können, aber du bringst es auf den Punkt. Wobei ab und an auch die ganz reale Erde ihren Reiz hat.
Freut mich, dass er dir was gibt ☺

Ich bin zum Einen durch bewussten Entwurf von Rollenspielwelten dazu gekommen: Was ist eigentlich der Nutzen von verschiedenen Charaktertypen und Sonderfähigkeiten? Jede zusätzlich beschriebene Klasse, Rasse, Magieform, usw. macht den Hintergrund schwerer erfassbar, muss also einen Nutzen für die gespielten Geschichten haben.
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Offline 1of3

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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #59 am: 8.03.2014 | 21:48 »
Ja, ne. Zusätzlicher Crunch macht vor allem das (mechanische) Spiel komplexer und dadurch u.U. spielenswerter. Wenn du nach einer Lösung in der Fiktion suchst, kann ich mir vorstellen, dass du keine Antwort findest.

Offline Einzelgaenger

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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #60 am: 9.03.2014 | 13:19 »
Zum besseren Verständnis sein hier mal die Kombinationen der Spielarten aufgeschlüsselt

Archetyp
A - Normalo - Fernfahrer
B - Normalo mit Heldeneinschlag - hat Fernfahrerskill und nutzt ihn vielleicht sogar, interagiert aktiv mit Fernfahrerszene etc
C - Held ohne Normalitätsdimension - hat nur heroische Fähigkeiten aber System/Kampagne verlangt gewisse Backgroundkenntnisse
D - Superheld - hat nur heroische Fähigkeiten, hat bestenfalls marginale Berührung mit Normalos

Themen
1 - Fernfahrerkampagne; es geht ums pünktliche Abliefern der Fracht; Feinde sind korrupte Zollbeamte und plötzliche Durchfallattacken
2 - ungewöhnliche, leicht heroische Begebenheiten; Spedition und Autobahn kommen handlungstechnisch nur am Rande vor, sind aber strukturgebend; Cthulhu auf dem Rastplatz,
3 - typische heroische Themen; Fernfahreraspekt ist Teil des Figuren-Hintergrundes
4 - purer Heroismus; Fernfahreraspekt allerhöchstens skurrile Idee, sonst komplett irrelevant


A1 ist eher Randerscheinung; selbst Horror RPGs setzen eher auf B1/2
D4 ist typisch für Superhelden RPG (Heroes Unlimited)

Geht die Schere zu weit auf (A4/ D1) gibts Probleme:
A3-4 wird von einigen als Problenspielertum verstanden; D1-2 ist entweder ein hoch dysfunktionales System oder Bauerngaming



Offline Slayn

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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #61 am: 9.03.2014 | 13:37 »
@Einzelgaenger:

So wie ich Jiba bisher verstanden habe, hat sein "Normal" wenig mit deinen Kombinationen zu tun. Er beschreibt menschliche Extreme die man so in freier Wildbahn kaum findet und will die vor einem "normalen" Hintergrund mit anderen menschlichen Extremen agieren sehen um Drama zu haben. Da hat z.B. ein "Hancock" keinen Platz.
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Offline Glühbirne

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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #62 am: 9.03.2014 | 13:42 »
Z.B. ein Fernfahrer(SC1) dessen Frau schwer krank ist und der das Geld für die Heilung nur durch den Schmuggel von Menschen nach Deutschland bekommen kann, was seine Beziehung zu seinem besten Freund vom Sicherheitsdienst am Hafen in Hamburg (SC2) auf eine harte Probe stellt. ect PP.

Das gleiche könnte man z.B. auch in Traveller bespielen.
« Letzte Änderung: 9.03.2014 | 13:54 von Glühbirne »

Offline Sashael

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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #63 am: 9.03.2014 | 13:51 »
Und wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, dann kickt Jiba am meisten A1 und B1.
Und das entzieht sich halt meinem Verständnis.  Das sind Probleme auf exakt dem gleichen Niveau wie meine eigenen.  Und mit denen habe ich bereits genug zu tun.
Ich glaube auch nicht, dass man den Erfolg von Fernsehserien mit solchen Themen als Maßstab nehmen kann. Ich mochte die deutsche Serie Auf Achse mit Manfred Krug sehr gern, würde das aber im Rollenspiel einfach totlangweilig finden. Es sei denn, es würde sich in eine 2er Kampagne mit Kultisten und alten Gőttern entwickeln.  ;D

@Glühbirne
Und genau das reizt mich in der Realwelt nicht. In Traveller schon. Ich glaube, das hat etwas damit zu tun, dass ich hier genau über die Beschränkungen Bescheid weiß, denen ich hier unterliege. In Traveller denke ich, ich hätte mehr Möglichkeiten.
"Ja natürlich ist das Realitätsflucht. Was soll daran schlecht sein? Haben Sie sich die Realität in letzter Zeit mal angesehen? Sie ist grauenhaft!"


Leitet Itras By mit Battlemap. ;D

Offline Glühbirne

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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #64 am: 9.03.2014 | 13:55 »
Für mich wäre beides Ok, auf Dauer aber Traveller interessanter.

Offline Pyromancer (weg)

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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #65 am: 9.03.2014 | 14:00 »
Ich hab meine diversen "Auf Achse"-Abenteuer nur bespielt bekommen, weil ich als System Atomic Highway genommen und die PKK im türkisch-irakischen Grenzgebiet durch Mutanten ersetzt habe.

Keiner will Manfred Krug spielen, es sei denn, er kriegt ein schweres MG auf's Führerhaus...

Offline Benjamin

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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #66 am: 9.03.2014 | 14:23 »
Och. Mein SW-SL hat das Talent, aus jeder Situation eine Scheißewasjetztogott-Situation zu machen. Ich glaube gar nicht, dass es auf MGs und Aliens/Elfen ankommt, sondern darauf, dass der SL es versteht, Abenteuer anzubieten.

Das Innenleben meines SC ist mir eher egal, wenn er in Südafrika vor der Polizei fliehen muss, weil er gerade "in Notwehr" einen Ermittler getötet hat. Da reicht mir mein eigener Stresslevel schon total aus. Wir haben einen simplen Einbruch in ein Leichenschauhaus durchgezogen, der war so aufregend wie die letzte große Raumschlacht in Traveller oder der Kampf gegen drei Gargoyles in RIFTS. Jeder relevante Fertigkeitswurf kann das.

Mir ist egal, welches System oder Setting gespielt wird, wenn etwas ernsthaft auf dem Spiel steht und die Konsequenzen konsequent sind. Innenleben ist für mich da eher ein Sahnehäubchen als die Torte: Geht wunderbar auch ohne.

Offline Auribiel

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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #67 am: 9.03.2014 | 16:01 »
Ich hab meine diversen "Auf Achse"-Abenteuer nur bespielt bekommen, weil ich als System Atomic Highway genommen und die PKK im türkisch-irakischen Grenzgebiet durch Mutanten ersetzt habe.

Keiner will Manfred Krug spielen, es sei denn, er kriegt ein schweres MG auf's Führerhaus...

Genau das!


Mir wäre "Überhöhte Alltagsprobleme im ungewöhnlichen Alltagssituationen" immer noch zu lahm. Gut, das wäre dann keine Lindenstraße mehr, sondern eher Tatort/Soko 13, aber ich mag auch beide Filmformate nicht, da mir das zu "lame" ist.
Bei CSI wäre das was anderes, zugegebenermaßen ist mir schon Amiland mit frei erhältlichen Waffen, riesigen Landstrichen, Native Cultures und CIA/NSA-Geklüngel exotisch genug um nicht mehr unter Normalo zu laufen. Wirklich reizen tut's mich dann allerdings mehr, wenn zu dem ganzen dann noch ein bisschen Spukschloss im Spessart oder (noch lieber) Voodoo in NewOrleans dazu kommt.
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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #68 am: 9.03.2014 | 17:46 »
Zum besseren Verständnis sein hier mal die Kombinationen der Spielarten aufgeschlüsselt

Archetyp
A - Normalo - Fernfahrer
B - Normalo mit Heldeneinschlag - hat Fernfahrerskill und nutzt ihn vielleicht sogar, interagiert aktiv mit Fernfahrerszene etc
C - Held ohne Normalitätsdimension - hat nur heroische Fähigkeiten aber System/Kampagne verlangt gewisse Backgroundkenntnisse
D - Superheld - hat nur heroische Fähigkeiten, hat bestenfalls marginale Berührung mit Normalos


Gib mir mal bitte fünf Systeme, die deiner Meinung nach "C" sind ... mir fällt nämlich gar keines ein. Auch für "D" gibt es an namhaften Spielen ... ja was eigentlich?
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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #69 am: 9.03.2014 | 18:13 »
C:

Marvel Heroic RPG
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« Letzte Änderung: 9.03.2014 | 18:18 von Praion »
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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #70 am: 9.03.2014 | 18:28 »
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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #71 am: 9.03.2014 | 18:30 »
In C oder D würde auch Amber passen.
Ich bin viel lieber suess als ich kein Esel sein will...
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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #72 am: 9.03.2014 | 18:30 »
Naja, komm, Exalted ist schon....hm....
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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #73 am: 9.03.2014 | 19:30 »
Mir ist schon klar, dass Exalted so ziemlich das Gegenteil dessen ist, was hier gefragt wurde; aber die Def oben ist schlichtweg falsch. Auch Exalted kommt nicht ohne relativ normale Fertigkeiten aus. Amber ist ein schönes Beispiel.
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Re: Endlich normale Leute!
« Antwort #74 am: 9.03.2014 | 19:52 »
Um mal für die Systeme zu sprechen, die ich ausreichend kenne ... ich kann mich nicht erinnern, dass Marvel, Exalted und D&D ausschließlich heroische Fähigkeiten hätte, es sei denn Dinge wie "Heimlichkeit", "Schlösser öffnen", oder "Sportlichkeit" sind heroisch.

Okay, jetzt versteh ich wie das gemeint ist.
Von der Liste würden trotzdem noch bleiben

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