Pen & Paper - Rollenspiel > Pen & Paper - Spielleiterthemen

Railroading-Debatte, war: Angst vor Railroading?

<< < (93/99) > >>

KhornedBeef:

--- Zitat von: bobibob bobsen am 19.07.2017 | 10:48 ---Weil ich als SL den SC etwas aufzwinge. Das macht mir persönlich keinen Spaß. Grausamstes Beispiel war das DSA Abenteuer "die Attentäter" in dem die Prämisse ist das die SC verflucht werden.

Meine übliche Reaktion wäre mich den Behörden/obrigkeiten zu stellen oder einfach die Gegend zu verlasen.

--- Ende Zitat ---
Ich meine, was unterscheidet das von anderen Sachen, die man den Charakteren aufzwingt? Politische Verhältnisse, Hilfsbereitschaft des örtlichen Kardinals, Regenfälle, Monsteranzahl; Eine Mordanklage ist ein Hindernis, dass auch völlig plausibel vor die Füße der SCs fallen kann. Deutlich mehr als eine Ökologie voller Schreckenshörnchen vor den Stadttoren, die eigentlich eher zu "Walkin Dead: Faerun Edition" als zum kanonischen Setting führen sollte.

bobibob bobsen:

--- Zitat ---Die Wahrheit ist doch etwas komplizierter als diese plakativen Sprüche, finde ich: Wenn eine Gruppe in der aktuellen Kampagne zum episodischen Spiel neigt, dann kann ein geschienter Einstieg durchaus Sinn ergeben. Muss man als SL halt nur offen kommunizieren. "Nach Euren letzten Abenteuern im Norden befindet Ihr Euch in Tiefwasser, wo Euch ein Mord untergeschoben wurde. Passiert ist XYZ. Hoffe, das ist okay für Euch. Was tut Ihr?" Gerade bei straight auf Hack & Slay ausgerichteten Klamotten wie D&D4, wo gerne mal einigermaßen absurd konstruierte Konstellationen auftauchen dürfen, würde ich das in den mir bekannten Gruppen als nicht so wahnsinnig problematisch ansehen. YMMV.
--- Ende Zitat ---

Meine Reaktion wäre immer die Gleiche "liebe Sl  kannst du uns nicht anders in die Situation bringen". Das erinnert mich an ein Abenteuer bei dem der Tempel in dem der Endgegner wartet nur mit einem Priester getreten werden kann, der leider nicht in der Gruppe vorhanden war.


--- Zitat ---Ich meine, was unterscheidet das von anderen Sachen, die man den Charakteren aufzwingt? Politische Verhältnisse, Hilfsbereitschaft des örtlichen Kardinals, Regenfälle, Monsteranzahl; Eine Mordanklage ist ein Hindernis, dass auch völlig plausibel vor die Füße der SCs fallen kann. Deutlich mehr als eine Ökologie voller Schreckenshörnchen vor den Stadttoren, die eigentlich eher zu "Walkin Dead: Faerun Edition" als zum kanonischen Setting führen sollte.

--- Ende Zitat ---

weil es einen unterscheid macht ob in der Stadt ein Diktator herrscht der Frau und Kinder foltern läßt oder ob ich sage das die SC festgenommen wurden und ihrer Besitztümer beraubt wurden und die nächsten drei Jahre im Kerker zubringen um dann als gebrochene Person entlassen zu werden. Ob ich mich mit den Schreckenshörnchen anlege ist meine Entscheidung und wie ich das mache auch. Gegen Regenfälle hilft ein Regenschirm oder ein Haus mit Dach. Wenn mir die SL aber mitteilt das es keine Regenschirme gibt und alle Dächer undicht sind, verliere ich das Interesse.

