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Autor Thema: Übersetzungen von Rollenspielen aus dem Ausland vs. Eigenentwicklungen  (Gelesen 7665 mal)

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Offline Kaskantor

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Der Fantasybereich ist auch schon recht verbraucht. Vielleicht könnte man mal über ein ordentlich SiFi Spiel nachdenken. Natürlich gepaart mit Fantasy, dass es sich verkauft.
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Offline Mustafa ben Ali

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Offline Kaskantor

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2017 wird ein SiFi Jahr. Endzeit ist schon wieder out! :).
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Wulfhelm

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Der Fantasybereich ist auch schon recht verbraucht. Vielleicht könnte man mal über ein ordentlich SiFi Spiel nachdenken. Natürlich gepaart mit Fantasy, dass es sich verkauft.
Dieser Thread ist echt zu anstrengend. Bei jedem 2. Posting, wie auch bei diesem, muss ich erst mal lange grübeln, ob es ernst gemeint ist.

Offline ArneBab

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1w6 – Ein-Würfel-System — konkret und direkt, einfach saubere Regeln.
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Flyerbücher — Steampunk trifft Fantasy — auf einem Handzettel.
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Offline Taysal

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Zur Zeit ist aber "Endzeit" in Mode.

Nein, das ist ein Irrtum. Aktuell ist die Dystopie in Mode, die sich aber leicht(er) mit Endzeit kombinieren lässt.

Offline Infernal Teddy

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Dieser Thread ist echt zu anstrengend. Bei jedem 2. Posting, wie auch bei diesem, muss ich erst mal lange grübeln, ob es ernst gemeint ist.

Naja, Paizo macht es dieses Jahr mit Starfinder vor, oder?
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Offline La Cipolla

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Ich finde sehr beruhigend, dass dieser Thread allem voran eins klarmacht, falls es da Zweifel dran gab: Was spannend oder langweilig oder ernst oder lächerlich ist, ist ganz offensichtlich hart subjektiv. 8D

Offline YY

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Naja, Paizo macht es dieses Jahr mit Starfinder vor, oder?

In letzter Zeit kam eine ganze Reihe an ansehnlichen und recht cleveren SF-Spielen, aber am Ende spielt dann doch die ganze Welt Starfinder :P
"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
- Pyromancer

"Ich hack ein Loch in unser Raumschiff; ich weiß, das ist nicht klug!
Scheiß drauf, solang es Spaß macht - goodbye und guten Flug!"

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Offline Auribiel

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Es gibt Pendragon - es gibt kein Nibelungen-Rollenspiel. Es gibt Robin Hood-Supplements - es gibt keine Störtebeker-Supplements. Und für ein Grimm-Rollenspiel [und diverse andere auch, sehr schöne Links, Duck] muss man auf der anderen Seite des Atlantiks nachfragen.

Es gibt Karl-May-Supplements: Old Slayerhand - wenn auch nur als Fanwerk zu Dungeonslayers, zählt das?  ~;D
Feuersänger:
Direkt-Gold? Frisch erpresst, nicht aus Konzentrat?

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Wulfhelm

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Es gibt Karl-May-Supplements: Old Slayerhand - wenn auch nur als Fanwerk zu Dungeonslayers, zählt das?  ~;D
Alles "zählt". Ist ja kein Wettbewerb und alle gut gemachten deutschen Rollenspiele sind wertvoll. Nur...
a.) Entstammt das eben auch nicht deutscher Geschichte oder deutschen Mythen, sondern fällt überspitzt gesagt in die gleiche Kategorie wie die anderen Imitate...  ;) ... nein, ist schon klar, dass das zu Lebzeiten Karl Mays einen anderen Stellenwert hatte. Jedoch...
b.) ... sollte im Interesse des guten Rufs der deutschen Rollenspielszene davor gewarnt werden, das jemals ins Englische zu übersetzen. Leute, die rpg.net-mäßig ticken, Karl May nicht kennen und daher Sachen über den Volksbonus des Halbbluts etc. lesen, ohne sie vernünftig kontextualisieren zu können, lösen einen PC-Steinschlag aus. Und Leute, die nicht so ticken, aber May trotzdem nicht kennen, werden sich sagen: "Warum soll ich denn das spielen und nicht Deadlands oder ein anderes Westernrollenspiel"?
c.) Schließlich und endlich ist das auch nicht die gleiche Liga wie die von mir genannten Beispiele. "Klein, aber fein" bedeutet eben auch "fein, aber klein".

Was natürlich bei dem Spiel (und auch bei Dungeonslayers im Allgemeinen, so meinem Eindruck nach) schön ist: Der von mir vermißte unverkrampfte Zugang zum Abenteuerlichen mit dem richtigen Verhältnis von Spaß und Ernsthaftigkeit.
« Letzte Änderung: 19.03.2017 | 11:54 von Wulfhelm »

Offline nobody@home

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Nichts für ungut, aber die besondere Betonung auf speziell "deutsche" Mythen und Geschichte kommt mir im weltweiten Rollenspielzusammenhang eher schon bewußt gezwungen-provinziell vor. Weder Amis noch Briten noch (zumindest meines Wissens) Franzosen, Japaner, Schweden oder wer-auch-immer-sonst scheinen sich sich besonders an der Frage aufzuhängen, ob ihre Spiele auch ja wirklich heimatverbunden genug sind, um bei der jeweils relevanten amtlichen Prüfstelle für national korrektes Rollenspiel nicht schief angesehen zu werden -- das scheint mir dann doch eine gelegentliche Besonderheit speziell der deutschen Rollenspielszene zu sein.

Offline tartex

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Wenn es professionell gemacht ist (wie Splittermond), denke ich, dass jedes Genre laufen würde, das auch in sonstigen Medien ist.

Also das ist für mich das halbe Problem: warum muss was professionell gemacht sein, oder erfolgreich sein?

Beides ist mir eigentlich egal. Es soll einfach visuell und stilistisch konsistent sein.

Sowas wie der Cthulhu Hack ist ja wahrlich kein großer Aufwand und trotzdem so inspirierend. Ich persönlich wünsche mir einfach, jeder würde seine Rollenspielnotizen auf A5 oder kleiner PoD drucken und leinenbinden lassen und im Bücherregal würde das alles dann super aussehen. Ist natürlich nicht mehrheitsfähig, meine Meinung.
« Letzte Änderung: 19.03.2017 | 12:37 von tartex »
Die Zwillingsseen: Der Tanelorn Hexcrawl
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Offline Der Narr

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Nichts für ungut, aber die besondere Betonung auf speziell "deutsche" Mythen und Geschichte kommt mir im weltweiten Rollenspielzusammenhang eher schon bewußt gezwungen-provinziell vor. Weder Amis noch Briten noch (zumindest meines Wissens) Franzosen, Japaner, Schweden oder wer-auch-immer-sonst scheinen sich sich besonders an der Frage aufzuhängen, ob ihre Spiele auch ja wirklich heimatverbunden genug sind, um bei der jeweils relevanten amtlichen Prüfstelle für national korrektes Rollenspiel nicht schief angesehen zu werden -- das scheint mir dann doch eine gelegentliche Besonderheit speziell der deutschen Rollenspielszene zu sein.
DANKE. Du hast das wunderbar auf den Punkt gebracht. Das ganze hat schon da eine Berechtigung, wo man vielleicht sagt "ich will Shadowrun spielen, aber in Göttingen und nicht Seattle das ich nicht kenne" (weil bekanntlich alle Deutschen Göttingen so gut kennen wie Amerikaner Seattle), weil man davon ausgeht, dass eine höhere Expertise vorhanden ist. Aber warum muss ich Rotkäppchen und Störtebeker Rollenspiele schreiben und darf nicht mal Karl May machen, weil das nicht deutsch genug ist?!? WTF? Ich dachte es geht um Eigenentwicklungen und keine Rollenspiele mit schwarz-rot-gold-Zertifikat. Und ich wage auch zu behaupten, dass deutsch hier hauptsächlich im Sinne von deutschsprachig gemeint ist, also insb. Österreich und Schweiz mit gemeint sind. Also meinetwegen auch Sissi - Das Rollenspiel. Oder ein Rollenspiel im Vatikan wo man Schweizergardisten spielt und Verbrechen aufklärt und in geheimer Mission für den Papst Dämonen jagt.

P.S. Das Vatikan-Spiel möchte ich jetzt wirklich spielen. Gibt es das schon?
« Letzte Änderung: 19.03.2017 | 12:46 von Der Narr »
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Spiele die ich mag: Arcane Codex — Basic Roleplaying — Beyond the Wall and Other Adventures — Lamentations of the Flame Princess — Marvel Heroic Roleplaying — Savage Worlds — Talislanta — Traveller
Im Moment spielleite ich: Beyond the Wall
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Wulfhelm

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Weder Amis noch Briten noch (zumindest meines Wissens) Franzosen, Japaner, Schweden oder wer-auch-immer-sonst scheinen sich sich besonders an der Frage aufzuhängen, ob ihre Spiele auch ja wirklich heimatverbunden genug sind,
Die hängen sich an nichts auf. Die machen einfach. Und wir machen einfach mal nicht.

Zitat
um bei der jeweils relevanten amtlichen Prüfstelle für national korrektes Rollenspiel nicht schief angesehen zu werden -- das scheint mir dann doch eine gelegentliche Besonderheit speziell der deutschen Rollenspielszene zu sein.
... noch so einer. Falls dieser Beitrag nicht ernst gemeint gewesen sein sollte: Bitte Scherze deutlich kennzeichnen. Falls dieser Beitrag ernst gemeint gewesen sein sollte: Betrachte ihn hiermit als unfreiwillig komisch klassifiziert und gekennzeichnet.
Ich kann das glücklicherweise entscheiden, da ich persönlich (bzw. eine verzerrte Wahrnehmung von mir) repräsentativ für die deutsche Rollenspielszene bin. (<- Scherz.)

Offline Chruschtschow

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P.S. Das Vatikan-Spiel möchte ich jetzt wirklich spielen. Gibt es das schon?

Esoterrorists würde ich mal zumindest artverwandt nennen. Fate Slip kann ebenso in Detail behandelt werden, wenn man das als Grundlinie in die SC-Erschaffung nimmt.
Tolles Setting, würde ich aber mit Fate spielen. Und jeder Thread ist ein potentieller Fate-Thread. :d

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Offline Rumpel

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Die hängen sich an nichts auf. Die machen einfach. Und wir machen einfach mal nicht.

Na wenn was unfreiwillig komisch ist, dann diese Aussage in diesem Thread hier, in dem die gekränkte nationale Eitelkeit lamentiert, anstatt dass halt einfach mal jemand macht, egal was ... oder eben auch nicht. Ich meine, selbst wenn es tatsächlich so wäre, dass auf Deutsch keine interessanten oder ambitionierten Rollenspiele produziert werden, dann ist das halt so. Gibt doch auch so genügend interessante Rollenspiele, wie man sieht. Wo kein Bedarf für Neues aus dem Land der Dichter und Denker besteht, da kann man sich zufrieden zurücklehnen. Es gibt offenbar keinen Grund, zu machen (außer der nationalen Eitelkeit, die dann aber offenbar auch nur zum Lamentieren reicht), also macht man nicht. Und sobald jemand einen vernünftigen Grund (also einen anderen als nationale Eitelkeit) hat, wird er schon machen.
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Wulfhelm

