Autor Thema: Player walk-outs - Ein unvermeidbares Risiko oder einfach A****loch-Verhalten?  (Gelesen 35417 mal)

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Offline Nocturama

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@Huntress: Klar, die Spieler sollen auch alleine was machen und sich gegenseitig anspielen. Das mache ich normalerweise auch, da habe ich keine Hemmungen.

In der besagten Runde ist in der Situation einiges schief gelaufen. Grob gesagt: Die Charaktere kannten sich noch nicht, es war eine äußerst unglückliche Anfangskonstellation (fertige Charakter mit teilweise null Motivation, zusammenzuarbeiten - oder sogar Gründen, auf gar keinen Fall zusammenzuarbeiten) und mein Charakter war schlicht und einfach nicht bei den anderen, die eben eine halbe Stunde alleine etwas anderes gemacht haben. Entsprechend war natürlich nicht nur der SL an der blöden Situation beteiligt, sondern wir Spieler ebenfalls.

Wie gesagt, ich hätte nach spätestens zehn Minuten ansprechen sollen, das die Situation ungünstig ist und ich gerade keine Möglichkeit sehe, meinen Charakter einzubringen. Ich denke trotzdem, dass man als SL nach fünfzehn Minuten wenigstens mal sagen kann: "Okay, was macht der andere Charakter gerade?" Als Spieler fühlt man sich etwas doof, wenn man sozusagen mit den Armen wedeln und sagen muss: "Hey, hey, ich bin auch noch da! Ich leeebe noooch!"

Aber ja, bei so einer langen Wartezeit und dem Gefühl, sich gar nicht einbringen zu können, stieg bei mir eine gewisse Frustration auf. Die ich ja dann auch runtergeschluckt, weitergespielt und dann auch die erste kleine Öffnung für die Gruppenzusammenführung genutzt habe. Danach ging es dann.
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Offline Thandbar

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Ist es denn die Aufgabe eines SL - generell oder im Speziellen auf einer Con - allen Spielern/Charakteren etwas zu tun zu geben?
 

Ich bin völlig unerfahren, was Cons angeht; aber ich denke, es wäre insgesamt eine gute Strategie, Abenteuer auszuwählen, die es einem als SL von Anfang sehr einfach machen, auf die Bedürfnisse der Spieler einzugehen. Das heißt, das es einen guten, spannenden Plot gibt, dem die Spieler, wenn sie das möchten, einfach nur folgen können, gleichzeitig aber auch die Möglichkeit vorhanden ist, sich sandboxmäßig oder tavernenspielartig auszutoben.

Das Problem beim Organized Play - so wie ich das im Umfeld der D&D 5E mitgekriegt habe - ist doch, dass es da leicht zum Gefühl des Railroadens kommen kann.
"Du wirst direkt in diesem Moment von einer Zilliarde grünkarierter Kakerlakeneinhörner in Tweedanzügen umzingelt, die mit Fallschirmen aus gebeiztem Vanillepudding aus der nächstgelegenen Dattelpalme springen und dich zu ihrer Avonberaterin krönen - und die Krone ist aus Dr. Frankensteins bösartig mutiertem Killernougat! Streich dir 78000 Hirnschadenspunkte ab und mach sofort eine Jodelimprovisation!"

Offline GustavGuns

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Es ist sicher schön und gut, hier das theoretisch perfekte Con-Abenteuer zu entwickeln, dass keiner niemals nicht hassen könnte, und es gibt den meisten SLs sicher ein paar gute Anregungen dafür, wo die potentiellen Probleme beim Entwickeln eines Abenteuers liegen. Ich glaube aber auch, es ist im Großen und Ganzen nicht nötig, ein Abenteuer als die eierlegende Wollmilchsau zu gestalten, das alles für jeden sein kann, und selbst dann hätte man eventuell immer noch einen Geh-Raus, das läge dann halt nicht an einem selbst, sondern an anderen Spielern oder vielleicht hat der Geh-Raus-Spieler einfach schlecht geschissen oder oder oder.

