Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen
The days of high drama? Do tell.
Ucalegon:
--- Zitat von: Chiarina am 13.10.2017 | 15:44 ---Vielleicht sollte man mal klären, um wessen Drama es eigentlich geht: Um ein Drama des Charakters oder ein Drama des Spielers? Da gibt´s einen Unterschied, finde ich.
--- Ende Zitat ---
Klären kann man das nicht. Der Begriff wird für dramatisch ( ;)) verschiedene Sachen verwendet.
Deswegen hätte ich ja gerne, dass alle hier offen kommunizieren, wie sie Drama jeweils verstehen und benutzen.
Issi:
--- Zitat von: trendyhanky am 13.10.2017 | 15:25 ---Kann ein Dungeoncrawl dramatisch sein?
--- Ende Zitat ---
Ich meine Ja. Wenn es um Leben und Tod geht auf jeden Fall. Vorausgesetzt die Figur ist einem nicht egal.
Vielleicht wird sie im Dungeon ja von ihrem erbitterten Erzfeind verfolgt. Oder muß ihren Geliebten vor dem sicheren Tod retten oder Beides.
Vielleicht begegnet sie dort ihrem bösen Selbst- ihrem personifiziertem Schatten, vielleicht haben die Helden nicht viel Zeit um daraus zu entkommen oder es muß sich einer opfern, damit die anderen überleben.
Vielleicht müssen sie sich entscheiden ob sie das Böse überleben lassen und selbst überleben oder ob sie das Böse töten und mit ihm untergehen.
Da gibt es viele Möglichkeiten.
Dungeon ist jetzt auch nicht das, was ich häufig spiele aber ich würde doch sagen, da ist je nach Lust mehr drin, als nur Items- oder Monsterfarmen.
Edit. Eigentlich entstehen meiner Meinung nach dramatische Situationen wenn 1. dem Spieler die Figur nicht egal ist.
Und 2.wenn der Figur ihr Umfeld nicht egal ist und sie irgendeinen emotionalen Bezug dazu hat.(Eigene Gefühlswelt , Freunde, Geliebte, Erfeinde, Konkurrenten usw.)
und 3. Wenn für die Figur ein gewisses Risko besteht. (Und nein, es muss nicht immer um Leben und Tod gehen.)
Arldwulf:
--- Zitat von: Ucalegon am 13.10.2017 | 15:33 ---Um die bisher genannten Definitionen etwas übersichtlich zu halten:
Nach der eingangs zitierten Definition von Laws: Nein.
Nach Lord Verminaard (Augenmerk auf Persönlichkeit usw.): Nein.
Nach Arldwulfs Definition, also, dass es auf die Entscheidungen ankommt: Vielleicht?
Nach Maarzans Definition, also Drama = Bleed: Nein.
Nach Greifenklause, also Drama = mitreißend: Ja.
--- Ende Zitat ---
Ehrlich gesagt glaube ich sind diese Definitionen relativ deckungsgleich. Sieht man z.B. bei 2 und 3. Auf die Entscheidungen kommt es ja an weil diese Ausdruck der Persönlichkeiten der handelnden Personen sind. Auch bei meiner Definition geht es also darum welche Persönlichkeit die Charaktere haben, ich wende dies nur auf das Spielgeschehen an im Sinne von "wie zeigt sich diese".
Und natürlich kann ein Dungeoncrawl dramatisch sein. Sollte er sogar damit er gut ist.
Aber durch die Struktur eines Dungeoncrawls finde ich ist es eigentlich recht leicht zu definieren was NICHT dramatisch ist. Und im Umkehrschluss zu sagen was es ist. Man kann die obigen Definitionen recht einfach darauf anwenden, und weil sich ein Dungeon leichter beschreiben lässt als eine komplexe Sozialsituation ist es leichter daran Dinge zu zeigen.
Ucalegon:
--- Zitat von: Arldwulf am 13.10.2017 | 15:57 ---Ehrlich gesagt glaube ich sind diese Definitionen relativ deckungsgleich.
--- Ende Zitat ---
Ich habe das an dem Beispiel dargestellt, um die einzelnen Definitionen hervorzuheben. Wenn du dich Lord Verminaards Definition (größtenteils?) anschließt bzw. umgekehrt, dann passt das vielleicht nicht mehr ganz.
Aber ob ich nun mit Laws davon ausgehe, dass die allermeisten Rollenspiele kein Drama können und wollen oder mit Greifenklause fast alle als irgendwie dramatisch, weil potentiell mitreißend, definiere, macht einen ziemlichen Unterschied.
Arldwulf:
Weiß ich gar nicht. Laws Definition lässt sich durchaus auch auf die Persönlichkeit herunterbrechen.
--- Zitat ---In a dramatic scene, the main characters confront internal obstacles, seeking emotional reward from people they care deeply about, for good or ill.
--- Ende Zitat ---
Diese internen Hindernisse, die Dinge oder Menschen die einem etwas bedeuten und der Wunsch nach emotionaler Bestätigung sind ja fraglos Persönlichkeitseigenschaften. Law geht dabei auch den gleichen Schritt wie ich und definiert Drama nicht als das Vorhandensein dieser Eigenschaften. Sondern als das Hervortreten dieser, die Konfrontation dieser Eigenschaften mit der aktuellen Situation.
Die verschiedenen Wege die jemand einschlagen kann welche ich oben anspreche basieren ja gerade auf diesen Charaktereigenschaften und internen, charakterlichen Hindernissen und dem was den Charakteren wichtig ist. Erst dadurch entsteht ihre Bedeutung zur Darstellung der Persönlichkeit des Charakters.
Auch Greifenklaues
--- Zitat von: Greifenklause am 13.10.2017 | 13:22 ---Gerade dann entsteht Drama, wenn
A) Alle die gleichen Ziele haben, aber ihre Wege anders sind
B) Alle den gleichen Weg gehen, aber unterschiedliche (Neben-)Ziele verfolgen
C) Der eine sich für den anderen aufopfert, ohne dass der andere das zwingend verlangt hätte.
--- Ende Zitat ---
Entspricht durchaus diesem Konzept.
Letztlich sind das eher verschiedene Blickwinkel auf die gleiche Sache als unterschiedliche Dinge.
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