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Würfeln? Du fängst wahrscheinlich falsch rum an.

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Issi:
Ganz allgemein: Würfel und Zufälle können mMn. sinnvoll und inspirierend sein, solange den Spielern noch eine gewisse Entscheidungsfreiheit erhalten bleibt.
Solange der Spieler für seine Figur noch entscheiden kann, was sie tut, ist diese Freiheit finde ich noch gegeben.
Ich möchte aber zum Beispiel nicht, dass ein Würfel für mich bestimmt, wie meine Figur entscheidet, das ginge für mich zuweit.
Aber der Würfel darf durchaus mit bestimmen, ob dieses Vorhaben gelingt. Oder wer mir als nächstes begegnet.
Er darf mir nur nicht vorschreiben wie meine Figur handelt und mich per Würfelwurf in die Rolle eins Zuschauers zwingen.
Außerdem macht dieses "Entscheidungen für die Figur treffen können", finde ich, mit den größten Reiz des Rollenspiels aus.
Da es mich als Spieler miteinbezieht und mich die Handlung mitformen lässt :)

Würfel ob das, was deine Figur vorhat, gelingt   -  Gerne.
Würfel was deiner Figur in der Situation entgegen kommt    -  Gerne, solange ich noch entscheiden kann, wie sie darauf reagiert.
Würfel was deine Figur als nächstes vorhat und tut   - Nein, Danke.


Greifenklause:
@ Issi
Etwas provokant:
Warum unterscheiden da manche Spieler so vehement zwischen Kampfsituationen ("Es darf gewürfelt werden und das Ergebnis zählt")
und sozialen Interaktionen ("Es soll besser nicht gewürfelt werden und falls doch, darf das Ergebnis bittebitte höchstens dazu führen, dass die Maid ablehnt (A) oder der Händler mir keinen Rabatt gibt (B), aber nicht, dass mein Ritter mit dem Galan ins Bett steigt(A) oder mir der Händler zusätzliche Ware aufzwängt (B)")

Denn auch im Kampf schreibt mir der Würfel vor, wie meine Figur handelt.
-- "Du bekommst dein Schwert nicht rechtzeitig hoch und wirst dennoch getroffen!"
-- "Deine tolle Taktik führt nicht zum Ziel!"
-- "Nein, du bist nicht zäh und willensstark. Dein Überlebenswille ist schwach. Du wirst JETZT ohnmächtig!"
-- "Der Drache frisst deinen Kameraden. Du kannst nichts dagegen tun!"

Issi:
@ Issi

--- Zitat ---Etwas provokant:
Warum unterscheiden da manche Spieler so vehement zwischen Kampfsituationen ("Es darf gewürfelt werden und das Ergebnis zählt")
und sozialen Interaktionen ("Es soll besser nicht gewürfelt werden und falls doch, darf das Ergebnis bittebitte höchstens dazu führen, dass die Maid ablehnt (A) oder der Händler mir keinen Rabatt gibt (B), aber nicht, dass mein Ritter mit dem Galan ins Bett steigt(A) oder mir der Händler zusätzliche Ware aufzwängt (B)")

Denn auch im Kampf schreibt mir der Würfel vor, wie meine Figur handelt.
-- "Du bekommst dein Schwert nicht rechtzeitig hoch und wirst dennoch getroffen!"
-- "Deine tolle Taktik führt nicht zum Ziel!"
-- "Nein, du bist nicht zäh und willensstark. Dein Überlebenswille ist schwach. Du wirst JETZT ohnmächtig!"
-- "Der Drache frisst deinen Kameraden. Du kannst nichts dagegen tun!"
--- Ende Zitat ---

OK, Ich versuche mich mal ranzutasten:

1. Der Würfel entscheidet nur wie der Kampf ausgeht. Er entscheidet nicht ob gekämpft wird.
Die Entscheidung wird im Vorfeld vom Spieler für die Figur getroffen.
(Flucht ist auch eine Option, genauso wie Verstecken oder Ergeben, diese Optionen werden nur selten genutzt.)

2. Bei den sozialen Fertigkeiten, zwingt mich auch keiner die Figur "Sprechen" zu lassen.
Der Spieler entscheidet im Vorfeld, dass sie es tut.Der Würfel bestimmt lediglich mit wie der Versuch ausgeht, bzw. ob er gelingt. ;)

In beiden Fällen hat der Spieler zuvor Einfluss auf das, was die Figur tut.
Er kann zwischen verschiedenen Handlungsoptionen wählen.

Greifenklause:

--- Zitat von: Issi am  2.05.2017 | 14:43 ---@ Issi
OK, Ich versuche mich mal ranzutasten:

1. Der Würfel entscheidet nur wie der Kampf ausgeht. Er entscheidet nicht ob gekämpft wird.
Die Entscheidung wird im Vorfeld vom Spieler für die Figur getroffen.
(Flucht ist auch eine Option, genauso wie Verstecken oder Ergeben, diese Optionen werden nur selten genutzt.)
--- Ende Zitat ---

Für den Gesamtkonstrukt "Kampf" hast du sicherlich recht. Aber zumindest in den Einzelbereichen wird meine Entscheidungsfreiheit durch die Würfelei eingeschränkt


--- Zitat ---2. Bei den sozialen Fertigkeiten, zwingt mich auch keiner die Figur "Sprechen" zu lassen.
Der Spieler entscheidet im Vorfeld, dass sie es tut.Der Würfel bestimmt lediglich mit wie der Versuch ausgeht, bzw. ob er gelingt. ;)

--- Ende Zitat ---
Nicht?
Bei einem Flirtduell, einer professionellen Feilscherei, etikettigem Verhalten bei Hofe ist exakt das der Fall:
Die Würfel sagen aus, was gerade passiert, WIE du dich gerade verhältst.

Und ja das hieße beim Händler, das man uU noch jede Menge "dringend benötigter Zusatzware" (die aber gamistisch sinnlos sein kann) erwirbt.
Ich kann mich an einen Thread erinnern, wo viele Spieler das vehement ablehnten.

Nehmen wir noch eine Schippe mehr:
Wenn irgendein Bösewicht-Galan deinen hübschen Paladin überredet, mal gerade hinterm Busch zu verschwinden, SELBST WENN der Bösewicht-Galan ein Experte auf seinem Gebiet und/oder der Paladin willensschwach (schlechtes Beispiel) wäre, würden viele Spieler platzen (Ich übrigens auch).

Wenn aber der tolle Krieger sein Schwert nicht rechtzeitig hochreißt und dann noch der zweitklassige Gegner glücklicherweise sehr hohen Schaden auswürfelt, wird das nahezu geschluckt.

Sobald es um Soziales oder Psychologisches gilt, sind viele Spieler plötzlich empfindlicher....
Jedenfalls traditioneller Weise... und diese Traditionen darf man doch hinterfragen...

nobody@home:

--- Zitat von: Greifenklause am  2.05.2017 | 14:54 ---Sobald es um Soziales oder Psychologisches gilt, sind viele Spieler plötzlich empfindlicher....
Jedenfalls traditioneller Weise... und diese Traditionen darf man doch hinterfragen...

--- Ende Zitat ---

Dürfte daran liegen, daß sich die meisten Spieler auf sozialem und psychologischem Gebiet aufgrund ihrer Alltagserfahrung zumindest besser auszukennen meinen. (Ob das dann auch stimmt, kann schon mal auf einem anderen Blatt stehen... 8]) Schließlich wirst du auch in einem Kampf den Einwand "diese Regeln sind aber voll unrealistisch, Mann!" am ehesten von einem echten oder zumindest selbsternannten Experten bekommen.

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