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Rassismus in Fantasy Rollenspiele
Issi:
--- Zitat von: nobody@home am 7.05.2018 | 14:28 ---Ganz konkret: an dem Punkt, an dem ich einen für mich als rassistisch herüberkommenden Inhalt nicht mehr als solchen bezeichnen darf, weil sich sonst ein armer unschuldiger Rassist gekränkt fühlen könnte, wenn ich so böse Wörter benutze...ist die Diskussion schon eine ganze Weile in die völlig falsche Richtung gelaufen.
--- Ende Zitat ---
Du kannst ja Rowling z.B. schreiben, dass Du ihre Kobolde und Hauselfen als "Fingerzeig" auf Reallife Rassismus empfindest.
Ob sie sich deshalb gekränkt fühlen würde, weiß ich nicht.
Vielleicht schriebt sie Dir auch einfach zurück, dass sie keinen Bezug zu Reallifevölkern herstellen wollte. (Ich weiß, dass sie Dir persönlich zurück schreiben würde, ist recht unwahrscheinlich)
Und dann? Hast Du die Wahl ihr entweder zu glauben oder du zweifelst weiter an, ob sie die Wahrheit sagt.
Im Zweifelsfall ist dann halt eine subjektive Empfindung. Die du nicht beweisen kannst.
Aber die jedem natürlich zusteht, die zu haben.
Man darf halt dann nicht den Fehler machen zu sagen: Dieses Werk ist so-auch wenn man es gar nicht genau weiß.
Ich weiß, dass machen auch Kunst und Literaturkritiker besonders gerne. ~;D
Kleine Anedokte: Beim Deutsch Referat ruft ein Schüler einfach einen bekannten deutschen Autor an (Seine Nummer steht im Telefonbuch)
Und erzählt dann dem Deutschlehrer, was sich der Autor wirklich bei seinem Werk gedacht hat. (es gab da große Unterschiede zwischen dem was der Deutschlehrer hören wollte, eingefärbt durch die Literaturkritiker, und dem was der Autor selbst dazu sagte)
Ist wirklich passiert.
Achamanian:
@Issi:
Okay, du kannst dich natürlich gegen den fast geschlossenen Common Sense der Literaturwissenschaft stellen und erklären, dass die Bedeutung des Textes der Autorenintention entspricht. Es gibt gute Gründe dagegen, zum Beispiel, dass dadurch jede Diskussion über ein Werk unmöglich wird, weil die Bedeutung entweder autoritär dekretiert wird oder (in den meisten Fällen) einfach nicht ermittelbar ist und Spekulationen sich erübrigen.
Dann ist es auch kein Wunder, dass die Diskussion hier zu absolut nichts führt außer Befremden.
Issi:
--- Zitat von: Rumpel am 7.05.2018 | 14:57 ---@Issi:
Okay, du kannst dich natürlich gegen den fast geschlossenen Common Sense der Literaturwissenschaft stellen und erklären, dass die Bedeutung des Textes der Autorenintention entspricht. Es gibt gute Gründe dagegen, zum Beispiel, dass dadurch jede Diskussion über ein Werk unmöglich wird, weil die Bedeutung entweder autoritär dekretiert wird oder (in den meisten Fällen) einfach nicht ermittelbar ist und Spekulationen sich erübrigen.
Dann ist es auch kein Wunder, dass die Diskussion hier zu absolut nichts führt außer Befremden.
--- Ende Zitat ---
Moment!
Das einzige was ich damit sagen wollte, war, dass die Intention des Autors nicht unbedingt die sein muss, die man von außen hinein interpretiert.
Auch nicht grundsätzlich und immer. Das habe ich nie gesagt.
Gegen die Literaturwissenschaften habe ich mich auch nie gestellt.
Bitte den Strohmann wieder wegpacken.
Ich wollte nur aufzeigen wie schwer hier in der Literatur "Tatsachen" festzustellen sind. Und wie leicht subjektive Empfindungen zu "Tatsachen" gemacht werden können.
Und im Bereich Fantasy ist das nochmal schwerer festzustellen als in normaler Literatur.
Eben weil es sich um Fantasywelten handelt.
Deshalb wäre ich hier noch mal extra vorsichtig.
Edit. Dass ein Werk auch eine bestimmte Auswirkung hat und auch haben darf, steht auch außer Frage. Und das Autoren bestimmt nicht immer die Wahrheit sagen, oder sich dessen gar nicht bewusst sind, sicherlich auch. Aber gerade in dem Bereich fällt es halt auch besonders leicht viel hinein zu interpretieren.
Da die Ideen des Autors quasi nicht wirklich existieren, sind sie auch nicht geschützt.
Wenn man über Sklavenarbeit auf der Plantage schreibt, als Reallife Roman, dann weiß jeder was gemeint ist.
Das Thema kann auch nichts anders sein.
Wenn man aber über einen Sklaven in der Fantasy welt schreibt, dann ist das eben nicht wirklich klar.
Er könnte stellvertretend für viele unterdrückte Reallife Personen und Themen stehen.
Oder auch gar keinen direkten Bezug zum Reallife suchen.
Man weiß es eben nicht genau. Weil es Fantasy/Märchen ist.
6:
--- Zitat von: Issi am 7.05.2018 | 15:06 ---Moment!
Das einzige was ich damit sagen wollte, war, dass die Intention des Autors nicht unbedingt die sein muss, die man von außen hinein interpretiert.
--- Ende Zitat ---
Das hatte auch keiner bestritten.
Von daher:
--- Zitat ---Bitte den Strohmann wieder wegpacken.
--- Ende Zitat ---
Hotzenplot:
@Issi:
Ich glaube, du hast auch die beiden letzten Beiträge von Chruschtschow etwas missverstanden.
Es geht ja nicht immer gleich um den Vorwurf von direktem Rassismus, sondern teilweise um das (hoffentlich) nicht beabsichtigte Ebnen des Weges hin zum Rassismus durch mit der echten Welt vergleichbare Ressentiments.
Die schon genannten DSA-Mohas/Utulus mit ihrem Bonus auf Tanzen und so muffeln halt schon ein bisschen nach Jim Crow, wenn man das kritisch liest. Ich unterstelle der DSA-Redaktion freilich keinen Rassismus und mich persönlich stört das auch nicht. Aber es unterstützt halt bestimmte realweltliche Klischees. Damit sollten alle Beteiligten sensibel umgehen.
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