Boba Fett:

--- Zitat von: KhornedBeef am 19.07.2017 | 11:08 ---Ich meine, was unterscheidet das von anderen Sachen, die man den Charakteren aufzwingt? Politische Verhältnisse, Hilfsbereitschaft des örtlichen Kardinals, Regenfälle, Monsteranzahl; Eine Mordanklage ist ein Hindernis, dass auch völlig plausibel vor die Füße der SCs fallen kann. Deutlich mehr als eine Ökologie voller Schreckenshörnchen vor den Stadttoren, die eigentlich eher zu "Walkin Dead: Faerun Edition" als zum kanonischen Setting führen sollte.
--- Ende Zitat ---

Ganz einfach:
Railroading entmündigt den Spieler, dessen Möglichkeiten eingeschränkt werden, und es setzt eine "Der Spieler ist nicht fähig, selbst zu entscheiden, was das beste für sein Spielerlebnis ist" Haltung fest.
Und das ist schlicht eine Frechheit.

Der Spielleiter definiert die Welt im Rahmen von Plausibilitäts-Vorstellungen.
Der Spieler definiert und steuert im Rahmen der Spielregeln und gemeinsamer Plausibilitäts-Vorstellungen seine Figur.

Wenn der Spielleiter jetzt aus Gründen der Dramaturgie in den Entscheidungsspielraum der Spielfiguren eingreift,
dann geschieht das willkürlich und unabgesprochen.
Der Spieler will seine Figur etwas machen lassen und der Spielleiter entscheidet, dass dies nicht möglich ist.
Er entscheidet das nicht, weil das seitens der Spielwelt-Naturgesetze oder der Spielregelb unplausibel ist.
Er entscheidet das, weil er glaubt, dass dies für das Spielerlebnis besser ist, als das, was der Spieler möchte.

Und da liegt die Ungerechtigkeit...

Der Spielleiter hat ohnehin ein großes Maß an Kontrolle über das, was im Spiel passiert - im Rahmen gemeinsamen Vertrauens ist das auch legitim.
Aber darüber hinaus sollte er zurückhaltung üben und die Entscheidungen des Spielers über die Handlungen seiner Figur akzeptieren.
Denn genau wie der Spieler dem Spielleiter vertrauen muß, dass er seine Kompetenzen sinnvoll nutzt, sollte der Spielleiter das auch beim Spieler.

KhornedBeef:
Hä? Ich dachte es war nur die Rede von einem Mordverdacht. War dann wohl ein Irrtum. Weil, das wäre ja wirklich kein Eingriff in Spielerkompetenzen.  Ich hatte nur den Ursprungsbeitrag nicht gefunden, weil der Zitatautor fehlte.

Maarzan:

--- Zitat von: Wellentänzer am 19.07.2017 | 10:57 ---EDIT: Ansonsten stimme ich Droggelbecher zu. Es geht hier im Thread oder auch in der RR-Debatte generell nach meinem EIndruck weniger um Inhalte als darum, eine bestimmte Sichtweise machtvoll als überlegen zu etablieren. Motto: "Railroading ist böse, das machen nur schlechte Rollenspieler und ich bin ein viel geilerer Typ als Ihr!" Anstrengend.

--- Ende Zitat ---

Solche Aussagen wie deine ganz dreist Fehlverhalten des Spielleiters als Spielstil und damit Geschmack zu verkaufen, über den sich ja bekanntlich nicht streiten läßt und es damit zu legitimieren.

Sich so einseitig udn anmaßend über die Belange der Mitspieler hinweg zu setzen ist keine Qualität des Rollenspielkönenns sondern des allgemeinen sozialen Umgangs bzw. dessen Mängel.

Nicht umsonst wäre die nahezu überall greifende Lösung um railroading zu vermeiden: Frag nach, bevor du etwas für alle entscheidest, was nicht von den Vorabsprachen gedeckt ist oder diesen gar wiederspricht.

Zur Mordanklage:
Das kann hinhauen, muss aber nicht. Und in den allermeisten Fällen tut es das nicht, weil der SL sich nämlich einen Scheiß um die Spielweltlogik oder die Spielregeln kümmert (auf denen wiederum die Entscheidungend er Spieler beruhen), sondern nur einen Hebel sucht, um die Spieler in seinen bescheuerten undurchdachten und ansonsten eben abgelehnten Plot zu zwingen, komme was wolle.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln