Pen & Paper - Rollenspiel > Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau

Würfeln? Du fängst wahrscheinlich falsch rum an.

<< < (13/57) > >>

nobody@home:

--- Zitat von: alexandro am 21.04.2017 | 13:59 ---Wie willst du Unsicherheit und Spannung erzeugen, wenn du nicht zulässt, dass es mehr als einen möglichen Ausgang gibt? "Schafft meine Figur das?" ist eine belanglose Frage, wenn es innerhalb der Fiktion keinen Unterschied macht, ob sie es schafft oder nicht.

--- Ende Zitat ---

Daß es mehr als einen möglichen Ausgang gibt, heißt ja nicht, daß die durch den reinen Akt des Würfelns selbst spontan erschaffen werden. Erst mal muß sich jemand -- SL, Regelschreiber oder sonstwer -- überlegen, welche Möglichkeiten es nun eigentlich geben soll, dann kann man einen Zufallsgenerator einschalten, um eine (oder mehrere) von denen auszuwählen.

Beispiel: Die Kletterregeln eines (nicht unbedingt guten) hypothetischen Systems sagen dir, daß dein Charakter je nach Würfelergebnis entweder nach oben kommt oder an irgendeinem Punkt abstürzt und Fallschaden nimmt. Die Möglichkeit "kommt auf halbem Weg nicht mehr weiter und kehrt vorsichtig um" ist vom Systemdesigner nicht vorgesehen worden, also kann dieses an sich plausible Ergebnis auch nicht eintreten...und keine noch so hohe Zahl von Kletterwürfen wird das spontan mal eben ändern, solange die verwendete Regel die gleiche bleibt. Ist daran jetzt irgendwie der Würfel schuld? Doch wohl eher nicht -- die Festlegung, daß es nur so oder so weitergehen kann, aber nicht anders, stammt ja nicht von ihm.

alexandro:
Es geht nicht um erschaffen, es geht um festlegen.

Und die Spannung kommt ja primär aus der Erschaffung und weniger aus dem Würfeln.

Wulfhelm:

--- Zitat von: alexandro am 21.04.2017 | 13:59 ---Wie willst du Unsicherheit und Spannung erzeugen, wenn du nicht zulässt, dass es mehr als einen möglichen Ausgang gibt?  "Schafft meine Figur das?" ist eine belanglose Frage, wenn es innerhalb der Fiktion keinen Unterschied macht, ob sie es schafft oder nicht.
--- Ende Zitat ---
Die unterstrichenen Teile hast Du jetzt woher?

alexandro:

--- Zitat von: Wulfhelm am 21.04.2017 | 12:53 ---Würfeln ist nicht dazu da, um festzulegen, wie es weitergeht. Das macht der Autor (bzw. die Autoren, also im klassischen Rollenspiel die Mitspieler einschließlich des Spielleiters) normalerweise, ohne Zufallsgeneratoren zu bemühen. Auch im Rollenspiel trifft das für fast die gesamte Handlung zu.
[...]
Daher sind die spannenden Fragen üblicherweise solche der Art "Schafft meine Figur das?" und nicht "Passiert in der Handlung jetzt dies oder jenes?", wie das bei einem weniger charakterzentriertem Erzählspiel sein könnte.
--- Ende Zitat ---

Normalerweise ist Erfolg/Misserfolg der Figur gleichbedeutend mit einer Handlungswendung (wenn nicht, dann läuft was falsch). Die Frage "Schafft meine Figur das?" ist also niemals Selbstzweck (bzw. würde keine Spannung erzeugen, wenn sie es wäre), sondern dient dazu herauszufinden, was in der Fiktion als nächstes passiert.

Oberkampf:
Erfolg/Misserfolg muss im "klassischen" Spiel aber nicht bedeuten, dass das Würfeln eine Auswirkung darauf hat, wie es (das Spiel, die Geschichte, das Abenteuer usw.) weitergeht, sondern kann auch einfach über die Kosten einer Aktion entscheiden. Gerade bei Skill- oder Attributsproben würde ich das oft so sehen.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln