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Rassismus in Fantasy Rollenspiele
Greifenklause:
Einem Fantasysvolk individuelle Aspekte zuzuordnen, die es von anderen Fantasyvölkern unterscheidet, ist meist dann noch in Ordnung,
wenn man den einzelnen Individuen innerhalb dieses Volkes ebenfalls einen Individualismus zugesteht.
Die Alternative zu "Schwarz und Weiß" ist eben nicht "Grau in Grau", sondern "Schattierung" oder "Regenbogen".
Mithin kann ich es auch überhaupt nicht verstehen, dass manche Gleichmacherei befürchten, sobald ich "Rassenklischees" mal aufbreche.
Das Gegenteil ist der Fall.
Man gesteht jedem Volk Individuen zu, womit eine Gleichmacherei schon per se Unsinn ist.
Und auf Ebene "Volk vs Volk" reicht es vollkommen aus mit "Gauß'schen Glockenkurven der Klischees" zu arbeiten.
Dann ist DER Ork halt im durchschnitt kriegerischer als der DER Elf.
Aber an den Rändern gibt es auch jede Menge friedliebender Orks bis hin zum Extrem eines Orkgandhis und bei den Elfen blutrünstige Waldschützer bishin zum Extrem des elfischen Massenmörders.
Oder anders: Klischees bestimmter Fantasyvölker sollte man über eine höhere Wahrscheinlichkeit dieses Charakteraspekts abbilden statt über ein 100%iges MUSS. Und man sollte jedem Volk eine hinreichende Anzahl an Pazifisten und Blutrünstern, an Gierhälsen und Freigiebern, an Naturschützern und Naturschändern zugestehen.
Und schwuppdiwupp ist auch der Rassismusvorwurf gegen Null verkümmert.
Odium:
Und was ist, wenn ich ein Setting haben möchte, in dem Orks einfach alle blutrünstige Monster sind und Elfen immer noble Hüter des Waldes?
Rhylthar:
--- Zitat --- Klischees bestimmter Fantasyvölker sollte man über eine höhere Wahrscheinlichkeit dieses Charakteraspekts abbilden statt über ein 100%iges MUSS. Und man sollte jedem Volk eine hinreichende Anzahl an Pazifisten und Blutrünstern, an Gierhälsen und Freigiebern, an Naturschützern und Naturschändern zugestehen.
--- Ende Zitat ---
Naja, ich mag z. B. Drizzt und Co. (sprich: Nicht-böse Drow) eher als statistische Ausreisser. Und auch nur in den Forgotten Realms, in Greyhawk wären solche Wesen Anomalien.
Luxferre:
--- Zitat von: Odium am 7.05.2018 | 08:48 ---Und was ist, wenn ich ein Setting haben möchte, in dem Orks einfach alle blutrünstige Monster sind und Elfen immer noble Hüter des Waldes?
--- Ende Zitat ---
Kannste doch nicht machen, Junge :korvin:
Chruschtschow:
--- Zitat von: Issi am 7.05.2018 | 07:02 ---Auf die Idee mir von diesen Wesen Nasen raus zu suchen und sie auf Reallife Menschen zu übertragen, bin ich jetzt nicht gekommen.
--- Ende Zitat ---
Da gehen gleich mehrere Sachen völlig an dem vorbei, was ich schrieb.
(1) Falsche Richtung. Nicht "Hakennase, mal schauen, ob die auch Geld verleihen", sondern "Geldverleiher und jetzt auch noch Hakennasen". Das ist ein wirklich Jahrhunderte altes Klischee.
(2) Ich habe "Rowling" geschrieben, weil ich Rowling meinte. Schriebe ich über die Filme, stände da Chris Columbus.
(3) Kannst du mir kurz aufzählen, welche Jahrhunderte alten rassistischen Klischees mit kleinen spitzhütigen Bartträgern zusammen hängen? Für hakennasige Geldverleiher muss ich nicht lange suchen. Slippery Slope.
(4) Ich werfe Rowling keinen Antisemitismus vor, nur nachlässigen Umgang mit einer Sache, die bestehende Stereotype wahrscheinlich unbeabsichtigt aufruft.
@all:
Klar kann ich volles Mett schwarzweiß zeichnen. Das macht doch fast jede mythische Erzählung. Mit geht es in der Hauptsache darum, tatsächliche rassistische Vorurteile nicht mal eben unbeabsichtigt zu perpetuieren. (Und wenn man es mit Absicht tut, ist der Vorwurf ein Rassist zu sein nun ein Mal korrekt.)
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