Autor Thema: [Erzählt mir von] Gumshoe  (Gelesen 13673 mal)

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Offline rillenmanni

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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #50 am: 11.10.2014 | 14:22 »
So, meine Lieben, ich könnte mir bzgl Folgendem gewiss über eine erneute Regel- und SRD-Lektüre Gewissheit verschaffen, aber irgendwie denke ich, es ist lustiger, sich darüber mit anderen auszutauschen.

Erstens: Es ist doch so, dass ein Spend nicht zum Einsatz kommen sollte, bei Spuren, die wirklich wichtig sind, nicht wahr? Wirklich wichtig sind Core Clues, dh solche Hinweise, die für ein Verfolgen der Hinweiskette unerlässlich sind. Alles, was bloß zusätzliches Wissen ist in dem Sinne, dass es das Verständnis der Situation erleichtert bzw Vorteile bei anstehenden Konflikten gibt, wird über Spends abgewickelt.

Zweitens: Shadowing ist keine GA, die auch als IA gewertet wird. (Vgl die beiden Repairs, Disguise, Explosives.) Es liegt aber nahe, dass man über Shadowing Hinweise finden kann. Wenn man also die Regel aus Erstens berücksichtigt, dann darf Shadowing, weil es als GA probenabhängig ist und somit kein Hinweisgarant, nicht angeboten werden, um Core Clues zu finden.

Könnt ihr das so bestätigen? Nur zur Verdeutlichung: Mir geht es nicht darum, wie man Dinge elegant im Spiel handhaben kann selbst bei evtl nicht ganz astreinem RAW. Mir geht es um das RAW selbst. (Konkret geht es mir einmal mehr darum, wie bzw ob Gumshoe-Kaufabenteuer ihren eigenen Prinzipien folgen. Ich analysiere gerade eines en detail, und stoße dabei auf Elemente, die sich nicht an die erste oder zweite Regel halten.)
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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #51 am: 14.10.2014 | 12:30 »
Lese gerade Esoterrorists und verstehe das so, wie du es reflektierst. Würde auch gern wissen, wie es von anderen verstanden wird.
Ich denke, im Zweifel würde ich auch mit GAs Clues finden lassen. Die Frage ist ja eher, wie man mit dem Scheitern umgeht, oder nicht?
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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #52 am: 14.10.2014 | 12:50 »


Zweitens: Shadowing ist keine GA, die auch als IA gewertet wird. (Vgl die beiden Repairs, Disguise, Explosives.) Es liegt aber nahe, dass man über Shadowing Hinweise finden kann. Wenn man also die Regel aus Erstens berücksichtigt, dann darf Shadowing, weil es als GA probenabhängig ist und somit kein Hinweisgarant, nicht angeboten werden, um Core Clues zu finden.



Das sehe ich nicht so. Die Prämisse sit, dass die angewendeten Investigative Abilities auf jeden Fall zu Core Clues führen. Wenn die Spieler aber auf anderem Wege an einen Core Clue kommen können, ist das durchaus im Rahmen des Konzepts. Wichtig ist nur, dass es zumindest einen "geraden" Weg zum Core Clue über IAs gibt - verschlungene Seitenpfade über GAs kann es jederzeit dazu geben.

(Ganz abgesehen davon glaube ich mich erinnern zu können, dass man GAs notfalls wie IAs einsetzen kann, aber das müsste ich nochmal nachschlagen.)
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Offline rillenmanni

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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #53 am: 14.10.2014 | 14:23 »
Danke, Plotzen-Jim und Hünterütütü! :)

Ihr ergänzt euch ja wunderbar: Mittels GAs, selbst denen, die nicht explizit auch als IA gewertet werden (Mechanical / Electrical Repair, Disguise, Explosives), kann man natürlich auch in der Hinweiskette weiterkommen - wenn sie eine zusätzliche Option sind. (Shadowing ist eine in den Kaufabenteuern gern angebotene Option.)

Tatsächlich war ich bei meiner zweiten Prämisse (Shadowing betreffend) nicht hinreichend exakt. Also:
Zweitens: Shadowing ist keine GA, die auch als IA gewertet wird. (Vgl die beiden Repairs, Disguise, Explosives.) Es liegt aber nahe, dass man über Shadowing Hinweise finden kann. Wenn man also die Regel aus Erstens berücksichtigt, dann darf Shadowing, weil es als GA probenabhängig ist und somit kein Hinweisgarant, nur angeboten werden, um Core Clues zu finden, wenn die betroffenen Core Clues auch über IAs erlangt werden können.

Und natürlich habe ich solch einen Prämissenverstoß auch schon gefunden, nämlich in Whitechapel Black-Letter aus dem von mir so geliebten Bookhounds of London. Ich habe mir bei meiner Detailanalyse in einem ersten Schritt die Freude gemacht, eine Übersicht zu erstellen, welche Hinweise ohne Spends erhaltbar sind. Und man landet da in einer Sackgasse, genaugenommen in zwei Sackgassen: Einmal gibt es Weiterführendes nur über Shadowing, das andere Mal nur über Spends. (Aber ich werde demnächst eine eigene Diskussion dazu eröffnen. Das wird hier nun zu speziell.)
Es ist natürlich klar, dass Spieler Punkte ausgeben werden, insofern ist die No-Spend-Sackgasse de facto keine. Außerdem wird jeder Spielleiter eine Lösung für den Shadowing-Flaschenhals finden. Aber darum geht es mir ja auch nicht. Ich interessiere mich für Anspruch und Wirklichkeit des ToC-Systems. Der Anspruch wird im Regelbuch gestellt, die Wirklichkeit wird in Abenteuern präsentiert.

Ach, übrigens: Das SRD (gratis) zu lesen ist wirklich sinnvoll, da die Kernelemente der Regeln dort (fast immer unzweideutig) auf den Punkt gebracht werden. Interessant fand ich, dass weder Stealth noch Shadowing länger in der Fertigkeitsliste enthalten sind. Stattdessen gibt es eine allgemeinere Fertigkeit dafür (Name vergessen), die auch elektronische Überwachung einschließt. Da frage ich mich: Ist dies ein Ausblick auf zukünftige Gumshoe-Produkte bzw Überarbeitungen (siehe ToC-2.0-Kickstarter)? Oder wurde im SRD einfach arg schlampig gearbeitet?
« Letzte Änderung: 14.10.2014 | 14:26 von rillenmanni »
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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #54 am: 14.10.2014 | 17:21 »
Nein es kommt einfach aus Produkten, die auch mit Verfolgen durch Kameras arbeiten, bspw. Mutant City Blues, Nights Black Agents oder Ashen Stars.
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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #55 am: 14.10.2014 | 17:37 »
Und ersetzt es Shadowing und Stealth?
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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #56 am: 16.10.2014 | 21:11 »
@rillenmanni:
Folgenden Satz habe ich gerade in Esoterrorists gelesen:
Simply ensure that any clue, especially any core clue, is available not only to players using the ability specified in the scenario, but to any player who provides a credible and entertaining alternate method of acquiring that clue.
Ich denke mal, das beantwortet deine (und meine) Frage von oben doch ziemlich deutlich, oder?
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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #57 am: 16.10.2014 | 22:58 »
@rillenmanni: In den drei von mir genannten Produkten ist das Päarchen Infiltration und Surveillance. Wobei das letztere in NBA am weitesten gefasst ist, aber es ist auch das jüngste der drei Produkte.
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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #58 am: 16.10.2014 | 23:42 »
Folgenden Satz habe ich gerade in Esoterrorists gelesen:
Simply ensure that any clue, especially any core clue, is available not only to players using the ability specified in the scenario, but to any player who provides a credible and entertaining alternate method of acquiring that clue.
Ich denke mal, das beantwortet deine (und meine) Frage von oben doch ziemlich deutlich, oder?

Klar! Wenn das _nicht_ so wäre, würden wir genau bei den alten Problemen von Investigativ-ABs landen, die ja mit Gumshoe genau behoben werden sollten.
Da zählt jetzt natürlich das genaue Spiel noch mit rein, bei Esoterrorists würde ich tatsächlich etwas CSI, Law and Order oder Tatort Gebrabbel erwarten, bei Trail dagegen ein wenig etwas aus der Marlowe Ecke, hauptsache aber es geht mit den Core Clues weiter und damit voran.
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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #59 am: 18.10.2014 | 21:45 »
Ich weiß, aber es beantwortet halt sehr direkt seine Frage von weiter oben.  ;)
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Offline Chruschtschow

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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #60 am: 2.11.2014 | 14:41 »
Ich habe jetzt gestern meine erste Runde Gumshoe als Spieler absolviert. Spielleiter war übrigens der Jim Plotz und ich fand es herrlich. :d

Oben gab es ja die Diskussion, wer den Impuls für die Clues gibt, wie die Fertigkeiten zugeordnet werden usw. Im Prinzip gab es ja drei Möglichkeiten, die sich so ein bisschen rauskristallisiert haben:
1) Die Spieler probieren ihre verschiedenen Skills aus, bis sie den geforderten treffen.
2) Der Spielleiter fragt, wer hat X und verteilt dann Informationen.
3) Die Spieler machen irgendwas mit ihren investigativen oder allgemeinen Fertigkeiten, was so eigentlich nicht vorgesehen ist, aber gut passt.

Und am besten klappt... alles drei.

Methode 1 kam zum Einsatz, als wir den ersten Tatort betraten. Tatort abkleben, Gummischuhe und -handschuhe her und dann fröhlich los gesucht in guter CSI-/ Law-and-Order- / Criminal-Intent-Manier. Es gibt reichlich zu wühlen, es gibt reichlich zu finden und Klischees, narrative Elemente im Spiel und Spielregeln passen wunderbar zueinander. Oha, ein Toter? Klischee und Erzählung: "Fotos machen, Wunden suchen, Augen anschauen" - Regeln: "Forensic Anthropology". Viele Handlungsmöglichkeiten, die naheliegen und die leicht in der Szenarioplanung zu antizipieren sind. Da wird die Fertigkeitenliste alleine schon deshalb abgearbeitet, weil es eben so auch in den passenden Serien geschieht und wir da die smarten Ermittler mimen konnten.

Irgendwann hatten wir mal einen leichten Informationsoverkill, da ging es mit einem kleinen Schubs vom Spielleiter weiter. Methode 2 ist toll zum Knotenlösen, wenn doch mal einer bei Gumshoe auftaucht.

Methode 3 kam dann eher am Ende des Szenarios zum Tragen, als wir "eingearbeitet" waren. Vielleicht lag es daran, dass die meisten Leute am Tisch schon mal Fate gespielt haben. Die investigativen Fertigkeiten bekamen eher den Charakter, dass wir daran orientiert die Handlung selbstständig weitergeführt haben. Zum Beispiel hat mein BKA-Mann Kriminaloberkommissar Harald Steinkämper, Abteilung Polizeilicher Staatsschutz, Unterabteilung Religiös motivierter Terrorismus das Telefon gezückt: "Ok, wir haben hier also diesen toten Neonazi auf dem Truppenübungsplatz. Ich lasse meine Leute den Organisator der Wehrübung ermitteln und die packen uns den schön in einen Verhörraum im Keller des Berliner Amtssitzes, wir kommen dann gleich rüber. Ich habe noch vier Punkte Bureaucracy, ich würde da gerne einen bezahlen." *Cut* Nächste Szene im Verhörraum mit doppeltem Spiegel und allem. Kennt ihr dieses *Plong*-*Plong*-Geräusch aus den ganzen Law-and-Order-Sachen? Das war das einzige, was noch fehlte. Super, Player Empowerment, die Spieler konnten schön alleine aktiv werden und sich die Spielwelt zu eigen machen.
« Letzte Änderung: 2.11.2014 | 14:46 von Chruschtschow »
Tolles Setting, würde ich aber mit Fate spielen. Und jeder Thread ist ein potentieller Fate-Thread. :d

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Offline aikar

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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #61 am: 3.11.2014 | 15:25 »
Wie gut taugt Gumshoe eigentlich, wenn man KEIN Investigations-Szenario spielt?

