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Rassismus in Fantasy Rollenspiele

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Ludovico:
@Chruschtschow
Du hast mir geantwortet...doch weiss ich nicht auf welchen Post von mir Du Dich beziehst.

Issi:

--- Zitat von: Rumpel am  7.05.2018 | 16:11 ---Okay, ich geb's auf. Ich kann hier überhaupt keinen argumentativen Zusammenhang mehr erkennen und vermute, dass du irgendwie "Reallife-Rassimus" mit Autorenintentionen in einen Topf wirfst.

--- Ende Zitat ---
Nein nicht zwingend.
Es kann auch als "rassisch" empfunden werden, ohne, dass da überhaupt eine Intention des Autors dahinter sein muß.

Ich würde halt nur unterscheiden zwischen tatsächlich R.,
und subjektivem Gefühl, dass etwas rassistisch ist.


Ich könnte mich jetzt zum Beispiel auch im Rollenspiel, darüber stören, dass die Orks dort meist hässliche durchweg böse Typen sind.
Das darf ich tun, und ist auch mein gutes Recht, solange ich deshalb nicht gleich von  gewolltem "Rassismus" ausgehe.
Das ist dann halt meine Wahrnehmung. Die kann ich ja auch haben ohne dem Autor etwas zu unterstellen.

Und dann stellt sich noch die Frage ob eine Fantasywelt automatisch identisch sein muß, mit unserer Welt.
Darf sie eigene Völker haben die mit unserer Welt nichts zu tun haben?
Darf sie düsterer sein, gefährlicher als unsere Welt? Wie weit darf sie abweichen und anders sein?

Fantasy soll halt einerseits den Anspruch erfüllen: Sei bitte anders als das Reallife!
Und zweitens: Sei bitte jederzeit mit dem Reallife vergleichbar!
Und das ist hier halt mMn. oft die Crux.





Chruschtschow:

--- Zitat von: Ludovico am  7.05.2018 | 16:32 ---@Chruschtschow
Du hast mir geantwortet...doch weiss ich nicht auf welchen Post von mir Du Dich beziehst.

--- Ende Zitat ---

Als Antwort auf "Es geht um Rollenspiel, oder?" Das Problem ist bei den Vistani in Ravenloft durchaus ähnlich. Ein rassistischer Stereotyp, der wahrscheinlich eher unbedacht eingesetzt wird. Wir könnten Goblins durch Vistani und Rowling durch die Hickmans ersetzen und hätten die gleiche Unterhaltung in diesem Forum. Damit ist die Relevanz für's Hobby gegeben.

@Issi:
Rassismus steht immer im sozialen Kontext. Es gibt somit keinen Rassismusohne subjektive Komponente. Was soll dein "tatsächlicher Rassismus" als Gegensatz dazu sein?

Oberkampf:

--- Zitat von: Issi am  7.05.2018 | 16:34 ---Ich würde halt nur unterscheiden zwischen tatsächlich R.,
und subjektivem Gefühl, dass etwas rassistisch ist.


--- Ende Zitat ---

Und wenn ich Rumpel richtig verstehe, würde er (und die Literaturwissenschaft) ein drittes ergänzen, nämlich rassistisches Stereotyp ohne rassistische Intention. Ist weder tatsächlicher Rassismus (weil Intention fehlt), noch rein subjektives Gefühl (weil es auch nachweisbaren, tradierten, rassistischen Stereotypen beruht). Das ist Rowlins mit den Goblin-Bankern passiert.

Nebenbei, eins der zeitlich letzten Bücher über Rassismus, das ich gelesen habe, ist Gebrandmarkt: Die wahre Geschichte des Rassismus in Amerika von Ibram X. Kendi. Einer der für mich interessanten Gedanken darin ist, dass der Rassismus eher eine nachgereichte Form zur "Erklärung" bzw. "Rechtfertigung" vorhandener gesellschaftlicher Diskriminierungspraktiken ist, weniger ein intellektueller Irrtum oder eine geistige Nachlässigkeit, aus der Diskriminierung entsteht. Inwieweit das die - sagen wir mal vorsichtig: problematischen - Stereotypen in der Fantasyliteratur (z.B. Orcs = böse, grausame, primitive Barbaren) entlastet, weil es nunmal realweltlich keine Orcs und folglich keine Praxis der Orcdiskriminierung gibt, könnte überlegenswert sein.

 

Ludovico:
@Chruschtschow
OK, verstehe.
Werden durch solche Rassen in Fantasyspielen, denn rassistische Stereotype im RL gefestigt?

Immerhin Tom und Jerry löste eine Riesendebatte aus, denn es gab den Vorwurf, dass Kinder durch die Serie gewalttätig werden. Wir wissen heute, dass es keine Auswirkungen hatte.

Das Gleiche gilt für Märchen.

Und wenn solche Rassendarstellungen im Spiel solche Stereotypen im RL nicht festigen oder beeinflussen, dann ist es eine reine Geschmacksfrage.

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