Ich will damit nicht die Entwicklung des perfekten Conabenteuers bzw. des perfekten Abenteuers an sich unterbinden - sondern nur die sich langsam in den Himmel schraubenden Erwartungen ein Bisschen runterdrehen. Als Congänger kann ich sagen, wenn ein SL sich bereit erklärt zu leiten, bin ich normalerweise schon froh darüber.
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Offline Greifenklaue

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Wenn ich auf Cons gehe, akzeptiere ich, dass andere Leute anders leiten als ich - das ist sogar ein Reiz, ganz im Zweifelsfall kann ich ja sogar was dazulernen. Und aus "Fehlern" lernt man ja angeblich ehh am meisten ...  :D
"In den letzten zehn Jahren hat sich unser Territorium halbiert, mehr als zwanzig Siedlungen sind der Verderbnis anheim gefallen, doch nun steht eine neue Generation Grenzer vor mir. Diesmal schlagen wir zurück und holen uns wieder, was unseres ist.
Schwarzauge wird büssen."

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alexandro

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Falls du das wirklich als ernste Frage meinst: Wenn du den Film verlässt, können die anderen den Film zu Ende schauen. Wenn du das Buch weglegst, können die anderen das Buch trotzdem lesen. Aber wenn du (womöglich gleich noch zu mehreren) eine laufende Runde verlässt, dann ist sie für alle zu Ende oder zumindest nachhaltig beschädigt. Ist schon ein Unterschied.

Albern. Selbst wenn 4 von 5 Spielern die Runde verlassen sollten, so leite ich halt für den einen verbliebenen Spieler weiter. Ich sehe nicht, wie die Runde dadurch "beschädigt" werden sollte.

Ansonsten:

1.) Ich bin als SL kein "Diskussionsleiter": Im Rollenspiel geht es mir nicht um das Abwägen von unterschiedlichen Interessen und es geht mir nicht (wie in Talkshows/Politdebatten) darum einen Haufen Selbstdarsteller "unter Kontrolle" zu halten. Es geht darum Anreize zu schaffen und Mut zu machen sich auf das Setting/die Geschichte einzulassen - und dann ihre eigene Struktur und ihr eigenes Tempo zu finden. Gleichmäßig verteiltes Spotlight halte ich für überschätzt - Spotlight ist bei mir potentiell unbegrenzt da, aber jeder braucht sich nur soviel zu nehmen, wie er auch will.

2.) Ich bin auch verdammt nochmal kein "Performer": Ich leite wegen der Inhalte, nicht wegen der Form. Mein Leitstil ist nicht "shiny" und ganz sicher nicht immer sprachlich sauber poliert, er hat rauhe Kanten und unsaubere Ecken. Trotzdem ist er stabil und belastbar - ein blöder Witz macht bei mir eben nicht "die ganze Stimmung kaputt", weil die Stimmung eben aus echtem Interesse an Inhalten (und dem daraus ausgelöstem Kopfkino) kommt, nicht aus den tollen "Spezialeffekten" wirkungsträchtiger Sprache.

Offline Evil Batwolf

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Albern. Selbst wenn 4 von 5 Spielern die Runde verlassen sollten, so leite ich halt für den einen verbliebenen Spieler weiter. Ich sehe nicht, wie die Runde dadurch "beschädigt" werden sollte....

Hm????

Spotlight ist bei mir potentiell unbegrenzt da, aber jeder braucht sich nur soviel zu nehmen, wie er auch will.

And again: Hm????

alexandro

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Du musst schon konkreter werden. Zwei unzusammenhängende Zitate (von denen sich eines auf mein Verhalten bei aussteigenden Spielern bezieht, das andere auf etwas ganz anderes) sind wenig hilfreich.

User6097

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Naja, die Vorstellung, das 4 Spieler gehen und man dann für einen weiterleitet, ist befremdlich. Wenn man flexibel ist sicher möglich, aber ungewöhnlich insofern, das ich sowas noch niemals auch nur ansatzweise gesehen hätte. Immerhin muss man ja nicht nur ganz spontan das Abenteuer anpassen, man muss auch noch 1zu1 leiten.

Unbegrenztes Spotlight wiederum ist unmöglich, da sich Spotlight ja gerade durch seine Exklusivtät definiert.

Insofern drückt das Hmm vermutlich Unverständnis aus.

Offline Bad Horse

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Außerdem gibt es halt Leute, die für sich selbst unmäßig viel Spotlight in Anspruch nehmen und einfach über andere drüberquatschen. Das machen die häufig nicht aus böser Absicht, sondern weil sie einfach so enthusiastisch sind - trotzdem würden die anderen Spieler vielleicht auch gern mal was sagen.

Das heißt jetzt nicht, dass ich jedem sein Spotlight hinterhertragen muss, aber ich finde schon, dass ein SL nicht immer nur dem lautesten Spieler zuhören sollte.
Zitat von: William Butler Yeats, The Second Coming
The best lack all conviction, while the worst are full of passionate intensity.

Korrekter Imperativ bei starken Verben: Lies! Nimm! Gib! Tritt! Stirb!

Ein Pao ist eine nachbarschaftsgroße Arztdose, die explodiert, wenn man darauf tanzt. Und: Hast du einen Kraftsnack rückwärts geraucht?

Offline Thandbar

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Selbst wenn 4 von 5 Spielern die Runde verlassen sollten, so leite ich halt für den einen verbliebenen Spieler weiter. Ich sehe nicht, wie die Runde dadurch "beschädigt" werden sollte.
 

Natürlich wird sie dadurch nicht beschädigt, weil sie dann gar nicht mehr da ist.  ;)
In einem solchen Fall muss der SL improvisieren; kein "Encounter" kann wie geplant weitergespielt werden. Jed hat das ja getan und eine Gefangenenbefreiung durchgeführt. Insgesamt eine gute Idee - meiner Meinung nach -, aber es ist bestimmt nicht das, was die ursprüngliche Runde getan hätte.
"Du wirst direkt in diesem Moment von einer Zilliarde grünkarierter Kakerlakeneinhörner in Tweedanzügen umzingelt, die mit Fallschirmen aus gebeiztem Vanillepudding aus der nächstgelegenen Dattelpalme springen und dich zu ihrer Avonberaterin krönen - und die Krone ist aus Dr. Frankensteins bösartig mutiertem Killernougat! Streich dir 78000 Hirnschadenspunkte ab und mach sofort eine Jodelimprovisation!"

alexandro

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Wenn man ein Con-Abenteuer leitet muss man imo sowieso darauf eingestellt sein, dass man potentiell mit weniger (in seltenen Fällen auch mehr) Spielern in der Runde sitzt, als man erwartet hat. Sogar, dass sich nur 1 Spieler für die Runde findet. Soviel Flexibilität gehört (für mich) dazu. Ich finde One-on-One nicht problematischer als Rollenspiel mit mehr als einem Spieler. Ich habe auch noch kein AB "angepasst", weil weniger Spieler als erwartet da waren (höchstens weil die Zeit nicht ganz gereicht hat).
@Thandbar: Ich leite keine "Encounter". Encounter sind dämlich.

"Potenziell unbegrenzt" ist etwas anderes als "unbegrenzt". Die Spieler entscheiden selbst wieviel Spotlight sie brauchen und bekommen es. Ich achte maximal darauf, dass die Spieler ungefähr gleiche Chancen auf Einzel-Szenen haben, wie der Rest (ob sie diese Chancen nutzen, liegt bei ihnen). Reicht diese Art von Spotlight für einen Spieler nicht aus, so muss er sich halt in den Gruppenszenen (wo nicht nur einer im Mittelpunkt steht) stärker einbringen und schon funzt das. Will ein Spieler eher im Hintergrund bleiben, so ist das auch OK.

@Bad Horse:
Zitat
ich finde schon, dass ein SL nicht immer nur dem lautesten Spieler zuhören sollte.
Mache ich auch nicht (ich bemühe mich die Aktionen aller Spieler zu berücksichtigen). Aber wenn die Gruppe halt diesem Spieler eher zuhört, was soll ich als SL mich da einmischen? Was sollte das bringen (außer dass das Spiel stockt, weil alle auf "GM-prompting" warten)?
« Letzte Änderung: 30.11.2014 | 17:38 von alexandro »

Offline Grimtooth's Little Sister

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Ich bin bisher als Spieler einmal in einer Online-Con-Runde kommentarlos gegangen - nicht nur hat der SL so lahmarschig erzählt das nix vorankam, er hat minen Char auch im großen und ganzen ignoriert z.B nicht mal zur Kenntnis genommen wenn ich was gemacht oder gesagt hatte.

Als SL hab ich zweimal ne Runde abgebrochen, einmal online und einmal auf einem Spieletreff. Im ersten Fall hatte keiner der Spieler auch nur ansatzweise mitgemacht, und das AB war klar nicht als railroading ausgeschrieben - und selbst da hätten sie was tun müssen. Im anderen Fall gab es persönlichen Zoff zwischen 3 Spielern und das ging dann gar nicht.

Generell halte ich es für nicht gut mitten im Spiel zu verschwinden und mache sowas auch nur wenn ich gar nicht mehr kann.

Im vorliegenden Fall kann ich keine Meinung abgeben weil ich nicht dabei war.

Zu Feedback muss ich sagen dass ich das auch auf Con-Runden gut finde, weil ich da doch ganz anders leite als zu Hause in meinen Famileinrunden bzw mit anderen festen Runden. Zum einen mache ich mehr Tempo und wir sind in der Regel vor Ablauf der 4 Stunden fertig. Im Zweifelsfall hänge ich eher noch ein Szenario dran. Zum anderen vermeide ich auf Cons viel Kämpfe einzubauen, grade wegen der Zeit. Falls das aber denn doch in ein Abenteuer gepasst hätte lasse ich mir das gern auch sagen und baue das dann nächstesmal ein. Etc.

Fliegen bei einem Scientologen im Schampusglas - wenn Insekten in Sekten in Sekt enden.

"Fallschirmspringen ist in SR 4 von Konstitution abhängig. Könnte dazu jemand der sich mit Fallschirmspringen auskennt was sagen insbesondere welches Attribute er dafür für das Passende halten würde ? So im Realen Rahmen ."-Supersöldner
"Ich wäre ja bei CHA. Fallschirm springen nutzt ja nix, wenn man nicht gut dabei aussieht..." -Flamebeard

Offline Evil Batwolf

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Wenn man ein Con-Abenteuer leitet muss man imo sowieso darauf eingestellt sein, dass man potentiell mit weniger (in seltenen Fällen auch mehr) Spielern in der Runde sitzt, als man erwartet hat. Sogar, dass sich nur 1 Spieler für die Runde findet. Soviel Flexibilität gehört (für mich) dazu. Ich finde One-on-One nicht problematischer als Rollenspiel mit mehr als einem Spieler. Ich habe auch noch kein AB "angepasst", weil weniger Spieler als erwartet da waren (höchstens weil die Zeit nicht ganz gereicht hat).
Wenn aber zuvor 4 Leute grußlos gegangen sind, ist das eine Belastung für die Spielstimmung. Also etwas anderes, als wenn man von vornherein von 1o1 ausgegangen wäre. Von daher sehr wohl eine Beschädigung. Wenn Du das nicht siehst, hat das was mit Deiner Sicht auf die Dinge zu tun, nicht mit dem objektiven Tatbestand.

"Potenziell unbegrenzt" ist etwas anderes als "unbegrenzt"...
Genau, potenziell bedeutet "möglich, denkbar".
Unbegrenztes Spotlightfür alle ist bei mehreren Spielern weder denkbar noch möglich, von daher ist dieses Denkmodell (potenziell) Unsinn.  :)

Was Du vielleicht meinst, dass sich Deine Spieler um ihr Spotlight gefälligst selbst kümmern sollen. Kann man so sehen. Heißt aber nicht, dass dann keine Probleme entstehen könnten. Sind dann nur nicht Deine Probleme.

Offline Thandbar

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@Thandbar: Ich leite keine "Encounter". Encounter sind dämlich.
 

Ist ja egal, wie Du es nennen oder nicht nennen willst. Sobald etwas in dem vorbereiteten Abenteuer vorkommt, was eine bestimmte Kompetenzverteilung der SCs oder deren Anzahl voraussetzt, musst Du anpassen. Und je nach System geht das entweder relativ gut spontan oder eben nicht.
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Offline Niedertracht

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Wenn Du das nicht siehst, hat das was mit Deiner Sicht auf die Dinge zu tun, nicht mit dem objektiven Tatbestand.
Abgesehen davon, daß ich juristische Fachbegriffe in solchen Diskussionen als ziemlich absurd empfinde, ist es interessant, wie eine Meinungsäußerung als "Sichtweise" bezeichnet, die konträre Auffassung aber zum Faktum erklärt wird.
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Offline ElfenLied

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Was ich mir bei manchen Kommentaren hier denke: "Player walk-outs - ein unvermeidbares Risiko bei Arschlochverhalten" (auf beiden Seiten)

The belief that a cosmic Jewish Zombie who was his own father can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree... yeah, makes perfect sense.

Offline Nebula

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wenn auch nur die Hälfte von Ser Silwen stimmt, dann verstehe ich das Walk Out

Für den SL und den Rest der Runde immer doof, ob berechtigt oder nicht

Thema: als SL bin ich kein Bespaßer

Das hörte ich jetzt schon öfter, daß sich ein SL zu fein ist, auf die Gruppe einzugehen und mal zähe Stellen in der Session zu beschleunigen oder mit Leben zu Füllen.

Warum? Als LEITER kann man blockieren oder fördern und wenn man hier meint, nicht der Bespaßer zu sein, dann frage ich mich, wie bei euch die Session läuft und welche Zufriedenheit die Spieler so haben

Wie leitet ihr als nicht Bespaßer SL? müssen euch die Spieler alles aus der Nase ziehen? Freut ihr euch nur, daß ihr eure Gedankenwelt zum Bespielen freigegeben habt?

Offline Evil Batwolf

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Abgesehen davon, daß ich juristische Fachbegriffe in solchen Diskussionen als ziemlich absurd empfinde, ist es interessant, wie eine Meinungsäußerung als "Sichtweise" bezeichnet, die konträre Auffassung aber zum Faktum erklärt wird.
Ich hab' lange überlegt, ob ich das beantworte. Inhaltlich lass' ich es.

Nur soviel: "Faktum" dürfte ebenfalls ein Begriff sein, der im "Juristendeutsch" Verwendung findet. Heißt übersetzt übrigens Tatbestand und kommt aus dem Lateinischen. Absurd, jetzt auch noch lateinische Begriffe in eine solche Diskussion einzuführen.

Und zu "konträr": Zwei widerstreitende, konträre Meinungen können nicht beide zutreffen, nach den Gesetzen der Logik ist es zwingend, dass (mindestens) eine von beiden falsch sein muss. Deine Forderung, beide gleichberechtigt nebeneinander stehen zu lassen, ist....stopp, das wäre sonst schon wieder eine inhaltliche Entgegnung.



« Letzte Änderung: 1.12.2014 | 13:49 von Evil Batwolf »

Offline Lichtschwerttänzer

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Thema: als SL bin ich kein Bespaßer

Das hörte ich jetzt schon öfter, daß sich ein SL zu fein ist, auf die Gruppe einzugehen und mal zähe Stellen in der Session zu beschleunigen oder mit Leben zu Füllen.
Nein, d.h. ich als SL betrachte mich nicht als mehr verantwortlich sowas zu tun als jeder einzelne andere Spieler


Zitat
müssen euch die Spieler alles aus der Nase ziehen?
Nein, die anderen Spieler müssen aktiv sein, aktiv mitspielen.
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“Uh, hey Bob?”
“What Steve?”
“Do you feel like we’ve forgotten anything?”
Sigh. “No Steve. I have my sword and my bow, and my arrows and my cloak and this hobbit here. What could I have forgotten?”
“I don’t know, like, all of our stuff? Like the tent, the bedroll, my shovel, your pot, our cups, the food, our water, your dice, my basket, that net, our spare nails and arrowheads, Jim’s pick, my shovel, the tent-pegs…”
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Offline Pyromancer

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Nein, d.h. ich als SL betrachte mich nicht als mehr verantwortlich sowas zu tun als jeder einzelne andere Spieler
Das kollidiert meiner Erfahrung nach mit der Erwartungshaltung vieler Con-Spieler, und kann daher, wenn du das vorher nicht klarstellst, schnell zu Frust führen.
Ihr findet mich im Traveller-Kanal: https://www.tanelorn.net/index.php/board,380.0.html

Ucalegon

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Das kollidiert meiner Erfahrung nach mit der Erwartungshaltung vieler Con-Spieler, und kann daher, wenn du das vorher nicht klarstellst, schnell zu Frust führen.

Vor allem kann man das ja so pauschal gar nicht sagen. Wenn ich absolute Neulinge habe und/oder ein anspruchsvolles System leite, dann muss von mir als SL auch mehr kommen bzw. mehr in die Vorbereitung fließen. Wenn ich dagegen eine Runde FATE leite, sollte ich sogar davon ausgehen, dass die Spieler(innen) sich einbringen und es zur Not auf der Metaebene ansprechen, wenn zu wenig kommt.

Und wenn ich mich entscheide Systeme wie DSA, Shadowrun etc. anzubieten, die von vielen Gruppen mit unmäßig starker SL gespielt werden, sollte mir zumindest klar sein, dass Leute am Tisch auftauchen könnten, die von mir das Rundum-Sorglos-SL Paket erwarten.

Ich würde schon sagen, dass es ein nobles Anliegen ist, von Spieler(inne)n Engagement einzufordern, aber das geht halt bei Leuten, die das nicht gewohnt sind nur, wenn ich sie als SL da ranführe, was der grds. nachvollziehbaren Forderung widerspricht, als SL nicht mehr Verantwortung für ein aktives Spiel zu übernehmen als die Mitspieler(innen).

