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Railroading-Debatte, war: Angst vor Railroading?
Barbara:
Ehrlich gesagt verstehe ich die Richtung von diesem Thread nicht so ganz:
Er beginnt mit einer Frage von Edwin, ob er Angst vor Railroading haben muss/soll. Dann erklären ihm einige User, er brauche keine Angst zu haben und mache alles richtig. Er solle sich die Railroading-Disskussionen hier im Forum nicht so zu Herzen nehmen. Dann führen Diese und Andere in demselben Thread ebendiese Railroading-Disskusionen.
Das wirkt auf mich widersprüchlich.
Rhylthar:
--- Zitat von: Samael am 14.05.2017 | 08:38 ---Rylthar, greif dir ein beinahe beliebiges DSA Abenteuer zwischen 1990 und 2000 und du kannst nachlesen wie das aussieht.
--- Ende Zitat ---
Zugegeben, meine DSA-Kenntnisse beschränken sich auf "Zug durch das Nebelmoor" und "Unter dem Nordlicht".
Gerade zweiteres würde evtl. passen, aber auch da sah ich gewisse Handlungsoptionen der SC (auch wenn sie für heutige Maßstäbe eine Katastrophe sind).
Aber ich wehre mich trotzdem gegen eine Verallgemeinerung:
Ich habe 2x "Curse of the Azure Bonds" geleitet (geht ja in eine ähnliche Richtung):
Einmal grandios gescheitert, einmal hat es allen trotz aller Widrigkeiten sehr gut gefallen. Und diese Spieler dann als "Langeweiler" abzutun, ist schon...lassen wir es.
Blizzard:
--- Zitat von: Der Rote Baron am 13.05.2017 | 19:17 ---Railroading ist nicht wie zufällig wie eine Fahrt mit der Eisenbahn: Wenn ich als Spieler weder Ziel noch Weg noch Tempo im Abenteuer oder der Kampagne durch meine Handlungen beeinflussen kann, dann ist das Railroading.
--- Ende Zitat ---
Ich finde ja diesen Vergleich von RR mit einer Zugfahrt nach wie vor nicht ganz passend. Auf den ersten Blick erscheint das schon plausibel. Auf den zweiten Blick ergeben sich aber dann doch Ungereimtheiten: Während einer Zugfahrt habe ich sehr wohl Wahlmöglichkeiten. Gut, das Tempo bzw. die Geschwindigkeit des Zuges kann ich nicht bestimmen, sobald der Zug fährt. Aber ich kann mich im Vorfeld dafür entscheiden, ob ich mit dem ICE oder der Regionalbahn fahre. Ich kann zudem entscheiden, wann (Tag/Uhrzeit) ich fahre. Während der Fahrt habe ich zudem theoretisch noch die Möglichkeit die Notbremse zu ziehen. Und abgesehen davon kann ich an jeder Station, die auf der Strecke liegt, aussteigen. Außerdem: Wenn ich mich für eine Zugfahrt entscheide, dann habe ich ein festes Ziel vor Augen. Ich will innerhalb einer bestimmten Zeit von A nach B. Und währenddessen kann ich mich verschiedene Dinge tun oder lassen, um die Zugfahrt zu genießen. Und ob man die Fahrt dann genießen kann bzw. am Ende genossen hat, hängt wiederum von verschiedenen Faktoren ab.
Und Sandboxing ist halt echt seeeehr freeformig. Da gibt es quasi nichts außer (dem) Sand(kasten). Die Spieler irren erstmal planlos rum, und müssen den Plot suchen. Bzw. nach ihm graben, wie nach einem Schatz, tief unter dem Wüstensand verborgen. Es kann aber sein, dass sie den Plot gar nicht finden, weil sie an der falschen Stelle graben. Weil, wenn sie an der Stelle A graben, der Plot aber eigentlich für den Ort B vorgesehen war, dann finden sie den Plot nicht bzw. findet dieser, speziell auf Ort B zugeschnittene Plot nicht statt. Weil, wenn man jetzt einfach daher gehen würde, und den Plot (den man evtl. mühevoll tage und wochenlang ausgearbeitet hat ) kurzerhand nach A verlegen würde (was ja auch Sinn macht), dann wäre das ja (nach Ansicht der Hardcore-Anti-RRler) schon Railroading. :gaga:
Interessant in dem Zusammenhang finde ich, was Wikipedia zum Thema Sandbox sagt:
--- Zitat von: wikipedia.de ---Sandbox ist die englischsprachige Bezeichnung für Sandkiste oder Sandkasten und bezeichnet allgemein einen isolierten Bereich, innerhalb dessen jede Maßnahme keinerlei Auswirkung auf die äußere Umgebung hat.
--- Ende Zitat ---
Man beachte besonders den Nebensatz bzw. den zweiten Teil des Satzes.
Mich würde ja jetzt echt'mal interessieren, was die Leute dazu sagen, die RR verteufeln und Sandboxing vergöttern.
Ich sehe das Thema 'Sandbox' so wie Auribiel:
--- Zitat von: Auribiel am 13.05.2017 | 19:44 ---Ja, den Eindruck hatte ich zeitweise auch - und dann herausgefunden, dass reines Sandboxing für sowohl meine Mitspieler als auch mich öde ist. Ich mag Plots bzw. grobe Vorgaben. Dabei gibt es bei uns am Tisch immer auch die Möglichkeit, dass man den roten Faden verlässt und eben zu einem anderen, als dem ursprünglich vom Plot/SL angepeilten Abschluss des Abenteuers kommt.
Wie oben gesagt: Ging mir kurzfristig auch so, dass ich nach einem RR-freien spielen gesucht habe - Befreien konnte ich mich dann dadurch, dass ich feststellen durfte, dass meine Mitspieler kein Interesse an reinem Sandboxing hatten oder gar nicht mit Sandboxing umgehen konnten (eine Sandbox braucht halt auch aktive Spieler, die sich nicht nur durch das Abenteuer kutschieren lassen).
--- Ende Zitat ---
...mit dem klitzekleinen Unterschied, dass ich nicht nach RR-freien Spielen gesucht habe. In meinen Spielen bzw. meinem Leitstil ist immer eine Spur von RR enthalten-und ich finde das gut so. Es kommt halt einfach immer auf das Maß an und die Intensität, mit der man RR einsetzt bzw. als SL (aktiv) ins Spielgeschehen eingreift. Es gibt kein Rollenspiel ohne RR oder komplett RR-freies Rollenspiel. Wenn die Hardcore-Freeformer & Möchtegern-Sandburgenbauer das endlich erkennen & akzeptieren würden, wären wir schon ein großes Stück weiter. RR: It's not a bug, it's a feature.
Lord Verminaard:
--- Zitat von: Barbara am 14.05.2017 | 08:51 ---Ehrlich gesagt verstehe ich die Richtung von diesem Thread nicht so ganz:
Er beginnt mit einer Frage von Edwin, ob er Angst vor Railroading haben muss/soll. Dann erklären ihm einige User, er brauche keine Angst zu haben und mache alles richtig. Er solle sich die Railroading-Disskussionen hier im Forum nicht so zu Herzen nehmen. Dann führen Diese und Andere in demselben Thread ebendiese Railroading-Disskusionen.
Das wirkt auf mich widersprüchlich.
--- Ende Zitat ---
^Dies. Schämt euch Tanelorn, ihr habt mal wieder einen vielversprechenden Thread kaputt gemacht. ;)
Megavolt:
--- Zitat von: Rhylthar am 14.05.2017 | 09:40 ---"Unter dem Nordlicht".
--- Ende Zitat ---
Unter dem Nordlicht ist eine Railroading-Apokalypse nach alter Schule: Die Abenteurer werden all ihrer Gegenstände beraubt, ohne sich wehren zu können, und dann u.a. durch bizarr einschränkende Geographie dorthin gelotst, wo das Abenteuer sie hinhaben möchte. Wir haben vor zwanzig Jahren das Beste daraus gemacht, u.a. hat mein Magier die Eisprinzessin geheiratet. ~;D
Der Zug durchs Nebelmoor ist eigentlich ein Dungeon, also gibts auch hier massive Einschränkungen für die Spieler. Oder je nach Perspektive die maximalste Spielerfreiheit ever, falls man der hiesigen Fraktion der Dungeon-Apotheotiker angehört, da will ich niemandem seine Position schlecht reden.
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