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Ich dachte es geht um Eigenentwicklungen und keine Rollenspiele mit schwarz-rot-gold-Zertifikat.
Jo. Und ich habe mal gewagt, die These aufzustellen, dass Eigenentwicklungen auch etwas Besonderes haben müssten (was zum Beispiel einen Rückgriff auf Geschichte und Mythen aus dem deutschsprachigen Raum sein kann), damit sie attraktiver als übersetzte oder nicht übersetzte Spiele aus Übersee sind. Es ging hier ja um die Frage, warum es so viele Übersetzungen und so wenig Eigenentwicklungen gibt. Für mich persönlich sollte die Form der Frage eher sein: "Wozu Eigenentwicklungen?"
Und da kommt halt nichts. Wenn mir wer sagt, es gebe jetzt ein neues deutsches Rollenspiel, endlich mal so was mit Science Fiction, die so klassisch mit gigantischen Sternenreichen daherkommt, dann ist meine Reaktion nun mal: "Hübsch. Aber Traveller gibt's schon." Teddys Antwort auf den Vorschlag, mal SF (übrigens bitte entweder so abkürzen oder Sci-Fi. Aber bitte nicht "Sifi", sonst denke ich, da ist Narrs Sissi-Vorschlag gemeint, nachdem einem das Gebiss abhanden gekommen ist...) mit Fantasy gemischt zu machen, ist da völlig korrekt, aber bezeichnend: Wozu so etwas in Deutschland machen, wenn es in Amerika schon besser (im Sinne von höherwertiger produziert) gemacht wurde?
Wenn andererseits so etwas kommt wie "Waldsterben & Wackersdorf - das Demorcrawling-Rollenspiel!" dann ist meine Reaktion "Netter Partygag... aber kein Hobbyspiel."
Wie gesagt, es gibt rühmliche und anerkennenswerte Ausnahmen. Aber unterm Strich ist da nicht viel.

Was natürlich auch etwas Besonderes sein könnte, selbst wenn das Spiel thematisch der 2987. Fäntelalter-Klon ist, sind innovative und elegante Spielmechaniken. Im Brettspielbereich ist Deutschland (immer unpolitisch = deutschsprachiger Raum) dafür ja international durchaus bekannt. Und sowas wie Dungeonslayers mag ich auch, weil es da was bietet. Aber unterm Stick ist da insgesamt auch nicht so viel.

Nebensächliches:
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dann diese Aussage in diesem Thread hier, in dem die gekränkte nationale Eitelkeit lamentiert,
Ich weiß nicht, was man geraucht haben muss, um in meine Aussage gekränkte nationale oder sonstige Eitelkeit hereinzuinterpretieren.

Wenn sich hier irgendwer in seiner Eitelkeit gekränkt gefühlt hat, schienen es mir doch diejenigen zu sein, denen Settembrini mit seiner "Die Deutschen sind Langweiler"-Aussage auf die Füße getreten ist.

Und nur fürs Protokoll: Settembrini hat recht (wie üblich, rühmliche Ausnahmen) - insbesondere, was den Rollenspielbereich angeht. Das selbstverschuldete Langweilertum.

P.S.: Wenn ich mich tatsächlich jemals dazu durchringen sollte, mein "Eigenes" an die Öffentlichkeit zu bringen, dann wäre dieses Forum der letzte Ort, der davon erfährt. Bisher beschränkt sich meine Mitarbeit an gedruckten Rollenspielprodukten ironischerweise auf ein Werk aus dem englischsprachigen Raum...
« Letzte Änderung: 19.03.2017 | 13:50 von Wulfhelm »

Offline ArneBab

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"Waldsterben & Wackersdorf - das Demorcrawling-Rollenspiel!"
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(unsere letzten 4 Oster-Werwolfrunden ☺)

Ich fände das toll! Wieso sollten wir keine Mythen über Wackersdorf erzählen? Oder über Wälder, die Demonstranten beschützen, und alte Waldgeister, die Atomkraftwerke sabotieren? Oder der Mutter Erde, die ihre Kinder auf Missionen schickt? Oder vermische ich jetzt zu viele coole Sachen (die es alle hier gibt — alles aus original deutschsprachigen Büchern geklaut, die ich als Kind gelesen habe)?
« Letzte Änderung: 19.03.2017 | 13:55 von ArneBab »
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Offline Rumpel

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Ich weiß nicht, was man geraucht haben muss, um in meine Aussage gekränkte nationale oder sonstige Eitelkeit hereinzuinterpretieren.

Habe ich auch nicht. Es ging mir darum, dass deine Aussage im Kontext dieses Threads, wo aus Gründen lamentiert wird, die ich eigentlich nur als gekränkte nationale Eitelkeit interpretieren kann, ziemlich lustig ist.

Aber okay, noch mal konstruktiver:

Man könnte sich ja auch einfach ansehen, was es für deutschsprachige RSP-Originalveröffentlichungen gibt, dann überlegen, was bei denen zur Veröffentlichung (und evtl. gar zum Erfolg) beigetragen hat und warum es dann vielleicht in anderen Bereichen Lücken gibt.
So aus der Hüfte geschossen würde ich sagen: Auf Deutsch mehr oder minder erfolgreich (und zwar egal, ob als Übersetzung oder als Original) sind eigentlich immer feste Verbindungen aus Setting und Regeln; der Schwerpunkt liegt dabei auf „erdigem“ Fäntelalter. DSA, Splittermond, Aborea, sogar Dungeonslayers (das mir in Anbetracht der Prämisse erstaunlich wenig Gonzo vorkommt und das ja über die Abenteuer und die Caera-Box dann auch wieder relativ fest mit einem Setting verknüpft ist), und bei den Übersetzungen eben Pathfinder sowie das ja auch sehr Settinglastige Shadowrun und Cthulhu, das um die Ecke (über die spezifisch deutsch-ctuhuhoide „historische Aufmerksamkeit“ auch wieder settinglastig wird).
Ausgefallenere Ideen (Finsterland, das in der Neuauflage eigentlich „deutsche“ und wieder einmal settinglastig umgemodelte Space 1889, Private Eye) scheinen eher eine Randexistenz zu führen, wahrscheinlich vor allem, weil die allgemeine Spielerschaft halt zu konservativ dafür ist und die Nische derjenigen, die seltsamere Settings mögen, auf Deutsch eben zu klein ist.
Tja, und die konservative Spielerschaft, die stark settingverknüpfte Fäntelalter-Spiele oder maximal stark settingverknüpfen Cyberpunk mit Elfen und Zwergen oder halt Cthulhu will, ist in Deutschland gut bedient und will anscheinend auch gar keine tollen neuen Ideen. Vielleicht ist das in Frankreich einfach anders, vielleicht ist die Szene da im Durchschnitt nicht so System-Monogam und probierfreudiger, und deshalb kommen laufend spannende historisch-fantastische Settings wie Qin oder Würm raus, die dann andererseits auch nicht eine solche Publikationsflut produzieren wie z.B. DSA oder Splittermond.
Wenn man jetzt wirklich die Situation z.B. für AutorInnen verbessern will, die gerne auf Deutsch ein cooles historisches Fantasy-Setting entwickeln wollen, dann gälte es gerade nicht, weniger zu übersetzen, sondern MEHR, und zwar von genau der Sorte Spiele, die man sich wünscht, um so im besten Fall überhaupt erst mal einen Markt herzustellen. Wenn das dann nicht klappt – tja, dann ist die deutsche Spielerschaft offenbar unbelehrbar in ihrer Treue zu den „großen“ Systemen. Wenn es klappt und solche Spiele Erfolg haben, dann hat man schon mal erstens gewonnen, dass es sie dann auf Deutsch gibt (und den meisten Spielern dürfte es zu recht egal sein, ob es sich um Originalproduktionen oder Übersetzungen handelt), und dass zweitens die Chance besteht, Interesse für mehr zu wecken. Und da können dann auch deutschsprachige AutorInnen mit ihren tollen Spieleideen ran. Und wenn die entsprechenden deutschen AutorInnen dann nicht mit diesen Spieleideen aufwarten, obwohl ein Markt da ist, tja, dann sind die deutschen RSP-AutorInnen wohl zu konservativ, und man weiß, dass man sich eben an die Übersetzungen aus dem Französischen, Schwedischen und Englischen halten muss.

Weder das eine noch das andere wäre zu bedauern. Wenn AutorInnen und SpielerInnen (die ja meistens ohnehin in Personalunion bestehen) sich bei „neuen, innovativen deutschsprachigen Rollenspielsystemen“ in ausreichender Zahl treffen, ist das schön für die Beteiligten, und wenn sie das nicht tun, dann schauen die wenigen, die sich so etwas wünschen, sich halt anderswo um.

Was damit für mich auf jeden Fall Blödsinn ist, ist das "Übersetzungen vs. Eigenentwicklungen" aus dem Threadtitel.
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Offline ArneBab

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Es gibt Karl-May-Supplements: Old Slayerhand - wenn auch nur als Fanwerk zu Dungeonslayers, zählt das?  ~;D
Das klingt verdammt cool. Danke! (download läuft ☺)

265 Seiten. Das ist nicht mal mehr ganz klein.

Und ja, auch Fanwerk zählt: Ist doch eigentlich egal, ob das Regelwerk von den Autoren selbst geschrieben wurde. Sonst würden ja auch alle offiziellen Erweiterungen von Freelancern nicht zählen ☺
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Wulfhelm

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Ich fände das toll! Wieso sollten wir keine Mythen über Wackersdorf erzählen? Oder über Wälder, die Demonstranten beschützen, und alte Waldgeister, die Atomkraftwerke sabotieren? Oder der Mutter Erde, die ihre Kinder auf Missionen schickt? Oder vermische ich jetzt zu viele coole Sachen (die es alle hier gibt — alles aus original deutschsprachigen Büchern geklaut, die ich als Kind gelesen habe)?
Ich sage auch nicht, das es schlecht ist. Ich sagte nur (oder deutete vielmehr an...) folgendes:
a.) Als kampagnentragendes reguläres Hobbyrollenspiel bräuchte sowas mehr Fleisch an die Knochen.
b.) Wenn es - wie es zu erwarten wäre - wirklich in der Art von "Waldsterben & Wackersdorf" herauskommt, dann ist das eben nur mehr ein Gag.

Ein wirklich gehaltvolles, pralles Spiel, bei dem es um die Verknüpfung von Mythen und Sagen mit modernen Umweltproblemen geht - klar, da ginge sicher was. Ich habe halt nur Zweifel daran, dass sowas hier entstehen kann, ohne entweder pädagogisch oder wie oben skizziert parodistisch zu werden.

Offline ArneBab

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Korrekt, das richtige Rollenspiel. Mit ausführlichen Erläuterungen im Anhang. ← (erfundener) Spieltitel, klingt schon so Deutsch, als wäre es einfach eine Aussage ☺
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Ein wirklich gehaltvolles, pralles Spiel, bei dem es um die Verknüpfung von Mythen und Sagen mit modernen Umweltproblemen geht - klar, da ginge sicher was. Ich habe halt nur Zweifel daran, dass sowas hier entstehen kann, ohne entweder pädagogisch oder wie oben skizziert parodistisch zu werden.

Um dann gleich noch was Positives hinterherzusschieben:
Ich gebe zu, dass ich, als ich neulich "Summerland" zum ersten Mal in der Hand hatte, einmal mehr daran dachte, wie gerne ich mal ein Rollenspiel (mit-)entwickeln würde, das sich aus den Bild- und Angstwelten meiner Kindheit in den 80ern speist: Waldsterben, Tchernobyl, saurer Regen, die "Ostzone" ... aber nicht als "wissenschaftliches" Postapokalypse-Szenario, sondern als surrealistisch-mythische Welt, in der das Atomkraftwerk auf der anderen Seite der Weser, das ich als Kind so oft gesehen habe, eine Art magischer Ort des Unheils ist.
Machen werd ich so was als Eigenproduktion natürlich nie, könnte ich auch nicht. Vielleicht besorge ich mir einfach "Tales from the Loop", wenn es erschienen ist, und schaue, was sich damit machen lässt.
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Offline Ucalegon

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