Offline Swafnir

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Filme, die mir nicht gefallen, schaue ich nicht zu Ende. Ich schalte sie ab, verlasse das Kino usw.. Bücher lege ich weg. Musik mache ich aus. Warum sollte ich eine Rollenspielrunde bis zum Ende erdulden?

Okay, man kann es tun. Aber warum ich es müssen sollte, erschließt sich mir nicht. Weil jemand Arbeit und Mühe darin investiert hat? Das trifft auf Filme, Musik, Bücher usw. auch zu.

Und die Leute haben die Runde ja nicht verlassen und Jed dabei aufs übelste beschimpft. Schlimmer noch, sie haben offen und ehrlich ihre Meinung gesagt. Sie haben ihm nicht die Chance zur Korrektur gegeben. Das ist in der Tat nicht fair. Aber auch hier: warum sollten sie dazu gezwungen werden? Sie haben sich ein Bild gemacht und daraus geschlossen, dass es für sie nicht anders wird. So wie ich, wenn ich den Film ab-, die Musik ausschalte und das Buch schließe.

Weil weder die Schausspieler, noch die Regisseure oder der Autor das mitbekommen. Du hast dafür bezahlt - fertig. In einer Rollenspielrunde bist du aber kein Konsument und da sitzen Personen am Tisch die dieses Verhalten mitbekommen. Und sowas geht an einem SL auch nicht spurlos vorbei. Für Leute die denken sie wären Konsumenten und ich ein Dienstleiter, würde ich nicht Spielleiten. Aber du kannst ja anfangen deine SLs zu bezahlen, dann würde ich eine solche Haltung auch nicht mehr asozial finden.
Rollenspielverein Kurpfalz - aleam inter seria exercemus

Die Bedürfnisse vieler sind wichtiger als die Bedürfnisse weniger oder eines einzigen. (Mr. Spock)

Der Sündenbock ist kein Herdentier. (Peer Steinbrück)

Offline Niedertracht

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Aber du kannst ja anfangen deine SLs zu bezahlen, dann würde ich eine solche Haltung auch nicht mehr asozial finden.
Es soll ja nicht wenige Cons geben, die SLs für deren Engagement belohnen, z.B. Getränke-Flat, freier Eintritt.

Da mag vielleicht der eine oder andere Teilnehmer dem (Trug)Schluß unterliegen, daß er diese SLs durch seinen Eintritt (mit)bezahlt und einen Anspruch auf die (Dienst)Lei(s)tung hat.

Das geht natürlich völlig am Sinn des Rollenspiels vorbei, aber Rollenspieler und solche, die Cons besuchen, bilden ja eh eine eigene Spezies, die gerne mal zu kruden Gedankenexperimenten neigt.
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Offline Lichtschwerttänzer

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Wenn ich absolute Neulinge habe.
Begründung?

Zitat
und/oder ein anspruchsvolles System leite,
Definition?



Zitat
dann muss von mir als SL auch mehr kommen bzw. mehr in die Vorbereitung fließen
Wieso?
“Uh, hey Bob?”
“What Steve?”
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Sigh. “No Steve. I have my sword and my bow, and my arrows and my cloak and this hobbit here. What could I have forgotten?”
“I don’t know, like, all of our stuff? Like the tent, the bedroll, my shovel, your pot, our cups, the food, our water, your dice, my basket, that net, our spare nails and arrowheads, Jim’s pick, my shovel, the tent-pegs…”
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Offline Uwe-Wan

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Es soll ja nicht wenige Cons geben, die SLs für deren Engagement belohnen, z.B. Getränke-Flat, freier Eintritt.

Da mag vielleicht der eine oder andere Teilnehmer dem (Trug)Schluß unterliegen, daß er diese SLs durch seinen Eintritt (mit)bezahlt und einen Anspruch auf die (Dienst)Lei(s)tung hat.

Das geht natürlich völlig am Sinn des Rollenspiels vorbei, aber Rollenspieler und solche, die Cons besuchen, bilden ja eh eine eigene Spezies, die gerne mal zu kruden Gedankenexperimenten neigt.

Nah, die Diskussion wollen wir nicht schon wieder eulenspieglerisch haben. Bleiben wir doch beim Thema.  :o
"These things are romanticized, but in the end they're only colorful lies." - This Is Hell, Polygraph Cheaters

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