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Warum läuft Fantasy besser als jede anderes Genre?

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nobody@home:

--- Zitat von: Fillus am 19.08.2017 | 09:48 ---Was aber in anderen Genres auch nicht anders ist, nur besser verschleiert.
--- Ende Zitat ---

Und das ist möglicherweise auch so ein Punkt: Fantasy erlaubt prinzipiell erst mal so ziemlich alles, weil <handwedel> Magie! Wenn da die Plots oder Spielwelt tatsächlich mal etwas dröge rüberkommen, lassen sie sich relativ schnell wieder aufpeppen, indem man irgendwas Unerwartetes aus dem Ärmel zaubert, ohne sich zu viele Gedanken machen zu müssen, wie das dreiäugige singende Monster mit den vier Schwertern jetzt eigentlich genau ins örtliche Ökosystem paßt.

In den meisten anderen Genres (okay, klassisches Four Color-Superheldenzeug kann das auch) laufe ich da eher mal schneller gegen Wände. Die Fälle eines Herlock Sholmes oder Johnny Bondini werden sich nach einer Weile auch zu ähneln anfangen, und da die zumindest vorgeblich in "unserer" Welt spielen und es vermutlich auch weiterhin tun sollen, gestalten sich Versuche, aus diesem Schema auszubrechen, automatisch schwieriger.

SeldomFound:
Ich glaube, es liegt daran, dass in Fantasy Individuuen im Vordergrund stehen. Ob die Welt gerettet wird oder nicht liegt häufig allein in der Hand von einigen wenigen Abenteurer.

Außerdem ist der Heldenreise deutlicher zu erkennen: Der persönliche Wachstum der Hauptfiguren steht im Vordergrund und das deckt sich mit der Tendenz, dass man in den meisten Systemen Charaktere verbessern kann (mehr Artefakte, bessere Fertigkeiten, neue Zauber) etc..

Nicht-Fantasy-Systeme, die diese Erwartungen erfüllen, wie zum Beispiel Star Wars sind ja auch durchaus beliebt. Auch Numenera scheint recht erfolgreich zu sein, weil die Heldenreise nutzt.

Chiungalla:
Ich würde stark bezweifeln, dass das bei den meisten eine bewusste rationale Entscheidung aufgrund von tatsächlichen Vorzügen des Genres ist. Es mag diese Vorzüge geben, aber letztendlich ist das wohl eher eine unterbewusste "gefällt mir  :d"-Entscheidung, die mit rationalen Beweggründen nicht zwingend etwas zu tun haben muss.

Wenigstens meine Erfahrung mit Fantasy-Systemen sagt mir, dass die unglaublich gut darin sind mir auf der Gefühlsebene einen Charakter oder eine Geschichte zu verkaufen.

Skele-Surtur:

--- Zitat von: Der Narr am 19.08.2017 | 01:09 ---Das Schwert ist ein klassisches Phallus-Symbol, auch in so mancher Sword & Sorcery Illustration.

Ich habe schon scheinbar unschuldige Bilder gesehen, in denen Blutstropfen vom Schwert rinnen und bei freudscher Betrachtung erkennt man deutlich, wie diese die Lusttropfen repräsentieren, die vom Phallus tropfen.

Den Höhepunkt des Schwertes als Phallus findet man im Rollenspiel Hyperborea bzw. Bloodlust im frz. Original, in dem Schwerter ein Verlangen nach Sex haben und über ihren Träger eine symbiotische Beziehung eingehen, um ihren fleischlichen Genüssen nachzugehen.
--- Ende Zitat ---
Dazu darf man natürlich anmerken, dass (1) die freudsche Betrachtung aus so ziemlich allem einen Phallus macht, (2) modernere Ansätze Freuds Thesen mindestens stark entschärfen, wenn nicht sogar (jenseits ihrer Pionierleistung) als praktisch unbedeutend weil weitgehend widerlegt darstellen und (3) auch in Hyperborea ist die Waffe mit Sexualtrieb nur eine von - aus dem Gedächtnis - 20+ möglichen Waffeneigenschaften und dürfte im Spiel relativ selten zum tragen kommen. Also ich persönlich lehne diesen Erklärungsansatz ab, da ich die zugrunde liegenden Thesen als zwischenzeitlich weitgehend widerlegt betrachte.

nobody@home:

--- Zitat von: Skele-Surtur am 19.08.2017 | 10:54 ---Dazu darf man natürlich anmerken, dass (1) die freudsche Betrachtung aus so ziemlich allem einen Phallus macht, (2) modernere Ansätze Freuds Thesen mindestens stark entschärfen, wenn nicht sogar (jenseits ihrer Pionierleistung) als praktisch unbedeutend weil weitgehend widerlegt darstellen und (3) auch in Hyperborea ist die Waffe mit Sexualtrieb nur eine von - aus dem Gedächtnis - 20+ möglichen Waffeneigenschaften und dürfte im Spiel relativ selten zum tragen kommen. Also ich persönlich lehne diesen Erklärungsansatz ab, da ich die zugrunde liegenden Thesen als zwischenzeitlich weitgehend widerlegt betrachte.

--- Ende Zitat ---

"Manchmal ist ein Schwert nur ein Schwert." ;)

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