Warum ich frage: Ich überlege welches Regelsystem ich für eine Victorian-Age-Kampagne verwende und die Szenarios sollen etwa gleichmäßig zwischen Kriminalfällen in London und pulpigen Entdeckerszenarios in den Kolonien geteilt sein.
Für ersteres dürfte Gumshoe ja perfekt sein, aber wie sieht es für eine Jagd oder Tempelerkundung ala Indiana Jones im indischen Dschungel aus?

Offline Rumpel

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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #62 am: 3.11.2014 | 15:28 »
Wie gut taugt Gumshoe eigentlich, wenn man KEIN Investigations-Szenario spielt?

Warum ich frage: Ich überlege welches Regelsystem ich für eine Victorian-Age-Kampagne verwende und die Szenarios sollen etwa gleichmäßig zwischen Kriminalfällen in London und pulpigen Entdeckerszenarios in den Kolonien geteilt sein.
Für ersteres dürfte Gumshoe ja perfekt sein, aber wie sieht es für eine Jagd oder Tempelerkundung ala Indiana Jones im indischen Dschungel aus?

Ich finde, es geht ganz solide, wenn man sich mit dem Poolsystem anfreundet - d.h. wenn einem klar ist, dass Spieler Proben durch Punkteausgeben schaffen und das Pools irgendwann auch mal leer sein können und die SC ab dem Punkt scheitern werden (und man ihnen als SL eine Regenerationspause geben muss).
Für mich fühlt es sich dadurch recht Freeform-mäßig an - wobei es halt passieren kann, dass eine einzelne Begegnung dann plötzlich ganz knallhart wird.
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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #63 am: 3.11.2014 | 19:19 »
Meiner Meinung nach eignet sich GUMSHOE auch ganz gut als Universalsystem. Theoretisch könnte man sogar die IAs einfach zusammenschrumpfen und gut is.
Aber schon Trail of Cthulhu bietet ja den "Pulpmodus" als Spielmöglichkeit und es gibt Abenteuer direkt dafür (Stunning Eldritch Tales z.B.).
Desweiteren pusht die Einführung der Cherries den Action/Pulp Spielmodus sogar noch weiter.

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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #64 am: 11.01.2016 | 08:17 »
Ich habe gerade das PDF Esoterrorist (1st) gelesen und es gefällt mir wirklich schon sehr gut von der Grundidee her. Werde mir wohl die 2nd Edition als toter Baum zulegen.

Was sind denn wichtigsten Unterschiede zwischen der ersten und zweiten Edition?

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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #65 am: 11.01.2016 | 11:46 »
Ich habe gerade das PDF Esoterrorist (1st) gelesen und es gefällt mir wirklich schon sehr gut von der Grundidee her. Werde mir wohl die 2nd Edition als toter Baum zulegen.

Was sind denn wichtigsten Unterschiede zwischen der ersten und zweiten Edition?

An den Regeln hat sich nichts (wesentliches) geändert, soweit ich das überblicken kann. Von der Präsentation und inhaltlich bietet die 2nd Edition aber viel mehr. Die Regeln sind besser formuliert, das Setting ist jetzt greifbarer und allein "Station Duty" macht es meiner Meinung nach zu einem Pflichtkauf, wenn man die Armitage Files für ToC mochte. Ich würde es schon längst spielen bzw. leiten, wenn ich nicht solche Probleme mit den Esoterroristen und dem Outer Dark hätte ~;D
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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #66 am: 11.01.2016 | 12:03 »
Was sind denn wichtigsten Unterschiede zwischen der ersten und zweiten Edition?

Die Kampfregeln sind etwas feingranulierter geworden. Man muss die 2nd Edition meiner Meinung nach nicht kaufen. Wenn du die 1st schon hast, würde ich das Geld lieber in das "Book of Unremitting Horror" investieren, falls du es noch nicht hast. Das ist quasi das Monster-Handbuch zu Esoterrorists und wirklich gut. Für mich eins der Top Monsterbücher überhaupt.
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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #67 am: 11.01.2016 | 12:11 »
Die Kampfregeln sind etwas feingranulierter geworden. Man muss die 2nd Edition meiner Meinung nach nicht kaufen. Wenn du die 1st schon hast, würde ich das Geld lieber in das "Book of Unremitting Horror" investieren, falls du es noch nicht hast. Das ist quasi das Monster-Handbuch zu Esoterrorists und wirklich gut. Für mich eins der Top Monsterbücher überhaupt.
+1, auch betreffs Book of Unremitting Horror. "Monster-Handbuch" ist definitiv zu schnöde gesprochen ;). Es ist eine Sammlung komplett urbaner Mythen, die mehr an Lovecraft'sche Entitäten als alles andere erinnern. Gibt es btw auch in einer d20-Fassung.
Wenn du Ausgefeiltere Kampfregeln wollen würdest, solltest du ohnehin früher oder später einen Blick ins Esoterror Fact Book werfen, das richtet sich quasi an die "Aufräum-SWAT-Kommandos", die nach einer Ermittlung losgeschickt werden. Oder du spielst Night's Black Agents, aber da sind Setting und Stimmung ganz anders.
Station Duty ist unabhängig davon tatsächlich ein sehr cooles Rahmenwerk für eine längere, ortsgebunden Kampagne. Für Spielleiter sehr angenehm, weil man nicht für jede Mission ein andere Großstadt rund um den Globus vorbereiten muss und sowas.
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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #68 am: 11.01.2016 | 12:18 »
Große Unterstützung für alles gesagte über das BoUH, bis auf eines:

+1, auch betreffs Book of Unremitting Horror. "Monster-Handbuch" ist definitiv zu schnöde gesprochen ;). Es ist eine Sammlung komplett urbaner Mythen, die mehr an Lovecraft'sche Entitäten als alles andere erinnern. Gibt es btw auch in einer d20-Fassung.

Im Gegenteil - da ist wirklich zum Glück mal ausnahmsweise praktisch kein Lovecraft enthalten, dafür umso mehr in Richtung Clive Barker.
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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #69 am: 11.01.2016 | 12:22 »
Große Unterstützung für alles gesagte über das BoUH, bis auf eines:

Im Gegenteil - da ist wirklich zum Glück mal ausnahmsweise praktisch kein Lovecraft enthalten, dafür umso mehr in Richtung Clive Barker.
Ok, mit Herrn Barker bin ich nicht vetraut, also glaube ich dir da mal.
Wichtig ist: Die Dinger sind neu und teils sehr creepy, und die Präsentation ist gut.

btw, was heißt "ausnahmsweise kein Lovecraft"? Mir sind außerhalb von Cthulhu schon eine ganze Weile keine ähnlichen Monster und Mythen über den Weg gelaufen.
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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #70 am: 11.01.2016 | 12:24 »
[...] solltest du ohnehin früher oder später einen Blick ins Esoterror Fact Book werfen [...]
Jap, auch da sind wir uns einig. Von mir auch volle Empfehlung des Esoterror Fact Book.
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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #71 am: 11.01.2016 | 12:25 »
Oder du spielst Night's Black Agents, aber da sind Setting und Stimmung ganz anders.

Davon hab ich schon gelesen, scheint im Actionbereich wirklich mehr zu bieten als Esoterrorists. Weiß jemand wo da Ashen Stars rangiert?

Leider gibt es NBA gerade nicht als Buch beim SM.

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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #72 am: 11.01.2016 | 12:51 »
Große Unterstützung für alles gesagte über das BoUH, bis auf eines:

Im Gegenteil - da ist wirklich zum Glück mal ausnahmsweise praktisch kein Lovecraft enthalten, dafür umso mehr in Richtung Clive Barker.

++1

Zusammen mit "Traumsaat" für Engel das beste Monsterhandbuch das ich kenne.

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Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #73 am: 11.01.2016 | 14:46 »
Davon hab ich schon gelesen, scheint im Actionbereich wirklich mehr zu bieten als Esoterrorists. Weiß jemand wo da Ashen Stars rangiert?

Leider gibt es NBA gerade nicht als Buch beim SM.

Ich habe Ashen Stars zwar im Schrank stehen, mich aber nicht mit den Kampfregeln befasst. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass die im Esoterror Factbook eingeführten "Crunchy Combat" Regeln die Vorlage für die Regeln in NBA waren. Dazu habe ich auch folgendes Posting im Pelgrane Press Forum gefunden:

 
Zitat
Yes, the Factbook has all the crunchy combat rules that are in the Night's Black Agents rulebook. So if you want those, it's definitely makes the Factbook worthwhile. Here is a list from the ToC:

Extra-Crunchy Combat..........................................4 5
Automatic Weapons.......................................... ........... 45
Called Shots............................................ ........................ 47
Critical Hits............................................. ........................ 48
Evasive Maneuvers........................................ .............. 49
Extra Attacks.......................................... .........................49
Feints........................................... ....................................... 50
Grenades......................................... .................................. 50
Martial Arts............................................. ........................ 51
Non-Lethal Weapons.......................................... ......... 51
Jumping In............................................... ........................ 52
Reckless Attacks.......................................... ..................52
Sniping.......................................... .................................... 52
Special Weapons Training......................................... 52
Support Moves............................................ ................... 53
Suppressing Fire............................................. ............... 53
Techno-Macho Utterances....................................... ..54

Ich bleibe dabei - wenn du Esoterrorists spielen möchtest und auch eine Papierfassung in der Hand halten möchtest sind die paar Euronen für die 2nd Edition sicher kein herausgeworfenes Geld.

Zu Unremitting Horror habe ich nichts hinzuzufügen, was nicht bereits oben gesagt worden wäre.

Das Esoterror Factbook liefert einiges an Hintergrundinfos zum OV und den Esoterroristen - aus OV Sicht. Ist ingame geschrieben und war nach der 1st Edition meiner Meinung nach bitter nötig, um das Setting etwas auszufüllen. Da ist aber weiterhin genug Fluff drin, der einen Mehrwert zur 2n Edition bietet und eine Anschaffung rechtfertigt, wenn man Esoterrorists spielen möchte.

Der Summoning Guide ist ähnlich, d.h. auch ingame, und bietet tiefere Einblicke in das Denken und die Arbeitsweise der Esoterroristen (aus Sicht des OV).
Aktuell: Night‘s Black Agents, Der Schatten des Dämonenfürsten & KULT

Deep_Impact

  • Gast
Re: [Erzählt mir von] Gumshoe
« Antwort #74 am: 11.01.2016 | 16:21 »
Das klingt alles schon mal super. Wobei ich glaube erstmal Gumshoe ohne crunchy fighting ausprobieren würde, um das Spielgefühl kennenzulernen.

Hab mir die Rezis der Teilzeithelden auch mal durchgelesen und ich glaube bei jedem Produkt wurde angemerkt, dass der Pool - wenn er erstmal leer ist - schnell zum Problem wird, da man Werte von 7+ nicht mehr erreichen könnte (Kampf).
Ist das denn bei Esoterror oder NBA anders als beim klassischen CoC? Wenn ich mich da mit einem übernatürlichem Wesen anlege, wird es mich mit guter Wahrscheinlich verspeisen. Wäre ja auch nicht erschreckend, wenn ich jedes Wesen einfach über den Haufen schiessen könnte.